31 - DOC

Document Sample
31 - DOC Powered By Docstoc
					Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08


                                          31.03.08
                           Nationales Bildungssystem von Japan

Ceteris parribus?           Das übrige gleiche?
Japan hat eine Einwohnerzahl von 128 mil. Menschen (das entspricht der Hälfte der USA),
wobei sich Japan über 4 große Inseln verteilt.

Japan hat eine hohe Bevölkerungsdichte (337 Personen pro km2). Dies verlangt vom
Erziehungsstil ein hohes Maß an sozialen Tugenden ohne Selbstsüchtigkeit.

Japan ist ethisch und sprachlich weitgehend homogen (keine Massenimmigration – Gegenteil
zu Boston, etc.)
Aber: In den letzten Jahren stieg die Zahl der Gastarbeiter aus O-Asien (mit deren Kindern).
Exiljapaner (Kinder), die zurückwandern nach Japan stellen schon eine eigene Schulgruppe
dar.
Eine verdrängte, gemiedene Minderheit sind mit 3 % die Burakumin (japanische
Ureinwohner), die schmutzige, minderwertige Arbeit verrichten.
(Religion: Shinduismus)

Japan hat im internationalen Vergleich gesehen seit dem 2. Weltkrieg eine niedrige
Arbeitslosenquote. In vielen Firmen gibt/gab es für die Arbeiter eine Anstellung auf
Lebenszeit.
Die Wohnsituation ist unterschiedlich zu der österreichischen. In Japan gibt es keine
ausgeprägten Siedlungen, keine Polarisierung, wenig außerschulische Segregation. Hier findet
man eine Durchmischung von Wohn- und Stadtviertel und somit auch eine Durchmischung
der sozialen Schichten.
(Gegenteil zu England)

Die Scheidungsrate war in Japan Jahrzehnte lang sehr niedrig, damit verbunden sind stabile
Familienverhältnisse. (In den letzten Jahren kam es hier jedoch zu einer Änderung.)
Dies bedeutet für die Schulen auch, dass sie weniger ein soziales Netz aufbauen müssen, als
dies Schulen in Europa machen, um den Kindern ein stabiles Umfeld zu bieten. Es werden an
die Schulen weniger sozial pädagogische Erwartungen gestellt. (In den letzten Jahren werden
vermehrt Schulberater eingestellt, die als Counsellor für die soziale Seite verantwortlich sind.)

Japan ist immer noch eine Männergesellschaft, da viele soziale Konventionen Männer
begünstigen (Unterordnung der Frau). So gibt es auch z.B. weniger Lehrerinnen als Lehrer!
Viele Frauen haben hingegen die Rolle als Lernbegleiterin ihrer Kinder. (Die Berufstätigkeit
der Frau ist sehr niedrig.)

KULTUR:
Spannungsverhältnis zwischen westlicher Technologie und „östlicher“ Moral - , sowie
Traditionsvorstellungen.
Soziale Orientierungen sind nicht geprägt von Individuum und Selbstbestimmung. Im
Gegenteil, es gibt ein starkes Zugehörigkeitsgefühl zu Gruppen.
Großer Respekt vor dem Alter und somit auch vor Lehrern! (Nationalfeiertag: „Tag des
Respekt vor alten Menschen“)
Erwartung und Bereitschaft der Unterordnung in soziale Normen und Regeln (Akzeptieren
der Schulordnung).
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
Selbstdisziplin und Anstrengungsbereitschaft (Nachhilfeschulen am Sa-Abend).

Japan ist eine Bildungsgesellschaft. Eine Gesellschaft, in der der soziale Anstieg abhängig ist
von formalen, schulischen Qualifikationen.
Der Schulerfolg ermöglicht den Zugang zu bestimmten Universitäten.

HISTORISCHES:
1868: Nach 300 Jahren der Isolation hat sich Japan zu Westen geöffnet (vorher gab es eine
Ausrichtung nach China).
1872: Es wurde ein öffentliches Pflichtschulwesen etabliert. Um dies zu ermöglichen schickte
Japan vorher Delegationen nach Frankreich, Deutschland, England und in die USA, um deren
Bildungssysteme kennen zu lernen. So übernahmen sie z.B. ihre Schuluniformen aus Preußen
(preußische Kadettenuniform).
Ab 1880 – 1930: Gegenbewegung – Nationale Bewegung nach innen (Nationalisierung!);
suchen nach eigen Formen
Bis 1952: Amerika besetzte Japan.
Zu dieser Zeit griffen sie auch stark in das Schulsystem ein, um eine Demokratisierung
herbeizuführen (Klassendemokratie). Somit wurden amerikanische Strukturen in das
japanische Schulsystem eingeführt.                                              Hochstufe

JAPANISCHES SCHULMODELL:                                                      Mittelschule
Aufgrund der amerikanischen Interventionen gleicht das japanische Schulmodell stark dem
amerikanischen.
                                                                              Grundschule
                                                                      6
in den letzten Jahren werden die letzten beiden Schulabschnitte vermehrtJahre
als 6jähriger Abschnitt angeboten.
Das japanische Schulmodell = Gesamt- und Ganztagsschule
Schulpflicht von 6-15 Jahren.


LEHR- UND BILDUNGSGESELLSCHAFT
Lehrgesellschaft
Japan ist eine Lehrgesellschaft verbunden mit konfuzianischen Traditionen. Hierzu gehören
auch der Respekt gegenüber der Hierarchie und die hohe Wertschätzung von formalen Lernen
(auswendig lernen).                                                                    75%
                                                                       religiös überhöhnt.
Dies lernen Schüler nicht nur durch staatliche Schulen, sondern es ist95%
sensei = ein respektvoller Ehrentitel für Lehrer, Weise, Alten, etc.                    3 Jahre
                                                                      6-15 J.
Bildungsgesellschaft                                                                    3 Jahre
Japan ist eines der höchstgeschulten Länder.
                                                                                      6 Jahre
                                                                      95%
Etwas 95 % haben eine Vorschulausbildung.
              95% bleiben nach der Schulpflicht in Vollzeitschulen
              75% verbleiben in „higher education“
Das japanische Schuljahr ist um 60 Tage länger als das in den USA.
(Das ergibt mehr als 2,5 Jahre nur zur Zeit der Schulpflicht.)

Mit Ende der Schulpflicht wird das japanische Schulsystem selektiv.
Eine gute Hochstufe zeichnet sich nicht durch den sozialen Status der Eltern aus, sondern an
der Zahl jener Schüler, die anschließend eine gute Uni besuchen.

Japanische Kinder besuchen Ganztagschulen und anschließend Clubs, etc.
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
Japanische Wohnungen sind sehr klein und die Städte bieten wenig Raum für Kinder. Somit
stellen die Schulen einen Freizeitwert für die Kinder dar.
Schulschwänzen gibt es nur selten (ähnlich einer Kirche anzubrennen)
Nachhilfe:
Je älter die Schüler werden, desto öfter benützen sie Nachhilfe = Juku.
In Japan besucht man Juku nicht zur Vermeidung von Misserfolg (in japanischen Schulen gibt
es nur selten ein „Sitzenbleiben“), sondern Kinder besuchen diese um in der Schule noch
besser zu werden.
Daraus ergebe sich sogar Aufnahmetest für einige Jukus. Jukus sind meist ausgerichtet auf
Englisch, Mathe und Naturwissenschaften.
Japanische Eltern investieren intensiv in die Bildung der Kinder.
Daraus ergibt sich eine riesige Lehrhilfmittelindustrie.

Der Lehrerberuf:
Der Lehrerberuf ist hoch geschätzt mit hohem Prestige und höheren Gehältern, als z.B.
Beamte.
Aufnahmetest für den Lehrerberuf (Das japanische Bildungssystem kann es sich leisten
selektiv zu sein).
Japanische Lehrer haben 30 Tage Urlaub und verpflichtende Lehrerfortbildungen an den
Wochenenden.
Ebenso wird versucht zu verhindern, dass Lehrer 30 Jahre an derselben Schule sind. Es ist
üblich die Schulen zu wechseln, um unterschiedliche „Schultypen“ kennen zu lernen.
Hier ergeben sich für Lehrer lange Anfahrtswege.

Sowohl bei PISA, als auch bei IEA haben japanische Schüler immer im höheren Feld
abgeschnitten mit einer Beständigkeit von mittlerweile 30 Jahren.
Wert wird in den Schulen aber nicht nur auf Mathematik und Naturwissenschaften gelegt,
sondern auch auf das Erlernen eines Musikinstruments.
Im Moment steigt die Zahl jener Schüler, die versuchen aus dem System auszusteigen
(Selbstmordversuche!).
Für die Schüler ergibt sich ein religiöser, gesellschaftlicher und familiärer Druck.



                                               07.04.2008
                                                 Japan
Ca. 100.000 Kinder (rund 0,9% der Schüler) sind Schulverweigerer bzw. Schulschwänzer. In
England sind es 10x so viele, jedoch macht man sich in Japan wesentlich mehr Gedanken
darüber.

Ab der 6./7. Schulstufe müssen alle Schüler Uniformen bzw. ein Schullogo an der Kleidung
tragen. Nur in als progressiver geltenden Übungsschulen herrscht keine Kleiderordnung,
jedoch kaufen an diesen Schulen viele Eltern trotzdem Uniformen für ihre Kinder.

Japanische Schulen sind sehr groß und einfach gebaut (wie „Lernfabriken“). Die Einrichtung
ist karg; lediglich die Musik-, Naturwissenschafts- und Sporträume sind sehr gut ausgestattet.
Japan hat von allen OECD-Ländern die höchsten Klassenschülerzahlen (zw. 30 und 50 Kinder
pro Klasse). Unterricht in Kleingruppen wird nur für Kinder von Rückwanderern angeboten,
die intensiv beschult werden, um sie möglichst schnell am Regelunterricht teilnehmen lassen
zu können.
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
An den Schulen gibt es keinen Schulwart; die Kinder kümmern sich um die Reinigung des
Gebäudes und des Schulgeländes.
HAN: Eine wichtige Einrichtung; 5er-Kleingruppen, die über einen bestimmten Zeitraum
Verantwortung tragen (Klassendienst, Essensausgabe etc.).

Jedes Kind muss ein Musikinstrument erlernen (meistens Blockflöte).
Naturwissenschaftliche Fächer: Die meisten Burschen wählen Physik, die meisten Mädchen
Biologie.
In der 4. Klasse lernen die Kinder die lateinische Schrift.
Wahlfächer: z.B. Judo oder alte Kampfsportarten.
Stundenpläne: Der Unterricht ist in 10-15 Minuten-Intervalle unterteilt.
Disziplin wird groß geschrieben. Die Anforderungen an die Schüler sind sehr hoch; viele
müssen regelmäßig bis spätabends Nachhilfeunterricht besuchen.

Einmal pro Jahr findet an Schulen ein großes Sportfest statt, das den Japanern sehr wichtig ist.
Die Vorbereitungen dauern Wochen, es werden genaue Choreographien einstudiert, es
nehmen alle Schüler einer Schule (also eine sehr große Zahl von Kindern) daran teil, alles
läuft sehr diszipliniert (und immer gleich) ab.

In Japan gibt es Tempel für den Gott des Lernens, der von Familien besucht wird, um für
einen guten Lernerfolg der Kinder zu beten. Symbol: ein schwarzer Stier.



                                               14.4.2008
                                                Japan

Highschools sind in Japan gerangreiht = Höhe der Chance in die Arbeitswelt einzusteigen 
Bildungschancen sollen durch Jukus optimiert werden.
Viele der besseren Jukus haben sogar Aufnahmetests.

Von Großsprengelregelung wurde in eine Kleinsprengelregelung übergegangen, damit nicht
ale sich in der gleichen Schule bewerben.  Stadt wurde in Sektoren aufgegliedert

In den ersten 9 Jahren gibt es keine Leistungsgruppierungen (heterogene Gruppen).
Allerdings gibt es „han“ (5-6 Kinder), die für einander verantwortlich sind. Die
Kleingruppenverantwortlichkeit führt auch dazu, dass die Schüler, die ohnehin weitaus mehr
Zeit in der Schule verbringen, weniger Zeit verbringen müssen um den Unterricht zu
strukturieren.  „Time-on-taste“

Wie viel Zeit verbringen die Kinder wirklich in der Schule? Wie kann man diese Kernzeit
besser nutzen?

 3 Länder Forschung
      USA
      Japan                                IEA
      Deutschland

Dabei wurde auf den Mathematikunterricht den Fokus gelegt! Z.B. Lehrplanvergleiche,
Videoaufnahmen des Unterrichts,...
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
In Japan sollen die Kinder selbstständig und aktiver nach Lösungen suchen und darüber
diskutieren.

Der Überblick von der Grundschule in die Highschool ist für die Kinder sehr bedeutend (z.B.
rasieren sich die Haare ab, als Zeichen der Unterwerfung).
An vielen Schulen wird erwartet, dass die Schüler der Junior Highschool Clubs besuchen
(Musik, ...). Wird als Pflicht verstanden  Schüler, die ihre Freizeit in Clubs verbringen,
können keinen Unsinn machen...

Neben den Jukus gibt es auch viele Hausübungen (tgl. 1-2 Stunden), in der Oberstufe mehr als
2 Stunden.

„bonding“ (Zusammengehörigkeitsgefühl)  wird viel Wert darauf gelegt  Schuluniform,
Schulabzeichen und Schulreinigung!     „cooperativ identity“

ijime (= bullying) – „Guidance concelors“ (Art Vertrauenslehrer) geht auf die Probleme ein

hansei = öffentliche Selbstkritik

„in loco parentis“ = Die Schule handelt anstelle der Eltern  der Schule werden viele
Rechte & Verantwortung übertragen, die bei uns den Eltern gehören!
z.B.: Verbot von Schminke, strenge Frisurvorschriften (Länge,...), usw.
Kinder müssen Tagebuch schreiben und die Lehrer dürfen es jederzeit ansehen  somit wird
auch die Freizeit & Ferien überprüft!
Ein Lehrer kann z.B. einem 18 Jährigen verbieten mit dem Moped zu fahren, obwohl es
gesetzlich erlaubt wäre.
Unter 18 Jährige dürfen auch nicht ins Cafehaus gehen oder Zärtlichkeiten austauschen.

„Schulsporttag“ strenge, genaue Vorbereitung – rituelle Sequenzen von Wettbewerben.
Gemischt begabte Gruppen

Gail Benjamin: „Japanese Lessons“ (Kulturanthropologin)

School nurse: Checkt mehrmals im Jahr die Fingernägel, Zähne, Läuse,...

Dependence: Gruppenanpassungserziehung / Abhängigkeit
Indenpendence: Unabhängigkeit

Japanischer Bildungsminister hat einen sehr hohen Stellenwert in der Bevölkerung.

Die Familien haben einen hohen Anteil an Bildungserfolg. Japanische Mütter legen Wert auf:
Folgsamkeit, Fleiß, sich anpassen, Geduld,...

Wie erklärt man sich den Schulerfolg in Japan?

Bewertungstabelle für Wichtigkeit:

Japan                                             Deutschland
1. Fleiß                                          1. Begabung
2. Schule                                         2. Schule
3. Begabung                                       3. Individuelles
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08

Amerika baut auf Eigenständigkeit und Toleranz.

Den Kindern werden lange Schulwege und Wege zu den Jukus zugemutet.

Alle Schüler machen einen gesamtnationalen Test. Mit diesem Testergebnis bewirbt man sich
bei den Unis, wo man erneut einen Test machen muss. Gehört man beim 1.Test nicht zu den
oberen 3%, braucht man sich bei vielen besseren Unis gar nicht bewerben.  weitaus größere
Anstrengungsbereitschaft! (Kommt auch der amerikanischen Wirtschaft zugute)


                                                21.04.08
                                               ENGLAND
Schottland und Wales haben ein eigenes Schulsystem.

Schultypen: (Sekundarschulen)

Comprehensive Schools („Gesamtschule“ CS) - ca. 90 %

Independent Schools („public schools“) - Privatschulen - ca. 7 %
diese Schulen sind mächtiger und bedeutsamer als die Besucherzahl eigentlich angibt.
Die Hälfte der Erstsemestrigen von Cambridge u. Oxford kommen von diesen Schulen. Es
gibt auch solche Schulen für Migranten (für die russischen Kinder).

Grammar Schools („Gymnasium“), öffentliche Schulen. Es gibt noch etwa 150 Schulen.
Diese sind sehr unregelmäßig im Land verteilt.
Die Oberschicht-Eltern haben großes Interesse am Erhalt dieser Schulen.
Voraussetzung für diese Schule ist das 11 + (Eleven Plus Prüfverfahren) um überhaupt an
diese Schulen zu kommen.

Creaming = soziales Absahnen, Auslesen der ambitionierteren Eltern und deren Kindern.
Es macht eine faire Evaluierung sehr schwer.

Wie kam es zu dieser Entwicklung? Historischer Rückblick

In den ersten 20 Jahren viel Wachstum, Schulform seit 1944, seit dem Education Act. Es
herrschte eine gewissen gesellschaftliche Aufbruchstimmung.
Man forderte ein Gesamtschul-System, man hatte große Ambitionen. Die Schulen sollten
vorwiegend in städtischen Neubauregionen oder ländlichen Zentralbauten angesiedelt sein.

Früher:
Grammar Sch.        Secondary Modern             Compr.
                                                 School




Die comprehensive school-Schulform ist nur langsam gewachsen, das hat sich 1965 geändert
durch „circular 10/1965“ ist Grundstein, kein Gesetz. Schuldistrikte sollten Pläne für die
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
Umwandlung ihrer Sekundarschulen vorlegen. Es war ein Zwang, sondern eine Aufforderung.
Schulen, die sich daran beteiligt haben wurden finanziell gefördert. Ab 1966 gab es nur mehr
Geld wenn man eine comprehensive school gründete.

Der circular 10/1970 (labour) regelte, dass es auch wieder Schulen wie früher geben sollte
und nicht nur comprehensive schools, der Anteil dieser Schulen ist bis dahin jedoch schon auf
46 % angestiegen.

1976 (konservativen) mussten alle lokalen Schulbehörden Gesamtschul-Pläne vorlegen, es
war aber kein Gesetz.
1979 gab es wieder einen Regierungswechsel (labour), diese Regierung blieb bis 1997.
Gesamtschulen sind trotzdem immer mehr geworden.

Auf Lokalebene hat sich ein Lückenteppich entwickelt. Es gab große Unterschiede zwischen
Nationalpolitik und Lokalpolitik. Ein bestimmtes Grundmodell wurde nie vorgeschrieben.

Schulpflicht endet in England mit 16 Jahren.



Hauptformen der frühen Gründungen waren die
  1. all through comprehensives 11-18
      man brauchte 6-7 form intakes (= 1. Klassen), ca. 1000 Schüler

    2. 11-16 + 6 th form college

    3. two-tier 11-14/ 14-18
       Das war ein Kompromiss aus räumlichen Ressourcen.
       Hier war es wichtig die Schüler in die Oberstufe zu bekommen und zu halten, es war
       wichtiger als bei Pkt 2., weil dort der Schulabgang mit gleichzeitigem Ende der
       Schulpflicht leicht gemacht wurde.

    4. middle school 9-13/14
       sind nicht besonders populär geworden.
       Plowden-Report meint: Lernen in Sekundärschulen ist stark sachzentriert, es hat sich
       jedoch keine middle school-Identität entwickelt.


    1) neighbourhood schools sind gut in kleinen Orten. Es besteht die Hoffnung, dass Eltern
       die Schule währen, die dem Wohnort am Nächsten ist.

    2) catchment areas = Sprengel. Vermischung der Schüler soll zustande kommen.

    3) feeder schools: Kinder sind keiner bestimmten Sekundärschule zugeordnet

    4) balanced ability, „banding“: aus allen Begabungsfeldern sollen in jeder Schule alle fair
       repräsentiert sein. Das war schwer, weil 1988 die Sprengel abgeschafft wurden.

„code of admission“ vom September 2008 ist eine Regel für die Aufnahme an Schulen.
Eltern haben die Möglichkeit auch Einspruch zu erheben, wenn das Kind nicht an die
Wunschschule kommt.
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08

Viele Eltern haben darauf vertraut, dass ihr Kind in die nächste Schule kommen - je näher
man wohnt, desto berechtigter ist man. Wenn also „banding“ stattfindet, dürfen nicht nur die
besten Schüler genommen werden. Jetzt gibt es deshalb „lottery“ (Los) - man verlost die
Schulplätze an die Kinder.
Manche Schulen haben ein Profil, sie dürfen 10 % der Schüler nach der Passung des Schülers
an die Schule aufnehmen (sachliche Kriterien).

Studie Sutton Trust ergab, dass begabte Kinder in allen Schulformen ihren Bonus behalten,
auch wenn sie nicht den Platz in der Schule ihrer ersten Wahl erhalten.

Was ist eigentlich mit „gesamt“ gemeint? Berufs- und allgemeinbildende Angebote.

Wie geht man mit der Vielfalt der Schüler um?

    1. „streaming“: Züge nach Leistungsfähigkeit wurden eingeführt
    2. „setting“ (häufigstes): Leistungsgruppierung in Mathe, Science, foreign language)
    3. mixed ability (klassisch): so wurden manche Fächer in heterogenen Stammklassen
       gelehrt
    4. in Oberstufe: individualisiertes Lernen; die Größe der Gruppe ist nicht mehr
       bedeutsam.

In den 70/80er Jahren gab es Stiftungen, die differente Lernmaterialien für heterogene
Stammklassen entwickelt haben. Es wurde unterschiedlich anspruchsvoll gearbeitet.

Die 11-14jährigen sind die Eingangsstufe der comprehensive school, Schulen hatten große
didaktische und pädagogische Freiheiten.

Key Stage 3: mit 14a werden Schüler getestet, kindzentrierter Unterricht.
Key Stage 4 für 14-16jährige. Key Stage 4 ist ausgerichtete Phase auf das Ende der Schule.
Starker Fokus des Lernens auf externe standardisierte Abschlussprüfungen.

1972 Verlängerung der Schulpflicht von 15 auf 16a.
Praktische Fächer wurden in die Schulkultur einbezogen, früher war das nicht so.

Nationalcurriculum:

Key Stage 3 Pflichtfächer:
Englisch, Mathe, Science (Naturwissenschaften), design an d technology, ICT informtion
communication echnology, Geschichte, Geographie, modern foreign language, art an d
design, Musik, physical education, citizenship.
Die Fächer decken 2/3 der gesamten Unterrichtszeit ab, 1/3 kann die Schule autonom
bestimmen z.B. gender.

Viele dieser Fächer müssen angeboten werden, sind aber von 14-16a nicht mehr
verpflichtend. Die Fächer werden also von Pflichtfächern zu Wahlfächern; viele Schüler
behalten diese Fächer trotzdem bei.
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
                                               28.04.08
Comprehensive schools

11 – 14 jährige: Freiraum
Mit 14 Jahren: beginnt der Ernst des Lebens; Prüfung mit 16 Jahren: GCSE (General
Certificate Secondary Education)  O-Levels – ordinary (normales Niveau), später: A-Level
– advanced (fortgeschrittenes Niveau)
 wichtiges Prüfungsstadium für Übertritt in Beruf oder weiterführende Schule

Schülerleistungen werden seit dem Gesetz von 1988 (und weitere) veröffentlicht und sind
deshalb auch für Schule (Institution) wichtig.
Schüler kann mehrere GCSE`s machen: 5 gute GCSE`s – mind. Note A* - C (Noten sind bis
G möglich).

Der Lehrer muss seine Schüler (mit ca. 15 J.) aufgrund seiner diagnostischen Fähigkeiten
beschreiben, ob Schüler z.B. die erste niedrigere Stufe (A*-C = tier 2) oder die höhere (D-G =
tier 1) ansteuert  um zu vermeiden, dass Schüler in Leistungsband geprüft wird, dass ihm zu
schwer ist/er nicht viel weiß.
Es gibt vorgegebene Ziele (targets) für Schulen (prozentueller Satz der 15-16jährigen die gute
GCSE`s erbringen sollen) – liegt momentan bei 60% oder mehr. Bis 2011 soll das (5 gute
GCSE`s) auf 78% gesteigert werden – Gesamtleistung der Schule soll so angehoben werden,
jedes Jahr soll „output“ der Schule gesteigert werden. Bei der Beurteilung der Schule schaut
man auf die veröffentlichten Ergebnisse (homepage, folder, Zeitung). Es gibt einen
Schülerleistungsscore eines best. Jahres. Die Ergebnisse der Schule werden in Relation zur
Region gesetzt, wird dann zu engl. Durchschnitt. Eltern sollen wissen, wie Leistungen der
Schüler an Schulen in Englisch, Mathe, Science aussieht. Schule ist öffentliche Einrichtung,
welche nach best. Leistungsindikatoren transparent gemacht wird.
Schule für 14-16 jährige: berufsvorbildende Fächer

Folie: vom Wintersemester

Zeigt, dass es in der Schule eine stark differenzierte Lehrkörper-Struktur gibt. Oft geht der
Schulleiter nach 10 J. Tätigkeit an einer Schule in eine andere Schule und unterricht dort dann
als Lehrer weiter.
Headmaster: Leiter
Deputy headmaster: für administrative Tätigkeiten – soll headmaster entlasten
Senior mistress: für z.B. gender-Angelegenheiten
Director of studies: didaktischer Leiter – Koordinator des Lehrbetriebes, darunter sind die
Abteilungsvorstände, darunter die Fachlehrer
Senior year tutor: verantwortlich für alle Jahrgangslehrer/oberste Klassenvorstand; darunter
year tutor – ist für best. Jahrgang zuständig.

Es gibt versch. Ebenen die man als Lehrer aufsteigt. In Österreich gibt es nur wenig Stufen
zwischen Direktor und Lehrer. In England: man steigt als Junglehrer ein, dann wird 4-5x die
Schule/Distrikt gewechselt um beruflich aufzusteigen + berufliche Weiterbildung (nicht so
schulfeste Stellen wie in Deutschland und Österreich).
Vorteil von England: Lehrer lernt untersch. Schulkulturen, Herausforderungen, Lehrer,
Schülergemeinschaften kennen.
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
An vielen Schulen gibt es neben der Flexibilität der Instruktion des Unterrichts auch
sozialpädagogische Organisation.
Bsp.: Schule mit 900 Schülern: hier gibt es eine house-Organisation: d.h. es gibt 4 houses die
altersgemischt die Bezugsgruppe für andere Einheit ist  kommt von Privatschulen die
Wohnhäuser hatten. Einheit: soziale Probleme werden besprochen, registriert ob Schüler
morgens da ist; es gibt kleinere überschaubare Einheiten
 lässt sich dort gut durchführen, wo räumliche Strukturen vorhanden sind (da separate
Gebäude von Vorteil sind.)

Dann gibt es noch die Year-group – andere Form der Organisation: ist pragmatischer, mit
altershomogenen Einrichtungen.

Für Schulzugehörigkeitsgefühl gehört Schuluniform dazu – war Zeit lang aus der Mode, jetzt
wieder beliebter (aber auch hinter Schuluniform steht soziale Kategorie).

Nach 16 Jahren: entweder Berufsausbildung oder Verbleib in der 6th form (bei guter Prüfung)
-> war früher stark akademisch, heute berufs- oder allgemeinbildend.
A-Level: 3-4 Fächer die Schüler mit Beratungslehrer auswählen (nach Interesse, Begabung) –
es wird stark in die Tiefe gelernt (depth) und nicht allgemeinbildende Breite (breadth).

Faktoren, die bei curricularen Entscheidungen in der Oberstufe eine Rolle spielen:
    Staat/Wirtschaft/Gesellschaft: was wird benötigt: Schweden ist sehr praktisch
       orientiert (Kenntnisse, Fertigkeiten)
    Traditionell nationale Bildungsideale: was darf man abwählen, was nicht (Ö, D)
    Individuum: v.a. Englan: erlangen individueller Fähigkeiten; englische
       Oberstufenschüler können sich auf 3-4 Fächer spezialisieren.

Von 16 – 18 Jahre: Prüfungen (wo man spezialisiert ist)
AS … Prüfung nach einem Jahr (1/2 A-level)
 Advanced Subsidiary

A-level ….nach dem 2. Jahr (2. Hälfte)

Bessere Schüler machen z.B.: 3 A-level + 1 AS
                             3 A- level + AEA (Advanced extension awards - 10% der
Besten,
                             kann man an jeder Schule machen - Extrapunkte für
                             Uniaufnahmeverfahren)

GCSE re-take: was man mit 16 schon gemacht hat; man hat z.B. Note 3 – macht keinen guten
Eindruck, Möglichkeit sich zu verbessern.



                                               05.05.08

Es gab zu dieser VO ein Handout, das Prof. Gruber verteilt hat. Der folgende Text bezieht
sich auf die dortigen Tabellen.
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
Vergleich England und USA Schulsystem


1. England
Beispiel einer Abschlussprüfung in Fremdsprache ( unserer Matura vergleichbar)
Deutsch als Fremdsprache an einer englischen Schule
Es gibt verschiedene Prüfungsbehörden: CCEA , Edexel


Lehrer können Prüfungsbeispiele aus den vorherigen Jahren abrufen
Hinter den Prüfungen steht eine aufwendige Theorie des Fremdsprachenerwerbs
Unterschiedliche Skills/ Aspekte werden abgeprüft
AS Level kann man mit 17Jahre machen, entweder als alleinige Prüfung oder als Teil der A-
Level Prüfung, die auf 2Jahre aufgeteilt ist. Die Prüfung ist in Module eingeteilt, die
unterschiedliche Fähigkeiten abprüfen.
AS Level: Modul 1………………………Gewichtung 35%
           Modul 2………………………………………35%
           Modul 3.....................................................30% der Gesamtnote


A Level Module 1,2,4,5…………………………je…17%
          Module 3,6………………………………je…15%


A Level Prüfung ist die höchstmögliche Qualifikation, nötig um sich für bestimmte Unis
anzumelden
Unis geben Vorgaben z:B.: gute Uni verlangt Englisch……A Level
                                                      Französich…A Level
                                                      Deutsch…….B Level
Nicht so gute Unis in den gleichen Fächern B B C Level
Leistungsorientiertes Prüfungssystem
Jedes Modul kann man einmal wiederholen, sonst alle Moduls wiederholen ( retaken)
10% der Schüler einer englischen Schule verlassen mit 16 Jahren die Schule und gehen weiter
in ein „ College of Further Education“, um dort ihr A Level zu erwerben > ist mehr wie eine
Schule für Erwachsenenbildung, mehr Freiheit, mehr Selbstverantwortung, mehr
Spezialisierung auf einige Fächer.


2. USA
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
Das Schulwesen ist nicht zentralisiert, Washington/ Regierung spielt kaum eine Rolle, es gibt
aber das Department of Education auf nationaler Ebene
Viel Entscheidungskompetenz liegt bei den einzelnen Bundesstaaten, diese geben viel
Verantwortung ab an gewählte schoolboards ( 15 000 USA weit )
Das sind Schuldistrikte/ Schulausschüsse mit Schulräten
Je schoolboard gibt es 12-14 gewählte Vertreter> haben relativ viel Macht> wird delegiert an
den Superindenten> zuständig für öffentliche Schulen einer Region
Jeder Bundesstaat hat einen „ State Commissioner of Education“ ( Bildungsminister)
Schulfragen werden lokal entschieden, besonders die Finanzierung
50% lokal durch Grundsteuern *
41% Bundesstaat
7% Federal, Bundesgeld von Washington, meist für bestimmte Projekte
2% Private Gelder, Sponsoren, Stiftungen
*macht große Unterschiede, da unterschiedliche Steuerhöhe in einzelne Bundesstaaten, arme/
reiche Staaten
Schoolboardsmitglieder und Superintendant werden gewählt
     der Einzelne muß finanzielle Mittel für den Wahlkampf einsetzen
     fundraiser haben bessere Chancen
Wie ist der typische schoolboardmember?        Männlich, weiß, college educated, eher reich
Was hält die 50 bildungsunabhängigen Staaten zusammen?
Kalifornien, Texas, State of New York>>>>gewichtige Staaten, geben Orientierung in
pädagogischen Themen und Lösungen vor, werden als Vorreiter in Sachen Bildung gesehen,
gelten als pädag. Norm


USA als Integrationsland, kulturell außerordentlich heterogen > Begriff „minority majority“ >
Minderheiten sind oft Mehrheit z.B.: Florida, Südkalifornien mehr spanisch sprechende
Schüler > dadurch Kommunikationsprobleme > z.B.: Mitteilungen der Schule an die Eltern
müssen in mehreren Sprachen verfasst werden
Probleme solcher Art nehmen zu > soziale Entflechtung >“ white flight“ > wohlhabende
weiße Mittelschicht flüchtet aus den Stadtzentren ins angenehmere grüne Umland, Vorstädte
entstehen > daher sind innerstädtische Gebiete abgewohnt, problemhafte Zonen > führt dazu,
dass man 3 Erscheinungsformen von Schule berücksichtigen muss
a) Urban schools
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
innersstädtische Schulen, soziale Probleme, Drogen, Kriminalität, niedrige Steuerbasis =
weniger Schulgeld, starke Fluktuation bei den Lehrern, heute durch Bundesgelder gefördert
um Ungleichheit zu bekämpfen
b) Suburban schools

hervorragend ausgestattete Schulen in den Vorstädten, gute finanzielle Basis durch hohes
Steueraufkommen, für Lehrer attraktiv weil auch bessere Bezahlung, weße wohlhabende
Mittelschicht

c) All – American schools

Schulen in kleinen Städten und Orten des Mittelwesten, eher ländlich, gut organisiert, wollen
ausgleichend sein, sozial integriert, schulen in sich stark differenziert, Vision von der
gelungenen Schule, ca. die Hälfte aller Schulen in der USA

 Weitere alternative Erscheinungsformen von Schule
       Magnet Schools
Öffentliche Grund und /oder Sekundarschulen die ein besonderes Profil bzw. eien besonderen
Schwerpunkt haben wie wirtschaftlich, technisch orientiert
Besonders tüchtige Minderheitenschüler sollen angezogen werden um sie zu fördern
       Charter Schools
Sie sind befreit von üblichen Schulgesetzen, flexibler, von privaten Firmen geführt, aber doch
auch öffentliche Unterstützung
Ähnlich gute Leistungen bei schwarzen wie bei weißen Schülern, es werden keine soziale
oder rassistische Unterschiede gemacht
       Home schooling
Betrifft 2% der Jugendlichen / Schüler der USA
Eltern unterrichten ihre Kinder, manchmal organisieren sich auch mehrere Familien, die nicht
an die Qualität öffentlicher Schulen glauben
Frage: Wo lernen diese Schüler social skills?
9% der Kinder in der USA heben unzureichende Englischkenntnisse, meist Kinder mit
Migrantenhintergrund



                                               19.05.08
Dias – Amerika & ihre Schulgebäude
Eindrücke:
   - der Schulbusfahrer ist besser bezahlt als der Lehrer
   - nur flache Gebäude
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
    -   sehr modern gebaut unter anderem
    -   RULES die aufgestellt werden
    -   ebenso study areas
    -   typisch: Schulpraktikum in Highschools
    -   Werkstättencharakter
    -   Kinder lernen auf dem Boden sitzend
    -   besitzen PC- und Internet-„workingstations“

           o „No Child Left Behind“ (NCLB) 2002
       von den Demokraten einstimmig verabschiedet
       wichtig für das amerikanische Schulwesen, weil Washington dafür die Verantwortung
        übernommen hat über Kinder mit Benachteiligungen und schwachen Leistungen.

          o „National Assessment of Education Progress (NAEP)
     Wichtige Zäsur im amerikanischen Schulwesen
     Ein Drittel der amerikanischen Kinder im 4. Grundschuljahr lesen mangelhaft 
      deswegen musste etwas dagegen getan werden.
     Diese benachteiligten Kinder bzw. die Schule in die sie gehen bekommen von NAEP
      Geldzuweisungen, wenn die Schule nachweisen kann, dass das Kind Fortschritte
      macht.
      „Title 1“ die Schule kann sich für diese Mittel bewerben – auf Basis der
      Leistungsmessung (38% bekommen diesen Zuschuss)

        Report Cards: Leistungsausweis für Schüler mit den Testergebnissen jeder Schule

        Tüchtige Lehrer besser zu bezahlen  „meritpay for master teachers“ (dieser lässt
        seine Kinder testen und wenn die Leistung stimmt => bessere Bezahlung… gibt
        Anreiz!)

Allgemein: hohe Testfreudigkeit/Wettbewerbssinn unter den Schülern.

Zusätzlicher Aspekt
Es gibt kein nationales Curriculum (sondern dies ist staatenabhängig  für die gibt es aber
Mindestanforderungen…)

Highschool-Schüler (9-12 Jährige) müssen folgende Fächer durchlaufen:
   - 4 Jahre englisch
   - 4 Jahre history/social skills
   - 3 Jahre mathematics
   - 3 Jahre science
   - 2 Jahre 1 foreign language
   - 2 Jahre arts
   - 1 Jahr computer science
   - 4 Jahre „Berufsbildung“ für jene die kein akademisches Curriculum haben

Benotung:
Grades                 A, B, C, D         (F) (failed)
“GPA”                  4, 3, 2, 1
= Grade Point Average
Bei lauter Einser lautet er = 4.0
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
Die Noten sind nicht so wichtig, gerade für die Uni-Aufnahme, sondern eher 2 Tests (einen
davon muss man machen):
SAT – an der Ost- und Westküste
ACT – in der Mitte der USA
- auf diese 2 Testsystemen beziehen sich die Universitäten bezüglich der Aufnahme.

Der/die Schulbeste/r hat „valedictorian“ und hält die Abschlussrede bei dem Abschlussfest.

Fakten:
2005:
70% der Highschool-Schüler arbeiten neben Teilzeit (20h in der Woche höchstens erlaubt).

10% der amerikanischen Schüler besuchen private Schulen.
24% der Schulen sind Privatschulen.
12% der Lehrer unterrichten an Privatschulen.
 es gibt mehr Privatschulen als öffentliche Schulen, diese sind aber kleiner und es gibt hier
auch mehr Lehrer für die Schüler.

Lehrer/innen:
79% der Lehrer sind weiblich.
44% der LehrerInnen haben die Mindestqualifikation = bachelor.
54% haben master.
2% haben Doktorrat.

50h verbringen LehrerInnen durchschnittlich pro Woche in der Schule.

Viele der Lehrer üben einen Sommerjob aus (müssen!) aufgrund der schlechten Bezahlung.
Z.B.: „Summercamps“

Zwischen den Staaten gibt es wenig Mobilität, weil die Prüfung für die Lehrbefähigung nur
für den einen Staat gilt in der sie gemacht wurde – bei Wechsel muss man diese neu machen.
„Lehrerfortbildung“ als MUST! Man muss in 5 Jahren 150 points (durch
Lehrerfort/weiterbildung) sammeln/erreichen – wenn nicht dann erlischt die
Lehrberechtigung.

Sonderschulen – Kinder mit besonderen Bedarf:
96% der „child with special needs“ besuchen reguläre Schulen und bekommen dort
innerschulische Förderung.
4% gehen in Sonderschulen.

6% erhalten schulische Sonderförderung zwecks Hochbegabung.

Frage von Studenten:
Lehrergehalt circa 43 000 Dollar Jahresgage (hängt von der Region ab, auch weniger
möglich).
Kurze Zusammenfassung:
   - dezentralisiertes System in der USA
   - SAT und ACT halten das Land zusammen
   - Es gibt High School Abschluss Tests und Uni-Aufnahme Tests
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
                                        26.05.08
                         Aufbau des Bildungssystems in der BRD

Eckdaten des deutschen Bildungssystems:

       seit 1920 vierjährige Grundschule
       Gymnasien: 29,6 %, Realschulen 24,5 %, integrative Gesamtschule 9,7 %,
        Hauptschule 22,4 %, Waldorfschulen 0,9 %, Sonderschulen 4,2 %, SMB (Schulen mit
        mehreren Schulabschlüssen - multifunktional) 9 % ….Prozentsatz gilt für 13-14
        Jährige
       Regionale Unterschiede: Bayern noch 39,6 % in HS  Sachsen 0 %, Brandenburg
        35,4 % in Gesamtschulen  Bayern 0 %, Hamburg 35,4 % in Gymnasien
       Kulturföderalismus: Bildung ist Ländersache
       KMK: Kultus-Minister-Konferenz: einstimmige Beschlüsse sind Voraussetzung, aber
        Organisation der verschiedenen Schulformen liegt Ländern frei
       Es kommt zu einem Rückgang bei den Hauptschulen und zu einem Anstieg der
        Gymnasiasten
       Forderung: zweigliedriges System, ansonst wird die Hauptschule zur „Restschule“

60er / 70er : Gesamtschulreform

    1. frühe Auslese ist wenig verlässlich
    2. System behält soziale Ungleichheiten bei/verstärkt sie
    3. unökonomisch sei das bestehende System (z.B. dass kleine HS erhalten bleiben)


Deutscher Bildungsrat (1969): Empfehlungen für Schulversuch

       ökonomisch
       Lehrplanerneuerung
       Verzicht auf Auslese
       Soziales Gleichgewicht

BBR – Britz-Buckow-Rudow -> Klassenzimmer nicht viereckig, sondern sechseckig
DDR - russische Vorgabe: Einheitsschulen (abschreckendes Beispiel)

       keine Schulen mit politischer Zwangsjacke gründen
       mehr Freiraum
       Differenzierung/Gruppengröße
       ca. 6-jährige Experimentierphase
       Evaluierung wurde schwierig
       mehrere Modelle in verschiedenen Ländern

Ende der 70er: Absolventen der Modellschulen benötigen Abitur, ab 7. Schuljahr wurden
Leistungsgruppen eingeführt

1982: Gesamtschulen wurden Regelschulen d.h. sie sind keine Schulversuche mehr, sondern
nach Vorgaben/Regeln geführt = als reguläre Schulform etabliert.
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
Kritik: Vision, es soll nur eine differenzierende Schulform geben, ist gestorben

Drei Erscheinungsformen von Gesamtschulen

       Alternativschulen: Schulen mit besonderen Profilen
       Echte Gesamtschulen: einzige Schulform
       Regelschule

Besonderheiten:

     Flexibilität
     Differenzierung (seit 1982 mind. 2 Leistungsgruppen)
    Berlin 4 Leistungsgruppen „FEGA Modell“ (Fortgeschritten- Erweiterung- Grundkurs-
    Aufbau/Förderung Fachleistungsdifferenzierung in Mathe, D, E)
     Fachübergreifender Projektunterricht
     „Arbeitslehre“ = Unterrichtsfach (WE, Hauswirtschaft, Technik,…)
     Sozialer Lernen  Unterricht nicht nach Leistungsprinzip –
       Teamfähigkeit/Kommunikationserfahrung
     Wahlpflichtdifferenzierung ab SEK I  Fremdsprache wählen

       Pavillionbauweise (Gliederung in kleinere Gebäude)

       Lernen in Gruppen zu 90, 30 oder auch 5-6 Kindern

       homogene bzw. heterogener Unterricht in kleinen Gruppen

       KRITIK: 1. Generation der deutschen Gesamtschule war zu groß (über 1000 Schüler
        keine Seltenheit)

Helmut Fend (Ö): Evaluierung der Gesamtschulen

       „Aspirationsschub“  bei sehr vielen Schülern Motivation zu weiterführenden
        Schulen (Streben zum Abitur) erkennbar
       Leistungsdifferenz: Wiederholen sinkt auf die Hälfte
       Zusammenhang: soz. Herkunft und Schulbesuch konnte vermindert werden
       Leistungsvergleich: keine eindeutigen Aussagen, Variation zwischen einzelnen
        Schulen ist groß
       Wohlbefinden an Schulen ist höher, weniger Schulangst

80/90er Gesamtschulreform politisch nicht mehr durchzusetzen

Katholische, süddeutsche Landarbeitertochter war der Inbegriff für soz. benachteiligte Gruppe
 Lord Dahrendorf hat das geprägt

JETZT: migrantischer, städtischer Unterschichtssohn sei soz. benachteiligt

Nächstes Mal: Oberstufe
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
                                      02.06.08 (ab 16.30 Uhr)
                                           Deutschland
Folie:
In der reformierten deutschen Oberstufe, die keine Typen mehr hat, werden aus
    - dem sprachlich-literarisch-künstlichen Aufgabenfeld,
    - dem gesellschaftlichen Aufgabenfeld und
    - dem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Aufgabenfeld
Grund- und Leistungskurse gewählt; dazu kommen Religionslehre und Sport.

Regelung durch numerus clausus.
Leistungskurse waren gut für Förderung von Hochbegabten; nicht nur in Popper Schule.

Leistungsbeurteilung am Ende der gymnasialen Oberstufe sehr kompliziert.
In den letzten beiden Jahren werden 22 Grundkurse absolviert.
In 4 oder 5 Leistungskursen konnte man unterschiedliche Punkte erreichen. In vielen Ländern
hat man dafür die doppelte Punktezahl bekommen.
Gesamtzahl der Punkte wurde kommuliert, addiert nach einem Schlüssel: In einem Kurs
konnte man max. 15 Punkte erreichen.
Punkte          Note
15              1+
14              1
13              1-
12              2+
11              2
Usw.

Gesamt in allen Kursen kann man max. 840 Punkte erreichen.
Wie man sieht findet eine sehr genaue Umrechnung der Noten statt.
Oft kommt es vor dass man z.B. 748 Punkte hat und aufgenommen wird, jemand der 747
Punkte hat wird nicht mehr aufgenommen. Man musste einen Mindest-Notendurchschnitt von
4,0 erreichen.

Leistungskurse sind heute Fächer mit besonderem Anspruchsniveau.

4 h müssen absolviert werden in diesen Fächern, starke Einschränkung der Interessen:
Deutsch       4h
Mathe         4h
Fremdsprache 4 h
Sozialkunde/Politische Bildung      4h
Naturwissenschaften Bsp. Bio        4h

Andere Oberstufenform: Internationale Baccalaureate (IB)
= Sekundarschul-Abschluss, maturaähnliche Abschlussprüfung.
Beruht auf Oberstufencurriculum für 16-18jährige.
IB war urspr. Oberstufenform 1964 ins Leben gerufen worden für Kinder von besonders
mobilen Diplomaten, Geschäftsleuten,... Inzwischen wird dieser Lehrplan an vielen
internationalen Schulen angeboten. Heute besuchen viele Kinder diese Schulen aus den
Ländern, in dem denen die Schule auch steht, nicht mehr so viele (nur) von Diplomaten.
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
Das Internationale Baccalaureate
Dieses 2jährige Oberstufen-Programm umfasst:
6 „akademisch“ Fächergruppen:
                    - Sprache A (Muttersprache oder eine Weltsprache)
                    - Zweite Sprache
                    - „Individuen und Gesellschaften“ (Geo, H, Wirtschaft, Philo, Psycho,
                       Geisteswissenschaften)
                    - die experimentellen Fächer (Naturwissenschaften)
                    - Mathe und Computer (IKT)
                    - Die Kunstfächer (oder 1 Wahlfach)
Drei dieser Fächer muss man auf gehobenem Niveau absolvieren.
High Level  4-5 h/Woche
Standard Level  2-3 h/Woche

Dazu noch:
                        -   das interdisziplinäre “theory of knowledge”
                        -   “Kreativität, Aktionen, soziale Dienste”
                        -   4000 Wörter umfassender „extended essay“ (selbst gewählte Arbeit
                            zu einem Thema)

Beurteilung erfolgt durch unterschiedliche Lehrer, aber auch externe Lehrer (standardisierte
Tests)  ergibt dann Gesamtscore.

Sitz des IB ist in Genf.

Folie:
Durchschnittsleistungen von 18jährigen Schülern in Mathe als Schwerpunkt (1998):
Frankreich     557
Schweiz        533
Schweden       512
Canada         509
Italien        474
Tschechien 469
USA            442
Österreich     436 niedrigster Wert.
Internationaler Durchschnitt 501 Punkte.

In Österreich Zessur zwischen Oberstufe und Unterstufe bei 14.
Pisa misst Leistung von 15-16jährigen. In Österreich mit 15/16 Pflichtschulzeit schon vorbei.

Ende 17:15
Nächstes Mal: Schweden
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08
HANDOUTS
Schulsysteme im internationalen Vergleich II
Prof. Gruber
SS 08

				
DOCUMENT INFO
Shared By:
Categories:
Tags:
Stats:
views:4
posted:12/14/2011
language:German
pages:21