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Emotion

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1/5/2012
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Lernskript

Emotion





für´s Vordiplom bei Eddi Erdfelder,

ausgearbeitet nach seinen aktuellen

Skripten (Stand ´97)





als Ergänzung empfehle ich mein Skript Motivation sowie

das Skript Lernen von Ralf Ott









Viel Spaß !

Benjamin Zeller







(zur Überprüfung : 16 Seiten)

2



Einleitung :



Reaktionstriaskonzeption der Emotion (Eysenck, Lang) :



 Emotion setzt sich zusammen aus :

1. subjektivem Aspekt (Affektive Erfahrung, Kognition),

meßbar d. verbalen Report

2. behavioralem Aspekt (Emotionsausdruck, zielger. Verhalten),

meßbar durch Verhaltens- & Ausdrucks-Beobachtung

3. physiologischer Aspekt (physiolog. Reaktion, insb. autonome), meßbar

durch phys. Messung

 Kritik :

 sind z.T. künstlich abhängig (Lachmuskel kann behavioral & physiologisch

eingeordnet werden)

 und trotzdem nur schwache Interkorrelation, beruht auf Meßproblemen

(sozial erwünschte Antwort etc)

 Reaktion hängt nicht nur von Emotion ab, sondern auch von biolog.,

kulturellen, psychodyn. Faktoren ab (spez. adaptive Funktionen)

 alle 3 können unabhängig voneinander ge- & verlernt werden

 Fazit :

 Konzeption nicht haltbar, speziell wegen letztem Kritikpunkt

 auch Definition von Kleinginna & Kleinginna (eigtl. nur Deskription)

beruhend auf diesem Modell, muß verworfen werden (wg. letztem

Kritikpunkt)

 deswegen drei Emotionspsych. nebeneinander



Begriffsklärung & Abgrenzung :



 Gefühl = subjektiver Aspekt der Emotion (oder auch Synonym)

 Affekt = heftige, kurzandauernde Emotion (oder auch Synonym)

 Stimmung = schwache, langandauernde Emotion

 Emotionen sind Bestandteile von Motivationen

 Emot. sind Zustände (States), keine Pers.merkmale (Traits)

 Dispositionen zu best. Emot. (Ängstlichkeit, Eifersucht) können jedoch Traits sein



Differenzierung von Emotionen : Das Diskriminations-Validitäts-Dilemma :



 wieviel Emot. lassen sich in best. Reaktionsbereichen überhaupt unterscheiden ?

(nach Asendorpf) : von 10 (verbaler Report, sehr stark willkürlich beeinflußbar) bis

3 (autonome Reaktion, nicht willkürlich beeinflußbar)

 viele Emot. also nur in willentlich steuerbaren Reaktionsbereichen unterscheidbar,

ermögl. aber keine verläßl. Schlußfolgerung und umgekehrt

 Fazit : entweder hohe Diskrimation oder hohe Validität









Systematisierung von Emotionen :

3



Lust

Historische Ansätze : Spannung

 Wundt : emotionaler Raum

Beruhigung Erregung

 Ebbinghaus, Külpe :

lediglich 1 Dimension Lust-Unlust

Lösung

 Höfler : Unterscheidung von

Unlust

Vorstellungs-, Urteils-, Phantasie- & Begehrungsgefühlen

 Rohracher : Unterscheidung von empfindungsbedingten, triebbedingten,

persönlichkeitsbedingten Gefühlen



Neuere Ansätze (empirisch begründet) :



Dimensionsanalysen :

 Woodworth : Emot. lassen sich auf eindimensionalem Kontinuum anordnen :

1. Liebe, Freude, Glück

2. Überraschung

3. Furcht, Leiden

4. Zorn, Entschlossenheit

5. Ekel

6. Verachtung

 Kritik von Schlosberg : Gesichtsbilder, deren Modalkategorie 6 , werden

gleichhäufig 1 & 5 zugeordnet, also kreisförmige Anordnung

 weiterhin neben Qualität (Kreisrand) noch Intensität (Kreisinnenfeld), also

zweidimensional

Liebe, Freude, Glück

 überprüfte dies, durch Rating von Bildern auf angenehm

Dimensionen angenehm/unangenehm, sowie

Zufriedenheit

Ablehnung/Zugewandtheit Überraschung

 dann Verlängerung dieses Punktes über Ablehn. Zugew.

Mittelpunkt zu Kreisrand : es ergab sich gute

Übereinstimmung mit Woodworth-Skalenwerten der

gleichen Bilder Ekel Furcht,

 Traxel fand durch Paarvergleiche von Emotionswörtern zu Leiden unangenehm

ähnlichem Modell :

 durch zwei Achsen Angenehm/Unangenehm und Submission/Dominanz Zorn, Entschlossenheit

 Ertel bestätigte diese beiden Dimensionen & fand 3. Faktor : Erregung (wie auch

Schlosberg) :

 alles mit Hilfe von semantischem Differential : Emotionswörter durch

Gegensatzpaare einschätzen (z.B. eher Ruhe oder Bewegung)

 Er nannte die Dimensionen Potenz, Valenz & Erregung



Fazit der Dimensionsanalysen :

 zwei Dimensionen überall : Erregung (Aktivierung) & Lust/Unlust

 weiterhin dritte, aber Unklarheit über Benennung









Emotionscluster :

4



 Schmidt-Atzert : durch Ordnen von Emotionsbegriffen in Kategorien ähnlicher

Begriffe & dann Clusteranalyse lassen sich disjunkte & exhaustive

Emotionscluster bilden : 12 Cluster kamen raus, ähnliche Kategorien wie

Woodworth & Schlosberg

 methodische Probleme : Wortauswahl, Art der Gewinnung der Ähnlichkeitsmatrix,

Art des Clusteralgorithmus

 aber ähnliche Ergebnisse bei anderen Analysen, also kein Problem



Das Problem der Primär- oder Basisemotionen :



 Uneinigkeit bei diesen, allerdings nicht durch unterschiedliche Benennung

 welche empirischen Befunde für Primäremotionen ? Ortony & Turner : keine !

 Emotionen nicht analog zu Farben, sondern Sprachen (auch keine Primärsprach.)



Methodologische Probleme der Emotionspsychologie :



Kann man Emotionspsych. als empirische Wissenschaft betreiben ?



 wahre Aussagen in zwei Klassen unterteilbar :

1. nichtempirische (analytische, apriorische) Wahrheiten

2. empirische (synthetische, aposteriorische) Wahrheiten

 nichtemp. Wahrheiten sind immer wahr, empirische können sich in denkbaren

anderen Welten als falsch erweisen

 ein Satz ist analytisch, wenn logisch wahr oder in bezug auf sprachliche

Bestimmungen in logisch wahren Satz überführbar (Brandtstädter)

 ohne Sinn, diese empirisch zu prüfen (Junggesellen sind immer unverheiratet)

 Behauptungen nur dann empirische Hypothesen, wenn nicht ein Prüfergebnis von

vorneherein ausgeschl. werden kann (z.B. aufgrund logischer Regeln)

 These Brandtstädter : viele (emotions-)psych. Thesen sind analyt. Behaupt./

Definitionen, die aber emp. überprüft werden, hemmt Fortschritt



Gibt es direkten Zugang zu Gefühlen ?



 sind ja subjektiv !



Verbale Berichte der dritten Person :

 Verfälschungstendenzen (beabs. & unbeabs.)

 untersch. Sprachgebrauch Wissenschaftler & VPN



Introspektion der ersten Person :

 beruht anscheinend auf direkter Erfahrung, untrüglich

 aber : Alison Gopnik : dies radikal in Frage gestellt :

 eigene wie andere psych. Zustände werden immer nur indirekt aus

Verhalten erschlossen, kleine Kinder machen zuerst dabei Fehler

 dann gewisse Expertise, führt zu Illusion der direkten Erfahrung, wie

erfahrene Ärzte, die einem Krankheiten „ansehen“





 Empirie : Nisbett & Wilson :

5



 motivationale/emotionale Zustände werden nicht als solche erkannt

in forced compliance (erzählen, daß langw. Exp spannend war, für 2

od. 20 Dollar, bei 2 Dollar : tatsächl. Meinungsänderung !)

 Kognitive Prozesse teils unbekannt : Rechenkünstler

 Mental wirksame Stimuli unbewußt : subliminal perception (Wort kurz

darbieten, keine bewußte Erkennung, aber Assoziation bei

Wortergänzungstest)

 manchmal unklar, worauf Reaktionen beruhen : Positionseffekte bei

Attraktivität (Gegenstände in rechten Ecke werden präferiert,

Begründung : die waren schöner)

 Nach Gopnik Gefühl nur Epiphänomen der Expertise bei Analyse eigener

physiologischer Zustände, also keine eigenst. Komponente der Emot.



Demand Characteristics :

 versteckte Hinweise des VL : z.B. Playboy-Exp. von Valins mit Herzschlag, da

 Wunsch, die Erwartungen zu bestätigen, „gute“ VP zu sein

 Wunsch, ehrliche Resultate zu produzieren (ehrliche VP)

 Wunsch, in günst. Licht zu stehen (soziale Erwünschtheit)

 Kontrollmöglichkeiten :

 Postexperimentelle Befragung : Was meinen Sie, worum ging es in Exp ?

 Non-Experiment : nur Schilderung der exp. Situation, Frage : Wie hätten

Sie entschieden ? Wenn kein Unterschied zu realer VP, dann evtl. Demand

Characteristics

 Simulation : vorgestellte echte VPN simulieren (auch hier : wenn kein

Untersch. zu realer VPN : D.C.



Physiologie der Emotion :



 beeinflußt durch ANS, limbisches System, linke vs. rechte Hemisphäre

(umstritten), Hormone & Psychopharmaka



Autonomes NS :



 präganglionär ACh, postgangl. symp.NA, postgangl. parasymp. ACh

 Emotionen immer mit sympathischer & paras. Aktivität

 auf peripherer Ebene Emot. aufgrund differentieller Erregungsmuster der Organe

gut trennbar (Herzklopfen, Herzjagen, Erröten, feuchte Hände, Zittern)



Limbisches System :



 durch Läsionsstudien, Stimulierung & Pharmakaeffekte als „Gefühlssystem“

postuliert

 Läsion der Amygdala & Teile des Hippocampus bei Rhesusaffen intensiviertes

nutritives & sexuelles Verhalten, Reduktion der Aggression (Klüver & Bucy)

 Elektr. Reizung Amygdala : bei Katzen & Affen Kampf od. Fluchtreaktionen

 intracranielle Selbstreizung b. Ratten : Freudenzentren : Septum, mediales

Vorderhirnbündel, Amygdala, tieferliegende Strukturen : Aversion



Hirnhemisphären :

6



 linkshemisph. Läsionen : Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Wut (dysphorische

Reaktion)

 rechtshemisph. Läsionen : Herunterspielen der Krankheitssymptome,

Gelassenheit, Euphorie (indifferent-euphorische Reaktion)

 Wada-Test (einseitige Injenktion führt zu vorübergeh. Betäubung einer Hemisph.):

gleiche Ergebnisse, allerdings teils uneindeutige Befunde

 Davidson :

 Approach & Withadrawal-Emotionen besonders stark lateralisiert

 Approach links, Withadrawal rechts, jeweils im Frontal- & Temporalhirn

 mittels EEG geprüft : Messung des Frontal & Temporalhirns

 Freude vs. Ekelinduktion durch Filme

 je geringer alpha-Anteil, desto höher Aktivität

 bestägigt bes. für vorderes Temporalhirn, weniger für Frontalhirn

 insges. rechte Hemisph. wichtiger f. Emot. : Ausdruck in linker Ges.hälfte besser



Hormone & Psychopharmaka :



 beeinflussen Erregungsleitung im ANS & ZNS

 normale Hormonschwankungen allerdings wenig Einfluß auf Emot.

 NA : Erregungssteigerung, verstärkende Wirkung von pos. Reizen, psych.

Krankheit Manie, Pharmaka : Antidepressiva

 DOPAMIN : psych. K. Schizophrenie, Pharm. L-Dopa

 SEROTONIN : Normalschlaf, psych. K. Schlaftrieb, Pharm. Antidepressiva

 ACh : Vermeidungsverhalten

 ENDORPHINE : Schmerzschwellenerniedrigung, euphorische Gefühle, Pharm.

Morphium

 ACTH : Angst- & Furchtverstärkung

 GABA : Emot. Entspannung, Pharm. Tranquillizer



Emotionaler Ausdruck :



 = Veränderungen der Mimik, Gestik, Blickrichtung, Pupillengröße, Körperhaltung,

Stimmeigenschaften etc. in emotionalen Kontexten

 sind expressiv & kommunikativ, potentiell durch Dritte wahrnehmbar : Erröten also

emot. Ausdruck, nicht aber zugrundeliegende Gefäßerweiterung

 Offen, ob Folge, Korrelat oder Ursache von Emotionen

 emot. Ausdruck ungleich Interpretation durch dritte Person, hier noch objektive

Situation & subjektiver Kontext (z.B. Gefühle) der dritten Person wichtig



Relevanz einzelner Ausdruckskomponenten :



Exp. von Burns & Beier :

 Schauspieler vor Kamera & Mikro versch. Emot. dargestellt durch Sprechen eines

inhaltlich neutralen Satzes mit emot. Mimik & Sprechweise

 Vpn Gruppe 1 : nur Video, Gruppe 2 : nur Ton dargeboten

 Gruppe 1 deutlich bessere Leistungen



Exp. Graham :

 Anblick des gesamten Körpers verbessert Emot.erkennung gg.über Anblick nur

des Gesichts nicht

7



 Kritik : Gilt das auch bei uneindeutiger Mimik ?



Exp. Rosenthal :

 dargeboten wurden Infos :

 Gesicht allein

 Körper ohne Gesicht

 inhaltlich unkenntlich gemachte Stimme

 alle Kombinationen dieser Infos

 Verhältnisse der Infos : Gesicht 6,8 / Körper 3,6 / Stimme 1,9



Objektive Erfassung des emotionalen Ausdrucks :



Stimme :

 mittels Sonagramm / Spektrogramm : Frequenzverteilung der Sprechgeräusche

gegen Zeit abtragen

 am leichtesten Ärger & Trauer identifizieren (Prototypen lauter & leiser Emot.)



Körper :

 per Video aufzeichnen, anhand von Kategorierungsschema auswerten : wenig

informativ bis absolut trivial (z.B. Furcht : flüchten, Ärger : angreifen)

 wenig bekannt über körperliche Infos, die Person gerne verstecken möchte, wo

muß man hinschauen, wenn man diese sehen will ?



Gesicht :

 Einstufung von Gesichtern auf Emotionsskalen :

 Ratingskalen oder semantisches Differential

 Problem : wenig Objektivität (situativer Kontext & eigene Gefühle)

 Katalogisierung lokaler Merkmale des Gesichtsausdrucks :

 Facial Affect Scoring Technique (FAST) :

 Vergleich lokaler Gesichtpartien mit Bildvorlagen

 Stirn, Augen, Augenbrauen, Augenlider, untere Ges.Hälfte getrennt

analysiert

 Betrachter gibt Nummer des ähnlichsten Bildes an

 Facial Action Coding System (FACS) :

 Alle sichtbaren Gesichtsbewegungen erfaßt

 44 Actionunits, sehr differenziert

 Nachteil : 100 Trainingsstunden

 deswegen oft nur eine Kategorie, z.B. Furcht betrachtet : 5-6 Units

 Elektromyographie :

 recht differenziert

 Nachteile : Elektroden stören & interferieren, nur wenige Muskeln ableitbar,

stark artefaktanfällig (Kopfbewegungen)

 „UV-Licht-Methode“ :

 UV-Licht-Plättchen auf Gesicht geklebt, m. Kamera aufnehmen, anderes

Licht rausfiltern



Emotionaler Gesichtsausdruck : angeboren oder erlernt ?



Evolutionsbiologische Studien :

8



 Darwin : stammesgeschichtliche Kontinuität in Entw. der Gesichtsmuskulatur

 Darwin : schon bei Primaten in erster Linie kommunikative Funktion

 für zentrale Emotionen Parallelen bei Menschen & Affen, also wohl vererbt



Entwicklungsbiologische Studien :

 Brigdes : Neugeborene zeigen noch keine Emot., „Lächeln“ ist

Interpretationsartefakt & nicht reaktiv, Schreien schon, aber unspezifisch

 Bridges : im Alter von 6 Monaten allerdings differenziertes Ausdrucksrepertoire

 Steiner : bereits Neugeborene reagieren auf Geruchs- & Geschmacksreize mit

Lächeln od. Ekelausdruck

 Fazit : keine eindeutige Aussage, ob erlernt od. angeboren, können z.B.

Reifungsvorgänge sein



Studien an Blindgeborenen :

 dem Ausdruck sehender Menschen sehr ähnlich : vererbt



Kulturvergleichende Studien :

 Universalität des emot. Gesichtsausdrucks in versch. Kulturen, überprüft durch :

 Matching : Vergleich von Bildern aus versch. Kulturen

 emot. Gesichtsausdrücke aus Kultur A VPN aus Kultur B vorgelegt,

allerdings hier Unterschiede in der Intensitätsbeurteilung, Emot.

kulturfremder Personen werden generell weniger intensiv geschätzt

 Kritik : alle beteiligten Kulturen sind mediengeschädigt : hohe Übereinstimmung

durch Modell-Lernen via Fernsehen

 entkräftet durch cross-kulturelle Vergl. zw. westlichen & Naturvölkern (Ekman)

 Befunde gelten nicht als Evidenz für interkulturelle Homogenität emot. Verhaltens

im allgemeinen, gibt sowohl Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede (Indianer

am Marterpfahl vs. italienische Mammi mit Gallenkolik), beeinflußt durch untersch.

 Situationen

 Emotionen

 Darstellungsregeln

 Ausdrücke

 motorische Verhaltenskonsequenzen (Modell Ekman &

Friesen)



Situative Determinanten des emot. Ausdrucks, Beispiel Humor :



 jeder Reiz wird witzig, wenn Inkongruenz & Hinweise zur Auflösung der

Inkongruenz (Resolution) vorhanden sind

 tragen additiv zur Witzigkeit bei

 Ertel : unerwartete Wortkombinationen als witzig empfunden,

wenn jedoch solche Unordnung, daß Zufallsreihenfolge, so

sinkt Witzigkeit wieder

 auch wenn ein sehr schwerer Reiz nach mehreren leichten Reizen zu beurteilen

ist (in Exp. zur Psychophysik)

 Fazit : zumindest einige emot. Gesichtsausdrücke sind Funktion der Situation



Objektive Differenzierung echter & unechter emot. Gesichtausdrücke, Beisp. Freude:

9



 Duchenne : echtes Lachen nicht nur durch u-förmigen Mund charakterisiert,

sondern durch zusätzliche Kontraktion der Lachfalten (Duchenne-Lachen)

 Ekman, Davidson & Friesen : emot. Bedeutung des Duchenne-Lachen über EEG :

 durch Filme neg. vs. pos. Stimmung induziert

 Duchenne-Lachen (gemessen über FACS) unterschied sich stark zw. pos.

& neg. Filmen, anderes Lachen weniger

 Duchenne-Lachen korrelierte auch mit Rating subj. Freude, anderes

Lachen nicht

 Duchenne-Lachen ging einher mit Aktivität linker Hemisph., vorderer

Temporallappen, allerdings auch starke rechtsseitige Aktivität



Allgemeine Emotionstheorien :



Psycho- und soziobiologische Ansätze :



 historische Wurzel : Darwin

 Prämisse 1 :

 einige Emotionen bei Menschen & Tieren (Ähnlicher Ausdruck, vegetative

Reaktionen, Verhalten)

 aber auch Unterschiede und : fühlt Affe ein Lachen oder zeigt er nur

Ausdruck ?

 Prämisse 2 :

 Emotionen unterliegen Gesetzmäßigkeiten der Evolution (Studium von

Primaten & Jäger- & Sammlerkulturen)

 Grundthese :

 Emotionen & deren Ausdrucksweisen setzen sich durch, wenn Beitrag zur

Fitness : z.B. Anpassungsprobleme lösen, als da wären ...



Domänenübergreifende Anpassungsprobleme (eher historischer Ansatz) :

 geht um Lsg. mehrerer Probleme, z.B. wenn Rangstreitigkeiten geklärt,

Futtersuche, Nachkommenzeugung etc. möglich

 Beitrag des emot. Ausdrucksverhaltens zur Fitness :

 Kooperation durch Kommunikation, z.B. Warnung vor Vergiftungen

 Bereinigung von Rangstreitigkeiten

 Beitrag der Emotionen zur Fitness :

 generelle Möglichkeit des instrumentellen Lernens durch Lust/Unlust

 so Flexibilisierung der Anpassung an Umwelt



Domänenspezifische Anpassungsprobleme (aktuellerer Ansatz) :

 problemspezifisch

 durch evolutionär herausgebildete Reaktionsmuster Veränderungen in

Phylogenese, Ontogenese & situationsspezifisch

 Grundidee : zwei Individuengruppen gleichen sich in Domänen, wo ähnliche

Adaptationsprobleme & unterscheiden sich in Domänen, wo untersch.

Anpassungsprobleme

 Bei Geschlechtern z.B. : gleiches Problem : Körpertemperatur, untersch. Problem:

Männer Jagen, Frauen Sammeln

Beitrag spezieller Emotionen zur Fitness :

 Bindungsgefühl des Kleinkindes

 Elterliche Fürsorge

10



 Liebe zum Partner

 Eifersucht :

 Frauen wollen verläßlichen Partner (Nachwuchs sichern), also Eifersucht,

wenn Partner sich auf Dauer anderen Frau zuwendet

 Männer können in zweierlei Weise für Überleben ihrer Gene sorgen :

 Polygamie (prinzipiell unsicher)

 Monogamie (unsicher bei sex. untreuer Partnerin)

 Eifersucht, wenn bei Monogamie die Partnerin sex. untreu wird

 Evidenz :

 sex. Kontakt mit verheir. Frau gilt interkulturell als Verbrechen, Opfer

ist Ehemann

 Kulturen mit tolerierter weibl. permissiver Sexualität gibt es nicht

 Exp. Buss : Was macht Sie eher eifersüchtig : Sex od. tiefe emot.

Bindung ihres Partners mit Drittem ?

 Frauen 85% Emot., Männer 60% Sex

 Männer ohne feste Bindung wählten eher Emot.

 Kritik :

 warum Gewalt gegen untreue Ehefrau & nicht gegen Rivalen ?

 warum bei Affen permissive weibl. Sexualität ?



Psychoanalytische Ansätze :



 hohe Bedeutung von Emotionen, vor allem Angst, Liebe/Haß, Trauer, Eifersucht,

Schuldgefühl

 Freud : Bewußtwerdung einer Erinnerung & Wiederbelebung eines Affekts =

Heilung

 einheitliche Theorie liegt aber nicht vor



Charakteristika psychoanalytischer Emotionskonzepte :

1. Emot. können sich auf fühlendes Subjekt & auf andere Objekte beziehen

2. Emot. unterliegen Entwicklung : oral, anal, genital

3. Emot. sind vielfach unbewußt & nicht steuerbar

4. Emot. geraten häufig mit Ich in Konflikt

5. Emot. manifestieren sich psychisch & physisch

6. Phänomen der Ambivalenz : Liebe & Haß gleichzeitig



Psychoanalytische Theorien zu speziellen Emotionen :



Angst :

 Angsttheorie Freuds 1895 : Verdrängte Triebregungen sexueller Natur werden in

Angst umgewandelt, Angstneurose kann entstehen

 Angsttheorie Freuds 1926 : Verbotene Triebe erzeugen Angst, diese Signalangst

führt zu Verdrängung, kann zu Neurosen aller Art führen

 Unterscheidung Realangst & neurotische Angst





Trauer :

 Reaktion auf Verlust einer libidinös besetzten Person = gesunde Trauer,

abzugrenzen gegen pathologische Trauer (Melancholie)

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Wut, Zorn, Ärger :

 Manifestionen des Destrudo



Liebe :

 Urliebe (Mutterliebe), Ödipale Liebe, reife Liebe



Eifersucht :

 Ur-Eifersucht ödipal bedingt



Schuld & Scham :

 bedingt durch Ich-Überich-Konflikten



Lernpsychologische Ansätze :



Klassische Konditionierung (Watson) :

 Emotionen sind Reaktionen auf Reize

 Emotionen Furcht, Wut, Liebe als unbedingte Reaktionen auf best. unbed. Reize

angeboren

 alle anderen über klass. Kond. gelernt

 als Modell : kleiner Albert (Kaninchenphobie)



Biologisch vorbereitetes Lernen & Preparedness :

 Garcia & Koelling : nicht alle Reize gleichermaßen gut für bedingten Reflex,

Geschmacksreize leicht auf Übelkeit, Licht- & Ton leicht auf Schmerz

 Seligman : Begriff Preparedness (phylogenetisch erworbene Assoziierbarkeit),

Gegenstück ist Contrapreparedness

 Exp. Seligman, Hugdahl & Kärker : Phobien gut auf Schlangen, Insekten etc.,

aber nicht auf Stromkabel etc (zu kurze Erfahrungsgeschichte der Menschheit) :

z.B. bei Rhesusaffen ohne Erfahrung Phobie vor Schlangen, bei Menschen auf

Kabel nur schwer konditionierbar

 also weder obj. Gefährlichkeit noch persönliche Erfahrung maßgeblich

 Kritik : auch bei modernen Waffen Preparedness-Effekt, sofern Waffen auf

Person gerichtet sind



Klassische Konditionierung emotionaler Bedeutung :

 Exp. Staats & Staats : neutrale Wörter (Namen) lassen sich durch Nachfolgen von

pos. od. neg. Wörtern konditionieren

 Kritik : Demand Characteristics

 Gegenargument : Klappt, wenn CS-US-Paarung bemerkt wird & auch wenn nicht

(überprüfen Sie die Rechtschreibfehler ...)









Operante Konditionierung (Skinner) :

 Emotionen sind hervorragende Beispiele von fiktiven Ursachen, denen wir unser

Verhalten zuschreiben

 typische Forschung : Konditionierte emotionale Reaktion / CER :

12



 Phase 1 : Operante Kond. einer Verhaltensweise R : z.B. Hebeldruck für

Futter

 Phase 2 : Klass. Kond. einer Furchtreaktion auf neutralen Stimulus CS durch

Stromschlag US

 jetzt wird bei Darbietung von CS Verhaltenshäufigkeit von R reduziert =

konditionierte emotionale Reaktion / CER, gemessen durch Suppressions-

Rate

 definiert durch Häufigkeit von R bei CS / (Häufigkeit R bei CS + Häuf. R ohne

CS)

 Zufallserwartung der Suppressions-Rate ist 0,5, wenn niedriger = Konditio.

 Fazit : Emotionen spielen lediglich Nebenrolle, es geht nur um SR (Stimulus &

Reaction) mit black box



Neobahaviorismus & kognitiver Behaviorismus :

 auch hier Emotionen nur als intervenierende Variabeln in black box

 thematisch nur Angst, Frustration, Aggression

 2-Faktoren-Theorie der Angst (Miller, Mowrer)

 Theorie d. erlernten Hilflosigkeit (Seligman)



Physiologische Ansätze :



James-Lange-Theorie :

1. Objektwahrnehmung

2. kortikale Reflexe als Reaktion, die zu Veränderungen der ANS-Aktivität & der

Skelettmuskulatur (nur bei James) führen

3. Wahrnehmung der eigenen physiologischen Veränderungen = Emotion

 Wir weinen nicht, weil wir traurig sind, sondern wir sind traurig, weil wir weinen

 legten keine empirischen Befunde vor



Cannons Kritik an der James-Lange-Theorie :

1. Eingeweide sind wenig sensitiv : stimmt nicht

2. Viscerale Vorgänge sind unspezifisch : stimmt nicht bei Analyse aller Parameter

3. Viscerale Vorgänge treten mit großer zeitlicher Latenz auf (mind. 4 sek.) : stimmt,

aber evtl. Efferenzkopien als Ursache von Emotionen ?

4. künstlich erzeugte periphere sympath. Erregung durch Adrenalin-Injektion bringt

nur „als-ob-Emotionen“ : dazu Befunde gemischt

5. Deafferenzierung der Eingeweide hat keine Einfluß auf Emotionen : Tierversuche

unterstützen dies, Studien mit Querschnittsgelähmten sind widersprüchlich



Cannon-Bard-Theorie :

 auch vollständig physiologisch, aber Ursache nicht Aktivität des peripheren ANS,

sondern im ZNS :

 zentrale steuernde Instanz ist Hypothalamus

 Rückmeldungen thalamischer Erregung an Neocortex = Ursache der

Emotionen

Befunde zur Bedeutung des Hypothalamus (Katzenexperimente) :

 Durchtrennung des Hirnstamm unterhalb Hypothalamus = deutliche Dämpfung

des emotionalen Verhaltens

 Läsionen im Thalamus : keine Änderung d. emotionalen Verhaltens, wohl aber bei

Hypothalamus

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 elektrische Reizung im Hypothalamus führt zu ANS-Aktivität & drastischen emot.

Reaktionen



Kritik daran :

 besagt nicht, daß Hypothalamus die Ursache emot. Geschehens ist

 verglichen mit James-Lange geringerer emp. Gehalt (nicht so leicht potentiell

falsifizierende Exp. möglich)

 limbisches System unberücksichtigt



Kognitionspsychologische Ansätze :

 Versuche, die James-Lange-Theorie zu modifizieren



Schachter & Singer-Theorie :

 2 Determinanten des emot. Systems :

1. periphere physiolog. Erregung (Intensität)

2. kognitive Bewertung der Situation / Attribution d. Erregung (Qualität)



Das Exp. von Schachter & Singer :

 angebl. Wirkung eines Vitaminpräparats auf Sehleistung

 UV 1: Adrenalin vs. physiologische Kochsalzlsg

 UV 2: Information über „Nebenwirkungen“ : richtig (Erregung) vs. falsch

(Kopfschmerzen)

 UV 3: Verhalten des Stooges : Ärger vs. Freude

 AV 1: Selbstbeurteilung subj. Ärger & subj. Freude

 AV 2: Verhaltensbeobachtung von Ärger & Freude

 AV 3: Objekt. & subj. Indikatoren d. physiolog. Zustands der VP

 Ergebnisse :

 Beurteilung der Situation & Information (Kognition) für

Selbstbeurteilung & Verhalten wichtig

 Objekt. & subj. Indikatoren variierten nur mit injizierter Substanz,

aber leider nicht signifikant, lag evtl. an Demand Characteristics :

falsch od. gar nicht informierte VPN wurden somit zu aufgeklärten

VPN, oder statist. Power-Problem

 Fazit : Manipulation d. Situation verändert Qualität einer Emotion, Intensität

einer Emotion nicht sicher beeinflußt von physiologischer Erregung



Nachfolgeuntersuchungen :

 Ergebnisse uneinheitlich

 Problem meist, daß uninform. Adrenaliner keine stärkeren Emot. als Placebianer

 manchmal aber auch : Adrenalin löst in non-emot. Situation Angst aus

 beides Widerspruch zu Schachter & Singer







Weitere Implikationen der Schachter-Singer-Theorie :

Wahre Ursache der phys. Erregung

Emotional Nicht-emotional

Attribu- Emotional Veränderung Herbeiführung (wie bisher)

tion Nicht-emotional Verhinderung Beibehaltung

14







1. Veränderung einer Emot. durch andere emot. Reize (aber : ändert sich meine

Interpretation oder direkt die Physiologie bei anderem emot. Reiz ?)

2. Herbeiführung einer Emot. : unspez. Erregung + Attribution = Emot.

3. Verhinderung durch Zuschreibung einer nicht-emot. Ursache

4. Beibehaltung eines nicht-emot. Zustands



Ross, Rodin & Zimbardo : Evidenz für 3. / Verhinderung :

 Erregung induziert durch Ankündigung von E-Schocks

 dann Lärm :

 G1 : Nebenwirkung des Lärms = Erregung

 G2 : Nebenwirkungen, die nichts mit Erregung zu tun haben (z.B.

Kopfschmerzen)

 Ergebnisse :

 G1 : wenig Angst, da Erregung attribuiert auf Lärm

 G2 : Angst, da keine Alternativerklärung möglich

 Angstmeßmethode : jew. Verweildauer bei folgenden Puzzles :

 Schockvermeidungspuzzle

 Geld-Belohnungs-puzzle

 Kritik : Evtl. Demand Characteristics



Die Theorie von Valins :

 Modifikation von Schachter & Singer : nicht faktische phys. Erregung zählt,

sondern wahrgenommene

 würde auch widersprüchliche Empirie zu Schachter & Singer erklären

 ist weitgehende Abkehr von James-Lange, da phys. Erregung nun nicht mehr

notw. Bedinung



Empirische Prüfung :

 Männliche VPN Playboy-Dias, angebl. eigener (gefälschter) Herzschlag

rückgemeldet

 Bilder wurden als attraktiver beurteilt

 Kritik :

 dieser Effekt sehr stabil, auch bei drastisch veränderten Bedingungen :

Herzfrequenzsenkung, Informieren der VPN, daß Rückmeldung falsch,

Herzschlag von anderen VPN

 deswegen evtl. Demand Characteristics

 Bei weiteren Exp.: sowohl unter low search (5 sek. Dia-Dauer für Attribution), als

auch High-Search (20 sek.) tritt Valins-Effekt auf, VPN geben an, daß sie

wiederholte & verstärkte Bilder ja wohl attraktiver finden sollten, Fazit : D.C. !!









Attributionale Theorie von Weiner :

 nach Kelley & Michela : Unterscheidung Attributionstheorien (Einfluß von Kontext

& Persönlichkeit auf Kausalattributionen) vs. attributionale Theorien (Einfluß von

Kausalattributionen auf Erleben & Verhalten)

 Weiner : Einfluß von Kausalattributionen auf Entstehen spez. Emotionen

15



 anders als bei Schachter & Singer sowie Valins : keine phys. Erregung notwendig

oder hinreichend, schlicht irrelevant : manchmal nicht vorhanden (Dankbarkeit),

manchmal folgen sie der Emotion

1. Wahrnehmung eines Ereignisses

2. Bewertung in bez. auf Zielerreichung -> verursacht primitive ereignisabh.

Emot. (attributionsunabhängig)

3. Zurückführen auf Ursachenfaktor -> verursacht attributionsabhäng.

Emot.

4. Einordnen des Ursachenfaktors -> verursacht dimensionsabhäng.

auf Dimensionen : internal/external Emot.

stabil/variabel

kontrollierbar/unkontrollierbar



 für die zeitliche Sequenz gibt es keine empirische Evidenz, Weiner : laufen häufig

parallel ab

 Hauptinteresse gilt den drei Dimensionen, die über Gefühle entscheiden : z.B.

internal : Stolz od. Peinlichkeit, kontrollierbar : Dankbarkeit, Scham, stabil :

Resignation, Gelassenheit

 etliche empirische Untersuchungen (aber viele meth. Probleme) :

 Verantwortlichkeitszuschreibungen (Kontrollierbarkeit) für 10

Krankheiten/Behinderungen/Verhaltensstörung untersucht (z.B. Blindheit,

AIDS, Übergewicht) : Schuld & Ärger korrelieren pos. mit Kontrollierbarkeit,

Mitleid & Hilfsbereitschaft negativ

 Oder AIDS beruhend auf Sex vs. Bluter

 Oder Reaktion Lehrer auf Mißerfolg Schüler. VPN mußten angeben, auf

was der Lehrer Mißerfolg wohl zurückführt

 Kritik : Ist Kausalattribution nicht begrifflicher Bestandteil einer Emotion ? Der

Lehrer, der Mißerfolg auf Zufall zurückführt, kann doch eigtl. nicht ärgerlich sein



Feedback-Theorien :



 wie James-Lange, nur Ausdrucksverhalten wichtig anstatt physiol. Prozesse



Gesichtsmuskel-Feedback-Theorie (Izard) :

 Izard : Wer lacht, wird froh

 Reihenfolge : Reiz, Cortex, Gesichtsausdruck, Feedback-Emotion, Verhalten

 Exp. Laird :

 VPN mußten Ärger- oder Freude-Gesicht machen und dabei Gefühle bei

Bildbetrachtung beschreiben (Vorwand : Gesichtsmuskelexperiment)

 Problem : Treatments zur Manipulation d. Gesichtsausdruck können

Emotion geändert haben, anders als bei näxtem Exp ...

 Exp. Strack, Martin, Stepper :

 Stift zwischen Zähne od. in gespitzten Mund nehmen um Comics auf

Witzigkeit zu raten, Ergebnis wie oben : bestätigend

Emot. Ansteckung durch Gesichtsmuskelfeedback (Hatfield) :

 Emot. Ansteckung an sich ist gut gesichert : Frohe Leute machen fröhlich

 funktioniert nach Hatfield durch folg. Prozeß :

1. Gesichtsausdruck der Anderen

2. Imitation dessen

3. Feedback (Kopie der Emotion der andern)

16



 Exp. Sokolowski : Kopie der Emot. muß nicht bewußt sein : Betrachtung trauriger

Gesichter verlangsamt Schreibgeschwindigkeit, verändert aber nicht subj. Emot.



Selbstwahrnehmungstheorie von Bem :

 ist wie konsequente Umsetzung von Gopniks Theorie

 nicht nur Mimik, sondern ges. emot. Verhalten ist maßgeblich

 Umsetzung geschieht auch nicht automatisch über spez. Feedback-Kanäle,

sondern erst nach Reflexion über situativen Randbedingungen (kognitionspsych.)

 Eigenes Verhalten + Situation führen zur Analyse (Warum zeige ich Verhalten in

Situation), führt zur Schlußfolgerung (Ich bin wohl im emot. Zustand X)

 Exp. von Stepper & Strack : Erfolg in Test führt zu mehr Stolzgefühlen, wenn

Erfolgsmeldung in aufrechter Position entgegengenommen wird !



Das integrative Modell von Izard :

 Versuch einer einheitlichen Theorie mit 4 weitgehend unabh. Systemen der

Emotionsinduktion :



1. neurales System : Induktion durch Hormone, elektrische Stimulierung

2. sensorisch-motorisches System : Ind. d. Gesichtsausdruck, Körperhaltung

3. motivational-affektives System : Ind. d. Geschmack, Schmerz & andere Emot.

4. kognitives System : Ind. durch Bewertung, Attribution, Antizipation, Erinnerungen



 Emotionen werden durch Aktivation irgendeines dieser Systeme verursacht

 letztlich aber nur Aneinanderreihung ohne übergeordnetes theoretisches Prinzip


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