Herpes simplex
(Anita und Daniel)
Der Begriff Herpes kommt aus dem Griechischen und bedeutet „kriechend“.
Der verursachende Virus:
Der Erreger der Herpeserkrankung gehört zur Familie der Herpesviren
(Herpesvidae) und kommt nur beim Menschen vor (Herpesvirus hominis).
Dabei handelt es sich um einen 150 – 200 nm großen Partikel mit einem DNA-
Innenkörper (Core), der von einer Eiweißhülle umgeben ist. Alles zusammen wird
von einer weiteren Hülle (Envelope) umgeben.
Diese Viren werden als Herpes-simplex-Viren bezeichnet.
Man unterscheidet zwei verschieden Arten von Herpes-simples-Viren, die genetisch
nah verwandt sind. Zum einen gibt es den Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1), der
das Gesicht befällt und daher auch Herpes labialis (Lippenherpes) genannt wird.
Der HSV-1 wird durch Tropfeninfektionen, durch direkten Kontakt oder durch
Schmierinfektionen übertragen. Zum anderen gibt es den Herpes-simplex-Virus Typ
2 (HSV-2), der die Geschlechtsteile befällt und daher auch Herpes genitalis genannt
wird.
Der HSV-2 wird durch Geschlechtsverkehr übertragen.
Nach der Erkrankung stirbt der Herpesvirus jedoch nicht ab, sondern wandert von
der Oberhaut über die Nervenbahnen zu den Nervenzellen. Dort bleibt er und bricht
wieder aus, wenn die Abwehrkraft des Organismus geschwächt ist oder stressige
Situationen aufkommen.
Die Bildung von Antikörpern gegen dieses Herpes-Virus setzt voraus, dass man
bereits mit dem Herpes-Virus in Berührung gekommen ist.
Symptome
Bei Herpes handelt es sich um bläschenförmige Veränderungen der Haut an
verschiedenen Stellen des Körpers. Erstes Anzeichen von Herpes ist ein Taubheits-
und Spannungsgefühl der Haut, gefolgt von einem Brennen, Kribbeln und Jucken,
sowie einer Rötung der Haut. Diesen Stellen sind sehr empfindlich und können sehr
stark schmerzen. Danach entstehenden kleine, nässende Bläschen, die mit einer
klaren Flüssigkeit gefüllt, in der sich viele Herpesviren befinden und vermehren.
Daher ist die Ansteckungsgefahr für benachbarte Hautstellen sehr hoch.
Ist die Herpeserkrankung abgeklungen, verheilen die Bläschen normalerweise ohne
Narben.
Inkubationszeit
Die Inkubationszeit beschreibt die Zeit, die zwischen der Infektion mit dem
Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome (Ausbruch der
Krankheit) vergeht. Bei der Herpesinfektion liegt diese zwischen zwei und zwölf
Tagen.
Infektionsweg
Als Eintrittspforte für das Virus dienen Zellen der verletzten Haut oder Schleimhaut
im Lippenbereich. Nach Eintritt in den Mundbereich vermehrt sich das Virus
zunächst in den Haut- und Schleimhautzellen. Das Virus dringt schließlich in die
Nervenfortsätze ein und wird in die Ganglien transportiert. (Die Ganglien sind Ort
der Latenz.)
Verschiedene endogene (Stress, hormonelle Veränderungen) und exogene (UV-
Einstrahlung, immunsuppressive Medikamente (Immunsystem schwächend)) Reize
können erneut einen vollständigen Replikationszyklus auslösen. Die dabei neu
gebildeten Partikel erreichen über die Nervenfortsätze die Körperoberfläche und
führen zur Reinfektion von Schleimhautzellen. Von diesen kann das Virus auf
Kontaktpersonen übertragen werden. Eine endogene Reinfektionen(Rezidiv) kann
ohne (Rekurrenz), als auch mit Symptomen verlaufen. Im 2. Fall treten
geschwürartige Bläschen auf der Lippenschleimhaut auf (Rekrudeszenz).
Behandlung
Zur Behandlung wird Aciclovir (Guanosinanalogon) eingesetzt, welches in die virale
DNA eingebaut wird und sich negativ auf die Replikation des Virus auswirkt. Es
handelt sich dabei um eine anitivirale Therapie, das heißt, das Medikament ist
gegen das Virus gerichtet. Da hier die Ribose fehlt, können keine weiteren
Nucleotide an den Strang synthetisiert werden und es kommt zum Kettenabbruch.
Außerdem bleibt die viruseigene DNA-Polymerase an Aciclovir fixiert und steht für
eine weitere DNA-Synthese zur Virusreplikation nicht mehr zur Verfügung.
Persistierende Viren in den Ganglien bleiben davon unbeeinflusst.
Zudem werden dadurch Schmerzen verringert und die Bläschen auf der Haut heilen
schneller ab.