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Abgrenzung von Fachsprache und Gemeinsprache by dwH3ke7

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									TU Dresden                                                             06. November 2007
Institut für Romanistik
Seminar „Wortschatz – strukturelle und didaktische Aspekte“
Seminarleiterin: Dr. Jansen
Referenten: Ina Jacobi, Kevin Thoß


                Mnemotechniken in der Wortschatzarbeit
1. Geschichte der Mnemotechnik:
- These: ägyptische Hieroglyphen als Vorstufe der Mnemotechnik
- These: Gedächtnisübungen der Pythagoreer Basis für Mnemotechniken

       -> beide Thesen umstritten

- These: auch Gedächtnistheorien von Platon/Aristoteles Einfluss auf Entwicklung der
Mnemotechniken

       -> doch auch hier konkreter Einfluss nicht nachweisbar

- besser:
        -> Simonides als Erfinder der Mnemotechnik um 515 v. Chr.
              -> Erkenntnis: Ordnung des Gedächtnisses als Basis für Gedächtnisleistungen

- Höhepunkt praktischer Bedeutung der Mnemotechnik 100 v. Chr./100 n. Chr.:
      * Übergang von Griechenland nach Rom
      * Mnemotechnik mit theoretischer Rhetorik verbunden
      * Praktische Anwendung bei Gerichtsrednern, für Schaudarbietungen

2. Definition des Begriffs:
- aus griech. mnémē und téchnē („Erinnerung“ und „Kunst“) zusammengesetztes Kunstwort -
- seit 19. Jh. für ars memoriae und ars reminiscentiae („Gedächtniskunst“) benutzt
- meist gleichbedeutend mit Mnemonik (griech. mnēmoniká)
- entwickelt Merkhilfen, z.B. als Merksatz, Reim, Schema oder Grafik
- kleine Merkhilfen, aber auch komplexe Systeme

- im weiteren Sinne:
               -> Oberbegriff für Gedächtnishilfen, Gedächtnistricks, Gedächtnistraining

3. Die Techniken:
* Loci - Methode
       - von lateinisch locus für Ort/Platz
       - Aufbau einer mentalen Route mit bekannten Orten, an welchen zu merkende
         Informationen abgelegt werden
       - vor allem für das Behalten von Reihenfolgen geeignet
       - weniger für das Wortschatzlernen von Bedeutung

* Schlüsselwortmethode
       - bekanntes Wort, das ähnlich klingt wie zu lernende Vokabel = Schlüsselwort
       -Erstellung eines Bildes im Geist aus Schlüsselwort und Bedeutung der Vokabel
             -> Folge: neue Vokabel wird mit bereits vorhandenem Wissen verknüpft
      - hohe Bedeutung für das Wortschatzlernen, jedoch Gefahr der Verwirrung
      - Beispiele:
             - la parada -> Schlüsselwort: die Parade
                                   -> Busse stehen am Busbahnhof, wie in einer Art
                                      Parade aufgereiht
                                          -> Haltestelle

             - las gafas -> Schlüsselwort: gaffen
                                  ->


                                         -> Brille

             - vender     -> Schlüsselwort: window
                                  ->

                                                        - viele Wohnungen stehen in
                                                          Spanien zum Verkauf, überall
                                                          diese Schilder in den Fenstern
                                         -> verkaufen

* Visualisierung
       - Veranschaulichung, um Daten oder Zusammenhänge in eine visuell erfassbare
         Form zu bringen
       - spricht den visuellen Lerntyp an
       - evtl. Problem der „Übervisualisierung“
       - Beispiele:




                                  (dtsch: Auge; span: ojo)
* Merksätze
      - auch Eselsbrücke, Lernspruch, Lernhilfe
      - Lateinisch: pons asinorum
      - grammatische Probleme, aber auch Wortschatzlernen
      - Beispiele:
              „Wenn du schreibst ein Fragewort, setze den Akzent sofort“
                     -> alle Fragepronomen im Spanischen stehen mit Akzent

             „He, She, It, das s muss mit.“
                    -> die dritte Person Singular endet im Englischen stets auf “s”

             „Le boeuf – der Ochs, la vache – die Kuh, fermez la porte – die Tür macht zu.“

* sonstige Techniken
        - Zahlen – Symbol - Methode
        - Gedächtnispalast
        - Alphabet - Methode
5. Didaktischer Wert:
   „Und die scheinbar moderne Einsicht, dass Informationen dann am besten verarbeitet
     werden, wenn sie auf möglichst vielfältige Weise gesungen, gereimt, gemalt, den
             Wahrnehmungsapparat anregen, entspricht just der Maxime von
                         Heinrich Pestalozzi (1746 bis 1827).“

- laut Studien behält der Mensch zu 90% das, was er sich selbst erarbeitet hat
- bildhafte Mnemotechniken verhindern Fixierung auf abstraktes Denken
- Assoziatives Lernen = gehirngerechtes L.
- Kreativität und Fantasie der Schüler gefragt
- viele Sinneskanäle beteiligt
- Prinzip des autonomen Lerners
- Steigerung der Motivation
- Kein stures Auswendiglernen


6. Literatur:
   -   Helmut Fuchs/Winfried U. Graichen: Bessere Lernmethoden. Effiziente Techniken für
       Erwachsene. Mvg-Verlag, München 1990.
   -   Herwig Blum: Die antike Mnemotechnik. Georg Olms Verlag, New York 1969.
   -   Martin Schuster: Für Prüfungen lernen. Strategien zur optimalen
       Prüfungsvorbereitung. Hogrefe-Verlag, Seattle 2001.
   -   Werner Heister: Studieren mit Erfolg: Effizientes Lernen und Selbstmanagement in
       Bachelor-, Master- und Diplomstudiengängen. Schäffer-Poeschel-Verlag, Stuttgart
       2007.
   -   Barbara Kuhn: Gedächtniskunst im Unterricht. Iudicum Verlag, München 1993.
   -   (Hrsg): Anselm Haverkamp/Renate Lachmann: Gedächtniskunst. Raum-Bild-Schrift.
       Studien zur Mnemotechnik. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1991.
   -   Frances A. Yates: Mnemonik von Aristoteles bis Shakespeare. Akademie Verlag,
       Berlin 1994.

								
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