HABERMAS
Früh mit marxistischer Literatur angefangen. Publiziert viel u.a. zur Genforschung. Er ist sehr
politisch orientiert, in seinen politischen Artikeln, sein größtes Anliegen ist es, einen
demokratischen Staat in einem anderen Sinne zu konstruieren über Theorien. Er war Assistent an
der Uni Frankfurt, Institut für Sozialforschung. Die kritische Theorie und Frankfurter Schule sind
ein Kreis von philosophisch, soziologisch, politisch orientierter Autoren, sie befassen sich mit
einer ......... Theorie der Gesellschaft, dh. Abwendung von der traditionellen hin zu einer
kritischen Theorie, tendieren hin zu einer klassenloser Gesellschaft, gleiches Glück für alle,
gleiche Möglichkeiten für alle.
Gemeinsames der kritischen Autoren: in der NS Zeit geflüchtet und im Exil schon gemeinsame
Theorien herauskristallisiert haben. Wie kann die Theorie aussehen und wie kann man sie in ein
politisches System einbringen?
Es gab eine Auseinandersetzung zwischen Habermas und Horkheimer. Habermas hat Institut
verlassen und habilitiert woanders. Habermas hat immer marxistischen Bezug beibehalten in
seinen Artikeln und Büchern.
Habermas ging es um
ÖFFENTLICHKEIT,
DISKURS;
KOMMUNKATIVES HANDELN,
LEBENSWELT UND
SYSTEM.
V.a. Gegenüberstellung von Lebenswelt und System war für ihn zentrales Element.
Gesellschaft ist für ihn Lebenswelt und System und wenn da kein Ausgleich od. Machtaustausch
in beiden Richtungen existiert kann für ihn kein demokratisches System herrschen. Den
Beginn, den er gesetzt hat liegt in der Wahrheitstheorie. Für ihn geht es darum einen Konsens zu
schaffen. Wenn man Konflikt und Lösungsmodell hernimmt ist KONSENS das oberste Prinzip
einer Konfliktlösung. Für ihn geht es um den Konsensbegriff in bezug auf Wahrheit, dh. in der
Kommunikation zu einer höheren Wahrheit zu einer höheren Vernunft und somit zu einem
Konsens zu kommen in der Kommunikation und im kommunikativen Handeln. Er versucht den
Begriff der Wahrheit auf rationale Behauptungen zu reduzieren. Mittlerweile gesteht er ein, dass
die empirische Überprüfbarkeit zu einer Konsenstheorie und was ist Wahrheit am Ende einer
Kommunikation, einer Instanz bedarf, die beurteilen kann, hat das funktioniert oder nicht? Kam
Wahrheit od. Vernunft nach einer Diskussion heraus, oder nicht?
Habermas glaubt daran, dass es nicht nur um Konsens geht von Diskussionsteilnehmern, die um
einen Tisch sitzen, sondern um einen höheren Begriff alle auf Vernunft begabten Wesen,
müssten zu einem Konsens kommen, weil sie in der Lage sind, in Zeichen zu kommunizieren.
Es gibt für ihn einerseits die Sprache und andererseits die Kommunikation. Miteinander zu
kommunizieren, ist nicht nur ein Austausch von Sätzen. Andere Kriterien sind wichtig, damit
Vernunft und Wahrheit herauskommen können. Um zu überprüfen, was der Unterschied ist
zwischen wahren und falschen Konsens, hat Habermas seine „Theorie des kommunikativen
Handels“ geschrieben. Er hat für ein Fachpublikum geschrieben und deshalb kompliziert. Er hat
für das kommunikative-vernünftige Handeln Geltungsansprüche aufgestellt, die Voraussetzung
sind für das kommunikative Handeln. Dazu zählen:
1. Wahrheit
2. Richtigkeit
3. Wahrhaftigkeit
4. Aufrichtigkeit
5. Verständlichkeit mit reflexivem Bezug
1. Geltungsanspruch Wahrheit: man spricht über etwas, dessen reale Existenz alle
annehmen können, alles was in den göttlichen Bereich, in die Religion fällt, fällt da weg, da
ich nicht annehmen kann, dass jemand anderer auch an Gott glaubt. Allen
Kommunikationspartnern unterstellt werden kann, dass sie verstehen, worum es geht und
worüber ich spreche.
2. Anspruch der Richtigkeit
Geht um allgemein gültige Normen und angenommene Normen in einer Gesellschaft, dh. ich
muß annehmen, dass auch die die an einem Gespräch teilnehmen, diese Regeln kennen.
3. Wahrhaftigkeit:
Der Sprecher, die Sprecherin das Ziel verfolgt, dass die anderen das verstehen, dh keine
Verstellung. Alle wissen worum es geht.
4. Anspruch der Verständlichkeit:
Grammatikalische Regeln und um das Wissen, dass alle diese Regeln verstehen. Daß alle die
Vokabeln kennen, wenn sie sie nicht verstehen, dass ich sie erklären kann. Die gemeinsame
Sprache ist ein Bezugssystem, auf das ich zurückkommen kann.
Darauf bezieht sich Werner Zips auch in seinem Buch. Zentrale Voraussetzung für das
kommunikative Handeln.
Diese Geltungsansprüche beziehen sich auch immer auf bestimmte Welten wobei
- die objektive Welt, die Gesamtheit aller Erscheinungen betrifft in Bezug auf die Wahrheit,
dass jeder weiß, worum es geht. Es geht um sämtliche Erscheinungen, die wir alle kennen.
- die soziale Welt bedeutet die Beziehungen, die stattfinden zwischen Menschen, dass man
innerhalb von diesen Beziehungen auch Bezug nimmt auf Kontakte mit anderen, dh soziale
Gruppierungen.
In der subjektiven Welt, bei der Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit geht es um mein
persönliches Ausdrucksvermögen. Ich denke wie ich etwas darstelle, kann das maximal zu
einer Verständigung führen. Könnte auch mit einer roten Nasen dastehen und denken, das
führt zur Verständigung.
Bei der Verständlichkeit geht es um Sprache und keinen direkten Weltenbezug. Es geht
darum mit dem anderen zu sprechen. Basis ist, dass alle diese Voraussetzungen akzeptieren
in einer Kommunikation und nicht den anderen unterstellen, sie würden nicht wahrhaftig
sein, sie würden nicht die Wahrheit sprechen.
Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, ist Kommunikation nicht mehr gegeben.
Wenn die Geltungsansprüche nicht gegeben sind, verweist Habermas auf den DISKURS,
man diskutiert die Geltungsansprüche auf einer herrschaftsfreien Ebene. Dazu gibt es wieder
Voraussetzungen und das sind die Bedingungen der IDEALEN SPRECHSITUATION:
Dh; dass alle Teilnehmer am Diskurs die gleiche Chance haben, kommunikative Sprecharten
zu verwenden, dass jeder eine Rede eröffnen kann, jeder eine Gegenrede starten kann. Keine
Meinung in einem Diskurs soll einer Kritik entzogen sein. Jeder darf jeden kritisieren.
Voraussetzung hiezu: alle Menschen vernunftbegabt sind.
HABERMAS sagt, der Vernunftbegriff ist deshalb europäisch, weil wir von der Moderne
rausgetreten sind und alle möglichen Erfahrungen gemacht haben in der Geschichte um dann
reflexiv handeln zu können, was Afrikaner nicht können. Das ist nur auf die westliche Welt
beschränkt und der wesentliche Kritikpunkt und wie Werner Zips Habermas verwendet,
schließt er den Evolutionismus aus. Zips beweist, dass Mauroons als Staat in einem Staat in
Jamaika genauso die Voraussetzungen eines herrschaftsfreien Diskurses des
kommunikativen Handelns haben. Das beweist, dass Habermas nicht recht hat.
In bezug auf die Moderne, oft von europäischen Philosophen diese eine Seite der Moderne,
diese völkermordende, kolonalisierende, einfach nicht mitbetrachtet wird. Die Moderne ist
einfach Aufklärung. In der Moderne werden außereuropäische Länder nicht mitintegriert
und deshalb haben sie auch nicht die Erfahrungen, sagt Habermas, vom Heraustreten aus
irgendeiner Zeit in eine neue Zeit um diese zu reflektieren. Das verbindet er mit der Moderne
und dem westlichen Diskurs.
Wenn die Bedingungen der idealen Sprechsituation gegeben sind, kann man wieder ins
kommunikative Handeln aufsteigen. Dann gelten wieder die Geltungsansprüche.
Wichtig für ihn sind:
Öffentlichkeit
Gleichverteilung der Kommunikationsrechte,
Gewaltlosigkeit
und Aufrichtigkeit in Bezug auf den Diskurs
Das ist für ihn das PROZESSUALE Verständnis von Wahrheit
Habermas These: immer mehr ökonomische und bürokratische Systemrationalität, dh das
System aus Staat und Wirtschaft. Staat hätte Macht als Mittel, Wirtschaft hätte Geld als
Mittel, das diese Faktoren immer mehr in die Lebenswelt des Einzelnen eintreten.
Gesellschaft ist System und Lebenswelt. Lebenswelt wäre Privatsphäre um die
Öffentlichkeit auch im Sinne von Vertretung in Öffentlichkeit, im Sinn von Organisationen
ZEICHNUNG: POLITISCHES SYSTEM ORGANISIERTE ÖFFENTLICHKEIT
(Medien, Presse, Organisationen, ..)
Zivilgesellschaft Lebenswelt
Organisationsgrad nimmt zu von der Lebenswelt hin zum politischen System. Macht besteht
nach außen vom politischen System auf organisierte Öffentlichkeit und auf Zivilgesellschaft.
Von da nach innen sollte Einfluß da sein, nicht nur über das Wahlrecht sondern über das
kommunikative Handeln. Habermas sagt, neben Wirtschaft und pol. System hat die
Zivilgesellschaft Einfluß auf das politische System, indem sie Solidarität entwickelt über
Kommunikation.
In einem System, wo alles durchstrukturiert ist, wird die Freiheit des Einzelnen
eingeschränkt. Durch die Industrialisierung bekommt man Arbeitsplätze, Sozialversicherung,
Krankenversicherung, Pensionsversicherung und gleichzeitig Verpflichtungen. Man ist in
diesem System gefangen, dh. die Rechte des Einzelnen sind eingeschränkt. Um dem
entgegenzuwirken, dient die Kommunikation der Menschen.
WICHTIG FÜR HABERMAS SIND DIE VERSCHIEDENEN FORMEN DES
HANDELNS:
1. Teleologisches Handeln, auf das Ziel gerichtete Handeln, das Verfolgen eines Zweckes,
Anspruch ist wieder die Wahrheit
2. Normatives Handeln, geht es um die Richtigkeit, dh. die Normen, die in einer
Gesellschaft aufgestellt sind, auch wirklich die richtigen sind.
3. Dramaturgisches Handeln wäre die Selbstdarstellung von Menschen. Wahrhaftigkeit ist
wichtig
4. Kommunikatives Handeln liegt in der Verständlichkeit der Sprache, im grammatikalisch
richtigen Sprechen
In jedem vernünftig kommunikativen Handeln sind das die Voraussetzungen. Wenn die
Geltungsansprüche nicht erfüllt sind, wird man von vornherein annehmen, dass jemand nicht die
Wahrheit spricht und somit kommunikatives vernünftiges Handeln nicht stattfindet. Bevor ich
jemanden die Unwahrheiten unterstelle, nehme ich an, alle beziehen sich auf diese
Geltungsansprüche und erst im Diskurs kann ich prüfen, funktioniert das so, entspricht jeder
diesen Geltungsansprüchen oder nicht. Wenn nicht, geht man über in den DISKURS. Im Diskurs
würden die Geltungsansprüche in Frage gestellt, z.B: ok. Ich glaube du sprichst jetzt die
Unwahrheit. Im Diskurs ist es wichtig, dass ich auch Widersprüche kundtun kann. In dieser
idealen Sprechsituation, wo jeder gleichberechtigt seine Fragen über Zweifel stellen kann, sind
die Geltungsansprüche wieder da, was wiederum zu einem kommunikativen, vernünftigen
Handeln führt. Das ist das Endziel. Das findet permanent statt. Nur eine Theorie. In die Praxis
wirklich umzusetzen ist es nicht, sagt Habermas selbst.
FILM: Diskussion über das gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungsnetz in Europa.
EH - Tutorium 2002-01-09
Thema: Zips Artikel „Entprovenzialisierung der Moderne“ & Dussel
Neue Buch vom Zips „Die Macht ist wie ein Ei ...“ ist eine genauere Erklärung des
Artikels „Entprovenzialisierung der Moderne“ - ist jedoch leichter als der Artikel zu lesen.
Für die Prüfung NICHT unbedingt notwendig! (hat man den Artikel im Buch verstanden)
Zum Artikel „Entprovenzialisierung der Moderne“
PM, Modi des Fremderlebens, Bordieu und Habemas werden in diesem Artikel
zs.geführt.
Beginnt mit PM, studentischer Diskussion: „Fight of the century.“ Lyotard vs.
Habermas“:
Lytoard hat phil. PM Thesen vertreten
Habemas hat sich in einem Buch ,mit PM beschäftigt indem er Lyotard als
Neokonservativ bezeichnet - Streit zwischen (Anfang der 80er) den beiden.
Habermas argumentierte, das durch diese Theoriefeindlichkeit in der PM Kritik
verloren geht neokonservativ
Lyotard hat gemeint daß dies nicht neokonservativ sei - sondern es wir selber sind,
die die Totalität/Einheit propagieren.
[Heute wird Habermas selbst schon zur PM gerechnet]
Prozedurale Vernunft von Habermas baut darauf auf, was PM damals kritisiert hat
gemeint wurde
Wir können nicht mehr sagen was Wahrheit, was Vernunft ist - es reicht nicht mehr,
wenn wir es aus logisches westl. Denken mit philosophischen Ansätzen ableiten
führt zu Terror, PM bezieht sich meist auf Ausschwitz - Dusell auch auf 1492.
Habermas baute darauf auf - man kann nichts absolut setzten (was ist
Wahrheit/Vernunft), aber über einen komm. Prozess können wir sagen, daß wir eine
prozedurale Wahrheit erreichen (Wahrheit die in einem Komm. Prozess entsteht)
Zitat von Lyotard: Antwort auf Neokonservative
Welche Art ist die Einheit die Habemas vorschwebt? Vorwurf das er wieder Totalität
schafft durch Einebnung der Unterschiede, da wir alle gleich, kommunikativ/rational
denken können. Differenzen in PM sehr wichtig!
Auf der 2. Seite im Zips Artikel faßt er zs. was PM der Anthro gebracht hat:
1. Diskussion - Machtverteilung ist sei ungerechte; Verhältnis Feldforscher vs.
Untersuchter Indigener
Privilegien der Weißen in der Feldforschung als Sprecher für eine bestimmte Kultur
Objekte der Erforschten haben nicht die Möglichkeit zurückzuschreiben. (auch in
„Writing Culture“ angesprochen)
Konsequenz: man sieht keine Objekte, sondern Subjekte, denen auch eine
stimme zugestanden werden sollte - Forderung nach Polyphonie - auch
widersprüchliche Meinungen zu eigenen Theorie sollen wiedergegeben werden
(auch schriftl.)- mögl. viele Standpunkte im Feld einnehmen , Felder nicht abgetrennt
sehen, wie es oft Ethnologen behauptet haben (heute im Zeitalter der Globalisierung
kaum mehr möglich)
2. Grundlegender Zweifel am westlichen Vernunft Begriff
= einerseits Aufklärung/Humanismus/wir sind alle Brüder - andererseits
Unterdrückung vom Westen andere Kulturen, Sklaverei, kapitalistisch ungleich
verteiltes Weltwirtschaftssystem. Diese 2 Standpunkte passen nicht zs!
PM sagten, klar, weil der Vernunftbegriff, dieses denken führt zu Terror - muß
abgelegt werden, gleichzeitig heisst dass, es gibt aber auch keine Theorie mehr -
aber ohne Vernunft und Logik keine Theorie mehr! Also nur mehr kleine
Geschichten die iterarischen Status haben.
Habermas widersprach - wir brauchen eine Wissenschaft, wir müssen den
Vernunftbegriff retten! Ausweg aus Dilemma: prozedurale Vernunft
es muß diskutiert werden in einem komm. festgelegten Prozeß (ohne
Machtgefüge) mit Geltungsansprüchen - Wahrheit - Im Prozeß wird Wahrheit
und Vernunft festgelegt = Pozedurale Vernunft!
Stärkste Kritik an Habermas: Utopie, Umsetzung in die Praxis unmöglich
Zips: Besser eine Utopie an der man etwas messen kann (wie weit sind wir davor
entfernt, welche Schritte müssten wir ehen?) als gar nichts!
Habermas
hat eurozentristischen Blicke in seiner Theorie der Kolonialsierung der Lebenswelt:
Alltags/Lebenswelt in der wir uns befinden und
Systeme (Medien, Staat, Weltwirtschaft)
Da in der LW immer mehr Vernunft einkehrte, haben sich Systeme entwickelt. Entw.
vom myth. Denken („opake Gestalten“) - durch Vernunft hin zum rationalerem Denken.
LW wird immer rationaler im Laufe der evolutionistischen Entwicklung-
Systeme/Strukturen programmieren uns bis zu einem gewissen Grad.
Gleichzeitig während der Rationalisierung konnten sich Systeme herausbilden. Dies
haben die LW kolonialisiert - Systeme dringen in LW ein und zerstören die Realität - wir
müssen uns im komm. Prozeß von dieser Kolonialisierung befreien!
Habermas‘ Annahme hierbei:
Archaische Gesellschaften haben keine Vernunft in diesem Sinne und das kritisiert Zips
in seiner Habil und seinem Artikel:
H. hat keine empirischen Daten einfließen lassen bezieht sich auf neoevolutionistische
Ansätze oder sehr Altes.
Zips argumentiert, daß diese Annahme (z.B bei den Maroons, die eine Art archaische
Gesellschaft für ihn darstellen) die komm. Vernunft viel höher ausgeprägt ist als bei uns.
Exkurs
Maroons: Widerstandskämpfer in Jamaika; = „entlaufen Tiere“ Sklaven die von
Plantagen entkommen konnten, und im Inneren der Inseln (auch in Kuba und Santa
Lucia) Dörfer gründete und bewaffneten Widerstand gegen die Sklaverei leisteten.
Bekamen sogar Friedensvertrag und haben einen Status Staats im Staat erreicht!
Rechtsprechung beruht auf Prozess des Reasoning - man setzt sich zs., redet und hört
sich Meinungen an, dann erst wird Entscheidungen getroffen (natürl. Gibt es auch dort
Macht & Hierarchien, z.B. wie ist die Rolle der Frauen?)
Gibt es bei unseren Parteien eher nicht!!!
Zitate von Zips
1) aus der Habile von Zips „Gleiche Schwäche“
Zusammenhang System/Lebenswelt nur im evolutionistischen Konzept bei Habermas
(man fängt auf einer unteren Stufe an und die anderen folgen dann zwingend - alle
anderen Kulturen müssen dann auch diese Entwicklung machen! Wenn eine Kultur
diese Stufen nicht erklommen haben, wie wir sind diese uns unterstellt =
„Stufendenken“ im Evolutionismus.
Zips:
man würde der Falle entkommen, wenn man auf den Bordieuschen Begriff Habitus
zurückgreift. Man kann dadurch das „Problem“ bei Habermas aufbrechen.
Habermas verbirgt sich hinter naturwissenschaftlichen Fakten z.B. Ontogenese.....
Für Zips die Triade: Habitus; Feld, Kapital wichtig
Mit Habitus kann man das evolut. Denken aufbrechen: internalisierte Geschichte,
auf die Person bezogen, hat auch Strukturen und ist auf Person bezogen.
Feld hat auch Strukturen,
Kapital ist das, was versucht wird zu erreichen und zu vermehren (ökonomisch,
kulturelles v.a. aber symbolische - wichtig für Zips!)
Bei Maroos, z.B. Gladys Foster hat Ahnenkontakt - Symbolisches Kapital das in
ökon. Umgew. Werden kann - leicht!
Strukturen des Felde und Habitus sind dynamisch - verändern sich und sind
geschichtlichem Prozeß unterworfen
Habitus relativiert das Habermassche Denken, da Habitus gewisse Geschichte in
einem Feld hat. Dadurch kann man nicht mehr sagen, daß es für alle Kulturen gilt!!!!
Kultur wird als Felder werden hineingenommen, Habituskonzepte werden auch auf
Personen angewendet (Feld ist nicht immer Kultur, auch eine Pokkerrunde ist ein
Feld, man schaut, wo gleiche Regeln gelten)
Habitus wird innerhalb der Denkstrukturen und Feldes entwickelt (Sozialisation,
Aufwachsen in Familie etc.) und ist sehr stark ans Individuum gebunden, in
bestimmten Feldern gibt es bevorzugte Habitusformen - Habitus und Feld
untrennbar verbunden
2) Bourdieus Schwäche lt. Zips‘ Habile
Es fehlt das Ziel, wie es sein sollte kann Machtstrukturen aufdecken/sichtbar
machen, aber nicht sagen wie’s sein sollte....!!! - unangreifbare Analyse, da man mit
den Ergebnissen nichts darstellen kann - ihm fehlt der Bezug.
Kann zwar kritisieren - nur baut aber dabei auf eine Prinzip der absoluten Vernunft
dabei auf - ist sehr unangreifbar.
Nachdem Bourdieu ein Feind der Postmoderne ist - macht er sich dadurch
angreifbar - weil ihm die „Praxis“ fehlt - daher will Zips beide zusammenführen
Bourdieu verändert nichts - Sprache verändert viel
Deshalb braucht man Habermas mit prozeduralen Vernunftbegriff (das
Evolutionistische ist zwar zu kritisieren und gilt nur für unsere Kultur) braucht man in
den jeweiligen Kulturen, um festzustellen was ist gerecht was ist war fest. Das kann
man im dem Diskurs von Habermas mit Geltungsanspruch wirklich aushandeln.
Zips spricht am Ende vom Artikel von globaler Gerechtigkeit (idealen, utopische
Sprechsituation, denn wenn wir keinen absoluten Begriff von Gerechtigkeit haben,
können wir nicht urteilen, ob es gerecht ist)
Habermas legt die Kriterien der Gerechtigkeit fest - in einem Diskurs kann man dies
festlegen:“ ... es nicht gerecht, weil es den Idealen von ... nicht entspricht.“ Man
braucht Maßstab für Gerechtigkeit, auch wenn Diskurs utopisch ist.
Zips meint daß Habermas und Bordieu zwingend komplementär sind - nur in
Kombination sinnvoll sind.
[Zs.fassend: Was ändert Bourdieu mit Habitus bei Habermas‘ Theorie?
Anderen Gesellschaften sind nur deswegen nicht so kolonialisiert von ihren Sytemen
weil in dieser Rationalität haben sich solche System noch nicht einmal so herausbilden
können - in ihrem mythischen Denken.
Bordieu kontert und sagt das kann man so nicht sagen - jede Kultur ist ein anders Feld.
So verallgemeinert kann man das höchstens sagen, wenn man z.B. global auf die
Weltwirtschaft eingeht - bei einem groben Blickraster. Wenn man auf Lebenswelten
eingeht muss man schauen, welche Regeln gelten, welche Habitusformen (was man
tun muss, was sich gehört). Mit Bordieu wird man bei der ganzen Sache differenzierter.]
3. „Macht der Sprache“ und Aktivismus
System der Sprache verändert auch schon die anderen Reproduktionsweisen der
Felder
Indem man aufschreibt kann man auch was verändern, da man objektiviert und
Machtbeziehungen aufzeigt (einige Aktivisten sind anderer Meinung.
4. Synthese - Haberbourdieu
Bourdieu: Habitus widerspicht rationaler Vernunft, alles richtig zu machen; denn
vernünftige Entscheidungen funktionieren da automatisch (Bourdieu - in Anlehnung
an Leibniz: wir sind zu 3/4 Automaten, sind durch Feld und Habitus strukturier - aber
dieses 1/4 an Handlungsfreiheit haben wir.
Habermas: Systeme beschränken uns auf eine zweckrationale Existenz, durch
kommuk. Prozeß kann man sich befreien.
Beide zwingend komplementär:
Habitus hat automatisch Geschichte, Struktur des Feldes auch und man muß es in
jeweiligen Kontext einbetten = Historisierung der Vernunft - auch Vernunft, die in
ihrem Feld gilt hat ihre Geschichte, so schafft Bourdieu... (sieht Zitat)
Beide sind für Zips zwingend komplementär!
Enrique Dusell
Philosoph aus Lateinamerika/Kulturkritiker: Kritiker der Moderne und Postmoderne
In „Entprovinenzialisierung der Moderne“ bezieht sich Zips auch auf Dusell:
Postmoderne kritisieren den Begriff der Vernunft generell, weil er zu Terror geführt
hat
Lt. Dussel Vernunft ok, jedoch ist in Aufklärung ist ein Mythos drinnen - in der
Moderne betrachtet man sich als überlegen, hat daher das Recht andere zu
unterdrücken und auf untere Stufe zu stellen.
Für Dusell beginnt die Moderne 1492 ( mit C. Kolumbus), wo unsere Gesellschaft
mit dem Bild des Anderen konfrontiert war - Entdeckung des Eigenen in Abgrenzung
zum Fremden (siehe auch Modi des Fremderlebens lt. Schäffter)
dieser Mythos (irrationale Denken) ist in Moderne (= Abgrenzung zur PM) drinnen
.Er schlägt vor Mythosbegriff zu dekonstruieren und mit Vernunft weiterzuarbeiten
wird (Zitat)
Will globale Vision der Moderne - Beginn ist nicht Kant - sondern mit 1492 - beginn
der Globalisierung
Anerkennnt aber auch die emanzipatorische. Seite der Vernunft der Moderne -
gegen der postmoderne De-Rationalisierung.
Zitat im Ethnohistorie Buch S 211: Fussnote: „In diesem Programm einer gegen
sich selbst prozessierendne Rationlität...“:
Dusell will Emanzipation - Befreiung aus Abhängigkeit durch Vernunft , aber
gleichzeitig ist eine irrationale Mythe der Überlegenheit drinnen. PM kritisieren
generell Vernunft, da diese uns in die Gaskammern geführt hat.
Er sagt nicht die Vernunft mit Irrationalität war schuld - nur die Irrationalität die
Mythe. Dusell trennt Mythe von Vernunft.
Mythe der Überlegenheit ist tief in unser Denken eingelassen - in der Moderne sind
wir es so gewohnt zu denken - viele phil. Texte unterliegen diesem Habitus des
Denkens (Europa und Nordamerika) - „developmentalism“, alles muß sich
entwickeln.
Kritisiert daß die Mythe in der Vernunft eingelassen ist - daß es nur eine Art der
Entwicklung gibt .
Lt. Zips braucht man Habermas nicht unbedingt.
Er bezieht sich daher auf Dusell, und meint man kann man ja den entmyhstifizierten
Vernunftbegriff weiterverwenden.
Habermas sagt es gibt nicht Vernunft und Wahrheit, es gibt nur prozedurale
Vernunft
PM sagt generell nein zur Vernunft
Zips bringt Dusells Kritik der PM, folgt aber nicht seiner Argumentation, sonder geht
auf Habermas‘ Theorie ein.