Embed
Email

La Guerra Civil Espa�ola

Document Sample
La Guerra Civil Espa�ola
Shared by: HC11120320215
Categories
Tags
Stats
views:
34
posted:
12/3/2011
language:
Spanish
pages:
26
LW SE WS Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina

2009/2010









LW SE La Guerra Civil Española

Ao.Univ.-Prof.

Mag. Dr.phil.

Erna Pfeiffer



Vergangenheitsrekonstruktion

unter dem Aspekt des

Verdrängens, Vergessens und Erinnerns

bei Javier Cercas‘ und David Truebas

Soldados de Salamina









Marlene Rebecca Gumhold

Matr.nr. 0511593

marlene.gumhold@gmail.com

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina









II

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina









Inhaltsangabe





1 Einleitung ............................................................................................................................ 1



2 Der lange Weg zur Erinnerungsarbeit in Spanien .............................................................. 3



2.1 Der erste Schritt zur Manipulation: die Erinnerungspolitik der Diktatur Francisco

Francos von 1939 bis 1975 ..................................................................................................... 3



2.2 Der Konsens des Schweigens als Dogma der Transition ............................................. 5



2.3 Das neue Jahrtausend: vom Pfad des Vergessens zum Weg der Wahrheit ................ 7



3 Gedächtnis und Erinnerung, Vergessen und Verdrängen: Vergangenheitsrekonstruktion

in Soldados de Salamina ............................................................................................................. 9



3.1 Kommunikation und Medien als Vermittlungsinstanzen im Erinnerungsprozess .... 10



3.2 Vergessen, Verdrängen und Verschweigen............................................................... 14



3.3 Erinnerung als Versöhnung und Fortbestand des Lebens in Soldados de Salamina 17



4 Schlusswort ...................................................................................................................... 20



5 Quellenangabe ................................................................................................................. 21



5.1 Bibliographie .............................................................................................................. 21



5.2 Webliographie ........................................................................................................... 22









I

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina







1 Einleitung



Der Spanische Bürgerkrieg hat in den Köpfen der Menschen nicht nur Bilder des Grauens,

der Verzweiflung und der Trauer hinterlassen, sondern auch einen hohen Grad an Zweifeln,

da sich nach dem Tod Francisco Francos 1975 der Mantel des Schweigens über die nationale

Katastrophe gelegt hat. Die Regierung der Transition ist gemeinsam mit dem

Thronprätendenten des Franco-Regimes, dem heute noch regierenden König Juan Carlos de

Borbón, einen Konsens eingegangen, welcher den blutigen „Bruderzwist“ zwischen

Faschisten und Republikanern totgeschwiegen hat: Statt Erinnerungsarbeit und Aufarbeitung

des nationalen Traumas wurde die kollektive Verdrängung zum Credo des demokratischen

Neubeginns. Dieses von der Regierung verhängte Vergessen konnte mittels politischer

Unterstützung seitens der rechtspopulären Volkspartei Partido Popular bis ins 21.

Jahrhundert aufrecht erhalten werden, obwohl bereits langsam gesellschaftliche Initiativen

zur Aufarbeitung des Krieges und zur Suche nach Schuldigen ins Rollen kamen. Seit einigen

wenigen Jahren erfährt die Erinnerungsarbeit in Spanien nun einen Aufschwung, welcher

wohl für Opfer und Täter während der Transition kaum denkbar gewesen wäre:

Massengräber werden ausgehoben, Gefallene und Exekutierte exhumiert; die Ära der

(offiziellen) memoria histórica wurde somit eingeläutet. Dieses primär gesellschaftliche

Bemühen um Auf- und Verarbeitung des Kriegsdramas hinterlässt auch in der Literatur des

letzten Jahrzehnts einen symbolischen Fußabdruck – eine Entwicklung, die in der

vorliegenden Arbeit im literarischen Werk Soldados de Salamina von Javier Cercas und der

filmischen Adaptation von David Trueba untersucht werden soll.







Um der Arbeit mehr Authentizität zu verleihen und gleichermaßen die Motivation für die

Tabuisierungsstrategie der Transitionsperiode besser verstehen zu können, soll der Fokus

des ersten Teils dieser Arbeit auf dem historischen Hintergrund – also dem Wandel von der

Manipulation der Geschichte und der Erinnerung unter Francisco Franco zum „Pakt des

Schweigens“ während der transición bis hin zum „Ley de Memoria Histórica“ – liegen. Es sind

besonders die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Spanien der letzten 35

Jahre, welche in diesem Zusammenhang von Belang sind. Der weitere Teil beschäftigt sich





1

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



mit den Konzepten von Gedächtnis und Erinnerung, die in der Literatur- und

Kulturwissenschaft vermehrt zum Tragen kommen, sowie mit einzelnen Überlegungen zu

Verdrängungstendenzen und Erinnerungsarbeit. Zugleich soll mithilfe einzelner Text- und

Filmpassagen aus Soldados de Salamina versucht werden, die Theorien mit den medialen

Darstellungen zu vergleichen und sie zu erklären. Die Historie zusammen mit dem kurzen

Exkurs zu Gedächtnis- und Erinnerungstheorien soll auch helfen, das kollektive Beschweigen

der Guerra Civil Española besser verstehen zu können und das Verhalten der Figuren in Buch

und Film nachvollziehbar zu machen. In diesem Sinne soll die spanische Vergangenheit

rekonstruiert und Tendenzen aufgezeigt werden, die zur Bewältigung der traumatischen

Erlebnisse von 1936 bis 1939 beitragen.









2

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina









2 Der lange Weg zur Erinnerungsarbeit in Spanien





2.1 Der erste Schritt zur Manipulation: die Erinnerungspolitik der Diktatur

Francisco Francos von 1939 bis 1975



Mit dem Aufstieg Francisco Francos zum Caudillo Spaniens endet einer der vielleicht

blutigsten und dramatischsten Kriege auf spanischem Boden: der Spanische Bürgerkrieg

zwischen den zu dieser Zeit in ganz Europa aufstrebenden Faschisten und den

Republikanern, die für die Erhaltung der Zweiten Republik nach der Diktatur José Antonio

Primo de Riveras kämpften. Der Ausgang des Krieges ist bekannt: Es kam zu einer der

längsten Diktaturen auf unserem Kontinent. War der Krieg durch physische Gräueltaten

gekennzeichnet, kam es nun jahrzehntelang zu psychologischer, ja man könnte sogar sagen

zu ideologischer Folter im Sinne des Regimes. Dies zeichnete sich in Form der sogenannten

damnatio historiae, also einer Verdammnis der Geschichte, als Primärziel in der

systematischen Eliminierung der kulturgeschichtlichen Historie des Landes in allen Bereichen

ab:





*…+ *F+ísicamente, asesinando a los líderes del lado republicano; políticamente,

repartiendo el poder sin compromisos entre los vencedores; intelectualmente por

medio de censura y prohibiciones; propagandísticamente con indoctrinaciones

unilaterales; culturalmente, eliminando los símbolos de aquella aparente “Anti-

España” que había sido obligada a capitular incondicionalmente después de una larga

guerra de casi tres años de duración. (BERNECKER 2009: 16)





Es beginnt nun unter Franco eine Art Gehirnwäsche, die sich als Erinnerungspolitik tarnte

und sich zum Ziel setzte, “die Spur der eigenen Verbrechen aus dem Gedächtnis der

Menschen“ zu löschen bzw. die neue Herrschaft „durch symbolische Politik zu legitimieren“

(BERNECKER & BRINKMANN 2008: 151). Franco griff bei der Schaffung eines neuen historischen

Gedächtnisses und der Tilgung der republikanischen Werte Methoden auf, welche sich

tagtäglich in das Gedächtnis der Menschen „einbrennen“ würden. Als Beispiel sollen hier die

Namensänderungen bedeutender öffentlicher Plätze und Straßen dienen, die das neue

Propagandawerkzeug der Nation wurden: Aus Plaza de la República wurde Paseo de José



3

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



Antonio (BERNECKER & BRINKMANN 2008: 213), der Name Parque de la Alamedilla musste

Parque del General Primo de Rivera weichen (BERNECKER & BRINKMANN 2008: 215).



Obwohl das franquistische Regime eine „historische Säuberung“ im eigenen Land vornahm,

gab es jedoch gewisse Ausnahmen in der Geschichte, auf die man mit großem Stolz

zurückblickte: nämlich auf jene Herrscher, die Spanien zu einer politischen und religiösen

Einheit sowie zu einer Weltmacht aufsteigen ließen. Hier ist freilich die Rede von den

berühmten Reyes Católicos, Eltern der inquisición, von deren Enkel Carlos V und dem

weltfremden Felipe II, der Spanien im 16. Jahrhundert in die Isolation führte – ähnlich wie

Franco im 20. Jahrhundert. Die Motivation Francos, diese Herrscher als Vorbilder für das

neue Spanien zu wählen, liegt auf der Hand: Sie teilen einen überragenden Nationalstolz, das

Interesse, das Land von Fremden und Freiheitsdenkern zu „bereinigen“ und Kirche und Staat

zu vereinen. Folglich erscheint es also auch nicht überraschend, dass Teile des Emblems der

RRCC zum nationalen Symbol des Franco-Regimes erklärt wurden: „*…+ el águila imperial, el

yugo y las flechas de los Reyes Católicos y el lema: Una, Grande, Libre.“ (BERNECKER 2009: 21).

Kurz gesagt wollten die Sieger des Bürgerkriegs „ihre Herrschaft in die Tradition einer weit

zurückreichenden, glorreichen Vergangenheit ein[zu]ordnen und sich selbst in der

historischen Kontinuität imperialer Großmacht *zu+ präsentieren“ (BERNECKER & BRINKMANN

2008: 152).







Die Medien trugen auch erheblich zum verherrlichenden Bild des Diktators Francisco Franco

bei und entwickelten sich über die Jahre hinweg immer mehr zur perfekt funktionierenden

Propagandamaschinerie, die versuchte, die franquistische Ideologie zu legitimieren. Im

Gegensatz zur neutralen Haltung Javier Cercas‘ gegenüber der Diktatur in seinem Werk

Soldados de Salamina, idealisierten die propagandistischen Autoren Taten aus dem

Bürgerkrieg und trugen „bewußt oder unbewußt zur Mythenbildung und literarischen

Rechtfertigung des franquistischen Herrschaftsanspruchs bei“ (BERNECKER & BRINKMANN 2008:

175). Zum Hauptwerkzeug des Regimes im medialen Bereich wurde die Wochenschau NO-

DO – Noticiarios y Documentales –, welche darauf spezialisiert war, den Diktator als Befreier

der Nation zu präsentieren (vgl. BERNECKER 2009: 21). Alles in allem schaffte das Regime somit

die Erinnerung an ein republikanisches Spanien zu tilgen und das historische Gedächtnis der

Menschen zu manipulieren und zu kontrollieren.



4

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina









2.2 Der Konsens des Schweigens als Dogma der Transition



Seit 1947 war Spanien offiziell eine Monarchie, die unter einem Diktator geführt wurde. Der

damalige Thronprätendent und heutige spanische König Juan Carlos de Borbón wurde nur

zwei Tage nach dem Tod Francisco Francos am 20. November 1975, dem offiziellen Ende der

Diktatur, inthronisiert. Folglich standen Spanien und sein Volk vor einer neuen

Herausforderung und einem großen Rätsel: Würde mit dem Tod des Caudillo und der

Inthronisierung des Bourbonenkönigs auch der Franquismus enden? Würde sich die

Staatspolitik von heute auf morgen ändern? Würde sich der König dem Wunsch des búnker1

entgegensetzen, das autoritäre System fortzuführen? (vgl. BERNECKER & BRINKMANN 2008:

229). Viele Fragen und, wie die Geschichte uns lehren wird, wenige Antworten, denn „*…+ no

hubo una clara ruptura democrática con la dictadura franquista“ (BERNECKER 2009: 27).

Anstatt sich den Problemen offen anzunehmen und den Bürgerkrieg – die Wurzel allen Übels

– und die Diktatur Francos ins Zentrum des politischen und gesellschaftlichen Interesses zu

rücken, entschied man sich, die Erinnerungen ruhen zu lassen und schlichtweg zu

beschweigen. Diese Entscheidung wird heute oftmals als „pacto del olvido“ (FROIDEVAUX

2009: 42) bezeichnet, der auf dem einfachen Kompromiss beruhte, den Mantel des

Schweigens über die problematische Vergangenheit des Landes zu breiten und

Anschuldigungen, Werturteile oder Ähnliches über diese Zeit zu unterlassen (ibid.).







Seitens der Bevölkerung, besonders auch der Wissenschaftler und Literaten der Transition,

gab es allerdings oftmals Bemühungen, mehr Information über den Bürgerkrieg zu erhalten,

um diesen psychisch und gesellschaftlich aufzuarbeiten (vgl. BERNECKER 2009: 24f.). Diese

wurden allerdings seitens der Politik stark zurückgedrängt und den Menschen wurde – wie

auch während der Diktatur – eingeredet, dass man die Vergangenheit auf sich beruhen

lassen sollte. Die folgende Textpassage aus dem Artikel „Una guerra civil no es un









1

=gesellschaftliche Gruppe, die an der Ideologie des faschistisch-franquistischen Regimes festhielt (vgl.

BERNECKER & BRINKMANN 2008: 229)



5

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



acontecimiento conmemorable [sic]“, afirma el Gobierno in El País vom 19. Juli 1986 bestätigt

das Engagement der Politiker in der kollektiven Tabuisierungsstrategie der Vergangenheit:





Una guerra civil no es un acontecimiento conmemorable, por más que para quienes

la vivieron y sufrieron constituyera un episodio determinante en su propia

trayectoria biográfica", afirma el Gobierno en un comunicado difundido a mediodía

de ayer. El Ejecutivo añade que "es definitivamente [sic] historia, parte de la memoria

de los españoles y de su experiencia colectiva". "Pero", agrega el comunicado, "no

tiene ya -ni debe tenerla- presencia viva en la realidad de un país cuya conciencia

moral última se basa en los principios de la libertad y de la tolerancia. (El País

[online])





Als Folge dieses Konsens des Vergessens und Verdrängens, welcher zum Dogma des

Handelns der politischen Parteien während der Transition wurde, änderte sich in der

Bevölkerung relativ wenig, vor allem bei den Opfern des Bürgerkriegs, die schon während

der Diktatur zum Schweigen gezwungen und ideologisch indoktriniert wurden. Davon spricht

auch Alexandre Froidevaux (2009: 42), wenn er behauptet





[m]ientras que por décadas los vencedores de la Guerra Civil contaron su versión de

los acontecimientos (durante el franquismo esa versión se convirtió en la historia

oficial) y se conmemoró a sus victimas públicamente, las historias del bando

perdedor se vieron abocadas al silencio – primero durante la dictadura, luego

también en la democracia.





Als Höhepunkt der politischen Maxime des Pakts des Schweigens kam ein Konsens hinzu,

welcher als „Täteramnestie“ in die Geschichte einging: Es wurden nicht nur die Opfer und

deren Erinnerung an die Katastrophe totgeschwiegen, sondern – auf der Basis eines

gegenseitigen Konsens des Verzeihens – erstmals die Täter vor straf- und zivilrechtlicher

Verfolgung staatlich geschützt (vgl. BERNECKER 2008: 240). Um allerdings keine allzu voreiligen

Schlüsse zu ziehen, muss hinzugefügt werden, dass es sich trotz allem bei den Themen

Guerra Civil Española und dictadura de Franco um durchaus sensible Themen handelte,

deren allzu genaue Untersuchung alte Wunden aufgerissen hätte. Darüber hinaus war es

auch eine gewisse Verschleierungstaktik der Politiker, um für die tatsächliche Zahl der Opfer

sowie die Verbrechen gegen die Menschheit unter Francisco Franco nicht geradestehen zu

müssen.







6

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



Einer der möglichen Gründe für die starre Zurückhaltung der Bevölkerung liegt vielleicht an

der Angst – besonders jener, die am Krieg teilgenommen hatten und unter Franco der

grausamen Repression ausgesetzt waren –, auch daran, dass die Furcht vor ähnlichen

Entwicklungen einfach noch zu tief saß. Da mag es schon sein, dass Verdrängung an sich zum

persönlichen „Verarbeitungsprozess“ deklariert wurde, um der Angst nicht in die Augen

sehen zu müssen. Und die Menschen sollten auch recht behalten, denn 1981 stürmten

Faschisten das Parlament, um die Regierung zu stürzen und den Autoritarismus der letzten

Jahrzehnte wieder herzustellen (vgl. BERNECKER & BRINKMANN 2008: 273). Als Folge dessen ist

es leicht möglich, dass die Menschen wirklich nichts mehr von Faschismus, Franco und

Ähnlichem hören wollten und getrost der Erinnerungspolitik oder besser Vergessenspolitik

der Transition nachgaben und sich dieser quasi unterwarfen.







Der Wahlsieg der PP, der rechtsorientierten Volkspartei Spaniens, unter José María Aznar im

Jahre 1996 brachte wenig überraschend keine besondere Wende im Umgang mit der

Geschichtspolitik. Denn während bereits durch Bürgerinitiativen sowie einige Bemühungen

der gegnerischen Großpartei PSOE das Interesse am Bürgerkrieg und der Gewalttaten

Francos geweckt wurde, agierte die PP eher hinderlich, wie folgendes Zitat zeigen soll:





„Hasta finales del gobierno Aznar en marzo de 2004, el ejecutivo obstaculizó casi

todo tipo de trabajo de memoria que podría interpretarse como una condena de los

crímenes franquistas“ (BERNECKER 2009: 34).





Dem Paradigmenwechsel bezüglich der Einstellung zur memoria histórica soll im

Nachfolgenden ein eigenes Subkapitel gewidmet werden, da sowohl politisch und

gesellschaftlich ein wichtiger Durchbruch in der Vergangenheitsbewältigung und im

kollektiven Erinnerungsprozess erzielt wurde.









2.3 Das neue Jahrtausend: vom Pfad des Vergessens zum Weg der Wahrheit



Mit dem Wahlsieg der Sozialisten unter der Führung von José Luis Rodríguez Zapatero im

März 2004, „*…+ finalmente cambió la política de la memoria” (BERNECKER 2009: 34). Man

könnte sogar so weit gehen zu sagen, dass der Druck jener Teile der Bevölkerung, die eine

7

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



Aufklärung der Vergangenheit forderten, immer größer wurde und der Regierung nur ein

Ausweg blieb: ihm nachzugeben und endlich eine neue Ära in der Geschichtsschreibung

einzuläuten. Es folgten (und folgen noch immer) die offizielle Aufarbeitung der

Kriegserlebnisse, Entschädigungszahlungen an Opfer und die Kreation eines neuen

kulturellen, sozialen und kommunikativen Gedächtnisses der spanischen Bevölkerung, und

das sogenannte Ley de Memoria Histórica, welches 2007 beschlossen wurde und die

Verbrechen gegen die Menschheit für offiziell erklärte (vgl. BERNECKER 2009 & BERNECKER &

BRINKMANN 2008, Kapitel 7).







Die bereits angesprochene Eigeninitiative der Bevölkerung, die den Stein sozusagen ins

Rollen gebracht hat und den Anstoß zur Aufarbeitung des Bürgerkriegs nach fast 70 Jahren

Verschwiegenheit gegeben hat, bezieht sich in unserem konkreten Fall auf den Journalisten

Emilio Silva: In Spanien als Initiator der memoria histórica des 21. Jahrhunderts bekannt

geworden, hat er die Aufmerksamkeit durch die Aushebung eines Massengrabes, in dem er

seinen im Krieg gefallenen Großvater vermutete, auf sich gelenkt. Nachdem er in einer

Zeitschrift von seinem Vorhaben berichtete, kam es zu solch einem Andrang an

Hilfsbereitschaft von Archäologen, Zeitzeugen und Medizinern, dass daraus bald eine

offizielle Organisation zur Bekämpfung des kollektiven Vergessens wurde: die Asociación

para la Recuperación de la Memoria Histórica, kurz ARMH (vgl. BERNECKER & BRINKMANN 2008:

292f.). Als Ergebnis kam es zur Gründung weiterer ähnlicher Organisationen wie zum Beispiel

dem Foro por la Memoria (ibid.), welches sich im Gegensatz zu Emilio Silvas Gruppierung

besonders für die „Erinnerung an das politische Erbe, das die Opfer der franquistischen

Repression repräsentieren“ (BERNECKER & BRINKMANN 2008: 295) einsetzt.







Abschließend kann gesagt werden, dass es scheint, als wäre die Geduld der Menschen in

Spanien langsam aber sicher zu Ende gegangen: Mit Eigeninitiativen und der Bereitwilligkeit,

nicht länger zu schweigen, haben sie es geschafft, den Bürgerkrieg, die Unterdrückung, die

Morde und Gräueltaten an das Tageslicht zu bringen. Somit haben sie den Beteiligten des

Krieges und deren Angehörigen Gehör verschafft und ihnen eine Plattform geschaffen, die

noch immer tief in den Knochen sitzenden Traumata endlich öffentlich verarbeiten zu

dürfen.

8

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina





3 Gedächtnis und Erinnerung, Vergessen und Verdrängen:

Vergangenheitsrekonstruktion in Soldados de Salamina



Zu Beginn möchte ich mit den Worten von Jan Assmann einmal den grundlegenden

Unterschied zwischen Gedächtnis und Erinnerung darlegen. Zum einen, weil sich bei rascher

und alltäglicher Betrachtung der Unterschied als nicht unbedingt klar erweist; zum anderen,

da die beiden Konzepte unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen haben. Der

Kulturwissenschaftler beschreibt die beiden Begriffe wie folgt:





Die Gedächtniskunst ist auf den Einzelnen bezogen und gibt ihm Techniken in die

Hand, sein Gedächtnis auszubilden. Es handelt sich um die Ausbildung einer

individuellen Kapazität. Bei der Erinnerungskultur dagegen handelt es sich um die

Einhaltung sozialer Verpflichtung. Sie ist auf die Gruppe bezogen. Hier geht es um die

Frage: „Was dürfen wir nicht vergessen?“ (ASSMANN 2007:29f.)





Man sieht nun deutlich, dass Erinnerung ein wichtiger Faktor einer Gesellschaft ist, welcher

besonders auch in Soldados de Salamina zum Tragen kommt. Es geht schließlich darum, den

Bürgerkrieg und die Taten und Fakten, die ihn umgeben, über Generationen hinweg nicht zu

vergessen. Das Einzelgedächtnis entwickelt sich folglich zu Erinnerung und Vergangenheit

wird somit zu einem sozialen Konstrukt innerhalb einer Gesellschaft. Das individuelle

Gedächtnis jedes Menschen konstituiert sich innerhalb eines sozialen Bezugsrahmens. Erst

dann entstehen „Erinnerungen auch persönlichster Art *…+ durch Kommunikation und

Interaktion im Rahmen sozialer Gruppen“ (ASSMANN 2007: 36). Das heißt,





[d]as Gedächtnis lebt und erhält sich in der Kommunikation; bricht diese ab, bzw.

verschwinden oder ändern sich die Bezugsrahmen der kommunizierten Wirklichkeit,

ist Vergessen die Folge. (ASSMANN 2007: 37)





Mithilfe von Textpassagen bzw. Beschreibungen aus dem Film sollen in den nachfolgenden

Kapiteln die Aspekte des Erinnerns, des Gedächtnisses und des in Spanien so berühmt

berüchtigten Vergessens und Beschweigens genauer betrachtet werden. Es soll gezeigt

werden, wie der Autor und der Regisseur bestimmte Techniken einsetzen, um Kritik an der

Vorgehensweise der Politik zu üben und dem Publikum Einzelschicksale näher zu bringen.





9

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



3.1 Kommunikation und Medien als Vermittlungsinstanzen im

Erinnerungsprozess



Diese im vorangegangenen Kapitel genannte Signifikanz der Kommunikation – sei es

innerhalb der Familie, in Medien oder Zeitzeugenberichten – zeigt sich auch in dem zu

untersuchenden literarischen und medialen Werk. Durch die primäre Kommunikation zweier

Einzelpersonen zu Beginn des Buches – nämlich dem Ich-Erzähler Cercas und Rafael Sánchez

Ferlosio – gelangt ein Teil des individuellen Gedächtnisses zu einer weiteren Person:





*…+ Ferlosio contó la historia del fusilamiento de su padre, la historia que me ha

tenido en vilo durante los dos últimos años. *…+ Esa fue la primera vez que oí contar

la historia, y así la oí contar. En cuanto a la entrevista con Ferlosio, conseguí salvarla

[...] (CERCAS 2008: 17-19).





Durch das abgedruckte Interview wird diese Geschichte in einen sozialen Rahmen

„geworfen“ und Erinnerung an den Bürgerkrieg entsteht: Ein Bindeglied vom individuellen

zum kollektiven Gedächtnis der Bevölkerung wird hergestellt. Somit spielen die Medien eine

wichtige Rolle in der Erinnerungskultur; ein Ansatz, welcher auch in der Sekundärliteratur zu

finden ist: Hier ist von Texten als „Medien des kollektiven Gedächtnisses“, welche

„erinnerungskulturelle Funktionen“ haben, die Rede (ERLL 2005: 249). Astrid Erll geht sogar

so weit zu sagen, dass „kollektives Gedächtnis2 ohne Medien nicht denkbar *wäre+“ (2005:

251), da die „Konstitution und Zirkulation von Wissen und Versionen einer gemeinsamen

Vergangenheit in sozialen und kulturellen Kontexten überhaupt erst durch Medien

ermöglicht *werden+: durch Mündlichkeit und Schriftlichkeit *…+“ (ibid.). Der Fall von Sánchez

Ferlosio und Javier Cercas, dem Ich-Erzähler, sowie der Verbreitung der Geschichte durch

das Medium Zeitung kann diesen Gedanken durchaus bestätigen.







Im Werk wichtig werden allerdings auch Zeitzeugen, durch deren Augen der Geschichte der

missglückten Erschießung Rafael Sánchez Mazas‘ mehr Authentizität verliehen wird. Sie

dienen – ähnlich den Medien – als Vermittlungsinstanz zwischen Gegenwart und

Vergangenheit, zwischen individueller und kollektiver Erinnerung. Erst durch deren



2

Begriff des französischen Soziologen Maurice Halbwachs



10

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



Berichterstattung kann die Vergangenheit, nämlich jener Tag an dem Rafael Sánchez Mazas

von einem Republikaner vor dem Erschießen gerettet wurde, rekonstruiert werden. Dies

geschieht in Soldados de Salamina über eine äußerst interessante Erzähltechnik, sowohl im

Buch als auch im Film. Der Protagonist Javier bzw. die Protagonistin Lola müssen sich mithilfe

der einzelnen Bruchstücke, die sie von den Zeitzeugen Joaquim Figueras, Daniel Angelats

und María Ferré erzählt bekommen, zusammenfügen, um ein vollständiges Bild der

vergangenen Geschehnisse rekonstruieren zu können. Es handelt sich hier also um ein „Sich-

Nähern an entscheidende Erkenntnisse“, „ein Puzzle, das von der erinnernden Figur erst

noch zusammengefügt werden muss“ (BASSELER & BIRKE 2005: 126). In unserem Fall handelt

es sich vielmehr um den/die Protagonisten/in, der/die das Puzzle anderer sich erinnernder

Figuren zusammenbaut. Dies wird besonders am Ende des Romans deutlich, wenn Javier mit

dem Schriftsteller Roberto Bolaño über einen gewissen Miralles zu sprechen kommt.

Langsam aber sicher fügt Javier die verschiedensten Erinnerungen der Zeitzeugen zusammen

und kommt zum Schluss, dass es sich bei Miralles um jenen Militär gehandelt haben muss,

der den Falangistenführer Sánchez Mazas im Wald fliehen ließ:





Tumbado en la cama, desvelado y a oscuras (sólo los números del despertador digital

ponían un resplandor rojo en la cerrada tiniebla del dormitorio), la cabeza me hervía,

y en algún momento, de forma inevitable, porque la edad y los fracasos imprimen

prudencia, traté de refrenar el entusiasmo recordando mi último descalabro. Fue

entonces cuando lo pensé. Pensé en el fusilamiento de Sánchez Mazas y en que

Miralles había sido durante toda la guerra civil un soldado de Líster, en que había

estado con él en Madrid, en Aragón, en el Ebro, en la retirada de Cataluña. ‘¿Por qué

no en el Collell?’, pensé. Y en aquel momento, con la engañosa pero aplastante

lucidez del insomnio, como quien encuentra por un azar inverosímil y cuando ya

había abandonado la búsqueda (porque uno nunca encuentra lo que busca, sino lo

que la realidad le entrega) la pieza que faltaba para que un mecanismo completo

pero incapaz desempeñe la función para la que ha sido ideado, me oí murmurar en el

silencio sin luz del dormitorio: ‘Es él’. (CERCAS 2008: 162f.)





Wie bereits erwähnt wurde, kommt es zur Gefahr des Vergessens und des Zerfalls des

Gedächtnisses, wenn die Kommunikation innerhalb eines sozialen Bezugsrahmens nicht

aufrecht erhalten wird. Ein Gespräch, wie es beispielsweise zwischen Miralles und

Javier/Lola im Altenheim in Dijon vorkommt, wird in der Literaturtheorie als sogenannter

„cue“ verstanden (ERLL 2005: 255) – als „Abrufhinweise *…+ die als Erinnerungsanlass dienen“

(ibid.). Einen solchen Erinnerungsanlass für Miralles bieten die beiden Protagonisten (Javier

und Lola), indem sie auf die Erschießung von Rafael Sánchaz Mazas, die amigos del bosque

11

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



und den jungen Soldaten unter Líster eingehen. Miralles beginnt sich daraufhin an den Krieg

und an seine toten Freunde zu erinnern – ein kleines Stück des individuellen Gedächtnisses,

welches zum Kollektivbild des Alltags und des Grauens des Bürgerkriegs beiträgt:





Cuando salí hacia el frente en el 36 iban conmigo otros muchachos. Eran de Terrassa,

como yo; muy jóvenes, casi unos niños, igual que yo; a alguno lo conocía de vista o de

hablar alguna vez con él: a la mayoría no. [...] Hicimos la guerra juntos; las dos: la

nuestra y la otra, aunque las dos eran la misma. Ninguno de ellos sobrevivió. Todos

muertos. El último fue Lela García Segués. Al principio yo me entendía mejor con su

hermano Joan, que era justo de mi edad, pero con el tiempo Lela se convirtió en mi

mejor amigo, el mejor que he tenido nunca: éramos tan amigos que ni siquiera

necesitábamos hablar cuando estábamos juntos. Murió en el verano del cuarenta y

tres, en un pueblo cerca de Trípoli, aplastado por un tanque inglés. (CERCAS 2008:

197f.)





Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass Medien, die das kollektive Gedächtnis stützen

und somit den kollektiven Erinnerungsvorgängen dienen, drei Funktionen haben: Erstens, ist

dies die sogenannte „Speicherfunktion“, deren Aufgabe es ist, „Inhalte des kollektiven

Gedächtnisses zu speichern und durch die Zeit hindurch zur Verfügung zu halten“ (ERLL 2005:

254). Dies ist besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass die heutige Generation, welche

sich mit dem Bürgerkrieg beschäftigt und zum Großteil um Gerechtigkeit kämpft, am Krieg

selbst gar nicht teilgenommen hat und diesen „nur“ aus der neben den Medien vielleicht

wichtigsten historischen Quelle erfahren hat: dem Familiengedächtnis (vgl. BERNECKER &

BRINKMANN 265). Bei der zweiten Funktion der Medien handelt es sich um die Möglichkeit,

die Erinnerungen großen Massen nahezubringen, da sich Informationen über die Medien in

der Bevölkerung verbreiten. Astrid Erll nennt dies die „Funktion der Zirkulation“, die es

ermöglicht, „große Erinnerungsgemeinschaften, in denen face-to-face-Kommunikation nicht

mehr möglich ist, zu synchronisieren“ (ibid.). Die dritte und letzte Aufgabe, die den Medien

im Erinnerungsprozess zukommt, wurde bereits anhand eines Beispiels aus Soldados de

Salamina genannt: die cue-Funktion. Interessant hinzuzufügen wäre hier nur noch, dass „die

gesellschaftliche Übereinkunft für die cue-Funktion von Medien des kollektiven

Gedächtnisses von zentraler Bedeutung *ist+“ (ibid.). Das heißt, dass außerhalb des

kulturellen und historischen Kontexts diese Funktion nicht verstanden werden kann, da es

sich um gesellschaftsspezifische Aspekte handelt. Wenn zum Beispiel Javier oder Lola von

der Falange spricht, so wird in Spanien ein jeder Bürger eine Erinnerung damit verbinden



12

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



oder zumindest wissen, worum es sich handelt. Würde man in einem Gespräch in

Deutschland oder Österreich dieses Thema ansprechen, so werden wahrscheinlich von fast

niemandem Assoziationen hergestellt – wenn jemand in unseren Breitengraden mit diesem

Begriff überhaupt etwas anfangen könnte.







In Zusammenhang mit den Medien ist noch wichtig zu erwähnen, dass das Werk Soldados de

Salamina sehr metatextuell verfasst ist: Es handelt von einem Autor, der über den

Schaffensprozess des Buches mit gleichem Titel schreibt; genauer gesagt verfasst Cercas eine

ganz besondere Art von Geschichte, nämlich ein relato real:





[...] después de casi tres años sin escribir un libro, había llegado el momento de

intentarlo de nuevo, y decidí también que el libro que iba a escribir no sería una

novela, sino un relato real, un relato cosido a la realidad, amasado con hechos y

personajes reales, un relato que estaría centrado en el fusilamiento de Sánchez

Mazas y en las circunstancias que lo precedieron y lo siguieron. (CERCAS 2007: 50)





Kurz gesagt soll die Geschichte eine Erzählung einer wahren Begebenheit sein und auf

wahren Dokumenten und Zeitzeugenberichten aufbauen. Darüber hinaus sollen reale

Persönlichkeiten der Geschichtsschreibung als Figuren fungieren. Daneben gibt es einen

fiktiven Ich-Erzähler, der denselben Namen wie der reale Autor trägt. Die Grenzen zwischen

Fiktion und Realität werden überschritten: Die Leser werden mit einer fiktiven

Rahmenhandlung in der Gegenwart, aber einer realen Binnenhandlung in der Vergangenheit

konfrontiert. Ein allgemein wichtiges Moment in der Etablierung der Geschehnisse in solch

einem relato real ist die Recherche des fiktiven Autors Javier Cercas, da sie „als ein Werk der

Erinnerung und über das Erinnern“ dargestellt werden kann und „*i+m Gedächtnis des

Erzählers die erinnerten Erlebnisse und Ereignisse allererst zusammen *kommen+“ und sich

„zu einem einheitlichen, wenn auch sehr komplexen Sinngefüge“ verbinden (BREITLING 2004:

104). Weiters kommt es ihn Cercas‘ Werk zu einer Art „Zeitkonflikt zwischen einer

fortgeschrittenen und einer rückständigeren Gesellschaftsform“ (HUMPHREY 2005: 88). In

diesem Sinne handelt es sich bei Soldados de Salamina aber mehr um eine Gesellschaft an

sich, da die jüngere Generation, die den Bürgerkrieg nur aus Erzählungen und Büchern

kennt, (siehe Medien, Familiengedächtnis, etc.) einen anderen Zugang zum Thema Guerra





13

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



Civil hat als die Zeitzeugen, die im Buch auftreten. Allein schon der Gedanke, dass überhaupt

noch jemand aus dieser Zeit leben könnte, kommt für den fiktiven Autor überraschend:





–De todas maneras, si de verdad se propone escribir sobre mi padre y Sánchez

Mazas, con quien tiene que hablar es con mi tío. Él sí que conoce todos los detalles. –

¿Qué tío? –Mi tío Joaquim. [...] Otro de los amigos del bosque–. Incrédulo, como si

acabaran de anunciarme la resurrección de un soldado de Salamina, pregunté: –¿Está

vivo? (CERCAS 2007: 54).





Dieser Zeitkonflikt ist bereits im Titel der beiden Werke – des realen und fiktiven - impliziert

und wird dem Lesepublikum vom Erzähler selbst noch einmal explizit erklärt:





*…+ desde que el relato de Ferlosio despertara mi cusiosidad nunca se me había

ocurrido que alguno de los protagonistas de la historia pudiera estar todavía vivo,

como si el hecho no hubiera ocurrido apenas sesenta años atrás, sino que fuera tan

remoto como la batalla de Salamina3. (CERCAS 2007: 41).







3.2 Vergessen, Verdrängen und Verschweigen



In dem vorliegenden literarischen Werk sowie der Adaptation von David Trueba kommt

explizite Kritik an der nicht geleisteten Verarbeitungsarbeit, welche durch die Politik der

Transition unterdrückt wurde, zum Vorschein. Das folgende Beispiel soll diese Überlegung

unterstreichen und zeigen, dass sich die Menschen sehr wohl bewusst waren und sind, dass

die Republikaner und ihre Taten im Krieg nach dem Sieg Francos totgeschwiegen wurden:





‘*La historia de España+ *t+ermina bien para los que ganaron la guerra’, decía. ’Pero

mal para los que la perdimos. Nadie ha tenido ni siquiera el gesto de agradecernos

que lucháramos por la libertad. En todos los pueblos hay monumentos que

conmemoran a los muertos de la guerra. ¿En cuántos de ellos ha visto usted que por

lo menos figuren los nombres de los dos bandos?’ El texto acababa de esta forma: ¡Y

una gran mierda para la Transición!’ (CERCAS 2007: 25)





Diese offene Kritik, die in diesem Fall aus einem Leserbrief an Cercas gerichtet, stammt, zeigt

deutlich, dass sowohl das Regime unter General Franco als auch die Transition das





3

Die Schlacht von Salamis gilt als eine der wichtigsten Schlachten der Antike und trug sich um 480 v.Chr.

zwischen Griechen und Persern zu. (vgl. Wikipedia [online]).



14

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



Gedächtnis der Menschen und deren Erinnerung manipuliert bzw. unterdrückt haben. Diese

„schwere Deformation des individuellen Gedächtnisses *…+, die auf den Mangel an

Kommunikationsräumen und auf die langfristige Wirkung der Regimepropaganda

zurückzuführ*en+ *ist+“ (BERNECKER & BRINKMANN 2008: 267), bestätigt die vorangegangenen

Annahmen, dass Kommunikation das Um und Auf ist, um den Vergessens- und

Verdrängungsprozess zu unterbinden und Erlebtes zu verarbeiten. Zu einer ähnlichen

Erkenntnis kam bereits der französische Philosoph Paul Ricœur, der der Erkenntnis der

Geschichte „die Aufgabe einer Trauerarbeit“ zuweist (TENGELYI 2004: 37). Vielmehr noch sei

es von äußerster Wichtigkeit





*…+ ‘die unbestimmte Grenzlinie zwischen dem Vergangenen und dem

Gegenwärtigen‘ in eine bestimmte zu verwandeln, sie nicht wieder verwischen zu

lassen, sie vielmehr unwiderruflich festzusetzen. Darin besteht die größte Leistung

der Geschichtsschreibung. Ricœur verweist auf diese Leistung, wenn er die

Geschichtsschreibung als einen ‘Begräbnisakt‘ kennzeichnet. (TENGELYI 2004: 39)





Da dieses “Zu-Grabe-Tragen“ der Vergangenheit allerdings nie geschehen ist, die

Trauerarbeit nicht geleistet werden durfte und die Menschen „aus den Räumen des

‘kommunikativen Gedächtnisses‘“ ausgegrenzt wurden – sowohl während der Diktatur als

auch der Transition –, war „die Distanzierung von der eigenen Lebensgeschichte“ (BERNECKER

& BRINKMANN 2008: 267) wohl die logische Folge.







Im Zusammenhang mit Verdrängung und Vergessen kommt in der filmischen Version von

Soldados de Salamina eine besondere Szene vor, die meiner Meinung nach eine gelungene

Änderung der Ausgangsgeschichte darstellt. Im Gegensatz zur literarischen Fassung, in

welcher Cercas‘ Vater bereits verstorben ist, lebt der Vater der Protagonistin Lola in einem

Altersheim. Als Lola ihm ihren Zeitungsartikel über Antonio Machado und Rafael Sánchez

Mazas vorliest, kommt es zu folgendem Dialog:





[Padre de Lola] – ¿Por qué no me lees algo hija?

[Lola] – Hoy he publicado una cosa en el periódico, ¿te leo eso?

[Padre de Lola] – Sí, sí.







15

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



[Lola] – Cuesta imaginar los años anteriores a la Guerra Civil en España. Cuentan que

los escritores se reunían en barrios y cafés; que se conocían y que se trataban los de

derechas y los de izquierdas. Cuenta que todo eso cambió al estallar la guerra.

[Padre de Lola] – ¿Qué guerra?

[Lola] – De todas las historias de nuestra Guerra Civil, la del poeta Antonio Machado

es una de las más tristes. [...]

(TRUEBA 2002: 07:28-07:57)





Mit einem einzigen Satz des Vaters, nämlich der Frage, um welchen Krieg es sich in Lolas

Artikel handelt, wird deutlich, dass der Pakt des Schweigens der Transition und die

Gedächtnismanipulation während der franquistischen Herrschaft bei jener Generation

„Früchte getragen hat“. Obwohl der Vater von Lola auf den ersten Blick einfach nur senil

erscheint, wird schnell klar, dass es sich bei dieser Szene um eine geschickt eingefädelte

Kritik an der Erinnerungspolitik der beiden Ären handelt. Lolas Vater kann daher nicht

einfach als alter, vergesslicher Mann, sonder vielmehr als Metapher für das

Kollektivvergessen der Bevölkerung Spaniens verstanden werden.







In der Folgeszene, in welcher Lola die Briefe der Leser liest, kommt auch die Sensibilität der

Menschen, mit welcher sie auf das Thema Bürgerkrieg reagieren, deutlich zum Vorschein.

Besonders problematisch ist hier, dass Lola es quasi wagt, einen national und international

anerkannten Lyriker Spaniens mit einem Faschisten zu vergleichen: „¿Cómo se atreve a

comparar al maravilloso poeta Machado con un poeta fascista como Sánchez Mazas?“

(TRUEBA 2002: 11:20-11:30).







Ähnlich dieser Reaktion eines Lesers, ist auch jene von Conchi – der Freundin von Javier bzw.

Lola, als sie erfährt, dass sich das Buch um den Falangisten Sánchez Mazas handelt:





Yo sabía que el argumento de mi libro no iba a gustarle a Conchi, pero, como

tampoco quería que nos llamaran la atención por la escandalera, brevemente traté

de explicárselo. –Tiene miga –comentó en efecto Conchi, con un rictus de asco–.

¡Mira que ponerse a escribir sobre un facha, con la cantidad de buenísimos escritores

rojos que debe de haber por ahí! García Lorca, por ejemplo.– *…+ (CERCAS 2007: 66f.)





bzw.



16

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



[Casandra4] – Una novela sobre la Guerra Civil. ¿Y qué coño se te ha perdido a ti en

esa guerra?

[Lola] – No. No es una novela sobre la guerra...

[Casandra] – No, peor, sobre un facha. Si por lo menos fuera sobre Gacría Lorca, pero

un facha... Los fachas dan mala suerte te lo digo yo.

[Lola] – Si tú lo dices...

[...]

(TRUEBA 2002: 01:01:40-01:02:00)





Entgegen aller Verdrängungstendenzen des letzten Jahrhunderts impliziert diese Reaktion

auf den Zeitungsartikel allerdings, dass die Menschen im 21. Jahrhundert durchaus keinen

Hehl mehr daraus machen, die Schuld am Krieg den Faschisten zuzuschreiben und sich diese

Meinung auch nicht mehr verbieten lassen. Der endgültige Bruch mit der aufgezwungenen

Verschwiegenheit und das Aufarbeiten der Erinnerungen treten fortan vermehrt in der

Gesellschaft auf.









3.3 Erinnerung als Versöhnung und Fortbestand des Lebens in Soldados de

Salamina



Wenn man als Leser ein Buch in Händen hält, welches den Bürgerkrieg Spaniens oder

zumindest Geschichten davon rekonstruiert, so würde man vielleicht davon ausgehen,

Schuldzuweisungen und ideologisch einseitige Berichterstattungen vorzufinden. Soldados de

Salamina verzichtet allerdings auf politische Statements und konzentriert sich einzig und

alleine auf die Wiederherstellung der nationalen Geschichte. Ralph Wildner (2005: 561) sieht

darin einen wichtigen Schritt in der Bewältigung der Vergangenheit:





Wenn in Soldados de Salamina eine ‘geheime Sehnsucht‘ des Publikums bedient

wird, dann vor allem die nach Vergangenheitsbewältigung. Wenn nämlich die

‘historische Schuld‘ gegenüber den vergessenen Helden und Vätern abbezahlt ist, die

Grenzen zwischen Tätern und Opfern fern, gut und böse relativiert sind und man

wieder unterschiedslos über die einen wie die anderen reden und schreiben kann –

dann kann das Kapitel des Spanischen Bürgerkriegs, noch bevor es richtig gelesen





4

Die spätere Freundin Lolas arbeitet als Wahrsagerin unter dem Namen Casandra „porque Conchi no vende

mucho“ (TRUEBA 2002: 24:32).



17

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



wurde, geschlossen werden und man ist in einer neuen, beruhigenden Normalität

angekommen.





Im Sinne einer Versöhnungspolitik geht es Cercas anscheinend lediglich darum, “das

allmähliche Verschwinden von Zeitzeugen dadurch zu kompensieren, dass sie *die ‘Enkel‘+

nun selbst zu Trägern der historischen Erinnerung werden“ (ALTMANN 2009: 219). Somit kann

das Buch als versöhnliche Geste zwischen den verfeindeten Lagern verstanden werden und

als Ausdruck des Wunsches, den Hass, die Vorurteile und Beschuldigungen hinter sich zu

lassen, ohne das historische Erbe zu vernachlässigen.







Das zweite große Ziel dieses literarischen Werkes ist es freilich, die Erinnerungen an die

Vergangenheit zu wahren und sie nicht im Sumpf des Vergessens untergehen zu lassen: „*…+

conservar el recuerdo de lo que es amenazado por el olvido“ (LABANYI 2005: 168). Diese

Absicht drückt Miralles, der vermeintliche Milizionär, welcher Sánchez Mazas am Leben ließ,

in seinem sehr berührenden Monolog am Ende von Soldados de Salamina aus. Sowohl im

Film als auch im Buch kann diese Szene als Schlüsselszene verstanden werden, da die

Verstorbenen durch die Erinnerung an sie lebendig bleiben – und somit trotz pacto del olvido

symbolisch bis ins 21. Jahrhundert überlebt haben.





Nadie se acuerda de ellos, ¿sabe?. Nadie. Nadie se acuerda siquiera de por qué

murieron, de por qué no tuvieron mujer e hijos y una habitación con sol; nadie, y,

menos que nadie, la gente por la que pelearon. No hay ni va a haber nunca ninguna

calle miserable de ningún pueblo miserable de ninguna mierda de país que vaya a

llevar nunca el nombre de ninguno de ellos. ¿Lo entiende?. Lo entiende, ¿verdad?.

Ah, pero yo me acuerdo, vaya si me acuerdo, me acuerdo de todos, de Lela y de Joan

y de Gabi y de Odena y de Pipo y de Brugada y de Gudayol, no sé por qué lo hago

pero lo hago, no pasa un solo día sin que piense en ellos. (Cercas 2007: 198f.)





Die Antwort auf das Warum des Nichtvergessens gibt der fiktive Ich-Erzähler:





‘*Miralles+ Se acuerda por lo mismo que yo me acuerdo de mi padre y Ferlosio del

suyo y Miquel Aguirre del suyo y Jaume Figueras del suyo y Bolaño de sus amigos

latinoamericanos, todos soldados muertos en guerras de antemano perdidas: se

acuerda porque, aunque hace sesenta años que fallecieron, todavía no están

muertos, precisamente porque él se acuerda de ellos. [...] Pero cuando Miralles

muera’, pensé, ’sus amigos también morirán del todo, porque no habrá nadie que se

acuerde de ellos para que no mueran.’ (CERCAS 2007: 199)



18

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



Miralles schafft für seine Freunde somit einen „Akt der Belebung“, welcher dazu dient, die

Toten „nicht dem Verschwinden preiszugeben, sondern kraft der Erinnerung als Mitglied der

Gemeinschaft festzuhalten und in die fortschreitende Gegenwart mitzunehmen (ASSMANN

2007: 33). Durch das individuelle Gedächtnis und die Kommunikation mit dem Erzähler bzw.

der Protagonisten im Film (siehe TRUEBA 2002: 01:43:20-01:45:00) bleibt die Erinnerung an

die Gefallenen lebendig. Darüber hinaus entsteht durch die weitere mediale Verarbeitung

ein Weitertragen derselben, da sich das Gedächtnis Miralles‘ – seine individuellen

Erinnerungen – in der Kommunikation erhalten. Nach dem Besuch bei Miralles ist dies

ebenfalls die Absicht von Javier/Lola Cercas: durch das Verfassen des relato real zu

verhindern, dass die Menschen, die im Krieg kämpften – egal auf welcher Seite – nicht in

Vergessenheit geraten:





*…+ lo vi entero, acabado, desde el principio hasta el final, desde la primera hasta la

última línea, allí supe que, aunque en ningún lugar de ninguna ciudad de ninguna

mierda de país fuera a haber nunca una calle que llevara el nombre de Miralles,

mientras yo contase su historia Miralles seguiría de algún modo viviendo y seguirían

viviendo también, siempre que yo hablase de ellos, los hermanos García Segués –

Joan y Lela – y Miquel Cardos y Gabi Baldrich y Pipo Canal y el Gordo Odena y Santi

Brugada y Jordi Gudayol, seguirían viviendo aunque llevaran muchos años muertos,

muertos, muertos, muertos, hablaría de Miralles y de todos ellos, sin dejarme a

ninguno, y por supuesto de los hermanos Figueras y de Angelats y de María Ferré, y

también de mi padre y hasta los jóvenes latinoamericanos de Bolaño, pero sobre

todo de Sánchez Mazas y de ese pelotón de soldados que a última hora siempre ha

salvado la civilización [...] (CERCAS 2007: 206f.)

bzw.



[Lola] – Nos volveremos a ver, claro que sí. No me olvidaré de usted. No me olvidaré

de usted. No me olvidaré de usted. No dejaré que se olviden de usted. (TRUEBA 2002:

01:48:50)







Der Streifzug durch die Geschichte endet somit für die fiktiven Figuren ähnlich wie jene für

Menschen in der realen Welt des 21. Jahrhunderts: Alle setzen sich für eine „lebendige“

Erinnerung ein, für ein Verarbeiten der schrecklichen Erfahrungen im Spanischen

Bürgerkrieg, für das Fortleben der individuellen Geschichten, um die Kontinuität der

kollektiven Geschichte Spaniens zu gewährleisten. Schlussendlich wurde somit im Buch, im

Film und in der Realität der Mantel des Schweigens von der Welt genommen – ein möglicher

Garant für das Überleben der Erinnerungen.





19

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina





4 Schlusswort



Als Ergebnis der Gedächtnis- und Erinnerungsmanipulation unter Francisco Franco und dem

Konsens der Verschwiegenheit statuiert Spanien ein wichtiges Exempel: Seine Geschichte

zeigt, dass Erinnerungen – sowohl kollektiver als auch individueller Natur – wichtige

Faktoren in der Verarbeitung von Traumata sind und einen Beitrag zur Identitätsbildung

leisten. Charakterisiert durch die franquistische sowie postfranquistische

Verdrängungsarbeit gelang es die Erinnerungsarbeit in beiden genannten Perioden bis ins

21. Jahrhundert zu unterdrücken. Mit den gesellschaftlichen Veränderungen und dem

Interesse der Bevölkerung, die Geschichte des eigenen Landes, die so oft mit der Geschichte

der eigenen Familie einher ging, zu erforschen, begann eine neue Ära der

Geschichtsschreibung: Die memoria histórica Spaniens wurde geboren und erfährt seit

einem Jahrzehnt einen regelrechten Boom: Statt Verdrängung der Vergangenheit wird das

bewusste Erinnern zum Dogma der Gegenwart.







Neben Organisationsgründungen zur Wahrung des historischen Erbes wurden auch mediale

Formen wie Literatur und Fernsehen zu Trägern kollektiver Erinnerung. Einen solchen Fall

bildet Soldados de Salamina von Javier Cercas, welches ohne Werturteile im Sinne einer

Versöhnungspolitik einzelne Erinnerungen an den Bürgerkrieg (und vor allem an das

fusilamiento de Rafael Sánchez Mazas) zu einem kohärenten Ganzen zusammenfügt. Es wird

hier einzig und alleine das allgemeine Ziel der memoria histórica verfolgt: den Wert der

Erinnerung an die Geschichte des eigenen Landes zu bewahren, ohne sich in

Schuldzuweisungen und ideologischer Propaganda zu verlieren. Man kann auch getrost

sagen, dass dies gelungen ist. Mag das Leben einzelner Menschen auch vergehen, die

Erinnerung an sie bleibt aufrecht, solange andere versuchen, ihre Geschichte zu wahren und

weiterzuerzählen.









20

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina









5 Quellenangabe



5.1 Bibliographie



Primärliteratur:



CERCAS, Javier (32008/2001). Soldados de Salamina. Barcelona: Tusquets.





TRUEBA, David (2002). Soldados de Salamina. Warner Home Video Española: Lolafilms.





Sekundärliteratur:



ALTMANN, Werner (2009). “Ein literarischer Beitrag zur ‘nationalen Versöhnung’: Soldados de

Salamina von Javier Cercas”. In: Werner Altmann, Walter L. Bernecker und Ursula

Vences (Hrsg.). Debates sobre la memoria histórica en España: Beiträge zu

Geschichte, Literatur und Didaktik. Theorie und Praxis des modernen

Spanischunterrichts Bd. 9. Berlin: Walter Frey. 205-223.





ASSMANN, Jan (62007/1999). Das kulturelle Gedächtnis: Schrift, Erinnerung und politische

Identität in frühen Hochkulturen. München: C.H. Beck.





BASSELER, Michael und Dorothee BIRKE (2005). “Mimesis des Erinnerns“. In: Astrid Erll und

Ansgar Nünning (Hrsg.). Gedächtniskonzepte der Literaturwissenschaft: Theoretische

Grundlegung und Anwendungsperspektiven. Berlin: Walter de Gruyter. 123-147.





BERNECKER, Walter L. und Sören BRINKMANN (2008). Kampf der Erinnerungen: Der Spanische

Bürgerkrieg in Politik und Gesellschaft 1936-2008. Nettersheim: Verlag

Graswurzelrevolution.





BERNECKER, Walter L. (2009). “‘Memorias Históricas’ en España – debates y desarrollos

recientes.” In: Werner Altmann, Walter L. Bernecker und Ursula Vences (Hrsg.).

Debates sobre la memoria histórica en España: Beiträge zu Geschichte, Literatur und

Didaktik. Theorie und Praxis des modernen Spanischunterrichts Bd. 9. Berlin: Walter

Frey. 15-40.





BREITLING, Andris (2004). “Zeit erinnern – Zeit, sich zu erinnern: Zur Proust-Interpretation

nach Paul Ricœur“. In: Andris Breitling und Stefan Orth (Hrsg.). Erinnerungsarbeit: Zu

Paul Ricœurs Philosophie von Gedächtnis, Geschichte und Vergessen. Schriftenreihe



21

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina



des Frankreich-Zentrums der Technischen Universität Berlin Bd. 9. Berlin: BWV. 101-

116.

ERLL, Astrid (2005). “Literatur als Medium des kollektiven Gedächtnisses“. In: Astrid Erll und

Ansgar Nünning (Hrsg.). Gedächtniskonzepte der Literaturwissenschaft: Theoretische

Grundlegung und Anwendungsperspektiven. Berlin: Walter de Gruyter. 249-276.





FROIDEVAUX, Alexandre (2009). “Recuperación de la memoria histórica: una cultura de

recuerdo ‘desde abajo’”. In: Werner Altmann, Walter L. Bernecker und Ursula Vences

(Hrsg.). Debates sobre la memoria histórica en España: Beiträge zu Geschichte,

Literatur und Didaktik. Theorie und Praxis des modernen Spanischunterrichts Bd. 9.

Berlin: Walter Frey. 41-70.





HUMPHREY, Richard (2005). “Literarische Gattung und Identität“. In: Astrid Erll und Ansgar

Nünning (Hrsg.). Gedächtniskonzepte der Literaturwissenschaft: Theoretische

Grundlegung und Anwendungsperspektiven. Berlin: Walter de Gruyter. 73-96.





LABANYI, Jo (2005). “El cine como lugar de la memoria en películas, novelas y autobiografías

de los años setenta hasta el presente”. In: Joan Ramon Resina und Ulrich Winter

(Hrsg.). Casa encantada: Lugares de memoria en la España constitucional (1978-

2004). La casa de la riqueza: Estudios de cultura de España Bd. 6. Frankfurt/Madrid:

Vervuert/Ibreroamericana. 157-171.





TENGELYI, László (2004). “Husserls Blindheit für das Negative?: Zu Ricœurs Deutung der

Abstandserfahrung in der Erinnerung“. In: Andris Breitling und Stefan Orth (Hrsg.).

Erinnerungsarbeit: Zu Paul Ricœurs Philosophie von Gedächtnis, Geschichte und

Vergessen. Schriftenreihe des Frankreich-Zentrums der Technischen Universität

Berlin Bd. 9. Berlin: BWV. 29-39.





WILDNER, Ralph (2005). “Javier Cercas: Soldados de Salamina und Verfilmung von David

Trueba (2001/2003)”. In: Bettina Bannasch und Christiane Holm (Hrsg.). Erinnern und

Erzählen: Der Spanische Bürgerkrieg in der deutschen und spanischen Literatur und in

den Bildmedien. Tübingen: Gunter Narr Verlag. 547-562.







5.2 Webliographie



Titelbild:



„Erinnerung Zeit Dalí“. *n.d.+. Google. [online]. Google Bildsuche.

http://www.msdlists.com/surrealism/images/full%20size/Dali%20Persistence%20of%

20Time.jpg [20. April 2010].





22

LW SE Marlene Rebecca Gumhold

WS 2009/10 Soldados de Salamina









Artikel:



EL PAÍS (19.07.1986). ”Una guerra civil no es un acontecimiento conmemorable“, afirma el

Gobierno: Los 'ultras' celebraron el 50º aniversario”. In: ELPAIS.com - Edición impresa

- España. [online].

http://www.elpais.com/articulo/espana/ESPANA/EXTREMA_DERECHA/GUERRA_CIVI

L_ESPANOLA/PRESIDENCIA_DEL_GOBIERNO_1982-

1986/guerra/civil/acontecimiento/comemorable/afirma/Gobierno/elpepiesp/198607

19elpepinac_13/Tes [22. April 2010].





WIKIPEDIA (21.04.2010).“Schlacht von Salamis“. In: Wikipedia: Die freie Enzyklopädie. [online].

http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Salamis [25. April 2010].









23


Related docs
Other docs by HC11120320215
Slide 1
Views: 116  |  Downloads: 0
Cert. No.
Views: 5  |  Downloads: 0
2008 2009 Enrollment Guide VHS update
Views: 6  |  Downloads: 0
Sheet1
Views: 5  |  Downloads: 0
DRAFT SUMMARY MEETING MINUTES
Views: 0  |  Downloads: 0
??????????????? 2547
Views: 0  |  Downloads: 0
????? ???? ?? ????????????
Views: 13  |  Downloads: 0
03
Views: 0  |  Downloads: 0
opm-songpack#3
Views: 3  |  Downloads: 0
By registering with docstoc.com you agree to our
privacy policy

You are almost ready to download!

You are almost ready to download!