Vorlesung PSM Teil 3 Husten Schnupfen Heiserkeit

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Vorlesung PSM Teil 3 Husten Schnupfen Heiserkeit Powered By Docstoc
					Patientenorientierte Beratung



              Husten, Schnupfen,
              Heiserkeit


              Dr. Jörg Mitterdorfer
    Husten, Schnupfen, Heiserkeit




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    Erkrankungen des Rachen

       Rachenkatarrh (=Halsentzündung=Angina):
        Symptome:
        –   Halsschmerzen
        –   Schluckbeschwerden
        –   Fieber
       Meist viral, mitunter bakterielle
        Superinfektion (Streptokokken)


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    Rachenkatarrh

       Diagnose:
        Rachen ist rot und wund
        Schlucken und mitunter Atmung erschwert
        u.U. Eiter und Fieber
       Behandlung:
        meist nicht notwendig; bei bakterieller
        Infektion Antibiotika (-> Arzt)


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    Rachenkatarrh

       Besonderer Anlass?
        –   Akute (chron.) Stimmüberlastung
        –   Aufenthalt in Räumen mit trockener Luft (Heizung,
            Klimaanlage)
        –   Rauchen, Alkoholgenuss
        –   Inhalative Glukokortikoide




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    Rachenkatarrh

       Linderung der Symptome:
        –   ASS, Paracetamol
        –   Gurgeln mit Salzlösung
        –   Desinfizierende, schmerzstillende
            Gurgellösungen oder Lutschtabletten
       Bei chronischen Rachentzündungen (>2
        Wochen): Arztbesuch empfehlen


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    Rachenkatarrh (Medikamente)

       Häufig verwendete
        Lutschtabletten




        Tyrothricin (Gramicidin +     Benzydamin-HCl
        Tyrocidin), Cetyltrimethyl-   KI: Keine
        ammoniumbromid, Lidocain
        KI: SST, Bromid-Hyper-
        sensitivität
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    Rachenkatarrh (Medikamente)

       Weitere:




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    Rachenkatarrh (Medikamente)

       Weitere:




    Dichlorbenzylalkohol   Cetylpyridinium chlorid
                           Benzylalkohol             Cetylpyridinium chlorid
    Pentyl-m-kresol
                           KI: Kinder < 6 Jahre      KI: Kinder < 6 Jahre
    KI: Kinder < 6 Jahre
                           SST                       SST, Asthma
    SST, Asthma


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     Relativ Neu:

        Mucoangin:            Strepsils:
         –   WSt.: Ambroxol   Flurbiprofen
         –   KI: SST          KI: letztes Trimenon, Stillperiode
                              Kinder < 12 Jahre




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     Rachenkatarrh (Medizinprod.)

        Häufig verwendete
         Lutschtabletten




11                           Lichen islandicus
      Rachenkatarrh

         Häufig verwendete Gurgellösungen




12   Benzydamin-HCl Chlorhexidin   Hexetidin   Dequaliniumchlorid
     Kritische Beurteilung der
     Lutschpastillen und Gurgellösungen

        V! Quart-Allergie (quartäre
         Ammoniumverbindungen – Benzalkonium-
         chlorid)
        Chlorhexidin und Cetylpyridin (Dobendan,
         Gurfix, Halset) können Zähne verfärben
        Desinfektionsmittel dringt nicht tief genug in
         Schleimhaut ein
        Antibiotika (Tyrothricin) zu niedrig dosiert

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     Rachenkatarrh – weitere Maßnahmen

        Gurgeln mit Kamillen-,
         Salbei-, Ringelblumentee
        Salzwasser: 1 TL -> 0,3 l
         Wasser
        Verd. Wasserstoffperoxid: 1
         EL 3% -> 1 Glas Wasser)
        Kaugummi, Zuckerl
         (Speichelenzyme,
         Benetzung)
        Pfefferminzöl (Japomin)
        Säurehaltige Getränke
         vermeiden
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     Weitere Erkrankungen des Rachens

        Mandelentzündung
        Entzündung des Kehlkopfdeckels
        Peritonsillarabszess
        Kehlkopfentzündung
        Kehlkopfkrebs
        Pseudo-Krupp: Kinder (6 Mo.- 3 J.);
         bellender Husten, Heiserkeit, Stridor, Arzt

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     Schnupfen

        Ausgelöst durch Rhinoviren; Vermehrung
         löst Entzündung der Nasenschleimhaut aus
        Ausbreitung in Nebenhöhlen (Sinusitis) und
         eustachische Röhre (Ohrtrompete;
         Mittelohrentzündung) möglich




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     Schnupfen

        „behandelt 1 Woche, unbehandelt 7 Tage“
        Eigentlich: 3-3-3
        Qualität des Schnupfens:
         –   Trocken: Allergie
         –   Fließend
         –   Stockend



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     Schnupfen – Symptomlinderung

        Kurzfristige, lokale Anwendung von
         Sympathomimetika ist vertretbar. (max. 10
         Tage; „Nasentropfennase“):
        SM verengen Blutgefäße der
         Nasenschleimhaut -> abschwellender Effekt -
         > Zugänge zu Nebenhöhlen geöffnet ->
         Schleim fließt leichter ab.


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     Sympathomimetika -
     Kontraindikationen

        Trockener Schnupfen
        Engwinkelglaukom (grüner Star)
        Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung, sehr
         hoher Blutdruck, Herzrhythmus- oder
         Durchblutungsstörungen
        Gleichzeitige Anwendung von TCA oder
         MAO-Hemmern (BD-Steigerung)

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     Sympathomimetika - Nebenwirkungen

        Anschwellen der Nasenschleimhaut (u.U.
         Konservierungsmittelallergie)
        Bei Überdosierung / Säuglingen bis
         Kleinkindern / Personen > 60 J.:
         –   Müdigkeit, Benommenheit
         –   Herzklopfen, Unruhe, Schlaflosigkeit
         –   Blutdruckanstieg


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     Schnupfen – häufig verwendete
     Sympathomimetika




                             Xylometazolin (SM) – Sprays:
     Oxymetazolin-HCl (SM)   0,05%: Ki 2-10 a, 0,1% ab 10 a
21
     Schnupfen – weitere
     Sympathomimetika




     Tramazolin,Kampfer,   Naphazolin, Kampfer,
                                                     Xylometazolin –
     Menthol, Cineol       Menthol, Cineol
                                                     0,05%: 2-10
     KI: < 6 Jahre, SST,   KI: SST, Rhinitis sicca
                                                     0,1%: ab 10
22   Rhinitis sicca
     Schnupfen – SST, Kleinkinder

        In Schwangerschaft
         und Stillperiode nicht
         anwenden (Ausnahme:
         Fentrinol: -SM)
        Kinder < 2 J.: Menthol
         (Pfefferminzöl, Wick)
         kontraindiziert
         (verlangsamt Atmung)
        Geeignet: Salzlösung

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     Schnupfen - Salzlösung

        pH-Wert des Sekrets erhöht, wird flüssiger
        Kinder < 2 Jahre
        Bei Rhinitis sicca
        Pflegend (z.T. mit Dexpanthenol)
        Möglicherweise vorbeugender Effekt
         (Anheftung der Viren an Nasenschleimhaut
         erschwert)

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     Schnupfen – Salzlösung-Sprays




25    0,9% NaCl-Lösung in Pipettenflasche
     Schnupfen

        Homöopathie
         –   Allium cepa (fließend)
         –   Pulsatilla (stockend)
         –   Luffa (stockend und fließend)
        Aromatherapie:
         –   Fichten-, Kiefernadeln
         –   Eukalyptus


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     Schnupfen - Phytotherapeutika

     Suinupret / Solvopret: Extrakt aus:
     Rad. Gentianae, Flos Primulae, Hba. Rumicis, Flos
     Sambuci, Hba. Verbenae




27
     Beliebt, aber leider…: Antihistaminika

        Antihistaminika p.o.: ungünstig: verdicken den
         Schleim im Kopfbereich -> Vermehrung der Viren
         begünstigt
         –   Rhinopront (Phenylephrin, Carbinoxamin)
         –   Clarinase (Loratadin, Pseudoephedrin)
         –   Wick Erkältungssaft für die Nacht („MediNait“; Doxylamin,
             Ephedrin, Paracetamol, Dextromethorphan, Anethol)
        Erkältungsschnupfen ist eig. eine Kontraindikation



28
     Beliebt, aber leider…: Antihistaminika

        Nebenwirkungen: Müdigkeit,
         Konzentrationsschwäche
        Potentielle Nebenwirkungen: Herz-Kreislauf
         bis zu Schlaganfall
        Problem: „Kaschieren“ der Erkrankung




29
     Dann noch eher:

        Aspirin Complex:
         –   ASS, Pseudoephedrin
        Weitere Maßnahmen:
         –   Ruhe
         –   Crataegutt™ bei
             Kreislaufproblemen




30
     Nasenbluten

        Bei anhaltendem Schnupfen
         durch Austrocknen der
         Nasenschleimhaut
        Vorbeugung:
         –   Salzlösung
         –   Nasenöl (Coldistop, Vit A u.
             E)
        Maßnahmen:
         –   Nicht hinlegen
         –   Nase mit Daumen und
             Zeigefinger 5-10 min.           Medizinprodukt
             zusammendrücken und
             durch den Mund atmen
         –   Kälte (Eiswürfel) hilft nicht
31           ausreichend
     Husten

        Akute Bronchitis:
         –   Meist viral bedingt
         –   Schmerzhafter, zunächst trockener Reizhusten
         –   Meist einige Tage nach Erkältung
         –   Auswurf gelblich
         –   Abklingen nach 4-7 Tagen
         –   Bakterielle Bronchitis: gelb-grüner Schleim,
             länger als 7 Tage

32
     Husten

        Chronische Bronchitis (wochen- oder monatelang):
         –   Rauchen
         –   COPD (ACC)
         –   Umweltschadstoffe
         –   Ozon
         –   Wiederholte Erkältung
        Asthma bronchiale (Stridor)
        Gastroösophagealer Reflux: v.a. morgens
        Glukokortikoid-Inhalation
        Herzinsuffizienz
        NW von ACE-Hemmern


33
     Akute Bronchitis

        Begleitende Maßnahmen:
         –   Vermeiden von Flüssigkeitsverlusten (Schleim
             bleibt flüssig und kann leichter abgehustet
             werden)
         –   Für ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgen
         –   Inhalieren mit Kochsalzlösung (1 EL -> 1l
             Wasser)



34
     Akute Bronchitis

        Mukolytika,
         Expektorantien:                             Spiköl
         –   Wirkung umstritten, lt.
                                       Guaifenesin
             EBM überflüssig




35              Acetylcystein
     ACC

        http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki
         =Acetylcystein
        WW!: Ampicillin, Tetrazykline, Makrolide,
         Cephalosporine, Aminoglykoside,
         Amphotericin B
        Dosierung: Kinder: TD 200 mg, 6-14a: 300-
         400 mg, Erwachsene 600 mg


36
     Guaifenesin

        http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki
         =Guaifenesin
        KI: eingeschränkte Nierenfunktion
        SST: keine Daten
        NW: Allergien, Magen-Darm
        WW: Sedativa, Muskelrelaxantien


37
     Spiköl

        Aetheroleum spicae
        Dosierung: 3 x 2 (ab 12 a)
        SST: möglich




38
     Mukolytika: Hinweise

        Bei Asthma nicht inhalieren (Bronchospasmus)
        Paragruppenallergie (Konservierungsmittel)
        Epilepsie (Alkoholgehalt)
        Nicht mit Opioid-Hustenblockern kombinieren
        Glyzerolnitrat-Wirkung verstärkt (KHK, AP)
        (2 h Abstand zu Ampicillin)
        (Nicht gleichzeitig mit Amphotericin B, Tetrazyklinen)



39
     Akute Bronchitis: Hustenblocker

        lt. EBM geeignet:
         –   Dextromethorphan
             (Wick Hustenstiller)




40
     Dextrometorphan

        http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Dextromethorph
         an
        GA: Asthma, Pneumonie, Ateminsuffizienz, Atemdepression
        SST: Nutzen/Risiko-Abwägung, nicht stillen
        Müdigkeit, Magen/Darm, Allergie, Halluzinationen
        ZNS-Dämpfer verstärkt; MAO-Hemmer, SSRI (Serotonin-
         Syndrom): (ZNS- Erregung, hohes Fieber, Atem- und
         Kreislaufstörungen). CYP2D6-Hemmer erhöhen
         Dextromethorphan-Spiegel. Vorsicht bei Leberschäden. Nicht
         für Kinder unter 12 Jahren. Verkehrshinweis.
         Abhängigkeitsentwicklung möglich


41
     Hustenblocker – Dextromethorphan -
     Lehrbuch

        Gegenanzeigen:
         –   Asthma
        Nebenwirkungen (gelegentlich, unbedenklich):
         –   Übelkeit, Verdauungsbeschwerden, Verstopfung,
             Schwindel




42
     Hustenblocker

        Nebenwirkungen (selten, aber gefährlich):
         –   Schwere allergische Reaktionen (Schwellung der
             Schleimhäute, Atemnot, Kreislauf bricht
             zusammen) -> Notarzt
        Hinweise:
         –   Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit
         –   SST: Dextromethorphan o.k.
         –   Kinder unter 14 J.: Dextromethorphan ab dem 1.
             LJ anwendbar

43
     Akute Bronchitis: Phytos

        Vorsicht: ätherische Öle können Asthma-
         Anfall auslösen
        Menthol nicht bei Kleinkindern
         (atemdepressive Wirkung): Benzoe, Fenchel,
         Cajeput, Eukalyptus sind o.k.
        Pflanzliche Arzneimittel



44
     Pflanzliche Mittel bei Husten



                                            Hba. Thymi
                                            Hba. Serpylli
                                            Hba. Plantaginis


                            Extr. Hederae
     Extr. Thymi,
     Extr. Senegae
     Extr. Aurantii amari

45
     Pflanzliche Mittel bei Husten

                 Bronchostop: Thymian- , Eibischextrakt

                           Wick:
                           Campher, Menthol, Eukalyptusöl,
                           Muskatnussöl, Zedernöl,
                           Terpentin, Thymol
                           GA: Kinder < 2 a

                            Luuf: Kampfer, Menthol, Ätherische
                            Öle aus: Eukalyptus, Terpentin,
                            Latschenkiefer, Kiefernadel, Muskat;
                            Thymol
                            GA: Kinder < 2 a
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