Texten fürs Web by hcj

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									             Texten fürs Web

    Grundlagen und Praxiswissen


Folgende Quellen wurden für diese Zusammenstellung genutzt:
Gabriele Hoffacker: Online-Journalismus
Gabriele Hoffacker: DFJS-Skript Online-Journalismus
Ingo Lackerbauer: Handbuch für Online-Texte und Online-Redakteure
Saim Rolf Alkan: 1x1 für Online-Redakteure und Online-Texter
Stefan Heijnk: Texten fürs Web




                       Lokalredakteurtreffen 2006
Der Leser im Internet
               Der User

 Was will er?
 Wen oder was sucht er?
 Wie geht er dabei vor?
 Wie helfe ich ihm am besten dabei,
  dass er möglichst rasch findet, was er
  braucht?


               Lokalredakteurtreffen 2006
        Was will der User?

 Der User will nicht lesen, sondern
  scannt
 Der User mag keine langen Seiten, er
  scrollt nicht gerne



Quelle: Jakob Nielsen/John Morkes
              Lokalredakteurtreffen 2006
          Der User scannt

 Beim Querlesen werden einzelne
  hervorstechende Elemente
  herausgepickt (z.B. Überschriften,
  Grafiken)
 Nur 30-50% des Geschriebenen wird
  wahrgenommen


             Lokalredakteurtreffen 2006
    Scannen wird einfacher, wenn

 Texte in Abschnitte mit
  Zwischenüberschriften gegliedert sind
 Grafiken und fett Gedrucktes den Text
  zusätzlich einteilen
 Texte einfach geschrieben sind („Ich will
  nicht jedes Wort lesen“)


               Lokalredakteurtreffen 2006
    Der User scrollt nicht gerne

 Lieber mehrere kurze Artikel als einen
  sehr langen
 Wichtige Infos am Anfang des Artikel –
  User entscheidet dann, ob er weiterliest
  oder nicht.



               Lokalredakteurtreffen 2006
    Der User scrollt gerne – Holy
              Scrollers
 User wittern kommerzielle Absichten
  (mehr Klicks, mehr Werbung?
 Ausdrucken bei langen Texten
  einfacher
 Es entfallen lange Ladezeiten für
  einzelne Seiten
 Schnell am Textende, um
  Zusammenfassung zu lesen
              Lokalredakteurtreffen 2006
    Der User scrollt nicht gerne

 Unterteile lange Texte nach
  Sinnabschnitten
 Am Ende der Seite: Fortsetzung kurz
  anteasern, um das Weiterlesen
  schmackhaft zu machen



              Lokalredakteurtreffen 2006
Headline und Teaser
Gliederung eines Online-Textes

   Ein Online-Text gliedert sich in
    Überschrift, Lead/Teaser und einen
    anschließenden web-optimierten Text.




                Lokalredakteurtreffen 2006
    Überschrift und Lead/Teaser

 Teaser beantwortet Frage: Wer tut was
  und warum?
 Überschrift und Teaser sollen Interesse
  wecken.
 Qualität von Teaser und Überschrift
  entscheiden in wenigen
  Sekundenbruchteilen, ober der Leser
  bleibt oder verschwindet

              Lokalredakteurtreffen 2006
    Die Headline (Überschrift)

 Vorgeschmack / Hingucker, der zuerst
  gelesen wird
 Muss informativ und relevant,
  verständlich und prägnant sein
 Die Headline macht neugierig – der
  Untertitel führt zum Thema hin
 Sprachspielereien sind zweitrangig

              Lokalredakteurtreffen 2006
    Die Headline (Überschrift)

 Faustregel: Nicht mehr als 6 Wörter,
  höchstens eine Zeile
 Der inhaltliche Bezug soll durch kurze
  und treffende Formulierungen
  hergestellt werden



               Lokalredakteurtreffen 2006
           Die Headline Tipps 1
   Ein Begriff sollte nicht in Überschrift und
    Unterzeile mehrmals vorkommen
   Der Untertitel sollte keine Variation des Titels
    sein, sondern neue Informationen liefern
   Überschriften müssen keine vollständigen
    Sätze sein, aber immer einen Sinn ergeben
   Fragesätze bitte sehr sparsam
   Für zusammengesetzte Wörter bitte
    Bindestriche einsetzen (besser lesbar)

                   Lokalredakteurtreffen 2006
          Die Headline Tipps 2
   Wortspiele sparsam einsetzen – sie sind
    schnell abgegriffen
 Darf nichts versprechen, was nicht
  gehalten wird
 Bei informierenden Beiträgen keine
  kommentierende Überschrift
 Überschrift am besten erst formulieren,
  wenn der Text fertig ist

                  Lokalredakteurtreffen 2006
             Teaser / Lead
 Gleichbedeutend mit Lockmittel („necken“,
  „locken“)
 Kurzer Einstieg in den folgenden Text als
  wichtigster Baustein des Web-Textes
 Soll Aufmerksamkeit und Interesse am
  folgenden Text durch treffende Schlagwörter
  wecken
 Nach der Headline das wichtigste
  Selektionskriterium des Users zum
  Weiterlesen
                Lokalredakteurtreffen 2006
             Teaser / Lead

 Verdichtet Informationen
 Führt die wichtigsten Ws ein
 Sollte nicht länger als 3 Sätze (65
  Zeichen) sein




               Lokalredakteurtreffen 2006
             Teaser / Lead

   Komm so schnell wie möglich zur
    Sache – NICHT TRÖDELN!




                Lokalredakteurtreffen 2006
         Der summarische
    (zusammenfassende) Teaser
 Beantwortet die wichtigen W-Fragen
 Enthält alle wichtigen Informationen
  komprimiert
 Wirkt oft überladen und ist für
  Internetauftritte meist zu lang



              Lokalredakteurtreffen 2006
            Frage als Teaser

   Verlangt Wiederholung der Frage und
    umgehende Antwort im nachfolgenden
    Text




               Lokalredakteurtreffen 2006
        Ankündigungs-Teaser

   Diese Form des Teasers beschreibt
    lediglich was folgt




                Lokalredakteurtreffen 2006
    Der unterhaltende Teaser

 Spannung wird aufgebaut, während mit
  Informationen noch gegeizt wird
 Erst im Fließtext werden W-Fragen
  beantwortet




             Lokalredakteurtreffen 2006
Bilder
     Bilder als Textbausteine

 Stellen harte Fakten dar
 Wecken Emotionen
 Erlauben visuelle Lesbarkeit
 Verbinden Information und Emotion
 Strukturieren lange Texte




              Lokalredakteurtreffen 2006
                    Bilder

 Nur aussagekräftig, wenn sie die Infos des
  geschriebenen Textes sinnvoll ergänzen
 Pro: Vorschau, frühes Entscheidungskriterium
  zum Weiterlesen, wecken Aufmerksamkeit,
  authentisch (Schreiber war dabei), Inhalte
  werden präsenter und greifbarer, Diagramme
  machen Ergebnisse überschaubarer
 Contra: Bilder können ablenken und
  verwirren
                Lokalredakteurtreffen 2006
                    Bildtext
   Kein Bild ohne Bildunterschrift
   Bilder: hohe Postition in der
    Aufmerksamkeitshierarchie beim Scannen
   Deshalb: viel Aufmerksamkeit beim
    Verfassen des Bildtextes
   Sachliche Informationen angebrachter als
    Kommentare, W-Fragen
   Bildtext beschreibt, was Autor im Bild für
    interessant hält

                  Lokalredakteurtreffen 2006
                     Bildtext

   Ausnahmen der Regel:
    – Bild und Titel bilden eine Einheit
    – Ganz kurzer Artikel
    – Bild ist wirklich nur Augenfänger

    Ansonsten:
    Bildtext fungiert als zweiter Teaser und soll
      einen Leseanreiz schaffen
                   Lokalredakteurtreffen 2006
Links
                      Links

 Weisen über den Text hinaus
 Drei Arten
    – Anker im selben Text
    – Verweis auf gleiche HP
    – Link auf fremde HP




                 Lokalredakteurtreffen 2006
       Ein guter Link sollte

 Eindeutig sein
 Konkret sein
 Erwartungstreu sein
 Motivierend sein




              Lokalredakteurtreffen 2006
      Ein guter Link darf nicht

 in die Irre führen (falsche Seite, gar
  keine Seite)
 ohne Kennzeichnung auf zu große
  Dokumente führen




                Lokalredakteurtreffen 2006
Eingebettete (embedded) Links

 = Hyperlinks innerhalb des Lauftextes
 Schwierig für den Leser: gleichzeitig
  Text lesen und Link dechiffrieren –
  immer die Frage: soll ich zu Ende lesen
  oder dem Link folgen?
 Ablenkung (unterstrichen, blau)!!!
 Sparsam Links einbetten („weniger ist
  mehr“, lieber unter dem Text
              Lokalredakteurtreffen 2006
Grundlagen eines
 Online-Textes
     Das Wichtigste ist der Inhalt

 „Content is King in User‘s Mind“
 Hochwertige Unterhaltung,
  aufschlussreiche Information, Fakten
 Glaubwürdigkeit durch
    – Autor- und Quellen-Angabe
    – Links auf andere Seiten
    – Sachlicher Ton (Cave: Humor)
   User mag keine Werbung
                 Lokalredakteurtreffen 2006
    Grundlagen eines jeden Textes

   Stell Dir die 7 W-Fragen
    – Wer?
    – Was?
    – Wo?
    – Wann?
    – Wie?
    – Warum?
    – Woher?

                 Lokalredakteurtreffen 2006
 Grundlagen eines jeden Online-
            Textes
 Rechtschreibung und Grammatik
 Gliederung eines Online-Textes




             Lokalredakteurtreffen 2006
Rechtschreibung und Grammatik

 „Nichts ist peinlicher, entlarvender und
  unglaubwürdiger als ein Text voller
  Rechtschreibfehler und
  grammatikalischer Ungereimtheiten“
 Deshalb: Überprüfe Text auf
  Rechtschreibung, Grammatik und
  Satzzeichen

               Lokalredakteurtreffen 2006
Rechtschreibung und Grammatik

 Text lieber ausdrucken und auf Fehler
  durchschauen (auf dem Papier sieht
  man oft eher einen Fehler als auf dem
  Bildschirm
 außerdem: Im Zweifelsfall im Duden
  nachschlagen (sicherer als manche
  Korrekturhilfe des
  Textverarbeitungsprogramms)
              Lokalredakteurtreffen 2006
    Das Wichtigste immer zuerst

 Vergiss den Deutschunterricht:
  Einleitung, Hauptteil, Schluss
 Vergiss: chronologische Reihenfolge
  der Ereignisse




              Lokalredakteurtreffen 2006
           Das Wichtigste zuerst
   Das wichtigste Faktum gehört an die Spitze des
    Artikels – gleich zu Beginn die zentrale Botschaft
   Je wichtiger, desto weiter vorne steht ein Absatz
    innerhalb eines Artikels (Prinzip der abnehmenden
    Wichitigkeit – umgekehrte Pyramide, Trichter)
   Der Leser erfährt schon zu Beginn die wichtigsten
    Dinge und muss sich nicht durch den ganzen Text
    kämpfen – Das Wichtigste wird direkt zu Beginn
    erfasst.
   !Verwechsel einen Bericht nicht mit einem Krimi!
                     Lokalredakteurtreffen 2006
        Das Wichtigste zuerst

 Gefahr: Der Leser liest den Artikel nicht zu
  Ende
 Aber: Viele tun das ohnehin nicht
 Ist aber erst einmal durch einen spannenden
  Sachverhalt der Leser interessiert, ist es
  wahrscheinlicher, dass er dabei bleibt
 Man kann es nicht jedem recht machen!!!



                Lokalredakteurtreffen 2006
„Der Köder muss dem Fisch
schmecken und nicht dem Fischer
   Du schreibst nicht für Dich sondern für
    den Leser!!!




                 Lokalredakteurtreffen 2006
      Du schreibst nicht für Dich
        sondern für den Leser
   Frage Dich
    – Was erwarten die Leser von dem Artikel?
    – Welches Wissen kann ich voraussetzen?
    – Welche Sprache versteht der Leser?
    – Wie viel Text kann ich dem Leser
      zumuten?



                 Lokalredakteurtreffen 2006
      Du schreibst nicht für Dich
        sondern für den Leser
 Überdrehte Schachtelsätze machen dem
  Leser keine Freude
 Schreibe einfach, kompakt und verständlich
  und nicht langatmig, umständlich und
  kryptisch
 Nicht jeder versteht Deine Art von Humor
    – Eine Glosse oder ein Kommentar sollte als solcher
      gekennzeichnet werden


                    Lokalredakteurtreffen 2006
Kurz, knapp und sachlich

 Ein Artikel ist gut, wenn man nichts
  mehr kürzen kann, ohne dass
  wesentliche Informationen verloren
  gehen
 Schreibe so konkret wie möglich, nenne
  die Dinge beim Namen


              Lokalredakteurtreffen 2006
Abkürzungen sind leserfeindlich

 Vermeide möglichst Abkürzungen
 Unklare Abkürzungen müssen bei der
  ersten Erwähnung erläutert werden




             Lokalredakteurtreffen 2006
         Sinngemäße Absätze

   Lange Absätze schrecken den Leser
    wie zu lange Sätze ab – die
    Konzentration nimmt umgekehrt
    proportional ab




               Lokalredakteurtreffen 2006
        Sinngemäße Absätze

 Unterteile den Text in leicht überschaubare,
  nicht zu große Absätze, die jeweils maximal
  zwei Gedanken enthalten
 Gebe den Textabschnitten
  Zwischenüberschriften
 Pronomina wie dieser oder solcher nicht über
  Textknoten hinweg verwenden sondern nur in
  den Abschnitten eines Textknotens

                Lokalredakteurtreffen 2006
           Aufzählungen

 Nur eine Art von Aufzählungszeichen
  verwenden
 Immer mehr Fließtext als Aufzählungen
 Parallele Strukturen in Aufzählungen
  (gleicher Satzbau)
 Nicht mehr als sieben Punkte
 Ungerade Anzahl ist besser als eine
  gerade
              Lokalredakteurtreffen 2006
          Hauptsätze bilden!
 Ein Satz sollte maximal 20 Worte lang sein,
  sonst wir er unleserlich
 Je einfacher die Grammatik eines Satzes, um
  so besser ist er verständlich
 Bau nicht alle Sätze nach dem gleichen
  Schema auf – bringe Abwechslung in den
  Satzbau
 Vermeide eingeschobene Nebensätze – sie
  machen einen unnatürlichen Eindruck

                Lokalredakteurtreffen 2006
 Sprachliche
Anforderungen
                Aktiv und Passiv

 Benutze die aktive Form des Verbs, das klingt
  eleganter und flüssiger
 Nenne die handelnden Personen beim
  Namen
 Passivkonstruktionen sind typisch für
  Bürokraten

Nicht: „Ich werde gerade untersucht“,
sondern: „Dr. Maier untersucht mich gerade.“

                       Lokalredakteurtreffen 2006
            Kampf dem Adjektiv
 Adjektive = Blähkörper
 Verzicht -> Text wird schlanker und ist
  leichter zu lesen
 Tilge alle überflüssigen Adjektive – und das
  sind fast alle (das Streichen richtet keinen
  Schaden an)
    – Edelfüllsen (z.B. eklatant, geflissentlich)
    – Soziologen-Deutsch (z.B. unhinterfragt)
    – Tautologien (z.B. neu renoviert, seltene Rarität)

                        Lokalredakteurtreffen 2006
          Kampf den Adjektiven

 Widerstehe der Versuchung, Hauptwörter in
  Substantiv und Adjektiv zu zerlegen
 Mache aus einen Substantiv kein Adjektiv



Nicht: „nukleare Waffensysteme“,
Sondern: „Atomwaffen“




                       Lokalredakteurtreffen 2006
         Kampf den Adjektiven

   Viele Adjektive lassen sich nicht steigern.
    Überprüfe Deine Texte auf
    „Steigerungsmonster“ und eliminiere sie




z.B.   einzig – einzigster
       eindeutig – eindeutigster
       sorglos - sorglosester

                       Lokalredakteurtreffen 2006
         Kampf den Adjektiven

 Wo immer sich ein Adjektiv durch ein
  Substantiv ersetzen lässt, solltest Du
  das auch tun!
 Verwende Substantive, die das Adjektiv
  schon enthalten

Bsp.   Starker Wind – Sturm
       schlechter Arzt – Quacksalber

                      Lokalredakteurtreffen 2006
         Kampf den Substantiven
   Insbesondere Bürokraten verwenden gerne bildleere, „unechte“,
    abstrakte Substantive. Diese enden auf:
     – heit
     – keit
     – ät
     – ion
     – ung
   Als Journalist sollte man solche Substantive meiden – ersetze
    diese durch Verben: der Text wird lesbarer und verständlicher

Nicht: „Die Gewährung der Bezuschussung ist in Abhängigkeit von
   der Erfüllung der Auflagen zu sehen.“
Sondern: „Der Zuschuss häng davon ab, dass Sie die Auflagen
   erfüllen.“            Lokalredakteurtreffen 2006
        Das Königswort: Verb

   Alles was geschieht, kann in Verben
    ausgedrückt werden, aber es gibt auch
    Gefahren




                Lokalredakteurtreffen 2006
             Achtung: Verb

 Vermeide Verben mit der Endung –
  ieren (prämieren, verbalisieren)
 Vermeide falsche Übernahmen aus
  dem Englischen (kontakten)
 Vermeide Luftwörter (erfolgen),
  Spreizverben (beinhalten), tote Verben (sich
  befinden) und Blähverben (aufweisen)


                 Lokalredakteurtreffen 2006
         Der Infinitiv – oft falsch
               angewandt
   Keine zwei Infinitive mit zu verwenden
    (Das war der Grund des Hausmeisters, den Kindern zu
    verbieten, auf dem Hof zu spielen)
   Keine Tautologie (die Möglichkeit, in den Urlaub
    fahren zu können)
   Benutze lieber eine konjugierte Form
    des Verbs als eine Infinitiv-Konstruktion
    (Nicht: „Die Frau warf mir vor, keine Milch holen zu
    wollen“, sondern: „Die Frau warf mir vor, ich wolle
    keine Milch holen“)

                        Lokalredakteurtreffen 2006
     Aktiv ist fast immer besser

 Passiv ist eine oft gekünstelt wirkende
  und leere, wenig dynamische und
  farblose Form
 Aktiv stellt Geschehen mit Blick auf den
  Handlungsträger dar

Nicht: „Der Artikel wurde von mir geschrieben“
Sondern: „Ich habe den Artikel geschrieben“
                   Lokalredakteurtreffen 2006
              Spreizvokabeln und
               Bürokratenwörter
   Kürze Wörter wie „abändern“, „abklären“...
     – Die Silbe ab- kann eliminiert werden, ohne
       dass sie ihre Bedeutung verliert
   Beseitige Anhängsel wie -ik und –ation
    (Problematik, Argumentation)
   Achtung beim Plural – oft ist er unsinnig
    (Symptomatiken, Sensibilitäten)
   Entlarve doppelt Gemoppeltes
    (Heilungsverlauf, Frontlinie, Wettergeschehen)


                        Lokalredakteurtreffen 2006
        Vermeide Schachtelsätze
 Hauptübel: nicht die Länge sondern die
  Bauweise – zerstört das Schreib- und
  Sprachgefüge
 Besser: Nebensätze an den Hauptsatz
  anhängen oder mehrere Sätze bilden

Nicht: „Er hatte, als der Hausmeister, der vom Vermieter informiert
   worden war, mit der Reparatur begann, immer noch nicht
   ausgeschlafen.“
Sondern: ...

                        Lokalredakteurtreffen 2006
    Stolpersteine im Web-Text

 Verzichte auf Klammern, sie
  unterbrechen den Lesefluss
 Vermeide ei-Wörter, sie sind schwer zu
  entschlüsseln (beinhalten, Reinkarnation)
 Vermeide Abkürzungen, sie sind schwer
  zu lesen und Abkürzungen die mit
  einem Punkt enden, können als
  Satzende missverstanden werden

               Lokalredakteurtreffen 2006
         Weitere Schreib-Tipps
   Schreibe nur, was Du verstanden hast
   Verbanne Behördendeutsch
   Vermeide inhaltsleere Floskeln, prüfe: „Habe
    ich dem Leser wirklich etwas mitgeteilt?“
   Tilge abgenutzte Formulierungen
   Wenn Du schon Bandwurmwörter
    verwendest, dann trenne sie durch
    Bindestriche
   Vermeide Schachtelsätze – sie lesen sich
    schlecht am Bildschirm
                  Lokalredakteurtreffen 2006
            Weitere Schreibtipps
   Nutze das treffende Wort und keine „“
   Wähle die korrekte Bezeichnung und verwende
    immer den Gattungsbegriff, auch wenn sich ein
    Markenname eingebürgert hat (z.B. Klebeband statt Tesa)
   Gib Beispiele, das macht plastisch und verständlich
   Vermeide Modalwörter wie eigentlich, vielleicht,
    möglicherweise, eventuell, stattdessen knappe, sachliche
    Informationen
   Benutze ruhig auch rhetorische Figuren, aber
    übertreib es nicht
                      Lokalredakteurtreffen 2006
    Der Text ist geschrieben, was
                 nun?
 Lies Dir die gedruckte Fassung noch einmal
  (laut) mit den Augen der Zielgruppe durch
  und überprüfe sie auf Rechtschreibfehler
 Enttarne Lieblingsfüllwörter und löse zu lange
  Sätze auf
 Gib den Text einem Laien zum Gegenlesen
 Lasse den Text eine Zeit lang liegen,
  gewinne Abstand

                 Lokalredakteurtreffen 2006

								
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