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11/23/2011
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German
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17
Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli 85577 Neubiberg, 14.11.2002

Universität der Bundeswehr München Werner-Heisenberg-Weg 39

HF-, Mikrowellen- und Radartechnik Tel. + Fax. 089/6004-3690

Seite 1





Gutachten

Auftraggeber: carbonics GmbH Carbon für Medizin + Technik

Ludwigstraße 3

82319 Starnberg



Messobjekte: Hochschirmendes textiles Carbongewebe (grau)

Schirmendes, oberflächenoptimiertes Carbongewebe (schwarz)



Auftrag: Ermittlung der Schirmdämpfung gegen elektromagnetische Wellen

mit vertikaler und horizontaler Polarisation im Frequenzbereich von

0,2 GHz - 10 GHz

Ermittlung der Schirmwirkung gegen ungerichtete Polarisationen

im Frequenzbereich von 20 MHz bis 6 GHz

Ermittlung der Reflexion der Gewebemuster von 20 MHz bis 6 GHz



Prüfungsgrundlage: VG 95 370, Part 15, Methode KS 03 S



Datum d. Messungen: 5.11. und 9.11.2002



Umfang: 5 Seiten Text und 10 Anlagen mit 14 Messprotokollen

+ 1 Anlage mit Frequenzmarken



Resultat: Das hochschirmende graue textile Carbongewebe zeigt über den

ganzen gemessenen Frequenzbereich bei Bestrahlung mit elektro-

magnetischen Wellen mit vertikaler und horizontaler Polarisation

Schirmdämpfungswerte in der Größenordnung von 40 dB und mehr.

Beim schirmenden oberflächenoptimierten schwarzen Carbongewebe

liegt die Schirmdämpfung zwischen 17 dB und 23 dB, abhängig von

Polarisation und Frequenz.

Die Abschirmwirkung des grauen hochschirmenden Gewebes kommt

wegen seiner ausgezeichneten elektrischen Leitfähigkeit ausschließ-

lich durch die Reflexion der elektromagnetischen Wellen zustande.

Lediglich beim schwarzen oberflächenoptimierten Gewebe kann man

oberhalb von 3 GHz erkennen, dass ca. 50% der Schirmung durch

Absorption und ca. 47,5% durch Reflexion zustande kommt. Im

MHz- Bereich beruht die Schirmwirkung des schwarzen Gewebes

auch überwiegend auf der Reflexion der einfallenden Leistung.









Neubiberg, 14.11.2002 Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli

Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli 85577 Neubiberg, 14.11.2002

Universität der Bundeswehr München Werner-Heisenberg-Weg 39

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Seite 2









1. Vorbemerkungen



Um die Wirksamkeit der Gewebe bei der Abschirmung von elektromagnetischen Wellen zu

ermitteln, wurden die unter Ziff. 2 beschriebenen Messungen durchgeführt.



Zur Interpretation der Messkurven ist es hilfreich, untenstehende Umrechnungstabelle zu

verwenden:



Umrechnung der Dämpfung von dB in %

dB Durchlass in % dB Durchlass in

%

Dabei wurde die Schirmwirkung, 0 100,00

d.h. die Dämpfung der elektro- 1 81,00 21 0,78

Magnetischen Welle durch den 2 62,80 22 0,63

Schirm, in Dezibel ( = dB ) er- 3 50,00 23 0,50

mittelt. (Siehe Messkurven) 4 40,00 24 0,39

5 31,60 25 0,31

Dieser dB-Wert gibt an, wie 6 25,00 26 0,25

stark der Pegel der Welle abge- 7 20,00 27 0,20

schwächt wurde, während sie 8 16,00 28 0,18

den Schirm durchlaufen hat. 9 12,50 29 0,12

10 10,00 30 0,10

Nebenstehende Tabelle ermög- 11 7,90 31 0,08

licht die Umrechnung dieser 12 6,25 32 0,06

Logarithmischen Werte in Pro- 13 5,00 33 0,05

zentwerte, wobei in der Regel 14 4,00 34 0,04

- wie hier in dieser Tabelle – die 15 3,13 35 0,03

durch den Schirm hindurchdrin- 16 2,50 36 0,02

gende Leistungs- bzw. Strah- 17 2,00 37 0,02

lungsdichte zur Bewertung der 18 1,56 38 0,02

Schirmwirkung herangezogen 19 1,20 39 0,02

wird. 20 1,00 40 0,01

50 0,001





Die Berechnung der Schirmdämpfung in dB aus der Leistung P1 vor dem Schirm und P2

hinter dem Schirm geschieht mit folgender Gleichung:



P2 E

aSchirm 10 log  20  log 2

P1 E1

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Seite 3







2. Messaufbau und Messablauf



Die Messungen wurden in Anlehnung an die VG 95 370 am 05. und 09.11.2002 in einem

Messraum der Radarhalle an der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg im

Frequenzbereich von 200 MHz bis 10 GHz mit linear polarisierten Wellen durchgeführt. Zu

diesem Zweck wurde die zu prüfenden Gewebe - wie in untenstehendem Bild skizziert - vor

der 80cm x 60cm grossen Öffnung einer Metallwand (Fläche 210cm x 200cm) platziert.

Dabei wurde sichergestellt, dass die Materialprobe ganzflächig zu der Metallplatte des

Messaufbaues Kontakt hatte. Fremdstörungen von außen sind nicht aufgetreten. Zur Messung

der unterschiedlichen Polarisationen wurde das Muster um 900 gedreht.





rundherum HF-Absorber Metall



Messobjekt









Empfangsantenne Sendeantenne

„ innen“ „außen“





Messanordnung zur Bestimmung der Schirmdämpfung



Nach der Kalibrierung der Mess-Strecke (ohne Prüfling zur Festlegung des 0 dB-Transmis-

sionswertes und mit einer Aluminium-Platte als Prüfling zur Feststellung der Dichtigkeit der

Gesamtanordnung) wurde die Schirmdämpfung des Messobjektes - bedingt durch die

Frequenzbänder der Messantennen - in zwei Frequenzbereichen durchgeführt:



Bereich I: 200 MHz bis 2200 MHz

Bereich II: 1 GHz bis 10 GHz



Die Spitzen der logarithmisch-periodischen Messantennen wurden gemäß MIL-STD 285 je-

weils 30 cm vor bzw. hinter dem Prüfling positioniert.





Es wurden folgende Messgeräte verwendet:



Vektorieller Netzwerkanalysator Typ 360, (40 MHz bis 18,6 GHz), Fa. Wiltron

Mess-Antennen: Bilog-Antenna , Typ CBL 6112A (30 MHz bis 2000 MHz), Fa. CHASE

Mess-Antennen: LogPer-Antennen Typ HL 025 (1 GHz bis 18 GHz) Fa. Rohde & Schwarz

Dokumentation: Laserjet 4, Fa. Hewlett & Packard

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Seite 4









3. Messergebnisse und ihre Bewertung



3.1 Messung der Transmissionsdämpfung



In Anlage 1 ist die Schirmdämpfung des grauen hochschirmenden Carbongewebes

gegenüber elektromagnetischen Wellen mit vertikaler Polarisation dargestellt.



Anlage 2 zeigt sein Verhalten gegenüber horizontal polarisierten Wellen.





Anlage 3 zeigt die Schirmung des schwarzen oberflächenoptimierten Carbongewebes

gegen Wellen mit vertikaler Polarisation.



Anlage 4 zeigt sein Verhalten gegenüber horizontaler Polarisation.





In Anlage 5 ist das Resultat der Schirmungsmessung des grauen hochschirmenden

Gewebes, von 20 MHz bis 6 GHz gemessen in einem TEM-Messgefäß mit einer koaxialen

Leitungswelle, die alle Polarisationsrichtungen aufweist. Diese Messung bestätigt die

hervorragende Schirmwirkung des grauen Gewebes von über 40 dB.





Anlage 6 zeigt die Messung im TEM-Messadapter für das schwarze Carbongewebe. Hier

liegen im unteren Frequenzbereich Schirmdämpfungswerte von 15 dB – 18 dB vor, wobei

durch die andersartigen Bestrahlung der Carbongewebeprobe im TEM-Gefäß und ihrer etwas

schlechteren Leitfähigkeit gegenüber dem grauen Gewebe diese Messung gegenüber der

realitätsnahen Messung in den Anlagen 3 und 4 nicht ganz identische Werte ergibt. Für die

Realität sind die Werte in Anlage 3 und 4 maßgebend.

Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli 85577 Neubiberg, 14.11.2002

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Seite 5







3.2 Messung der Reflexionseigenschaften der Carbonfasergewebe



Die etwas komplizierten Reflexionsmessungen wurden ebenfalls mit dem TEM-Messkopf-

Paar durchgeführt. Man beachte, dass die Kurven in den Anlagen 7 – 10 nicht die

Transmission sondern die Reflexionsdämpfung (LogMagnitude S11) wiedergeben.



Dabei wurde die Strecke zunächst vorschrifttsmäßig kalibriert und nach der Kalibrierung eine

Folie aus reinem Aluminium als Messobjekt eingespannt. Anlage 7 zeigt, dass sich eine

Dämpfung der Reflexion bis fast 5 GHz von 0 dB ergibt, dass zeigt die erwartete

„Totalreflexion“ der Welle durch die Alufolie. Die Ausschläge der Kurve am rechten Rand

wurden durch unvermeidbare Gefäßresonanzen verursacht. Sie sind quasi ungültig.



Zur Kontrolle zeigt Anlage 8 das Resultat, wenn sich überhaupt kein reflektierendes Objekt

in der Messstrecke befindet: Die reflektierten Anteile sind 40 dB und mehr niedriger als bei

einer totalreflektierenden Metallfolie.



Anlage 9 zeigt nun die Reflexion des hochschirmenden grauen Carbonfasergewebes: Die

Kurve ist fast gänzlich identisch mit der der Aluminiumfolie, d.h. die Schirmwirkung des

hochschirmenden grauen Carbonfasergewebes kommt vollständig wie bei einer

Aluminiumfolie ausschließlich durch Reflexion zustande.



In Anlage 10 mit dem Reflexionsergebnis für das oberflächenoptimierte schwarze Gewebe

erkennt man im mittleren GHz-Bereich, dass die Reflexion um ca. 3 dB geringer ist als die

der Alufolie oder des grauen hochschirmenden Gewebes.

Bei gleichzeitiger Betrachtung der Transmissionsresultate von ca. 16 dB (97,5 % werden

insgesamt abgschirmt) kann man daraus schließen, dass beim schwarzen Carbonfasergewebe

also ca. 50% der eintreffenden Leistung reflektiert und die knappe andere Hälfte (47,5 %) im

Material absorbiert wird.



In Anlage 11 sind Diagramme zur genaueren Ablesung der Frequenzen an den Gitterlinien für

die Anlagen 1 – 4 abgebildet. Diese Diagramme wurden bei der Kalibrierung ermittelt, bei

der sich kein Messobjekt zwischen den Antennen befand. So wurde die Null-Dezibel-Linie

definiert.





Neubiberg, 14.11.2002 Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli

Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli Anlage 1 zum Gutachten vom 14.11.2002

Polarisation vertikal



Messobjekt: Hochschirmendes graues Carbongewebe

Obere Messkurve: Frequenzbereich 200 MHz - 2200 MHz

Untere Messkurve: Frequenzbereich 1 GHz - 10 GHz

Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli Anlage 2 zum Gutachten vom 14.11.2002

Polarisation horizontalal



Messobjekt: Hochschirmendes graues Carbongewebe

Obere Messkurve: Frequenzbereich 200 MHz - 2200 MHz

Untere Messkurve: Frequenzbereich 1 GHz - 10 GHz

Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli Anlage 3 zum Gutachten vom 14.11.2002

Polarisation vertikal



Messobjekt: Oberflächenoptimiertes schwarzes Carbongewebe

Obere Messkurve: Frequenzbereich 200 MHz - 2200 MHz

Untere Messkurve: Frequenzbereich 1 GHz - 10 GHz

Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli Anlage 4 zum Gutachten vom 14.11.2002

Polarisation horizontal



Messobjekt: Oberflächenoptimiertes schwarzes Carbongewebe

Obere Messkurve: Frequenzbereich 200 MHz - 2200 MHz

Untere Messkurve: Frequenzbereich 1 GHz - 10 GHz

Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli Anlage 5 zum Gutachten vom 14.11.2002

Polarisation ungerichtet



Messobjekt: Hochschirmendes graues Carbongewebe gemessen im TEM-Messgefäß

Frequenzbereich 20 MHz bis 6 GHz

Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli Anlage 6 zum Gutachten vom 14.11.2002

Polarisation ungerichtet



Messobjekt: Oberflächenoptimiertes schwarzes Carbongewebe gemessen im TEM-

Messgefäß

Frequenzbereich 20 MHz bis 6 GHz

Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli Anlage 7 zum Gutachten vom 14.11.2002

Polarisation ungerichtet



Messung der REFLEXION



Messobjekt:

Aluminiumfolie gemessen im TEM-Messgefäß (Standard für Totalreflexion)

Frequenzbereich 20 MHz bis 6 GHz

Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli Anlage 8 zum Gutachten vom 14.11.2002

Polarisation ungerichtet



Messung der REFLEXION



Messobjekt:

Quasi leeres TEM-Messgefäß; so sieht das Resultat aus, wenn das Messobjekt keine

Reflexion verursacht

Frequenzbereich 20 MHz bis 6 GHz

Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli Anlage 9 zum Gutachten vom 14.11.2002

Polarisation ungerichtet



Messung der REFLEXION



Messobjekt:

Hochschirmendes graues Carbonfasergewebe im TEM-Messgefäß

Frequenzbereich 20 MHz bis 6 GHz

Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli Anlage 10 zum Gutachten vom 14.11.2002

Polarisation ungerichtet



Messung der REFLEXION



Messobjekt:

Oberflächenoptimiertes schwarzes Carbonfasergewebe im TEM-Messgefäß

Frequenzbereich 20 MHz bis 6 GHz

Prof. Dipl.-Ing. P. Pauli Anlage 11 zum Gutachten vom 14.11.2002

Polarisation vertikal



Kalibrierungsmessung: Die Linien für 0 dB wurden aufgenommen, als sich kein Messobjekt

in der Messöffnung befand.

Oberes Diagramm: MHz-Bereich; unteres Diagramm: GHz-Bereich;


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