Fremdenlegionäre
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ROLF TORRING’S
NEUE ABENTEUER
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Band 3
Fremdenlegionäre
von Gontran Peter Strempel
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Fremdenlegionäre
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“Rolf Torring’s neue Abenteuer”
dürfen nicht in Leihbüchereien geführt und nicht zum
gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden.
Nachdruck verboten.
Alle Rechte, auch das der Übersetzung, Dramatisierung
und Verfilmung, von der Verlagsbuchhandlung vorbehalten
(C) Neues Verlagshaus für Volksliteratur
D – 3280 Bad Pyrmont
Umschlagentwurf und Zeichnungen:
Albert Wolfener
Lektorat: Maria Krings
Printed in Romania 2008
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Kapitel 1
Ein verblüffender Vorschlag
„Niemand kennt Belgisch-Kongo besser als Sie, Monsieur
Torring, Sie kennen die Gegend wie Ihre Westentasche. Geben
Sie es bloß zu, nur keine falsche Bescheidenheit. Das ist keine
billige Höflichkeitsfloskel. Der hier anwesende Major Laffont
wird meiner Meinung sicherlich beipflichten, von den zahl-
reichen anderen gewichtigen Empfehlungen ganz zu schwei-
gen. Unter den vielen Ortskennern sind Sie einsame Spitze.“
Der alte General Jean Armand d´Orville wies mit der
ledernen Reitgerte auf einen hageren Mann in dem schwarzen
Waffenrock, den roten Reithosen und den braunen Schaft-
stiefeln der französischen Kolonialtruppen, dessen rauhe,
sonnengebräunte Gesichtszüge unverkennbar den langjähri-
gen Dienst in der Wüste verrieten.
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„Ihre Worte ehren uns, Herr General. Aber inwiefern
besagte Empfehlungen gerechtfertigt sind, darüber kann man
lange debattieren. Die Bloßstellung eines Verräters in einem
vorne eingesetzten Expeditionskorps ist, nehmen Sie es mir
nicht übel, ganz was anderes. Chancen gleich Null. Gesetzt den
Fall, daß es ihn überhaupt gibt“, erklärte Rolf wenig begeistert.
Der alte, Zivil tragende General wirkte verlegen.
„Sie haben recht, Herr Torring“, sagte er schließlich.
„Leider. Die bisherige Arbeit des Nachrichtendienstes hat
nichts gefruchtet. Und die Bemühungen der Abwehr haben
auch so gut wie nichts eingebracht. Trotz allen Mitteln. Unsere
Zusammenarbeit mit den Belgiern ist nun im Begriffe, restlos
unmöglich gemacht zu werden. Schon aus Nationalstolz
möchten wir da klare Verhältnisse schaffen. Andererseits...“
Der General hatte plötzlich unwillkürlich leiser gesprochen,
dann schwieg er.
„Andererseits“, fiel ihm der hagere Major in die Rede, „wie
Herr General vor kurzem richtig zu bemerken geruhten, ist die
Geschichte noch böser geworden. Soldaten und neuerdings
auch Offiziere sterben unter völlig unerklärlichen Umständen,
die mit den üblichen Kampfhandlungen nichts zu tun haben.“
„So ist es“, beeilte sich der General dem Hageren beizus-
timmen, „das Bataillon Laffont’s hat die ärgsten Verluste an
Toten und Verwundeten zu melden. Nicht wahr, Major?“
„Leider, Herr General. Neuerdings hat es einen meiner
besten Offiziere erwischt, Leutnant Roger Barriere.“
„Tja! Die Aussichten sind denkbar schlecht. Da können wir
unseren britischen Freunden für diese Empfehlung nur
dankbar sein“, entschlüpfte es dem hochrangigen Alten.
„Woraus wir entnehmen dürfen, daß wir die Ehre, von
Ihnen empfangen worden zu sein, ebenfalls den lieben Briten
zu verdanken haben“, schlußfolgerte Rolf dünn, aber nicht
unfreundlich lächelnd, indem er seine Zigarre auf den irdenen
Aschenteller legte.
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„Den Briten, aber auch noch anderen Leuten, meine
Herren. Wir haben in der Legion einen Hauptmann Hastings.
Sagt er Ihnen etwas, dieser Name? Der Mann scheint Sie ganz
gut zu kennen.“
Ja, der Name war mir hinlänglich bekannt. Wir hatten vor
Jahren mit einem Fremdenlegionär namens Hastings Inte-
ressantes erlebt. Er wurde genauso wie Rolf und ich zu
lebenslanger Zwangsarbeit auf der Insel Cayenne, dem
berüchtigten, von den Franzosen verwalteten Verbannungsort
verurteilt. Wir wurden damals der Seeräuberei angeklagt, und
wir mußten erst ausbrechen, um den Nachweis unserer
Unschuld liefern zu können. Der Piratenboß war in Wirklichkeit
ein Kapitän Larrin gewesen, der erst in Singapore entlarvt
werden konnte.
Wir trennten uns von Hastings und wußten seitdem nichts
mehr von ihm. Er war offenbar zu seiner Truppe zurückgekehrt
und hatte eine für gewöhnliche Fremdenlegionäre unglaublich
steile Karriere gemacht.
Im übrigen nahm es uns nicht wunder, daß er es dazu hatte
bringen können. Er war ja ein braver, intelligenter Mann, er
hatte eine akademische Ausbildung und war alles in allem ein
tadelloser Soldat. Seine Kenntnisse in der Kampftaktik und
seine Kriegstüchtigkeit waren erstaunlich.
Minutenlang enthielt sich Rolf des Urteils und überhaupt
jeder Äußerung über diese seltsame Sache.
Was uns die französischen Offiziere anmuteten, hörte sich
seltsam an. Wir sollten ihnen bei der Entlarvung eines
Verräters behilflich sein, der in einer in Afrika eingesetzten
Kampfeinheit der Fremdenlegion sein Unwesen trieb. Besagte
Einheit hatte wiederholt Verluste erlitten, die deutlich auf
Hochverrat zurückzuführen waren.
Dafür sollten wir uns anwerben lassen und Legionäre
werden. Das ließ sich problemlos gleich hier in Casablanca
bewerkstelligen. Dann sollten wir in aller Stille zu einem in der
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Nähe Leopoldville’s eingesetzten Truppenverband abkomman-
diert werden.
Leopoldville liegt bekanntlich im Herzen des schwarzen
Erdteils. Die dort eingesetzten Einheiten der Legion hatten den
Auftrag, die dauernden Aufstände einiger Negerstämme nieder-
zuschlagen.
Dort war angeblich jemand, der die eigenen Kameraden
bewußt in tödliche Hinterhalte geraten ließ. Die Wahrschein-
lichkeit, daß die bisherigen Schlappen und Verluste noch ganz
andere Ursachen haben konnten, wollte niemand gelten lassen.
Da waren Stabsquartier und Abwehr einer Meinung.
Ich begann unwillkürlich zu lachen. Nein, das Ganze war zu
ulkig.
Rolf warf mir einen tadelnden Blick zu. Er schüttelte nur
den Kopf, sagte aber nichts, Ich wurde schlagartig wieder
ernst.
General Jean Armand d’Orville, ein enger Freund des
französischen Kriegsministers, wollte offenbar nichts unver-
sucht lassen. Er nahm sich die Mühe, uns bei Laune zu halten,
uns zu beweihräuchern.
Auf derlei Sirenengesang sprachen wir denkbar wenig an.
Was uns zu solchen Unternehmen antrieb, nannte sich schlicht
Liebe zum Abenteuer. Auch jener Hauptmann Hastings hatte
unsere Neugierde erregt. Und die Aussicht einer Afrikareise,
selbst unter den gegebenen rätselhaften Umständen, wirkte
verführerisch. Allein Indien fanden wir noch faszinierender als
Afrika. Na ja, Geschmacksache.
Pongo war nicht zugegen. Aber wir wußten, daß ihn schon
die Aussicht einer Reise ins Heimatland restlos glücklich ma-
chen würde. Und Belgisch-Kongo war ja seine Heimat, die er
schon seit Jahren nicht wiedergesehen, aber nie vergessen
hatte.
Minutenlang fiel kein Wort. Wir hüllten uns nachdenklich in
Rauchwolken ein. Havannazigarren, stark und parfümiert.
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Unsere Absinthgläser standen allda unberührt auf dem
einfachen Tischchen. In dem nüchtern, auf Zweckmäßigkeit
eingerichteten Büro des Standortältesten in der Feldkomman-
dantur von Casablanca roch es penetrant nach Bohnerwachs
und billiger Rasierseife. Der stämmige, schnauzbärtige Oberst-
leutnant hatte dem neulich aus Paris eingetroffenen hohen
Vorgesetzten seinen Arbeitsraum wortlos überlassen.
Rolf blickte mich kurz fragend an. Ich senkte kaum
merklich zustimmend den Blick.
„Folgendes, Herr General“, sagte mein Freund kurz
entschlossen. „Wir wollen Sie von vornhinein über einige
Punkte aufklären. Wir müssen also einen Verräter entlarven,
aber wir wissen nicht einmal, ob es ihn gibt, diesen Verräter.
Ihre Dienststellen sind nur auf vage Vermutungen angewiesen,
das ist auch alles. Nehmen Sie es uns bitte nicht übel, aber wir
sind keine Übermenschen. Und keine Nachkommen
irgendeines Sherlock Holmes’. Wir haben tatsächlich ein paar
knifflige Probleme gelöst; wir haben einfach Glück gehabt, das
ist alles. Aber wir hätten genauso gut jeden Augenblick
jämmerlich versagen können. Wir können aber auch in diesem
Fall versagen, und zwar jämmerlich. Trotz aller Mühe. Was
meinen Sie dazu? Wir treten jedenfalls in die Legion ein.
Pongo, unser schwarzer Freund, von dem Sie bestimmt einiges
gehört haben werden, kommt mit. Sie müssen aber dafür
sorgen, daß wir einer Einheit zugeteilt werden. Das ist eine
Grundvoraussetzung, Herr General.“
Der alte Offizier fuhr begeistert in die Höhe. Er trat rasch
auf Rolf zu und drückte ihm sichtlich erleichtert die Hand. Dann
ließ er die gleiche Prozedur über mich ergehen.
„Ich danke Ihnen von Herzen, meine Herren“, sagte er
ergriffen, „Und ich darf Ihnen versichern, die Französische
Republik wird sich erst recht erkenntlich zeigen.“
Major Laffont hatte es eilig, sich den Dankbezeigungen
seines Vorgesetzten anzuschließen.
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Geschichte
Das heutige Gebiet Marokkos wurde schon im Altertum
von Numidiern (Berbern) bewohnt, die im 4. Jahrhundert v. u. Z.
das Königtum Mauretanien gründeten.
Noch im 6. Jahrhundert v. u. Z. gab es an der marokkani-
schen Küste phönikische Ansiedlungen, die sich später
Karthago unterordnen mußten. Nach dem Fall Karthagos 146
v. u. Z. wurde das gesamte Territorium Bestandteil des Römi-
schen Reiches. Nach dem Zerfall des römischen Reiches
wurde Marokko wandalisches Gebiet, und zwar bis zum Anfang
des 7. Jahrhunderts, als es die byzantinische Oberhoheit
anerkennen mußte.
Maghreb-el-Aksa, den äußersten Westen, nannten die
arabischen Eroberer Marokko, als sie den Islam über ganz
Nordafrika verbreiteten und zu Beginn des 8. Jahrhunderts die
letzte frühchristliche Berber-Bastion zu unterwerfen begannen.
Marokko ist bis heute ein Berberland geblieben, auch wenn
die politisch-geistliche Führung des Scherifischen Reiches und
ihre Sprache arabisch geworden sind. So waren es
Berberstämme aus den saharischen Gebieten, die im zentralen
Marokko die großen Herrscherdynastien der Almoraviden und
der Almohaden errichteten und ihre Macht im islamischen
Maurenreich bis auf die Iberische Halbinsel ausdehnten.
1666 gründete Sultan Moulay al Rashid in Fes die Dynastie
der Alaouiten, die bis heute über Marokko herrscht.
Doch die christliche Reconquista, die Wiedereroberung
Spaniens, und die Fehden der Stämme untereinander ließen
das Maurische Reich zerfallen und gaben den Spaniern und
den Portugiesen den Weg an die nordafrikanischen Küsten frei.
Seit Beginn des 15. Jahrhunderts entstanden überall
Hafenbefestigungen an der Mittelmeer- und Atlantikküste, die
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bis heute in Ceuta, Mogador, Mazagan und in Agadir erhalten
sind.
Zwar konnte das Scherifische Reich die christlichen
Eindringlinge immer wieder zurückschlagen, aber es kam
durch den Vertrag von Fes als letztes nordafrikanisches Land
unter die europäische Kolonialherrschaft und wurde bald in die
französische und spanische Protektoratszone aufgeteilt.
1920 erhoben sich die Rifkabylen unter Emir Abd el Krim
gegen die spanische Kolonialmacht. Mit Erfolg. Im Juli 1921
besiegten sie die Spanier bei Anual; 30000 berberische Krieger
vernichteten den Kampfverband General Sylvestre’s. Über
12000 spanische Soldaten fielen.
Ab 1925 verwüsteten die Kabylen Abd el Krims die
französische Protektoratszone. Die meisten der von der Frem-
denlegion verteidigten Grenzbefestigungen wurden überrollt.
Es bedurfte eines französisch-spanischen Militärbünd-
nisses, um den Aufstand der Berber niederzuschlagen. Die
Entente stellte ein Heer von 250000 Mann auf.
Die Streitmacht der Aufständischen wurde 1927 von der
Armee der Verbündeten unter Führung Feldmarschall Petains
vernichtend geschlagen. Abd el Krim mußte bedingungslos
kapitulieren. Der gefangene Emir wurde ins Exil geschickt.
Seine letzten Lebensjahre sollte der größte Feind Frankreichs
auf der Insel Reunion zubringen, weitab von seiner Heimat, die
er nimmer wiedersehen durfte.
Der Widerstand der Rifkabylen konnte aber erst nach
sieben Jahren endgültig gebrochen werden. Die Französische
Republik hatte nunmehr das gesamte marokkanische
Territorium unter ihrer Gewalt. Eine Ausnahme machten
jedenfalls die spanischen Flottenstützpunkte Ceuta und Melila
sowie die winzige spanische Westsahara und das interna-
tionalisierte Tanger.
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Nach den blutigen Unruhen am Anfang der Fünfzigerjahre
konnte Marokko 1956 nach der Rückkehr des 1953 von den
Franzosen verbannten Sultans Mohammed ben Jussef als
erstes nordafrikanisches Land die Unabhängigkeit zurücker-
langen.
Als König Mohammed V. bestieg der heimgekehrte Sultan
den Thron. 1962 folgte auf den verstorbenen Herrscher sein
Sohn, der als König Hassan II. in die Geschichte eingehen sollte.
Unter König Hassan II. ging Marokko einen Bund mit
Mauretanien ein und führte zwischen 1975 und 1979 einen
blutigen Krieg gegen die Partisanen der Polissario-Front um
die Westsahara.
Ein Volksentscheid unter UN- Aufsicht könnte und sollte
die Rechtmäßigkeit, aber auch den völkerrechtswidrigen
Charakter der Besetzung Westsaharas durch Marokko
bestimmen.
1999 starb Hassan II., und sein Sohn bestieg als König
Mohammed VI. den Thron.
Im Juli 2002 besetzten marokkanische Truppen die Insel
Parsley – auch Perejil genant. Die felsige, unbewohnte, kaum
fußballplatzgroße Insel liegt zwar unweit von der
marokkanischen Küste, ist aber spanisches Hoheitsgebiet.
Madrid konnte sich diese Herausforderung nicht gefallen
lassen. Wenige Tage später warf ein spanisches Kommando
die Marokkaner zurück und eroberte die Felsenmasse wieder.
Dieser Zwischenfall läßt das Problem um die Räumung
Melila’s und Ceuta’s, der zwei an der marokkanischen
Mittelmeerküste liegenden, seit Jahrhunderten von Spanien
verwalteten Stützpunkte, die von Rabat stark zurückgewünscht
werden, noch umstrittener erscheinen.
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Die Fremdenlegion
Die berühmt-berüchtigte französische Söldnertruppe, deren
ursprüngliche Aufgabe die Unterdrückung der Unabhängigkeits-
bestrebungen in den Kolonialländern war, hat eine eigenartige
Geschichte. Sie wurde am 10. 03. 1831 auf Befehl König Ludwig
Philipp´s (Louis Philippe) gegründet und sollte als Speeresspitze
der französischen Kolonialarmee zur Verwendung kommen, die
einen verlustreichen, oft aussichtslosen Krieg gegen die
Rifkabylen unter Abd el Kader führte, die sich gegen die Besetzung
Algeriens auflehnten.
Dieser Truppenteil bestand aus vertragsmäßig angeworbenen
fremden Freiwilligen, die größtenteils in ihren Heimatländern
entweder steckbrieflich gesucht wurden oder aber skrupellose
Abenteurer waren.
Das Hauptquartier der Legion wurde bei Sidi bel Abbes, 50 km.
südlich Oran eingelegt.
Tief in der saharischen Wüste aufgestellte Vorpostenketten
und die Besatzungen vorgeschobener Befestigungsanlagen
scharmützelten dauernd mit aufständischen Stämmen.
Im 19. Jahrhundert kämpfte die französische Fremdenlegion in
Krim (1853-56) gegen Rußland, in Italien (1859) gegen die
Österreicher, aber auch in Frankreich (1870) gegen die Preußen.
Ein kennzeichnender Vorfall verdient ganz besonders die
Aufmerksamkeit der militärischen Geschichtsschreibung.
Am 30. 04. 1863, während des Feldzuges in Mexiko, (Frank-
reich hatte 1864 mit seinem alten Feind Österreich ein Bündnis
geschlossen; auf Veranlassung Napoleon III. sollte Erzherzog
Maximilian Kaiser Mexikos werden) verteidigte die 60 Mann starke
Kompanie Hauptmann Danjou’s ein Gehöft bei Camerone, einem
winzigen Ort, gegen den wütenden Ansturm einer Übermacht von
über 2000 mexikanischen Freischärlern.
Das Gehöft mußte viele Male gestürmt werden, ehe es in den
Händen der Mexikaner blieb. Zwar fielen die Legionäre bis auf den
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letzten Mann, aber sie fügten den Guerilleros Juarez´ beträchtliche
Verluste zu.
Der 30 April, der Tag Camerones, ist seitdem der wichtigste
Gedenktag der französischen Fremdenlegion.
Vierhundert Legionäre, von neun Offizieren geführt, leiteten im
Jahre 1900 die Eroberung Marokkos ein. Der Feldzug sollte aber
bis 1934 dauern. Die heftigsten Kämpfe begannen 1921, und sie
endeten erst 1926, als der Aufstand der Rifkabylen unter Emir Abd
el Krim niedergeschlagen wurde.
1958 verließ die Fremdenlegion Marokko endgültig und zog
sich in ihren alten algerischen Standort bei Sidi bel Abbes zurück.
Sieben Jahre später, nach einem opfervollen, nicht selten auf
denkbar bestialische Weise geführten Befreiungskrieg, fegte die
algerische Unabhängigkeitsbewegung die französische Kolonial-
macht hinweg – und mit ihr die zu wiederholten Malen geschlagene
Fremdenlegion.
Abschied für immer nahmen die Söldner von ihrem alten
Standort und von ihrem Hauptquartier bei Sidi bel Abbes. Am 24.
Oktober 1962 kehrte die Fremdenlegion nach Frankreich zurück.
Seitdem griff die Söldnertruppe während der Unruhen 1970 in
Djibuti ein. Sie kam viermal in Tschad zur Verwendung (1969 und
1970, 1978 und 1979), in Kongo (1978 und 1997), in der Zentral-
afrikanischen Republik (1979), in Französisch-Guayana (1988) und
während des Golfkrieges (1991).
Im Jahre 1980 wurden Kampfeinheiten der Fremdenlegion zu
UN- Friedenstruppen umfunktioniert. Während der Feldzüge, die
zwischen 1993 und 1996 in Bosnien und 1999 in Kosovo
stattfanden -, waren diese Einheiten dem NATO-Führungsstab
unterstellt.
Das Hauptquartier der Fremdenlegion und der Sitz ihres
Anwerbungsdienstes liegen heute in Aubagne. Stützpunkte der
Söldnertruppe liegen in Südfrankreich, auf Korsika, auf den
Komoren, in Französisch-Ozeanien, in Französisch-Guayana und
in Djibuti an der Französischen Somaliküste.
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Ein junger Offizier beging Selbstmord, nachdem er des
Hochverrates überführt worden war.
Erst nach unheimlichen Erlebnissen und knapp
überstandenen Lebensgefahren gelang es Rolf Torring, eine
gemischte Verräter- und Mörderclique unschädlich zu
machen und einer untröstlichen Hinterbliebenen endlich die
Seelenruhe wieder zu geben.
Eine Rehabilitierung, namentlich eine postume, ist immer
ein gottbegnadetes Werk...
AN DER MALABARKÜSTE
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Rolf Torring’s neue Abenteuer
Rolf Torring, der legendäre Held der gleichnamigen Roman-Serie aus der
Zwischenkriegszeit, marschiert wieder. Dr. Hans Warren und Pongo, seine
treuen Gefährten, begleiten ihn. Maha, der zahme Gepard, ist selbstverständlich
mit von der Party. Die sympathischen Globetrotter, deren mitreißende Aben-
teuer weiland Millionen von jungen Lesern begeistert haben, sollen demnächst
eine wohlverdiente und hoffentlich willkommene Auferstehung erleben.
Zahlreiche neue fesselnde Romane sollen den Liebhaber dieses Litera-
turgenres durch exotische Gegenden aller Erdteile führen, aber zum ersten
Male durch Ostsibirien. Die in Ich-Form spannend erzählten Erlebnisse und die
anschaulichen Schilderungen sorgen für angenehme, prickelnde Unterhaltung.
Das Autorenteam bemühte sich, den Sinn und die inhaltliche Beschaffenheit
der alten Reinhard-Hefte unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Sprach-
und Denkweise beizubehalten.
Die Brüder Reinhard haben Großartiges geleistet, eine wirklich meis-
terhafte Arbeit. Ihr Hunderte von Kurzromanen umfassendes Werk gliedert sich
ein in das wunderbare Gefüge der einmalig mannigfaltigen deutschen Jugend-
und Abenteuerliteratur, die besonders in den zwei Jahrzehnten nach dem
Ersten Weltkrieg einen unglaublichen Reichtum erlangte.
Zu den Verlagen, die sich um die Verbreitung dieser Literatur und über-
haupt der Belletristik besonders verdient gemacht haben, gehört mit das nach
dem Krieg von Berlin nach Bad Pyrmont verlegte Neue Verlagshaus für
Volksliteratur. Chefverleger Bernhard Butsch, der nach dem Tode seines Vaters
Friedrich Butsch den Verlag übernahm, und seine Mitarbeiter scheuten keine
Mühe, wertvolles neues Schriftgut zu suchen und zu fordern. Mit glänzendern
Erfolg. Die zahlreichen Neuauflagen ihrer Veröffentlichungen, untrugliches Zei-
chen ihrer Beliebtheit und der Nachfrage, die nach ihnen herrschte, bezeugen
es zur Genüge. Oft überstieg vorübergehend die Nachfrage das Angebot.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwanden zahlreiche Glanzleistungen
deutschen Geistes in der Versenkung. Darunter auch die ganze Fülle der
deutschen Jugend- und Abenteuerliteratur aus der Zwischenkriegszeit. So auch
die Rolf-Torring-Serie. Ein himmelschreiendes Unrecht.
Es ist nicht jedermanns Aufgabe, Erklärungen oder Pseudoargumente für
diese traurige Sachlage zu finden.
Das Autorenteam der neuen Rolf-Torring-Serie, lauter leidenschaftliche
Fans des Werkes der Brüder Reinhard, betrachtet es als seine Pflicht, diese
Perlen deutschen Geistes der Vergessenheit zu entreißen. Denn Vergessenheit
und Tod sind gleichbedeutend. Und die Vergessenheit ist der Tod der Literatur.
Und der Kultur.
Die neue Serie soll dank freundlicher Genehmigung und unter der
Schirmherrschaft des Bad Pyrmonter Neuen Verlagshauses für Volksliteratur
erscheinen, um einer möglichst großen Leserzahl nahegebracht zu werden.
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Rolf Torring’s neue Abenteuer
1. Jagdparty in Mysore 26. Flucht aus Sibirien
2. Verschwörung in Katmandu 27. Im Zeichen des weißen Todes
3. Fremdenlegionäre 28. Gangster wider Willen
4. An der Malabarküste 29. Unter mexikanischen Banditen
5. Zweikampf unter Schiwas 30. Der Schatz der Seeräuber
Himmel 31. Verschollen in Mato Grosso
6. Tod und Auferstehung 32. Atoll Robinsonade
auf Hawaii
33. Bei den aufständischen
7. Ärger in Bengalen Stämmen
8. Polonnaruwa, Stadt der Könige 34. Im Herzen Afrikas
9. Auf einer fernen Insel 35. Der Fluch des Häuptlings Ifi
10. Südlich von Pago-Pago 36. Stelldichein in der Savanne
11. Die Insel der gelben Echse 37. Der Leopard von Leopoldville
12. In Patagonien 38. Die Panther-Menschen
13. Die weiße Göttin 39. Dschungelbrand
14. Dicke Luft in Buenos Aires 40. Tragisches Paradies
15. Verirrt im Regenwald 41. Agenten sind vogelfrei
16. In Simbas Heimat 42. Die Gefangenen von Atlas
17. Die Riesenechse meint es ernst 43. Die Augen des Teufels
18. Der Gefangene von Bombay 44. Die Glöckner von Pataliputra
19. Mord im Agraer Zug 45. Robinsons Erbe
20. Staatsgeheimnisse in Sikandra 46. Rast auf Aconcagua
21. Der Löwe von Gujarat 47. Das Gesetz des Kondors
22. Der Tod wütet in Muzaffarpur 48. In den Klauen des Drachens
23. Erdbeben in Yokohama 49. Der Urenkel des Seeräubers
24. Im Zeichen des Bushido 50. Wiedersehen auf dem U-Boot
25. Quer durch Ussuris Taiga
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