Ballett verstehen

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					Ballett verstehen

  Gestensprache
Handhaltung, als halte man einen Edelstein
zwischen den Fingern.
„Ich wähle meine Worte feinsinnig und präzise!“




Aggressiv sprechen. Mit einem Schlag den
„gordischen Knoten“ durchhauen. Durch einen
Kraftakt das Problem lösen wollen.




Bittgebärde des Bettlers. Der Redner bittet die
Zuhörer um Zustimmung.
    Als hätte man in der Suppe ein Haar gefunden.
    Präzise. Ins Detail gehen.




Mit deiner Doppelklinge die Luft durchschneiden.
Kategorisch verwerfen: So nicht!




     Besonnen sein. Dämpfen. Zur Kontrolle
     mahnen.
   Ich bin etwas unentschlossen:
   Was machen wir in dieser Situation?




Aggressive Geste auf die Zuhörer hin:
Euch geht es an! Ihr müsst euch ändern.




Zurückweisen, ablehnen: Nicht mit mir!
Ich schaffe zwischen mir und euch eine Schranke.
Handhaltung, als ob man einen kleinen Gegenstand
halten würde: Ich bin am Suchen, habe die Antwort
noch nicht ganz gefunden.




Was auch kommen wird, ich werde mich durchboxen.
Fäuste sind oft entlarvend. Unsichere Redner geben
sich selbstsicherer, als sie sind.




  Herbei winken.
  Habt Vertrauen. Kommt auf mich zu.
  Der Redner möchte die Situation meistern,
  schafft es aber mit aller Kraft nicht.




   Behaupten, schulmeisterlich belehren:
   Ihr werdet noch von mir hören!




Ausgestreckte Hand des Verhandelns. Abstand
überbrücken, freundlich auf den Hörer zugehen.
Bundesrat Merz


                 Lehrer bei
                 W. Busch



   Schellen Ursli
               Gestensprache in der Musik:
               Der erhobene Zeigefinger




J. S. Bach: Weihnachtsoratorium
Wir vernehmen eine musikalische Predigt. Der Geistliche (Bassstimme) verkündet
die Ankunft des Erlösers an Weihnachten. Bachs Melodie hebt alle wichtigen
Worte heraus: Höchsten, Heil, wohl gefällt. Im Orchester vernimmt man parallel
dazu den erhobenen Zeigefinger nach dem Wort „Welt“.
Barocke Gestensprache in einer Kirche
    Das Wunder musst du anschauen.




                          Ich kann nicht. Ich bin blind.
 Rom, Piazza Navona

An der Piazza Navona in Rom erhielt
der Tessiner Architekt Francesco
Borromini *1599 die Gelegenheit, eine
Kirche zu bauen. Die Brunnen auf der
Piazza aber entwarf sein Rivale Bernini.
Dieser gab sein persönliches Urteil über
die Architektonische Qualität der Kirche
in die Gesten einer Brunnenfigur…




     - Abwehrende linke Hand
     -Körperhaltung: sich zurückziehen
     - Festkrallen am Stein, Halt suchen
     - „eingezogener“ Hals
Apollon, der Gott der Künste, verliebt sich in die
Nymphe Daphne. Sie aber weist ihn zurück.
Apollon ist so verliebt, dass er sich nicht
beherrschen kann. Er verfolgt sie bis zum
Fluss Ladon. Da kann Daphne nicht weiter.
Sie ruft die Götter um Hilfe. Die Erdgöttin
Gaia hat Erbarmen und verwandelt sie in einen
Lorbeerbaum. Dem enttäuschten Apollon bleibt
nur ein Lorbeerzweig. Er pflückt einen Zweig
Und bekränzt sich damit. Seither werden
Künstler durch einen Lorbeerkranz geehrt.


  Bernini hat den Moment der Verwandlung
  dargestellt.

  Apollons Gesten?
  Daphnes Gesten?
Berninis Werk von der anderen Seite




 Welche Gesten sind hier sichtbar?
Echo und Narziss: Die Nymphe Echo wurde wegen ihrer Geschwätzigkeit
dazu verdammt, nur noch nachsprechen zu können, was andere sagten
(daher das Phänomen Echo). Auf dem Bild sieht man zwei völlig isolierte
Menschen. Echo hat keine eigene Sprache und Narziss hat sich eben in
sein eigenes Spiegelbild verliebt. Er ist eben narzistisch. Was erzählt die
Gestensprache der beiden?
Ariadne und Theseus
Theseus sollte dem Minotaurus
(halb Stier, halb Mensch) geopfert
werden, der sich im Labyrinth von
Knossos aufhält. Ariadne rettet ihn
mit einem Faden, der ihm den
Ausweg aus dem Labyrinth weist.
Nach seiner Rettung verspricht
Theseus Ariadne die Heirat. Mit
einem Schiff fahren sie von Kreta
Richtung griechisches Festland. Auf
der Insel Naxos müssen sie über-
nachten. Als Ariadne erwacht, sieht
sie das Schiff mit Theseus bereits
in weiter Ferne. Er hat sie verlassen,
ohne ein Wort zu sagen.
Ariadne will sterben. Sie wartet auf
den Tod. Da aber … (nächstes Bild)
Geste Ariadnes und die des kleinen
Amor?
  Angelika Kaufmann, Schweizer
  Malerin im 18. Jh.: Ariadne
Erscheint nicht der Tod, sondern der junge Gott Bacchus. Er ist der Gott
der Jugend, des Weins, der leidenschaftlichen Liebe, der Ekstase – aber
auch des gewaltsamen Todes.
Er macht bacchantische Feste, die jeder so feiern kann, wie ihm zu Mute ist.
Es wird Musik gespielt, die von starken Rhythmen geprägt ist und die
Menschen zu ekstatischen Tänzen animieren.
Was ist aus den Gesten der Figuren im folgenden Bild von Tizian zu lesen?
Es handelt sich um die erste Begegnung von Ariadne mit Bacchus.
Erklärung der Szene auf dem nächsten Bild
Sternbild der                               Mänade, Gespielin der Satyrn
Krone Ariadnes

                                                              Betrunkene

  Bacchus



                                                              Orgiastisches
                                                              Mahl: rohe
  Ariadne                                                     Rehkeule


Gepardenpaar,
naturhafte
Zweisamkeit                                                   Rituelles Spiel
                                                              mit Schlangen

Kleiner Satyr,                 Musizierende Bacchantin
Halb Mensch, halb Ziegenbock
                                         Es klappt, wenn wir zusammenhalten




           Wir wollen uns vertrauen




Ich sage es dir in voller Freundschaft        Auf dich verlass ich mich
Intimität braucht Körpernähe …
…unverhohlene Aggression
ebenso
Eine Geschichte
aus Gesten und
Mimik

				
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posted:12/13/2011
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