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Der Karneval in der Stadt Bad Tennstedt

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									             SALZA
           Gymnasium
         Bad Langensalza




       Der Karneval
in der Stadt Bad Tennstedt




 Facharbeit, angefertigt im Rahmen des
Seminarfaches der gymnasialen Oberstufe




                  Von
     Marie Fuchs, Madeline Münch,
   Katharina Selzer, Katharina Nessel,
            Katharina Seipel




          Schuljahr 2005/2006
Inhaltsverzeichnis

Der Karneval in der Stadt Bad Tennstedt

Inhaltsverzeichnis

1      Einleitung                                             1

2      Definition Karneval                                    2

3      Die historische Entwicklung des Karnevals              3

3.1    Der Karneval in der Antike                             3

3.2    Der Karneval im Mittelalter und im deutschen Raum      4

3.3    Der Karneval in der Neuzeit                            6

3.4    Die Entstehung des Narren                              7

4      Der Karneval in der Stadt Bad Tennstedt                9

4.1    Die Entstehung des Tennstedter Karnevalvereins         9

4.2    Die Entwicklung des Vereins bis 1990                   9

4.3    Die Entwicklung des TKV e.V. bis zur Gegenwart         10

5      Präsentationen in den Karnevalveranstaltungen          14

5.1    Die Narrenzahl 11 und der Elferrat                     14

5.2    Die Bütt                                               17

5.3    Die Stimmungsmusik                                     20

5.4    Der Karnevalistische Tanz                              23

6      Das Tanzturnier im Unstrut-Hainich-Kreis von 2005      28

6.1    Die Organisation des Tanzturniers                      28

6.2    Die Verantwortlichen des 4. Unstrut-Hainich-Turniers   30

6.3    Der Ablauf und die Ergebnisse des Turniers 2005        33
7      Schlussbemerkung      37

Literaturverzeichnis         38

Anhang                       39

Eigenständigkeitserklärung   57
1. Einleitung
Das Thema Karneval in der Stadt Bad Tennstedt haben wir ausgewählt, weil zwei Mit-
glieder unserer Gruppe seit vielen Jahren aktiv im Karnevalverein Bad Tennstedt tätig
sind.
In unserer Arbeit wollen wir diese sinnvolle Freizeitgestaltung würdigen, da sie nicht
nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene aller Altersgruppen miteinander
verbindet.
Die Popularität des Faschings hat sich besonders in den letzten Jahren erhöht. Wir gin-
gen der Frage nach, welche Bedeutung der Karneval für die Stadt Bad Tennstedt hat.
Im Jahre 2003 konnten die Bad Tennstedter Karnevalisten mit Stolz auf ein 50-jähriges
Wirken zurückblicken. Wir untersuchten, wie sich der Karneval im Laufe der Zeit ent-
wickelt hat und wollen einen kurzen historischen Überblick der Entwicklung in anderen
Ländern geben.
Die Veranstaltungen und Aktivitäten des Tennstedter Karnevalvereins e.V. sind zu ei-
nem festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt Bad Tennstedt geworden und
haben auch darüber hinaus an regionaler Bedeutung gewonnen. Wir wollten in Erfah-
rung bringen, wer den Karneval ermöglicht und wodurch er unterstützt wird.
Ziel unserer Arbeit ist nicht nur die Würdigung der aktiven Mitglieder des Karnevals für
ihre Tätigkeit, sondern sie soll auch dazu beitragen, neue Freunde des Karnevals zu fin-
den und dafür zu begeistern.
Der Verein ist immer an Nachwuchs interessiert und freut sich über ein Publikum in
einem voll besetzten Saal.
Für die zukünftige Gestaltung des Karnevals wollten wir durch Umfragen herausfinden,
welche Einstellungen die Bürger zum Fasching in Bad Tennstedt haben und welche
Erwartungen sie daran knüpfen. Dies könnte eine Hilfe für den Verein sein, um das
Tennstedter Publikum auch weiterhin durch eine hohe Qualität des Karnevals am kultu-
rellen Leben der Stadt zu beteiligen.
Das über die Grenzen von Bad Tennstedt hinaus bekannte Unstrut-Hainich-Tanzturnier
haben wir in unserer Arbeit als ein Beispiel für die zunehmende regionale Bedeutung
des Faschingslebens ausgewählt. Daran lässt sich erkennen, dass sich neue Traditionen
des Karnevals, dank der Kreativität und des Engagements von aktiven Mitgliedern des
Vereins, auch in der heutigen Zeit entwickeln können.
Für die Beantwortung von Fragen und zur Klärung von Problemen verwendeten wir
neben Umfragen auch Arbeitsmethoden wie Tabellen, Diagramme, Interviews und
Mind Maps.




                                           1
2. Definition Karneval
Der Begriff Karneval, der seit dem 17. Jahrhundert belegt ist, lässt sich von dem lateini-
schen Wort „carnevale“ ableiten – das bedeutet: „Fleisch lebe wohl“. Dies bezieht sich
auf die ursprünglich vierzigtägige kirchliche Fastenzeit vom Aschermittwoch bis zum
Osterfest. Allgemein bezeichnet das Wort Karneval die vielen verschiedenen Feierlich-
keiten, die vor dieser österlichen Fastenzeit stattfinden. Im Karneval wird dem grauen
Alltag Farbe verliehen. Kinder und Erwachsene verkleiden sich, gehen zu Karnevalum-
zügen oder Kostümfesten und denken so wenig wie möglich an ihren meist grauen All-
tag. Karneval bezeichnet demnach die Zeit der Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und über-
schäumenden Lebensfreude vor Beginn der österlichen Fastenzeit. Dieses Fest zu feiern,
bedeutete vor allem im Mittelalter, es sich vor der Fastenzeit, in der man auf viele Ge-
nüsse (z.B. Fleisch zu essen) verzichten soll, noch einmal richtig gut gehen zu lassen.
Jedoch gibt es heute nur noch wenige Menschen, die während dieser Zeit auf bestimmte
Nahrungs- und Genussmittel verzichten. Viele Menschen fasten heute nur am Ascher-
mittwoch und Karfreitag.




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3. Die historische Entwicklung des Karnevals

3.1 Der Karneval in der Antike

Die Anfänge des Karnevals liegen in Mesopotamien vor ca. 5000 Jahren. Eine altbaby-
lonische Inschrift aus dem 3.Jahrhundert vor Christus gibt Auskunft darüber, dass unter
dem Priesterkönig Gudea ein 7-tägiges Fest nach Neujahr als symbolische Hochzeit
eines Gottes gefeiert wurde. Die Inschrift besagt: „Kein Getreide wird an diesen Tagen
gemahlen. Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt und der Sklave an die Herren Seite.
Der Mächtige und der Niedere sind gleichgeachtet.“1
Hier wird zum ersten Mal das Gleichheitsprinzip bei ausgelassenen Festen praktiziert
und es ist bis heute ein charakteristisches Merkmal des Karnevals.
In allen Kulturen des Mittelmeerraumes lassen sich ähnliche Feste nachweisen. Sie
standen meist mit dem Erwachen der Natur im Frühling im Zusammenhang.
In Ägypten feierte man das ausgelassene Fest zu Ehren der Göttin Isis2 und in Griechen-
land wurde es für den Gott Dionysos3 veranstaltet.
Die Römer feierten die Saturnalien4 für ihren Gott Saturn. Das Fest war verbunden mit
einem öffentlichen Gesang, an dem Menschen aus allen Gesellschaftsschichten teilneh-
men konnten. Sogar Hinrichtungen wurden während dieser Zeit ausgesetzt. Sklaven und
Herren tauschten zeitweise die Rollen, feierten und saßen gemeinsam myrtenbekränzt
am Tisch. Sie tranken und aßen nach Herzenslust, konnten jedes freie Wort wagen und
überschütteten sich mit kleinen Rosen. Die Rosen könnten möglicherweise auf das heu-
te bekannte Konfetti hinweisen.
Die Römer veranstalteten auch schon farbenprächtige Umzüge mit geschmückten
Schiffswagen. Diese Frühlingsfeste wurden von den Römern auch im Rheinland ab-
gehalten, um das Stapellassen neuer Schiffe zu feiern.
In der heutigen Forschung werden Termine, wie die Saturnalien als Ursprung des Fast-
nachtsbrauchtums stark angezweifelt. Aber in vielen Masken, Figuren und Bräuchen
scheinen sich doch vorchristliche Riten z.B. die der Kelten erhalten zu haben. Sie bein-
halten den Wechsel vom kalten Winterhalbjahr in das warme fruchtbare Sommerhalb-
jahr. Den Winter versuchte man zu vertreiben indem man sich in Geister, Kobolde und
unheimliche Gestalten aus der Natur verkleidete und mit Holzklötzern wild um sich
schlug oder mit Rasseln einen Höllenlärm machte.
In neueren Forschungen wird jedoch bezweifelt, dass die vorchristlichen germanischen
Bräuche der Winteraustreibung in einer direkten Verbindung zu den Karnevalbräuchen
stehen, obwohl die alemannische Fastnacht und einige Bräuche des rheinischen Karne-
vals daran erinnern.
Theorien der Überlieferung germanischer Bräuche hatten besonders während der Zeit
des Nationalsozialismus Bedeutung und werden von einigen Wissenschaftlern auch
heute noch nicht vollständig ausgeschlossen. Trotzdem ist davon auszugehen, dass über
mehrere Jahrhunderte keine der fastnachtsähnlichen Feste stattfanden, sondern diese erst
im hohen und späten Mittelalter mit der Fastnachtszeit entstanden.
Einig sind sich die Forscher allerdings darin, dass große Feste, wie die des Karnevals,
mit dem Zyklus der Natur zusammenhängen.


1
  Quelle: www.wikipedia.de
2
  Isis, o. Iset: ägypt. “Sitz, Thron”, Göttin der Toten
3
  Dionysos: Gestalt aus der griechischen Sagenwelt, Gott des Weines
4
  Saturnalien: römisches Fest zu Ehren des Gottes Saturn, Gott des Ackerbaus, fand alljährlich Mitte/Ende Dezember statt



                                                                3
3.2 Der Karneval im Mittelalter und im deutschen Raum

Im mittelalterlichen Europa feierte man „Narrenfeste“ vom 12. Jahrhundert bis zum
Ende des 16. Jahrhunderts um den Dreikönigstag (6. Januar). Die unteren Kleriker
übernahmen dabei vorübergehend Rang und Privilegien der höheren Geistlichkeit.
Kirchliche Rituale wurden parodiert. Am 28. Dezember, am „Tag der unschuldigen
Kinder“5, wurde oftmals ein Kinderbischof gekürt. In Gestalt von Prozessionen wurden
auch die Bewohner der Städte am Fest beteiligt. Während der eigentlichen Karnevaltage
waren Narren oder Eselswesen weit verbreitet.
Ende des 15. Anfang des 16. Jahrhunderts trat eine Veränderung der theologischen Be-
wertung der Fastnacht ein. Grundlage hierfür war die „Zwei - Staaten - Theorie“ des
Kirchenlehrers Augustinus6.
Die Fastnacht steht für den Staat des Teufels. Mit dem Aschermittwoch beginnt die
Herrschaft des Gottesstaates, der über den Teufelsstaat siegreich bleibt. Deshalb wurde
die oftmals ausartende Fastnacht von der Kirche als lehrhaftes Beispiel geduldet, um zu
zeigen, dass der Staat des Teufels wie auch der Mensch vergänglich ist und am Ende
Gott siegreich bleibt. Am Aschermittwoch musste daher die Fastnacht enden, um eine
unausweichliche Umkehr zu Gott zu verdeutlichen. Während die Kirche bei gottesläs-
ternden Szenen während der Fastnacht untätig blieb, wurde ein Weiterfeiern der Fast-
nacht in den Aschermittwoch hinein, streng verfolgt.
Die „Zwei - Staaten - Theorie“ hatte natürlich Auswirkungen auf das Erscheinungsbild
der Fastnacht. Die bisher eher beliebige Art der Kostümierung und Maskierung tendier-
te nun sehr stark zur Darstellung von Negativgestalten. Das Auftreten mit Teufelsmas-
ken und Fratzen entsprach dem kirchlichen Verständnis der Fastnacht als Demonstra-
tion einer verkehrten, unheilvollen und gottfernen Welt.
Im Mittelalter stellte die Fastenzeit einen radikalen Einschnitt im Verlauf des Jahres dar.
Nicht nur der Verzehr von Fleisch, sondern auch der Genuss tierischer Produkte, wie
Butter, Milch, Käse, Schmalz, Eier und Fett war streng verboten. Zur Folge hatte dies,
dass in den Tagen vor der Fastenzeit nochmals geschlachtet und Fleisch in größeren
Mengen konsumiert wurde. Das geschah meist im Rahmen großer öffentlicher Gelage.
Darüber hinaus war es notwendig, verderbliche Vorräte noch zu verwerten. So entstan-
den z.B. die in Schmalz gebackenen, eierhaltigen Fastnachtsküchlein oder Fastnachts-
krapfen, die heute noch sehr beliebt sind.
Diese Bräuche, bezogen auf das gemeinsame Essen und Trinken, entwickelten sich da-
her aus ökonomischen Gründen.
Neben dem Verzicht auf Fleisch und tierischer Nahrung gehörte zur Fastenzeit auch das
Gebot sexueller Enthaltsamkeit. Junge Paare legten daher ihre Hochzeitsnacht gerne in
die Fastnacht und so etablierte sich der Tag vor Aschermittwoch als ein beliebter Hoch-
zeitstermin.
Aus dem gleichen Grund fanden unmittelbar vor der Fastenzeit auch Tanzveranstaltun-
gen statt, bei denen es nicht immer prüde zuging. Musik und Tanz wurden so zu einem
wesentlichen Element der Fastnachtstage.
Insbesondere im ausgehenden 14. und 15. Jahrhundert wurde die Fastnacht im deut-
schen Raum nachweislich gefeiert. Die älteste schriftliche Quelle über die Feier des
Fastabends in Köln stammt aus dem Jahre 1341.


5
  28. Dezember, „Tag der unschuldigen Kinder“: kirchlicher Gedenktag für die vielen unschuldig gestorbenen Kinder, da König
Herodes den Kindermord befahl um Christus zu töten.
6
  Augustinus (354 - 430): katholischer Heiliger mit dem Beinamen „Kirchenvater“ und „Kämpfer gegen Irrlehren“




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Außerdem kamen Spiel- und Schaubräuche als neue Elemente der Fastnacht hinzu, die
vor allem von Handwerksgesellen getragen wurden. Sie reichten von ernsthaften Wett-
kämpfen und komischen Turnieren über demonstrative Vorführungen, wie Pflug- oder
Eggenziehen und Lärmorgien bis zu städtischen Umzügen und Theateraufführungen in
späteren Zeiten. Dabei traten seit Beginn des 15. Jahrhunderts die Akteure zunehmend
verkleidet und maskiert auf.
Die weltliche und geistliche Obrigkeit begegnete dem Fastnachtstreiben am Vorabend
zur Fastenzeit weitgehend mit Toleranz.

Die heutige Form des Karnevals entwickelte sich im 15. Jahrhundert in Europa zunächst
in Florenz, dann in Rom und Venedig und kam von dort in der zweiten Hälfte des
17. Jahrhunderts auch nach Deutschland. Hier wird er heute fast überall gefeiert, jedoch
finden in den rheinländischen Städten Köln, Mainz und Düsseldorf, den sogenannten
Karnevalhochburgen, die größten Veranstaltungen statt. Die Gebräuche in den einzel-
nen Regionen heben sich deutlich voneinander ab. In Gebieten wie Köln gehört Karne-
val zur Geschichte der Stadt und ist eines der traditionellsten Feste des Jahres. In süd-
deutschen Städten wie München gehört er ebenfalls zur lokalen Tradition, wird aber
eher privat als öffentlich gefeiert. In anderen Städten, wie z. B. Berlin, wird Karneval
zwar inzwischen auch gefeiert, hat jedoch keine echte Tradition.
In den verschiedenen Regionen gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für den Karne-
val. In Köln sagt man Fastelovend und in Mainz Fassenacht. In Schwaben benutzt man
Fasnet oder Fasent und vor allem in Bayern ist die Bezeichnung Fasching verbreitet, die
sich von der mittelhochdeutschen Zusammensetzung „vast-schanc“ ableitet, womit der
Ausschank verderblicher Speisen vor der Fastenzeit gemeint ist.
Auch der Beginn der Karnevalzeit variiert von Region zu Region.
Der schwäbisch-alemannischen Tradition zufolge beginnt der Karneval am 6. Januar,
dem Dreikönigstag. Doch in den meisten Gebieten wird der Karneval traditionell am
11. November um 11.11 Uhr eröffnet. Da sich die Karnevalzeit über mehrere Monate
erstreckt, nennt man sie oft auch die „fünfte Jahreszeit“. Dann folgen bis zur Weiber-
fastnacht Karnevalsitzungen mit den bekannten „Bütt-Reden“. Mit der Weiberfastnacht
beginnen am Donnerstag, in der Woche vor Aschermittwoch, die sogenannten „tollen
Tage“. Die wichtigsten Tage des Karnevals sind Weiberfastnacht und Rosenmontag.
Die Daten, an denen sie gefeiert werden, sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich, da ihre
Festlegung von Ostern, einem beweglichen Fest des Kirchenjahres, abhängig ist.
Ostern ist immer am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. Dieser Frühjahrs-
mond kann aber - je nach Mondphase - auf ganz unterschiedliche Termine fallen. Des-
halb sind sowohl Aschermittwoch als auch Ostern nie an ein bestimmtes Datum gebun-
den, sondern variabel. Fest steht nur, dass Ostern immer in der Zeit zwischen dem 22.
März und dem 25. April ist und sechs Wochen vorher endet die Karnevalzeit.
Die Weiberfastnacht gehört den Frauen. Ein gängiges Ritual besteht darin, den Männern
die Krawatten abzuschneiden.
Der Rosenmontag am Montag vor dem Faschingsdienstag ist der Höhepunkt des Karne-
vals. Der Begriff geht wahrscheinlich auf den westmitteldeutschen Ausdruck „rosen“
zurück, was soviel bedeutet wie rasen oder toben. An diesem Tag werden große Karne-
valumzüge veranstaltet. Die größten und bekanntesten Züge Deutschlands finden heute
in Köln, Düsseldorf und Mainz statt. Die Umzüge bestehen aus großen bunten dekorier-
ten Karnevalwagen von denen Bonbons und Schokolade in die Menge geworfen wer-
den. Hier lässt sich eine zweite Erklärung für den Begriff Karneval aus vorchristlicher
Zeit finden, denn das lateinische „carrus navalis“ bezeichnet einen „Schiffskarren“, der
bei feierlichen Umzügen mitgeführt wurde. Der Sage nach bewegten sich die Göttinnen


                                           5
des Frühlings und der Fruchtbarkeit mit dem Schiffskarren fort. Diese Erklärung aus der
frühen Menschheitsgeschichte erinnert auch an die germanischen Bräuche der Winter-
austreibung. Die Menschen dieser Zeit verbanden den Winter mit bösen Geistern und
Dämonen. Mit furchterregenden Masken und viel Lärm sollte der Kampf des Frühlings
gegen den Winter versinnbildlicht werden. Damals hatten die Jahreszeiten bzw. deren
Wechsel eine viel größere Bedeutung für die Menschen als heute, da ihr Lebensunter-
halt wesentlich vom Wetter abhing.
Das „Narrenschiff“ wurde nach der Veröffentlichung des gleichnamigen Romans von
Sebastian Brant 1494 zur bekannten Metapher für menschliche Schwäche und Laster.
Es steht für eine Gesellschaft, die nur auf ihr eigenes Wohlergehen bedacht ist und geis-
tige Anstrengung ablehnt. Auf diese Art wird der Karneval als ein Ausnahmezustand
der Freude bringt und Verrücktes zulässt verstanden. Noch heute stellen Karnevalwagen
oft die Form von Schiffen dar.
Im Verlaufe der Jahrhunderte entwickelte sich ein vielschichtiges Brauchtum.
Die meisten Menschen feiern heute in irgendeiner Form, in der Schule, an Arbeitsplät-
zen, in Vereinen und Verbänden oder zu Hause. Dabei ist das Wichtigste, dass der nor-
male Alltag auf den Kopf gestellt wird, die gewohnte Ordnung außer Kraft tritt und im
Gewand des Narren verspottet wird. Beispiele dafür sind die Etablierung einer „Gegen-
regierung“ (Elferrat) oder die Übergabe des Rathausschlüssels an die Narren.
Jeder kann sich verkleiden wie er möchte, darf die üblichen Regeln und Konventionen
außer Acht lassen und sich nach Herzenslust amüsieren. Zu Zeiten politischer Unter-
drückung bot der Karneval mitunter die einzige Möglichkeit, an den Mächtigen Kritik
zu üben, ohne dafür bestraft zu werden. Da es im Karneval üblich ist, gegen Konventio-
nen und Regeln zu verstoßen, war es schwer jemanden nachzuweisen, dass das was er
gesagt oder getan hatte, nicht nur ein Spaß gewesen war. Zum Ende der Karnevalwoche,
am Karnevaldienstag, steht in einigen Regionen traditionell die Verbrennung einer
Strohpuppe, die sogenannte „Nubbelverbrennung“. Hierbei werden alle begangenen
Sünden während der „tollen Tage“ verbrannt und die Narren sind wieder von allen Sün-
den befreit.


3.3 Der Karneval in der Neuzeit

Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Fastnacht in den protestantischen Gegenden
Deutschlands durch Reformation, Aufklärung und Pietismus7 eingedämmt. Doch in
Südwestdeutschland und anderen katholischen Gebieten fanden weiterhin Fastnachts-
veranstaltungen statt.
In anderen Teilen Europas, wie z.B. in der Schweiz, feierte die Stadt Basel trotz des seit
Jahrhunderten vorherrschenden Protestantismus eine relativ alte, traditionelle Fastnacht.
In der Zeit des Barocks und des Rokokos wurden vor allem an den Fürstenhöfen und
auf Schlössern rauschende Karnevalfeste gefeiert. Diese lehnten sich stark an die italie-
nische „Commedia dell’Arte“8 an.
In Städten richteten die Handwerkszünfte, insbesondere die jungen Gesellen, die Fast-
nacht aus.
Seit 1700 kamen auch Einflüsse aus Italien dazu, die sich in öffentlichen Feiern mit
Tanz, Umzügen und mannigfachen Formen der Verkleidung zeigten.
Bis zur Zeit der Französischen Revolution wurden vom Rheinland bis zum Bodensee
alte Bräuche der Fastnacht zelebriert.
7
    Pietismus: Bewegung des dt. Protestantismus im 17./18. Jh. zur Erneuerung der Kirche
8
    Commedia dell’ Arte: ital. Variante des Schauspiels aus dem 16 Jahrhundert, Stegreifkomödie mit klassischen Masken



                                                                 6
Mit der Aufklärung vermehrten sich die Versuche, dem derben Treiben ein Ende zu
setzen. So kam die Fastnacht um 1800 vielerorts zum Erliegen.
Im frühen 19. Jahrhundert übernahm das Bürgertum, insbesondere im rheinischen Raum
den Versuch, das alte Brauchtum im Zuge der Romantik mit Verfeinerungen neu zu
beleben, weil die Zünfte in den Spätfolgen der Französischen Revolution und dem Ein-
marsch französischer Truppen unter Napoleon an Bedeutung verloren bzw. aufgelöst
wurden. So wurde 1823 eine neue Art der Straßenfastnacht in Köln eingeführt.
In anderen Gebieten, vor allem in Österreich, der Schweiz, Baden-Württemberg und
Bayern hielten sich die älteren Formen der Fastnacht. Besonders in Baden-Württemberg
wird heute noch zwischen Karneval und schwäbisch - alemannischer Fastnacht unter-
schieden.
In Thüringen ist der Wasunger Karneval besonders bekannt und hat eine lange Ge-
schichte. Er wurde erstmals 1524 erwähnt und im Jahre 2005 hatte der traditionelle
Karnevalumzug das Motto „470 Joar, mie sen ümmer noch doa“.
In anderen Ländern Europas konnten sich der Fasching und der Karneval kaum etab-
lieren.
So gerieten in England aufgrund von Revolutionen viele Bräuche in Vergessenheit.
Auch in den USA ist der Karneval nicht sehr verbreitet.
In Italien fanden schon sehr frühzeitig fastnächtliche Festformen im klerikalen Rom
statt. Der historische Karneval in Venedig verschwand 1797, als es seine Unabhängig-
keit an Österreich verlor. Die heutigen Karnevalveranstaltungen gehen auf eine Initia-
tive des Fremdenverkehrsamtes in den siebziger Jahren zurück.
Die Portugiesen brachten den Karneval um 1723 nach Brasilien. Der erste Karnevalball
fand 1840 in Rio de Janeiro statt. Um 1855 bildeten sich die ersten Karnevalclubs, die
sich nach sozialen Gruppen und bürgerlichen Bewegungen richteten. Seit dieser Zeit
haben sich schon sehr viele Sambaschulen, wie sie heute genannt werden, gebildet.
Große Sambaschulen führen als Höhepunkt der Karnevalveranstaltungen in Rio de Ja-
neiro und Sâo Paulo Wettbewerbe durch. In anderen Gegenden werden beim Straßen-
karneval auch die Zuschauer zum Tanzen verführt. Diese Form des Faschings wird heu-
te von Millionen Menschen in Brasilien und auch weltweit bewundert.


3.4 Die Entstehung des Narren

Im Laufe der Zeitgeschichte des Karnevals entstand auch die Fastnachtsfigur des Nar-
ren, die zunehmend zum Repräsentanten der Fastnacht schlechthin wurde. Der Begriff
„Narr“ stammt aus dem Althochdeutschen „narro“, das heißt: „durch Unvernunft auffal-
lender Mensch“.
Die Figur des Narren wird heute gleichgesetzt mit der eines lustigen Menschen, eines
Possenreißers oder Spaßmachers. Die Bedeutung war jedoch ursprünglich weiter ge-
fasst. Der religiösen Überlieferung nach ist er der Dummkopf, der die Existenz Gottes
leugnet. Mit dem Narren verband man Dummheit, intellektuelle Beschränktheit, Geis-
tesblindheit oder sogar Geisteskrankheit. Weiterhin ging mit dem Begriff Narr auch
stets der Aspekt der Bösartigkeit, des Gefährlichen, sowie der Erbsünde einher.
Somit war der Narr im ursprünglichen Sinn der Inbegriff einer verkehrten, heillosen
Welt. Er hatte nur wenig mit dem zu tun, was man heute als Karnevalsnarr bezeichnet.
Schon aus römischen Zeiten gibt es Überlieferungen von diesen „Lustigmachern“. Aber
erst nach den Kreuzzügen, etwa seit dem 15. Jahrhundert, gehörten die Narren auch zum
vollständigen Hofstaat europäischer Fürstenhöfe. An französischen Höfen waren es vor
allem geistreiche Erzähler und talentierte Unterhalter.


                                          7
Man teilte die Zunft der Spaßmacher in natürliche und künstliche Narren. Während zu
Ersteren schwachsinnige, geistesgestörte und oft auch körperlich entstellte Menschen
gemacht wurden, brillierten die künstlichen Narren mit Gewandtheit und Klugheit, mit
Charme und Mutterwitz.
Späße über allerlei Personen am Hofe waren ausdrücklich erwünscht, die Narren selbst
wurden natürlich wiederum Zielscheibe von deren Spott. Aus heutiger Sicht eine gute
Lösung für gruppendynamische Prozesse. Jeder darf die Schwächen, die er bei sich
selbst nicht wahrhaben will, auf einen anderen übertragen. Für menschliche Gemein-
schaften ein Stabilitätsfaktor.
Das Narrenkleid war meist eselsgrau (der Esel galt im Mittelalter als Inbegriff von Lä-
cherlichkeit, Hässlichkeit und Dummheit). Eine kugel- oder turbanförmige Narrenkappe
bedeckte das Haupt des Narren. Zur besseren Identifikation gegenüber einzelner Berufs-
stände setzte man ihr schon bald Eselsohren an und einige Zeit später zog sich ein roter
Hahnenkamm von der Stirn zum Nacken. Den Hals umschloss ein breiter Kragen, und
standesgemäß waren natürlich die Schellen, die es allerdings später nur noch für privi-
legierte Narren gab.
Die Verkleidung der mittelalterlichen Narren versinnbildlicht übrigens nach damaliger
Auffassung die Abkehr von Gott und die Fixiertheit auf das „eigene Ich“. Sehr deutlich
wird dies bei den Dingen, die die Narren bei sich tragen. Das älteste Markenzeichen ist
die aufrecht in der Hand getragene Keule zur menschenköpfigen „Marotte“, eines ihrer
Enden zierte ein Narrenkopf mit herausgestreckter Zunge. Ein weiteres wichtiges Sym-
bol ist der Spiegel, der für Selbstliebe, Verblendung und Überheblichkeit steht.




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4. Der Karneval in der Stadt Bad Tennstedt

4.1 Die Entstehung des Tennstedter Karnevalvereins

Im Jahre 2003 feierte der Karnevalverein in Bad Tennstedt sein 50-jähriges Jubiläum,
da seit 1953 regelmäßig Karnevalveranstaltungen stattfanden.
Doch die Spuren des Karnevals lassen sich bis in das Jahr 1908 zurückverfolgen.
Am 5. März erschien in jenem Jahr die erste Narrenzeitung mit der Überschrift „Humo-
ristisch - Satyrisch - Karnevalistische Narren - Zeitung“. Sie beinhaltete humoristische
Artikel über Bürger der Stadt, sowie Lieder, Witze und Reime.
In den nachfolgenden Jahrzehnten gab es viele unregelmäßige Veranstaltungen zur Kar-
nevalzeit, wie z.B. Maskenbälle, Kappenbälle und ein buntes Faschingstreiben. Diese
Veranstaltungen waren noch an keinen Verein gebunden.
Erst seit 1953 gelang es, die karnevalistischen Aktivitäten mit der Gründung eines Ver-
eins zu unterstützen, der damals noch kein eigenständiger Karnevalverein war sondern
der Bad Tennstedter Sportverein.
Maßgeblichen Einfluss nahm Max Blumeroth, ein Zahnarzt aus dem Rheinland, der
auch Vorsitzender des Sportvereins war.
Er gab in der schwierigen Nachkriegszeit den Anstoß für ein fröhliches Faschingsleben,
und es gelang ihm mit Gleichgesinnten, den Auftakt für den Karneval in Bad Tennstedt
zu vollziehen. Der mündlichen Überlieferung nach, überzeugte er Helmut Krähmer
während einer schmerzhaften Zahnbehandlung davon, das Amt des Sitzungspräsidenten
zu übernehmen. Dem auf den „Zahn gefühlten“ H. Krähmer blieb nichts anderes übrig
als schnell zuzustimmen, da er hoffte, der Zahnarzt würde dem schmerzhaften Bohren
dann ein Ende setzen.
Nun fanden sich schnell einige Bürger von Bad Tennstedt zu einem Elferrat zusammen.
Der erste Elferrat unter Vorsitz des Präsidenten H. Krähmer bestand u.a. aus Karl Ben-
kenstein, Bruno Wodarz, Hans Bertuch, Bruno Mühler, Max Blumeroth, Dr. Konrad
Hofmann, Werner Zierdt und Helmut Brock.
Die erste Veranstaltung fand im Saal des „Mohren“ statt.
Bei dieser Karnevalveranstaltung agierten Edith Bunzel und Ellen Müller als die ersten
Pagen.
Zum ersten Prinzenpaar wurden Eckard Meisel und Inge Bronold gekrönt.
Mit relativ geringen Mitteln, aber mit großem Engagement und Unterstützung interes-
sierter Bürger von Bad Tennstedt wurden die ersten Veranstaltungen durchgeführt.
Da dieser Verein durch die politische Situation in der DDR noch nicht als eigenständi-
ger Verein galt, lief er unter der Leitung des Sportvereins „BSG Traktor Bad Tennstedt,
Sektion Karneval“.


4.2 Die Entwicklung des Vereins bis 1990

Bedingt durch die politische Entwicklung in der DDR und ihrer von der SED geleiteten
Kulturpolitik versuchte man den Karneval immer wieder einzuschränken oder seine
Aktivitäten zu unterbinden, da Spott und Hohn für bestehende sozialistische Verhältnis-
se nicht erwünscht waren.
Mutige Elferratsmitglieder führten die Tradition des Karnevals in Bad Tennstedt weiter,
obwohl es in der DDR - Geschichte mehrere kultur-politische Klimawechsel gab.



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In der Innenpolitik war die SED-Führung zu keinen Reformen bereit. Wer mit seiner
Kritik den Sozialismus in der DDR verbessern wollte, musste mit politischer Verfol-
gung rechnen. Es war eine ständige Gratwanderung, wenn Widersprüche zwischen der
sozialistischen Idee und der DDR - Wirklichkeit aufgegriffen wurden, denn das Land
war mit offiziellen und inoffiziellen Mitarbeitern der Staatssicherheit überzogen.
So gehörte viel Mut dazu, von den bei der Abteilung Kultur des Rates des Kreises ge-
nehmigten Programmen abzuweichen und ganz andere Reden in den Karnevalveranstal-
tungen vorzutragen. Dank der Bemühungen der Karnevalisten und des Vorstandes des
Sportvereins BSG „Traktor“ Bad Tennstedt gelang es, trotz „staatlicher Gängelei und
Zensur“ das fröhliche Faschingsleben zu erhalten und inhaltlich zu gestalten.
Die Organisationsform des Karnevalvereins unter dem Dach des Sportvereins war zwar
ungewöhnlich aber bis 1990 sehr beständig.
Die Sitzungspräsidenten von 1953 bis 1994 waren Helmut Krähmer, Dr. Hans Bierbach,
Karl-Heinz Witzel, Hans Galeja, H. Neumann, Heinz Zierold, Dieter Weimann, Maritta
Rimbach und Wolfgang Zilling.
Unter der Regentschaft von Heinz Zierold gab es auch schon Tanzgarden und Tanzma-
riechen. Bettina Brand, die Geschwister Weber, die Müller-Zwillinge, Susanne Büchner
und Nancy Werneburg waren mit dabei. Die Leitung hatte Jutta Brauer bis 1978. Da-
nach übernahm Gabi Buchler bis zum heutigen Zeitpunkt diese Aufgabe.
Ein besonderer Höhepunkt war im Jahr 1983 das Jubiläum „30 Jahre Karneval in Bad
Tennstedt“. Erstmalig gelang es unter Leitung des Präsidenten Wolfgang Zilling eine
vom Rat des Kreises genehmigte Jubiläums - Festschrift herauszugeben.
Nachdem 1984 das damalige „Volkshaus“ von der Bauaufsicht gesperrt wurde, suchten
die Verantwortlichen des TKV nach einer Möglichkeit die Veranstaltungen weiterzu-
führen. Mit Pferd und Wagen, Musik und Gesang zog der Elferrat ins Restaurant
„Waldschlößchen“. Dies war gleichzeitig die Geburtsstunde des Rosenmontagsumzuges
in der Kurstadt.
Der Bad Tennstedter Rosenmontagsumzug war bis 1997 der einzige im Altkreis Bad
Langensalza. Der Umzug nahm jährlich immer mehr an Umfang zu, da sich auch die
umliegenden Gemeinden daran beteiligten. Eine besondere Steigerung der Rosenmon-
tagsumzüge auch in vielen anderen Gegenden Thüringens fand nach der politischen
Wende in der DDR statt.
Ein weiterer Höhepunkt des Faschingslebens war im Jahre 1986. Auf Initiative des Ar-
beitskreises Karnevalistik und der Abteilung Kultur kam es zum 1. Kreistreffen der
Karnevalclubs des Kreises in Bad Langensalza. Diesem Treffen zum Erfahrungsaus-
tausch folgten noch weitere in Bad Tennstedt (1987), in Sundhausen (1988) und Beh-
ringen (1989). Dabei wurde der TKV für die gute Qualität seiner Programme mit einer
Einstufung in die Leistungsklasse „Oberstufe“ gewürdigt.
Im Jahre 1988 feierte der Verein „35 Jahre Karneval in Bad Tennstedt“ mit einer Son-
derausstellung im Heimatmuseum „Haus am Turm“. Hier wurden Dokumente, Orden,
Kostüme und die von den Ehefrauen des Elferrats 1986 gefertigte Vereinsfahne gezeigt.
Viele Bad Tennstedter und Gäste der Kurstadt konnten sich von der langen und traditi-
onsreichen Geschichte des Tennstedter Karnevals überzeugen.


4.3 Die Entwicklung des TKV e.V. bis zur Gegenwart

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands waren die Vorraussetzungen geschaffen
worden, dass sich der Karnevalverein vom Sportverein trennen konnte. Nun wurde im



                                         10
guten Einvernehmen mit dem Sportverein ein eigenständiger Verein (TKV e.V.) ge-
gründet und am 24.08.1990 im Vereinsregister eingetragen.
In der Gründungsversammlung wählten die Mitglieder ihren Vorstand mit dem 1. Vor-
sitzenden Jochen Mock, dem 2. Vorsitzenden Alfred Heise, der Schriftführerin Heidrun
Mock, dem Schatzmeister Bernd Hellmund und dem Sitzungspräsidenten Wolfgang
Zilling.
Der Tennstedter Karnevalverein gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern des Ver-
bandes Thüringer Karnevalvereine e.V. und wurde im gleichen Jahr noch Mitglied im
Bund Deutscher Karneval e.V..
Durch die Städtepartnerschaften der neuen und alten Bundesländer schloss der Verein
einen Partnerschaftsvertrag mit dem Verein „Windbiedel e.V.“ aus Kassel-Vellmar.
Außerdem nahm er zur Gemeinde Bad Salzschlirf, der Partnerstadt von Bad Tennstedt,
Kontakt auf. Die Karnevalisten der Orte traten in verschiedenen Veranstaltungen auf
und bereicherten ihr Faschingsleben gegenseitig.
Das vielfältige Engagement des Vereins erstreckte sich auch auf die Landeshauptstadt
Erfurt. Hier nahmen der Elferrat und die Tanzgruppe am Rosenmontagsumzug im Jahre
1992 teil.
Im folgenden Jahr fand anlässlich des 40. Jubiläums des Karnevals in Bad Tennstedt
eine Festsitzung statt. Höhepunkt war die Begrüßung von Helmut Krähmer, des 1. Sit-
zungspräsidenten in der Geschichte des Tennstedter Faschings.
Ab 1993 beteiligte sich der Verein an Tanzturnieren sowohl in Thüringen als auch in
Hessen. Das hohe Niveau der Tanzmariechen Katharina Dorfmann (1994-1998), Fran-
ziska Dorfmann (1995-1998) und Madlin Hoberg (1997- 2005), sowie der Tanzgruppen
im Garde- und Schautanz zeigte sich im Belegen vorderer Plätze.
Im Jahre 1995 erfolgte ein Wechsel in der Leitung des TKV e.V.. Bernd Hellmund
wurde 1.Vorsitzender, Alfred Heise wurde 2. Vorsitzender, Schriftführer wurde Jan-
Peter Mock, Schatzmeister Heinz Backhaus und Sitzungspräsident Rolf Dreyße.
Einen weiteren Höhepunkt gab es im Februar 1997. Auf Einladung des Ministerpräsi-
denten von Thüringen weilte der TKV in Erfurt. Außerdem nahm er an der 2. Regiona-
len Narrenkonferenz in Lengefeld unterm Stein teil.
Der Kinderfasching und der Seniorenfasching haben eine lange Tradition. So feiern die
Kinder seit 1998 mit einem eigenen Elferrat, der von den Erwachsenen unterstützt wird
und auch die Möglichkeit bietet, den Nachwuchs zu fördern.
Ein besonderes Erlebnis im Jahre 1998 war der Auftritt des Tanzmariechens Katharina
Dorfmann und der Seniorentanzgruppe in der MDR-Musikantenschenke sowie der vom
ZDF übertragene Auftritt Katharina Dorfmanns im Kaisersaal von Erfurt. Diese beson-
dere Aktivität des Vereins wurde durch weitere Ereignisse im 45. Jahr des Bestehens
deutlich. So fand der Rosenmontagsumzug mit 30 Bildern und Teilnehmern aus Bad
Langensalza, Sundhausen, Kutzleben, Ballhausen, Bruchstedt und Gamstädt statt. Als
Anerkennung für ihre Leistungen erhielt Katharina Dorfmann einen Orden der Zeitung
Thüringer Allgemeine. Eine Abordnung des TKV nahm in diesem Jahr wieder am närri-
schen Treiben in Bad Salzschlirf teil und beteiligte sich auch mit Auftritten an der
3. Narrenkonferenz in Dingelstädt.
Die Teilnahme an Ausscheiden und Auftritten in anderen Vereinen machten den TKV
über die Kreisgrenzen hinaus bekannt und führte bis heute zu guten gegenseitigen Ver-
einsbeziehungen. Seit 2001 nimmt der Verein zur Absprache von Programmabläufen an
der überregionalen Narrenkonferenz (NAKOFE) teil.
Im Jubiläumsjahr 2003 wurde eine besondere Festsitzung zum 50- jährigen Bestehen
durchgeführt. Akteure aus vergangenen Zeiten traten nochmals im Programm auf. Zu
Ehren des TKV gab es eine Sonderausstellung im Ratskeller. Hier wurden die wichtigs-


                                         11
ten Ereignisse, Personen und viele Kostüme und Orden präsentiert, die von einem er-
folgreichen Vereinsleben zeugten. Es erschien eine Broschüre unter dem Motto:
„Tennscht Helau! – 50 Jahre Karneval“. In der Jubiläumsausgabe wird vom Humor und
Frohsinn im Tennstedter Karneval berichtet und ein kleiner Abriss der Geschichte des
Karnevals in Bildern gezeigt. Die Karnevalisten blicken mit Stolz auf das Wirken des
Vereins zurück, da seine Veranstaltungen und Aktivitäten zu einem festen Bestandteil
des kulturellen Lebens der Stadt geworden sind.
Der Vorstand des Vereins mit dem 1. Vorsitzenden Bernd Hellmund, dem 2. Vorsitzen-
den Jan Heise, dem Schatzmeister Fred Seipel, dem 1. Schriftführer Holger Ludwig,
dem 2. Schriftführer Axel Scheibel und dem Sitzungspräsidenten Wolfgang Zilling wird
auch in der Zukunft das Faschingsleben in der Stadt zu gestalten wissen, um somit gute
Laune und Frohsinn bei den Menschen zu verbreiten.
Um heraus zu finden, ob es den o.g. Personen schon jetzt gelungen ist, den Karneval
den Bürgern von Bad Tennstedt nahe zu bringen, führten wir eine Umfrage durch.


                       Gehen Sie regelmäßig zum Karneval?

                  90           82,5
                  80
                  70
   Angaben in %




                  60
                  50
                  40
                  30
                                                    17,5
                  20
                  10
                   0
                                ja                  nein



Auswertung des Diagramms
Um festzustellen, wie wichtig der Karneval für die Bürger von Bad Tennstedt ist, stell-
ten wir ihnen die Frage, ob sie die Karnevalsveranstaltungen regelmäßig besuchen.
Dabei stellte sich heraus, dass 82,5% der befragten Personen jedes Jahr an den Veran-
staltungen teilnehmen. Nur 17,5% sind keine regelmäßigen Zuschauer des Bad Tenn-
stedter Karnevalprogramms.

Diese Zahlen haben uns bewiesen, dass der Karneval für die Stadt Bad Tennstedt eine
große Bedeutung hat, da sich der Großteil der befragten Personen das ihnen dargebotene
Programm gerne immer wieder anschaut.

Weiterhin wollten wir die Meinungen der Karnevalsbesucher als Anregungen für Ver-
besserungen und als Lob für den Verein in einem Mind Map darstellen.




                                               12
                                Karnevalveranstaltungen
                                          in
                                    Bad Tennstedt




Dieses Mind Map soll zeigen, welche Meinungen, sowohl positiv als auch negativ, die
200 befragten Karnevalbesucher über die Karnevalveranstaltungen vertreten.
Erfreulicherweise fanden wir heraus, dass 68,4% nichts verbessern würden. Die restli-
chen 31,6% nannten uns Dinge, mit denen sie bereits zufrieden sind (positiv) und wel-
che, die man verbessern könnte (negativ).
Vielleicht können die Verantwortlichen des TKV’s mit diesen Verbesserungsvorschlä-
gen das Faschingsprogramm noch besser gestalten als zuvor.




                                           13
5. Präsentationen in den Karnevalveranstaltungen

5.1 Die Narrenzahl 11 und der Elferrat

Die Ziffer 11 gilt allgemein als närrische Zahl und spielt im Laufe der Karnevalzeit in
mehrfacher Hinsicht eine Rolle: Am 11.11. um 11.11 Uhr starten alljährlich die Narren
in eine neue Karnevalsaison. Den Vorsitz bei einer Karnevalsitzung hat ein sogenannter
Elferrat. Die Sitzung selbst, aber auch Umzüge des Karnevals beginnen in der Regel 11
Minuten nach einer vollen Stunde. Zur Erklärung dieser Zahlensymbolik gibt es ver-
schiedene Ansätze. Aus religiöser Sicht gilt die Zahl elf als Zahl der Maßlosigkeit und
Sünde. Im Mittelalter kennzeichnete sie Menschen, die außerhalb der Sittengesetze
standen. Während die Zahl 10 für das mit Händen noch Fassbare und für die „10 Gebo-
te“ Gottes steht, überschreitet die Elf jegliche Norm. Der Bezug zum Karneval als ei-
nem Fest, bei dem die alltägliche und gewöhnliche Ordnung aufgehoben wird und es
nicht gerade christlich zugeht, ist somit leicht herzustellen. Darüber hinaus ist die Elf
auch eine „Schnapszahl“, die als solche eine symbolische Zahl der Narren sein kann.
Anfang des 19. Jahrhunderts, bei der Wiederbelebung des rheinischen Karnevals wurde
die Elf als Zahl interpretiert, die die Gleichheit aller Menschen unter der Narrenkappe
versinnbildlicht. Dahinter steht der Anfangsbuchstabe des Schlagwortes Egalité
(Gleichheit), welcher zusammen mit den Anfangsbuchstaben der beiden anderen Paro-
len der Französischen Revolution, L für Liberté (Freiheit) und F für Fraternité (Brüder-
lichkeit), das Zahlwort ELF ergibt. Die Gleichheit zeigt sich symbolisch auch in den
beiden Einsen der Elf und so sitzen genau elf Narren im Elferrat. Jede karnevalistische
Korporation hat einen Vorstand und einen Elferrat: das Komitee.
Der Begriff Elferrat wird als das höchste Fastnachtskomitee definiert. Der erste Elferrat
wurde 1829 in Aachen gebildet und war Teil der Etablierung einer „Gegenregierung“
der Narren. Der Elferrat kann als ein rechtschaffenes und dem Humor und der Fröhlich-
keit ergebenes Organisationskomitee und als das leitende Organ innerhalb des Karne-
valvereins bezeichnet werden. Er organisiert die Veranstaltungen des Vereins und führt
die Geschäfte nach außen und innen.
Verantwortlich für diese Aufgaben beim TKV ist neben vielen anderen Bernd
Hellmund, der Vorsitzende des Elferrates, der uns in einem Interview Auskunft über die
Tätigkeit des Bad Tennstedter Elferrates gab.

Seit wann gibt es den Elferrat in der Stadt Bad Tennstedt?
„Den Elferrat in Bad Tennstedt gibt es bereits seit in der Stadt regelmäßig Karnevals-
veranstaltungen stattfanden, also seit dem Jahre 1953. Einen Vorstand des Elferrates
gab es jedoch erst nach der Wende (1990) als sich der Karnevalverein vom Sportverein
trennte und ein eigenständiger Verein (TKV e.V.) gegründet werden konnte.“

Wie lange sind Sie schon als Mitglied im Elferrat von Bad Tennstedt aktiv?
„Ich bin bereits seit 1978 aktives Mitglied im Elferrat, also jetzt schon über 26 Jahre.“

Wie sind Sie zu dieser Tätigkeit gekommen, Wer oder Was hat Sie dazu bewegt?
„Ich habe damals zusammen mit Herrn Schenk im Sportverein von Bad Tennstedt Fuß-
ball gespielt. Herr Schenk war schon viele Jahre Mitglied im Elferrat und auf der Suche
nach neuen „Mitstreitern“, da einige Mitglieder den Elferrat verlassen hatten. Als er
mich fragte ob ich Lust hätte, sagte ich spontan ´Ja´, da mich diese neue Aufgabe reizte
und ich schon immer sehr großes Interesse am Karneval hatte.“


                                            14
Welche Bedeutung kommt dem Elferrat beim Karneval in Bad Tennstedt zu?
„Grundsätzlich ist erst einmal zu sagen, dass der Karneval in Bad Tennstedt ohne die
Mitglieder des Elferrates wohl undenkbar wäre, da sie die Rahmenbedingungen für alle
Veranstaltungen des Karnevals schaffen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die
Mitglieder zuverlässig sind und bereit sind, sich nicht nur während der Karnevalssaison,
sondern das ganze Jahr über zu engagieren.
Damit ein geregelter Ablauf erfolgen kann hat jedes Mitglied des Elferrates seine eige-
nen spezifischen Aufgaben. So ist der Sitzungspräsident -Wolfgang Zilling- verantwort-
lich für das Programm, Jörg Benkenstein sorgt für die Gewährleistung einer guten Ton-
technik, für die richtige Beleuchtung sorgt Thomas Buchler, Peter Florian ist zuständig
für die Fotografie während der Veranstaltungen und die Archivierung des Bild- u.
Filmmaterials, Heinz Backhaus und Fred Seipel organisieren und verwalten den Kar-
tenvorverkauf und die Abendkasse, Jochen Mock kümmert sich um die Programmbei-
träge und die genaue zeitliche Abfolge während der Veranstaltungen, Udo Strödick or-
ganisiert den traditionellen Rosenmontagsumzug und einige der Mitglieder wirken auch
in verschiedenen Programmpunkten mit, wie zum Beispiel Udo Kirchner und Jan Heise
als Büttenredner oder Axel Neidt und Roland Potje im Männerballett.“

Welche Rolle ist Ihnen im Elferrat zugeteilt und welche Aufgaben haben Sie?
„Ich bin der Vorsitzende im Elferrat und im Grunde eigentlich für alles außer dem Pro-
gramm zuständig. Zum Beispiel leite ich die Sitzungen des Elferrates zur Vorbereitung
der verschiedenen Veranstaltungen während der Saison und melde die Veranstaltungen
bei der Gemeinde und entsprechenden Behörden wie der GEMA an.“

Aus wie vielen Mitgliedern besteht der derzeitige Elferrat in Bad Tennstedt?
„Der Elferrat des TKV besteht z.Zt. aus insgesamt 22 Mitgliedern. Dem Begriff Elferrat
nach zu urteilen müssten es ja eigentlich 11 sein. Jedoch gibt es nirgendwo eine Fest-
legung, die vorschreibt, wie viele Mitglieder ein Elferrat exakt haben muss. Dies vari-
iert von Verein zu Verein. Beziehe ich mich nun auf den TKV und die Stadt Bad Tenn-
stedt, bin ich mir sicher, dass 11 Mitglieder für die vielen Aufgaben nicht ausreichen
würden. In Bad Tennstedt ist es aber so, dass während der Karnevalsveranstaltungen
immer nur 11 Mitglieder des Elferrates auf der Bühne sitzen und somit die Zahl 11 für
den Elferrat in Veranstaltungen steht.“

Wie oft und Wo findet eine Sitzung des Elferrates statt und was wird während einer sol-
chen Versammlung besprochen bzw. festgelegt?
„In einem Jahr finden insgesamt etwa 17-18 Versammlungen aller Mitglieder des Elfer-
rates statt. Die meisten dieser Sitzungen finden allerdings während der Karnevalssaison,
also in den Wintermonaten statt. Der Elferrat trifft sich im Versammlungsraum, den ein
Mitglied zur Verfügung stellt. Eine öffentliche Einrichtung, wie beispielsweise eine
Kneipe als Versammlungsort zu wählen, wäre wohl weniger von Vorteil, da dort zu
viele mithören könnten und dann vielleicht bei den Veranstaltungen der „Überra-
schungseffekt“ verloren gehen könnte.
Während der Sitzungen werden organisatorische Dinge, wie zum Beispiel die Anmel-
dung bei verschiedenen Behörden, die Finanzierung durch Sponsoren oder auch der
Ablauf der Karnevalsveranstaltungen besprochen und die spezifischen Aufgaben für
jedes Mitglied festgelegt.“




                                          15
Wie ist die Festbekleidung des Elferrates vom TKV ?
„Die derzeitige Festbekleidung des Elferrates, die letztmals 1999 erneuert wurde, ist für
jedes Mitglied bestehend aus: einer schwarzen Anzugshose, einem weißen Hemd, einem
grünen Jacket sowie einer schwarzen Fliege und einer grün- weißen Narrenkappe, die
die Aufschrift des Vereinsnamen ziert. Natürlich sind die Kostüme des Elferrates seit
1953 immer wieder erneuert wurden, da neue Mitglieder hinzukamen und die alten Kos-
tüme irgendwann auch nicht mehr gefielen. Ganz zu Beginn des Tennstedter Karnevals
trug man im Elferrat noch schwarze Jackets und etwas später weiße „Kellnerjacken“.
Da diese Jacken aber von Stoff und Farbe her recht einfach waren, wollte man 1981
eine Erneuerung. Außerdem trug anfangs jedes Mitglied eine andere Kappe und es be-
stand nun der Wunsch diese zu vereinheitlichen, um das gesamte Erscheinungsbild des
Elferrates zu verschönern. Somit entschied man sich im Elferrat auf Initiative des Sit-
zungspräsidenten 1981 für grüne Jackets und es gab die ersten einheitlichen grün-
weißen Kappen, die von Heinz Helbing, einem ehemaligen Mitglied des Tennstedter
Karnevalverein gesponsert wurden.“

Wie wird die Festbekleidung des Elferrates finanziert?
„Die Kosten für das eigene Kostüm tragen die Mitglieder selbst und werden nicht vom
Verein übernommen. Dabei beträgt der Preis für ein Jacket zwischen 160 und 300 Euro
und für eine Narrenkappe etwa 50 bis 200 Euro.“

Welche Vorstellungen haben Sie für den TKV und ihr Mitwirken für die Zukunft?
„Ich will vorerst noch 2 Jahre bis zur nächsten Wahl zur Jahreshauptversammlung im
März 2007 weiterhin Vorsitzender des Elferrates bleiben. Dann möchte ich jedoch aus
Altersgründen mein Amt in jüngere Hände legen, vielleicht in die meines derzeitigen
Stellvertreters Jan Heise. Jedoch möchte ich auf jeden Fall solange es möglich ist wei-
terhin Mitglied im TKV bleiben, da ich jedes Jahr sehr viel Freude habe und ich mir ein
Leben ohne den Karneval kaum noch vorstellen möchte. Deshalb hoffe ich auch, dass
der TKV noch viele Jahrzehnte lang bestehen bleibt und zahlreiche neue, junge und
talentierte Mitglieder für den Verein wirbt, damit das Verhältnis zwischen Jung und Alt
stimmt und es weiterhin eine Menge neue und gute Ideen geben kann.“




                                           16
5.2 Die Bütt

Die Bütt ist das närrische Rednerpult für Witz, Geist und Satire. Für sie gibt es mehrere
Erklärungsversuche.
Da der Wein zum närrischen Geschehen gehört, nimmt man an, dass die Bütt ein nach
hinten geöffnetes leeres Weinfass ist und deshalb Anlass zur Bitterkeit gibt. Anderer-
seits wird vermutet, dass ein Zusammenhang mit dem Philosophen Diogenes aus dem
antiken Griechenland besteht, der in einer legendären Tonne hauste. Vielleicht hat man
deshalb im Laufe der Zeit der Bütt das Aussehen einer Eule, dem Vogel der Weisheit,
gegeben und nennt sie auch respektvoll „die Eulentonne“.Wieder andere vermuten, dass
es sich um einen Bottich handelt, in dem schmutzige Wäsche gewaschen wird.
Die Bütt wird einerseits zu mehr oder weniger offener, aber immer lustig formulierter
Kritik an den Herrschenden genutzt, andererseits werden auch ganz normale Witze er-
zählt.

Die Büttenrede geht auf die mittelalterliche Sitte des „Rügerechts“ zurück, und so konn-
te ein einfacher Mann zur Fastnachtszeit die Herrschenden ungestraft kritisieren. Oft
wurden Anregungen gegeben, wie Probleme im Bürgersinne gelöst werden konnten.
Dabei wird der Standpunkt gereimt und humorvoll vorgetragen, und so steht die Bütt
auch für ein närrisches demokratisches Forum.
Die klassische Büttenrede zeichnet sich durch ein sehr regelmäßiges Versmaß aus, so
dass auch angetrunkene Zuhörer dem Inhalt noch folgen können. Sie ist häufig in meh-
rere Strophen eingeteilt, die ähnlich wie in einem Kehrreim in derselben wiederkehren-
den Pointe enden. Dabei ist der bevorzugte Reim der Paarreim und jeder Vers enthält
meistens fünf Jamben. Die Rede wird abgelesen oder auswendig meist im lokalen Dia-
lekt vorgetragen.

Höhepunkte in der Bütt vom Bad Tennstedter Karnevalverein waren z.B. die Vorträge
von Wolfgang Zilling als „LPG Bauer“ (1985), Karl-Heinz Kalklesch als „Silberbräuti-
gam“ (1986) und Dieter Bertuch als „Germane“ (1987).
Der amtierende Sitzungspräsident und hervorragende Büttenredner Wolfgang Zilling
beantwortete uns einige Fragen zur Bütt und ging dabei besonders auf die Veränderung
der Themen im Laufe der Zeit ein.

Wie bereitet man eine Büttenrede vor und wo holt man sich seine Anregungen dazu?
„Hierzu gibt es eigentlich kein „Standard-Rezept“.
Man muss ein passendes Thema finden oder eine bestimmte Figur und hierzu dann
geeignetes Material sammeln. Dann ist grundsätzlich zu unterscheiden, ob die Büttenre-
de in gereimter Form oder als Aneinanderreihung von Witzen gestaltet wird.
Witze lassen sich ja überall „aufschnappen“. Schwieriger ist es schon, Themen des All-
tags so in die Reimform zu bringen, dass dann auch jemand darüber lachen kann.
Unmittelbare Anregungen kann man sich am besten im täglichen Leben holen.“

Wie veränderten sich die Themen im Laufe der Zeit?
Gibt es einen markanten Unterschied zwischen den Reden in der DDR vor 1989 und im
vereinten Deutschland nach 1990?
„Diese Fragen sind im Zusammenhang zu betrachten, denn mit der Veränderung der
gesellschaftlichen Struktur haben sich die Inhalte der Reden, aber auch die Möglichkei-
ten der „freien Meinungsäußerung“ stark verändert. Während man zu DDR-Zeiten eine
Rede dadurch interessant gestalten konnte, dass man bestimmte Probleme ansprach, die


                                           17
sonst nicht öffentlich behandelt werden durften (Mangelwirtschaft, Beziehungen etc.)
änderte sich dies, weil diese Probleme nach der Wiedervereinigung nicht mehr standen.
Insofern kam teilweise etwas mehr Politik oder das Thema „Reisen“ in die Reden. Mar-
kante Unterschiede bestehen wohl auch in diesen schon genannten Punkten. Es gab je-
doch noch eine Phase und zwar in der Zeit vom 09.11.1989 bis zum 03.10.1990, als die
DDR noch bestand, sich aber bereits weitgreifende Änderungen vollzogen hatten.
Der November 1989 blieb besonders in Erinnerung, weil unsere treuen Gäste unterwegs
waren, um ihr „Begrüßungsgeld“ im Westen abzuholen und wir am Freitag mehr Ver-
anstaltungsbesucher hatten als am Samstag. Das Programm im Februar ermöglichte es
zum ersten Mal, sich politisch ungestraft äußern zu können. Unser „Singender Elferrat“
nahm deshalb eine Staatsjagd mit Stasibeteiligung auf’s Korn. Moment jetzt schweife
ich zu sehr aus.
Heute sind durch Fernsehen und sonstige Medien mit Karneval und Comedy die Kon-
kurrenz für lokalen Karneval sehr groß und die Erwartungshaltung der Gäste ebenfalls.
Also muss man durch regionalen Bezug und qualitativ niveauvolle Inhalte
das Interesse des Publikums wecken und erhalten.
Einen ganz wesentlichen Unterschied hätte ich fast vergessen. Zu DDR-Zeiten mussten
die Büttenreden und das jeweilige Programm beim Rat des Kreises, Abteilung Kultur,
zur Einsichtnahme und Genehmigung vorgelegt werden. Da wurde gelegentlich auch
etwas gestrichen bevor der Stempel „drauf kam“. Oftmals wurden aber auch Büttenre-
den eingereicht, die dann im Programm tatsächlich ersetzt wurden.
Die Eintrittspreise der Veranstaltungen mussten unter Vorlage einer Kostenkalkulation
ebenfalls durch den Rat des Kreises, Abteilung Finanzen, genehmigt werden.
Heute ist das alles kein Thema, denn diese Art der Zensur gibt es zum Glück nicht
mehr.“

Welche Gefühle haben Sie vor und während des Auftritts?
„Da gibt es nicht so viele Gefühle, man konzentriert sich auf seinen Text oder seine
dargestellte Figur und versucht diese gut „rüberzubringen“.
Anders ist es als Sitzungspräsident, da fiebert man mit den Tanzmariechen, hofft, dass
bei den kleinen Tanzmäusen alles gut geht, drückt den „Mittleren“ und den „Großen“
die Daumen, ist stolz, wenn das Programm gut gelaufen ist und traurig berührt, wenn
man Mädchen aus der Tanzgruppe verabschieden muss.“

Können Sie sich an ein sehr lustiges und ein sehr trauriges Ereignis bei einem Vortrag
erinnern?
„Traurige Ereignisse gab es bisher eigentlich nicht. Lustig war eine Erfahrung, die ich
bei meinem Vortrag als „Mann aus dem Eis“ gemacht habe. Zur Vorgeschichte: Angeb-
lich hatte mich der Elferrat aus einer von Weihnachten übrig gebliebenen, großen
Schneewehe, in der ich mit meinem „Trabbi“ eingeschneit und eingefroren war, befreit.
Ich wurde also zum Programmbeginn hereingefahren und zum Auftauen auf einen Stuhl
gesetzt. Dann kam die Begrüßung durch den Präsidenten und der Tanz der Garde und
die Vorstellung der Garde und und und..., ... und während dieser ganzen Zeit musste ich
regungslos, weil steif gefroren, auf dem Stuhl sitzen mit dem Lenkrad in den Händen.
Da wurden Minuten zur Ewigkeit, denn ich hätte nie gedacht, dass es so schwer ist, über
diese Zeit ohne Bewegung und Augenzwinkern da zu sitzen.“

Haben Sie noch „Lampenfieber“ vor dem Auftritt?
„Es wäre nicht korrekt, wenn ich behaupten würde, dass ich kein „Lampenfieber“ mehr
hätte, denn ein wenig kribbelt es schon noch vor dem Auftritt, besonders wenn es die


                                          18
erste Veranstaltung ist oder man etwas total Neues macht. Aber es ist kein Vergleich
mehr zur Anfangszeit , da war ich doch ziemlich unruhig.“

Wenn ja, haben sie einen Tipp dagegen?
„Das Ganze lange genug machen, dann kommt eine gewisse Routine und dann legt sich
auch das Lampenfieber mit der Zeit. Ansonsten sollte man sich gut vorbereiten, also
auch entsprechend üben, so dass „alles sitzt“ und man relativ sicher ist. Bei aller An-
spannung aber locker bleiben und falls nichts hilft, vielleicht ein kleines Schnäpschen
(wenn man alt genug ist .....).“

Wie findet man guten Nachwuchs für die Bütt?
„Gute Frage. Wir machen ja keine zielgerichtete Sichtung, sondern sind eigentlich im-
mer offen für engagierte, interessierte und begabte junge Menschen.
Aber vielleicht sollten wir in Zusammenarbeit mit der Schule an einem Projekttag
mal ein „casting“ durchführen unter dem Motto: „Tennstedt sucht die Superbütt“.“

Wie sind sie zu dieser Tätigkeit gekommen?
„Tätigkeit ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, aber egal.
Karneval hat mich schon als Kind fasziniert, aber da war ich noch schüchtern.
Später ergab es sich so, dass ich an der TH Merseburg im „Hochschul-Elferrat“ mitwir-
ken durfte und so zur ersten Büttenrede kam.“

Können sie sich noch an ihren ersten Auftritt erinnern?
„In der Bütt stand ich zum ersten Mal beim Studentenkarneval an der TH in Merseburg.
Mein erster Auftritt im Tennstedter Karneval fand mit der Übernahme des „Präsiden-
tenamtes“ im November 1981 im „Volkshaus“ statt.
Die erste richtige Büttenrede war dann „Der Bauer“ im Jahr 1985.“

Werden sie von ihrer Familie und von Freunden unterstützt?
„Gegenfrage. Wobei?
Meine Vorbereitungen treffe ich meist allein. Dann lese ich den Text gelegentlich mei-
ner Frau vor, um ihre Meinung zu hören oder ihre Reaktion zu erleben.
Die Freunde des Elferrats unterstützen natürlich auf ihre Art, beispielsweise mit der
Tontechnik Jörg Benkenstein, früher Alfred Heise oder mit der Beleuchtung etc.
Gute Tontechnik ist eine wichtige Voraussetzung für einen gelungenen Auftritt.
Was nützt einem der beste Text, wenn niemand den Vortrag verstehen bzw. hören
kann.“

Sind sie im realen Leben auch so humorvoll?
„Auch Karneval ist ja „reales Leben“, aber halt eben die nicht ganz so ernst zu nehmen-
de Seite. Im täglichen Leben bin ich schon ein ernsthaft arbeitender Mensch, der aber
auch bei allen Problemen und schwierigen Situationen versucht, nie den Humor zu ver-
lieren.Ansonsten bin ich aber doch ein „Schalk“.“

Sind sie manchmal enttäuscht, wenn einer ihrer Witze beim Publikum nicht so gut an-
kommt, wie sie es sich erhofften?
„Nicht jeder kann über alles lachen, insofern ist es halb so schlimm, wenn mal eine
Pointe nicht so ankommt. Schlimm wäre es, wenn die ganze Rede ins „Leere“ gehen
würde.“



                                          19
Welche Vorstellungen haben Sie für den TKV und Ihr Mitwirken für die Zukunft?
„Der Verein mit allen Mitwirkenden stellt eine „tolle Truppe“ dar, so dass auf dieser
Basis auch in der Zukunft stimmungsvolle Programme zu erwarten sind.
Ich werde versuchen als Sitzungspräsident meinen Teil dazu beizutragen.
Ich hoffe, dass uns die vielen „Fans“ des TKV die Treue halten und unsere Veranstal-
tungen besuchen, dass uns die zahlreichen Sponsoren erhalten bleiben, dass begabter
und engagierter Nachwuchs an den entsprechenden Stellen vor und hinter der Bühne
aktiv wird und noch lange in Bad Tennstedt mit dem TKV an der Spitze Karneval ge-
feiert wird mit dem bekannten Schlachtruf „Tennscht Helau!“.“




5.3 Die Stimmungsmusik

Stimmungsmusik bedeutet aus dem englischen übersetzt „mood music“, was soviel
heißt wie Hintergrundmusik. Darunter versteht man Melodien oder Gesang, die zum
Mitsingen animieren. Die Gefühlslage wird von diesen Melodien bzw. diesem Gesang
beeinflusst. Man wird in eine Stimmung versetzt, in der man endlich einmal seinen
Frohsinn und sein Lebensglück ausdrücken kann. Es entsteht eine Welt, die mehr
Glückseliges zu bieten hat, als es die Realität jemals könnte.
Stimmungsmusik/-gesang findet man schon im Karneval der Antike. Denn als die Rö-
mer die Saturnalien feierten, war dieses Fest mit öffentlichen Gesang und Musik, an
dem Menschen aus allen Gesellschaftsschichten teilnehmen konnten, verbunden. Der
Gesang und die Musik konnten sich im Karneval des Mittelalters weiterhin durchsetz-


                                          20
ten. In den Tanzveranstaltungen vor der Fastenzeit waren Tanz, Musik und Gesang die
Hauptelemente der Ausgelassenheit.
Ohne Stimmungsmusik/-gesang sind die heutigen Karnevalveranstaltungen kaum mehr
denkbar. Diese Elemente sind ein fester Bestandteil des karnevalistischen Lebens ge-
worden und ohne sie wäre das Feiern in der fünften Jahreszeit undenkbar.

Um zu beweisen, dass die Stimmungsmusik auch im TKV von Bad Tennstedt eine gro-
ße Rolle spielt und sie sich im Laufe der Jahre auch verändert hat, beantwortete Jan- M.
Heise, als aktives Mitglied des TKV´s einige Fragen zu diesem Aufgabenbereich.

Wie lange sind Sie schon im TKV aktiv?
„Seit 1985 bin ich im TKV aktiv, es werden also in diesem Jahr schon 20 Jahre.“

Wie sind Sie zu dieser Tätigkeit gekommen?
„Als ich 10 Jahre alt war fragte mich mein Onkel Alfred Heise, ein langjähriges Elfer-
ratsmitglied, ob ich nicht Lust hätte beim Karneval aufzutreten, wo ich doch ohnehin
schon auf allen Familienfeiern mein Gesangstalent unter Beweis stellen wollte. Ich sag-
te zu und holte mir noch meinen damaligen Schulfreund Denis Schenk ins Boot. So
hatten wir 1985 unseren ersten Gesangsauftritt beim TKV. Von diesem Tag an hatte
mich das Karnevalfieber gepackt und hält zum Glück bis heute an.“

Haben Sie irgendwelche Veränderungen in den letzten Jahren beim TKV festgestellt?
Wenn ja, welche?
„Die Mitgliederzahl ist in den letzten Jahren erfreulicherweise angestiegen, dies gilt
sowohl für den Bereich der Tanzmädchen als auch für den Elferrat.
Auch wenn das Programm des TKV von Beginn an immer sehenswert war und immer
einen ganz besonderen Höhepunkt für das Tennstedter Publikum darstellte, kann man
sagen, wir sind in den letzten Jahren besser geworden. Schon die Tatsache, dass es mit
der Wende keine Zensur der Büttenreden mehr gab, machte unser Programm besser.
Aber auch neue Möglichkeiten der Beleuchtungstechnik, hier sei unser Beleuchtungs-
mann Thomas Buchler erwähnt, neue Wege im Bereich der Tontechnik und Beschal-
lung durch Christine und Jörg Benkenstein, und farbenreichere Kostüme für unsere
Tanzmädchen machten in den letzten Jahren unser Programm qualitativ hochwertiger.
Doch um auch Veränderungen negativer Art nicht vorzuenthalten, muss man sagen, wir
haben teilweise Probleme genügend Wortbeiträge in Form von Büttenreden oder Sket-
sche in unser Programm zu integrieren, aber ich bin sicher, auch das wird sich in Zu-
kunft ändern.
Abschließend zu dieser Frage wäre zu erwähnen, wenn sich beim TKV etwas grundle-
gend verändert, dann ist das alljährlich unser Motto.“

Hat sich die Qualität der Stimmungsmusik verändert?
„Die Qualität der Stimmungsmusik hat sich meiner Meinung nach nur insofern verän-
dert, als dass wir heute auf bessere Tontechnik und Beschallung zurückgreifen können
und die Vorbereitung im Tonstudio ausgezeichnet funktioniert. Die geforderte Disziplin
vom Tonstudio Benkenstein trägt hauptsächlich zum Gelingen einer guten Gesangsdar-
bietung bei.“

War Stimmungsmusik schon immer ein fester Bestandteil der Veranstaltungen des TKV?
„Ja, mit der Gründung des TKV im Jahr 1953 war Stimmungsmusik ein fester Bestand-
teil des Programms und ist auch in Zukunft nicht wegzudenken. So waren es zur Eröff-


                                           21
nungsveranstaltung 1953 „3 lustige Matrosen“ alias Herbert Gasa, Helmut Siegel und
Herbert Runze, die mit ihren Liedern das Publikum in Stimmung brachten. Nach ihnen
standen noch viele andere mit Stimmungsgesang auf der Bühne, hier eine kleine Auf-
zählung:

       -   Dieter Dassbach
       -   Instrumentalgruppe „Sademann“
       -   Gesangsduo Christina Albrecht und Christine Krämer
       -   Die „Bunzel-Sisters“ Christine Jäger und Gabriele Buchler
       -   Günter Schönekäs
       -   Otto Stühm
       -   Klaus Stühm
       -   Denis Schenk und Jan Heise
       -   Die „Karnevalistischen 4“ Jan-Peter Mock, Axel Scheibel, Michael Keitel,
           Jan Heise
       -   Sabine Nitschke und Andrea Henschel
       -   Sabine Nitschke und Pamela Schinköth
       -   Sabine Nitschke und Nancy Bomberg
       -   Karsten Ehegötz
       -   Karsten Ehegötz und Jan Heise
       -   Toralf Emmerich

Sollte ich bei dieser Aufzählung den einen oder anderen vergessen haben, so möge er
oder sie mir das verzeihen. Im Bereich Stimmungsgesang können wir auch in diesem
Jahr mit Andre Botta einen Neuzugang verzeichnen, worüber wir sehr froh sind.“

Ist der Karneval ohne Stimmungsmusik heute überhaupt noch vorstellbar?
„Hier kann ich mich ganz kurz fassen und sage eindeutig NEIN!“

Welche Aufgaben müssen Sie erfüllen?
„Ich glaube die Redewendung „Mädchen für Alles“ ist in diesem Fall nicht geschimpft
und trifft für mich, wie auch für alle anderen im Verein zu. Jeder erfüllt Aufgaben da
wo sie anfallen, ob auf der Bühne oder hinter den Kulissen. Ganz spezielle Aufgaben
sind im Vorstand des TKV verteilt, hier habe ich das Amt des stellvertretenden Vorsit-
zenden inne.“

Wird die Musik nach irgendwelchen Kriterien oder Themen ausgewählt?
„Man orientiert sich nach Möglichkeit am aktuellen Motto oder aktuellen politischen
Ereignissen, aber auch regionale Themen werden in Liedtexte eingebettet, ansonsten
gibt es keine zwingenden Kriterien. Hauptsache es bringt Stimmung und animiert zum
Mitschunkeln oder Mitsingen.“

Wie viele sind bei der Stimmungsmusik dabei?
„Ich habe sie größten Teils alle schon im Vorfeld genannt, aber die Frage gibt mir Gele-
genheit Vergessenes nachzuholen. Einen Höhepunkt im Stimmungsgesang stellt natür-
lich auch unser „Singender Elferrat“ dar, die Frage, wie viele hier mitmachen, lasse ich
für den Leser offen.“




                                          22
Was ist bei Stimmungsmusik am wichtigsten?
„Am wichtigsten ist, denke ich, eine gute Stimme, aber auch die Ausstrahlung auf der
Bühne, die Fähigkeit das Publikum von den Stühlen zu holen und sie einen Teil der
Vorstellung werden zu lassen, tragen zum Gelingen der Stimmungsmusik entschieden
bei. Wenn man sich dann noch mit einem Instrument selbst begleiten kann, hebt das den
Stimmungsfaktor nochmals eine Stufe höher. Aber grundsätzlich ist bei uns jeder will-
kommen, der auf der Bühne etwas zum Besten bringen möchte. Denn gute Stimme, gute
Ausstrahlung und ein Instrument beherrschen sind keine Zugangsvoraussetzungen, um
beim TKV auf die Bühne zu kommen. In diesem Sinne, wer Lust und Laune hat und
ernsthaft daran interessiert ist bei uns mitzuwirken, der soll keine Scheu haben sich bei
uns vorzustellen.“




5.4 Der karnevalistische Tanz

Tanzen bedeutet Ausgelassenheit, Lebensfreude und ausdrucksstarke Körperbewe-
gungen. Weiterhin ist das Tanzen eines der ursprünglichsten Ausdrucksformen des
Menschen.
Der Tanz besteht schon seit Jahrhunderten in vielen Religionen und Kulturen. Mit den
Tänzen werden zum Beispiel Götter angebetet oder gesellige Anlässe verschönert. Ver-
anstaltungen wie Bälle, Tanzturniere, Musicals sind bis heute ein wichtiger Bestandteil
des kulturellen Lebens.
Das Tanzen steht für faszinierende Schrittfolgen, verführerische Kleider, glanzvolle
Kostüme und mitreißende Melodien. Tanzen hat eine lange Tradition. Es wird von vie-
len Männern und Frauen, Jugendlichen und Kindern als ein schönes und anstrengendes
Hobby betrieben. Standard - Tanz, Rock´n ´Roll, Lateinamerikanischer Tanz, Jazz - und
Moderndance, Twirling, Garde- und Schautanz, sowie Country - und Western - Dance
stehen für die vielseitigen Formen des Tanzens.
Im Tennstedter Karnevalverein wird die Art des Garde- und Schautanzes durchgeführt
und außerdem die wichtigste Disziplin des karnevalistischen Tanzsportes, der Marie-



                                           23
chentanz. Ein besonderes Highlight ist das Männerballett, das unter der Leitung von
Ines Rebischke steht.
Um einen faszinierenden Tanz darzustellen, wird viel finanzielle Unterstützung vom
Tennstedter Karnevalverein benötigt. Von diesen Geldern werden unter anderem Stoffe,
Schminke und Perücken gekauft. Jedoch zahlen alle Tänzer einen monatlichen Beitrag
um den TKV finanziell zu entlasten.
Zu diesem Thema und den dazugehörigen Problemen der Entwicklung des Tanzes im
TKV befragten wir die hervorragende Trainerin Gabi Buchler und eines der derzeitig
besten Tanzmariechen, Christin Romberger.

Was hat Sie dazu bewegt Trainerin der Tanzgruppen des Tennstedter Karnevalsvereins
zu werden?
„Mit 13 Jahren begann ich in der Garde des TKV zu tanzen. Im Jahr 1978 hörte unsere
damalige Trainerin aus familiären Gründen auf. Da ich sehr gern tanzte, versuchte ich
die Garde weiter zuführen. Bis zum 21. Lebensjahr tanzte ich trotz Trainerposition
selbst noch mit, aber allerdings nur im Schautanz. Im Laufe der Jahre entwickelten sich
dann die anderen Tanzgarden.“

Was bedeutet es für Sie Trainerin zu sein?
„Trainerin zu sein, ist für mich nicht nur Hobby. Ich arbeite gern mit Kindern und Ju-
gendlichen zusammen. Ich hänge am Tanzsport und bin stolz auf alles, was ich schon
mit so vielen Tänzern im Laufe der Jahre geschafft habe. Es ist für mich ein Ausgleich
zum beruflichen Stress.“

Woher nehmen Sie die Ideen für Märsche- und Schautänze?
„Ideen zu finden und später umzusetzen wird von Jahr zu Jahr schwerer. Anregungen
hole ich mir aus Filmen, Musicals und Musiksendungen im Fernsehen. Die meisten
Sendungen verfolge ich in der Faschingszeit von Januar bis März im. Ich fahre privat zu
Turnieren und schaue mir viele Tanzgruppen an. Aber ich entscheide nicht nur allein
über bestimmte Themen oder Musik. Alle Tänzerinnen dürfen Anregungen und Ideen
einbringen.“

Wie viel Zeit müssen Sie einplanen um gute Tänze zu organisieren und wie viel Freizeit
opfern Sie selber?
„Zeit wird in den meisten Fällen in Stunden gezählt. Aber beim Erstellen einer Choreo-
graphie und dem Zusammenschnitt der Musik reichen Stunden nicht aus. Es vergehen
Tage und Wochen, manchmal Monate. Ein gut gelungener Tanz braucht viel Zeit bis
zur Endfassung und dem ersten Auftritt. Es spielen viele andere Dinge noch mit hinein.
Schließlich braucht man noch das passende Kostüm und die Finanzierung gehört auch
dazu. Die meisten Leute sehen nur die Zeit des Trainings in der Turnhalle. Ich dagegen
opfere viel Zeit neben dem Training, die ich schon lange nicht mehr zähle. Sie gehört
zum täglichen Leben, wie Familie, Haushalt, Arbeit und Freunde.“

Was für Konsequenzen kann es geben, wenn bei einem Auftritt alles schief läuft?
„Die Tanzgarden des TKV sind, wie auch ihr Trainer, Laienkünstler. Es kommt natür-
lich auch darauf an, um welche Auftritte es sich dabei handelt. Seitens der Trainer kann
natürlich eine kritische Auswertung eine erste Konsequenz sein. Ich aber denke, wenn
die Tänzer ihren Auftritt „vermasselt“ haben, dann ärgern sie sich selbst am meisten.
Die Tänzer, die ein misslungener Auftritt kalt lässt, sollten sich nicht weiter mit dem
Tanzen beschäftigen, denn sie werden nie eine positive Ausstrahlung und Motivation in


                                           24
die Gruppe bringen. Das Gegenteil, Unruhe, Missgunst und Ärger in der Gruppe werden
die Folge sein.“

 Bekommt man finanziell Unterstützung für das Tanzen?
„Finanzielle Unterstützung kommen vom Verein, Sponsoren und Gönnern des TKV.
Bei Privatfeiern bekommen die Tanzgarden schon einmal eine finanzielle Zuwendung,
die für Kostüme u.ä. verwendet werden. Auch viele Eltern und Bekannte geben Unter-
stützung, ohne die viele Dinge nicht möglich wären. Auch durch Lottomittel kann man
finanzielle Unterstützung erhalten.“

Was für Veranstaltungen haben Sie selber für die Zukunft des Tanzes im TKV?
„Tanz spielt im TKV von Jahr zu Jahr eine größere Rolle. Mit den Auftritten bei Tur-
nieren seit 1993 und den guten bis sehr guten Erfolgen in der Folgezeit ist der Anspruch
an den Tanz natürlich auch gewachsen. Man darf nicht „stehen bleiben“, es muss immer
vorwärts gehen. Unser Publikum wird immer anspruchsvoller, aber die schnelllebige
Zeit bringt auch viele negative Dinge zu Tage. Der Ehrgeiz unserer Kinder und Jugend-
lichen, die in der Garde- oder Showtanz dabei sein wollen, ist nicht mehr so stark aus-
geprägt wie noch vor einigen Jahren. Nur sehr wenige Tänzer schaffen es von der Ju-
gendgarde bis zur Aktivengarde durchgängig und mit der nötigen Disziplin zu tanzen.
Nur in der augenblicklichen Aktivgarde sind noch Tänzer, die ich schon als Kinder trai-
niert habe. Darauf bin ich sehr stolz. Aber auch diese Tänzer verlassen dann meist um
das 20. Lebensjahr die Gruppe. Schon viele gute Tänzer mussten in den letzten Jahren
aus beruflichen Gründen die Garde verlassen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf,
dass sich das Blatt vielleicht doch noch zu unseren Gunsten wendet. Ich werde, solange
es mit Familie, Beruf und vor allem der Gesundheit positiv läuft, Trainer bleiben.“

Wie viele Gruppen trainieren Sie und wie ist das Verhältnis untereinander?
„Von 1990- 2000 habe ich drei Tanzgarden und drei Tanzmariechen trainiert. Seit 2000
war mir dies aus beruflichen Gründen nicht mehr möglich, sodass ich zwei Tanzgrup-
pen an erfahrene Tänzer aus den eigenen Reihen abgegeben habe. Seit 2003 wurden die
Gruppen noch einmal in Show- und Gardetanz neu formiert und weitere erfahrene Tän-
zer übernahmen die Verantwortung. So trainiere ich heute nur noch die Aktivgarde im
Garde- und Showtanz, sowie das Jugend- und Junioren- Mariechen. Ich bin froh und
stolz Trainer für die weiteren Garden des TKV und das zweite Jugendmariechen aus
den eigenen Reihen gefunden zu haben. Dies ist für mich auch eine Beschäftigung mei-
ner kontinuierlichen pädagogischen und sportlichen Arbeit mit Kindern und Jugendli-
chen im Bereich des karnevalistischen Tanzes. Das Verhältnis untereinander könnte
manchmal besser sein. Die Trainier nehmen Kritik gern an und üben auch Selbstkritik.
Leider fehlt diese Gabe einer Vielzahl unserer Tänzer. Doch eines kann ich mit Gewiss-
heit sagen: Treten wir bei Wettkämpfen auf, so steht in allen Gruppen der Wettkampf-
geist und die sportliche Fairness an erster Stelle. ´Gemeinsam stehen wir für den Ver-
ein, gemeinsam sind wir stark!`“

Das 12-jährige Tanzmariechen Christin Romberger gab uns weitere interessante Aus-
künfte über ihre Tätigkeit.

Was hat dich dazu bewegt Tanzmariechen beim TKV zu werden?
„Ich fand es schon immer toll, wie Madlin Hoberg getanzt hat und ich dachte, ich könn-
te es ja auch einmal versuchen. Ich wollte außerdem den Überschlag und andere akroba-
tische Übungen lernen.“


                                          25
Wie lange bist du schon Tanzmariechen?
„Ich habe 2002 angefangen und bin somit 3 Jahre Tanzmariechen.“

Bist du aufgeregt vor deinen Auftritten und was für ein Gefühl ist es alleine auf der
Bühne zu tanzen?
„Vor Auftritten ist mein Lampenfieber recht stark und ich bin sehr nervös, mir klopft
das Herz bis zum Hals, aber sobald ich einmarschiere ist alle Aufregung wie weggebla-
sen. Auf der Bühne gebe ich mein Bestes und mir macht es nichts aus, vor so vielen
Leuten zu tanzen. Im Gegenteil, mir macht es sehr großen Spaß vor Publikum zu tanzen
und es ist natürlich ein schönes Gefühl, wenn man viel Applaus bekommt.“

Woher bekommst du deine Kostüme und wie werden sie finanziert?
„Meine Kostüme werden von meiner Mutter und meiner Schwester entworfen und
selbst genäht. Dies geschieht dann in wochenlanger Arbeit in unserer Küche. Die Stoffe
und alles was zum Kostüm gehört kaufen und bezahlen wir selbst.“

Wie oft musst du für einen guten Tanz trainieren?
„Ich trainiere die ganze Zeit über, auch zwischen den Saisons. Dafür habe ich mitt-
wochs Training für akrobatische Übungen, freitags Spagattraining und an einem weite-
rem Tag in der Woche trainiere ich für meinen eigentlichen Tanz.“

Macht es dir Spaß Tanzmariechen zu sein und was hast du für die Zukunft im TKV ge-
plant?
„Mir macht es sehr großen Spaß Tanzmariechen zu sein, obwohl mich das Gardetanzen
auch reizen würde. Trotzdem möchte ich weiter Tanzmariechen bleiben. Für die Zu-
kunft habe ich mir vorgenommen, möglichst bald Überschlag und andere Schwierig-
keitsgrade in meine Tänze einzubauen. Natürlich möchte ich auch weiter möglichst er-
folgreich an unseren Turnieren teilnehmen.“




Cristin Romberger                                 Gabi Buchler




                                          26
Tanzgruppe Junioren (Heiditanz)         Tanzgruppe Jugend (in the navy)




                    Tanzgruppe Senioren (Sommer, Sonne, Ibiza)




                                       27
6. Das Tanzturnier im Unstrut-Hainich-Kreis von 2005

6.1 Die Organisation des Tanzturniers

In zahlreichen Orten des Kreises wird auch nach Aschermittwoch noch weiter Fasching
gefeiert. Überregional etabliert hat sich seit dem Jahr 2002 das Unstrut-Hainich-Turnier
im karnevalistischen Garde- und Schautanz.

Das 4. Tanzturnier des Unstrut-Hainich-Kreises fand am 19. Februar 2005 zum Ende
der Faschingssaison in Bad Tennstedt statt. Dieser Höhepunkt des Karnevals der Region
wurde vom Tennstedter Karnevalverein organisiert und im Sportzentrum am
Schwimmbad durchgeführt. Zwei aktive Mitglieder des Vereins, Gabi und Thomas
Buchler, waren die Hauptorganisatoren und hatten dieses Tanzturnier 2002 ins Leben
gerufen. In nur vier Jahren hatte sich diese Veranstaltung zum festen Bestandteil des
Karnevals in der Region und darüber hinaus entwickelt. Die Organisation eines Tanz-
turniers dieser Größe bedarf einer langen und umfangreichen Vorbereitung. Diese be-
ginnt bereits ein dreiviertel Jahr vorher mit einem Rundschreiben an die Vereine, um die
gewünschte Beteiligung in Erfahrung zu bringen.

Während unserer Umfragen zum Turnier sagten uns viele der teilnehmenden Vereine,
dass sie einen solchen Wettbewerb sehr begrüßen, da sie hier die Möglichkeit haben,
nicht nur ihr Können unter Beweis zu stellen, sondern auch Ideen und Anregungen für
eigene Auftritte erhalten. Die Vereine, die am Turnier teilnehmen wollen, erhalten eine
Einladung mit einer Ausschreibung. In der Ausschreibung werden sie über folgende
Punkte informiert: Ausrichter, Termin, Austragungsort, Turnierbeginn, Turnierrichtli-
nien, Anmeldung, Meldeschluss, Auslosung, Bühne, Reihenfolge, Aufmarsch, Musik,
Startgeld, Eintrittskarten, freier Eintritt, Wertung, Videoaufzeichnungen und Umkleide-
räume. Sie enthält weiterhin einen Anmeldebogen für den jeweiligen Verein und einen
Hinweis zur anzugebenen Bankverbindung. Außerdem wird erwähnt, dass die Vereine
bei der GEMA9 gemeldet sein müssen und dass jeder Verein zwei Jury - Mitglieder stel-
len darf bzw. sollte. Danach müssen genügend Geldgeber gefunden werden. So versucht
man verschiedene Unternehmen als Sponsoren zu gewinnen. In einem Anschreiben bit-
tet der Ausrichter des Turniers um Spenden z.B. für die Pokale, die Versorgung der Ak-
tiven, den Druck des Programmheftes, die Gestaltung der Bühne u.s.w.. Denn durch das
Tanzturnier entstehen erhebliche Kosten, die der TKV allein nicht tragen kann. Nun
muss die Bühne bestellt werden mit dem Mindestmaß von 9x6 Metern. Beim Aufbau
der Bühne muss darauf geachtet werden, dass der Aufmarsch von der rechten Bühnen-
seite erfolgen kann und der Abmarsch über die linke Bühnenseite garantiert wird. Wich-
tige Formulare, wie z.B. Plakate und Programmhefte müssen gedruckt werden, um den
Ablauf, die teilnehmenden Vereine und Bewertungskriterien bekannt zu geben. Bevor
das Turnier beginnen kann, muss noch für ein passendes Ambiente gesorgt werden. Da-
zu gehören z.B. ein Bühnenbild, was in diesem Jahr vom Landratsamt gestellt wurde
oder Blumen, die vom Blumengeschäft Pohl gesponsert wurden. Die Pokale stellten
Sponsoren und der Tennstedter Karnevalverein zur Verfügung und das Landratsamt
druckte die Urkunden. Für den kostenlosen Fahrtransport der Aktiven waren die Frei-
willigen Feuerwehren von Bad Tennstedt und aus Tottleben zuständig.


9
  Die GEMA ist eine Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungs-
rechte


                                                28
Damit auch die Versorgung sichergestellt wurde, waren viele freiwillige Helfer bereit
Kuchen zu backen, Würstchen zu verkaufen oder Getränke auszuschenken.
Bei so einer umfangreichen und hervorragenden Organisation konnte sich der gute Ruf
des Tanzturniers auch auf die Nachbarkreise ausweiten. Nachdem im Vorjahr noch 19
Vereine gezählt wurden, waren es zum 4. Tanzturnier schon 24.

                             Bewertung der Organisation (Tänzer)


                  90
                       78
                  80

                  70

                  60
   Angaben in %




                  50

                  40

                  30

                  20                                                  14

                  10                    7
                                                          1
                  0
                       gut            mittel           schlecht    enthalten




Auswertung des Diagramms
Bei unserem Besuch des Unstrut-Hainich-Turniers 2005 führten wir eine Umfrage mit
den teilnehmenden Tänzern und Tänzerinnen durch, bei der sie ihre Meinung über die
Organisation des Turniers abgeben konnten. Dabei fanden wir heraus, dass ein Großteil
(78%) das Turnier als „gut organisiert“ bewertete. Ein geringer Teil der Tänzer gab eine
schlechte Bewertung von 1% an. 7% der Tänzer waren der Meinung, dass die Organisa-
tion des Turniers nicht in allen Punkten optimal gelungen ist. Es gab leider auch 14%,
die sich dazu keine Meinung bildeten und sich deshalb bei diesem Punkt enthielten.
Diese Ergebnisse zeigten uns, dass das Turnier für die Teilnehmer im Großen und Gan-
zen sehr gut organisiert war.




                                                 29
                       Bewertung der Organisation (Publikum)


                  90
                       83
                  80

                  70

                  60
   Angabne in %




                  50

                  40

                  30

                  20
                                                                 11
                  10                        6

                  0
                       gut                mittel               schlecht




Auswertung des Diagramms
Zur Organisation des UH-Turniers äußerten sich die Besucher folgendermaßen:
82,92% fanden das Turnier gut organisiert. Besonders gelungen fanden die Gäste die
vielfältige Versorgung. Nicht ganz zufrieden waren 6,09% der Besucher. 10,97% be-
werteten die Organisation des Turniers mit „schlecht“ und fanden, es könnte im nächs-
ten Jahr besser sein. Die Organisation der Akustik wäre nach Meinung der Gäste ein
Verbesserungsaspekt für das nächste Turnier.
Doch im Allgemeinen war der Großteil des Publikums mit der Organisation zufrieden
und empfanden das Ereignis somit als gelungen.


6.2 Die Mitwirkenden und Verantwortlichen des 4. Unstrut-Hainich-Turniers

In der Vorbereitung und Durchführung dieser Veranstaltung gab es viele Verantwort-
liche, ohne die die Ausrichtung des Turniers in der Kategorie Karnevalistischer Garde-
und Schautanz nicht möglich gewesen wäre.
Die gesamte Planung und Durchführung des Turniers stand unter der Leitung des Tenn-
stedter Karnevalvereins. Am Einlass saßen Fred Seipel und Alfred Heise, die für die
Eintrittsgelder verantwortlich waren.
Der Turniersprecher, Wolfgang Zilling, führte durch die gesamte Veranstaltung. Dieses
Amt verlangte eine große Konzentration und Aufmerksamkeit während des gesamten
Turniers. Zu seinen Aufgaben gehörten u.a. die Vorstellung der einzelnen Gruppen,
wobei er stets neutral bleiben musste.
Eine der wichtigsten Aufgaben hatte der „Jury–Obmann“ Thomas Buchler. In seinem
Verantwortungsbereich lag im Vorfeld eine Schulung für die Jury durchzuführen. An
dieser Schulung konnten jeweils zwei freiwillige Mitglieder der gemeldeten Vereine
teilnehmen. Aus den so geschulten Personen wurde dann die Jury gebildet, die am Ende
aus 13 Mitgliedern bestand. Thomas Buchler war weiterhin noch für den Ablauf und die
Sicherheit auf der Bühne zuständig.



                                                   30
Nach den vorgegebenen Bewertungskriterien (siehe Tabelle) musste die Jury eine loyale
Bewertung des Tanzes durchführen. Diese Bewertungen wurden dann zum Rechenzen-
trum an Thomas Bunzel und Toralf Emmerich weitergereicht. Ihre verantwortliche Auf-
gabe war die Auswertung der einzelnen Bewertungen der Jurymitglieder und Ermittlung
des jeweiligen Punkt–Wertes für den Beitrag. Die Ergebnisse, die vom Turniersprecher
bekannt gegeben wurden, bestimmten die Platzierungen in den verschiedenen Diszipli-
nen. Für die medizinische Versorgung und Erste Hilfe Leistung waren die Johanniter,
sowie die Turnierärztin Dipl. Med. Annerose Kämpf verantwortlich. Ein anderer wich-
tiger Aspekt bei der Durchführung des Tanzturniers war die Beschallungstechnik, wel-
che von Jörg und Christine Benkenstein und Holger Ludwig realisiert wurde. Einen
bedeutenden Beitrag leisteten auch die freiwilligen Helfer, die bereits bei der Organisa-
tion (6.1) erwähnt wurden.




       Sitzungspräsident des TKV und Turniersprecher Wolfgang Zilling




      Jury und Jury – Obmann                      Tontechnik: Hr. Benkenstein und
                                                  Hr. Ludwig




       Freiwillige Helfer                         Die Johanniter




                                           31
Bewertungskriterien Marschtanz

Bewertung                                           Punkte
1. Aufmarsch                                  5
2. Grundstellung                              5
3. Uniform                                   10
4. Ausstrahlung                              10
5. Schrittvielfalt                           10
6. Schwierigkeitsgrad                        10
7. Darstellung der Tanzdisziplin             15
8. Exaktheit und Ausführung des Tanzes       15
9. Choreographie                             20

Bewertungskriterien Schautanz

Bewertung                                    Punkte
1. Kostüm                                    15
2. Schritt- / Bewegungsvielfalt              15
3. Originalität                              15
4. Darstellung der Tanzdisziplin             15
5. Ausführung des Tanzes                     20
6. Choreografie                              20


                       Bewertungskriterien des UH-Turniers (Tänzer)

                 90
                      79
                 80

                 70

                 60
  Angaben in %




                 50

                 40

                 30

                 20
                                             12
                                                                         9
                 10

                 0
                      ja                     nein                     teilw eise




 Auswertung des Diagramms
Des weiteren stellten wir den Tänzern die Frage, ob sie über die Bewertungskriterien
informiert waren bzw. darüber Bescheid wussten. 79% der Teilnehmer wussten, nach
welchen Kriterien ihre Tänze bewertet werden. Überraschenderweise waren 12% damit
gar nicht vertraut und 9% waren nur teilweise über die Bewertungskriterien informiert.


                                            32
Dieses Ergebnis war für uns nicht ganz nachvollziehbar, da alle teilnehmenden Vereine
ein Turnierheft vom Ausrichter erhalten haben, indem alle Bewertungskriterien nieder-
geschrieben waren. Ebenfalls standen in der Ausschreibung auch Hinweise über die
Bewertung. Somit hätten alle die Möglichkeit gehabt, sich mit dieser Bewertung zu be-
fassen.


6.3 Der Ablauf und die Ergebnisse des Turniers

„Dabei sein ist alles!“ lautete das Motto des 4. Unstrut-Hainich-Turniers am 19. 02.
2005. Unsere Seminarfachgruppe konnte sich an diesem Samstag gemeinsam von der
hohen Qualität des karnevalistischen Garde- und Schautanzes überzeugen.

Vor Beginn des Turniers mussten alle Aktiven und Helfer rechtzeitig vor Ort sein, um
die letzten Vorbereitungen zu treffen. Ungefähr zwei Stunden vor der Eröffnung des
Unstrut-Hanich-Turniers wurden die teilnehmenden Truppen von zwei Aktiven des
Tennstedter Karnevalvereins empfangen. Die Teilnehmer erhielten einen Umschlag mit
der Hallenordnung, der Startnummer, der Quittung über die Startgebühr und den Zeit-
plan. Außerdem wurde ihnen eine Garderobe zum Ankleiden und Schminken zugewie-
sen. Als alle Jugend- und Juniorengruppen anwesend waren, leitete um 10.00 Uhr ein
musikalischer Auftakt das Turnier ein. Danach folgte die Begrüßung der Teilnehmer,
Kampfrichter, Helfer, Ehrengäste und Gäste durch die „Quellprinzessin“ Lusann Dorf-
mann und den Sitzungspräsidenten Wolfgang Zilling als Vertreter des Veranstalters.
Leider konnte der Bürgermeister von Bad Tennstedt zu Beginn nicht anwesend sein,
doch der Landrat Harald Zanker hob in seinen Grußworten die Besonderheit und Größe
des Turniers als eine Gemeinsamkeit der vielen Faschingsvereine hervor. Seine Schirm-
herrschaft über das Turnier bekräftigte er mit der Öffnung eines Schirmes als Start für
das Tanzturnier. Nach der Eröffnung startete das Turnier mit einer Animation zur Er-
wärmung. Dieser Willkommensgruß für alle Teilnehmer und Gäste wurde von Patrick
Schmidt, Michael Zilling und allen Tanzmädchen des Tennstedter Karnevalvereins
durchgeführt. Danach gab der Turniersprecher Herr W. Zilling notwendige organisatori-
sche Hinweise zum Ablauf, zur Startreihenfolge, Siegerehrung und Bewertung. Als
nächstes erfolgte die Vorstellung der Jury. Von den 13 Mitgliedern durften nur sieben
die Bewertung des Tanzes vornehmen. Um negative Reaktionen bei den verschiedenen
Akteuren zu vermeiden wurden einzelne Mitglieder der Jury nach jedem Tanz gewech-
selt. Kein Jury-Mitglied durfte den eigenen Verein bewerten. Die höchste und die nie-
drigste Wertung wurde gestrichen. Gabi Buchler von der Turnierorganisation sagte da-
zu: „Besonders groß geschrieben wird bei uns das ‚Fair play’ bei der Bewertung!“.
Der erste Beitrag des Wettkampfes fand in der Kategorie Jugend - Paartanz statt. Da-
nach folgten die Beiträge in den weiteren Disziplinen Jugend - Marschtanz, Jugend -
Tanzmariechen, Jugend - Schautanz, Junioren - Marschtanz, Junioren - Tanzmariechen
und Junioren - Schautanz. Damit sich die Senioren und das Männerballett auf ihre tän-
zerischen Darbietungen vorbereiten und die Gäste, sowie die Teilnehmer sich stärken
konnten, wurde eine Mittagspause von 12.30 - 13.30 Uhr eingelegt. Im Anschluss folg-
ten die Tänze in den Kategorien Senioren - Marschtanz, Senioren - Tanzmariechen und
Senioren - Schautanz. Auf Grund von Anfragen der verschiedensten Vereine wurde bei
diesem Turnier erstmalig ein Wettbewerb im Männerballett durchgeführt, jedoch mit
einer gesonderten Bewertung.




                                          33
Nach dem alle Aktiven ihr Können gezeigt hatten, wurden nun die drei Besten aus den
verschiedensten Disziplinen ausgezeichnet.Die Siegerehrung fand gegen 18.00 Uhr statt
und wurde durch den Landrat, die Quellprinzessin, die Ehrengäste und den Veranstalter
vorgenommen.

Die Bestplatzierten wurden ermutigt am Thüringer - Landesturnier teilzunehmen.




Ehrengäste: Schirmherr Hr. Harald Zanker,         Bürgermeister Jörg Klupak
„Quellprinzessin“ Lusann Dorfmann                 mit seiner Frau
und Bürgermeister Jörg Klupak




Animation von Patrick Schmidt und                   Jugend des LCC in der Disziplin
Michael Zilling                                     Paartanz




Aktive des TKV in der Disziplin                   Junioren des GCC in der
Mariechentanz                                     Disziplin Marschtanz


                                         34
Jugend des TKV in der Disziplin                  Männerballett des LCC in der
Schautanz                                        Disziplin Schautanz




                           Siegerehrung in der Disziplin
                              Mariechentanz Junioren


Sieger des 4. Unstrut-Hainich-Tanzturniers

Disziplin            Verein               Namen                Punkte
   Jugend
Paartanz             Herbsleber CV        Frederike Eberhardt 428
                                          Florian Grube
Marschtanz           Tennstedter TKV                          422
Mariechen            Tennstedter TKV      Michaela Gebhardt 449
Schautanz            FSV Herbsleben                           430
                     „Danceline“
   Junioren
Marschtanz           Tennstedter TKV                           424
Mariechentanz        Greußener CC         Sahra Klein          433
                     Weiß- Blau
Schautanz            Tennstedter TKV                           411
   Senioren
Marschtanz           Tennstedter TKV                           459
Mariechentanz        Tennstedter TKV      Madlin Hoberg        442
Schautanz            Tennstedter TKV                           444

Männerballett        Langensalza LCC                           200



                                        35
Mit einer weiteren Umfrage haben wir heraus gefunden, welche Gründe die Teilnehmer
und Gäste veranlasst haben, am Unstrut-Hainich-Turnier teilzunehmen.



                        Beweggründe für den Besuch (Publikum)


                  45
                       39,4
                  40                                             37,6

                  35

                  30
   Angaben in %




                  25                        22,9

                  20

                  15

                  10

                  5

                  0
                       Verein            Verwandte          interessehalber




Auswertung des Diagramms
Unsere Umfrage begrenzte sich nicht nur auf die teilnehmenden Tänzer, sondern bezog
sich auch auf das Publikum des Unstrut-Hainich-Turniers.

Während des Unstrut-Hainich-Turniers befragten wir die anwesenden Gäste welche
Beweggründe sie für ihren Besuch hatten, die sich prozentual ausgedrückt mit keinem
sehr großen Unterschied darstellten.
39,40% besuchten das Turnier, weil sie von den teilnehmenden Vereinen, jedoch nicht
aktiv dabei waren. Verwandte der Aktiven waren zu 22,90% vertreten. Und interessen-
halber kamen 37,6% des Publikums.

Dieses Ergebnis überraschte uns sehr positiv, denn wir hätten nicht gedacht, dass sich so
viele für solch ein Ereignis interessieren, obwohl sie weder mit den Teilnehmern ver-
wandt oder in irgendeinem Verein tätig sind.




                                                   36
7. Schlussbemerkung
In unserer Seminarfacharbeit haben wir uns ausgiebig mit dem Thema „Karneval“ und
insbesondere mit dem „Karneval in der Stadt Bad Tennstedt“ beschäftigt.

Durch die Besuche vieler Karnevalveranstaltungen in der Saison 2004/2005 wie bei-
spielsweise dem Rosenmontagsball, der Auftaktveranstaltung am 11.11.2004 und dem
Unstrut-Hainich-Turnier konnten wir unser Wissen über den Karneval in Bad Tennstedt
vertiefen und festigen. Zahlreiche Umfragen zeigten uns, dass der Karneval in Bad
Tennstedt nicht nur Tennstedter Bürger sondern auch Einwohner aus anderen Städten
und Gemeinden anlockt. Dies verdeutlichte uns, dass der TKV und seine zugehörigen
Veranstaltungen aus dem kulturellen Leben der Kurstadt nicht mehr wegzudenken sind.
Durch Recherchen und Interviews mit den Verantwortlichen des Tennstedter Karneval-
vereins fanden wir heraus, dass sich die Vorbereitungen für die Karnevalsaison über das
ganze Jahr erstrecken und sich keinesfalls, wie von einigen geglaubt, in kurzer Zeit or-
ganisiert sind. Durch das Zusammenwirken von Kapelle, Technik, Maske, Dekoration
und Versorgung sind Sponsoren und viele freiwillige Helfer notwendig, damit die Ver-
anstaltungen überhaupt zustande kommen können. Überaus interessant war für uns zu
erkennen, dass im Laufe der gesellschaftlichen Entwicklungen sich auch der Tennsted-
ter Karnevalverein veränderte, was sich nicht nur in den Fortschritten der Technik zeigt,
sondern auch an den Programminhalten deutlich wird. Der Jahrzehnte lange positive
Werdegang des TKV setzt für die Mitglieder immer wieder neue Herausforderungen,
um das anspruchsvolle Publikum auch in der Zukunft mit seinen sehr guten Leistungen
zu überzeugen.

Da wir unsere Informationen durch die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Ver-
eins und weniger durch Textarbeit erhielten, sehen wir rückblickend die Terminverein-
barungen mit diesen Mitgliedern als ein Problem. Aufgrund von privaten Verpflichtun-
gen und vollen Terminkalendern war es teilweise schwierig, Treffen zu vereinbaren.
Trotzdem gelang es den Aktiven des TKV durch ihr Entgegenkommen uns tatkräftig zu
unterstützen. Natürlich waren auch die unterschiedlichen Charaktere unserer Gruppen-
mitglieder am Anfang ein Problem, was sich aber durch eine effektive Zusammenarbeit
lösen lies.

Zum Abschluss möchten wir uns nochmals bei allen Mitgliedern des TKV bedanken,
die uns bei der Erstellung unserer Seminarfacharbeit tatkräftig unterstützten.




                                           37
Literaturverzeichnis

[1]    Meyers Taschenlexikon in 10 Bänden,
       Bd.3:Drah-Gebh herausgegeben und bearbeitet von Meyers Lexikonredaktion
       B.I.-Taschenbuchverlag, Mannheim-Leipzig Wien-Zürich

[2]    Venedig, Marco Polo, Reisen mit Insider-Tips, Mairs Geographischer Verlag,
       1996

[3]    Ulrich Mählert: Geschichte der DDR 1949-1990, Landeszentrale für politische
       Bildung Thüringen, Erfurt 1997

[4]    Deutscher Duden

[5]    Großes Universal Lexikon

[6]    Brockhaus (Seite 76)

[7]    „Wahrig“ Wörterbuch

[8]    Thüringer Allgemeine vom 7. Februar 2005; 8. Februar 2005; 21.Februar 2005;
       5. Februar 2005

[9]    Thüringische Landeszeitung vom 21. Februar 2005; 5. Februar 2005

[10]   Allgemeiner Anzeiger, Das Anzeigeblatt für Thüringen, Ausgabe Mühlhausen/
       Bad Langensalza

[11]   „Tennscht Helau!“, 50 Jahre Tennstedter Karneval 1953-2003,
       Jubiläumsausgabe des Tennstedter Karnevalsverein TKV e.V.

[12]   Programmheft (4.UH-Turnier 2005)

[13]   www.wissen.de; www.lablue. de; www. Wikipedia.de; www.kindergarten-
       workshop.de; www.tkv-tennscht-helau.de; www.narren.de;
       www.fg-strupinga.de; www.brasil-treff.com; www.br-online.de;
       www.gdkg.de; www.allesklar.de; www.ccfuerofenhagen.de; www.wdrmans.de;
       www.politikerscreen.de; www.yahoo.de; www.dw-world.de; www.uni-essen.de;
       www.swr.de; www.augustinus.de; www.heiligenlexikon.de; www.tzlz.de;
       www.lsvs.de; www.witzeundstimmungsmusik.de; www.ccfuerstenhagen.de;
       www.kursfas-net.de




                                        38
Eigenständigkeitserklärung

Hiermit erklären wir, dass die vorliegende Seminarfacharbeit von uns selbständig und
ausschließlich unter Verwendung der aufgeführten Quellen erstellt wurde. Es wurden
keine unerlaubten Hilfen oder Hilfsmittel in Anspruch genommen.


Bad Langensalza, den 02. 11. 2005


Unterschriften:


_____________________               ___________________________
Marie Fuchs                         Madeline Münch



_____________________               ___________________________
Katharina Selzer                    Katharina Nessel



_____________________
Katharina Seipel




                                          57
Anhang




         39
40
               Rosenmontagsumzug




                 Elferratswagen des TKV




Mottowagen: „Kaum Mittel, man staune, trotzdem gute Laune“




                       Die Kanone


                           41
Juniorentanzgarde des TKV & „der Sparschweintreiber“ Jan Heise




                         Frauenchor




                      Frauensportgruppe




                             42
        Spielmannszug aus Bad Langensalza




                Zug am Osthöfer Tor




Sturm auf das Rathaus durch die Römer aus Andisleben




                        43
„Der Bürgermeister wird in Handschellen gelegt und die Narren
          übernehmen die Herrschaft in der Stadt“




   Das Symbol „der Schlüssel“ übergibt der Bürgermeister
  den Narren und die Stadt wird bis Aschermittwoch von den
                „Karnevalsfreunden“ regiert




                             44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
56

								
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