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Samsung

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2/7/2012
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Im Test: Samsung Galaxy S2

i9100 (Handy)









Für das Samsung Galaxy S2 gibt’s volle Punktzahl in den Disziplinen Handling und

Internet sowie fast 100 Prozent bei Multimedia - das ist die überaus

beeindruckende Bilanz nach dem Test bei CHIP Online. Das neue Super-

Smartphone bringt enorme Verbesserungen bei der Bedienung. Die Konkurrenz

muss sich warm anziehen.



Das Samsung Galaxy S2 ist 124 Millimeter lang und 66 Millimeter breit (Galaxy S:

123 x 64 mm). Besonders auffällig ist das sehr schlanke Gehäuse. Mit 8,5

Millimeter (an der dicksten Stelle 9,4 Millimeter) gilt das Galaxy S2 laut Hersteller

als derzeit dünnstes Smartphone. Mit gerade einmal 116 Gramm wiegt es sogar

einen Tick weniger als sein Vorgänger. Das schafft Samsung nur mit einem

Plastikgehäuse. Da vielen Handy-Ästheten das viele Plastik des Vorgängers ein

Dorn im Auge war, greifen die Koreaner ein wenig in die Trickkiste und veredeln

die Rückseite mit einer geriffelten, matten Struktur, die einen Metallic-Deckel

vorgaukeln soll. Unserer Meinung nach funktioniert das prima, das Handy wirkt

nicht nur edler, sondern liegt auch besser in der Hand. Dennoch: Wer auf schwere,

sich besonders wertig anfühlende Handys steht, wird vom Galaxy S2 nicht

begeistert sein.

Display: Wo steckt das "Plus"?

Das Display misst nun 4,27 Zoll in der Diagonalen. Samsung setzt auf "Super

AMOLED-Plus", wobei das Plus für mehr Schärfe, Kontrast und einen größeren

Farbraum sorgen soll. Mehr Schärfe ist jedoch fraglich, schließlich bleibt es

weiterhin bei der Auflösung von 800 x 480 Pixel, die eine größere Fläche abdecken

müssen. Zahlen hin oder her, was sagt das Auge? Unser Eindruck ist: Das Display

ist ebenso scharf und kontrastreich wie das des Vorgängers. Bei der Helligkeit

kann es im direkten Vergleich mit dem Display des iPhone 4 nicht mithalten: Es

wirkt deutlich dunkler. Dies zeigt sich besonders bei hellem Umgebungslicht. Hier

ist der Bildschirm des iPhone 4 besser ablesbar als der des Galaxy S2. Noch einen

Tick dunkler ist der Screen des Galaxy S.



In unserem Display-Testlabor können wir die von Samsung propagierten

Mehrwerte des Super-Amoled-Plus-Bildschirms ebenfalls nicht nachvollziehen.

Farbraum, Kontrast und Helligkeit: Alles gute Werte, aber auch nicht besser als

beim Vorgänger. Ein Grund, enttäuscht zu sein, besteht jedoch nicht. Das AMOLED-

Display beeindruckt mit astreiner Schärfe, hervorragendem Kontrast, sattem

Schwarz und strahlenden Farben. Letztere kommen besonders bei normaler bis

dunklerer Umgebung toll zur Geltung. Hier kann die Konkurrenz mit S-LCD, Retina

oder Clear Black nicht mithalten. Laut Samsung ist das Display mit dem Plus nur

noch 2,5 Millimeter dick - ein Grund, warum das Handy insgesamt so dünn ausfällt.



Arbeitstempo: Läuft rundum rund

Auch der Touchscreen überzeugt: Die schön große Aktionsfläche gepaart mit sehr

fixen Reaktionszeiten garantiert, dass die Bedienung des Handys Spaß macht.

Scrollen, Zoomen per Multitouch, Hin- und Herwischen, Wechsel zwischen Hoch-

und Querformat - alles flutscht wie geschmiert. Dafür zeichnet auch der Dual-Core-

Prozessor mit 1,2-GHz-Taktung verantwortlich. Dies zeigen auch unsere

Highspeed-Messungen. Vom Antippen bis zum Öffnen häufig genutzter Menüs

(Kontakte, SMS, Browser) verging keine Sekunde. Lediglich im Kameramodus

nimmt sich das Galaxy S2 eine kurze Bedenkzeit, wenn man zwischen Optionen

wie Panorama oder Einzelbild wechselt. Abstürze oder Einfrieren? Fehlanzeige bei

unserem Testgerät.



TouchWiz stiehlt Android die Show

Das Galaxy S2 wird mit der neuesten Smartphone-Android-Version 2.3 aka

Gingerbread ausgeliefert. Darüber legt Samsung seine TouchWiz-Oberfläche,

diesmal in Version 4.0. Nicht Android, sondern das TouchWiz-Update bringt für die

Nutzer die meisten Veränderungen. Das sind zwar nur Kleinigkeiten, die jedoch

den Alltag enorm erleichtern. So können Sie zwischen den Startscreens ohne mit

dem Finger abzusetzen sehr flink hin- und herwechseln. Widgets und Icons lassen

sich anhand eines Rasters vergrößern oder verkleinern beziehungsweise durch

Kippen des Handys auf einen anderen Startscreen verschieben. Apropos Kippen:

Um Bilder oder Webseiten zu vergrößern oder zu verkleinern, reicht es, wenn Sie

zwei Daumen auf das Display legen und dann das Handy nach hinten oder nach

vorne kippen. So zoomen Sie ins Bild herein und wieder heraus und müssen nicht –

wie bei Multitouch – mit einer Hand auf dem Display herumfuhrwerken.

Ich will doch nur spielen

In Sammelbereichen, Hubs genannt, finden sich themenbezogene Funktionen wie

Soziale Netzwerke ("Social Hub"), einen Musik-Shop mit über 13 Millionen Songs

("Music Hub") und einen e-Book-Laden ("Readers Hub") mit meist

englischsprachigen Büchern, Magazinen und Zeitungen. Das kennt man schon von

Samsungs Wave-Handys mit bada-OS. Neu hinzu kam für Spielefans der "Games

Hub" mit einer Auswahl an wirklich guten Spielen aus dem Android-Market,

darunter etwa "GT Racing", das bereits vorinstalliert ist. Diese Spiele nutzen den

dreiachsigen Beschleunigungssensor und das Gyroskop und kosten meist um die 3

Euro.



Schneller im Netz unterwegs

Ein Handy mit solch einem großen Display ist natürlich fürs Surfen prädestiniert.

Dazu kann das Galaxy S2 nun auch per HSPA+ Daten mit bis zu 21 Megabit pro

Sekunde empfangen. In deutschen Netzen wird HSPA+ von den Netzanbietern vor

allem in Ballungsräumen angeboten. In der CHIP-Online-Redaktion ist HSPA+ nicht

verfügbar, dennoch sputete sich der Browser im Mobilfunknetz. In rund 8

Sekunden war die 600 KByte große Testseite geladen (5 Sekunden für mobile

Testseite). Per WLAN-n stieg das Galaxy S2 noch mehr aufs Gaspedal: Gerade mal

2,4 Sekunden vergingen, bis die CHIP.de-Testseite vollständig auf dem Schirm

erschien - Rekord! Auch sonst macht der flashfähige Browser seine Aufgabe gut.

Webseiten werden wie auf dem PC dargestellt, die Copy-Paste-Funktion ist

mittlerweile sehr bedienerfreundlich. Das Zoomen per Kippen des Handys klappt

hier schön stufenlos und fein abstimmbar.



Mehr Megapixel, Akku und Speicher

In Sachen Multimedia hat Samsung vor allen Dingen bei der Kamera

nachgebessert. Die knipst jetzt mit 8 Megapixel, unterstützt von einem LED-Licht.

Unsere Testbilder überzeugen mit sehr guter Schärfe und prima Farbwiedergabe.

Bei schwierigen Lichtverhältnissen sollten Sie die sehr leuchtstarke LED-Lampe

einsetzen, denn sonst werden die Bilder unscharf. Anspruchsvolle Knipser finden in

den Einstellungen massig Optionen, wie Panorama, Selbstauslöser oder manuelle

Auswahl der ISO-Stufe. Videos nimmt das Galaxy S2 mit satten 1080p (Full-HD)

und 30 Bildern pro Sekunde auf. Ein Testvideo in dieser Auflösung fällt scharf aus.

In manchen Browsern wird dieses Testvideo zwar mit Rucklern angezeigt, die im

Original aber nicht auftreten. Dank MHL-kompatiblem USB-Anschluss lassen sich

Videos und Bilder auf einem Fernseher mit HDMI-Eingang betrachten. MHL

benötigt jedoch einen HDMI-Adapter (nicht im Lieferumfang) und eine zusätzliche

Stromquelle. Ein echter HDMI-Ausgang hat im superschlanken Galaxy S2 wohl

keinen Platz mehr gehabt.



Akku und Akustik: Licht und Schatten

In Sachen Akku-Kapazität legte Samsung im Vergleich zum ersten Galaxy 150 mAh

drauf, das S2 bietet also insgesamt 1.650 mAh. Das macht sich teils in unseren

Akkutests bemerkbar. Beim Dauersurfen im WLAN-Netz machte das Handy erst

nach sieben Stunden schlapp, obwohl der XXL-Bildschirm auf volle Helligkeit

gedreht war. Im Sprechmodus hielt das Handy sechs Stunden bei voller GSM-

Sendeleistung durch.



Akustisch hat es das Handy voll drauf, zumindest was den MP3-Player angeht. Er

bringt zusammen mit den mitgelieferten, sehr gut sitzenden In-Ear-Kopfhörern

einen satten Sound ins Ohr. Die Klangeinstellungen und der manuelle Equalizer

helfen beim Tunen. Weniger schön klingen die Stimmen beim Telefonieren. Sie

bleiben zwar verständlich, doch auf Handy-Seite tritt ein deutliches Rauschen auf,

während auf Festnetzseite der Gegenpart dumpf und weit entfernt klingt. Der

Freisprecher scheppert arg, das Zuhören gestaltet sich als anstrengend.



Der interne Speicher wurde verdoppelt: Er umfasst 16 GByte intern plus einen Slot

für microSD-Karten. Ursprünglich war auch von einer 32-GByte-Variante die Rede,

doch die bleibt für Deutschland unwahrscheinlich. Ebenfalls ist es nicht sicher, ob

das Galaxy S2 später auch mit einen Chip zur Nearfield Communication bekommen

wird. Samsung erklärt dazu, dass möglicherweise im Spätsommer eine NFC-

Version des Galaxy S2 denkbar wäre. Im Moment jedenfalls ist das kein großer

Malus, schließlich hat sich NFC hierzulande noch nicht richtig durchgesetzt.



Bluetooth-Killer mit Stolperstein

Ein interessanter Aspekt zum Schluss: Mit WiFi Direct lassen sich Dateien zwischen

zwei Handys sehr schnell drahtlos tauschen. Im Test wechselte ein 60 MByte

großes Video in rund einer Minute von einem Galaxy S2 zum anderen. Doch der

Bluetooth-Killer funktionierte im Test nur zwischen Galaxy-S2-Geräten, obwohl die

WiFi Alliance verspricht, dass es reicht, wenn nur eines der Handys WiFi-Direct-

fähig wäre. Ein Statement seitens Samsung zu dieser Problematik steht noch aus.



Fazit: Galaxy S getoppt

Kann man ein Top-Handy wie das Galaxy S noch besser machen? Man kann. Das

zeigt Samsung eindrucksvoll mit dem Galaxy S2. Bei den Neuerungen handelt es

sich zwar nicht um riesige Veränderungen, sondern vielmehr um äußerst nützliche

Tuning-Maßnahmen, etwa das Kipp-Zoomen, die besser personalisierbare

Oberfläche oder ein optimiertes Copy&Paste. Das ist der Grund, warum das Galaxy

S2 die vollen 100 Punkte beim Handling absahnt. Dazu kommen Hardware-

Dreingaben, wie eine bessere Kamera mit mehr Pixeln und LED-Licht, HSPA+ oder

die Doppel-Kern-CPU. Die guten Praxiswerte, etwa das äußerst schnelle Surfen, die

schöne Bildqualität und der starke Akku tragen zum positiven Eindruck bei. Wer

genau sucht, findet aber auch ein paar wenige Kritikpunkte, etwa die schwere

Ablesbarkeit des Bildschirms bei grellem Sonnenlicht, die wenig überzeugende

Sprachqualität oder der maue Freisprecher. Qualität hat ihren Preis: Für den neuen

Bestenlisten-Sieger sind jetzt zum Marktstart mindestens 530 Euro fällig.



Alternativen

Es liegt ganz klar auf der Hand: Als Alternative kommt der Vorgänger, das

Samsung Galaxy S i9000 in Frage. Der Kollege liefert ebenfalls Android, einen

großen Touchscreen mit Super-AMOLED und einen dicken Speicher, wenn auch

alles einen Tick abgespeckter. Auch auf die neuen Funktionen von TouchWiz 4.0

müssen Sie verzichten. Dafür sparen Sie sich eine Menge Geld. Der ehemalige Erste

in der Handy-Bestenliste ist mit einem Preis von rund 300 Euro gut 200 Euro

günstiger als das neue Samsung-Flaggschiff. Preistendenz: sinkend.



Hier geht’s zum Amazon Shop mit den besten Angeboten zum Samsung Galaxy S2



Quelle : www.chip.de


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