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VWL_NAFTA

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					VWL Testat                                 NAFTA               Fabienne Repond, Pascal Knill




                                    NAFTA
                   The North American Free Trade Agreement


Was ist die NAFTA?

Die NAFTA (North American Free Trade Agreement) ist eine Erschaffung der drei Länder
Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten von Amerika. Das Abkommen wurde am 1.1.1994
von allen drei Staaten unterzeichnet und sollte bis 2008 vollständig umgesetzt sein. Die Idee
hinter dieser Vereinbarung war, eine Freihandelszone in Nordamerika zu schaffen. Sie sollte
den Wohlstand der drei Länder erhöhen, ihre Wirtschaftskraft stärken und ihre
Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt steigern.
Die auf der NAFTA gründende Freihandelszone hat einen aktuellen Güterumschlag im Wert von
11.4 Billionen USD. Sie repräsentiert damit die grösste Freihandelszone der Welt. Selbst unter
Einbezug der neuen Beitrittsländer der EU hat sie immer noch einen grösseren Warenumschlag.


Ziele der NAFTA

Grundsätzlich soll in allen drei Ländern ein ausgedehnter, sicherer und freier Markt für Güter
und Dienstleistungen bestehen. Willkürliche und diskriminierende Handelsregeln sollten
abgeschafft und Marktverzerrungen reduziert werden. Die Produzenten profitieren von einem
grösseren Input-Angebot zu tieferen Preisen, können so ihre Produktivität steigern und werden
somit auf dem globalen Handelsmarkt wettbewerbsfähiger. Die Konsumenten profitieren von
einer grösseren Auswahl zu tieferen Preisen und können so ihren Lebensstandard erhöhen.
Ausserdem sollen neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen und die Arbeitsbedingungen
verbessert werden.


Aufbau

Die NAFTA besteht aus folgenden Kommissionen:

   -     Free Trade Commission

Ist die zentrale „Institution“ der NAFTA. Sie umfasst die Handelsminister aller drei
Mitgliedsstaaten. Die Kommission hat folgende zwei Hauptaufgaben: Erstens überwacht sie die
NAFTA Committees und Working Groups und somit die Implementierung der einzelnen NAFTA-
Chapters. Zweitens steht sie bei der Lösung von allfälligen Streitfragen zwischen den Ländern
zur Seite.

Die Kommission hält „regelmässig“ Sessionen, die Letzte fand in Ottawa am 23. April 1999
statt.


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   -   NAFTA Committees and Working Groups

Die meisten der täglichen Implementierungen der NAFTA werden von mehr als 25 Komitees,
Arbeitsgruppen und untergeordneten Gruppen ausgeführt. All diese Gruppen werden von
Abgeordneten aller drei Länder geleitet. Die weiteren Mitglieder stammen ebenfalls aus den
drei Mitgliedsstaaten und sind sowohl Regierungsabgeordnete als auch Personen aus der
Privatwirtschaft, um auch deren Interessen zu vertreten.

   -   NAFTA Secretariat

Jedes Land unterhält ein ständiges NAFTA Sekretariat, welches die Kommissionen in ihren
Tätigkeiten unterstützt.

   -   Commission for Labour Cooperation

Ist eine internationale Kommission, die in Zusammenhang mit dem North American Agreement
on Labor Cooperation (NAALC) geschaffen wurde. Das NAALC ist ein zusätzliches Abkommen zur
NAFTA und beinhaltet die internationale Regelung von Arbeitsrechten und Arbeitsstandards
zwischen denselben drei Nationen. Das Ziel besteht darin, die Arbeitsbedingungen und den
Lebensstandard zu verbessern. Die drei Staaten verpflichten sich, die von ihnen vereinbarten
Arbeitsprinzipien einzuhalten um so die Rechte der Arbeitnehmer fördern, schützen und
durchsetzen zu können.

   -   Commission for Environmental Cooperation (CEC)

Ebenfalls eine internationale Kommission, die im Zusammenhang mit dem North American
Agreement on Environmental Cooperation (NAAEC) geschaffen wurde. Sie hat zum Ziel, die
Zusammenarbeit zum Schutze und zur Erhaltung der Nordamerikanischen Umwelt zu fördern.
Sie überwacht zudem die Einhaltung der Umweltschutzrechte und versucht, potentielle
Konflikte zwischen Handel und Umwelt zu vermeiden.

   -   North American Development Bank & Border Environment Cooperation Commission

Sind zwei teilunabhängige Institutionen, welche Gesundheit und Wohlfahrt der an der
Landesgrenze zwischen Mexico und den USA lebenden Personen zu erhalten und zu steigern.
Die Zielinhalte betreffen insbesondere die Wasserversorgung, die Abwasserreinigung und die
Abfallentsorgung.


Problemfelder

Wie bei jedem Abkommen gibt es in verschiedenen Bereichen immer wieder Parteien, die mehr
profitieren als andere. Vlg. hierzu auch den Artikel.


   Quellen:

      Websites der NAFTA:
       http://www.ustr.gov (USA)
      http://www.dait-maeci-gc.ca (Kanada)
      http://www.economia.gob.mx (Mexiko)
      Online-Archiv der Basler Zeitung:
       http://www.baz.ch (Stichwort: NAFTA)




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ProLitteris / Jordan Martin / Basler Zeitung; 2003-09-08; Seite 3


Tagesthema


«Nicht Nein zum freien, sondern Ja zum gerechten Handel»

Mexikos Bauern stöhnen über die hohen Subventionen, die ihre Berufskollegen in den USA erhalten.
Unter diesen Bedingungen könnten sie ihre Produkte nicht konkurrenzfähig anbieten. Die Verkäufe
sinken massiv, weil Billigware aus den USA den mexikanischen Markt überschwemmt. An der WTO-
Konferenz in Cancún soll dies korrigiert werden.


Die Klage auf dem Wochenmarkt von Jilotepec ist überall dieselbe. «Unsere Schafe verkaufen sich bei weitem
nicht mehr so gut wie früher», meint Ernesto Sánchez, «der Absatz ist drastisch zurückgegangen.» Für Sánchez
ist klar, warum er in der Regel nur wenige Schafe verkauft und die restlichen wieder mit nach Hause nehmen
muss: Das Fleisch, das meist tiefgekühlt aus den Vereinigten Staaten eingeführt wird, wird in den Supermärkten
viel billiger angeboten als die mexikanische Ware.


Von Martin Jordan, Jilotepec


Wenn er Glück hat und ein Schaf verkauft, dann verdient Sánchez pro Tier derzeit etwa 25 Pesos, was
umgerechnet rund zwei Euro (drei Franken) entspricht. «Manchmal muss ich aber auch mit Verlust verkaufen,
weil ich auf das Geld angewiesen bin», erklärt der 45-Jährige. Andere Schafzüchter nicken mit dem Kopf, sie alle
sind der Meinung, dass das Nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta Schuld hat an ihrer Misere. «Anstatt
einen Nutzen daraus zu ziehen, sind wir nun ärmer als vorher», sagt Luis Cornejo. Vor knapp zehn Jahren haben
sich die Nafta-Partner USA, Kanada und Mexiko in einer Freihandelszone vereinigt. Mexiko hat in einigen
Bereichen, vor allem in der Exportwirtschaft, von diesem Handelsvertrag profitiert, doch die Landwirtschaft gehört
zu den grossen Verlierern des Abkommens. Zumindest im Süden und im Zentrum Mexikos fluchen die Bauern mit
markigen Worten über Nafta. «Seit die Freihandelszone in Kraft trat, verkaufen wir so gut wie nichts mehr»,
wettert Cornejo.


Doch nicht nur die Schafzüchter sind erbost, auch wer zum Beispiel Mais anpflanzt, hat einen schweren Stand.
Rolando Benítez sagt, dass sich sein Leben seit dem Inkrafttreten von Nafta eindeutig in die negative Richtung
verändert hat. «Es lohnt sich gar nicht mehr, den Mais zu verkaufen. Wir müssen ihn derart billig anbieten, dass
wir kaum noch die Produktionskosten hereinholen können», erklärt Benítez. Das Problem sei, dass die USA den
mexikanischen Markt mit billigem Mais überschwemmten. Die US-Bauern erhielten von ihrer Regierung hohe
Subventionen, während die Bauern Mexikos vom Staat praktisch keine Direktzahlungen erhielten.


Die Zahlen, die Benítez vorlegt, sprechen eine deutliche Sprache: Ein Bauer in den USA bekomme zehnmal
höhere Subventionen als ein Bauer in Mexiko. Ausserdem ernte der US-Farmer pro Hektar rund zehn Tonnen
Mais, während es der mexikanische Campesino im Durchschnitt auf lediglich zwei Tonnen bringt. «Wie sollen wir
unter diesen Bedingungen konkurrenzfähig sein?», fragt Benítez.


Gleich lange Spiesse


Der 38-jährige Kleinbauer, dem lediglich fünf Hektaren Land zur Verfügung stehen, wünscht sich gleich lange
Spiesse auf beiden Seiten der Grenze. «Ich sage nicht Nein zum freien Handel, sondern Ja zum gerechten
Handel.» Benítez meint damit, dass entweder die mexikanische Regierung ihre Subventionen erhöht oder die
Zuschüsse in den USA massiv verringert würden. In Jilotepec, einer ländlichen Gemeinde mit 56 Dörfern rund 90
Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt, ist die Zahl der Bauern in den vergangenen zehn Jahren drastisch gesunken.
Über 16 000 Bauern haben ihren Betrieb aufgegeben und sind weggezogen. Viele von ihnen arbeiten nun als
Billiglohnkräfte in der US-Landwirtschaft und schicken Geld an ihre Familien, die zurückgeblieben sind. Von den
40 000 Landwirten, die noch immer in Jilotepec ausharren, sind etwa 70 Prozent Kleinbauern.

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So wie Rolando Benítez wendet eine stattliche Anzahl nach wie vor traditionelle Anbau- und Erntemethoden an,
das heisst, die Bauern arbeiten mit Zugtieren und benutzen ausschliesslich organischen Dünger. Gemäss Benítez
kann so im Vergleich zu den US-Produkten eine deutlich bessere Qualität erreicht werden: «Unser Mais hat viel
mehr Proteine, einen besseren Geschmack und ist länger haltbar.» Doch Benítez warnt, dass dieser Mais vielleicht
bald verschwinden könnte. Wenn es sich nicht mehr lohnt, ihn zu produzieren, werde Mexiko in eine Abhängigkeit
von den USA fallen: «Dann werden uns die USA beherrschen. Nicht mit Waffen, sondern über unsere Mägen.»




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