alfred
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Allgemeine
Literaturwissenschaft
Literatur als Sprachgestaltung
Fragen
erlernbare Elementen der Textgestaltung
analytische Vorgangsweise
Autor
poeta doctus mit gewisser allgemeiner und vor
allem literarischer Bildung
Topik (= rhetorische Mittel) lange Zeit einziger
Hinweis auf Stil eines Autors
Aeraria poetica: Sammlungen von Mustern für Bilder
doctrina – exempla – imitatio
Horaz: Ars poetica
Versepistel
genus demonstrativum
Definition von Gattungen und ihren Eigenschaften
in eine Tradition gestellt
zugehörige Sprache beschrieben
gesellschaftliche Funktion der Dichtung reflektiert
Bedingungen für vollkommenes Kunstwerk
skizziert
Gegenstand und Sprache
pictoribus atque poetis quidlibet audendi sempre
fuit aequa potestas. (9-10)
non ut serpentes avibus geminentur, tigribus agni.
(12-13)
sumite materiam vestris, qui scribitis, aequam
viribus et versate diu, quid ferre recusent, quid
valeant umeri. (38-40)
nova fictaque nuper habebunt verba fidem, si
Graeco fonte cadent parce detorta. (52-53)
si volet usus, quem penes arbitrium est et ius et
norma loquendi. (71-72)
Überzeugungskraft
cur ego si nequeo ignoroque poeta salutor ? (87)
non satis est pulchra esse poemata: dulcia sunto et
quocumque volent animum auditoris agunto. (99-
100)
Aristoteles, Rhetorik 3.7: Korrelation zwischen
Sprache und Emotion, Charakter, Gegenstand. Man
muss das Publikum von der Echtheit der Gefühle
überzeugen.
aetatis cuiusque notandi sunt tibi mores (156)
respicere exemplar vitae morumque iubebo doctum
imitatorem et vivas hinc ducere voces. (317-318)
Gestaltung
intererit multum, divusne loquatur an heros, maturusne
senex an adhuc fiorente iuventa fervidus, et matrona
potens an sedula nutrix (114-116)
audes personam formare novam, servetur ad imum,
qualis ab incepto processerit, et sibi constet. (125-127)
neve minor neu sit quinto productior actu fabula (189-
190)
nec deus intersit, nisi dignus vindice nodus inciderit
(191-192)
nec quarta loqui persona laboret (192)
Zweck der Dichtung
aut prodesse volunt aut delectare poetae aut simul
et iucunda et idonea dicere vitae. (333-334)
sic animis natum inventumque poema iuvandis, si
paulum summo decessit, vergit ad imum. (377-378)
natura fieret laudabile carmen an arte, quaesitum est
(408-409)
Es braucht Kunst und Inspiration (furor).
Es geht allgemein um die Einstellung zur Kunst
keine deskriptive Poetik, das ist eher Aristoteles
Aristoteles
Mimesis der Natur
mögliche Welt auf der Bühne
Tragödie als gemeinsame Handlung
katharsis durch eleos (Mitleid) und phobos (Schrecken)
Impfung des freien Staatsbürgers gegen
Schicksalsschläge
Handlung im Verlauf eines Tages
Renaissance und Klassik
Poetiken der Antike Grundlage für moderne Literatur
Gesetz der drei Einheiten (Ort, Zeit, Handlung)
Ständeklausel, Fallhöhe, Dramenstruktur usw.
Girolamo Vida, Poetica (1520)
Philip Sidney, Defence of Poetry (1595) – Die wahre Poesie
ahmt nach, um zu belehren und zu erfreuen.
Martin Opitz, Buch von der deutschen Poeterey (1624) –
Anwendung der Prinzipien auf deutsche Literatur
Nicolas Boileau, L’art poétique (1674) – Normen der
klassischen Dichtung aus Horaz und Aristoteles
Johann Christoph Gottsched, Versuch einer critischen
Dichtkunst (1729)
Sprachlicher Text
Phoneme: einzelne Lauteinheiten (a, Syntax: regelgesteuerte
e, i), deren Verknüpfung erst Verknüpfung von
Sinneinheiten schafft Bestandteilen des Lexikons
Morpheme: kleinste sinntragende zu größeren Sinneinheiten
Einheiten, deren Kombinationen ein Prosodie: Intonation, die die
Wort ergeben: mög - lich, mög - en; Bedeutung von Wörtern
re - vital - isieren; wurm - isieren
oder Sätzen auch verändern
Lexikon: Verzeichnis der möglichen kann (Ironie, Pathos)
oder tatsächlichen Wörter einer
Sprache Diskurs: Verbindung von
Semantik: Bedeutung, die mit den Satzeinheiten zu einem Text
einzelnen Wörtern verbunden ist (= nach gewissen typologi-
das Konzept von Dingen, nicht die schen Regeln (Brief, SMS,
Dinge selbst) Billet)
Übertragung eines Textes
Übersetzung eines Textes
Funktionen eines Textes
the creative function of generating new messages
the artistic function of the stylistic choice and of the
poetic transformation of the language
the function of memory in the culture
Strukturalismus – Alltagssprache
Achse der Selektion
(unter Äquivalenzen = Paradigmata)
s1 o1
s2 p1 o2
s3 p2 o3
s4 o4
Achse der Kombination
(Syntagmata mit bestimmten Regeln)
produzierte Sätze:
s1+p1+o1: Le ciel + brille + de lumière.
s2+p2+o2: Le firmament + est plein + de la vaste clarté.
s1+p2+o1: Le ciel + est plein + de lumière.
Strukturalismus – poetische Sprache
Roman Jakobson: „Die poetische Funktion überträgt
das Prinzip der Äquivalenz von der Achse der Selektion
auf die Achse der Kombination.“
s1+p1+o1
s2+p2+o1 s1+p3+o5
s1+p2+o3 s2+p2+o4+o3..
poetischer Text = ausgewählte Kombination
Le firmament est plein de la vaste clarté;
Tout est joie, innocence...
(Victor Hugo: Les Contemplations I/4)
Funktionen und Strukturen
Funktionen in einer Märchenerzählung (Vladimir J. Propp:
Morfologia della fiaba. Turin 1966):
1 allontanamento; 2 divieto; 3 infrazione;
4 investigazione; 5 informazione; 6 inganno;
complicità involontaria; 8 danneggiamento; 9 missione;
10 partenza; ...
29 trasfigurazione; 30 punizione; 31 nozze / ascesa al
trono
7 personaggi fissi:
l’eroe; l’antagonista; il donatore; l’aiutante; la principessa
/ il re; il mandante; il falso eroe.
Funktionen und Strukturen
Makrostruktur eines Krimis (Claude Bremond: Logique du
récit. Paris 1973)
1. Rätsel → 2. Nachforschung – Aufklärungstätigkeit
{2.1. Prüfung der Indizien – Beobachtungen →
2.2. Erstellen einer Hypothese – Schlussfolgerungen
[2.2.1. Erstellen eines Tests → 2.2.2. Durchführung des
Tests → 2.2.3. Testerergebnis positiv] →
2.3. Hypothese überprüft} → 3. Rätsel gelöst.
Möglichkeit von Schleifen wegen blinder Motive
Permutation in einem Liebesroman (Franziska Ruloff-Häny:
Liebe und Geld. Zürich 1976)
Erzählsequenzen
1. Held und Heldin lieben sich, aber jeder der beiden glaubt, dass
der andere ihn nicht liebe.
2a. Sie lieben sich, aber er glaubt, dass sie ihn nicht liebe.
2b. Sie lieben sich, aber sie glaubt, dass er sie nicht liebe.
2c. Variation zu 2a: Sie glaubt, ihn nicht lieben zu dürfen.
2d. Variation zu 2b: Er glaubt, sie nicht lieben zu dürfen.
3a. Er glaubt, die ihn treu Liebende nicht zu lieben, erkennt aber
schließlich ihren wahren Wert.
3b. Sie glaubt, den sie treu Liebenden nicht zu lieben, erkennt
aber schließlich seinen wahren Wert.
4a. Erst liebt er die Falsche, dann die Richtige (diese hat
unterdessen treu auf ihn gewartet).
4b. Erst liebt sie den Falschen, dann den Richtigen.
4c. Variation zu 4a: Der Frauenheld, der die wahre Liebe kennen
lernt. Erst liebt er falsch, dann liebt er richtig. ...
Aufbau von Texten
Fabel / Plot (bei Aristoteles auch Mythos)
Grundplan im Handlungsverlauf: Stoff (sachlicher Inhalt) und
verwendete Motive (Ausgestaltung durch Personen und Orte)
Stoff: Opferung der Tochter für den Ruhm, Sühne für Elternmord,
Opfer der eigenen Person für Vaterland usw.
Motiv: Orakel, Erscheinen eines Geistes, Prüfung durch Fragen usw.
Stoff und Motive durch Tradition aneinander gebunden: Iphigenie,
Don Juan usw.
Je konventioneller der Stoff und die Motive, desto deutlicher ist die
besondere Ausgestaltung zu erkennen.
Motivanalyse erster Schritt für Strukturanalyse
Haupt- und Nebenmotive; Leitmotive; blinde Motive (im Krimi zur
Irreführung z.B.)
Makrostruktur / Mikrokontext: inhaltlich und formal
Komposition: formaler Aufbau (Akte, Strophen usw.)
Originalität eines Textes
Plagiat und Verfälschung
umstrittene Fälle:
The Vampyre 1819 (John Polidori / Lord Byron);
Mémoires inédits de Joseph Balsamo 1841 (Cagliostro /
Pierre Cousin); Die Forschungsreise des Afrikaners Lukanga
Mukara ins innerste Deutschland (Hans Paasche, 1913) –
Der Papalagi (Erich Scheurmann, 1920).
passive und aktive Rezeption
Literarisches Zitat: ironische Abwandlung; Hinweis auf
passive oder aktive Rezeption
Plagiat?
Plagiat oder Zitat ?
manche Details des Pferdes stimmen überein
andere weichen ab
Hauptfiguren verhalten sich anders
Wilhelm von Ockham: ý 1350, Nominalist
Mönche glauben an Autorität
Kopf usw. bei Isidor von Sevilla: Etymologiae;
Brunello Name eines Pferdes bei Buridan
Zadig als Magier angeklagt
Aberglaube verdunkelt die Gehirne
Spielerische Verfremdung
Limerick Calembour(g) / Kalauer
There was a young lady Algorithmen und Regeln
from Riga Bah! Beh! Bi beau: but
Who smiled when she rode Caquet: qui cocu?
on a tiger. Dad est dit dodu
They came back from the Faf’ et fifre au fût!
ride Gag: Eh, Guy gogues hue!
with the lady inside
and the smile on the face of
the tiger.
5 Zeilen aa bb a
Sprachspiele
Computerlyrik = Aleatorik
Cyberlyrik = aleatorische Lektüre
Figurative Poesie
Oulipo = Ouvroir de littérature potentielle
Verformung nach technischen Regeln (nur mit einem
Vokal, oder ohne einen bestimmten Konsonanten,
Anfangsbuchstaben des folgenden Wortes vorgegeben,
Vokalfolge vorgegeben, Wechsel der Stilebenen usw.)
Georges Pérec, Raymond Queneau, Italo Calvino
Ecriture automatique / automatischer Text
Paraphrase
Arma virumque cano, Troiae qui primus ab oris
Italiam fato profugus Laviniaque venit
litora, multum ille et terris iactatus et alto
vi superum saevae memorem Iunonis ob iram...
Le donne, i cavallier, l’arme, gli amori,
le cortesie, l’audaci imprese io canto,
che furo al tempo che passaro i Mori
d’Africa il mare, e in Francia nocquer tanto,
seguendo l’ire e i giovenil furori
d’Agramante lor re...
Vergil: Aeneis – Ludovico Ariosto: Orlando furioso
Parodie – Satire – Karikatur
Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht,
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Möcht ich mit dir, o mein Geliebter ziehn.
Kennst du das Land, wo die Faschisten blühn,
im dunkeln Laub die Diebslaternen glühn,
ein Moderduft von hundert Leichen weht,
die Freiheit still und hoch der Duce steht?
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
möcht ich mit dir, mein Adolf Hitler ziehn!
J. W. v. Goethe – Erich Mühsam
Normative Poetik und Rhetorik
schreiben Gestaltungstechniken vor Genus-Lehre
z.B. Gesetz von den drei Einheiten Zuordnung von Stoff
Klassische Rhetorik und Darstellungsweise
genus iudiciale (gerichtliche Rede) auf drei Ebenen
g. deliberativum (politische Rede) Forderung des aptum
g. demonstrativum (sachliche Rede) (Angemessenheit)
5 Hauptschritte: genus grande /sublime
inventio (Stoffsammlung) genus medium /
dispositio (Aufbau, Motive) mediocre
elocutio (Ausformulierung) genus subtile / humile
memoria (Lernen)
actio (Vortrag)
Rota Vergilii
Johannes von
Garlandia
(13. Jh.)
gravis stylus
Aeneis
mediocris stylus
Georgica
humilis stylus
Bucolica
Modus und Schriftsinn
Dante in Brief an Can Gregor d. Gr. (~ 600)
Grande della Scala sensus litteralis
modus tractatus = äußere sensus allegoricus
Gliederung des Textes sensus moralis
(Bücher, Gesänge,
Strophen, Verse) sensus anagogicus
modus tractandi = Jerusalem
Behandlungsweise = eine Stadt auf Erden
= die Kirche
z.B. poeticus, fictivus,
= die Seele der Gläubigen
descriptivus, digressivus …
= die himmlische Stadt
Exegese des vierfachen
Dante Alighieri: plurisemico
Schriftsinns
Rhetorische Figuren
1) Lautfiguren: 2) Wortfiguren:
Gestaltungsweise des Textes Chiasmus (Spiegelung)
auf lautlicher Ebene, Vokal- Les riches plafonds
oder Konsonantenfolge Les miroirs profonds
a) repetitiv: durch Anapher
Wiederholung, Anagramm
Beschwörungsformeln, Amor - Roma, amari – Maria
Rituale Katachrese: Fehler durch
b) alliterativ: immer mit Kombination zweier Bedeutungen
gleichem Anlaut Geldmagnet, Visionen des
Pour qui sont ces serpents Eukalyptus, Elephantom
qui sifflent sur ma tête? 3) grammatikalische Figuren:
veni – vidi – vici
Änderungen der Position
c) expressiv: Wiedergabe von
Emotionen mit Zeitenverwendung: historisches
konventionellen Mitteln Präsens
4) Gedankenfiguren:
Bild: zusätzlich zum wörtlichen Sinn wird ein weiterer eingeführt
(analog, vergleichend, symbolisch, allegorisch)
Il pleure dans mon coeur comme il pleut sur la ville..
Symbol: Sinnbild; Übereinstimmung von zwei wesentlichen
Elementen
Justiz – Waage → Ausgewogenheit; Verräter – Schlange →
Hinterhältigkeit.
Metapher: Übertragung auf einen anderen Ausdruck durch
Ausnützen gemeinsamer Bedeutungselemente; Winkel der
Bedeutungslinien
Kamel – Schiff der Wüste → durchquert Wogen der Dünen.
Emblem
Gedankenfiguren
Metonymie: Umbenennung
Ersatz des eigentlichen Begriffes durch einen
Eigennamen
Ersatz des Inhalts durch den Behälter
Oxymoron
Antithese
ghiaccio bollente – Icy Fire
Pleonasmus
Klimax: Steigerung
Friends, Romans, Countrymen
Konzept und Konnotation
Denotat und Konnotat
Denotat = konventionelles Konzept
Konnotat = individuelle Vorstellung
André Martinet: La connotation, c’est tout ce qui dans
l’emploi d’un mot, n’appartient pas à l’expérience de
tous les utilisateurs de ce mot dans cette langue.
Konnotationsmodell von Louis Hjelmslev:
Denotat 1. Ausdruck 2. Inhalt
3. Zeichen
Konnotat I. Ausdruck II. Inhalt
III. Zeichen
Metrik
Gliederungsprinzipien
Rhythmus und Vers
Rhythmus – auf Akzent ausgerichtet
Metrum – Anzahl und Qualität der Silben
alternierend, akzentuierend und quantitierend
romanische Sprachen alternierend
einsilbige Hebungen und Senkungen in bestimmter
Silbenzahl
˘˘˘˘˘˘ ˘˘˘˘˘˘
→ große Bedeutung des Endreims
Metrik
germanische Sprachen akzentuierend
Rhythmus (Versfüße) von Hebungen und Senkungen
Versakzent = Wortakzent
΄˘˘ ΄˘˘ ΄˘˘ ΄˘˘ ΄˘˘ ΄˘˘
klassische Antike quantitierend
Füße aus langen und kurzen Silben
–˘˘ –˘˘ –˘˘ –˘˘ –˘˘ –˘˘
Ersatz von Doppelkürzen durch eine Länge
kein Endreim
Übergänge in mittelalterlicher Dichtung
Versfüße und Reime
Jambus Spondeus
kurz-lang bzw. lang-lang
unbetont-betont Peter Luder 1456
Dialog im griechischen Versus quidem exameter habet
Drama sex pedes Primus enim potest/
Alexandriner esse spondeus uel dactilus
= 6 Jamben secundus spondeus uel dactilus/
tercius spondeus uel dactilus
Trochäus Quartus similiter Quintus dac/
lang-kurz tilus tantum Sextus spondeus uel
Anapäst trocheus ut in multis/
kurz-kurz-lang uersibus declarabimus Sed in
uersu penthametro primo/
Daktylus debemus ponere spondeum uel
lang-kurz-kurz dactilum ...
Reim, Strophen und Cursus
Reim Strophen
männlich (auf Hebung endend, mit meist syntaktische
Kleinbuchstaben) Einheit
weiblich (auf Senkung endend, im 3-12 Verse
Franz. Konsonant + e, mit isometrische und
Großbuchstaben) heterometrische
Fülle des Reimes nach Anzahl der Strophe
Silben Distichon
Schema in der Abfolge usw. Cursus
fortgesetzter (aaa) rhythmischer
gepaarter (aaBB) Satzschluss der
Kunstprosa
umschlungener (aBBa)
2 mindestens
gekreuzter (aBaB) dreisilbige Endwörter
Binnenreim (..a..a/..B..B)
Epische Formen
Einfache Roman
Märchen, Sage, ständige Formensuche
Legende
Aussageweise (empfindsam,
Großformen didaktisch, satirisch)
Roman, Epos
Form (Ich, Brief, Rahmen)
Kleinformen
Gehalt (Abenteuer,
Novelle,
Kurzgeschichte, Entwicklung, Krimi,
Anekdote; Satire; Gesellschaft, Heimat)
Verserzählung, Niveau (trivial, experimentell)
Ballade, Romanze
Formen
Dramatische Lyrische
Tragödie, Komödie, fixierte Gebilde aus
Melodram, Drama, Strophen, Versen und
Lustspiel… Reimen (feste Formen)
Traditionelle Gliederung Sonett: 14 Zeilen, 4 + 4 +
in Akte 3 + 3 Verse
Einsatz des Chores Kanzone: 5-10 Strophen
von 13 Elfsilblern
Zuordnung einer
bestimmten Versart Tenzone: Wechselgesang
in bestimmten Strophen
usw.
usw.
Moderne rhetorische Analyse
Gestaltungsmittel
a) Stilprinzipien
Angemessenheit
Richtigkeit
Klarheit
b) Stilkategorien
Disposition
syntaktische Figuren
Tropen
c) Stilarten
Stil
6 Modelle:
a) Stil als Hinzufügung
b) Stil als Stimmigkeit
c) Stil als Abweichung von der Norm
d) Stil als Auswahl
e) Stil als individuelle Sprachcharakteristik
Le style, c’est l’homme lui-même. (Buffon)
f) Stil als konventionelle Sprachcharakteristik
Stilstatistik
Verhältnisse einer Stichprobe (einzelner Text) zu
Gesamtkorpus (alle erfassten Texte)
standardisierte Abweichung des Vokabulars, des
Satzbaues usw.
in Relation zu anderen Werken des Autors oder der
Epoche – spezifische Zeichensetzung,
Schlüsselvokabular für Werk, Autor oder Epoche;
Verteilung der Phänomene über den Text
Hinweise auf Archaismus und Neologismus, bzw.
Preziosität des Vokabulars
Leser und Literaturgeschichte
Heranbildung des Geschmacks und Beurteilung
des Textes nach sprachlichen Merkmalen
sprachliche Kunstfertigkeit fordert
Anerkennung
Periodisierung auf Grund gemeinsamer
Stilmerkmale oder vorherrschender Gattungen
(= Gemeinsamkeit von diesen Merkmalen)
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