Fertiges Skript by 9VHr24sV

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									Sommersemester 2010




                       Wie schreibe ich eigentlich
                      eine juristische Hausarbeit?
                                    Rechtswissenschaftliche Fakultät
                                             Sommersemester 2010




           Universität zu Köln
Wie schreibe ich eigentlich eine juristische Hausarbeit?       SS 2010




Gliederung:


A Womit fange ich an? …………………………………………………………. Seite 1
      I. An- und Abmeldung ………………………………………………….... Seite 1
      II. Sachverhalt …………………………………………………………….. Seite 1
      III. Anfertigung einer Gliederung ………………………………………... Seite 1
      IV. Literaturrecherche ……………………………………………………. Seite 2
      V. Niederschrift …………………………………………………………… Seite 2


B Formalien ……………………………………………………………………… Seite 3
      I. Aufbau …………………………………………………………………… Seite 3
      II. Gliederung ……………………………………………………………… Seite 3
      III. Literaturverzeichnis …………………………………………………… Seite 4
      IV. Gutachten ……………………………………………………………… Seite 8
      V. Zitate ……………………………………………………………………. Seite 8
      VI. Fußnoten ………………………………………………………………. Seite 9
      VII. Meinungsstreitigkeiten ………………………………………………. Seite 10
      IIX. Nützliche Tipps ……………………………………………………..... Seite 11




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Wie schreibe ich eigentlich eine juristische Hausarbeit?                      SS 2010




A     Womit fange ich an?

Der Hausarbeitsplan mit den einzelnen Terminen findet sich in KLIPS, unter
http://www.jura.uni-koeln.de/pruefungstermine.html         sowie   im    schriftlichen
Vorlesungsverzeichnis. Es werden jeweils eine kleine und eine große Hausarbeit in
den Gebieten des ÖR, ZR und StrR während der Semesterferien angeboten.


    I. An- und Abmeldung:
    Eine Anmeldung für die Hausarbeit in KLIPS ist aufgrund der mangelnden
    Versuchsrestriktion nicht notwendig, wird aber empfohlen und erbeten. Die An-
    und Abmeldung kann bis zum Tag des Abgabetermins in KLIPS vorgenommen
    werden.


    II. Sachverhalt:
    Die Sachverhalte werden in der Regel an der Pforte des Hauptseminars
    ausgelegt und können dort am Tag der Ausgabe kopiert oder abgeholt werden.
    Grundsätzlich veröffentlichen die Lehrstühle die Sachverhalte aber auch auf ihrer
    Homepage. Unter http://www.jura.uni-koeln.de/klausuren.html wird auf die Seite
    der Lehrstühle verwiesen, die in dem jeweiligen Semester die Hausarbeit stellen.
    Zunächst sollte der Sachverhalt gründlich erfasst werden. Einmaliges Lesen
    reicht hierfür nicht aus. Es empfiehlt sich, den Sachverhalt am Anfang der
    Bearbeitung mindestens dreimal durchzulesen, um sich ein Bild des Falls und
    den dazugehörigen Problemen zu machen.
    Dabei ist besonders wichtig, die Aufgabenstellung genau zu verstehen und das
    Gutachten danach auszurichten.
    (Es sollte nicht vergessen werden das Blatt auch einmal umzudrehen. Häufig
    verbirgt sich auf der nächsten Seite noch eine weitere Aufgabe. Hört sich banal
    an, aber einige Studenten sind hieran schon gescheitert!)


    III. Anfertigung einer Gliederung:
    Nach Erfassen des Sachverhalts ist es sinnvoll, mit der Ausarbeitung einer
    Gliederung zu beginnen um seine Gedanken zu sortieren. Dabei ist es nicht




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Wie schreibe ich eigentlich eine juristische Hausarbeit?                    SS 2010


    erforderlich, eine perfekt ausgereifte Lösungsskizze niederzuschreiben. Diese
    kann während der Bearbeitung jederzeit ergänzt werden.
    Hierfür können in einem Brainstorming mögliche zu prüfende Paragraphen und
    Anspruchsgrundlagen zusammengetragen und in die Gliederung eingefügt
    werden.
    Dadurch bekommt man eine erste Orientierung, wie und womit man seine
    Prüfung beginnen möchte.


    IV. Literaturrecherche:
    Wenn mit der inhaltlichen Ausarbeitung begonnen wird, ist es zunächst sinnvoll,
    einen Kommentar zur Hand zu nehmen und in diesem die gefundenen
    Paragraphen nachzuschlagen und zu lesen. Dort finden sich meist Verweise zu
    Aufsätzen, Gerichtsentscheidungen etc. die einen Bezug zum Fall haben
    können. Diese sind dann wiederum zu suchen und heranzuziehen.
    Auch ein Lehrbuch bietet erste Anknüpfungsmöglichkeiten für die Recherche.
    Dort wird insbesondere in Fußnoten auf weitere Quellen verwiesen. Nutzen Sie
    auch die Internetrecherche bei Beck-online und Juris.
    Wichtige Passagen sollten mit einem Textmarker oder anderem Hilfsmittel
    hervorgehoben werden, damit nachher keine Schwierigkeiten entstehen, die
    gefundene Stelle wiederzufinden und zu zitieren.


    V. Niederschrift:
    Wann mit der Niederschrift begonnen wird, liegt ganz beim Studierenden selbst.
    Jeder hat seinen eigenen Rhythmus, so dass es schwierig ist, hier gute
    Ratschläge zu erteilen. Die Einen tragen die Lösung des Falles erst nach
    vollständiger Literaturrecherche in groben Zügen zusammen, bevor sie in einem
    nächsten Schritt mit der Ausarbeitung beginnen. Andere wiederum starten zügig
    mit der Niederschrift und ergänzen ihre Ausführung stets um die neu gefundenen
    Ergebnisse. Jeder Student muss selbst ermitteln, wie er am besten Arbeiten
    kann.
    Es empfiehlt sich aber dringenst, die gefundenen Quellen schon bei der
    Niederschrift zu zitieren!
    Es gibt eine vorgefertigte Schreibvorlage auf der Homepage der Fachschaft
    unter http://fachschaft.de/wordpress/?page_id=66, die bereits über gewisse


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    Voreinstellungen insbesondere für das Literaturverzeichnis, die Nummerierung
    der Seiten etc. verfügt.



B     Formalien

Wie bei jeder wissenschaftlichen Arbeit sind entsprechende Formalien bei der
Anfertigung      einer     juristischen   Hausarbeit       zu    beachten.    Hier     sind   einige
grundsätzliche Regeln, die sich bei rechtswissenschaftlichen Arbeiten durchgesetzt
haben.
Hat der jeweilige Dozent hiervon abweichende Vorgaben gemacht, sind diese
bei der Niederschrift stets und vorrangig zu berücksichtigen!


    I. Aufbau:
    Eine rechtswissenschaftliche Hausarbeit beginnt zunächst mit einem Deckblatt,
    auf welchem der Name des Studenten, das Semester, die Fachsemesterzahl, die
    Matrikelnummer, die Adresse des Studenten sowie der Name der Veranstaltung
    und der des Dozenten vermerkt sind.
    Darauf     folgt     der   abgetippte    Sachverhalt        der   Hausarbeit     inklusive   der
    Aufgabenstellung sowie die Gliederung mit den entsprechenden Seitenzahlen.
    Das Literaturverzeichnis wird nach der Gliederung eingefügt. Erst danach folgt
    die Niederschrift des Gutachtens.
    Für jeden der Abschnitte wird eine neue Seite angefangen. Dabei ist zu
    beachten, dass das Deckblatt keine Seitenzahl erhält. Sachverhalt, Gliederung
    und Literaturverzeichnis werden mit großen römischen Ziffern als Seitenzahlen
    nummeriert. Das Gutachten selbst wird mit arabischen Zahlen nummeriert, die
    Paginierung beginnt mit Seite 1.


    II. Gliederung:
    Bei      rechtswissenschaftlichen           Hausarbeiten          haben     sich      folgende
    Gliederungsebenen durchgesetzt:


          A, I.,1., a), aa)
          B I. usw.



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    Dabei ist zu beachten, dass es pro Gliederungsebene mindestens 2 Ebenen
    geben muss. Wer A sagt, muss auch B sagen!
    Die Gliederungspunkte entsprechen den Überschriften im Text und werden mit
    der entsprechenden Seitenzahl aufgeführt.
    III. Literaturverzeichnis:
    Es empfiehlt sich, das Literaturverzeichnis parallel zur Niederschrift anzulegen.
    Dies spart Zeit und eine Menge Sucharbeit. Fertigen Sie dazu eine zweispaltige
    Tabelle an, deren Konturen am Ende bei Bedarf unsichtbar gemacht werden
    können.
    Es gehört nur die in der Hausarbeit zitierte Literatur ins Verzeichnis! Hüten
    Sie sich davor, das Literaturverzeichnis am Ende mit einigen wichtigen Werken
    aufzuwerten, obwohl Sie diese nicht verwendet haben. Dies fällt den
    Korrekturassistenten in der Regel auf.
    Die zitierte Literatur sollte alphabetisch geordnet werden. Von einer
    Einteilung in Kategorien (Aufsätze, Kommentare etc.) wird abgeraten.
    Gerichtsentscheidungen und Urteilssammlungen gehören genauso wenig in das
    Literaturverzeichnis wie die akademischen Titel der Autoren. Besteht ein Werk
    aus mehren Bänden gehören nur die zitierten Bände in das Verzeichnis.
    Aufsätze aus Zeitschriften sowie Festschriftenbeiträge werden mit Anfangs-
    sowie      Endseite        des      entsprechenden     Aufsatzes/Beitrags   in     das
    Literaturverzeichnis aufgenommen.
    Skripte und Fallbücher sind, obwohl sie manchmal hilfreich sein können, nicht
    zitierfähig und gehören daher nicht ins Literaturverzeichnis oder in die Fußnote.


Beispiele für die Auflistung im Literaturverzeichnis:


Lehrbücher:




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 Vor- und Zuname des Titel des Werkes
 Verfassers, nicht des
 Bearbeiters!
                       Auflage (ab der zweiten Auflage)
                       Erscheinungsort, Erscheinungsjahr (ggfs. für jeden
                       Band getrennt)
                       Zitierweise
 Beispiel:
 Wessels, Johannes     Strafrecht Allgemeiner Teil
 Beulke, Werner        39. Auflage
                       Heidelberg 2009
                       (zit.: Wessels/Beulke, Strafrecht AT,)



Kommentare:

 Vor- und Zuname des Titel des Werkes
 Verfassers, nicht des
 Bearbeiters!
                       Herausgeber
                       Auflage (ab der zweiten Auflage)
                       Erscheinungsort, Erscheinungsjahr (ggfs. für jeden
                       Band getrennt)
                       Zitierweise
 Beispiele:
 Schönke, Adolf        Strafgesetzbuch Kommentar
 Schröder, Horst       Herausgeber: Lencker, Theodor; Eser, Albin; Stree,
                       Walter
                       27. Auflage
                       München 2006
                       (zit.: Schönke/Schröder/Bearbeiter oder Bearbeiter, in
                       Schönke/Schröder)
 Palandt, Otto         Beck’sche Kurzkommentare
                       Bürgerliches Gesetzbuch
                       Herausgeber: Bassenge, Peter; Brudermüller, Gerd;
                       Diederichsen, Uwe u.a.
                       69. Auflage
                       München 2010
                       (zit.: Bearbeiter, in Palandt oder Palandt-Bearbeiter)




Aufsätze:




                                                 Seite 5
Wie schreibe ich eigentlich eine juristische Hausarbeit?                             SS 2010
 Name des Verfassers              Titel des Aufsatzes
                                  Ausgeschriebener Name der Zeitschrift mit Jahrgang
                                  Anfangsseite sowie Endseite des Aufsatzes
                                  Zitierweise
 Beispiele:
 Drasdo, Michael                  Das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz
                                  In: Neue Juristische Wochenschrift 2010
                                  Seite: 1174 – 1179
                                  (zit.: Drasdo, NJW 2010)
 Dauner-Lieb, Barbara             Selbstvornahme im Kaufrecht?
 Dötsch, Wolfgang                 In: Zeitschrift für das gesamte Schuldrecht 2003
                                  Seite: 250 – 253
                                  (zit.: Dauner-Lieb/Dötsch, ZGS 2003)




Großkommentare:

 Name                      des Titel
 Großkommentars
                                  Herausgeber
                                  Band inklusive Titel des jeweiligen Bandes
                                  Auflage
                                  Erscheinungsort, Erscheinungsjahr (ggfs. für jeden
                                  Band getrennt)
                                  Zitierweise
 Beispiel:
 Münchener Kommentar              Zum Bürgerlichen Gesetzbuch
                                  Herausgeber: Säcker, Jürgen; Rixecker, Roland
                                  1. Band Allgemeiner Teil (§§ 1-240)
                                  5. Auflage
                                  München, 2006

                                  2. Band Schuldrecht Allgemeiner Teil (§§ 241-432)
                                  5. Auflage
                                  München, 2007

                                  (zit.: MüKo/Bearbeiter oder Bearbeiter, in MüKo)
 Staudinger                       Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch
                                  Buch 1 Allgemeiner Teil (§§ 134-163 BGB)
                                  13. Auflage
                                  München, 2003
                                  (zit.: Staudinger/Bearbeiter oder Bearbeiter,          in
                                  Staudinger)



Festschriftenbeiträge:




                                                 Seite 6
Wie schreibe ich eigentlich eine juristische Hausarbeit?                            SS 2010
 Verfassers des Beitrags          Titel des Beitrags
                                  Herausgeber
                                  Name der Festschrift
                                  Erscheinungsort, Erscheinungsjahr
                                  Anfangs- und Endseite des Beitrags
                                  Zitierweise
 Beispiel:
 Flume, Werner                    Gesellschaftsschuld und Haftungsverbindlichkeit des
                                  Gesellschafters bei der OHG
                                  Hrsg.: Werner Flume und Richardt Hamm
                                  In: Festschrift für Alexander Knur
                                  München 1972
                                  Seite: 125 - 143
                                  (zit.: Flume, in FS f. Knur)



Dissertationen:

 Verfasser                 der Titel der Dissertation
 Dissertation
                                  Dissertation, Erscheinungsort, Erscheinungsjahr
                                  Zitierweise
 Beispiel:
 Kubis, Dietmar                   Der Regress des Personenhandelsgesellschafters aus
                                  materiellrechtlicher und verfahrensrechtsrechtlicher
                                  Sicht
                                  Dissertation, Hamburg 1988
                                  (zit.: Kubis, der Regress des Personenhandels-
                                  gesellschafters)



Loseblattsammlungen:

 Name des Verfassers, Titel
 nicht des Bearbeiters
                        Loseblattsammlung
                        Stand
                        Erscheinungsort
                        Zitierweise
 Beispiel:
 Westermann, Harm Peter Handbuch der Personengesellschaften
                        Loseblattsammlung
                        Stand: September 2006
                        Köln
                        (zit.:  Westermann,   HB    der   Personenhandels-
                        gesellschaften)




                                                 Seite 7
Wie schreibe ich eigentlich eine juristische Hausarbeit?                         SS 2010


Urteilsanmerkungen:

 Name des Verfassers              Anmerkung zum Urteil des (Gericht, Datum, Az)
                                  Ausgeschriebener Name der Zeitschrift mit Jahrgang
                                  Anfangsseite sowie Endseite der Anmerkung
                                  Zitierweise
 Beispiel:
 Faust, Florian                   Anmerkung zum Urteil des BGH vom 27.3.2009 – V ZR
                                  30/08
                                  In: Juristische Schulung 2009
                                  Seite: 757 – 760
                                  (zit.: Faust, JuS 2009)




    IV. Gutachten:
    Wenn keine abweichenden Angaben des Dozenten vorliegen, wird das
    Gutachten in der Regel mit einen 1 ½ -zeiligen Abstand niedergeschrieben. Auf
    der linken Seite ist ein Korrekturrand von 7 cm einzuhalten. Auf der rechten Seite
    sollte grundsätzlich ein Rand von 1 cm eingehalten werden. Die Blätter werden
    einseitig beschreiben.




    V. Zitate:
    In wissenschaftlichen Arbeiten ist es wichtig, dass fremde Aussagen auch als
    fremd gekennzeichnet werden. Dadurch weiß der Korrektor, welche Gedanken
    und Ansichten der Urheber der Arbeit selbst entwickelt und welche er
    übernommen hat. Die nicht eigenständig entwickelten Aussagen müssen mit
    einer Fußnote kenntlich gemacht werden. Dabei ist es nicht unüblich, dass in
    juristischen Hausarbeiten viele Fußnoten zu finden sind. Es ist schließlich die
    Aufgabe des Studenten bereits vorhandene Literatur auszuwerten und auf den
    jeweiligen Sachverhalt anzuwenden. Das Rad muss also nicht neu erfunden
    werden!
    Was im Gesetz steht, wird nicht mit einer Fußnote gekennzeichnet. Bei Zitaten
    ist indirekte Rede zu verwenden. Direkte Rede ist nur erlaubt, wenn es gerade
    auf die spezielle Formulierung ankommt. Dies sollte jedoch einen absoluten
    Ausnahmefall bilden. Dabei sind wörtliche Zitate in Anführungszeichen zu
    setzen. Die grammatikalische Veränderung in wörtlichen Zitaten ist unzulässig.


                                                 Seite 8
Wie schreibe ich eigentlich eine juristische Hausarbeit?                                SS 2010


    Rechtschreibfehler und eine veraltete Orthographie werden unverändert
    wiedergegeben. Hinzufügungen, damit das Zitat beispielsweise in einen eigenen
    Satz passt, werden durch eckige Klammern [ ] kenntlich gemacht. Auslassungen
    in Zitaten werden durch runde klammern (…) ausgewiesen.
    Werden fremde Gedanken übernommen ohne sie kenntlich gemacht zu haben,
    gilt dies als eine Täuschung und kann dazu führen, dass die Arbeit mit 0 Punkten
    bewertet wird.
    Es dürfen keine „Fallzitate“ verwendet werden. In aller Regel hat der BGH nicht
    über A oder B des vorliegenden Sachverhalts entschieden. Der Text ist hier zu
    verändern oder in zwei Sätze aufzuspalten.




    VI. Fußnoten:
    Fußnoten beginnen mit einem Großbuchstaben und enden immer mit einem
    Punkt. Sie werden fortlaufend nummeriert.
    Treffen Fußnotenzeichen und Satzzeichen im Text aufeinander, so kann das
    Fußnotenzeichen nach dem Satzzeichen angegliedert werden, wenn sich das
    Zitat auf den gesamten Satz bezieht. Bezieht es sich lediglich auf das
    vorhergehende         Wort/die        vorhergehende    Wortgruppe,   so     steht     das
    Fußnotenzeichen           vor     dem       Satzzeichen   (Duden,    „Die     deutsche
    Rechtschreibung“, 24. Auflage, Mannheim u.a 2006, Seite 19).


        Beispiel: Ein Sachmangel ist die negative Abweichung der Ist-Beschaffenheit
        von der Soll-Beschaffenheit.1


    Nach anderer Übung wird die Fußnote vor das Satzzeichen geschrieben, wenn
    sich das Zitat auf den ganzen Satz bezieht. Nach dem Satzzeichen kommt die
    Fußnote, wenn sich das Zitat auf mehrere Sätze und damit auf den gesamten
    Absatz erstreckt.


        Beispiel: Ein Sachmangel ist die negative Abweichung der Ist-Beschaffenheit
        von der Soll-Beschaffenheit2.

1
      Berger, in Jauernig, § 434 Rn. 8.
2
      Berger, in Jauernig, § 434 Rn. 8.

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Wie schreibe ich eigentlich eine juristische Hausarbeit?                            SS 2010




    Beide Vorgehensweisen sind möglich. Man muss sich im Gutachten nur
    entscheiden und die gewählte Schreibweise einheitlich fortführen.
    Fußnoten haben nur eine Belegfunktion für den Haupttext. Weitergehende
    Erläuterungen sind Teil des Gutachtens und gehören daher in den Haupttext und
    nicht in die Fußnote.
    Zitiert man aus Lehrbüchern, Kommentaren, Dissertationen usw. können die Titel
    der     zitierten    Werke      zwecks       Platzersparnis   abgekürzt   werden.   Im
    Literaturverzeichnis wird unter der Zitierweise der in der Fußnote verwendete
    verkürzte Titel angegeben. Wird aus einem Aufsatz zitiert, wird in der Fußnote
    neben der Anfangsseite auch die Seite des entsprechenden Zitats aufgeführt.


          Beispiel: Dauner-Lieb/Dötsch, ZGS 2003, 250, 252.


    Da Urteile nicht in das Literaturverzeichnis aufgenommen werden, muss die
    Fußnote alle relevanten Informationen enthalten. Wird aus einem Urteil zitiert,
    gehört in die Fußnote daher mindestens der Name des Gerichts, die Fundstelle
    sowie die Anfangsseite des zitierten Urteils und die Seite, woher das Zitat
    stammt.


          Beispiel: BGH NJW 2005, 1348, 1351.


    Grundsätzlich ist die amtliche Sammlung zu zitieren (BGHZ, BVerfGE, BGHSt,
    BAGE, usw.). Nur wenn die Entscheidung dort nicht veröffentlicht wurde, kann
    aus einer Zeitschrift oder sonstigen Sammlung zitiert werden. Man erkennt
    grundsätzlich durch ein † in der Zeitschrift, ob das vorliegende Urteil auch in der
    amtlichen Sammlung veröffentlicht wurde bzw. bei Drucklegung der Zeitschrift
    veröffentlicht werden sollte.
    Bei Entscheidungen internationaler Gerichte oder solchen aus dem anglo-
    amerikanischen Raum werden zusätzlich die Parteien und die Fundstelle
    genannt.
    In der Fußnote werden zunächst Gerichtsentscheidungen nach ihrer Ranghöhe
    (bei Gleichartigkeit chronologisch) und danach Literaturfundstellen (Kommentare,
    Lehrbücher, Aufsätze) angegeben.


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    Viele Studenten neigen aus Zeitgründen und Faulheit zu Blindzitaten. Davor
    sollte man sich jedoch hüten, da sich auch in vielen Kommentaren, Aufsätzen
    etc. nicht selten Zitierfehler finden lassen.


    VII. Meinungsstreitigkeiten:
    In der Rechtswissenschaft ist es normal, dass es zu jedem Problem mehrere
    Meinungen und Lösungsvorschläge gibt. In einer Hausarbeit sollten aber nur die
    Meinungsstreitereien ausgeführt werden, die für die Falllösung erheblich sind.
    Im Gutachten können zunächst die unterschiedlichen Auffassungen dargestellt
    werden, bevor man die eigene Bewertung und den eigenen Lösungsweg
    vorstellt. Dabei ist zu beachten, dass unter jede Ansicht auch subsumiert werden
    muss, da sonst der Fallbezug fehlt. Bei der Begründung der eigenen Meinung
    reicht es, die Argumente der entsprechenden Meinungsvertreter heranzuziehen.
    Ein pauschaler Hinweis auf die h.M. ist allerdings nicht ausreichend. Achten Sie
    auf eine klare Trennung zwischen der Schilderung der vertretenen fremden
    Ansichten und Ihrer eigenen Meinung.


    VIII. Nützliche Tipps:
               Machen Sie sich von Beginn an einen flexiblen Zeitplan, an dem Sie
                sich    orientieren     können.       Dieser   kann   sich   im   Rahmen   der
                Ausarbeitung natürlich wieder ändern. Ein grober Zeitplan kann aber
                davor schützten, später in Zeitnot zu geraten.
               Vergessen Sie nicht, dass Sie eine wissenschaftliche Arbeit anfertigen
                und vermeiden Sie daher Umgangssprache. Drücken Sie sich deutlich
                aus und versuchen Sie lieber kurze für jeden verständliche Sätze zu
                formulieren.
               Schreiben Sie nicht in der ersten Person.
               Vermeiden Sie Füllwörter. Beliebte Füllwörter sind „allerdings“,
                „jedoch“ usw. Natürlich dürfen Sie diese Wörter in Ihrer Arbeit
                verwenden, achten Sie nur darauf, dass die Anwendung auch Sinn
                ergibt und die Wörter nicht in jedem zweiten Satz zu finden sind.
               Kopieren Sie bei der Literaturrecherche nicht nur die verwendeten
                Seiten, sondern auch die beiden Anfangsseiten. Auf diesen finden Sie




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                die     notwendigen         Informationen   für     die   Erstellung     des
                Literaturverzeichnisses.
               Um zu verhindern, dass zueinander gehörende Zeichen, wie ein
                zitierter Paragraph, durch Zeilenumbrüche getrennt werden, sollte das
                geschützte Leerzeichen verwendet werden:
                                        PC: Strg + Umschalt + Leertaste
                                        Mac: Ctrl + Shift + Space
               Bücher, die Sie im Hauptseminar nicht finden können, finden sich
                eventuell in der UB oder in einzelnen Instituten. Dies gilt insbesondere
                auch dann, sollte die entsprechende Abteilung im Hauptseminar
                gerade wegen Bauarbeiten geschlossen sein. Unter kug.ub.uni-
                koeln.de finden Sie heraus, welcher Lehrstuhl das gesuchte Buch in
                seiner Bibliothek stehen hat.
               Nutzen Sie auch die Internetrecherche bei Beck-online und Juris.
               Vergessen Sie nicht, Ihre Hausarbeit zu unterschreiben.
               Lassen Sie sich durch andere Studenten nicht beirren. Es gibt jedes
                Semester Kommilitonen, die schon nach zwei Tagen im Hauptseminar
                die vermeintliche Lösung unter den Mitschreibern publizieren. Diese ist
                aber meistens nur als Unterlage fürs Katzenklo zu gebrauchen.




            Viel Erfolg!!!




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