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Einf�hrung in die Psychologie

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Einf�hrung in die Psychologie
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12/4/2011
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1 Einführung in die Psychologie

1. Die Kontroversen in der Psychologie (S. 18 ff)



Der ZVFAL war ganz BAD zum WOQ



Z = Zergliederung – Ganzheitlichkeit



Frage, ob man psych. Strukturen od. Prozesse in Teilsysteme od. Elemente zerlegen kann.

Lassen sich Erleben und Verhalten unabhängig voneinander erklären?



V = Vergangenheit – Gegenwart

Sind Einstellungen und Charakter eines Menschen durch vergangene Erfahrungen bereits stabil

geprägt oder kann man sich auf gegenwärtige Anforderungen flexibel einstellen?



F = Freier Wille – Determiniertheit



Wie frei ist der Mensch? Bedeutet Freiheit vielleicht nur Erkennen von Handlungsalternativen?



A = Anlage – Umwelt



Wie stark ist das Verhalten eines Menschen durch endogene (Anlage) bzw. exogene (Umwelt)

beeinfluss?



L = Leib – Seele



Sind geistiges und körperliches nur 2 Seiten von ein und derselben Wirklichkeit?



B = Bewusst – Unbewusst



Welcher Anteil am Verhalten ist willkürlich welcher unwillkürlich?



A = Allgemeingültigkeit – Einzigartigkeit



Für alle Menschen gleichartige psychologische Gesetze

> nomothetisches Vorgehen

Oder individuelles

> idiographisches Vorgehen



D = Dynamik – Statik



Querschnittanalysen = Momentaufnahmen

Längsschnittanalysen = zu mehreren Zeitpunkten



W = Wertbekenntnis – Wertfreiheit



Soll sich ein Forscher jeglicher subjektiven Bewertung enthalten oder zu Werthaltungen

bekennen?









1

O = Objektivität – Subjektivität



Einerseits sollen Forschungsergebnisse intersubjektiv gültig sein

Andererseits muss man sich in die Lebensbedingungen anderer hineinversetzten um Einblick in

deren komplexe Lebensrealität zu bekommen



Q = qualitativ – quantitativ



Kontroverse zw. qualitativen und quantitativen Methoden



2. Nennen Sie Kriterien für Wissenschaftlichkeit (S. 11)



- Sachverhalten müssen wirklich vorhanden sein

- Aussagen über Sachverhalten und die abgeleiteten Gesetzte müssen prüfbar sein

- Innere Widerspruchsfreiheit und auch Ableitungen müssen möglich sein

- Verallgemeinerungen müssen möglich sein



Oder: Bei wirklich prüfbaren widerspruchsfreien Systemen sind Ableitungen und

Verallgemeinerungen möglich.





Bortz und Döring: „Wissenschaftliche Hypothesen sind Annahmen über reale

Sachverhalte in Form von Konditionalsätzen. Sie haben Allgemeinheitsgrad und

sind durch Erfahrungsdaten widerlegbar―



3. Nennen Sie die 4 Wahrheitskriterien (S. 12)



- Kohärenz = innere Widerspruchsfreiheit + logische Verträglichkeit mit anderen

Aussagen dieses Gebietes

- Korrespondenz = zu theoretischer Aussage gibt es empirische Beobachtungen

- Pragmatik = führt in der Realität zu richtigen Prognosen und erfolgreichem

Verhalten

- Konsensus = Meinungsübereinstimmung



4. Was ist ein Paradigma? (S:13)



Nach Thomas Kuhn (1876): Zusammenfassung wissenschaftsspezifischer Normen.

Je mehr Wissenschaftler eines Faches ein best. Paradigma übernehmen, desto höher

kann der Entwicklungsstand des Faches angesehen werden



Psychologie: „multiparadigmatische Wissenschaft―



5. Erkläre laut Definition von Psychologie die 4 inhaltlich wichtigsten

Forschungsgebiete und charakterisiere Sie (S. 9)



- Verhalten (= nach außen)

- Erleben (= introspektive Prozesse)

- (Inhalte des) Bewusstseins (= Wahrnehmungen, Vorstellungen, Einstellungen,

Absichten)

- Psyche (= komplexes Informationsverarbeitungssystem)





2

6. Ziele der Psychologie als Wissenschaft (charakterisieren in kurzen Sätzen) (S.

10/11)



1. Beschreiben: präzises, systematisches Erfassen von Daten über die zu

untersuchenden Phänomene

2. Erklären: Daten werden anhand von Hypothesen und Gesetzen hinsichtlich ihres

Kausalzusammenhangs zu interpretieren versucht

3. Vorhersagen: unter Heranziehung psychologischer Gesetzte Schlussfolgerungen

über unbekannte Informationen ableitbar

4. Verändern: Entwicklung von Bedingungen und Maßnahmen zur Veränderung

psychologischer Strukturen erlauben



7. Ethische Prinzipien für Psychologen (S. 22)



Ethische Prinzipen:

- Würde des Menschen wahren

- Sein Selbstverständnis fördern

- Keine ideologische Indoktrination betreiben

- Moralische Normen der Gesellschaft achten

- Nur seriös werden

- Nur valides und fundiertes Wissen verwenden

- Verschwiegenheitspflicht einhalten

- Das Wohl des Klienten im Auge behlaten

- Den Klienten über die mögliche Konsequenzen einer Beratung oder Therapie

informieren

- Etc



8. Nennen Sie die Fachgruppen der DGP (Deutsche Gesellschaft für Psychologie) (S. 21)



 Klinische

 Sozial

 Entwicklungspsychologie

 Pädagogische

 Arbeits- und Organisationspsychologie









3

2 Allgemeine Psychologie

1. Das behavioristische Modell (S. 27)



Antecedent conditions that precede the behavior,

the Behavioral response,

and the Consequences that follow it.



- Befasst sich mit dem sichtbaren Verhalten.

- Als Daten werden nur offene Verhaltensreaktionen akzeptiert, die auch messbar sind

(z.B. Lidschlagreflex).

- Verhalten ist vollständig durch Umweltbedingen und Lernprozesse bestimmt.

- Mensch kann von Natur aus weder gut noch böse sein, sondern er reagiert einfach auf

Umweltgegebenheiten.

- wurde durch die kognitive Wende abgelöst



2. Beschreiben Sie kurz min. 5 von den 9 Teilgebieten der Allgemeinen Psychologie

(S. 25)



1) Wahrnehmung und Aufmerksamkeit:

Es gibt 2 Forschungstraditionen:  ältere psychophysische untersucht

Beziehungen zw. Physikalischen Reizen und

Wahrnehmungserleben.

 neuere kognitiv orientierte beschäftigt

sich mit höheren Wahrnehmungsfunktionen.

Z.B.: Der Einfluß von Vorerfahrungen auf

das Erkennen von Objekten.

Die Aufmerksamkeitsforschung behandelt Selektion, Filterung und Fokussierung.



2) Gedächtnis:

Gedächtnispsychologie befasst sich mit Enkodierung, Speicherung und Abruf von

Informationen



3) Lernen:

Beschäftigung mit den Gesetzmäßigkeiten des Lernens. Unterscheidung zw. Klassische

Konditionierung, operante Konditionierung, Beobachtungslernen.



4) Denken und Problemlösen:

Hier werden höhere kognitive Prozesse subsumiert. Befasst sich u.a. mit logischem

Schließen, Problemlösungsstrategien und Entscheidungsprozessen



5) Sprache:

Sprachproduktion, Sprachrezeption. Außerdem: die Aspekte des Sprachgebrauchs



6) Emotion:

Beschäftigt sich mit dem Erleben, körperlichen Ausdruck und physiologischen

Begleiterscheinungen von Emotionen.









4

7) Motivation:

Befasst sich mit Ursachen und Auslösern von Verhalten. Historisch betrachtet lassen

sich willenspsychologische Erwartungs- Wert- Modelle, Trieb- und Anreizmodelle

sowie neuere kognitive Ansätze unterscheiden.



8) Bewusstsein:

Fragen des subjektiven Erlebens, unserer „innerer― Stimme und des freien Willens. Es

werden Ich-, Körper-, Handlungs- und Wachbewusstsein unterschieden. Ungelöstes

Leib- Seele- Problem (Interaktion von Geist und Gehirn)



9) Handlungskontrolle und Psychomotorik:

Dieser Bereich untersucht interne Steuerungsmechanismen von Verhalten. Im

Mittelpunkt stehen Handlungs- und Bewegungskoordination.



3. Erklären Sie den Unterschied zwischen dem evolutionären und dem

behavioristischen Modell (S. 27 ff)



Behavioristisches Modell Evolutionäres Modell

- nur offene Verhaltensreaktionen, die - Evolutionspsychologie betrachtet

auch messbar sind Psyche aus der Sicht der

- Verhalten durch darwinistischen Evolutionstheorie

Umweltbedingungen und - Schwerpunkt: Adaption (genetisch

Lernprozesse determiniert codierte Anpassung an die Umwelt)

- Variation, Selektion (Kampf ums

Überleben), Reproduktion

- Beispiel für kognitive Adaption:

Fähigkeit des Menschen, soziale

Kooperationen einzugehen

- verhaltenszentriert

 geht von hoher  betont die Rolle prädeterminierender

Verhaltensplastizität und universellen Anpassungen und bereichsspezifischer

Lernmechanismen (z.B. Lernprozesse (je nach evolutionärer

Verstärkungslernen) aus Bedeutsamkeit)





4. Beschreiben Sie die Grundgedanken des kognitiven Modells (S. 28)



- Informationsverarbeitungsprozesse sind fürs Verhalten bestimmend und

verantwortlich

- Individuum konstruiert eigene Interpretation der Realität  subjektive Realität,

auf die sie reagieren

- Die zwischen Reiz und Reaktion geschaltete „black box― wir immer wieder

Gegenstand der psych. Forschung



5. Beschreiben Sie die wissenschaftlichen Querverbindungen zwischen der

Entwicklungspsychologie und der Allgemeinen Psychologie und der Angewandten

Psychologie am Beispiel „Gedächtnis“ (S. 42 ff)



Systematische Gedächtnistäuschungen:







5

- Entwicklungspsychologie: experimentelle Untersuchungen zur Reliabilität

kindlicher Gedächtnisberichte (z.B. „der tollpatschige Sam―  keine Trennung

von Gehörten und Beobachteten)

- Angewandte Psychologie: Untersuchungen zur Rekonstruktion der Wirklichkeit

unseres Gedächtnisses (z.B. „Autounfallvideo― und Ausdrücke

„zusammenstießen― und „ineinander krachten―)



6. Erkläre deklaratives, episodisches und prozeduales Gedächtnis (S. 44)



- deklaratives Gedächtnis = Wissensgedächtnis z.B. Merken vom Text

 Unterteilung: semantischer und episodischer Speicher

- episodischer Speicher = „wann und wo― von Gegebenheiten z.B. unter welchen

Umständen ein bestimmter Inhalt gelernt wurde

- prozeduales Gedächtnis = Verhaltengedächtnis z.B. Konditionierungsprozesse,

implizites Lernen



7. Welche Prinzipien machen sich Gedächtnistechniken zunutze? (S. 41)



- Chunking (chunks = Erinnerungseinheiten: einzelne Buchstaben oder Solben zu

sinnblidenen Einheit zusammenfassen = „Speicherplatz sparen― für 7+/-2

chunks

- Lern- und Gedächtnistechniken: Schaffen von bildlichen Assoziationen und

inhaltlichen Verknüpfungen zB:

 Loci-Methode oder Methode der Orte (verknüpft einzelne Einheiten

z.B. Ziffern mit vorher gut eingelernten, konkreten Vorstellungsbildern

und kleidet diese dann in eine verlaufende Fantasiegeschichte, die 7er-

Marke kann um ein Vielfaches übertroffen werden, da LZG angezapft

wird).



8. Schildern Sie das Experiment von Sperling zum Nachweis des Ultra-Kurzzeit-

Gedächtnisses (S. 39)



1.) Matrix mit 3 x 4 Buchstaben (sehr kurze Darbietung)  4-5 Buchstaben

reproduzierbar

2.) Beim nächsten Mal: gleich nach Verschwinden Ton zur Bestimmung der zu

reproduzierenden Reihe  3 bis alle 4 Buchstaben der Reihe reproduzierbar 

bei Ton noch alle 12 Buchstaben vorhanden, einige 100 ms später nicht mehr

(Kapazität des Ultra-Kurzzeit-Gedächtnisses ist höher als das Kurzzeit-

Gedächtnis. Ultra-Kurzzeit-Gedächtnis ist wie ein „Nachhall―)



9. Was kennzeichnet das Autobiografische Gedächtnis?



 Das autobiographische Gedächtnis baut zwar auf episodischen Inhalten auf, setzt jedoch

die Fähigkeit voraus das eigene Leben nach ausgewählten Relevanzgesichtspunkten zu

strukturieren

 Es handelt sich um eine Art neutraler Repräsentation unserer Lebensgeschichte, womit

kein objektives Curriculum, sondern die subjektive Selbstzählung des eigenen Lebens

gemeint ist

 Eng verbunden mit Handlungsorientierung und Identitätsbildung







6

10. Geben sie eine Definition der Allgemeinen Psychologie!



Die Allgemeine Psychologie behandelt allgemeine Gesetzesmäßigkeiten aus den Gebieten

der/des:

 Wahrnehmung und Aufmerksamkeit

 Gedächtnisses und Lernens

 Denkens und Problemlösens

 Sprache, Motivation, Emotion

 Bewusstsein und Handlungskontrolle









7

3 Methodenlehre

1. Methode der Parallelisierung (S. 54 f)



Man bildet Paare von Personen, die im Bezug auf mutmaßlich relevante Eigenschaften

übereinstimmen oder zumindest ähnlich sind (Bsp.: Alter, Geschlecht, Intelligenz,

Bildungsgrad,…)

 2 Gruppen mit derselben statistischen Struktur (je 1 Tp in VG und eine Tp in KG)

 zufällige Unterschiede oft erheblich reduziert

 Aussagekraft des Ergebnisses verbessert



2. Mit welchen Fragen beschäftigt sich die Methodenlehre S. 47



Frage wie empirische Untersuchungen zu planen, durchzuführen, auszuwerten und zu

interpretieren, damit sie möglichst hohe



1.) Objektivität (Unabhängigkeit des Untersuchers)

2.) Reliabilität (Genauigkeit)

3.) Validität (inhaltliche Gültigkeit)



haben.



3. Geben Sie den jeweils wissenschaftlichen Ausdruck für die vorgegebenen Beispiele

(Inhalte) (S. 47 – 51)



a. Grundgesamtheit (= Population)

b. Vermutung (= Hypothese)

c. Diagnostische Verfahren – Unabhängigkeit vom Anwender (=

Objektivität)

d. Exaktes Messen bei einer empirischen Untersuchung (= Reliabilität)

e. Inhaltliche Gültigkeit von Ergebnissen in einer empirischen Studie

(= Validität)

f. Fragen oder Fragestellungen bei einem Experiment (= Items)

g. z.B. durch eine Psychotherapie kommt zu dem erwünschten

Therapieeffekt (= Alternativhypothese H1)

h. z.B. dem Patient stehen die verschiedenen Antwortkategorien

„stimmt― und „stimmt nicht― zur Verfügung, durch die er seine

Zustimmung oder Ablehnung ausdrücken kann. Die Anzahl der

„stimm―-Antworten innerhalb einer Subskala wird bezeichnet als? (=

Messwert, Rohwert oder Rohscore)



4. Was versteht man unter folgenden Begriffen: (a) Nullhypothese mit Beispiel, (b)

Alternativhypothese mit Beispiel, (c) intrasubjektive Variation, (d) intersubjektive

(interviduelle) Variation



Nullhypothese H0 = „Ausgangshypothese―, die davon ausgeht, dass die Versuchsbedingung

keinen Effekt hat, soll durch die Studie geprüft und allenfalls durch die Alternativhypothese H1

ersetzt werden. Ansonsten bleibt sie „mangels an Beweisen― bestehen



Die Messwerte einer Person ändern sich unter dem Einfluss der Therapie nicht

Keine Veränderung des aggressiven Verhaltens durch den Einfluss der Therapie



8

Alternativhypothese H1 = die zu H0 alternative Hypothese geht davon aus, dass die

Versuchsbedingung bestimmten Effekt hat



Therapie ist nicht wirkungslos: H1



Die Messwerte einer Person ändern sich unter dem Einfluss der Therapie

Positive Veränderung (Halbierung der Wutausbrüche) durch den Einfluss der Therapie



Intrasubjektive Variation/Varianz = Variation der gemessenen Eigenschaft zwischen

verschiedenen Testzeitpunkten „innerhalb― einer Person



Intersubjektive Variation/Varianz = Variation der gemessenen Eigenschaft zwischen Personen





5. Spiegelbildanordnung (mit einer Gruppe) und einfacher-2Gruppen-Versuchsplan

(S. 57 f)



Spiegelbildanordnung (mit einer Gruppe):

Messungen an allen Personen 4fach: unter Kontrolbedingung – 2x unter

Versuchsbedingung – wieder unter Kontrollbedingung.

 Nur bei Messungen verwendbar, bei denen keine Dauereffekte sind.



Einfacher-2Gruppen-Versuchsplan:

einfach, gängig für Vergleich von 2 Gruppen durch Zufallszuordnung der

Versuchspersonen  VG und KG: VG unter Versuchsbedingung, KG unter

Kontrollbedingung



6. Labor- vs. Feldexperimente (S. 53 f)



Feld

+ lassen größere Variation von Einflussfaktoren zu

+ gut auf typische Lebensbedingungen des Menschen übertragbar



- sind weniger genau = weniger reliabel

- mehr Störfaktoren vorhanden





Labor

+ sind genauer

+ wenige Störeinflüsse



- Bedingung sind hochgradig künstlich

- keine ökologische Validität  nicht gut auf typische Lebensbedingungen übertragbar



7. Einfache Vorher-Nacher-Untersuchung (siehe 2.8.1 einfache Versuchsdesigns, S.

57)



Die Versuchsgruppe (VG) wird vor und nach der Versuchsbedingung getestet.

Nachteil: sehr eingeschränkte Aussagekraft, die beobachtete Veränderung muss nicht

allein auf die Wirkung der Versuchsbedingung zurückzuführen sein (Lerneffekte,

Abbau der Angst, Müdigkeit, Gewöhnung)



9

8. Randomisierte Zuweisung (S. 52 f)



Randomisierung = zufällige Zuweisung von der Versuchsperson Vp zu der Versuchs- und

Kontrollgruppe



9. Was versteht man unter Experiment (S. 53)



Wesentliche Merkmale eines wissenschaftlichen Experiments:

 Randomisierte Zuweisung: der Vp zu Versuchsbedingungen

 Herstellende Realisierung der Versuchsbedingungen

Außerdem:



 sind alle Unterschiede der Stichproben bezüglich beliebiger Merkmale nur noch zufällig

 treten mit wachsender Stichprobengröße in den Hintergrund



10. Welche Kriterien für ein wissenschaftliches Experiment können in einer Studie

betreffend die Wirkung einer Psychotherapie günstigstenfalls erfüllt werden und welche

nicht? (s. 53)



Randomisierte Zuweisung: der Vp zu Versuchsbedingungen kann günstigsten Falls erfüllt

werden

Herstellende Realisierung der Versuchsbedingungen kann nicht erfüllt werden, die meisten

Störfaktoren nicht kontrolliert oder konstant gehalten werden, da sie in der Tp selbst liegen,



11. Abhängige und Unabhängige Variable bestimmen! (Allgemeine/Forschmeth.)



Unabhängige Variablen werden planvoll kontrolliert und verändert, um die draus resultierende

Wirkung auf abhängige Variablen zu beobachten.



Wenn man die wissenschaftliche Hypothese in Form eines Konditionalsatzes formuliert, gehört

die unabhängige Variable (UV) zum wenn-Teil, die abhängige Variable (AV) zum dann-Teil



Bsp.: Wenn Schülerinnen am Förderunterricht xy teilnehmen, dann erzielen sie bessere

Leistungen, als Schülerinnen nicht teilnehmen.



UV: Teilnahme am Förderunterricht

AV: Leistung



Geben Sie bei den beiden folgenden Hypothesen jeweils die unabhängige Variable und die

abhängige Variable an:

(a) Perosnen, die an einem Konzentrationstraining teilnehmen (UV), haben eine bessere

Merkfähigkeit (AV), als Personen, die an keinem Training teilnehmen.

(b) SchülerInnen, welche den Fremdsprachenunterricht im Sprachlabor lernen (UV), haben

eine bessere Aussprache (AV) als SChüllerInnen, die nicht im Sprachlabor lernen.



12. Was bedeutet X, X,´ X1, X2, X in der Methodenlehre? (S. 57)





X....................für das gemessene Merkmal unter der Kontrollbedingung

X’...................für eine Messwiederholung

X1,X2...........für Messungen des Merkmals X in den Gruppen 1,2

X....................für eine Messung nach oder unter der Versuchsbedingung

10

4 Entwicklungspsychologie

1. Die sensomotorische Phase (S. 69 f)



0 – 1,6 Jahre



noch nicht logische Koordinierung von Metrik und Wahrnehmung

 Üben angeborener Reflexmechanismen

z.B. saugen / Assimilation

 Primäre Kreisreaktionen

durch klassische Konditionierung

 Sekundäre Kreisreaktionen

auf die Außenwelt bezogen, durch Operantenkondition

 Koordinierung der erworbenen Handlungselemente

z.B. Wegstoßen eines Hindernisses, einen Gegenstand ergreifen zu

können

 Entdeckung neuer Handlungselemente

Aktives Experimentieren / tertiäre Kreisreaktionen

 Übergang von sensomotorischen Intelligenzakten zur Vorstellung

Lernen durch mittelbare Nachahmung



2. Das vorbegrifflich-symbolische Denken (S. 70 f)



1-4 Jahre

1) Entwicklung der Vorstellungsfähigkeit (Bsp. Die Puppe schlafen legen)

= „innere Nachahmung―

…: symbolische Handlungen

2) Symbolentwicklung / Erfindung der Symbole

= setzt eine Ähnlichkeit mit dem Gegenstand voraus,

Entdeckung der Zeichen willkürliche Zuordnung durch Konvention, Erlernen

der Sprache durch Nachahmung

3) Schaffung von Vorbegriffen

= bildliche Vorstellung + erlernte sprachliche Zeichen; denkt noch egozentrisch



3. Anschauliches Denken (S. 72 f)



4-7 Jahre



- wachsende Begriffsbildung

- gedankliche Herstellung der Invarianz der Mengen gelingt noch nicht

- Denkoperationen werden von irreführender Wirkung der Anschauung überspielt

- Unfähigkeit, die Elemente als Teil des Ganzen zu betrachten = Ausdruck der

Irreversibilität des kindlichen Denkens



4. Das Stadium der konkret-logischen Operationen (S. 73 f)



8-11 Jahre



Gedankliche Operationen werden reversible, sind aber immer noch nur auf konkrete

Objekte bezogen





11

1. Invarianzbildung die dem Kind möglich ist = Mengeninvarianz

Später auch: Gewichtkonstanz, Volumskonstanz, Mengeninklusion

Logische Operationen immer noch nur mit Hilfe konkreter Gegenstände abhängig

zB A größer als B, B größer als C, wer ist am größten: ohne Bild nicht lösbar



5. Grundlagen der Intelligenztheorie (Jean Piaget) (S. 66 f)



- Entwicklung = Prozess strukturierendes Lernens

- durch Auseinandersetzungen mit neuen Aufgaben (bei Ungleichgewicht

zwischen Problemen und Lösungsmöglichkeiten)

- Äquilibration = Gleichgewicht zwischen Umwelt und Organismus  Intelligenz

= höchste Form geistiger Anpassung an die Umwelt = biologische

Anpassungsfunktion und logische Funktion

- Austauschprozesse zwischen Organismus und Umwelt:

 Assimilation (Auswirkung von Subjekt  Umwelt)

 Akkomodation (Wirkung von Umwelt  Subjekt)

- Wahrnehmungsillusionen denkend berichtigen  Dezentrierung

- Logische Denken ist flexibel und Anpassungsfähig und folgt bestimmten

Operationsregeln (S. 67 f)









12

5 Differentielle Psychologie

1. Argumente für und gegen die Messbarkeit menschlicher Eigenschaften (S. 88 f)



 Alltäglicher Widerspruch: (+) Wir verlassen uns schnell auf unseren ersten Eindruck, aber

Überprüfung der Eindrücke psychologisch nicht messbar, weil „Urgründlichkeit des

Menschen― (-)

 Generelles Problem: sobald wir über individuelle psychische Unterschiede sprachlich

kommunizieren wollen, unterliegen wir bereits einer kategorialen



 es gibt verschiedene Menschenbilder die wir gleichzeitig in uns tragen, wir besitzen ein

relativ feines Gespür ob wir leistungsadäquat bezahlt oder unserem Ansehen entwprechend

behandelt werden und bejahen damit die Messbarkeit individueller Qualitäten



2. Was versteht man unter Korrelationsforschung und was unter

Komparationsforschung? (S. 85 f)



Korrelationsforschung: statistischer Zusammenhang von 2 oder mehreren Merkmalen von ein

und derselben Person, statistische Maßzahl für die Stärke des linearen Zusammenhangs zweier

Variablen ist der Korrelationskoeffizient (r), eine hohe Korrelation, selbst wenn sie signifikant

ist, darf nicht kausal interpretiert werden, da sie keine Informationen über die 4 möglichen

Kausalinterpretationen liefert:



13. X beeinflusst Y kausal

14. Y beeinflusst X kausal

15. X und Y werden von einer dritten oder weiteren Variabel kausal beeinflusst

16. X und Y beeinflussen sich wechselseitig



eine hohe Korrelation zwischen zwei Variablen ist nur eine notwendige, jedoch keine

hinreichende Vorrausetzung für kausale Abhängigkeiten



Komparationsforschung: Bestimmung der Ähnlichkeit zwischen 2 oder mehreren Personen, die

durch eine Reihe von Merkmalen charakterisiert sind  Personen werden nach ihrer

Ähnlichkeit in zB ähnliche Begabungs- Interessensschwerpunkten oder Risikogruppen

zusammengefasst



Bsp. Von Watson & Clark (1993):

Persönlichkeitsdimension (Hemmung vs. Enthemmung) + Subskalen:

Sorglosigkeit und antisoziales Verhalten

 mehr Sorglosigkeit ^= Konsument von legalen Drogen

 antisoziales Verhalten ^= Konsument von illegalen Drogen



3. Nennen Sie die 5 Hauptfragestellungen der differentiellen Psychologie und erklären

Sie sie kurz (S 80 f)



1) Differentiell-psychologische Methodenentwicklung

= Ausarbeitung und Evaluierung neuer Erhebungsmethoden und Gütekontrolle

von psychodiagnostischen Erhebungsmethoden

2) Variationsforschung

Ein Merkmal an vielen Personen

3) Korrelationsforschung



13

2 oder mehrere Merkmale an vielen Personen

4) Psychographie

Eine Person im Bezug auf viele Merkmale

5) Komparationsforschung

2 oder mehrere Personen im Bezug auf viele Merkmale



4. Was versteht man unter inter- und intraindividuellen Unterschieden? (S. 83 bzw. 50)



Werden um zeitliche und/oder situative Bedingungen erweitert



Intrasubjektive Unterschiede/Varianz: innerhalb einer Person zwischen verschiedenen

Zeitpunkten



Intersubjektvie Unterschiede/Varianz: zwischen Personen



5. Womit beschäftigt sich die Psychographie und wo ist der Unterschied in der

historischen und aktuellen Bedeutung? (S. 87)



= Beschreibung von Einzelindividuen

früher: die in auffälligem Maße fehlender bew. besonders ausgeprägten Merkmale (=

z.B. bei Künstlern, Politikern, …)

heute: Vollständigkeit der Beschreibungsdimension (z.B. Persönlichkeits- oder

Intelligenzprofile) wichtig



6. Wieso waren die Allgemeine und die Differentielle Psychologie zu Anfangs

„Konkurrenten“ und warum bilden sie heute ein komplementäres System? (S. 78)



Allgemeine Psychologie: befasst sich mit Gesetzmäßigkeiten, Mittelwertspsychologie

mit monothetischer Zielsetzung



Differentielle Psychologie: Erfassung individuelle Besonderheiten, idiographische

Zielsetzung, „Varianzpsychologie―



 heute nicht mehr Gegenpole: bei Allgemeiner Psychologie Betrachtung: ev.

Messfehler, die systematische Variationen enthalten  Aufklärung durch Differentielle

Psychologie



7. Was entwickelt die differentiell-psychologische Methodenentwicklung? Geben Sie

Beispiele! (S. 81 f)



Differentiell-psychologische Methodenentwicklung macht:

- Ausarbeitung und Evaluierung neuer Erhebungskontrollen

- Gütekontrollen

Beispiel: Raumvorstellungstest und große Leistungsdiff. Zwischen weiblichen und

männlichen Versuchspersonen

 Frage = Erfassung derselben Fähigkeitsdimension?

wenn nicht: Testleistungen nicht dimensionsbezogen, als Unterschiede im

räumlichen Vorstellungsvermögen interpretierbar

 Lösung = diverse Qualitätsprüfverfahren der differentiell-psychologischen

Methodenentwicklung anzuwenden

 Entwicklung eines neuen Tests: 3-dimensionaler Würfeltest 3DW auf der Basis eines

prohabilistischen Testmodells

14

8. In einer Arbeit wurde der Zusammenhang zwischen aktueller Prüfungsangst und

dem Prüfungsergebnis untersucht. Welcher Hauptfragestellung (nach Stern) ist

diese Arbeit zuzuordnen und warum? (S. 85)



Hauptfragestellung: Korrelationsforschung

= wie hängen Eigenschaften miteinander zusammen?

= 2 oder mehrere Merkmale + viele Personen



9. Erklären Sie die Varianzverteilung – Beispiel mit Körpergewicht (S. 84)



In der Variationsforschung: Prinzip der Varianzzerlegung, das zeigt wie Fragen nach

Kausalzusammenhängen untersucht werden können.



Zentrale Frage: nach dem Anteil der Gesamtvarianz



Bsp.: Körpergewicht (g) abhängig von:

 Körperhöhe (h)

 Körperfülle (f)

 Gesamtvarianz d. Körpergewichts (s²g)



Durchschnittsgewicht: 70 kg

unausgelesenen Gruppe und Varianz s²g= 64 kg

Ausgelesene Gruppe und Varianz (alle gleich groß) s²g/f= 33,28kg

>Varianz geht auf Unterschiede in Fülligkeit (Knochenstärke) zurück

Gesamtvarianz (64 – 33,28 = 30,72) lässt sich in 2 Komponenten zerlegen:

(30,72:64 = 0,48)

 48 % Körperhöhe

 52 % Körperfülle



Die Gesamtvarianz geht somit auf Lasten mehrerer Komponenten



10. Was ist das Forschungsobjekt der Variationsforschung und was sind ihre

wesentlichen Grundzüge?



 Man will wissen, wie sich Personen bzw. Personengrupen in einem Merkmal

unterscheiden (Varianz der Ausprägungen, Abstufungen und Beträge eines Merkmals)

(Wie man aus eigener Anschauung weiß, kann man heute MÜRRISCH drauf sein,

morgen GUT GELAUNT; eine Arbeit kann AM VORMITTAG und IN

GESELLSCHAFT gut erledigt werden, nicht aber ABENDS und ALLEIN...)

 Wichtig ist die zeitlichen und/oder situativen Bedingungen zu erweitern

 Es kann geprüft werden, in welchem Material in welcher Ausprägung systematische

inter- oder intraindividuelle Unterschiede feststellbar sind

 Das Prinzip der Vorgehensweise (Varianzzerlegung) zeigt wie in der Differetiellen

Psychologie Fragen nach Kausalzusammenhängen untersucht werden können



11. Nennen sie die wesentlichen wissenschaftlichen Voraussetzungen psychologischen

Diagnostizierens!



Bei allen Merkmalen (Eigenschaften, Variablen), die sich zur Charakterisierung von Menschen

eignen, muss es sich handeln um:





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a) quantifizierbare Merkmale handeln (präzise Definition und Messung

psychologischer Merkmale wie zB Ehrkichkeit)

b) eine Streuung der Merkmalausprägungen gegeben sein (Es entstehen kaum

Unterschiedlichkeiten, sprich Varianzen bei Fragestellungen)



12. Was sind die Hauptfragestellungen differentiell-psychologischer

Methodenentwicklung und nennen sie einige Beispiele?



 Querschnittbetrachtung (Unterschiede zwischen Personen zu einem gegebenen

Zeitpunkt)

 Längenschnittbetrachtung (Unterschiede innerhalb einer Person zu mehreren

Zeitpunkten bzw. Situationen)









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6 Biologische Psychologie

1. Welche elektrischen Auswirkungen gibt es im Gehirn während der

Aufmerksamkeit?

Oder Welche hirnelektrischen Begleiterscheinungen gibt es bei der Aktivierung?

(S. 101 f)



Aufzeichnung von rhythmischen Potentialschwankungen am menschl. Kortex nach

Hans Berger = Elektroenzephalogramm (EEG)

Berger konnte so gültige Fakten über den Zusammenhang zwischen Wellenformen des

EEGs und der Bewusstseinlage Aktiviertheit sichern

Zustand wacher Entspanntheit = α-Wellen = Frequenz von 10 Schwankungen / sec.

Bei jeder Erhöhung des Aktivierungsniveaus der Wellen durch kleinere rasche Wellen

ersetzt (ß-Aktivität)

Durch PC-Hilfe lassen sich versteckten Signale aus dem EEG herausholen

Mittelungstechnik so kann man eine objektive Audiometrie durchführen

Bei Bewegungen & Vorstellungen: Ereignis korrelierte Potentiale

- visuell evozierte Potentiale

- sematosensorisch evozierte Potenziale



2. Unterschied zwischen exzitatorischen und inhibitorischen Neurotransmittern

(S. 97)



Exzitatorische Neurotransmitter öffnen Natriumgates  Depolarisation (=

exzitatorisches postsynapischens Potential)

=EPSP  Erregungsniveau wird erhöht



Inhibitorische Neutrotransmitter öffnen Poren für Chlor  Hyperpolarisation (=

inhibitorisches postsynapisches Potential)

= IPSP  Erregungsniveau wird vermindert



3. Nennen Sie die 4 Faktoren der Ionentheorie der Erregung (S. 94 f)



- Na K Pumpe, die andauernd K+ ins Zellinnere und Na+ aus der Zelle befördern,

Membran der Nervenzellen ist im unerregten Ruhezustand für K+ Ionen

durchlässig

- K+ Ausstrom endet wenn der Ladungsunterschied so groß ist wie der durch den

Konzentrationsunterschied auf ein Ion einwirkende osmotische Kraft

- Ruhepotential ist also ein passiver physikalischer Vorgang

- Während einer Erregung wird die Membran kurzzeitig für Na+-Ionen

durchlässig, die dann nach innen strömen und das Ruhepotential in Richtung

Elektropositiviät verschieben

- Dabei kommt es zu einer begrenzten Öffnung des Na+-Kanals, wird ein

kritischer Schwellenwert überschritten wird die Sperrfunktion vollständig

aufgehoben, den dadurch entstehenden Spannungsspruch nennt man

Aktionspotential der fast 1/10 Volt erreicht









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4. Womit kann man psycho-physiologische Prozesse beeinflussen? (S. 99)



Mit Psychopharmaka

- spezifische Veränderungen durch Aktivierung eines bestimmten

Transmittersystems

- Agonisten (= ähnlich wie körpereigene Transmitter, oft sogar wirksamer)

- „Verstopfer―, der Schlösser ohne eine Erregung auszulösen



5. Beschreiben Sie das Funktionsprinzip des synaptischen Schlüssel-Schloss-Prinzips und

ihre Nutzanwendung in der Pharmakologie. (S. 98)



Transmittermoleküle (Schlüssel) gelangen an der Membran der Zielzelle zu

Proteindifferenzierungen (Schlösser) An diesen lagern sich sich an und verändern dadurch das

Erregungsniveua der nachgeschalteten Zelle in 2 Richtungen:



Exzitatorische Neurotransmitter öffnen Natriumgates  Depolarisation (=

exzitatorisches postsynapischens Potential)

=EPSP  Erregungsniveau wird erhöht



Inhibitorische Neutrotransmitter öffnen Poren für Chlor  Hyperpolarisation (=

inhibitorisches postsynapisches Potential)

= IPSP  Erregungsniveau wird vermindert



Die Pharmakodynamik untersucht die Gesetzesmäßigkeiten der Einwirkung eines Pharmakons,

wobei vor allem die Dosis-Wirkung-Beziehung von Bedeutung ist



Effektive Dosis ED50 = Definition sinnvoller Dosis-Kernwerte, von denen der wichtigste jene

Dosis ist, bei der die Hälfte aller Individuen einer sinnvollen Vergleichsgruppe die erwünschte

Wirkung zeigen



Dosis letalis 50 LD50 = Dosis wird als kritisches Kriterium gewählt und hat tödliche Folgen



Therapeutische Breite = Maß des Quotienten LD50/ED50 (z.B. bei Barbituraten sehr niedrig

und somit leicht zum Tod führen könnte)



Pharmakokinetische Toleranz = Verwendung zur Therapie von Angstzuständen und

Schlafstörungen und nach längerem Gebrauch Dosissteigerung nötig, um körpereigene

Abbauprozesse anzuregen



Therapeutischer Index = bei flacher Kurve und niedrigen Konzentrationen werden andere

Quotienten verwendet (wie LD 25/Ed25 oder LD05/ED95)



Die Pharmakokinetik befasst sich mit der Verteilung eines Pharmakons im Organismus und

den Gesetzesmäßigkeiten seiner Auscheidung



Clearance = Der Proportionaliätsfaktor dient als geeignete Kennzahl für die Elimination bei

hoher Plasmakonzentration (Spiegel nimmt ab)



Halbwertszeit t ½ = Abnahme der Konzentration innerhalb eines charakteristischen Merkmales

um jeweils die Hälfte





18

Sättigungsdosis = Die Dosis, durch welche bei einmaliger Verabreichung der therapeutisch

angestrebte Effekt erzielt werden kann



Erhalungsdosis = kontinuierliche Zuführung einer bestimmten Pharmakonmenge durch zB.

Infusion



6. Erklären Sie die 2 Regionen der neuronalen Informationsverarbeitung und die Synapse?

(S. 96)



In der Nervenzelle können 2 für die neuronale Informationsverarbeitung zuständige Regionen

unterschieden weren:

1) Inputregion (dendritische Zone) = Ort der Erregungsentstehung, an dem nervöse

Erregungen in den Sinneszellen entstehen oder von Interneuronen die nervösen Erregungen

anderer Nervenzellen aufgenommen werden



2) Outputregion (Axon) = hier werden die Aktionspotentiale gebildet und über neuronale

Informationen weitergeleitet



 Jedes Axon endet mit einer Synapse (Erregungsübertragung durch

Vermittlungssubstanzen, sg. Neurotransmitter) entweder an einer Muskel- bzw.

Drüsenzelle oder aber an einem weiteren Schaltneuron.



7. Erklären Sie die 4 Faktoren beim Ablauf von bioelektrischen Strömen nach Bernstein

(S. 94)



Beim Ablauf von „bioelektrischen Strömen“ geht man von 4 Fakten aus:



1) Der Innenraum einer Nervenzelle ist im unerregten Ruhezustand elektrisch negativ

geladen und die Spannungsdifferenz zur Zellumgebung (Ruhepotential) beträgt etwa 70

Tausendstel Volt

2) Im Zellinneren ist ein erheblicher Überschuss an Kalium-Ionen; in der Zellumgebung

eine erhöhte Konzentration von Natrium- und Chlorionen

3) Während einer nervösen Erregung verschiebt sich das negative Ruhepotential in

Richtung Elektropositivität (Depolarisierung der Zellmembran)

4) Während und nach einer Erregung ist die Konzentration von Natrium-Ionen im

Zellinneren deutlich erhöht









19

7 Sozialpsychologie

1. Was besagt die Selbstwerterhaltungstheorie von Tesser? (S. 114 f)



Wenn man die eigenen Leistungen mit den Leistungen anderer Personen vergleicht, so

kann das dem Selbstwert erhöhen (=Reflexionsprozess) oder senken

(=Vergleichsprozess).

 Veränderung abhängig von 3 Variablen: Leistungsqualität, psychologische Nähe zur

Vergleichsperson, persönliche Wichtigkeit/Relevanz der Vergleichsdimension.

 Zentrale Annahme = Variablen wurden so verändert, dass Selbstwert erhalten bleibt.

 3 Gruppen: - Wirkung von Nähe und Relevanz auf die Leistung

- Wirkung von Relevanz und Leistung auf die Nähe

- Wirkung von Nähe und Leistung auf die Relevanz



2. Welche Bedeutung hat die Variable Nähe für den Selbstwert? (114)



(der gesunde Menschenverstand besagt, dass man Freunden mehr hilft als Fremden, doch bei

unwichtigen Aufgaben hilft man Fremden mehr als Freunden und dann kann man sich im

„Glanz ihres Erfolges sonnen―)



3. Wieso kann die Selbstaufmerksamkeit auch ein Persönlichkeitsmerkmal sein? (S.

108)



Große individuelle Unterschiede im Ausmaß, in dem verschienen Menschen

gewohnheitsmäßig über sich selbst nachdenken = Stärke der dispositionellen

Selbstaufmerksamkeit



Gleiche Auswirkungen wie durch situative Reize bedingte Selbstaufmerksamkeit =

Hervorhebung von pos./neg. Diskrepanzen jeder Art zwischen Selbstideal und

Wirklichkeit.



4. Wie lassen sich die Selbstbilder und Diskrepanzen nach der Selbstdiskrepanztheorie

von Higgins erheben? (beschreiben Sie das Messinstrument) (S. 111 f)



1) Die 3 grundlegenden Selbstkonzepte (tatsächliches, ideales und gefordertes)

werden erklärt (dem Vpn)

2) Nennung für jedes Selbstbild von bis zu 10 Merkmalen + Ausprägung auf

Skalen von 1 bis 4

3) Diskrepanzenfeststellung durch Vergleich der Listen

 synonymer Widerspruch = unterschiedlicher Ausprägungsgrad

 antonymer Widerspruch = gegensätzliche Merkmale



Diskrepanz = [synonyme W. + (2 x antonyme W.) – Ensprechungen]









20

5. Was versteht man unter dem Reflexionsprozess in der Selbstwerterhaltungstheorie

von Tesser? (S. 114 f)



SEM-Theorie



Beeinflussung des Selbstwerts durch:

a. Selbstwertmindernder Vergleichsprozess: bei nahem Menschen mit überlegener

Leistung in einer relevanten Dimension setzt ein Vergleichsprozess ein der den

Selbstwert verringert

b. Selbstwertsteigender Reflexionsprozess: bei einem nahen Menschen mit

überlegener Leistung in einer irrelevanten Dimension setzt ein

Reflexionsprozess ein und erhöht den Selbstwert: „sich im Glanz der anderen

Person sonnen―



6. Einige Erkenntnisse zur objektiven Selbstaufmerksamkeit



- Wicklund geht davon aus, dass die Aufmerksamkeit entweder nach außen (auf

die Umwelt) oder nach innen (auf sich selbst) gerichtet sein kann

- objektive Selbstaufmerksamkeit: Aufmerksamkeit auf die eigene Person

- dadurch entstehen Diskrepanzen zwischen Selbst-ideal (Anspruchsniveau in

verschiedenen Bereichen) und dem realistischen Selbstbild. Diese Diskrepanzen

sind meist negativ besetzt – je größer die Erwartungshaltung, desto größer die

Gefahr von unangenehmen Emotionen, die zu einer Verminderung des

Selbstwertes führen

- Man setzt voraus, dass objektive Selbstaufmerksamkeit Diskrepanzen jeder Art

zwischen Selbstideal und Wirklichkeit hervorheben (wenn eine positive

Diskrepanz vorliegt, entstehen positive Emotionen u. eine positive

Selbstbewertung









21

8 Psychologische Diagnostik

1. Nennen Sie die Vor- und Nachteile des multiple-choice-Antwortformats. (S. 130)



(+) höhere Objektivität

(-) hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Tp (Testperson) die richtige Antwort errät, ohne

fähigkeitsmäßig kompetent zu sein

(+) „praktischer― als freies Antworten



2. Nennen Sie die Vor- und Nachteile von Gruppenverfahren im Vergleich zu

Einzelverfahren (S. 12p)



GV (Gruppenverfahren):

früher vor allem höhere Ökonomie> durch Computerdiagnostik ist dieser Vorteil

hinfällig,

+ heute durch PC höhere Objektivität

+ man kann mehrere Personen gleichzeitig testen

- Gefahr, dass sich Tp gegenseitig stören

EV (Einzelverfahren):

+ mehr Information aufgrund besserer Beobachtungsmöglichkeit

+ Tp können sich nicht gegenseitig ablenken/stören

- Zeitaufwendig, wenn man mehrere Tp mit dem Einzelverfahren testet als mit

Gruppenverfahren



3. Skizzieren Sie das Problem von speed-and-power-Tests (S. 130)



Beim speed-and-power-Test wird nicht nur eine bestimmte Fähigkeit erfasst, sondern

auch die Umsetzungsgeschwindigkeit. Doch im Falle sehr schlechter Testleistungen

kann nicht geklärt werden, ob ein Mangel an Fähigkeit, Schnelligkeit oder an beiden

verantwortlich ist.



4. Wie lauten die Gütekriterien psychologisch-diagnostischer Verfahren excl.

Validität, Reliabilität, Objektivität? (S. 127)



NS ZUFall



Normierung (aktuelles und zutreffendes Bezugssystem zur Relativierung des individuellen

Testergebnisses)

Skalierung (Verhaltensrelationen zwischen verschiedenen Personen oder Bedingungen)

Zumutbarkeit (Schonung der Tp in zeitlicher, psychischer und körperlicher Hinsicht)

Unverfälschbarkeit (Der Tp soll nicht möglich sein Informationen zu manipulieren)

Fairness (keine Diskriminierung bestimmter Tp aufgrund ethnischen oder soziokulturellen

Gruppenzugehörigkeiten)



5. Was bedeutet Validität, Reliabilität, Objektivität?



Validität = Gültigkeit

(eine Wahl ist immer gültig)



Reliabilität = Genauigkeit

(ein Reh springt immer genau 1m lang)



22

Objektivität = Unabhängigkeit

(ein Objekt ist immer unabhängig vom Subjekt)



6. Welche Aufgabenbereiche der Psychologischen Diagnostik gibt es innerhalb der

Wirtschaft? (S. 125)



- Berufsberatung

- Bewerberauswahl

- Auswahl von Führungskräften

- Mitarbeiterbeurteilung

- Feststellung der Wehr- und Flugeignung



7. Erklären Sie die Idee hinter psychologischen Tests (S. 121)



Ein psychologischer Test erhebt unter standardisierten Bedingungen eine

Informationsstichprobe über die Testperson.

Durch systematisch erstellte Fragen/Aufgaben sollen interessierende Verhaltensweisen

oder psychische Vorgänge ausgelöst werden. Die standardisierten Bedingungen sollen

mögliche Störeffekte ausschalten.



8. Die Idee der projektiven Verfahren (S.128)



Typischer Repräsentant dieses Verfahrens: Rorschach-Form-Deute-Verfahren



Absicht: Kenntnisse über die Persönlichkeit einer Tp durch mehrdeutiges (Test-) Material in

das diese eigenen Gefühle, Gedanken und Einstellungen einbringt. Da das projektive Verfahren

manche Gütekriterien nicht erfüllen kann kommt im bloß hypothesengenerierende Bedeutung

zu



9. Skizzieren sie die Systematik psychologisch-diagnostischer Verfahren!



Abgesehen von den Verfahren:

1) Sammlung der typischerweise mit dem gegebenen Sachverhalt in Verbindung

stehenden Informationen

2) Entscheidungsorientiertes Gespräch

3) Systematische Verhaltensbeobachtung (damit werden simplifizierend Tests gemeint)



10. Bisets Begriff der Intelligenz zielt auf die Lösung von Problemen des täglichen

kindlichen Lebens ab. Geben sie Beispiele von Testaufgaben, mit denen er

psychologisches Diagnostizieren betrieb!



Skala: 30 Aufgaben mit Schwierigkeitsgraden, an 50 „normalen― und 30

„schwachsinnigen― Kindern geeicht

Bsp: für 8—jährige gedacht waren Aufgabe, wie: Das Kind kann den Unterschied zwischen

zwei bestimmten Gegenständen aus dem Gedächtnis erklären, es kann rückwärts von 20 bis 0

zählen, es kennt das Datum des Tages der Untersuchung, es spricht fünf vorgesagte Zahlen

nach, bemerkt Auslassungen in einem unvollständigen Bild









23

9 Klinische Psychologie

1. Nennen Sie die Aufgaben der Klinischen Psychologie (S. 136 f)



 Beschreibung der Störungen (Pathopsychologie)

 Erklärung der Störungen

 Ordnung der Störungen

 Diagnostische Erfassung

 Analyse und Beeinflussung der Kontextbedingungen

 Psychologische Intervention



Die Pathopsychologie ist die psychologische Störungslehre (psychologische Modelle werden

zur Erklärung und Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen und Reaktionen

auf körperliche Erkrankungen herangezogen)





2. Erklären und beschreiben Sie das biopsychosoziale Rahmenmodell



Von Engel: Dynamische Einheiten und Komponenten die sich wechselseitig beeinflussen. Es

wird als hierarchisch aufgebaut verstanden:



- physikalische Systeme

- organische Systeme

- personale Systeme

- soziale Systeme

- kulturelle & gesellschaftliche Systeme

- Biosphäre (komplexeste Ebene)



 geht von der Beteiligung biologisch-organischer, psychischer & soziokultureller

Faktoren und Prozesse aus

 nimmt komplexe interaktive Kausalbeziehungen an

 Forschung & Behandlung erfolgt in interdisziplinär orientierten Einrichtungen



3. Welcher Name steht mit dem biopsychosozialen Modell in Verbindung?



1979 versuchte der Psychosomatiker Engel als 1. ein System dynamischer Einheiten

und Komponenten zu beschreiben, die sich wechselseitig beeinflussen.



4. Erklären Sie die folgenden Begriffe (S. 143 f):



- Nosologie = systematische Beschreibung und Lehre von Krankheiten

- Epidemiologie = Untersuchung von Häufigkeit & Verbreitung psychischer

Erkrankungen und deren Determinanten

- Klassifikation = Strukturierung psychopathologischer Phänomene

- Ätiologie = Lehre von der Krankheitsursachen bzw. die Gesamtheit der

Faktoren, die zu einer bestehenden Krankheit geführt hat









24

5. Welche Möglichkeiten der chemischen Beeinflussung psychischer Zustände gibt es?

(S. 151)



Psychopharmaka (beeinflussen den Neurotransmitterstoffwechsel im Gehirm &

regulieren somit die neuronale Erregungsübertragung an den Synapsen)



5 Gruppen: - Neuroleptika (Antipsychotika)

- Antidepressiva

- Tranquilizer

- Stimulantien

- Nootropika



6. Erklären Sie die Begriffe Prävention und Gesundheitsförderung und dessen

Unterschiede (S. 149)



Gesundheitsförderung

Ermöglichung von höheren Maß an Selbstbestimmung über die Gesundheit &

Befähigung zur Gesundheitsstärkung für alle Menschen

Zielgruppe = gesamte Bevölkerung



Prävention

Alle zielgerichteten Maßnahmen, die eine bestimmte gesundheitliche Schädigung

verhindern, weniger wahrscheinlich machen oder verzögern / gezielte Vermeidung von

Krankheiten durch Reduktion von Belastungen & Risiken.

Zielgruppe = Risikogruppen



7. Nennen und erklären Sie die Gegenstandsbereiche der Klinischen Psychologie (S.

135 f)



 Psychische Störungen

Beeinträchtigungen der normalen Funktionsfähigkeit des

menschlichen Erlebens & Verhaltens

 Psychische Aspekte körperlicher Erkrankungen

Psychische Vorgänge, die mit semantischen Erkrankungen

zusammenhängen

 Psychische Krisen

Belastungsreaktionen, die durch äußere Umstände ausgelöst und

sich beeinträchtigend auf die Psyche auswirken

 Pathopsychologie, Psychodiagnostik & Psychologische Intervention

Erklärung der Entstehung & Aufrechterhaltung psy. Störungen,

Erfassung der aktuellen Störung, Behandlung

 Klinisch-psychologische Intervention

Professionelle psy. Hilfe zur psychischer, semantischer und soz.

Beeinträchtigung









25

10 Wirtschaftspsychologie

1. Reicht es, im Haushalt eine Person über die gemeinsamen Hauptentscheidungen

zu befragen? (S. 173)

Argumentieren Sie Ihre Antworte



Nein, es reicht nicht.

Beispielweise zeigten Auskünfte eines Partners über das Verhalten des anderen nur

geringe Übereinstimmung.

 Aussagekraft der Befragungsmethoden ist drastisch eingeschränkt.



2. Warum wenden Partner bei gemeinsamen Kaufentscheidungen Taktiken an, und

welche gibt es?



Weil anzunehmen ist, dass zumindest zwei Ziele verfolgt werden, wendet man verschiedenen

Taktiken an um das eigene Ziel zu erreichen.



 Positive Emotionen (schmeicheln)

 Negative Emotionen (drohen)

 Hilflosigkeit (weinen)

 Körperlicher Druck (zwingen)

 Falsche Tatschen vorspielen (Infos unterdrücken)

 Trade-offs (Erinnerung an vergangene Gefälligkeiten)



3. Warum ist Arbeitszufriedenheit durch die Frage „Wie zufrieden sind Sie in Ihrem

Beruf?“ nicht messbar? (S. 164 f)



Stark situationsabhängige Antwort

Gleiche Antwort = unterschiedliche Meinung, weil sehr subjektive Bedeutung von

„zufrieden―

= abhängig vom Anspruchsniveau der Person

 verschieden Arten der Zufriedenheit



Es lassen sich unterschiedliche Formen von Arbeits(un-)zufriedenheit unterscheiden:



a) stabilisierte Arbeitsunzufriedenheit (Bedürfnisserfüllung und

Anspruchsveränderung)

b) progressive Arbeitszufriedenheit (alle Bedürfnisse werden erfüllt, aber einer

Person hebt ihre Ansprüche)

c) resignative Arbeitszufriedenheit (unbefriedigte Bedürfnisse in der Arbeit)

d) konstruktive Arbeitsunzufriedenheit (Anspruchsniveau wird gehalten,

Situationsveränderung wird versucht)

e) fixierte Arbeitsunzufriedenheit (weder Anspruchsniveau noch Situation wird

verändert)

f) Pseudoarbeitsuzufriedenheit (durch verfälschte Sinneswahrnehmung kommt

man zum Schluss, die Arbeit sei nicht ganz so schlecht)









26

4. Arbeitnehmer, die „hohe Arbeitszufriedenheit“ berichten, bringen nicht immer

hohe Arbeitsleistung und andersrum. Warum ist im Allgemeinen der

Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit & Arbeitsleistung nicht sehr hoch?

(S. 163)



Fehlen der empirischen Bestätigung der Zusammenhänge: Ursprung in der schwierigen

Messung der Arbeitszufriedenheit



Aber: Zusammenhang noch geringer bei besonderen Arbeitsbedingungen:



2) Wenn am Fließband gearbeitet wird, ist weniger die Zufriedenheit als das Tempo des

Bandes für die Leistung ausschlaggebend

3) An der Börse sind generelle Trends wichtiger als die Performance und Zufriedenheit

der Markler



Die Leistung bei Hilfsarbeitertätigkeit hängt weniger von deren Zufriedenheit ab, als die

Leistung von Angestellten, die mehr Autonomie und Eigenverantwortung haben.

Trotzdem: Unzufriedene Mitarbeiter neigen eher zu Sabotage & Bindung mit dem

Unternehmen sinkt.



5. Erklären Sie das OAS-Systems von Hacker und was Experten von ! (S. 160)



OAS = Operatives Abbildsystem



- Mentale Repräsentation der Tätigkeit / das innere Modell des Ziels und des

Aktionsprogramms

- Arbeitsergebnisse (gewünschte Zielvorgaben)

- Ausführungsbedingungen (das Wissen der Rohstoffe o. Funktionsweisen von

Maschinen)

- Transformationsbeziehungen (Eingriffspunkte in den Produktionsprozess,

subjektive Freiheitsgrade, Steuerungstätigkeiten zur Überführung des Ist- in den

Soll-Zustand...)

- muss differenziert & korrekt sein, damit ein Ziel effizient erreicht werden kann



Die Qualität des OAS ist genau jener Aspekt, der Experten von durchschnittlich

leistungsfähigen Personen unterscheidet.



5 . Was versteht Hacker unter Regulationsebenen und welche gibt es?



Hacker unterscheidet

a) Antriebsregulation (= willens mäßige Ausrichtung auf das Ziel, Motivation der

Arbeitenden)

b) Ausführungsregulation (= Steuerung der Handlungen, einzelne

Handlungsschritte aufeinander abstimmen)

Weitere unterscheidung in 3 Ebenen dieser Steuerung:



a) sensumotorische Regulationsebene (Es werden Handlungen durch das

Zusammenspiel von Bewegungen und Sinnesempfindungen gesteuert)

b) perzeptiv-begriffliche Ebene (Handlungssteuerung erfolgt über

Signalwahrnehmung und die begriffliche Benennung verschiedener Zustände)

c) intellektuelle Regulationsebene (Handlungen werden durch Denkprozesse

gesteuert)

27

6. Welche verschiedenen Formen der Arbeitszufriedenheit unterscheiden Bruggermann

(S. 165)



 Stabilisierte Arbeitszufriedenheit

Bedürfnisse erfüllt – Ansprüche unverändert

 Progressive Arbeitszufriedenheit

Bedürfnisse erfüllt – Ansprüche angehoben

 Resignative Arbeitszufriedenheit

Bedürfnisse nicht erfüllt – Ansprüche gesenkt

 Konstruktive Arbeitsunzufriedenheit

Bedürfnisse nicht erfüllt – Ansprüche unverändert – Situation

verändert

 Fixierte Arbeitsunzufriedenheit

Bedürfnisse nicht erfüllt – nichts geändert

 Pseudoarbeitszufriedenheit

Bedürfnisse nicht erfüllt – Situation unverändert - verzerrte

Situationswahrnehmung – Situation ok



7. Was sind Marketinginstrumentationen?



Zur Erreichung eines Marketingzieles steht den Betrieben ein Bündel von Maßnahmen zur

Verfügung:



PRODUKTPOLITIK:



 Änderung von Eigenschaften bestehender Produkte/Dienstleistungen

 Entwicklung neuer Produkte/Dienstleistungen

 Produkte haben einen Grund- und Zusatznutzen

 Grundnutzen besteht in der zentralen Funktion eines Produkts (Auto dient also der

Mobilität)

 Zusatzunutzen umfasst Funktionen, die über den Grundnutzen hinausgehen (sportliches

Image des Autos)

 Irradiationsphänomen lt. Spiegel (Marke (Image der Marke) strahlt auf die

Wahrnehmung und Beurteilung des Produktes über: rot lackierter Kühlschrank wird

schlechter beurteilt als grün-blau lackierter, weil Rot als warme Farbe scheinbar

schlechter kühlt)



PREISPOLITIK:



 Preisgestaltung eines Gutes/einer Dienstleistung

 Preis des Gutes stellt das monetäre Äquivalent einer Leistung

 Preis-Qulitäts-Illusion – billige Produkte seien weniger Wert, teure Produkte besitzen

hohe Qualität

 Bestimmt Angebot und Nachfrage

 Nachfage ist eine inverse Funktion des Preises (Nachfragegesetz), Angebot ist vom

Preis abhängig

 Oft steigt nach einem Preisanstieg die Nachfrage sogar, weil

a) die Konsumenten hinter der Preiserhöhung eine Qualitätssteigerung vermuten

b) der Erwerb teuerer Güter „snob appeal― verspricht

c) Preiserhöhungen die Befürchtung aufkommen lassen, die Preise können wieder

steigen (Vorratskäufe)

28

DISTRIBUTIONSPOLITIK:



 heterogenste Entscheidungsbereich im Marketing

 alle Maßnahmen zur Versorgung der Verbraucher bzw. Verwender mit

Waren/Dienstleistungen

 Übereinstimmung zwischen Firmenimage, Geschäftsimage, Image der gewählten

Handelsorganisation, Art des Verkaufs über Versandhäuser,Supermärkte...



KOMMUNIKATIONSPOLITIK:



 Alle Maßnahmen eines Unternehmens mit dem Ziel Info über das Angebot und das

Marketing des Unternehmens zu vermitteln

 Empfänger im Dienste des Marketing sollen beeinflusst werden

 Werbung ist das wichtigste Instrument der Kommunikationspolitik

 Werbung ist ein psychologisches Phänomen, kein ökologisches

 Gemeinsame Darbietung von Produkt und emotionalen Reizen: Produkt mit Gefühl

verbunden (emotionale Konditionierung)









29

11 Bildungspychologie

1. Die verschiedenen Betrachtungsebenen. (S. 178)



MAKROebene = Gesamtsysteme & ihre Rahmenbedingungen



MESOebene = Institutionen & ihre Rahmenbedingungen



MIKROebene = Individuelle Lernbedingungen



2. Was ist selbstregulierendes Lernen? (S. 186 f)



 Selbstregulation = Fähigkeit, eigene Lernprozesse zielführend zu gestalten



Boekaerts = enge Beziehung der 3 Regulationsebenen:

- kognitive Strategien (Regulation des Verarbeitungsmodus)

- metakognitiven Strategien (Wissen um das eigene Lernen)

- motivale Regulation (Ziel- Ressourcenmanagement)



 flexibles Repertoire an lernrelevanten Verhaltensstrategien



3. Die 4 Strukturdimensionen der Bildungspsychologie. (S. 179)



Die Aufgabe der Instanzen ist die Betrachtung der Population



 chronologischer Einfluss von Bildungsinstanzen

 Betrachtungsebenen

 Aufgabenbereiche der Bilddungspsychologie

 Zielpopulationen ((Lernprozesse und Lernbedürfnisse behinderter Menschen, mit

Lern- und Leistungsstörungen, Teilleistungsstörungen, Konzentrationsprobleme,

Personen mit nicht deutscher Muttersprache, Sonder- und Heilpädagogen,

ErzieherInnen, LehrerInnen...)



Inhaltsfelder der Bildungspsychologie können hier strukturiert geordnet werden,

natürlich sind manche Themenbereiche stark frequentiert & andere unterrepräsentiert;

es gibt auch keine strikte Trennung der einzelnen Modelle



4. Was versteht man unter metakognitiven Strategien? (S. 188)

Nennen Sie auch Beispiele dafür



= Wissen über das eigene Lernen; dienen der Steuerung des Lernverhaltens; Strategien

höherer Ordnung



Beispiele:

- Planung (des Lernziels & der zur Zielerreichung erforderlichen Mittel)

- Überwachung (des Lernfortschritts)

- Steuerung (Korrektur des Lernverhaltens)

- Evaluation (Bewertung der Zielerreichung)









30

5. Wie kann man Selbstregulierendes Lernen in der Schule vermitteln und was

müssen dabei die Lehrenden beachten? (S. 189 f)

Instruktionsprinzipien für die Vermittlung von Selbstreg. Lernen

- Vermittlung der relevanten Strategien

- Vermittlung des konditionalen Wissens

- Einübung von Strategien

- Pädagogische Anleitung

- Arbeit in kooperativen Kleingruppen

- Verwendung verschiedener Anforderung & Handlungskontakte

(!) Fortschritte registrieren & rückmelden

Anregung geben,

unterstützend handeln, Anleitung sukzessive ausblenden

Lernende nicht vollkommen kontrollieren (Autonomie gewährleisten)



6. Erklären Sie die Aufgaben der Bildungspsychologie. (S. 184 f)



- Forschung

Bildungsprozesse beschreiben & verstehen

Kriterien für Beratungsempfehlungen vorgeben

Hinweise für die Gestaltung von Präventions- & Interventionsprogramme liefern

Entwicklung von Konzepten zur Optimierung der Bildungsgeschehens

- Beratung

Individual-, Organisations- und Systemberatung

- Prävention & Intervention

Aktiver Eingriff in bildungsrelevante Prozesse & Strukturen

- Bildungscontrolling

Singuläre Evaluationsaufträge & kontrollierende & beurteilende

Evaluationsprozesse



7. Was sind Bezugsnormen und welche gibt es? (S. 194)



= jegliche Art der Leistungsbeurteilung benötigt einen Vergleichsmaßstab, denn sonst sagt eine

Leistung nicht aus.

Es gibt:



 Soziale Bezugsnorm: Leistungen einer Person werden mit denen von

Klassenmitglieder unterschieden (in der Schule die häufigste Form)

 Individuelle Bezugsnorm: zeitlicher Vergleich eines Ergebnisses

 Sachliche Bezugsnorm oder kriteriale Bezugsnorm: anhand sachlich verankerter

Kriterien



8. Welche lernrelevanten Verhaltensstrategien gibt es? (S. 187)



Kognitive Strategien

 Memorierstrategien (Einprägen durch Wiederholen; Auswendiglernen)

 Elaborationsstrategien (Paraphrasieren; Zusammenfassen; Analogisch herstellen)

 Organisationsstrategien (Herausarbeiten zentraler Ideen; Zusammenhänge zu anderen

Themen herstellen)









31

Metakognitive Strategien (Wissen über das eigene Lernen)

 Planung (des Lernziels und der zur Zielsetzung erforderlichen Mittel)

 Überwachung (des Lernfortschritts)

 Steuerung (Korrektur des Lernverhaltens)

 Evaluation (Bewertung der Zielerreichung)



Motivationale Regulation (Ziel und Ressourcenmanagement)

 Selbständige Setzung von Lernzielen

 Adäquates Zeitmanagement

 Erschließung und Nutzung externer Ressourcen (Medien, Materialien, Personen)

 Gestaltung einer geeigneten Lernumgebung

 Idealprozess des selbstregulierten Lernens:

- Lernende setzen sich selbst ZIELE, die sie als persönlich bedeutsam erachten

und überzeugt davon sind, durch eigenes Lernen diese Ziele zu erreichen

- Konditionales Wissen ist das Wissen über die Anwendungsbedingungen von

Lernstrategien

- Erfolg der Lernhandlung und Evaluation (Erfolge und Misserfolge)

Motivation, die schwierige Lebensphasen zu überstehen hilft (Selbstbelohnungen...)









32

12 Forschungsmethoden und Evaluation

1. Standards bei Forschungsmethoden (S.202)



Insgesamt 30 Standards, die in 4 Gruppen zusammengefasst sind:



1. Nutzen-Standards (Utility) = Evaluationen sollen die Bedürfnisse der Öffentlichkeit

nach praktisch verwertbarer Information befriedigen. Die Ergebnisse der Evaluation

sollen so aufbereitet werden, dass potentielle Nutznießer davon profitieren können.

2. Machbarkeits- od. Durchführbarkeitsstandards (Feasibility) = Evaluationen sollen unter

natürlichen (Feld)Bedingungen unter möglichst ökonomischer Verwendung von

Ressourcen, Material, Zeit, Personen,... durchführbar sein.

3. Standards für ethisches Vorgehen (Propriety) = Evaluationen sollen den Schutz der

individuellen Rechte garantieren

4. Genauigkeitsstandards (Accuracy) = Evaluationen sollen durch methodisch

„saubere― Durchführung fundierte, verwertbare Informationen liefern und es damit

gestatten, Programme bzw. Maßnahmen hinsichtlich ihrer Vor-/Nachteile zu bewerten.



Bei jedem einzelnen Forschungs- bzw. Evaluationsprojekt ist zu entscheiden, welche

der Standards bedeutsam und zu berücksichtigen sind.



2. 4 Sätze, erkennen ob sie wissenschaftliche Hyp. sind (S. 198)



Damit eine Behauptung als wissenschaftliche Hypothese gilt, muss sie 3 Kriterien

erfüllen:

 Allgemeine Gültigkeit, über den Einzelfall hinausgehende Behauptung

aufstellen (All-Satz)

 Muss in die Form eines Konditionalsatzes transferierbar sein

(wenn - dann, je - desto)

 Muss durch Erfahrungsdaten widerlegbar sein (Falsifizierbarkeit)

+ „Mit der Höhe des Alkoholspiegels sinkt die Reaktionsfähigkeit―

- „Ich glaube, Kinder sollten weniger Fernsehen―



3. Arten von Stichprobenziehung (S.208)



Für die Stichprobenziehung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

 echte Zufallsstichprobe

 anfallende Stichprobe

 geschichtete Stichprobe

 Klumpenstichprobe

 Quotenstichprobe



echte Zufallsstichprobe: jedes einzelne Element der Zielpopulation muss bekannt sein

und die gleiche Wahrscheinlichkeit haben in die Stichprobe zu gelangen. Diese

Vorraussetzungen werden, außer bei kleinen und sehr speziellen Populationen i. a. nicht

erfüllt

anfallende Stichprobe: es werden aus der Population der z.B. Volkschulkinder

„irgendwelche― Volkschüler untersucht









33

geschichtete Stichprobe: Die Zielpopulation wird aufgrund von Vorkenntnissen über die

Verteilung des interessierenden Merkmals in Teilpopulationen (so genannte Schichten)

unterteilt. Aus jeder dieser Teilpopulation werden dass gleich große

(Zufalls)Stichproben gezogen . Generell ist anzuraten, Schichtungen nur nach leicht zu

erfassenden Merkmalen durchzuführen (z.B.: nach Alter, Geschlecht,...)

Klumpenstichproben: Werden dann gezogen, wenn sich die Population in natürliche

Gruppen (Klumpen) gliedert. Diese Klumpen sind innerhalb sehr unterschiedlich

(heterogen; z.B. Hinsichtlich der Leistungen der Schüler), unterscheiden sich jedoch

relativ wenig voneinander (zueinander homogen; so ist vermutlich die

Leistungsverteilung der Schüler in Schule A im Bezirk Amstetten sehr ähnlich zur

Leistungsverteilung in Schule B im Bezirk Zwettl)

Das ziehen von Klumpenstichproben ist i. a. sehr ökonomisch.

Quotenstichproben: Werden entsprechend der prozentualen Verteilung (Quoten)

relevanter soziodemographischer Kenngrößen gemäß Volkszählungsdaten gezogen.

Solche soziodemographischen Kenngrößen sind z.B. Alter, Wohnort, abgeschlossene

Ausbildung,... Vor allem Meinungsumfragen werden an Quotenstichproben

durchgeführt.



4. Wie heißen die Evaluationsmodelle (-konzepte) (S. 200)



Unterscheidung von Evaluationskonzepten (sogenannte „Evaluationsmodelle―)

- formative Evaluation

(dient der Begleitung eines Programms o. einer Maßnahme mit dem Ziel der

laufenden Optimierung)

- summative Evaluation

(dient der Bewertung von Qualität und Einfluss bereits abgeschlossener Programme)



Baseline-Erhebung bei umfangreichen Maßnahmen bzw. Programmen zur Beschreibung der

Ausgangslage

- prospektive Evaluation (zur Bewertung der Programmkonzeption)

- Evaluation der Programmeffizient (Kosten- Nutzen- Relation)



10.Nennen sie die häufigsten Evaluationsobjekte (S. 204)



- Personen

- Umgebungsfaktoren

- Produkte

- Techniken/Methoden

- Programme/Maßnahmen

- Systeme/Strukturen

- Zielvorgaben

- Forschungsergebnisse









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