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11/26/2011
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German
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59
Institut für Psychologie

AFP/Arbeitsstelle für

Forensische Psychologie

Zur Psychologie der Schweren

Belästigung und Nachstellung

(Stalking)

und ein kurzer Blick auf die Rechtslage in Europa





Hans-Georg W. Voß



Folien im Internet:

http://www.stalkingforschung.de

STALKING

• Phänomenologie

• Persönlichkeit und Psychopathologie

• Theoretische Ansätze

• Management von Stalkingfällen

• Ein kurzer Blick auf die Rechtslage

Phänomenologie des Stalking

• Definition



• Verbreitung und Vorkommen



• Erscheinungsbild

Definition

engl. für „Pirschjagd“





• „Das willentliche, wiederholte

Verfolgen oder Belästigen einer

Person, deren physische und

psychische Unversehrtheit und

Sicherheit dadurch bedroht wird“

• Typische Äußerung einer Betroffenen:

• "Ich gehe auf niemanden mehr zu, geh'nicht

mehr alleine raus und schließe mich zuhause

ein, verriegele die Türen und Fenster,

kontrolliere vor jeder Fahrt mein Auto genau,

habe Angst, in den Briefkasten zu sehen,

fühle mich ständig verfolgt, da er gedroht hat:

'Wenn ich mit Dir fertig bin, kannst Du nicht

mehr normal leben' ".

Definition



Teilkonzepte/Verwandte Konzepte



- Erotomanie (Paranoia erotica,

deClérambault-Syndrom)



- Obsessives Verfolgen von (potentiellen)

Beziehungspartnern

Erotomanie

• Synonyme:

• Latein: amor insanus, paranoia erotica

• Englisch: delusional loving, Old maid‘s insanity

• Französisch: L‘amour de la tète, monomanie

érotique

• Deutsch: Erotomanie, Erotische Melancholie,

Geliebtheitswahn, Sensitiver Beziehungswahn



Definition:

• Der Wahn, geliebt zu werden

Obsessives Verfolgen von

(potentiellen) Beziehungspartnern

(engl. obsessive relational intrusion)

„Wiederholtes, unerwünschtes Verfolgen

und Eindringen in die physische oder

symbolische Privatsphäre einer Person

durch einen Fremden oder einen

Bekannten, der eine intime Beziehung

herbeiwünscht oder verlangt“

Strukturell vier Hauptelemente



– Die Handlung ist gewollt (intentional)



– Explizite oder implizite Bedrohung



– Resultierende Furcht/Angst

Phänomenologie des Stalking

• Definition



• Verbreitung und Vorkommen



• Erscheinungsbild

Verbreitung und Vorkommen

DARMSTÄDTER STALKING STUDIE (2001-2003)

551 über Internet befragte Opfer

• Gender

Zielpersonen: 86% weiblich, 14% männlich

15 bis 60 Jahre, Mittelwert: 34

Täter: 17% weiblich, 83% männlich

• 15 bis 70 Jahre, Mittelwert: 38

• Verfolgungsdauer

• Mittelwert: 26 Monate (1 Monat bis 21 Jahre)

DARMSTÄDTER STALKING STUDIE



• Täter

– Zahl der untersuchten Personen: 98

– Alter: 13 bis 58 J. , Mittelw. 32 J.

– Familienstand: 70% ledig, 10% geschieden

o.verwitwet, 20% verheiratet

– Gender: 41% weiblich

Verbreitung und Vorkommen

• Beziehungskonstellation Zielperson/Täter

- Ex-Partner/in 49 %

- Bekannte/r 14 %

- Arbeitskollege/in 8 %

- Fremde/r 8 %

- Sonstige 7 %

- Freund/in 5 %

- Professionelle Bez. 4 %

- Ex-Partner/in von

Partner/in 3 %

- Familienmitglied 2 %

Dauer und Häufigkeit der Kontakte

• Dauer

im Mittel 28 Monate (1 Monat bis 30

Jahre)

24% länger als 1 Jahr

• Häufigkeit

einige Male 4%

mehrmals im Monat 13%

mehrmals in der Woche 26%

täglich 12%

mehrmals täglich 46%

Stalking-Verhaltenskategorien

 Hyperintimität, exzessives Interesse an Beziehung

 Annäherung, Beobachten, Nachfolgen

 Invasion, Betreten des Privatgeländes, Wohnung

 Ausspionieren von Angehörigen, Bekannten

 Verängstigen und Belästigen

 Bedrohen, Kontrollieren, Druck (auch physisch)

 Aggression, Gewalt (auch sexuelle)

Art der Kontaktaufnahme

Mehrfachnennungen, Angaben in %

• Telefonanrufe (85)

• Herumtreiben in der Nähe (68)

• Über Dritte (65)

• Im Umfeld nach Zielperson fragen (55)

• Vor Haustür stehen (54)

• Briefe (50)

• SMS (47)

• Nachlaufen (44)

• Unerwünschte Geschenke (43)

• Wortloses Dasitzen/Dastehen (39)

• Nachrichten an Auto/Haustür (35)

• E-Mails (35)

• Verfolgen mit Auto (35)

• Beschädigung von Eigentum (26)

• Eindringen in Wohnung (18)

• Schockierende Dinge verschicken (13)

• Dienstleistungen i. N. der Zielperson (10)

Psychische Auswirkungen

Mehrfachnennungen, in %



• Gefühl der inneren Unruhe (82)

• Nervosität, Schreckhaftigkeit (72)

• Angst (72)

• Mißtrauen gegenüber anderen (69)

• Wut, Reizbarkeit, Aggressionen (68)

• Depressionen (49)

• Panikattacken (33)

• Keine (2)

Auswirkungen allgemein

(andere Studien)

• Persönlichkeitsveränderungen (83%)

• Veränderungen im Alltag (82%)

• Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen (73%)

• Höhere Gewaltbereitschaft und Gewaltausübung

in der Beziehung, aggressiver (27%)

• Selbst häufiger Opfer von Gewalteinwirkung

(sexuell und nicht-sexuell), dabei in mehr als

40% der Fälle Verletzungen

Persönlichkeit und Psychopathologie

• Einteilung nach unterschiedlichen

Verhaltensweisen und Krankheitsbildern



• 5 Haupttypen (n. Mullen et al, 2000)

Typologie





Der zurückgewiesene Stalker

• Größte Gruppe

• Meist Ex-Partner

• Oft Motivations-Mix aus Wut und

Wiederannäherung

• Glauben, dass Opfer sie provoziert

• Auch Rachegefühle (narzisstische

Kränkung)

Typologie

Der beziehungssuchende Stalker

• Fehlwahrnehmung von Beziehung

• Ignorieren/Uminterpretieren von

Feedback des Opfers

• Idealisieren des Opfers, „Verehrertypen“

• Oft isolierter Lebensstil des Täters

• Opfer kann als Partner/Freund/

Elternfigur gewünscht werden

• Unempfindlich gegenüber Abwehr

Typologie

Der rachsüchtige Stalker

• Opfer steht für Unrecht, das dem Täter

vermeintlich angetan wurde

• Täter wollen Ohnmacht in Macht

wandeln

• Opfer soll Angst und Verzweiflung

spüren

• Täter fühlen sich berechtigt zu stalken,

selbst als „Opfer“, das Vergeltung übt

Typologie

Der attackierende Stalker

• Täter immer männlich

• Stalking ist Vorstufe zur Gewalttat

(Ausspähen, Macht-Fantasien, Üben)

• Häufig sexuelle Gewalttat

• Opfer bemerken Stalking nicht

• Täter manchmal Defizit bei sozialem

Beziehungsnetzwerk

(Einzelgängertypen)

Typologie

Erotomane, morbide, krankhafte Stalker

• Meist psychopathische Persönlichkeit,

häufig paranoide Störung

• Motivation Kontrolle/Dominanz

• Opfer als „Jagdobjekt“

• Subtile Stalking-Techniken

Dimensionen

• Nach Verhalten:



– proximal (vor Haustür stehen, Nachlaufen,

Auflauern, mit Auto verfolgen)



- distal (Brief, Geschenke, Notizzettel an Tür

u. Auto, e-mail, SMS, Telefon)

Dimensionen

• nach Motivation

– egozentrisch-aggressiv

– "Liebeswahn"

– "schicksalhafte Liebe"

– narzisstisch gekränkt, rachsüchtig

– realitätsfern

– zwanghaft

Typologie

• Narzisstisch

gekränkte/Gewalttätige (64 %)

• Obsessive (16,5 %)

• Liebeswahn/schicksalhafte

Bindung (16,5%)

• Realitätsferne (3 %)

Risikofaktoren und Pathologie

• Häufig Arbeitslosigkeit (50%)

• Andere Stressoren (80%)

• Drogen- und Alkohol-Mißbrauch (50%)

• Häufig Delinquenz

• Sozial inkompetent und unangepaßt, häufig

in keiner engeren Beziehung (75%)

• In klinischen Populationen Störungen auf

Achse I und Achse II des DSM (14%)

Pathologie

• Diagnostic and Statistical Manual of Mental

Disorders (DSM)

– Achse I: Schizophrenie und andere psychotische

Störungen, Wahnhafte Störungen,

Stimmungsschwankungen und Depression ,

Angststörungen und zwanghafte Störungen



– Achse II: Persönlichkeitsstörungen

• Paranoide, schizoide Typen (exzentrisch, „seltsam“)

• Antisoziale, Borderline, Histrionisch, Narzißtisch

• Vermeidende, Abhängige, Zwanghafte

Theoretische Ansätze

• Bindungstheorie

• Psychoanalytische

Objektbeziehungstheorie

• Narzissmustheorie und

Psychopathologie

Bindungstheorie



• mißlungener Aufbau einer stabilen und

vertrauensvollen Bindung an die primären

Bezugspersonen (unsichere Bindung)

• „Arbeitsmodell“ für Beziehungen im späteren

Leben

• pathologische Bindungs- und Beziehungsmuster

im Erwachsenenalter

• Auslöser: aktuelle Ereignisse, die einen Bezug zur

frühen Bindungsgenese aufweisen

Antecedenz-Konsequenz-Beziehungen

• Stalking basiert auf Erfahrungen in der

Herkunftsfamilie

– Scheidung/Trennung der Eltern

– Geschichte von Gewalt in der Ehe d. Eltern

– Geschichte des Scheidungs-/Trennungsprozesses

– Erfahrungen mit ehelichen Auseinandersetzungen

• Verlust der Bindungsfigur in der Herkunftsfamilie

- Traumatisierung und Wiederbelebung

Bindungsmodell bei Erwachsenen

(n. Bartholomew & Horowitz, 1991)

.

Modell von sich selbst

positiv negativ



besitz-

Modell sicher positiv

ergreifend

vom

Anderen

zurück- ängstlich

negativ

weisend

Stalking and pathologische Bindungstypen



• Besitzergreifender Stalker

obsessive Gedanken,instabile Affekte

• Ängstlich gebundener Stalker

ähnlich dem Besitzergreifenden, doch vermeidet

er wegen der negativen Sicht auf Andere enge

Beziehungen, mit dem Ergebnis chronischer

Frustration und unbefreiedigter

Bindungsbedürfnisse



Vermeidend gebundener Stalker

hält emotionale Distanz ein

Psychoanalytische Objektbeziehungstheorie



• Aufbau eines instabilen Selbst in der Frühen

Kindheit

• dynamische Balance zwischen

Autonomie/Trennung und Affiliation/Nähe

• Spaltung und Folgen: extreme Idealisierung

des Liebesobjekts im Wechsel mit extremer

Abwertung und Verfolgung

Narzißmustheorie und

Psychopathologie

• narzisstische Persönlichkeitsstörung als

Basis für Verfolgen und Belästigen

• Auslöser: erneute Kränkung/

Zurückweiseung, die an früher Erlebtes

anknüpft/erinnert

• Primäre Motivation: Ärger, Feindseligkeit

Management-Strategien

• Annäherungs-/Kontaktverbot

Früherer Erfolg derartiger

Maßnahmen?

• Vorgeschichte körperlicher Gewalt

gegen Opfer?

• Ausmaß der Besessenheit

• Durchsetzungskraft lokaler Polizei

& Justiz

Konsequenzen

• Anzeige bei Polizei 36%

• Polizeilicher Kontakt mit Täter 4%

• Festnahme 7%

• Kontaktverbot ausgesprochen 4%

• Einweisung in Psychiatrie 0,5%

• Geldstrafe 29%

• Auflagen des Gerichts 29%

• Unterlassungsklage 14 %

• Polizeiliche Anordnungen 14 %

• Gerichtsverfahren eingestellt 14 %

• Keine 22%

Konsequenzen



Verfolgung/Belästigung aufgegeben 64,3%

(davon 84% "distales" Stalking)

Verfolgung/Belästigung trotz Widerstand

fortgeführt 35,7 %

Auswirkungen auf Verfolger:

– Depression (68)

– Innere Unruhe (65)

– Schlafstörungen (56)

– Angst (46)

– Gedankliche Fixierung, Obsession (29)

Management von Stalking-Fällen



• Zweistufiges Vorgehen



– Risiko-Analyse des Falles



– Entwicklung vorbeugender und

curativer Maßnahmen

Risiko-Analyse

 Informationsquellen

 Überdauernde Risikofaktoren

 Dynamische Risikofaktoren

 Situative Risikofaktoren

Informationsquellen

• Objektive Daten (Briefe, Nachrichten)

• Interview mit Opfer

• Berichte anderer Personen

• Protokolle (Opfer, Polizei)

• Beobachtungen vor Ort

Überdauernde Risikofaktoren

• Vorstrafen/frühere Gewalt

• Stalker-Opfer-Vorbeziehung

• Aktuelle Opfer-Täter-Beziehung (Kinder?)

Dynamische Risikofaktoren

Täter

• Feindseligkeit

• Gewaltbereitschaft

• Soziale Ressourcen

Dynamische Risikofaktoren

Opfer

• Einsichtsfähigkeit

• Emotionale Belastbarkeit

• Soziale Ressourcen

Situative Risikofaktoren

• Räumliche Distanz

• Alltagsstruktur, Gewohnheiten

• Räumliche „Pufferzonen“

Management von Stalking-Fällen





• Zweistufiges Vorgehen



– Risiko-Analyse des Falles



– Entwicklung vorbeugender und

curativer Maßnahmen

Vorbeugung und Therapie

• Management-Strategien

• Team-Ansatz (Psychol.,Jurist.,Päd.)

• Gute Vorbereitung/Planspiele

• Offensive vs. Defensive Strategien

• Vernetzung (Ämter, Ressourcen)

• Gerichtliche/polizeiliche Maßnahmen

Vorbeugung und Therapie

• Therapeutische Intervention

• Für Täter:

- bisher nur i.R. klinischer Fälle

– Beratung

– Therapie in gemischten Fällen (Drogen, Alkohol)

• Für Opfer:

- Psychotherapie des posttraumatischen

Belastungssyndroms, Traumatherapie

- Psychotherapie sonstiger Folgen des Stalking

- Unterstützende Medikation

Stalking Gesetzgebung in Europa







Source:

PROTECTING WOMEN FROM THE NEW CRIME OF STALKING:

A COMPARISON OF LEGISLATIVE APPROACHES

WITHIN THE EUROPEAN UNION

FINAL REPORT, UNIVERSITY OF MODENA AND REGGIO EMILIA, MODENA GROUP ON STALKING

IN COOPERATION WITH

University of Amsterdam, Department of Clinical Psychology (The Netherlands)

Catholic University of Leuven, Department of Criminal Law and Criminology (Belgium)

Barnet, Enfield & Haringey, Mental Health Nhs Trust, North London Forensic Service (UK)

University of Maribor, Faculty of Criminal Justice and Security (Slovenia)

Universitat Autònoma de Barcelona, Department de Ciència Politica i de Dret Pùblic (Spain)

National Bureau of Investigation of Vantaa, Süomi (Finland)

Technical University of Darmstadt, Centre of Forensic Psychology (Germany)

FOR THE EUROPEAN COMMISSION

WITH FINANCIAL SUPPORT FROM THE DAPHNE II PROGRAMME

EUROPEAN COMMISSION-DIRECTORATE GENERAL JUSTICE AND HOME AFFAIRS







| | 51

Member States with a specific law against stalking



Specific law provisions: 8 countries

Austria, Belgium, Denmark, Germany, Ireland, Malta, Netherlands, UK









No specific law:17 countries





Cyprus, Czech Republic, Estonia, Finland, France, Greece,

Hungary,

Italy, Latvia, Lithuania, Luxembourg, Poland, Portugal, Slovakia,

Slovenia,

Sweden, Spain







| | 52

Member States with a specific law against stalking:

entering into force and penalties.





country date of imprisonment fine restraining

entering maximal orders

into force



Austria 2006 1 year - yes

Belgium 1998 2 years - yes

Denmark 1933 2 years yes yes

Germany 2002/07 10 years yes yes

Ireland 1997 7 years yes yes

Malta 1997 6 months yes yes

Netherlands 1997 3 years yes yes



England 2000 5 years yes yes







| | 53

Elements of the conduct according to the law

definition.



anxiety by expectation of intent of

countries

victim violence perpetrator

Austria - - -

Belgium - - yes

Denmark yes - yes

Germany - yes yes

Ireland yes - -

Malta yes yes -

Netherlands - - yes

UK yes yes -

for the lower level of for the higher level of

offence offence









| | 54

Anti-Stalking legislation in Europe: Conclusions





•Among the EU Member States, only 8 have specific anti-stalking legislation:

Austria,Belgium, Denmark, Germany, Ireland, Malta and the United Kingdom.



•Some countries have introduced a new article into the existing Penal

Code,



•some have passed a specific act against harassment which is intended to

cover not only such conduct but also stalking.



•The process of criminalization of stalking in Europe is characterised

by a different procedure among the 8 Countries that have passed a

specific law.



•In the other European countries where there is not a specific law, it

is possible to prosecute stalking only when the behaviours that form

part of it amount to crimes prosecutable under other legislation.









| | 55

Stalking als Straftat







 Neufassung des § 238 StGB (Absatz 1)

 Wer einen Menschen unbefugt verfolgt.

 indem er beharrlich

 seine räumliche Nähe aufsucht,

 unter Verwendung von Telekommunikationsmitteln oder sonstigen Mitteln der

Kommunikation oder über Dritte Kontakte zu ihm herzustellen versucht,

 unter missbräuchlicher Verwendung von dessen personenbezogenen Daten

Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen für ihn aufgibt oder Dritte

veranlasst, mit diesem Kontakt aufzunehmen,

 ihn mit der Verletzung von Leben, körperlicher Unversehrtheit, Gesundheit oder

Freiheit seiner selbst oder einer ihm nahestehenden Person bedroht, oder

 eine andere vergleichbare Handlung vornimmt,

 und dadurch seine Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt,

 wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.





| | 56

 Absatz (2) regelt das Strafmaß im Falle einer Gefahr

des Todes oder schweren Gesundheitsschädigung

(drei Monate bis zu fünf Jahren),

 Absatz (3) regelt das Strafmaß im Falle des Todes des

Opfers/Angehörigen/nahstehenden Menschen (ein

Jahr bis zu 10 Jahren),

 Absatz (4) bestimmt, dass in den Fällen des Absatz (1)

eine Verfolgung nur auf Antrag erfolgt (Ausnahme:

besonderes öffentliches Interesse)







| | 57

Stalking als Straftat







Probleme aus psychologischer Sicht

 Welches Verhalten? (Operationalisierung)

 Auch weiterhin ein (relatives) Antragsdelikt

 Verfolgung=Schädigung?

 Was heißt "beharrlich"?

 Frühes Eingreifen erforderlich (Deeskalationshaft?)

 Bei Ex-Partner-Stalking: Beginn der Prävention noch

vor Trennung







| | 58

Literaturhinweise

Hoffmann, J. & Voß, H.-G. (Hrsg.) (2006). Psychologie des Stalking.

Grundlagen-Forschung-Anwendung. Frankfurt: Verlag für

Polizeiwissenschaft.

Hoffmann, J., Voß, H.-G. & Wondrak, I. (2005). Ein Blick auf den normalen

Stalker. In: Dressing, H. & P.Gass (Hrsg.),Stalking! Verfolgung,

Bedrohung, Belästigung. Bern: Huber.

Voß; H.-G. (2005). Stalking im Kontext von Beziehungen. Praxis der

Rechtspsychologie, 15. Jg., Heft2, S. 183-197.

Voß, H.-G. & J. Hoffmann (Hrsg.)(2002), Themenheft Stalking. Polizei &

Wissenschaft, Heft 4.

Voß, H.-G., Hoffmann, J., & Wondrak, I. (2005). Stalking in Deutschland –

aus Sicht der Betroffenen und Verfolger. Baden-Baden: Nomos Verlag.

Voß, H.-G. & Küken, H. (2006). Gibt es ein spezifisches

Persönlichkeitsprofil des Stalkers. Familie, Partnerschaft, Recht, 12, S.

180-185.

Kontakt Arbeitsstelle für Forensische Psychologie, Institut für Psychologie, Technische

Universität Darmstadt, Alexanderstrasse 10, 64283 Darmstadt, Tel.: 06151 165114

• E-Mail afp@psychologie.tu-darmstadt.de

• Internet: http://www.stalkingforschung.de


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