Beispiell�sung eines Textgebundenen Aufsatzes zum Text

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Beispiell�sung eines Textgebundenen Aufsatzes zum Text Powered By Docstoc
					Beispiellösung eines Textgebundenen Aufsatzes zum Text
„Warum Kinder zu Tätern werden“


Kurzgliederung
A. Einleitung – Informationen zu Autor und Text
B. Texterschließung der Reportage „Warum Kinder zu
   Tätern werden“ – Eigene Stellungnahme zum Textinhalt
      I. Texterschließung
           1. Zusammenfassung des Inhalts
           2. Begründung der Textsorte
           3. Beschreibung der äußeren Aufmachung
           4. Begründung der Verfasserabsicht und der Zielgruppe
           5. Untersuchung der sprachlichen Gestaltung

C. Schluss: Begründete Stellungnahme zum Textinhalt


A. Einleitung – Informationen zu Autor und Text
Immer wieder kommt es in Deutschland zu Straftaten, die von Kindern und Jugendlichen
begangen werden. Häufig kommen die Täter aber recht glimpflich davon. Von dieser
Thematik handelt auch der Text „Warum Kinder zu Tätern werden“ von Rainer Börnsen. Er
wurde in der Zeitschrift Brigitte im Jahr 1999 unter der Rubrik „Wochenreport“ veröffentlicht.
Die Reportage beschäftigt sich mit den Ursachen zunehmender Jugendkriminalität und setzt
sich mit der Frage auseinander, wie sich dagegen vorgehen lässt, ob zum Beispiel härtere
Strafmaßnahmen eine geeignete Möglichkeit zur Verbrechensvermeidung sein könnten.

B. Texterschließung der Reportage „Warum Kinder zu Tätern
werden“ – Eigene Stellungnahme zum Textinhalt

I. Texterschließung

1. Zusammenfassung des Inhalts

Zunächst wird am Beispiel des jugendlichen Wiederholungstäters Dennis gezeigt, dass die
Erlebnispädagogik als Mittel zur Bekämpfung der Jugendkriminalität in diesem Fall nur wenig
Erfolg hatte, weil sie von dem Jugendlichen kaum ernst genommen wurde. (Z.1 – 31)
Dieser Eindruck wird im weiteren Verlauf durch die Kritik eines Jugendrichters an der zu
halbherzigen Strafpraxis bestätigt. (Z. 32 – 47) Das anschließend aufgeführte Zahlenmaterial
zeigt zudem, dass die Jugendkriminalität in den letzten Jahren angestiegen ist und die Täter
dabei immer jünger wurden. (Z. 48 – 60) In einem nächsten Abschnitt folgen die
Standpunkte solcher Personen, die sich für härtere Strafmaßnahmen wie beispielsweise die
Herabsetzung der Strafmündigkeit von 14 auf 12 Jahre oder die Unterbringung in
geschlossenen Heimen einsetzen. Zur Sprache kommt beispielsweise der Vorsitzende der
Polizeigewerkschaft. (Z. 61 – 75) Als Gegenposition werden im Folgenden Meinungen
genannt, welche die Ursachen für die zunehmende Jugendkriminalität eher im familiären und
sozialen Umfeld der Jugendlichen und weniger in einer zu halbherzigen Justiz suchen.
Ebenso werden der Medienkonsum und die zunehmenden sozialen Gegensätze als weitere
Gründe aufgeführt. (Z. 76 – 110) Der Text endet schließlich mit der Forderung eines
Jugendpsychologen, dass die Erziehenden wieder zunehmend den Jugendlichen deutlicher
Grenzen als Orientierungshilfe aufzeigen sollten, um kriminelle Verhaltensweisen von Beginn
an zu unterbinden. (Z.111 – 131)
2. Begründung der Textsorte

Bei dem Text „Warum Kinder zu Tätern werden“ handelt es sich am ehesten um eine
Reportage. Dies erkennt man bereits daran, dass der Artikel unter der Rubrik
„Wochenreport“ erschien. Auch der Beginn des Textes ist typisch für eine Reportage.
Während zum Beispiel der Bericht meist damit anfängt, dass die wichtigsten Informationen
eines Ereignisses oder eines aktuellen Geschehens dargestellt werden, erfolgt die
Blickrichtung hier sofort auf die spektakuläre Verbrechensgeschichte eines Jugendlichen.
Auch der Sprachstil dieses ersten Abschnitts erinnert an eine Reportage, weil hier durch die
anschauliche und lebendige Schreibweise, zum Beispiel durch die vielen aneinander
gereihten kurzen Sätze, ein intensives Stimmungsbild vermittelt wird. Daneben liefert der
Text jedoch auch viele sachliche und objektive Informationen wie beispielsweise gegen Ende
des Artikels, wenn die Ursachen für die Jugendkriminalität erörtert werden.
Typisch für die Reportage ist ferner, dass verschiedene Standpunkte beleuchtet werden. So
kommen unterschiedliche Personen zur Sprache, die verschiedene Positionen vertreten.
Während zum Beispiel der Vertreter der Polizei eine Verschärfung der Strafgesetze fordert,
setzt der Psychologe ... eher am sozialen Umfeld und am Erziehungsstil der Eltern an.
Dass so viele unterschiedliche Positionen im Text auftreten, weist außerdem daraufhin hin,
dass der Verfasser persönlich recherchiert und mit den Betroffenen vor Ort gesprochen hat.
Dies ist ebenfalls typisch für die Reportage.

3. Beschreibung der äußeren Aufmachung

Der Text „Warum Kinder zu Tätern werden“ umfasst eine DinA4 – Seite, wobei die obere
Hälfte der Seite aus Abbildungen besteht. Der Text selbst ist zur besseren Übersicht in vier
Spalten eingeteilt. Links oben befindet sich in eine der Abbilungen eingerückt die
Rubrikangabe „Wochenreport“. In der Zeitschrift erscheinen also anscheinend regelmäßig
Reportagen an dieser Stelle. Die Überschrift bzw. Schlagzeile des Textes befindet sich etwa
in der Mitte und ist in zwei Zeilen gefasst, wobei der erste Teil der Überschrift, das Wort
„Jugendkriminalität“ in weiße Buchstaben auf dunklem Hintergrund gefasst ist, der restliche
Teil in fettgedruckten schwarzen Buchstaben. Die Überschrift fällt dem Leser schnell ins
Auge und weckt das Interesse. Unter der Schlagzeile befindet sich eine zweizeilige, etwas
weniger fett gedruckte Unterzeile, die wiederum in weißen Lettern auf dunklem Grund
erscheint. Sie enthält bereits Informationen, auf die im Text dann näher eingegangen wird.
Die drei Bilder auf der oberen Hälfte enthalten Motive, die dem Thema des Textes
entsprechen. Das größte der drei Bilder, das mehr als die linke Hälfte der Seite einnimmt,
zeigt eine Szene aus einem Jugendgerichtsverfahren. Die beiden kleineren Bilder auf der
rechten Seite stellen einmal einen gerade durch Jugendliche verübten Straßenraub dar, das
andere zeigt typische Waffen, die jugendliche Straftäter mit sich führen. Die Bilder tragen
dazu bei, das Thema „Jugendkriminnalität“ zu veranschaulichen und die Neugierde eventuell
auch von Jugendlichen anzuregen. Die dargestellten Szenen und Gegenstände werden
durch Bildüberschriften kommentiert. Auf der unteren Hälfte ist in den Text ein Schaubild
eingefügt, die durch die Auswertung von Zahlen zeigt, wie die Kinder- und Jugendkriminalität
in den letzten Jahren angestiegen ist. Die Darstellung stellt damit Aussagen, die auch im
Text genannt werden, optisch anschaulich dar.


4. Begründung der Verfasserabsicht und der Zielgruppe

Der Verfasser Rainer Börnsen verfolgt mit seinem Text vermutlich mehrere Absichten. So
will er einerseits den Leser über das Phänomen der Jugendkriminalität informieren, indem er
durch Statistiken und Zahlen belegt, dass die Jugendkriminalität in den letzten Jahren stetig
zunimmt. Außerdem liefert er dem Leser auch Informationen über Ursachen für die
Jugendkriminalität und über Mittel deren Bekämpfung.
Daneben möchte der Text aber sicherlich auch zum Nachdenken anregen, wie gegen
Jugendkriminalität wirkungsvoll vorgegangen werden kann. Dabei geht es dem Autor
offensichtlich darum, die Meinung des Lesers dahingehend zu beeinflussen, dass auch jener
härteren Strafmaßnahmen sowie der Herabsetzung der Strafmündigkeit auf 12 Jahre am
ehesten eine echte Wirkung zutraut. So überwiegen im Text zum Beispiel solche
Expertenäußerungen – zum Beispiel die eines Jugendrichters oder die des Vorsitzenden der
Polizeigewerkschaft -, die darauf hinweisen, dass den Jugendlichen schon früh deutlich
Grenzen gezeigt werden müssten. Maßnahmen wie die sogenannte Erlebnispädagogik
werden eher negativ dargestellt. Allerdings bemüht sich der Verfasser gleichzeitig um
Ausgewogenheit. Denn auch die Gegner von harten Strafen kommen zur Sprache und
sehen die Ursachen von Jugendkriminalität eher im sozialen Umfeld.
Der Text wendet sich im Wesentlichen an erwachsene Personen, wobei er wohl vor allem
das Interesse von Eltern anspricht, die selbst Kinder in diesem Alter haben. Dieser
Leserkreis lässt sich bereits an der Themenstellung ableiten, die sich wohl weniger an Kinder
und Jugendliche selbst wendet, sondern vor allem Eltern anspricht. Da der Text allerdings in
einer Unterhaltungszeitschrift erschienen ist, werden letztlich alle angesprochen, die sich für
soziale und gesellschaftliche Themenkreise interessieren. Bereits der Erscheinungsort wie
auch die eher einfache sprachliche Gestaltung lässt die Vermutung zu, dass ein möglichst
großer Kreis von Lesern angesprochen werden soll.
Auf die einzelnen Lesergruppen wirkt der Text sicherlich unterschiedlich. Diejenigen, die sich
selbst eher für härtere Strafmaßnahmen einsetzen, werden sich vor allem von den
Äußerungen der Experten bestätigt sehen, die eine härtere Gangart befürworten. Auch
bisher Unentschlossene könnten am Ende eher dazu neigen, diese Sichtweise zu
übernehmen, weil gerade das Beispiel „Dennis“ den Eindruck zulässt, dass alternative
Formen wie die Erlebnispädagogik tatsächlich nur wenig wirksam sind. Solche Leser, die
allerdings eher kritisch gegenüber härteren Strafen stehen, könnten den Text als zu einseitig
empfinden. Insbesondere wer selbst im Bereich der Erlebnispädagogik tätig ist, wird nur
bedingt zustimmen, dass jene Form der Bekämpfung von Jugendkriminalität nichts bringe.

				
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