�ber die Notwendigkeit des handlungsorientierten Umgangs

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�ber die Notwendigkeit des handlungsorientierten Umgangs Powered By Docstoc
					        Über die
     Notwendigkeit
des handlungsorientierten
  Umgangs mit Literatur
  im Hochschulbereich
        Ewa Turkowska, NKJO Radom

 Bałtyckie Spotkania Filologiczne, Osieki 2008
               Inhalt des Vortrags
1. Aktuelle didaktische Positionen der Literaturdidaktik –
   Übersicht mit Hinweis auf Vorrangstellung des HPO
2. Der Handlungs- und Produktionsorientierte
   Literaturunterricht – Grundsätze
3. Vorteile der Handlungsorientierung im Literaturunterricht:
3.1. In Bezug auf Didaktik:
 Lernpsychologische Motivation: Lerneffektivität
 „Erlebte Methodik“ in der Lehrerausbildung
3.2. In Bezug auf Literatur:
 Lockerung, Abwechslung im schulischen Umgang mit
   Literatur
 Motivation zum außerschulischen Kontakt mit Literatur:
   Lesen als Freizeitbeschäftigung
4. Handlungsorientierung als Notwendigkeit
5. Handlungsorientierte Methoden des Literaturunterrichts
6. Beispiele für handlungsorientierte Aufgaben im
   Unterricht
Aktuelle literaturdidaktische Positionen
  Handlungs-              und Produktionsorientierung
   (HPO)
  Verbindung HPO – Textanalyse
  Der Integrative Literaturunterricht
        Integration von Literatur und Medien
        Integration von Literatur und Lernbereichen
         Sprechen und Schreiben
  TextnahesLesen
  Neuropsychologische Fundierung des
   Lesens
 Rupp/Boelmann 2007:17, (Reihenfolge von mir geandert)
   Vorrangstellung des Handlungs- und
Produktionsorientierten Literaturunterrichts
  Vorrangstellung des Handlungs- und Produktionsorientierten
  Literaturunterrichts, insbesondere in Verbindung mit
  Textanalyse:
 Seit etwa 30 Jahren in der literaturdidaktischen Diskussion
 Besonders produktiv für die Fachdidaktik
 Vielseitig legitimiert mit Erkenntnissen der Lernpsychologie
  und Literaturwissenschaft (Poststrukturalismus,
  insbesondere Rezeptionsästhetik)
  KEIN eigenständiges Unterrichtskonzept, KEIN
  Selbstzweck, SONDERN:
 Methodisch-didaktische Bereicherung des
  Literaturunterrichts
 Erweiterung der Interpretationsmöglichkeiten um neue
  Methoden
          Grundsätze des
   Handlungsorientierten Unterrichts
1. Personale, inhaltliche und methodische Ganzheitlichkeit
 Die personale Ganzheitlichkeit: der „ganze“ Schüler wird
   angesprochen: Er soll mit Kopf, Herz (Gefühlen), Hand und
   allen Sinnen dabei sein. Handlungsorientiertes Lernen ist
   ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen.
 Die inhaltliche Ganzheitlichkeit: Bearbeitung der
   Unterrichtsinhalte nicht aufgrund einer Fachsystematik,
   sondern aufgrund der Probleme und Fragestellungen, die
   sich aus dem Handlungsprodukt ergeben.
 Die methodische Ganzheitlichkeit: Verwendung von
      verschiedenen Unterrichtsmethoden: Projektunterricht, Vortrag,
       Geschichtenerzählen, szenische Interpretation, Planspiel,
       Experiment, Erkundung und
       verschiedenen Sozialformen, v.a. Gruppen- und Partnerarbeit.
        Grundsätze des
 Handlungsorientierten Unterrichts
  2. Handlungsprodukte
 Die veröffentlichungsfähigen, vorzeigbaren materiellen
  und geistigen Ergebnisse der Unterrichtsarbeit, mit
  denen weitergearbeitet und gelernt werden kann:
 inszeniert (Standbild-Bauen, Rollenspiel, Planspiel,
  Musik, Tanz usw.) oder
 hergestellt (Leserbrief, Wandzeitung, Klassenzeitung,
  Schülerbuch, Flugschrift, Collage, Modell, Poster,
  Experiment),
 Vorhaben und Projekte: Aufführung, Ausstellung,
  Videofilm, Wettbewerb, Workshop,
  Erkundung/Exkursion, Klassenfahrt u.v.m.
          Grundsätze des
   Handlungsorientierten Unterrichts
3. Schülerorientierung
3.1. Berücksichtigung der subjektiven Schülerinteressen:
 Ausgangspunkt der Unterrichtsarbeit
 Weiterentwicklung dieser im handelnden Umgang mit neuen
   Themen und Problemen.
3.2. Beteiligung der Lernenden an der Planung, Durchführung und
   Auswertung des Unterrichts.
3.3. Schülerautonomie (Schüleraktivität)
 Autonomie der Lernenden beim Wissenserwerb und
   Produktherstellung.
 Schüler: möglichst viel selbst planen und verwerfen, erkunden,
   entdecken, erproben, erörtern.
 Lehrer: Inspiration, Motivation, Beratung, die zur Selbstständigkeit
   der Schüler führt.

Eine positive Konsequenz von Änderung des Lehrer-Schüler-
   Verhältnisses ist die Entstehung einer stressfreien
   Lernatmosphäre.
        Grundsätze des
 Handlungsorientierten Unterrichts
  4. Ausgewogenheit zwischen Kopf- und
  Handarbeit.
 Kopfarbeit: alle geistigen (kognitiven),
  immateriellen Handlungen
 Handarbeit: alle mit Hilfe des Körpers
  durchgeführten materiellen Handlungen.
 Anerkennung der Bedeutung des praktischen
  Handelns im Lehr-Lernprozess, der im Sinne
  einer dynamischen Wechselwirkung zwischen
  Kopf- und Handarbeit begriffen wird.
       Allgemeindidaktische Vorteile des
       Handlungsorientierten Unterrichts
   Die neuen Informationen werden mehrkanalig aufgenommen, es ist Lernen
    mit allen Sinnen – die effektivste Lernform:
       auditiv – durch Hören der neuen Informationen;
       visuell –im Handlungsorientierten Unterricht wird viel mit Photos, Bildern,
        Bildcollagen gearbeitet
       motorisch-haptisch (praktische Betätigung – basteln, dabei also
        berühren, tasten, fühlen).
   Der Lernstoff wird intensiver aufgearbeitet als im einseitig kognitiv
    ausgerichteten Unterricht. Die handlungs- und produktionsorientierten
    Lernaufgaben engagieren besonders stark den Intellekt für die Planung und
    Durchführung der Arbeit.
   Stressfreie Lernatmosphäre, die dank Abbau der Lehrerdominanz und Spaβ
    an der kreativen Selbsttätigkeit entsteht, emotionales Engagement bei der
    Aufarbeitung des Lernmaterials und eine positive Einstellung zum Lernstoff
    steigern die Effektivität beim Behalten des Stoffes.
   Realisierung des Prinzips Schülerorientiertheit: Lehrerdominanz wird
    abgebaut, die Lerner stehen im Zentrum des Unterrichtsgeschehens.
   Im Handlungsorientierten Unterricht bemüht man sich um die
    Berücksichtigung der Schülerinteressen bei der Wahl der Lehrinhalte, also
    um den Selbstbezug beim Lernen.
     Literaturdidaktische Vorteile
 Die subjektiven Schülerkonkretisationen eines
  literarischen Textes werden stärker ausgearbeitet,
  während sie im traditionellen Interpretationsunterricht
  häufig nicht artikuliert werden können. Diese
  Subjektivität ist wichtig für das Textverstehen.
 Die handlungsorientierte Unterrichtsgestaltung und
  der produktive Textumgang appellieren an die
  Emotionen der Schüler. Die Relevanz der Gefühle für
  die literarische Kommunikation betont die
  Rezeptionsästhetik, die Relevanz der Gefühle für die
  Effektivität des Lernprozesses betont die
  gegenwärtige Didaktik.
 Die Produktionsaufgaben aktivieren die Phantasie der
  Schüler, dadurch wird die Aufnahmebereitschaft für
  die Originaltexte gesteigert (vgl. Eisenbeiβ 1994:416).

           Literaturdidaktische Vorteile
   Handlungsorientierung hat einen stark motivierenden Charakter. Der
    Prozesscharakter des Unterrichts ruft Interesse hervor. Der literarische Text
    verliert Distanz, wird lebendig, er wird in die Erfahrungswelt der Lerner
    einbezogen. Die oft zu beobachtende Abneigung der Lernenden gegenüber
    Pflichtlektüre wird weitgehend abgebaut. Diese Wirkung ist besonders bei
    Texten älterer literarischer Epochen wichtig.
   Der methodisch abwechslungsreiche Literaturunterricht erzeugt Spaβ am
    Umgang mit Literatur, die Lerner werden zum Lesen angeleitet. Auf diese
    Weise kann ein Richtziel des Literaturlehrgangs, Erziehung zum Lesen,
    besser realisiert werden.
   Aktivierung der ganzen Lerngruppe: Die handlungsorientierten Aufgaben,
    meistens in Gruppen- oder Partnerarbeit ausgeführt, erreichen alle Schüler,
    darunter auch die weniger wortgewandten, die im analytischen
    Frontalunterricht in den Hintergrund treten.
   Handlungsorientierung erlaubt dank der positiven Lernatmosphäre und dem
    emotionellen Engagement der Schüler eine bessere Realisierung der
    wichtigsten affektiven Ziele des Literaturunterrichts: der Entwicklung einer
    positiven Einstellung zur Literatur und der Erziehung zum Lesen.
   Die für den Handlungsorientierten Literaturunterricht typische mehrkanalige
    Aufnahme der Lehrinhalte und die Verbindung zwischen theoretischem
    Wissen und praktischem Tun tragen zur besseren Beherrschung des
    Lernstoffes bei, also zur besseren Realisierung der kognitiven Ziele des
    Literaturunterrichts.
     Literaturdidaktische Vorteile
  Handlungsorientierte Aufgaben erproben alternative
   Interpretationsverfahren der indirekten
   Interpretation (Gestalten von Parallel- und
   Eingreifstexten, szenische Aufführungen), die neue
   Zugänge zur Literatur eröffnen und die persönliche
   Aneignung der Literatur fördern.
 Handlungsorientierung in der Literaturdidaktik
   entspricht der poststrukturalistischen Auffassung
   über die Literaturwissenschaft und der
   posthistorischen Art, Wissenschaft zu betreiben:
   Verzicht auf Ganzheitlichkeit, systematische
   Darstellung; Inkohärenz, das Fragmentarische.
(Ein Argument, auf welches ich allerdings nicht stolz bin.)
     Vorteile für den Hochschulbereich
(insbesondere für Deutschlehrerausbildung)
   Aktive Teilnahme aller Lerner am Unterrichtsgeschehen. Der
    Handlungsorientierte Literaturunterricht garantiert eine groβe
    Aktivität der Lerner. Die Notwendigkeit, eine Handlung
    auszuführen, aktiviert alle Lerner und veranlasst sie zu einer
    tieferen Reflexion über den Text. Die positive Folge davon ist,
    dass sie sich im anschlieβenden Interpretationsgespräch öfter
    zu Wort melden und mehr zu sagen haben.
   Entwicklung der Sprachkompetenz. Im fremdsprachigen
    Literaturunterricht muss man auβer dem Erwerb der
    literaturbezogenen Kenntnisse auch dem Erwerb und Gebrauch
    der Fremdsprache Aufmerksamkeit schenken. Deswegen ist es
    berechtigt, mehrere Aktivitäten durchzuführen, die der
    Entwicklung der (insbesondere produktiven) Sprachfertigkeiten
    gewidmet sind. Dieses Ziel verfolgt die Verwendung der
    handlungsorientierten Methoden, in denen die sprachliche
    Aktivität der Lernenden (der mündliche und schriftliche
    Ausdruck) mehrfach gefördert wird.
     Vorteile für den Hochschulbereich
(insbesondere für Deutschlehrerausbildung)
   „Erlebte Methodik”. Entwicklung der methodisch-
    didaktischen Kompetenz der Lernenden durch die Vielfalt der
    methodischen Vorschläge.
       Für künftige Lehrer ist eine abwechslungsreiche methodische
        Gestaltung des Literaturlehrgangs sehr wichtig, weil sie das
        handlungsorientierte methodische Repertoire positiv erleben, sich von
        seinen Vorteilen überzeugen und es sich aneignen können.
   Befähigung zum Einsatz der handlungsorientierten
    Methoden bei der Arbeit mit literarischen Texten im
    schulischen Deutschunterricht.
   Die interessante methodische Gestaltung des
    Literaturunterrichts erhöht die Motivation zur Beschäftigung
    mit Literatur dank dem beruflichen Interesse der künftigen
    Deutschlehrer an Verfahren und Formen des Unterrichts.
Vorteile der Handlungsorientierung
        im Literaturunterricht
    FAZIT
    In Bezug auf Didaktik:
   Gesteigerte Lerneffektivität
   „Erlebte Methodik“ in der Lehrerausbildung
    In Bezug auf Literatur:
   Lockerung, Abwechslung im schulischen
    Umgang mit Literatur
   Motivation zum außerschulischen Kontakt mit
    Literatur: Lesen als Freizeitbeschäftigung
              Handlungsorientierung als
                   Notwendigkeit
    Voraussetzungen der Lernergruppen:
   Bedarf an „action“
    Gewöhnung heutiger Lerner an einen interaktiven Umgang mit Bild
    und Multimedien impliziert eine ähnliche Behandlung des Lernstoffes
    im Literaturkurs. Einschränkung des Kontakts mit einem literarischen
    Text auf rezeptives Lesen scheint deswegen nicht mehr zeitgemäß
    zu sein in einem Zeitalter, in dem jeder zum „Mitmachen“
    aufgefordert wird. Scheinbar passives Lesen und Über-den-Text-
    Sprechen, traditionelle Tätigkeiten des Literaturunterrichts, sind
    einseitig kognitiv ausgerichtet und auf das Wort konzentriert – beides
    Tendenzen, die in der multimedialen Welt im Rückzug sind. Es
    scheint angebracht zu sein, der neuen Lernergeneration Aktivitäten
    anzubieten, die ihrer Art der Welterkundung besser entsprechen.
    Handlungsorientierte Aufgaben mit ihren haptisch-motorischen
    Aktivitäten erfüllen diese Bedürfnisse der Lernenden. Der bastelnd-
    schreibend-spielerische Umgang mit literarischen Texten ruft mag
    zwar noch den Widerwillen traditionell gesinnter Lehrenden
    hervorrufen, aber die aufrichtige Begeisterung der Lernenden für
    diese Arbeitsmethoden spricht für sich und ist nicht zu verkennen.
          Handlungsorientierung als
               Notwendigkeit
Voraussetzungen der Lernergruppen:
   Sprachniveau
    Das sinkende Niveau der Sprachbeherrschung der
    Studienanwärter infolge des neuen Abiturs hat seine Folgen in
    den begrenzten Kommunikationsmöglichkeiten der
    Studierenden, besonders im ersten Studienjahr. Ein
    hermeneutisches Interpretationsgespräch ist deswegen oft
    kaum möglich. Dieser Zustand macht den Einsatz von
    alternativen Methoden der Textarbeit und Interpretation
    unvermeidlich. Handlungsorientierung bietet diese sinnvolle
    Alternative. Aufgaben wie das Schreiben von Parallel- und
    Eingreiftexten, Interviews mit literarischen Figuren u. v. m.
    stellen nicht so hohe Anforderungen an Sprachkenntnisse,
    denn sie lassen sich oft mit einem einfacheren Wortschatz
    bewältigen, über den die Studierenden verfügen.
      Handlungsorientierung als
           Notwendigkeit
   Didaktik:
 Praxisbezug
  Die gegenwärtige Didaktik betont ganz stark die
  Notwendigkeit, Lerninhalte mit praktischen
  Aufgaben, der umgebenden Realität und dem
  aktuellen Leben zu verbinden.
  Handlungsorientierte Aktivitäten stellen diesen
  Praxisbezug her. Projektarbeiten, wie z. B. Suche
  nach Spuren deutschsprachiger Schriftsteller in
  der Heimatstadt und Umgebung erlauben es,
  Literatur lebensnah zu erfahren.
         Handlungsorientierung als
              Notwendigkeit
    Literatur:
   Werbung für Literatur
    Anspruchsvolle Literatur und Lesen verschwinden leider
    allmählich aus unserer von Medien besessenen Welt, sie
    werden zu einer elitären Beschäftigung für eine Handvoll
    Fachleute. Heutzutage muss man für Literatur werben,
    damit sie nicht aus dem Bewusstsein der jungen Generation
    nicht verschwindet und ihre wichtige gesellschaftliche und
    erzieherische Rolle weiter erfüllen kann. Es ist deswegen
    unentbehrlich, Literatur attraktiv anzubieten, damit sie
    positiv assoziiert wird und keine Abneigung hervorruft (wie
    es leicht bei einer unfachgemäßen Behandlung im
    Unterricht passieren kann).
          Handlungsorientierte Methoden
Methoden des kreativen Schreibens
 Paralleltexte schreiben (Texte, in denen der Originaltext erweitert und umgeschrieben wird)
 -narrative Texte oder Gedichte nach der Vorlage eines literarischen Textes schreiben, der als
   Muster für den Schülertext dient. Beibehalten wird die Form oder Erzählstruktur des Originals,
   der Inhalt des Schülertextes wird auf andere Sachverhalte bezogen oder die Realität aus der
   Vergangenheit in die Gegenwart verlegt.
 -Parallelgedichte schreiben, die dem Originalgedicht einen andern Stil oder Ton geben
 -nach der Erzählstruktur des Originaltextes einen neuen Text über andere Sachverhalte
   schreiben
 -auf ein Gedicht mit Fragestruktur mit einem eigenen Text antworten
 -Gedichte oder Geschichten nach Stichworten schreiben, die den semantischen Kern
   des Originaltextes bilden (vgl. Aufgabe zu „Besuch der alten Dame”)
 -Textvarianten (Umerzählungen) schreiben:
 dem Originaltext ein anderes Ende geben, eine Erzählung mit verändertem Handlungsgang,
   anderen Figuren schreiben, ein Handlungs- oder Personenmerkmal ändern und den Text
   umschreiben, die Zeit der Handlung in die Gegenwart verlegen und unter veränderten Realien
   neu erzählen, den Text unter Perspektivenwechsel (aus der Perspektive einer anderen
   Handlungsfigur) neu erzählen
 -zusätzliche Äuβerungen der Figuren erfinden: Tagebuch einer Figur schreiben, einen
   „inneren Monolog“ schreiben, einen Brief an eine andere Figur der Handlung oder eine
   ausgedachte Person schreiben
 -den Stil des Originaltextes nachahmen oder parodieren, Pastiche schreiben
 -einen Text in einer von der Originalfassung abweichenden Sprachform nacherzählen (z.B. in
   der Jugendsprache)
 -Fortsetzung einer Originalerzählung, Nachgeschichte einer Figur schreiben
 -Vorgeschichte einer Handlungsfigur schreiben
  Handlungsorientierte Methoden
Methoden des kreativen Schreibens
 Eingreiftexte schreiben, d.h. Texte, die in den
  Originaltext direkt eingreifen, ihn verändern oder
  ergänzen, z.B.
     -Leerstellen ausfüllen, die im Originaltext vorhanden sind:
      Ereignisse im Handlungsverlauf ergänzen, die nur
      angedeutet sind, angedeutete Dialoge ergänzen,
      Handlungsorte, Figuren, Räume, seelische Zustände
      genau beschreiben
     -„künstliche“ Leerstellen, d.h. zu didaktischen Zwecken
      durch Herausschneiden von ausgewählten Textstellen
      entstandene Lücken im Text ausfüllen, z.B. fehlende
      Episoden des Handlungsgangs, Textende ergänzen
Handlungsorientierte Methoden
Methoden des kreativen Schreibens
 Literarische Gattung des Originaltextes ändern
       -erzählende Texte (Novellen, Romanfragmente,
        Erzählungen, Kurzgeschichten) als Hörspiel oder
        dramatische Szene umschreiben
       -aus Prosatexten Gedichte in freien Versen schreiben
       einen Text in Form einer literarischen Gattung
        schreiben: Märchen, Fabel, Sonett, Erzählung u.s.w.
   über einen Text schreiben
       -Leseprotokoll, in dem Leseeindrücke festgehalten
        werden
       -eine Textstelle kommentieren
       -einen Werbetext für ein Buch schreiben
       -eine Buchbesprechung (Rezension) schreiben
    Handlungsorientierte Methoden
    Methoden der szenischen Darstellung
   Theatralische Aufführungen z.B. für die Schulbühne
       Sie sind für einen Zuschauerkreis bestimmt. Die Darsteller sprechen einen
       „fertigen“ literarischen Text und agieren nach einem ausgearbeiteten
       Szenario. Das Verhalten der Darsteller ändert sich nicht, wenn die
       Aufführung wiederholt wird.
   Formen der szenischen Darstellung, z. B.
      - Standbilder
      - Rollenspiele
      - pantomimische Darstellung
    (es gibt keine Einteilung in Schauspieler und Zuschauer: alle Gruppenmitglieder
       sind an der Darstellung beteiligt,
    Auf Erlebnisse und Emotionen der Darsteller ausgerichtet, anders als in der
       Theatervorstellung, wo der Schauspieler ein Medium ist, das die Erlebnisse
       der Zuschauer hervorruft,
    die Darsteller konzentrieren sich auf ihre Erlebnisse ohne auf die
       schauspielerische Technik zu achten,
    die Darsteller spielen aus dem Stegreif, es gibt keinen Text, der auswendig
       gelernt und vorgetragen wird).
    Handlungsorientierte Methoden
  Andere handlungsorientierte Methoden:
 Graphisch-bildliche Darstellung
       -zu Texten Bilder malen, z.B. Episoden der Handlung
        illustrieren
       -Bildcollagen anfertigen, z.B. Konstellationencollagen zur
        Interpretation eines Textes
       -Bild-Text-Collagen anfertigen
       -graphisch-bildliche Darstellung von Handlungsabläufen
        und Bedeutungsakzenten
 Quiz zum Textinhalt
 Brettspiele zum Textinhalt
          AUCH ZUR ERARBEITUNG VON
                 EPOCHENWISSEN!
Epochen-Cluster:
„Literaturblume”
       Epochen-Cluster: Barock-Blume
   Knappe, elegante Formulierung            Antithesen: Vergänglichkeit –Lebensgenuss
                                             Epigramm = Sinnspruch
   Schelmenroman
                                             Verfall des Handels
   Daphnis und Chloe                        kein Kulturzentrum
   kunstvolle Form                          Gesetze der Ständegesellschaft
   Verwüstung                               Paul Fleming: Teutsche Poemata
   Christian Reuter: Schelmuffsky           Angelus Silesius: Der cherubinische
   Friedrich von Logau                       Wandersmann
                                             Wortbetonung = Versakzent
   Regeln für Rechtschreibung
                                             Ode
   Leben = Wechsel, nichts hat Bestand      A. Gryphius- Tränen des Vaterlandes
   Lustspiel                                Tod – Leben
   Verfall der Städte                       Reinigung der Sprache von fremden
   Fruchtbringende Gesellschaft              Einflüssen
   Zeit – Ewigkeit                          Nachahmung antiker Vorbilder
   Oper                                     Mensch – Gott
                                             Martin Opitz: Buch von der Deutschen
   Andreas Gryphius: Herr Peter              Poeterey
    Squenz                                   Andreas Gryphius: Horribilicribrifax
   Schäferroman                             Verzweiflung
   Ziel des Dichtens: allgemeingültige      Absolute Fürsten
    Wahrheit formulieren, belehren           Tod
                                             Zersplitterung
                                             pathetischer Stil
Erarbeitung einer Pflichtlektüre mit Bild-Text-Collagen:
        „Bahnwärter Thiel“ von G. Hauptmann
Bild-Text-Collage:
„Bahnwärter Thiel”
von G. Hauptmann:
Das psychologische
Porträt der Titelfigur
Bild-Text-Collage:
Frauenbilder in
„Bahnwärter Thiel”
von G. Hauptmann
Bild-Text-Collage:
Symbolik in
„Bahnwärter Thiel”
von G. Hauptmann
Bild-Text-Collage:
Familienleben in
„Bahnwärter Thiel”
von G. Hauptmann
Bild-Text-Collage:
Elemente des
„konsequenten
 Naturalismus” in
„Bahnwärter Thiel”
von G. Hauptmann
   Textproduktion: Antizipation der
             Handlung
„Der Besuch der alten Dame” von Friedrich Dürenmatt (1955)
Einstieg in die Lektüre
   Welchen Inhalt erwarten Sie nach folgenden Zitaten? Bilden Sie eine
   Geschichte.
 Das Herz mit deinem und meinem Namen...I, 36
 Alte Geschichten. Ich war jung und unbesonnen... I,46
 Nun sind wir alt geworden, beide...I,49
 Ich lasse das Städtchen meiner Jugend nicht im Stich...I, 38
 Die Gerechtigkeit kann man doch nicht kaufen!... I, 45
 Millionen hat sie versprochen... I, 41
 Wundervoll, diese Muskeln! Haben Sie schon jemanden erwürgt mit
   Ihren Kräften? I, 41
 Pflegen Sie Sterbende zu trösten? Auch solche, die zum Tode
   verurteilt wurden? I, 29
 Jede meiner Ehen ist glücklich I, 42
                      Proust-Umfrage den Helden der
    Stellen Sie diese oder andere, selbst ausgedachte Fragen
    Novelle- Sali und/ oder Vrenchen. Was würden Sali und Vrenchen
    antworten?

   Was ist für dich am wichtigsten im Leben?
   Was bedeutet für dich Freundschaft?
   Könntest du einen Menschen hassen? Wofür?
   Was bedeutet für dich Liebe?
   Angenommen, du erlebst im Leben eine Krise und triffst nur Hindernisse-
    wie verhältst du dich? Kämpfst du oder gibst auf? Warum?
   Wie möchtest du sterben?
   Deine wichtigste Charaktereigenschaft...
   Welche Charaktereigenschaften gefallen dir an einer Frau?
   Welche Charaktereigenschaften gefallen dir an einem Mann?
   Deine Vorstellung von Glück...?
   Was fürchtest du am stärksten?
   Was wäre für dich das größte Unglück?
   Was wärest du am liebsten, wenn du nicht das wärest, was du bist?
                           Rollenspiel
   Keller: Romeo und Julia auf dem Dorfe
   VRENCHEN
    Sie sind Vrenchen. Sie gehen zum Flussufer, wo Sie sich mit Ihrem
    Freund Sali ins Wasser stürzen wollen. Unterwegs treffen Sie den
    Schwarzen Geiger, er will Sie von Ihrem tragischen Entschluss
    abbringen. Sie sehen aber keinen Sinn weiterzuleben. Wie
    argumentieren Sie? Lassen sie sich überreden? Denken Sie in
    Kategorien der damaligen Zeit!
   SALI
    Sie sind Sali. Sie gehen zum Flussufer, wo Sie sich mit Ihrer Freundin
    Vrenchen ins Wasser stürzen wollen. Unterwegs treffen Sie den
    Schwarzen Geiger, er will Sie von Ihrem tragischen Entschluss
    abbringen. Sie sehen aber keinen Sinn weiterzuleben. Wie
    argumentieren Sie? Lassen sie sich überreden? Denken Sie in
    Kategorien der damaligen Zeit!
   DER SCHWARZE GEIGER
    Sie sind der Schwarze Geiger. Sie treffen Sali und Vrenchen auf dem
    Weg zum Flussufer, wo sie sich ins Wasser stürzen wollen. Versuchen
    Sie sie von dem tragischen Entschluss abzuhalten. Wie argumentieren
    Sie? Denken Sie in Kategorien der damaligen Zeit!
         Zusatztext, Ratespiel
 Brechts „Mutter Courage”
 Ratespiel: Bilden Sie Rätsel für Ihre KollegInnen
  (Zeichnungen, Fragen, kleine Texte,
  Pantomime), die sich auf die Figuren des
  Stückes beziehen.
 Zusatztext: Was sollte ein Zuschauer zur Zeit
  der Erstaufführung des Stückes aus „Mutter
  Courage“ wohl lernen? Versetzen Sie sich in die
  Rolle eines fiktiven deutschen Zuschauers im
  Jahr 1939. Was denken Sie während und nach
  der Aufführung? Schreiben Sie Ihre Gedanken
  auf.
Didaktisches Spiel:
Allzweck-Spielbrett
„Literaturschlange”
In den beiden Büchern wird das Thema
          genauer behandelt
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

				
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