Docstoc

vom Mai bis Juni WDR de

Document Sample
vom Mai bis Juni WDR de Powered By Docstoc
					Radio-Tipps

Pressetexte für die Programmwoche   23
vom 31. Mai bis 6. Juni 2008




Westdeutscher Rundfunk
Pressestelle
Appellhofplatz
50667 Köln

Stefanie Schneck
Telefon 0221 220 2075
Fax 0221 220 4910
stefanie.schneck@wdr.de

Fotos abrufbar unter www.ard-foto.de
Redaktionsschluss 21. April 2008
WDR 3, Samstag, 31. Mai 2008, 9.05 - 11.45 Uhr


Klassik Forum


Historische Aufnahmen von „Le Sacre du Printemps“
Mit Michael Stegemann

Es war einer der größten Skandale der Musikgeschichte: Die Uraufführung von Igor Strawinskijs Ballett „Le
Sacre du Printemps“ am 28. Mai 1913 im Pariser Théâtre des Champs-Élysées. Die legendären „Ballets russes“
von Sergej Diaghilew hatten (in der Choreographie von Vaclav Nijinskij) alle Mühe, in ihren komplizierten
Schrittfolgen nicht aus dem Takt zu kommen, und während im Publikum ein wahrer Hexenkessel tobte,
dirigierte Pierre Monteux mit stoischer Gelassenheit sein Orchester!
Doch es dauerte nicht lange, und der „Sacre“ wurde zum Klassiker der musikalischen Moderne. Bereits in den
1920er Jahren entstanden die ersten Schallplatten-Aufnahmen  unter anderem unter Leitung des
Komponisten selbst. Zum 95. Jahrestag der Uraufführung erklingen einige von ihnen im Klassik Forum.


Redaktion Hans Winking
WDR 3, Samstag, 31. Mai 2008, 15.05 - 18.00 Uhr


WDR 3.pm


Chance oder Makel?
Von der (Un-)Kultur des Scheiterns
Von Burkhard Reinartz

Scheitern, ein bedrohliches Urteil über alle, die es auf irgendeine Weise nicht „geschafft“ haben. Wir leben
täglich mit dem Risiko, uns eine Zeitlang zu verlaufen, um dann den richtigen Weg zu finden. Wer Neues lernen
will, muss immer die bekannten Wege verlassen und ins Unbekannte vorstoßen, das Risiko nicht scheuen.
„Einmal versuchen, scheitern. Wieder versuchen, wieder scheitern. Besser scheitern“, schreibt Samuel
Beckett. Vermeintliche Fehler sind oft eher nützliche Umwege als schädliche Irrwege.

WDR 3.pm verbindet Gedanken, Texte und Stimmen vom „Club der polnischen Versager“, Richard Sennett,
Wilhelm Genazino, Nossrat Peseschkian, Langzeitarbeitslosen, Samuel Beckett, Donald Duck, Thomas Bernard,
George Steiner, Serotonin, Rudolph Scharping, Heiner Müller, Ursula Ott, Michail Gorbatschow, Alexis Sorbas,
Rationalisierungsexperten, Jean Paul Sartre, Benjamin Anastas, Martin Walser, Albert Camus, Sophokles, Ralf
Dobelli, Franz Kafka, Christa Wolf, Irwin D. Shalom, Martin Suter, Geoff Dyer, Sören Kierkegaard, Pascal
Mercier, Jean Amery und vielen anderen.


Redaktion Gabriele Faust
WDR 3, Samstag, 31. Mai 2008, 23.05 - 24.00 Uhr


WDR 3 open: Studio Akustische Kunst


Gestural Control
Mit Michel Waisvisz und Jan St. Werner, live electronics
Produktion WDR 2006

Michel Waisvisz, Direktor der Amsterdamer STEIM-Stiftung (Studio for Electro-Instrumental Music),
beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Entwicklung und Erprobung eines neuen Instrumentariums, das
elektronischer Musik den Sound der Körperlichkeit zurückgeben soll. Seit der Zusammenarbeit mit Jan St.
Werner von Mouse on Mars am STEIM erlebt z.B. Waisviszs Mitte der 1970er Jahre entwickelte „Crackle Box“
eine Renaissance. 1984 stellte Waisvisz im Amsterdamer Concertgebouw „The Hands“ vor, ein
Klangsteuerungsinstrument, das mit Sensoren und Schaltern auf Handbewegungen reagiert. Weitere
intermediale Projekte der STEIM-Stiftung sind der „Sweatstick“, der „Midi Conductor“ und diverse
Softwareentwicklungen. Zur Jubiläumsausgabe des Kölner Nozart-Festivals, der „vielleicht produktivste(n)
Veranstaltung in Sachen irrer Durchmischung der musikalischen Kontexte“ (Spex) traten Waisvisz und Werner
im März 2006 im Kölner Basement auf.


Michel Waisvisz, geboren 1949 in Leiden, lebt und arbeitet als Komponist, Performer und Instrumentendesigner
in Amsterdam.

Jan St. Werner, geboren 1969 in Köln, ist Musiker (Mouse on Mars, Microstoria, Lithops) und Mitbetreiber des
Kölner „Sonig“-Labels.


Redaktion Angela Großmann
WDR 4, Samstag, 31. Mai 2008, 8.05 - 8.55 Uhr


In unserem Alter


Gartenglück – Idyll im Grünen
Autorin Katrin Sanders

Warum macht es mit dem Älterwerden immer mehr Spaß, den Blumen beim Wachsen zuzusehen, das eigene
Gemüse zu ziehen oder am Gartenzaun zu plaudern? Ob auf der eigenen Scholle, im Kleingartenverein, als
Balkongärtner oder beim Besuch von öffentlichen Gärten – im gepflegten Grünen lässt es sich sehr entspannt
über das Werden und Vergehen philosophieren.

Wer sich darauf einstellt, kann auch mit Tricks und Kniffen trotz körperlicher Einschränkungen noch weiter
selber gärtnern. Und wer nur ernten will statt säen, kann sich am vorgezogenen Gemüsegarten beteiligen. Eine
Gartensendung, die Lust auf frische Luft macht.


Redaktion Ulla Foemer
WDR 5, Samstag, 31. Mai 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Samstag, 31. Mai 2008, 11.45 - 12.00 Uhr


ZeitZeichen


Der Reichstag verabschiedet das Krankenversicherungsgesetz
(31.5.1883)
Von Anja und Doris Arp

Der Patient ist in die Jahre gekommen – mit dem weltweit ersten Krankenversicherungsgesetz
für Arbeiter legte Reichskanzler Bismarck den Grundstein zu unserem
Sozialversicherungssystem. Die Unfallversicherung folgte im Jahr darauf, die
Rentenversicherung 1889. Dahinter steckt nach wie vor das Prinzip der SolidarGemeinschaft:
Junge sollen für Alte einstehen, Gesunde für Kranke und Reiche für Arme. Jahrzehnte lang
wurden wir um unser fortschrittliches Sozialversicherungssystem beneidet. Doch seit Mitte
der 70er Jahre krankt das Gesundheitssystem an einer unaufhaltsamen Kostenexplosion.
Seither jagt eine Reform die andere – ohne heilende Wirkung. Kritiker wie Karl Lauterbach
sprechen von Zwei-Klassen-Medizin, andere fordern eine Reform nach dem Vorbild des
Schweizer Systems. Ist der Patient nach 125 Jahren noch zu retten?


Redaktion Ronald Feisel
WDR 5, Samstag, 31. Mai 2008, 16.05 - 17.55 Uhr
WDR5, Sonntag, 1. Juni 2008, 00.05 - 01.55 Uhr


Unterhaltung am Wochenende


Schlag auf Schlag
Musik, Kabarett, Talk im Kom(m)ödchen Düsseldorf
Mit Axel Naumer

Axel Naumer begrüßt dieses Mal Ingolf Lück. Der Entertainer hat sich mit „Formel Eins“ und der
„Wochenshow“, als Cave Man und mit seinem aktuellen Programm One Way Man in die Herzen des Publikums
gespielt. Ingolf Lück stellt sich tiefschürfenden, vergnüglichen, harten-aber-fairen, komplett abgefahrenen und
„Jetzt-mal-unter-uns“-Gesprächen und enthüllt, wie Comedy eigentlich so wirklich funktioniert. Und warum
überhaupt! Musikkabarettist Lars Reichow weiß das alles schon längst und zeigt es uns auch, mit und ohne
Klavier.

Den Gästen werden akustische rote Teppiche ausgerollt – natürlich von bewährten Kräften aus der
"Unterhaltung am Wochenende": Jochen Malmsheimers tollwütiger Wortwitz sägt an den Nerven von Publikum
und Gast. Maria Grund-Scholer übernimmt mal wieder alle Frauenrollen von der zickigen Oma bis zur zickigen
Kanzlerin. Auch Kabarettist Thomas C. Breuer ist wieder dabei. Und das große Schlag-auf-Schlag-
Showorchester lässt es wieder krachen und jazzen.


(Aufnahme vom 25.5.2008 aus dem Kom(m)ödchen Düsseldorf)


Redaktion Hartmut Krause
WDR 5, Samstag, 31. Mai 2008, 20.05 - 22.00 Uhr


Land und Leute
Rheinische Redaktion


Vun wem ich et han - et Flüstere vun dä Ahle
Von Rolly Brings & Bänd
Regie Thomas Werner
Produktion WDR 2008

Rolly Brings, das Kölsche Urgestein, ist einer der kreativsten und produktivsten Liedermacher Deutschlands.
Der politische Musiker und Autor, der 2007 mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet wurde, schreibt und singt
voller Wortgewalt in einer bildhaften, poetischen und hochpolitischen Lyrik. Er hat über ein halbes
Jahrhundert, von 1949 bis 2005, kölsche Sprichwörter, Lebensweisheiten und Aphorismen in seinen täglichen
Aufzeichnungen festgehalten. Redensarten aus dem kölschen Umfeld, dem Freundes- und Familienkreis,
geflüstert vun „dä Ahle“. In einem Kaleidoskop aus Liedern, szenischen Miniaturen und Gesprächen werden
diese kölschen Kleinode zu Gehör gebracht und interpretiert, ausgewählt aus dem riesigen Fundus, rund um
das Thema Mann und Frau, Gott und Teufel.


Redaktion Ursula Schregel
Funkhaus Europa-Sondersendung, Samstag, 31. Mai 2008, 20.00 - 22.00 Uhr


Balkanizer Extrascharf


Absolut Romantić!
Liebesgeschichten rund um den Balkan
Mit Danko Rabrenović

Am letzten Mai-Tag wird der Balkanizer romantisch und lädt die Hörerinnen und Hörer von Funkhaus Europa
ein, ihre Liebesgeschichten im Radio zu erzählen: Spielt der Balkan eine Rolle in ihrem Liebesleben? Kommt der
oder die Liebste vielleicht vom Balkan? Oder hat sich jemand dort unsterblich verliebt? Das alles will der
Balkanizer Danko Rabrenović von den Anrufern wissen und wird dazu den passenden Soundtrack liefern. Für
die schönsten Balkan-Liebesgeschichten der Sendung gibt es als Gewinn ein „Absolut-Romantić-Päckchen“.

Die Funkhaus Europa Talkline Nummer ist 0800 5678 774 geschaltet – und der Balkanizer freut sich wie
immer gesund, rund und fröhlich auf einen extrascharfen Abend.


Redaktion Srdjan Govedarica und Jona Teichmann
WDR 3, Sonntag, 1. Juni 2008, 8.30 - 9.00 Uhr
WDR 5, Sonntag, 1. Juni 2008, 22.35 - 23.05 Uhr


Lebenszeichen


Ho-Chi-Minh und Hallelujah
Die 68er in den Kirchen
Von Michael Hollenbach

„Unter den Talaren, Muff von tausend Jahren“ – dieser Spruch zielte 1968 zwar auf die Ordinarien der
Universitäten, traf aber zum Teil auch auf die Verhältnisse in den Kirchen zu. Auch dort machten sich im Zuge
der 68er-Bewegung Kritiker der Verhältnisse auf, um die Kirchen zu verändern. So traten in der rheinischen
Landeskirche der heutige Präses Nikolaus Schneider und der spätere TV-Pfarrer Jürgen Fliege gemeinsam an,
um in den Gemeinden politisch zu agieren und die kirchlichen Verhältnisse radikal zu verändern. Mit ihnen
bestiegen in den 70er Jahren viele 68er die Kanzeln – und erlitten in den Gemeinden nicht selten einen
Praxisschock. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit haben sie sich oft aufgerieben in ihrem Wunsch nach
Veränderung. Manche Pfarrer sind ausgestiegen, manche traten den langen Marsch an – bis an die Spitze
ihrer Institution.


Redaktion Barbara J. Zechmeister
WDR 3, Sonntag, 1. Juni 2008, 12.05 - 13.00 Uhr


Gutenbergs Welt


Eine Frage der Perspektive
Darin u.a. ein Gespräch mit Hans Belting über sein Buch „Florenz Bagdad – Eine Geschichte des west-
östlichen Blicks“
Mit Lothar Fend
Produktion WDR 2008

Ganz neuartige Bilder ermöglichte die Erfindung des perspektivischen Blicks im Florenz der Renaissance. Der
arabischen Kunst blieb diese Perspektive lange fremd, deren Grundlagen ein Mathematiker aus Basra im
heutigen Irak gelegt hatte.
Der Kunsthistoriker Hans Belting zeichnet in Gutenbergs Welt eine ost-westliche Kulturgeschichte aus
wechselnden Richtungen: Ein Alt-Historiker sucht mit dem Blick von oben die ganze deutsche Kulturgeschichte
zu erfassen und von links beschreibt ein Biograph das Leben des Gewerkschafters Otto Brenner, der im
Nachkriegsdeutschland Geschichte machte: Alles eine Frage der Perspektive!


Redaktion Thomas Nachtigall
WDR 3, Sonntag, 1. Juni 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
WDR 3, Montag, 2. Juni 2008, 22.00 - 23.00 Uhr


WDR 3 PHON


SCUM
Das entgleiste Leben der Valerie Solanas
Ein Feature von Peter Moritz Pickshaus
Produktion SDR/SFB/DLF 1998

Das englische Wort „Scum“ bedeutet eigentlich „Abfall“, im übertragenen Sinn auch „Abschaum“. Im Kosmos
der amerikanischen Radikalfeministin Valerie Solanas (1936-1988) aber stand SCUM für „Society for Cutting
Up Men“, eine Gesellschaft, deren einziges Mitglied Solanas selbst war. SCUM ist auch der Titel ihres
„Manifestes der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer: ‚Schafft die Männer ab, und die Frauen werden einen
enormen Aufschwung nehmen.’“ Valerie Solanas, die Psychologie studiert hatte, und der Psychiater eine
außergewöhnliche Intelligenz bescheinigten, verdiente über Jahre ihren Lebensunterhalt auf dem
Straßenstrich.

Am 3. Juni 1968 wurde aus ihrem Manifest blutiger Ernst: Sie schoss auf den amerikanischen Künstler Andy
Warhol und verletzte ihn lebensgefährlich. Schlagartig findet Solanas internationale Aufmerksamkeit für ihr
Manifest. In jahrelangen Recherchen ist Peter Moritz Pickshaus der Biografie Valerie Solanas’ nachgegangen
und hat mit Zeugen ihres Lebens gesprochen.


Redaktion Annette Blaschke
WDR 3, Sonntag, 1. Juni 2008, 20.05 - 2 4.00 Uhr


WDR 3 Bühne: Radio


Richard Wagner
Lohengrin
Romantische Oper (konzertante Aufführung)
Mitschnitt vom 28. Mai 2008 aus der Kölner Philharmonie

Robert Holl, Heinrich der Vogler
Johan Botha, Lohengrin
Anne Schwanewilms, Elsa von Brabant
Falk Struckmann, Friedrich von Telramund
Petra Lang, Ortrud
Eike Wilm Schulte, Der Heerrufer des Königs
NDR Chor
WDR Rundfunkchor Köln
WDR Sinfonieorchester Köln
Semyon Bychkov, Leitung

Der „Lohengrin“ zählt zu Richard Wagners bekanntesten Opern. Ungebrochener Beliebtheit erfreut sich der
Brautchor „Treulich geführt“, und auch die zentrale „Gralserzählung“ gehört zu Wagners berühmten
Schöpfungen. Liebe und Ehre stehen im Mittelpunkt der Handlung. Der Heilsgedanke, die Identifikation mit dem
„Heilsbringer im Schwan“ Lohengrin wurde aber im Dritten Reich auch ideologisch vereinnahmt. Der Held
scheitert allerdings, die Oper endet tragisch.
Die konzertante Aufführung in der Kölner Philharmonie gestalten ausgewiesene Könner des Wagner-Fachs:
Unter der Leitung von Semyon Bychkov singen Robert Holl, Johan Botha, Anne Schwanewilms, Falk
Struckmann, Petra Lang und Eike Wilm Schulte.



Redaktion Christoph Held
WDR 4, Sonntag, 1. Juni 2008, 9.05 - 11.00 Uhr


WDR 4 Matinée in Nettetal-Lobberich
Mit Edith Prock, Astrid Breck, Bella Vista, Roger de Win, Hans Engelbert Schäfer, dem Menskes
Männerchor und den Schwarzwaldkrainern
Moderation Nadja Ziehm und Reinhard Becker
Mitschnitt der Veranstaltung auf Burg Ingenhoven am 18. Mai 2008

Die zweite Ausgabe der Konzertreihe WDR 4 Matinée führt nach Nettetal-Lobberich. Vor idyllischer Kulisse der
Burg Ingenhoven steht Edith Prock auf der Bühne, die mit ihrer neuen CD „Sommerträume“ ebenso überzeugt
wie mit ihren Auftritten als bayerische Jodlerin und Akkordeonspielerin. Astrid Breck sang bereits
gemeinsam mit Ehemann Freddy Breck, doch ihre Solokarriere startete sie erst 2006. Nach dem
Überraschungshit „Zauberhände“ im vergangenen Jahr hat sie sich mit ihrer neuen Single „Ich weiß nicht, ob
es Liebe ist“ endgültig in der deutschen Schlagerszene etablieren können. Das Schlagerquartett Bella Vista
aus dem Ruhrgebiet hat gefühlvolle Titel ebenso wie temperamentvollen Partysound zu bieten. Über die
Grenzen seiner schweizerischen Heimat hinaus hat Roger de Win mit seinem Song „Die Frau aus erotischen
Träumen“ und der aktuellen Ballade „Ich glaube an dich“ auch die deutschen Schlagerfreunde längst für sich
gewonnen. Für den Menskes Männerchor aus dem Kreis Viersen am Niederrhein ist die WDR 4 Matinée ein
musikalisches Heimspiel. Unter Leitung von Johannes Menskes präsentiert das Ensemble sein umfangreiches
Repertoire, das von volkstümlichen bis zu klassischen Stücken reicht. Ebenfalls in der Region zu Hause ist
Hans Engelbert Schäfer, der mit seiner ausdrucksstarken Bass-Stimme die Evergreens „Vor meinem
Vaterhaus steht eine Linde“ und „Santa Lucia“ vorträgt. Die Schwarzwaldkrainer pflegen die echte Avsenik-
Musik.
Außerdem wird während des abwechslungsreichen Konzerts Christian Wagner als Bürgermeister von Nettetal
über die Geschichte und Bräuche der Stadt sowie den Einfluss der niederländischen Nachbarn erzählen.


Redaktion János Kereszti
WDR 4, Sonntag, 1. Juni 2008, 17.25 - 19.00 Uhr


Flimmerkiste
Schwerpunkt: Philippe Sarde
Mit Manfred Behrens

Philippe Sarde hat für über zweihundert Filme die Musik komponiert. Man sollte also meinen, dass sein Name in
der Filmwelt eine Marke verkörpert. Dies trifft allerdings nur für den französischen Raum zu, außerhalb ist er
wenig bekannt. 1970 übernahm er seine erste Arbeit: Es war die Filmmusik für Claude Sautets „Die Dinge des
Lebens“. Regisseur und Komponist verstanden sich auf Anhieb, es sollten in 25 Jahren noch elf weitere Filme
folgen.

Seine Mutter war Opernsängerin, die Musik war ihm in die Wiege gelegt. Mit vier Jahren durfte er ein kurzes
Stück der Oper „Carmen“ in der Pariser Oper dirigieren – die Musik nahm ihn immer mehr gefangen. Als
Jugendlicher experimentierte Sarde mit dem Film, er drehte kleine Kurzfilme. Dann konnte er sich nicht
entscheiden: Kamera oder Taktstock? Freunde überzeugten ihn, er könne besser komponieren. Als diese
Entscheidung gefallen war, suchte er die Zusammenarbeit mit Frankreichs besten Regisseuren: Bertrand
Tavernier, Pierre Granier-Deferre, George Lautner oder Jacques Doillon. Sarde ging dabei immer den
unkonventionellen Weg: Jeder Film erforderte eine andere musikalische Sprache. Auch gab er sich nie mit dem
Mittelmaß zufrieden, bei ihm und mit ihm spielten die besten Musiker: Chet Baker, Stéphane Grapelli oder Stan
Getz.

Am 21.Juni wird Philippe Sarde 63 Jahre alt. Herausragend waren seine Kompositionen für Filme wie „Die
Katze“ mit Jean Gabin und Simone Signoret, „César und Rosalie“, „Das große Fressen“, „Mädchenjahre“ (eine
deutsche Produktion) oder „Tess“, 1981, dafür wurde er sogar für den Oscar nominiert.

Die Flimmerkiste stellt Philippe Sarde vor und präsentiert seine bekanntesten Filmmusiken.


Redaktion Jochen Robertz
WDR 5, Sonntag, 1. Juni 2008, 07.05 – 07.30 Uhr
WDR 5, Sonntag, 1. Juni 2008, 19.05 - 19.30 Uhr


Erlebte Geschichten


An der Seite eines trotzigen Schriftstellers
Inge Heym, Dramaturgin und Autorin
Von Ingo Zander

Als die Gauck-Behörde in den 1990er Jahren ihre Akten öffnete, erfuhr Inge Heym, wie sehr ihr Mann Stefan und
sie im eigenen Haus in Berlin-Grünau rund um die Uhr überwacht wurden. Die DDR-Staatssicherheit hatte
Nachschlüssel zum Haus, kontrollierte alles, was Heym schrieb – die Putzfrau war ebenso auf die Heyms
angesetzt wie etliche Nachbarn. Inge Heym, 1933 in Berlin geboren, heiratete Stefan Heym, den bekannten
Schriftsteller, 1971. Dessen Frau war zwei Jahre vorher gestorben, und Inge Heym, 20 Jahre jünger, kam
gerade aus einer gescheiterten Beziehung. Regie-Studium an der Filmhochschule in Babelsberg, Dramaturgin
bei der Defa, nach Protesten pro Biermann nur noch Drehbuchautorin, schließlich Lektorin der Texte ihres
Mannes - Inge Heym begann nebenher zu schreiben, aber erst lange nach der Wende, 2000, erschienen ihre
Geschichten „Die Leute aus meiner Straße“. Ein Jahr später, im Dezember 2001, starb ihr Mann an
Herzversagen während einer Israel-Reise. Inge Heym feiert am 2. Juni ihren 75. Geburtstag.


Redaktion Mark vom Hofe
WDR 5, Sonntag, 1. Juni 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Sonntag, 1. Juni 2008, 11.45 - 12.00 Uhr


ZeitZeichen

Der Todestag der Schriftstellerin Anna Seghers
(1.6.1983)
Von Jutta Duhm-Heitzmann

Keiner hat je bezweifelt, dass sie eine ausgezeichnete Schriftstellerin war – aber an ihrer Person schieden
sich die Geister. Denn Netty Radvany, die sich mit ihrer ersten Veröffentlichung 1927 das Pseudonym Anna
Seghers zulegte, war nicht nur Jüdin, was ihr den Hass der Nazis einbrachte. Sie war auch eine überzeugte
Kommunistin, die sich nach dem amerikanischen Exil 1950 in Ost-Berlin niederließ, ein intellektuelles
Aushängeschild des Regimes. Ihre bekanntesten Erzählungen und Romane hatte sie schon früher
veröffentlicht: „Das siebte Kreuz“ 1942, „Der Ausflug der toten Mädchen“ 1943, „Transit“ 1944. Der
renommierten DDR-Künstlerin aber nahm man übel, dass zwar in ihren Büchern über das Leiden der
Verfolgten geschrieben hatte, aber nie ein Wort der Kritik an den Verfolgungen ihrer Schriftstellerkollegen
durch das DDR-Regime fand. Dieser ambivalenten Haltung blieb Anna Seghers treu – bis zu ihrem Tod am 1.
Juni 1983.


Redaktion Hildegard Schulte
WDR 5, Sonntag, 1. Juni 2008, 20.05 – 22.00 Uhr
WDR 5, Montag, 2. Juni 2008, 04.03 – 6.00 Uhr


Streng öffentlich!


Peter Licht – „Die Schwerkraft ist überbewertet“

Peter Licht gibt so gut wie nie Konzerte. Im Radio lässt er seinen Auftritt bei der „litCologne“ auch nur
ausstrahlen, weil man ihn da nicht sieht. Der Kölner Ton- und Wortkünstler ist eben so scheu wie ein junges
Reh. Außerdem ist er mindestens so absurd wie Helge Schneider und hat mehr zu sagen als mancher Philosoph.
Bekannt wurde Peter Lichts Song vom „Sonnendeck“, meistens tragen seine Lieder aber etwas sperrigere Titel
wie „Wir sind jung und wir machen uns Sorgen über unsere Chancen auf dem Arbeitsmarkt“. Peter Lichts
tiefere Weisheit, Lyrik und Komik steckt in Liedern von den „Lieben 68ern“ oder dem „Parkplatz am Fuße der
N’Gong-Berge“. Mit ihnen wurde Peter Licht zum Hoffnungsträger der klugen deutschen Popmusik. Vielleicht hat
er sie sogar erst erfunden.

(Aufnahme vom 8. März 2008 im Schauspiel Köln)


Redaktion David Rother
WDR 3, Montag, 2. Juni 2008, 20.05 - 22.00 Uhr


WDR 3 Konzert


Das 37. Moers-Festival 2008 (I)
Aufnahmen vom 11. Mai 2008, Moers Festival 2008

Peter Evans Quartet: Peter Evans - tp, Brandon Seabrook - g, Tom Blancarte - b, Kevin Shea - dr;
Theo Bleckmann – voc; Dälek: Dälek - voc, Oktopus - laptops, Destructo Swarmbots - g, Joshua Both - keyb
Either/Orchestra: Mulatu Astatke - vib, perc, Russ Gershon - ts, Tom Halter - tp, Dan Rosenthal - tp, Jeremy
Uden - as, Charlie Kohlhase - bs, Joel Yennior - tb, Rafael Alcala - p, Rick McLaughlin - b, Pablo Bencid - dr,
Vicente Lebron - perc
Caito Marcondes Connecting Orchestra: Gabriele Mirabassi - cl, Ilja Reijngoud - tb, Caito Marcondes - dr,
perc; Arke String Quartet

Im WDR 3 Konzert zu hören ist u.a. der aus Dortmund stammende Sänger Theo Bleckmann, der seit den 1980er
Jahren in New York lebt. Weiter geht es mit dem Either/Orchestra aus Boston mit dem äthiopischen
Perkussionisten/Vibraphonisten Mulatu Astatke, dessen Songs Jim Jarmusch für seinen Film „Broken
Flowers“ verwendete. Es erklingt HipHop aus New Yersey mit Dälek und der aufstrebende New Yorker
Trompeter Peter Evans. Eine Auftragskomposition des Moers Festivals spielt der argentinische
Perkussionist/Komponist Caito Marcondes; sie wird parallel dazu auch beim Music Meeting in Nijmegen
aufgeführt.

Den zweiten Teil vom Moers Festival 2008 sendet WDR 3 Konzert in zwei Wochen, am Montag, 16. Juni, ab
20.05 Uhr.


Redaktion: Bernd Hoffmann
WDR 3, Montag, 2. Juni 2008, 15.05 Uhr - 17.00 Uhr


Musikpassagen


Iberia Suite
Mit Martina Seeber

„Iberia ist das größte spanische Kunstwerk der letzten 100 Jahre“, schwärmte Francisco Guerrero 1989 über
die Klaviersuite seines Landsmanns Isaac Albéniz. Kurz vor seinem frühen Tod stellte Francisco Guerrero der
legendären Suite eine Reihe farbgewaltiger Orchesterfassungen an die Seite. In ihr spiegeln sich die
mannigfaltigen Einflüsse, denen die südspanische Musik ihre Faszination verdankt. An der Grenze zwischen
Europa und der arabischen Welt trifft die jüdische Musikkultur auf die Tradition der Gitanos und auf
christliche Folklore. Die abendländische Kunstmusik – nicht nur die iberische – hat sich den Reichtum dieser
Stilvielfalt und ihre ungebrochene Vitalität schon früh zu eigen gemacht.


Redaktion Harry Vogt
WDR 3, Montag, 2. Juni 2008, 23.05 - 24.00 Uhr


WDR 3 open: pop drei


’68 aftershow

Wa wa was ist los? –
’68 und das Hörspiel
Von Leslie Rosin
Regie die Autorin
Produktion DLR 1998/55’

Was war da eigentlich los? Im Hörspiel 1968? Kiffende Redakteure, die zusammen mit den Schauspielern vor
offenem Mikrofon über den Zustand der Gesellschaft diskutierten? Mitgeschnittene Happenings für den
Weltfrieden? Weit gefehlt. Der politische Aufbruch auf den Straßen fand nur zögerlich und verzögert Eingang in
die Institution Hörspiel. Anders der ästhetische Aufbruch.

Zwischen den Jahren 1967 bis 1973 entstanden Meilensteine der Hörkunst: Klassiker wie „Fünf Mann Menschen“
von Ernst Jandl und Friederike Mayröcker, „Paul oder die Zerstörung eines Hörbeispiels“ von Wolf
Wondratschek, „Der Chinese am Fenster“ von Ror Wolf oder das „Staatsbegräbnis“ von Ludwig Harig. Das
Neue Hörspiel wurde erfunden, der Originalton als künstlerisches Stilmittel entdeckt und mit den Möglichkeiten
der Collage experimentiert.
„Wa wa was ist los?“ ist ein Best of aus rund 20 Hörspielen der ARD, des RIAS und des Rundfunks der DDR der
damaligen Zeit, oder, wie Paul sagt: „Ein Hörspiel muss nicht unbedingt ein Hörspiel sein.“

Leslie Rosin, gezeugt im Sommer der Liebe, studierte Medienwissenschaft in Berlin und London, arbeitete als
Radioautorin und Regisseurin und ist seit 1999 Feature-Redakteurin beim WDR.


Redaktion Natalie Szallies
WDR 4, Montag, 2. Juni 2008, 20.05 - 21.00 Uhr


WDR 4 für Liebhaber – „Go, Götz, Go!“


Götz Alsmann’s Radio-Show – Live
Rod Mckuen und Anita Kerr


Sternstunden des Easy Listening waren es immer, wenn der Sänger und Autor Rod McKuen, aktiv seit den
Mittfünfzigern, auf die Komponistin und Arrangeurin Anita Kerr traf. Ihre gemeinsamen Arbeiten waren
Konzeptalben voller großer Kompositionen und Texte. Wie ein Mann, dessen erste Platten reinste
Teenagermusik waren und eine Frau, die in Nashville als Gesangsgruppenleiterin für Hillbillymusik anfing, in
den 1960er Jahren zusammenfanden, um geradezu überirdische Musik zu spielen, schildert Götz Alsmann.


Redaktion Hans-Holger Knocke
WDR 5, Sonntag, 1. Juni 2008, 7.30 - 08.00 Uhr
WDR 5, Sonntag, 1. Juni 2008, 22.05 - 22.35 Uhr


Feature: Serie


Family Affairs
Serie in 4 Folgen
Folge 4:          Im Kreis der Lieben -
                  Der Betrieb als Ersatzfamilie
                  Von Nicolaus Schröder und Christine Sievers
                  Produktion WDR 2008

Mit der Hamburger „Brasserie La Provence“ haben sich Stephan Hippe und Boris Krivec ihren Traum von
einem eigenen Restaurant verwirklicht – und investieren entsprechend viel in diesen Traum. Unterm Strich
verbringen sie deutlich mehr Zeit mit ihren Kollegen als im trauten Kreis der Familie. Am Ende eines
Arbeitstages sitzen alle Angestellten vom Koch bis zur Bedienung zum Essen um den großen Tisch. Alles wie
daheim? Oder besser? Ist die Hierarchie mit Familienstrukturen vergleichbar? Wer spielt welche Rolle im
Betrieb – und warum? Aber auch: Welche Träume und Wünsche lassen sich mit der Idealfamilie am
Arbeitsplatz verwirklichen?


Redaktion Annette Blaschke




Die Sendungen in der Übersicht:
Folge 1 / 11.05.2008              Die globale Familie - Netzwerk mit Tradition
Folge 2 / 18.05.2008              Die Zweitfrau in der Patchwork-Familie
Folge 3 / 25.05.2008              Die Regenbogenfamilie - Lesben und Schwule mit Kinderwunsch
Folge 4 / 01.06.2008              Im Kreis der Lieben - Der Betrieb als Ersatzfamilie
WDR 5, Sonntag, 1. Juni 2008 , 11.05 - 12.00 Uhr
WDR 5, Montag, 2. Juni 2008, 20.05 - 21.00 Uhr


Dok 5 – Das Feature


My Lai – Das Massaker in Vietnam
Ein Feature von Michael Marek
Produktion NDR 2008

Am 16.März 1968 stürmten US-Soldaten der „Charlie Company“ das Dorf My Lai – auf der Suche nach
Angehörigen des Vietcong. Drei Stunden später waren 500 Dorfbewohner tot. Phan Thamh Cong überlebt. Er
war damals elf Jahre alt. Der Armeefotograf Ron Haeberle begleitete die US-Soldaten unter der Führung des
damals 24-jährigen Leutnants William Calley und hielt fest, wie sie Männer, Frauen und Kinder töteten, Brunnen
vergifteten, Häuser und Vorräte in Brand steckten. Trotzdem gelang es Regierung und Armeeführung, mehr als
ein Jahr lang das Geschehene zu vertuschen.
40 Jahre später hat der Autor Überlebende und Beteiligte getroffen. Überdies erkundet er im Gespräch mit
dem Politologen Bernd Greiner und dem Publizisten Seymour Hersh Ursachen und öffentlichen Umgang mit
Armee-Massakern, die offenbar fester Bestandteil der asymmetrischen Kriege unserer Zeit sind.


Redaktion Thomas Nachtigall
WDR 4, Montag, 02.06. 2008, 21.05 - 22.00 Uhr


WDR 4 für Liebhaber – Schellack-Schätzchen


Als Swingtanzen verboten war
„Da Capo – Georges Boulanger“
Von Wolfgang Kowalewski

Ein äußerst erotisch-exotisches Flair mit geheimnisvoller Aura umgab den Violin-Virtuosen Georges
Boulanger. Zwischen 1925 und 1945 zählte er zu den populärsten Musikern und Plattenstars in Deutschland.
Heute jedoch ist Georges Boulanger mit seiner Kunst nur noch sehr wenigen ein Begriff. Kaum einer konnte
wie er auf der Violine so schön schluchzen, seufzen und aus tiefster Wehmut in grellste Heiterkeit ausbrechen.
Auch als Komponist mit Charakterstücken wie „Da Capo“ war Boulanger sehr erfolgreich. Die Schellack-
Schätzchen erinnern anlässlich des 50. Todestages an den einst so berühmten und erfolgreichen Künstler.


Redaktion Winfried Fechner
WDR 5, Montag, 2. Juni 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Montag, 2. Juni 2008, 11.45 - 12.00 Uhr


ZeitZeichen


Bundestag verabschiedet das Bundesbeamtengesetz
(2.6.1953)
Von Irene Geuer

Beamte sind seltsame Menschen. Sie gehören noch zu denen, die einem Herrn dienen. Einem Dienstherrn. Ihm
gegenüber sind sie treueverpflichtet. Sie bekommen kein Gehalt, sondern Dienstbezüge. Sie sind nicht
gesetzlich krankenversichert, sondern erhalten Beihilfe, wenn sie Grippe oder Zahnweh plagt. Sie sind nicht
angestellt und sie gehören auch nicht zu den Arbeitern. Beamte werden ernannt – auf Lebenszeit, auf Zeit oder
z.B. auf Probe und sie müssen unparteiisch hoheitliche Aufgaben übernehmen. Das alles steht im
Bundesbeamtengesetz, das 1953 in kraft getreten ist. In diesem Gesetz steht nichts über Dinge wie
Arbeitspensum, Arbeitsgeschwindigkeit, über Nazivergangenheit, den Amtsschimmel oder den
Behördendschungel. Aber auch das gehört zum Beamtentum der Nachkriegszeit.


Redaktion Hildegard Schulte
WDR 5, Montag, 2. Juni 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
WDR 5, Dienstag, 3. Juni 2008, 00.05 - 01.00 Uhr


WDR 5 LebensArt
Live mit Hörern und Experten


Nach dem Abitur: Wie bekommt man einen Studienplatz?

Heute einen Studienplatz zu bekommen, ist nicht einfach. Das Zulassungsverfahren zur Hochschule hat sich
komplett geändert, die Zeiten, als eine Bewerbung über die ZVS, also die zentrale Stelle zur Vergabe von
Studienplätzen in Dortmund, reichte, sind längst vorbei. Heute können die Hochschulen bestimmen, wer sich
zum Studium einschreiben kann. Wie diese Bewerbungsverfahren aussehen, kann von Bundesland zu
Bundesland unterschiedlich sein. Und: An beliebten Universitäten hat inzwischen jedes Studienfach einen
Numerus Clausus, denn es gibt für die begehrten Plätze zu viele Bewerber. WDR5 LebensArt informiert, wie eine
Bewerbung um einen Studienplatz gelingen kann.

Hörerinnen und Hörer können sich live an der Sendung beteiligen über das kostenlose WDR 5 Aktionstelefon
0800 5 678 555.


Redaktion Angelika Böhrke
WDR 5, Montag, 2.Juni 2008, 16.05 - 17.00 Uhr
WDR 5, Montag, 2. Juni 2008, 22.05 - 23.00 Uhr


Leonardo – Wissenschaft und mehr
Darin: Schwerpunkt


Nie Feierabend!
Jeder zweite Lehrer fühlt sich überlastet
Von Marcus Schwandner

42 Jahre lang stand sie als Lehrerin vor Grundschulklassen. An den ersten Schultag als Lehrerin 1965 kann sie
sich noch genau erinnern: 50 Kinder aus der ersten und zweiten Klasse musste sie gemeinsam in einem Raum
unterrichten. Die Schule: eine Baracke. Praxisanleitung für den Unterricht: Fehlanzeige. Dennoch fühlte sich
Liesel Jakobmeyer nie überfordert.
Vielen Lehrern geht es heute anders: Sie arbeiten über 50 Stunden pro Woche. Und nur wenige halten bis zur
Rente durch. Der Job ist hart und beansprucht stark. Ein großes Problem: Arbeit und Freizeit sind nicht
getrennt. Jeder Lehrer und jede Lehrerin hat stapelweise Hefte zu Hause liegen, die korrigiert werden
müssen. Das nervt, vor allem am Wochenende.
Mit neuen Arbeitszeitmodellen versuchen Experten, den Beruf des Lehrers umzugestalten. Längere
Schulstunden, mehr Doppelstunden, einen Tag unterrichtsfrei und ein eigenes Arbeitszimmer in der Schule -
das würde schon eine Menge Stress reduzieren.


Redaktion Angelika Böhrke
1LIVE, Dienstag, 3. Juni 2008, 23.00 - 24.00 Uhr


1LIVE Plan B Soundstories


Die Unmöglichen
Von Paul Plamper und Julian Kamphausen
Realisation Paul Plamper
Produktion WDR/SWR 2008

Wenn eine schwangere Frau bei einer Untersuchung des Embryos erfährt, dass ihr Kind mit Down-Syndrom
geboren wird, entscheidet sie sich in neun von zehn Fällen für einen Abbruch der Schwangerschaft. Bei
künstlicher Befruchtung gehen die Möglichkeiten noch weiter: In England kann man heute für 6 500 Pfund die
Embryonen genetisch untersuchen und 7 000 Merkmale für spätere Krankheitsrisiken erkennen, darunter
Brustkrebs, starke Hornhautverkrümmung, Schizophrenie. Ist es nicht fahrlässig, diese Möglichkeit nicht
wahrzunehmen?
Ein deutsches Paar reist nach England, um in einer Privatklinik per In-Vitro-Fertilisation ein Kind zu zeugen.
Drei Embryonen entstehen. Sie warten auf ihren Gencheck. Nur einer von ihnen wird eingepflanzt werden.
Die Stimmen der ungeborenen Leben erzählen ihre Zukunft – eine Vorschau auf die wichtigsten Ereignisse
zwischen Geburt und Tod. Was macht das Leben glücklich? Ist die DNA wirklich der alles bestimmende
Bauplan? Welches der drei Leben ist das lebenswerteste? Wir hören drei Möglichkeiten, von denen nur eine
gewählt werden wird. Wir hören die „Unmöglichen“.

Paul Plamper, geboren 1972 in Ulm, ist Hörspielmacher, Autor und Theaterregisseur in Berlin. Sein Hörspiel
„TOP HIT leicht gemacht“ (WDR) gewann den Prix Europa 2002. Das Hörspiel „Release“ entwickelte er mit
Strafgefangenen und Schneider TM. Zuletzt realisierte er den Dreiteiler „Hochhaus“ nach J.G. Ballard.

Julian Kamphausen, geboren 1975 in Darmstadt, arbeitet als Regisseur und Dramaturg in Berlin. Er betreut
das erfolgreiche Musical „Cabaret“ und war schon 2005 als Hörspielautor für den WDR tätig („Kitsch as Kitsch
can“).


Redaktion Isabel Platthaus
WDR 3, Dienstag, 3. Juni 2008, 15.05 - 17.00 Uhr


Musikpassagen


Slow motion – von der Entwicklung des Gefühls für Langsamkeit.
Mit Barbara Wrenger

Langatmig oder „prestistissimo“, lieber „fast“ oder besser „slow“? Über das ideale Tempo musikalischer
Interpretationen wurde und wird kontrovers diskutiert. Und dabei geht es durchaus nicht nur um Virtuosität
oder das gerade noch machbare Höchsttempo, sondern um ganz persönliche Empfindungen, philosophische
Ansichten und um Tiefenstrukturen unseres Erlebens, die zum Teil kulturell geprägt sind. Es geht um
Herzschläge und Atem holen, um Verzögern und Warten können, um musikalischen Stress und den Zerfall von
Strukturen, um Raserei und Langeweile – ein Vademecum des Gefühls für die musikalische Zeit.


Redaktion Susanne Ockelmann
WDR 3, Dienstag, 3. Juni 2008, 22.00 - 23.00 Uhr


WDR 3 DISKURS


Der Tag startet meist bedeckt
Hundert Jahre Volksautos
Ein Feature von Eveline Passet und Raimund Petschner
Produktion WDR 2008

Ein Würfel mit Schnauze und vier Rädern verließ die Fabrik: Der erste von 15 Millionen Ford T. Das war im Jahr
1908. Bald folgten den Autos die Straßen und ein atemberaubender Umbau der Gesellschaft begann. Fordismus
wurde zu einem System erhöhter Arbeitsteilung, verbilligter Produktion und standardisierten Massenkonsums.

In Deutschland war es der seltsam gerundete Käfer, der 1938 die Massen mobil machen sollte. Das Projekt
Volksauto wurde von den Nazis forciert und ging unter mit dem beginnenden Krieg. Danach hieß es VW, lief und
lief und lief... bis weit in den Postfordismus hinein. Dieser Tage nun scheinen Fort T und VW Käfer im indischen
Tato Nano einen späten Wiedergänger zu finden. Die weltweite Volksbewaffnung mit dem Automobil schreitet
fort. Trotz Energiekrise , Individualisierung und Deregulierung von Lebensstilen und Arbeitswegen.


Redaktion Thomas Nachtigall
WDR 3, Dienstag, 3. Juni 2008, 23.05 - 24.00 Uhr


WDR 3 open: SoundWorld


Davids Harfe: die göttliche Leier und ihre teuflische Schwester
Klänge des Alten Äthiopiens
Von Pit Budde
Mit neuen WDR-Studioaufnahmen von Alemu Aga

Seit dem 4. Jahrhundert ist in Äthiopien die „Begena“, der Legende nach die biblische Davidsharfe, ein heiliges
Instrument. Sie darf nicht gemeinsam mit anderen Musikinstrumenten erklingen und auch nicht für weltliche
Musik genutzt werden. Dass dieser einzigartige Typ von Kastenleier, der vom Aussterben bedroht war, seit
wenigen Jahren eine Renaissance erlebt, verdankt sich vor allem Alemu Aga, dem heute bekannteste
Interpreten der Davidsharfe. Vor kurzem war er zu Gast im WDR-Studio.

Als aber Gott die Davidsharfe schuf – so wiederum die Legende –, beobachtet ihn der Teufel. Der fertigte für
die Menschen eine schlechte Kopie, eine Schalenleier namens „Krar“, zur Begleitung der Gesänge von Krieg
und Liebe. Sie ist das Instrument der Azmari, der Troubadoure und fahrenden Geschichtensänger Äthiopiens,
der Meister von Stegreifdichtung, wie sie heute in Restaurants und Kneipen aus dem Nichts Strophen für jeden
Gast erfinden, der bereit ist, ihnen ein Trinkgeld auf die Stirn zu kleben.


Redaktion Werner Fuhr
WDR 5, Dienstag, 3. Juni 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Dienstag, 3. Juni 2008, 11.45 - 12.00 Uhr


ZeitZeichen


Der Todestag von Papst Johannes XXIII.
(3.6.1963)
Eine Sendung von Almut Finck

„Seht mich an, so dick, und dann diese Ohren. Ihr kriegt wirklich keinen schönen Papst“, soll Giuseppe Roncalli
nach seiner Wahl zum Oberhirten der Katholischen Kirche gesagt und dann seinen Schäfchen versprochen
haben: „Aber gut werdet Ihr’s bei mir haben“. Die Wahl Roncallis war eine Überraschung, noch
überraschender aber war, dass er schon wenig später die Einberufung eines Konzils bekannt gab. Wozu? Vor
den versammelten Kardinälen öffnete der 77-Jährige ein Fenster. Man müsse frische Luft hereinlassen,
erklärte er. In der Tat führte der aus einer armen Bauernfamilie stammende Roncalli die katholische Kirche in
die Moderne. Politisch war Johannes XXIII. nie, aber seine Menschen- und Friedensliebe brachten ihn dazu, mit
streikenden Arbeitern zu sympathisieren, Mörder im Gefängnis zu besuchen oder mitten im Kalten Krieg die
Tochter Chruschtschows zu empfangen – zum Entsetzen des Westens. Eine seiner ersten Amtshandlungen: Er
erhöhte die Gehälter der einfachen Vatikanangestellten. Wie? Indem er den Kardinälen ihr Salär kürzte. Auf
dem Höhepunkt der Kubakrise, als nur noch wenige Stunden die Welt von einem Atomkrieg zu trennen
schienen, trug er durch einen spektakulären Fernsehauftritt dazu bei, dass sowohl Kennedy als auch
Chruschtschow Vernunft annahmen. Als Johannes XIII starb, trauerte nicht nur die katholische Welt.


Redaktion Ronald Feisel
WDR 5, Dienstag, 3. Juni 2008, 12.05 - 13.00 Uhr
WDR 5, Dienstag, 3. Juni 2008, 22.05 - 23.00 Uhr


Scala – Aktuelles aus der Kultur


Visionen in Stein gehauen – die Stadt Achet-Aton
Von Berit Hempel

Achet-Aton war die gelebte Utopie des Pharaos Echnaton:
eine Stadt am Ostufers des Nils in Mittelägypten mit Eigenheimen, Palästen, Tempeln und einer
Arbeitersiedlung. Die alte Pharaonenstadt Theben gab Echnaton auf, um in Achet-Aton seine Vision der
Städteplanung und die Huldigung seines Gottes Aton zu realisieren. In nur drei Jahren wurde die Stadt mit
Hilfe der Bevölkerung und des Militärs aus dem Wüstenboden gestampft, verziert mit Malerei, Skulpturen und
Reliefkunst.
Anlässlich einer Ausstellung im Kölner Römisch-Germanischen Museum fragt Scala nach den Visionen des
Städteplaners Echnaton. Was war revolutionär und was ist, mehr als dreitausend Jahre später, von seinen
Ideen in der heutigen Architektur der Städte zu sehen?


Redaktion Frank Höller
WDR 5, dienstags, 3. - 24. Juni 2008, 14.10 - 15.00 Uhr


LILIPUZ - Radio für Kinder – Hörspiel


Trolle nach Island
Von Bernd Gieseking
Regie Burkhard Ax
Komposition Henrik Albrecht
Produktion WDR 2008

„Trolle nach Island“ folgt auf „Trolle nach Süden“ und „Trolle nach Irland“ als abschließender Teil der Trilogie
um Fabian, dem Menschenkind. Fabian kann zwischen den Welten der sichtbaren und der unsichtbaren Welt
wechseln. Er bricht mit seiner Oma Malette zu seinem größten Abenteuer auf. Ihr Ziel ist Island, die Insel aus
Feuer und Eis. Ein Jahr zuvor hatte Fabian in Irland die drei Scherben der roten Tafel gesucht, die zersprungen
war. Dabei wurde er verfolgt vom bösen Olfen Aginolf und seinem Bruder Tewinolf. Die Rote Tafel ist das
Gerichtsbuch für die Wesen der unsichtbaren Welten. Nur mit dieser Tafel kann das „Gericht der Vier“ über die
Bosheit der Olfen urteilen. Als Fabian die drei Scherben gefunden hatte, erfuhr er, dass es eine vierte Scherbe
der Roten Tafel gibt. Fabians größtes Abenteuer und seine schwerste Prüfung beginnen, denn die vierte
Scheibe liegt tief in einem isländischen Vulkan.

Bernd Gieseking ist Kabarettist und Autor, schreibt für Hörfunk, TV und Theater. Der gebürtige Ostwestfale und
gelernte Zimmermann lebt heute in Dortmund, er arbeitet u. a. für die Spielart auf WDR 5. Nach der
„Honigkuchenbande“, einem Musical für Kinder, produzierte der WDR seine Trilogie „Trolle nach Süden“ und
„Trolle nach Irland“, die nun mit „Trolle nach Island“ abgeschlossen wird.


Redaktion Ulla Illerhaus
WDR 5, Dienstag, 3. Juni 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
WDR 5, Mittwoch, 4. Juni 2008, 00.05 - 01.00 Uhr


WDR 5 LebensArt
Live mit Hörern und Experten


Kein Sand im Getriebe: Mit dem Motorrad durch die Welt

Gestern Führerschein, heute Afrika: So startete Susi Boxberg ihre erste große Motorradtour. Den schwarzen
Kontinent nahm sie von Nord nach Süd unter die Räder. Die große Freiheit auf dem Motorrad ist immer wieder
ein Abenteuer. In WDR 5 LebensArt berichtet Susi Boxberg von der Vorbereitung großer Touren, den
Unvorhersehbarkeiten und dem schönen Reisegefühl auf zwei Rädern. Außerdem gibt sie Tipps vom Schrauben
bis zum Gepäck - für alle, die sich auch auf den Weg machen wollen.

Hörerinnen und Hörer können sich live an der Sendung beteiligen über das kostenlose WDR 5 Aktionstelefon
0800/5678-555.


Redaktion Gabriele Kraiczek
WDR 5, Dienstag, 3.Juni 2008, 16.05 - 17.00 Uhr
WDR 5, Dienstag, 3. Juni 2008, 22.05 - 23.00 Uhr


Leonardo - Wissenschaft und mehr
Darin: Schwerpunkt


„Morgen, morgen, nur nicht heute…“ -
Aufschieben kann lästig werden
Von Frank Eckhardt

Sie braucht den Zeitdruck. Erst dann sei sie richtig kreativ. Ohne diesen Stress hätte sie keinen sinnvollen
Gedanken aufs Papier bringen können. Er lässt sich Zeit, weil er Angst hat zu versagen. Hätte er mehr Zeit
gehabt, wäre seine Prüfung sicher besser ausgefallen. Wenn man immer wieder Erledigungen aufschiebt, ist
das nicht nur für Mitmenschen ärgerlich. Auch für den Aufschieber kann es sehr unangenehm werden.
„Prokrastination“ ist eine Arbeitsstörung. Die Universität Münster hilft jetzt Studentinnen und Studenten, die
ihre Aufgaben lieber schon heute erledigen wollen.


Redaktion Ruth Schulz
WDR 5, Dienstag, 3. Juni 2008, 20.05 – 21.00 Uhr


Das Hörspiel am Dienstag


Die Sonne der Sterbenden
Von Jean-Claude Izzo
Aus dem Französischen von Ronald Voullié
Bearbeitung Claudia Wilhelmine Stang
Regie Claudia Johanna Leist
Produktion WDR 2005

Eigentlich verlief Ricos Leben ganz normal: Hochzeit, Kinder, Eigenheim, Job. Er hatte es geschafft. Doch
plötzlich ging alles schief, lief das schöne bourgeoise Leben aus dem Ruder. Nun ist er geschieden, seinen
Sohn darf er nicht mehr sehen, die Wohnung ist verloren, Rico auf der Straße, sein Leben verpfuscht. Als man
den Leichnam seines Freundes Titi unter der Bank einer Metro-Station findet und der Pariser Winter sich von
seiner kältesten Seite zeigt, beschließt Rico, in Richtung Süden zu reisen, in die mediterrane Hafenstadt
Marseille, die Stadt seiner ersten Liebe. Alle, die ihm auf dieser Reise begegnen, sind vom Leben besiegt
worden. Und in Marseille angekommen zeigt sich, dass sich die Vergangenheit nicht zurückholen lässt. Was
Rico bleibt, sind seine Erinnerungen und Träume. Und am Leben erhalten ihn einzig seine Sehnsüchte.
„Die Sonne der Sterbenden“ erzählt von der verzweifelten Suche nach einer neuen Identität und nach Halt in
einer kalten Gesellschaft. Und davon, dass niemand vor Ricos Schicksal gefeit ist.

Jean-Claude Izzo, 1945 geboren, hat lange als Journalist gearbeitet. Sein erster Kriminalroman „Total
Cheops“, den er erst mit 50 Jahren schrieb, wurde sofort zum Bestseller. Es folgten „Chourmo“ und „Solea“.
Die Romane der so genannten Marseille-Trilogie um den lebenshungrigen Polizisten Fabio Montale, die auch als
Hörspiele vorliegen, sind nicht zuletzt Liebeserklärungen an die Stadt Marseille. Sie zählen zu den großen
Werken der internationalen Kriminalliteratur. Jean-Claude Izzo starb im Januar 2000 in Marseille.
Mit Helmut Zierl, Hans Peter Hallwachs, Martin Reinke, Anna Thalbach, Patricia Harrison u.v.a.


Redaktion Götz Schmedes
WDR 3, Mittwoch, 4. Juni 2008, 22.00 - 23.00 Uhr


WDR 3 HOERSPIEL


Bilder & Klänge

Der gelbe Klang - Hörwerk Nr. 13
Von Barry Bermange
Nach einem Text von Wassily Kandinsky
Komposition und Realisation der Autor
Produktion SWF 1987

1912 erschien in dem legendären Almanach der Münchner Künstlergruppe „Der blaue Reiter“ ein Theatertext
Kandinskys, der in jenen Jahren das Prinzip der Abstraktion in die Malerei einführte. Als einer der ersten
verstand Kandinsky die Künste nicht mehr primär als Abbilder der äußeren Welt, sondern als in sich selbst
gründende Medien und als Organe menschlicher Meditation. Sein 1909 entstandenes Szenario „Der gelbe
Klang“ ist in diesem Zusammenhang eine exemplarische Demonstration: eine „Bühnenkomposition“ aus Licht,
Farbe, Bewegung, Geräusch, Musik, Stimme und Stille.

Wassily Kandinsky (1866-1944) war russischer Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker des Expressionismus und
der abstrakten Malerei.

Barry Bermange, geboren 1933, ist international bekannter Theater-, Fernseh- und Hörspielautor. Er begann
Mitte der 60er-Jahre seine Radioarbeit im BBC-Radio-Workshop mit einer Reihe wegweisender Experimente.
Für viele seiner Radio-Arbeiten, u. a. für das Studio Akustische Kunst des WDR, erhielt er Auszeichnungen
(Karl-Sczuka-Preis 1981 und 1988, Prix Ars Acustica 1998).

Mit Ingrid van Bergen, Jochen Breiter, Peter Lieck u.a.


Redaktion Götz Schmedes
WDR 5, Mittwoch, 4. Juni 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Mittwoch, 4. Juni 2008, 11.45 - 12.00 Uhr


ZeitZeichen


In den USA wird das Gesetz zur Hinrichtung mit dem elektrischen Stuhl erlassen
(4.6.1888)
Eine Sendung von Veronika Bock und Ulrich Biermann

Es war ein Unfall. Ein alter betrunkener Mann berührte einen Stromgenerator und war auf der Stelle tot. Dem
New Yorker Gouverneur David B. Hill wurde von diesem Unfalltod berichtet, mit dem Hintergedanken, das
grausame Erhängen durch eine „humanere“ Tötungsart zu ersetzen. Eine Kommission, die 1886 im US-
Bundesstaat New York gegründet wurde, beauftragte den Erfinder Thomas Alva Edison, die Möglichkeit einer
Hinrichtung durch Elektrizität zu untersuchen. „Menschlich und bequem“ sollte sie sein. Zwei Jahre später, am
4. Juni 1888 war es soweit, New York erließ ein Gesetz, das den elektrischen Stuhl als Hinrichtungsmethode
vorschrieb. Doch als dann die erste Hinrichtung vollzogen wurde, waren die Anwesenden entsetzt: „Es hätte
besser mit einer Axt getan werden können“, urteilte ein Zeuge.


Redaktion Ronald Feisel
WDR 5, Mittwoch, 4. Juni 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
WDR 5, Donnerstag, 5. Juni 2008, 00.05 - 01.00 Uhr


WDR 5 LebensArt
Live mit Hörern und Experten


Au weia! Familienfeier
Gut geplante Feste

Opas 70ster, die goldene Hochzeit von Tante Frieda, der eigene, runde Geburtstag: All diese Daten wollen
gefeiert werden. Doch zwischen den eigenen Festwünschen und den Partyerwartungen der Familie und der
Freunde liegen manchmal Welten. Opas Stalingrad-Geschichten will man nun wirklich nicht schon wieder beim
Kaffee hören. WDR 5 LebensArt stellt Festplanungen vor, die zusammenbringen aber nicht bevormunden.
Außerdem geben wir Tipps rund um unvermeidbare Familienfeiern.

Hörerinnen und Hörer können sich live an der Sendung beteiligen über das kostenlose WDR 5 Aktionstelefon
0800/5678-555.


Redaktion Gabriele Kraiczek
1LIVE, Donnerstag, 5. Juni 2008, 23.00 – 24.00 Uhr


1LIVE Plan B Krimi


Toter Mann
Von Andrea Camilleri
Aus dem Italienischen von Renate Lampen
Bearbeitung Idalberto Fei
Komposition Andreas Bick
Regie Götz Naleppa
Produktion DKultur 2007

Beim Schwimmen im Meer vor seinem Haus in Marinella kollidiert Montalbano mit einer Leiche. Der Tote ist nur
einer von vielen Namenlosen, die das Meer an die sizilianische Küste spült. Eine Welle von illegalen
Einwanderern, von Schlepperbanden nachts auf Booten ausgesetzt, überschwemmt die Insel. Als Montalbano
einem Flüchtlingskind zu helfen versucht, hat das unerwartete Folgen.

Andrea Camilleri, geboren 1925 in Sizilien, ist ein vielfach ausgezeichneter Romancier, Drehbuchautor und
Regisseur. Die erfolgreiche Serie seiner Montalbano-Romane begann 1994 mit „Die Form des Wassers“.
Seither agiert der gebildete Commissario auch in zahlreichen Hörspieladaptionen. 2006 erschien der achte
Montalbano-Roman „Die Passion des stillen Rächers“.
Mit Gerd Wameling, Maria Hartmann, Antje von der Ahe, Udo Schenk, Udo Kroschwald u.a.


Redaktion Isabel Platthaus und Natalie Szallies
WDR 3, Donnerstag, 5. Juni 2008, 15.05 - 17.00 Uhr


Musikpassagen


Ritter, Nonnen und Gelehrte
Mit Walter Liedtke

Am 5. Juni 1288, heute vor 720 Jahren, fand die Schlacht bei Worringen nördlich von Köln statt, in der Herzog
Johann I. von Brabant und seine Mitstreiter den Kölner Erzbischof und dessen Verbündete besiegten. Das 13.
Jahrhundert war die Epoche des Hochmittelalters und sah unter anderem die Erfindung des Konklaves zur
Papstwahl, die Gründung der Schweiz, den Beginn der Mehrstimmigkeit in der Musik und die Entstehung der
„Carmina burana“. Komponisten verschiedener Epochen haben Ereignisse dieses spannenden Jahrhunderts in
ihrer Musik aufgegriffen – idealisierend, historisierend oder karikierend.


Redaktion Richard Lorber
WDR 3, Donnerstag, 5. Juni 2008, 20.05 - 22.00 Uhr


WDR 3 Konzert


Colombia ída y vuelta
Claudia Gómez – Canciones aus Kolumbien
Aufnahme eines Konzerts in der Queller Johanneskirche vom 17. Mai im Rahmen des Bielefelder „Weltnacht“-
Festivals

Mit
Claudia Gómez (Gesang, Gitarre)
Tilmann Dehnhardt (Flöte, Saxofon)
Christoph Adams (Klavier)
Checho Gómez (Bass)
Johannes Bockholt (Schlagzeug)
Javier Reyes (Perkussion)

Claudia Gómez entstammt einer Musikerfamilie in Medellín, aber ihre spezifische, eigenwillige Aneignung der
musikalischen Traditionen ihrer kolumbianischen Heimat verdankt sie eher ihren langen Lehr- und
Wanderjahren im Swinging London, in der San Francisco Bay Area und in Madrid. Música popular brasileira hat
sie in sich aufgesogen und Flamenco. Und als reife, in unterschiedlichen Genres erfolgreiche Künstlerin
entschied sie sich 2002, in ihr Land zurückzukehren, wo sie zwischen Bogotá und Medellín als Sängerin,
Forscherin, Lehrerin und in Sozialprojekten tätig ist.


Redaktion Werner Fuhr
WDR 3, Donnerstag, 5. Juni 2008, 22.00 - 23.00 Uhr


WDR 3 ART


Magier der tiefen Klänge
Der Tuba- und Serpentvirtuose Michel Godard
Musikfeature von Helena Rüegg
Produktion WDR 2008

Dem tiefen Blasinstrument entlockt er Tonkaskaden wie bei einer Trompete. Die Kritik bescheinigt ihm eine
„schier grenzenlose Virtuosität“ und eine beeindruckend vielfältige Individualstilistik. Michel Godard,
Jahrgang 1960, begann erst mit 17 Jahren, Tuba zu spielen und studierte anfangs klassische Trompete.
Vielseitig begabt, war er Mitglied des Orchestre Philharmonique de Radio France, wirkte mit in der Formation
für zeitgenössische Musik „Ensemble Intercontemporain“ und beschäftigt sich intensiv mit dem Renaissance-
Instrument „Serpent“, einem Vorgänger der Tuba. International bekannt wurde Godard durch seine
Zusammenarbeit mit Michel Portal, Enrico Rava, Kenny Wheeler, Willem Breuker, Rabih Abou-Khalil oder Louis
Sclavis. Sein Wunsch, durch neue Begegnungen die eigene musikalische Sprache zu erweitern und
ungewohnte Zusammenhänge zu schaffen, lassen ihn immer wieder „unerhörte“ Töne aus Tuba und Serpent
hervorzaubern.


Redaktion Dagmar Töpfer
WDR 3, Donnerstag, 5. Juni 2008, 23.05 - 24.00 Uhr


WDR 3 open: WortLaut


„Die Möglichkeit eines anderen Lebens berühren …“
Thomas Pletzingers Roman „Bestattung eines Hundes“
Von Christoph Vormweg
Produktion WDR 2008

Auf manche Debütanten beginnt die Jagd der Verleger bereits, wenn erst ein Drittel des Erstlings steht.
Plottüftler Thomas Pletzinger (Jahrgang 1975), der am Literaturinstitut Leipzig studiert hat, gehört dazu. „Ich
schreibe, weil ich immer schreibe, wenn die Dinge kompliziert werden“, lässt er seinen Erzähler, den
Ethnologen und Kulturjournalisten Mandelkern, gestehen. Zu Hause droht Mandelkern die Scheidung von
Elisabeth, die gleichzeitig seine Chefin ist. Am Luganer See läuft das Interview mit einem introvertierten
Kinderbuch-Autor aus dem Ruder. Und ein dreibeiniger, Bier trinkender Hund entführt uns nach Lateinamerika
und ins New York des 11. September.


Redaktion Imke Wallefeld
WDR 5, Donnerstag, 5. Juni 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Donnerstag, 5. Juni 2008, 11.45 - 12.00 Uhr


ZeitZeichen


Jungfernfahrt des Orient-Express
(5.6.1883)
Eine Sendung von Martina Meissner

Es war ein kleiner Zug, der am Nachmittag des 5. Juni 1883 in Paris, Gare de l’Est los tuckerte. Ein Speise-,
zwei Schlaf- und zwei Gepäckwagen bildeten den ersten „Train d’Orient“. Seither gilt er als der Luxuriöseste
seiner Klasse , ein rollendes Fünfsternehotel mit einer schillernden Vergangenheit. In den pompösen
Salonwagen des Königs der Züge saßen schon Berühmtheiten wie Mata Hari, Charles des Gaulle oder Aga Khan.
Und König Boris III von Bulgarien soll gelegentlich sogar selbst das Steuer der Lokomotive übernommen haben.
Seine Glanzzeit hatte der Zug mit den eleganten dunkelblauen Wagen in den 1920er und 1930er Jahren. In
dieser Epoche fuhr er von Paris über München, Wien und Budapest bis nach Konstantinopel.


Redaktion Michael Rüger
WDR 5, Donnerstag, 5. Juni 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
WDR 5, Freitag, 6. Juni 2008, 00.05 - 01.00 Uhr


WDR 5 LebensArt
Live mit Hörern und Experten


„Heute pack ich meine Koffer“ -
Warum immer mehr Deutsche auswandern

Die einen ziehen nach Mallorca, um dort ihren Lebensabend zu verbringen. Andere treibt die Lust auf ein
Abenteuer in ein anderes Land. Sie wollen sich in einer anderen Kultur behaupten. Da ist aber auch der
Handwerker aus der Pfalz, der mit seiner Familie nach Frankreich zieht, weil er dort Arbeit findet, die er in
Deutschland nicht bekommt. Es gibt viele Gründe, warum Deutsche auswandern. Und es werden immer mehr.
Welche Motivation steckt dahinter in fremde Länder zu ziehen und Deutschland den Rücken zu kehren?

Hörerinnen und Hörer können sich live an der Sendung beteiligen über das kostenlose WDR 5 Aktionstelefon
0800/5678-555.


Redaktion Frank Höller
WDR 3, Freitag, 6. Juni 2008, 15.05 - 17.00 Uhr


Musikpassagen


Sommerkrimi - Partituren für Poirot
Mit Volker Hagedorn

„Evil under the sun“ von Agatha Christie ist einer der berühmtesten Sommerkrimis, erschien 1941 und
wurde zweimal verfilmt – zuerst mit Peter Ustinov als Hercule Poirot. Als Opernstoff wurde der
Urlaubsmord an der schönen Arlena Marshall noch nicht entdeckt, aber vertonen lässt sich das Buch
durchaus. Die Musikpassagen haben dazu kompetente Komponisten eingeladen. Britten schildert die
britische Küste, Poulenc die Badenixen im Jolly Roger Hotel, Ernst Krenek gruselt sich im Hotelzimmer.
Derweil erkundet Poirots Landsmann César Franck das Naturell des Detektivs, Bizet und Händel verstehen
die lebenshungrige Arlena besser als ihre Autorin, und Couperin weiß, wie stille Eifersucht klingt. Die fahle
Stimmung nach dem Mord hat Elliott Carter eingefangen. Und selbst fürs Alibi des Ehemanns fand sich ein
Komponist.


Redaktion Frank Hilberg
WDR 3, Freitag, 6. Juni 2008, 20.05 - 22.00 Uhr


WDR 3 Konzert


WDR Musikfest 2008
Abschlusskonzert
Aufzeichnung aus der Mercatorhalle im CityPalais Duisburg

Joseph Haydn
Sinfonie G-Dur Hob I:88
Sergej Prokofjew
Klavierkonzert Nr. 1 Des-Dur op. 10
Franz Schubert
Sinfonie Nr. 8 C-Dur D 944

Denys Proshayev, Klavier
WDR Sinfonieorchester Köln
Karl Heinz Steffens, Leitung

Spätestens seit dem Gewinn des Münchener ARD-Wettbewerbs im Jahr 2002 zählt Denys Proshayev zu den
großen Hoffnungen der jungen Pianistengeneration. Musikalisch gehört seine Liebe vor allem den russischen
Klassikern des 20. Jahrhunderts. Auf seine Interpretation des ersten Klavierkonzerts von Sergej Prokofjew
beim Abschlusskonzert des WDR Musikfests darf man also gespannt sein. Auf dem Programm stehen
außerdem bedeutende Sinfonien von Joseph Haydn und Franz Schubert.
WDR 3 überträgt den Abend mit dem WDR Sinfonieorchester Köln im Rahmen seiner deutsch-französischen
Konzertkooperation. Die Leitung hat der von Kritikern und Dirigentenkollegen hochgelobte Karl Heinz Steffens
übernommen.


Redaktion Christoph Held
WDR 3, Freitag, 6. Juni 2008, 23.05 - 24.00 Uhr


WDR 3 open: FreiRaum


My Cat is an Alien
Die Gebrüder Opalio und ihr „kosmischer Müll“
Vorgestellt von Deniz Santer

Wenn E-Gitarren lautstark dröhnen, wird nicht getuschelt oder geraunt. Vielmehr schreien Beobachter auf den
Festivals unakademischer Avantgardemusik hinter vorgehaltener Hand neuerdings, dass zwei Italiener den tot
geglaubten „Space Rock“ neu erfunden haben sollen. Und das ohne Synthesizer-Gewaber! Die Rede ist von den
Brüdern Maurizio und Roberto Opalio aus Turin. Sie selber bezeichnen ihre Musik bescheiden als
„interstellaren Schutt“. Unter dem Namen „My Cat is an Alien“ sind die Opalios mit einer Reihe von Free Rock-
Veröffentlichungen hervorgetreten. In ihrem bisher dreiteiligen auf Vinyl veröffentlichten Projekt „Cosmic
Debris“ verstehen sie sich zunehmend als Kuratoren, nehmen ihre Bandleader-Rolle zurück und überlassen
den prominenten Gastmusikern, z.B. dem kalifornischen Gitarristen Steve Roden oder dem japanischen
Krachpropheten Keiji Haino, mindestens eine Plattenseite.


Redaktion: Angela Großmann
WDR 5, Freitag, 6. Juni 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Freitag, 6. Juni 2008, 11.45 - 12.00 Uhr


ZeitZeichen


Napoleons Bruder Joseph Bonaparte wird König von Spanien
(6.6.1808)
Eine Sendung von Jörg Beuthner

Eigentlich stand er von Beginn an auf verlorenem Posten. Als Napoleon den spanischen König zum Abdanken
zwang und seinen älteren Bruder Joseph als Statthalter der Grande Nation in Madrid einsetzte, war Spanien
bereits in heller Aufruhr. Das konservative, klerikale Land machte mobil gegen die Fremdherrschaft, aber auch
gegen die Errungenschaften eines Verfassungsstaates, die mit Napoleon in die besetzten Gebiete kamen. Der
oft brutale spanische Widerstand, getragen von den Bauern und dem einfachen Klerus, war nicht zu brechen.
Und er war stilbildend, seitdem spricht man von der Guerilla. Als Joseph Bonaparte im Dezember 1813 den
Thron wieder aufgeben musste, hatte der spanische Kleinkrieg auch dazu beigetragen, dass Napoleons
Herrschaft über Europa vor dem Ende stand.

Redaktion Hildegard Schulte
WDR 5, Freitag, 6. Juni 2008, 12.05 - 13.00 Uhr


Scala – Aktuelles aus der Kultur


Lichtspiele, Luft und Leinwand
Von der Lust am gemeinsamen Filmegucken
Von Claudia Friedrich

In den USA stellte ein Autohändler seinen Filmprojektor auf ein Wagendach, hängte Leinentücher zwischen die
Bäume und montierte Lautsprecher an die Äste. Während er seinen Kunden die Reifen wechselte, schauten sie
Filme im Freien. Ein Werbegag wird zum Autokino. Das war vor 75 Jahren. Heute stellen Wirte eine Leinwand
vors Lokal und einen Beamer auf den Stuhl. Fußball, Krimis und Konzerte locken die Gäste. Aber auch das
klassische Sommerkino hat Konjunktur. Cineasten ziehen auf Wiesen und Schotterplätze, in Zelte und
Wintergärten. Für eine Saison entstehen luftige Tempel der Traumfabrik. Minimalarchitekturen aus Himmel,
Leinwand und Projektor. Worin liegt der Charme der Lichtspieltheater unterm Sternenzelt? Was reizt die
Filmegucker an diesem Raum und welche Rolle spielt das Gefühl des gemeinsamen Erlebens? Scala zieht ins
Freie und schaut mit.

Redaktion Heidi Schöder
WDR 5, Freitag, 6. Juni 2008, 15.05 – 16.00 Uhr
WDR 5, Samstag, 7.Juni 2008, 00.05 – 01.00 Uhr


Thema NRW – Studio Münster


Zwischen Networking und Deutschtümelei
Studentenverbindungen in NRW

Jürgen Rüttgers ist Mitglied, Thomas Gottschalk und sogar der Papst: Mehr als 170.000 Männer sind in
Deutschland in Studentenverbindungen organisiert. Allein in Münster gibt es fast 30 Verbindungen, in Bonn,
Köln und Aachen sieht es kaum anders aus. Linke Gruppierungen warnen vor den Männerbünden:
Überkommende Rollenbilder und sogar Rechtsradikalismus würden dort geschürt. Und tatsächlich werden
einige Burschenschaften vom Verfassungsschutz beobachtet. Die meisten Verbindungen weisen das jedoch
weit von sich. Ihnen gehe es um Traditionen und Werte wie gegenseitige Hilfe und Kontaktpflege.
Thema NRW fragt: Was steckt wirklich hinter den Studentenverbindungen in Nordrhein-Westfalen?

Redaktion Catrin Grabkowsky
WDR 5, Freitag, 6. Juni 2008, 20.05 - 21.00 Uhr
WDR 5, Krimi am Samstag, 7. Juni 2008, 10.05 - 11.00 Uhr


Der Krimi


Die Tote im Götakanal
Von Maj Sjöwall und Per Wahlöö
Aus dem Schwedischen von Eckehard Schultz
Bearbeitung Sebastian Goy
Komposition Hans Martin Majewski
Regie Peter Michel Ladiges
Produktion SWF/WDR 1978

Martin Beck von der Riksmordkommission Stockholm wird nach Motala am Götakanal gerufen. Er soll der dortigen
Polizei bei der Aufklärung eines Mordfalles helfen. Einziger Anhaltspunkt sind ein paar Fotos der Toten. Man kennt
nicht einmal ihren Namen. Doch auch Martin Beck, der erfolgreiche und bescheidene Kommissar aus Stockholm,
kommt keinen Schritt weiter. Die Mühe, die sich das ganze Team beim Verfolgen von Spuren und Hinweisen macht,
scheint vergebens. Es vergeht sehr viel Zeit, bis man endlich den Namen der Toten herausfindet. Von dem Mörder
fehlt jede Spur, bis Beck aus Amerika ein Amateurfilm zugeschickt wird. Er wurde von Touristen auf dem
Passagierschiff gemacht, auf dem auch die Tote gefahren war. In mehreren Einstellungen dieses Films ist ein
Mann mit einer Schirmmütze zu sehen. Aber beweisen kann Beck nichts. Um weiterzukommen, fällt er eine
Entscheidung, die ihn zwar weiterbringt, auf die er aber am Ende alles andere als stolz ist.

Das schwedische Autorenteam und Ehepaar May Sjöwall, geboren 1935 in Stockholm, und Per Wahlöö, geboren
1926 in Göteborg, erreicht mit seinen Kriminalromanen (übersetzt in 25 Sprachen) große Popularität. Der
Erzählstil zeichnet sich durch konkrete Milieuschilderung und psychologisch fundierte Personendarstellung aus.
Per Wahlöö starb 1975.
Mit Matthias Ponnier, Rita Russek, Johannes Hertel, Christian Brückner, Ernst Jacobi u.a.


Redaktion Ursula Schregel


Das Hörspiel ist als CD-Edition auch im Buchhandel erhältlich.
Funkhaus Europa, Freitag, 6. Juni 2008, 22.05 - 23.00 Uhr


World Music Night


World Live: Modena City Ramblers
Moderation Babette Michel

Die norditalienische Band “Modena City Ramblers” aus Modena wurde 1991 gegründet. Nur so zum Spaß wollten
die Musiker traditionelle irische Musik spielen. Der Spaß entwickelte sich zu lustigem Ernst. Die Musik, genannt
“Patchanka Celtica”, ist eine Melange aus Folk, Rock, Punk, Reggae, Latin, afrikanischer und Balkanmusik. Ihre
Texte sind inspiriert von hispanischen Autoren wie z.B. dem chilenischen Schriftsteller Luis Sepúlveda und dem
großen Gabriel García Márquez. Ihre Vorbilder waren die Pogues und die Waterboys, Mano Negra und Bob
Dylan. Modena City Ramblers sind hoffnungsvolle Utopisten. Sie reisen mit ihrer Musik zu einem Land der
Freiheit, das keinen Unterschied zwischen den Menschen macht.

World Live sendet Ausschnitte des Modena City Ramblers Konzerts vom 6. Mai 2008 im ZAKK, Düsseldorf

Redaktion Barbara Gansauge

				
DOCUMENT INFO
Shared By:
Categories:
Tags:
Stats:
views:99
posted:12/14/2011
language:
pages:56