lebensqualitaet im alter by 3033f3

VIEWS: 107 PAGES: 74

									Feuerstein / KoseLicka/ Feigelfeld
SICHERUNG DER LEBENSQUALITÄT IM ALTER

STADTENTWICKLUNG UND STADTPLANUNG
Dezember 2005

Viele Interviews und Gespräche haben zum Entstehen dieser Arbeit beigetragen und für ihre Anregungen
danken wir besonders (o.T., i.a.R.):
Erika Baldaszti (freie Forscherin, ehm. Ludwig Boltzmann Institut für Frauengesundheitsforschung), Birgit
Brodner (Gebietsbetreuung Ottakring), Rudolf Giffinger (Departement für Raumentwicklung, Infrastruktur
und Umweltplanung an der Technischen Universität Wien), Gustav Lebhart (Statistik Austria), Siegfried
Mattl (Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien), Peter Mlczoch (Gebietsbetreuung Leopoldstadt,
Grätzelmanagement Alliiertenviertel), Michaela Mischek (Krankenanstaltenverbund), Tove Raiby
(Gebietsbetreuung Ottakring, Betreuung Städtischer Wohnhausanlagen), Christoph Reinprecht (Institut für
Soziologie an der Universität Wien), Angelika Rosenberger-Spitzy (Fonds Soziales Wien), Gabriele
Steinbach (MA 46, Koordinatorin für FußgängerInnen- und Jugendangelegenheiten der Stadt Wien), Heimo
Wilfan (Fonds Soziales Wien), Thomas Winkler (Bereichsleitung für Sozial- und Gesundheitsplanung sowie
Finanzmanagement);
und den VertreterInnen des Auftraggebers Magistrat der Stadt Wien Karl Glotter, Udo Häberlin, Ursula
Hübel, Brigitte Jedelsky

SICHERUNG DER
LEBENSQUALITÄT IM ALTER
STADTENTWICKLUNG UND STADTPLANUNG

Auftraggeber:
MA 18 Referat Landschaftsplanung und Projektmanagement
in Zusammenarbeit mit dem Referat Stadtforschung und
Trendanalysen und die Bereichsleitung für Sozial- und
Gesundheitsplanung sowie Finanzmanagement

Betreuung: Brigitte Jedelsky, Udo Häberlin, Ursula Hübel

Auftragnehmer:
Arge Feuerstein - KoseLicka - SRZ

Bearbeitung: Christiane Feuerstein, Ursula Kose, Heidrun Feigelfeld (SRZ)
Dezember 2005

INHALT


KURZFASSUNG englisch / deutsch
0 EINLEITUNG 1
1 DARSTELLUNG DER FÜR DIE SICHERUNG DER LEBENSQUALITÄT
IM ALTER RELEVANTEN ASPEKTE

1.0 Vorbemerkung 5
1.1 Faktoren / Basisbedingungen 9
1.1.1 Gesundheitliche Situation
1.1.2 Familiäre Situation / Soziale Einbindung
1.1.3 Wirtschaftliche Situation
1.1.4 Sonderthema: Ältere Migranten
1.2 Relevante Aspekte 18

2 ÜBERBLICK ZU HANDLUNGSFELDERN AUF BASIS VON
LITERATURRECHERCHE

2.0 Vorbemerkung 23
2.1 Soziale und gesundheitliche Infrastruktur für ältere Menschen: Serviceleistungen 25
2.1.1 Aktuelle Situation in Wien
2.1.2 Konzepte / Projekte / Programme
2.2 Soziale und gesundheitliche Infrastruktur ür ältere Menschen: Teilstationäre und stationäre
Einrichtungen 41
2.2.1 Aktuelle Situation in Wien
2.2.2 Konzepte / Projekte / Programme
2.3 Öffentlicher Raum: Erreichbarkeit 51
2.3.1 Aktuelle Situation in Wien
2.3.2 Konzepte / Projekte / Programme
2.4 Öffentlicher Raum: Grün - und Freiraum 65
2.4.1 Aktuelle Situation in Wien
2.4.2 Konzepte / Projekte / Programme
2.5 Öffentlicher Raum: Quartier 83
2.5.1 Aktuelle Situation in Wien
2.5.2 Konzepte / Projekte / Programme

3 HANDLUNGSBEDARF UND EMPFEHLUNGEN FÜR DIE STADT WIEN

3.0 Hauptergebnisse 97
3.1 Querschnittsmaterie 102
3.2 Soziale und gesundheitliche Infrastruktur: Serviceleistungen und teilstationäre bzw. stationäre
Einrichtungen 104
3.2.1 Gesundheit
3.2.2 Teilnahme am sozialen Leben
3.3 Öffentlicher Raum: Erreichbarkeit /Grün - und Freiraum 108
3.3.1 Verkehr
3.3.2 Freiraumnutzung
3.4 Öffentlicher Raum: Quartier 115
3.5 Sonderprogramm .Ältere MigrantInnen 118

LITERATURVERZEICHNIS 121

SAFEGUARDING QUALITY OF LIFE FOR OLDER PEOPLE
SICHERUNG DER LEBENSQUALITÄT IM ALTER

Feuerstein / KoseLicka / Feigelfeld (SRZ)

December 2005

SUMMARY
The creation of appropriate framework conditions contributing to the safeguarding of quality of life in .old
age. is among the tasks of urban policy and planning. This takes place in Vienna on the basis of the urban
development plan STEP05.
The term .old age. is so heterogeneous that for action-related research biological age can only be included
as a criterion to a very limited extent. Orientation towards the .life situation. which broadly includes the
health, financial and social resources of individuals or a population group therefore appears to make more
sense. Particularly socio-economic status and state of health are not only important indicators for life
satisfaction in old age.
This study therefore first gives an overview of the relevant factors and basic conditions relevant to the
safeguarding of quality of life in old age, among which are .health., .social inclusion. and .economic
situation., whereby the previously little included special requirements of older migrants will be taken into
particular account since this issue will be of increased importance in the future.
For the City of Vienna (Urban Planning and Urban Development, as well as Health Planning and Promotion
of Health), there is a need for action mainly in the fields of .Social and Health Infrastructure: Services.,
.Social and Health Infrastructure: semi-inpatient and in-patient facilities., .Public Space:
Accessibility. and .Public Space: Green / Free Space.. These fields have been supplemented by another
field of action, .Public Space: Quarter., because possibilities for the design of future measures are heavily
influenced by the spatial context.
Need for action exists both in .hardware. (building and design measures) and in .software. (organisation,
coordination). Furthermore, there is additional need of coordination, networking and exchange of
information between the various departments and the associated institutions, as well as towards the public.
Therefore, numerous proposals have been assigned to these fields of action plus to a field .cross-over
matters.. In a first selection, some .priority. exemplary activities are described in the short summary of the
report.
The measures proposed in the framework of the study should be integrated into a Framework Programme
for the improvement of the quality of life of older people in the city, with the title .Older People in Urban
Space.. An initial meeting with high-level participants from the relevant institutions in Vienna should
precede this Framework Programme.

SICHERUNG DER LEBENSQUALITÄT IM ALTER

Feuerstein / KoseLicka / Feigelfeld (SRZ)

Dezember 2005

KURZFASSUNG
Ausgangslage
Zu den Aufgaben der Stadtpolitik und -planung gehört die Schaffung
geeigneter Rahmenbedingungen, insbesondere in den Bereichen Verkehr, Wohnen, Freizeit, Bildung,
Konsum und Betreuung für kurz- oder langfristig unterstützungsbedürftige Menschen wie Kinder,
Behinderte, Kranke, ältere Menschen. Der prognostizierte Strukturwandel der Bevölkerung durch einen
steigenden Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung ist u.a. gekennzeichnet durch eine
zunehmende Diversität der älteren Bevölkerung (sozial, gesundheitlich, kulturell), die neue
Anforderungen an die Stadtplanung und Stadtentwicklung stellt. Im Gegensatz zu anderen Städten in
Österreich ist in Wien der Prozess der Bevölkerungsalterung zeitlich verschoben (.demographische
Verschnaufpause.). Dies ermöglicht der Stadt Wien den Aufbau einer leistungsfähigen und flexiblen
Koordinationsebene und die Entwicklung von Programmen, die Bausteine der Gesundheits-, Sozial-, Stadt-
und Wohnbau-/Stadterneuerungsplanung verbindet.
Die Ausgangsbasis für die Konzeption solcher Programme, die zur Sicherung der Lebensqualität der
Bevölkerung in Wien beitragen könnte, sind der von der Stadt Wien erstellte Stadtentwicklungsplan
STEP05 (in dem sowohl die in der nächsten Zukunft zu berücksichtigenden Entwicklungen als auch die für
die Stadtentwicklung wesentlichen Handlungsfelder definiert wurden) und das im Juni 2004 vom
Gemeinderat beschlossene .Strategiekonzept für die Betreuung älterer Menschen: Lebenswertes Altern in
Wien - aktiv und selbstbestimmt. (zu dessen Zielen bei der zukünftigen Betreuung älterer Menschen die
maximale Unterstützung der Selbstverantwortung und Selbstbestimmung, die Vermeidung sozialer
Isolation und die Vorbereitung auf das Alter gehören). Ziel des Strategiekonzepts ist, die Etablierung eines
Pflegenetzes, das an die Stelle der 1993 eingeführten Pflegekette treten soll. Es soll die bestehenden
Angebote der stationären, ambulanten, akuten, teilstationären und rehabilitativen Unterstützung verbinden
und eine auf die individuelle Lebenslage abgestimmte Unterstützung ermöglichen.

Ziel
Ziel dieser Studie ist - aufbauend auf einer Übersicht über Situation, Prognosen, Konzepte und daraus
formulierten Vorgaben - eine vertiefende und umsetzungsorientierte Konkretisierung derjenigen zukünftigen
Handlungsfelder, die für die Sicherung der Lebensqualität der älteren Bevölkerung relevant sind,
vorzunehmen und den vorrangigen Handlungsbedarf darzustellen. Dieses Vorhaben soll dabei -
fachübergreifend - weitere nationale und internationale Aktivitäten und die Konzepte der Stadt Wien
mitdenken.

Bearbeitung
Alter ist ein Querschnittsthema, das sowohl in den Wissenschaften (z.B. Demographie,
Sozialwissenschaften, Architektur, Landschaftsplanung) als auch in den Anwendungsfeldern viele Bereiche
wie z.B. die Gesundheitsförderung, die sozialen Dienstleistungen, den Wohnbau oder die
Verkehrsorganisation umfasst und daher in der transdiziplinären Zusammenarbeit betrachtet werden sollte.
Auf der Seite der Auftraggeber wurde ein Team aus Stadtentwicklung / Stadtplanung und Sozialplanung /
Gesundheitsplanung sowie der Gesundheitsförderung gebildet; auf der Seite der Auftragnehmer eine
Arbeitsgruppe, die entsprechende Kompetenzen und Erfahrungen vereint.

Ergebnisse
Alter. ist so heterogen, dass für eine handlungsbezogene Forschung das biologische Alter nur sehr
eingeschränkt als Kriterium herangezogen werden kann. Eine Orientierung an der .Lebenslage., die
umfassend die gesundheitlichen, finanziellen und sozialen Ressourcen des Einzelnen bzw. einer
Bevölkerungsgruppe mit einbezieht, erscheint daher sinnvoller. Weiters können im Sinne eines
intergenerativen Ansatzes gemeinsame Interessen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen besser erfasst
werden. Wesentliche Indikatoren für die Lebenszufriedenheit sind, nicht nur im Alter, vor allem die
sozioökonomische Lage und der Gesundheitszustand. Vor allem sehr alte Menschen sind häufiger
armutsgefährdet als andere Gruppen.
Daher gibt das erste Kapitel einen Überblick über die zur Sicherung der Lebensqualität im Alter relevanten
Faktoren und Basisbedingungen, zu denen .Gesundheit., .soziale Einbindung. und .wirtschaftliche
Situation. gehören. Da die speziellen Bedürfnisse älterer MigrantInnen ein bisher nur wenig
berücksichtigtes Thema sind, das in Zukunft jedoch zunehmend an Bedeutung gewinnen wird, wurde auf
diese spezielle Lebenslage besonders eingegangen (Kap.1.1.4). Es sind folgende Zusammenhänge
feststellbar (Kap 1.2):

Gesundheitliche Situation. Je eingeschränkter die körperliche Beweglichkeit, die sinnliche Wahrnehmung
und je labiler die psychische Situation ist, desto mehr Zeit wird auch für alltägliche Aufgaben benötigt, desto
geringer ist die Motivation für inner- und außerhäusliche Aktivitäten, desto größer ist die Angst übersehen
zu werden und desto beschwerlicher ist das Verlassen der Wohnung.

Soziale Einbindung. Je älter und ärmer jemand ist und je weniger soziale Kontakte er/sie hat, desto mehr
individuelle Zeit steht zur Verfügung, die sinnvoll strukturiert werden muss, desto eher droht Vereinsamung
und desto mehr steigt die Unsicherheit gegenüber dem Fremden.

Wirtschaftliche Situation. Je niedriger das Haushaltseinkommen (Pension und Vermögen) ist, desto
geringer ist der finanzielle Spielraum, desto schlechter ausgestattet ist die Wohnung, desto geringer ist die
Verfügungsmöglichkeit über einen privaten Freiraum / Eigengarten und über ein Fahrzeug, und desto
geringer sind die Möglichkeiten zur Nutzung kommerzieller Freizeitangebote und zur Aufrechterhaltung und
Pflege von sozialen Kontakten und Netzwerken.
Besonders MigrantInnen haben in so gut wie allen für den Unterstützungsbedarf im höheren Alter
relevanten Bereichen wie Wohnen, Einkommen, Familie, Sprache mit erschwerten Bedingungen zu
rechnen. Sie verdienen daher mit ihren speziellen Rahmenbedingungen besondere Beachtung (kulturelle
Barrieren).
Da demnach die mit dem Alter zumeist zunehmende physische und psychische Unsicherheit und
Gebrechlichkeit häufig mit einer
Einschränkung des sozialen Umfeldes (bis hin zur Vereinsamung) und einer Mobilitätseinschränkung
verbunden ist, führt dies zu einer Reduzierung des Aktionsradius auf die Wohnung und das
wohnungsnahe Umfeld, daraus ergibt sich in der Folge u.a. in den folgenden Bereichen ein erhöhter
Bedarf:
. an gut erreichbaren Angeboten des öffentlichen Personennahverkehr,
. an leicht zugänglicher und erreichbarer Versorgungsmöglichkeiten (Einkauf, Kultur, Medizin) im
Nahbereich des Wohnens,
. an Wahlmöglichkeit und Leistbarkeit bei der Art der Lebensführung
 (Anbot unterschiedlichster Wohn- und Betreuungsformen),
. an sozialen und kommerziellen Unterstützungsdiensten bei der Haushaltsführung / Lebenshaltung,
. an Vertrautheit mit der Umgebung und an Maßnahmen, die
 Sicherheit im Außenraum vermitteln,
. an Anregung und Unterstützung zum Verlassen der Wohnung,
. an Anregungen zur Kommunikation im Außenraum,
. an niedrig-schwelligen Angeboten und informellen Treffpunkten für Bekanntschaften,
. sowie an frei zugänglichem Freiraum und an nicht kommerziellen
 Freizeitmöglichkeiten.
Im zweiten Kapitel wurden die aus diesem Bedarf abgeleiteten Handlungsfelder definiert. Da die Schaffung
von Rahmenbedingungen der materiellen und sozialen Existenz von Menschen und das Setzen von
Maßnahmen zur Sicherung der Lebensqualität für sozial besonders gefährdete Gruppen eine Aufgabe der
Politik und der Stadtplanung ist, besteht für die Stadt Wien (Stadtplanung und Stadtentwicklung sowie
Gesundheitsplanung und Gesundheitsförderung) vor allem in den Bereichen .Soziale und Gesundheitliche
Infrastruktur: Service., .Soziale und Gesundheitliche Infrastruktur: teilstationäre und stationäre
Einrichtungen., .Öffentlicher Raum: Erreichbarkeit. und .Öffentlicher Raum: Grün-/Freiraum.
Handlungsbedarf. Da die Möglichkeiten für die Gestaltung zukünftiger Maßnahmen stark durch den
räumlichen Kontext beeinflusst sind, wurden diese Bereiche um das weitere Handlungsfeld .Öffentlicher
Raum: Quartier. ergänzt. Für jedes dieser Handlungsfelder wurde der aus Studien, Literatur und
Gesprächen ermittelte Wissensstand dokumentiert, die aktuelle Situation in Wien skizziert und Prognosen,
Programme, Konzepte sowie zukunftsträchtige Ansätze dargestellt.
Im dritten Kapitel werden der in gemeinsamer Bearbeitung und Diskussion erarbeitete Handlungsbedarf
und die daraus resultierenden Vorschläge und Empfehlungen geschildert. In der Gesamtbetrachtung zeigt
sich dieser Handlungsbedarf sowohl .in der Hardware. (bauliche, gestalterische Maßnahmen) als auch
.in der Software. (Organisation, Koordination). Außerdem besteht zusätzlicher Bedarf an Koordinations-,
Vernetzungs- und Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Fachbereichen und
angegliederten Institutionen, sowie in Richtung Öffentlichkeit.
Die zu den einzelnen Handlungsfeldern vorgeschlagenen Maßnahmen sollen in ein Rahmenprogramm zur
Verbesserung der Lebensqualität Älterer in der Stadt mit dem Titel .Ältere Menschen im urbanen Raum.
integriert werden, innerhalb dessen fach- oder raumbezogene Verbesserungsmaßnahmen in Angriff
genommen werden. Das Rahmenprogramm umfasst die Programmschienen .Netz. und .Initiative Wien für
die Generation 50+.. Um die Voraussetzung für eine Kooperation und eine gemeinsame Ausgangsbasis für
die beiden Programmschienen zu schaffen, schlagen die Autorinnen dieses Berichts ein Initial-Meeting mit
Teilnehmern auf Führungsebene der institutionellen Einrichtungen in Wien vor.
Die Programmschiene .Netz. soll durch den Aufbau einer Koordinationsebene zur Schaffung struktureller
und organisatorischer Voraussetzung für die Vernetzung von Stadtplanung und Gesundheitsvorsorge
beitragen.
Die Programmschiene .Initiative Wien für die Generation 50+. gliedert sich in die Bausteine:
. Forschung (Verdichtung der Wissensbasis; Grundlagenerhebungen,
 Prognosen, Analysen, Konzepte)
. Austausch im .Netz. (Vertiefung zu querschnittsorientierten
 Fragestellungen)
. Beratung und Information / Öffentlichkeitsarbeit (Erleichterung
 von Zugang und Bewusstseinsbildung)
. Pilotprojekte (Konzeptentwicklung und beispielhafte Umsetzungen,
 mit den Komponenten Partizipation und Empowerment)
. Operationalisierung und Umsetzung (Durchführungen auf Basis
 von vorhandenen Konzepten, Mainstreaming guter Erfahrungen)
und das Sonderprogramm .ÄLTERE MIGRANTINNEN.
Auch wenn es besonders in Anbetracht der derzeit stattfindenden Veränderungen in der Altersstruktur,
keine gruppenspezifische Politik mehr geben kann, sondern nur noch eine Politik für alle Generationen,
benötigen dennoch jene Menschen - unabhängig vom Alter - besondere politische Aufmerksamkeit, die arm
und marginalisiert sind. Die Autorinnen schlagen daher vor, durch das Rahmenprogramm auf die spezielle
Lebenssituation einzugehen, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf die besonderen Bedürfnisse zu
lenken, und bei der Umsetzung der Maßnahmen immer wieder auf die Synergien hinzuweisen.
Zu diesen Bausteinen wurden innerhalb der 5 Handlungsfelder Themen der weiteren Bearbeitung
vorgeschlagen (Übersicht siehe Kapitel 3). Exemplarisch wird in der Kurzfassung für jedes dieser
Handlungsfelder eine weiterführende Studie oder ein Projekt vorgeschlagen.
Querschnittsmaterie. Die Stadtplanung kann u.a. durch ein bewegungsfreundliches Umfeld (STEP05,
2005:88) zur Gesundheitsvorsorge beitragen, die in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnt. Im Hinblick auf
die demographische Entwicklung kommt der Prävention von vor allem chronischen Erkrankungen und
gesellschaftlich bedingten Umwelteinflüssen (Lärm, Ernährungsgewohnheiten) eine große Bedeutung zu.
Gesundheitsvorsorge ist ein den gesamten Lebenslauf begleitendes Thema, das weit über die Setzung von
medizinischen Maßnahmen hinausgeht.
Die Initiative „Teilnahme am sozialen Leben“ (Beratung, Information, Öffentlichkeitsarbeit) kann nicht
nur im Bereich der unmittelbaren Prävention von Krankheiten einen Beitrag leisten, sondern . entsprechend
dem weiteren Gesundheitsbegriff der WHO . auch
Ideen und Angebote zur Aktivierung und Unterstützung von Älteren und Betagten fördern. Pilot- und
Langzeitinitiativen könnten zur Entlastung von pflegenden Angehörigen und zur Förderung des Ehrenamts
beitragen, auch wenn die Einbindung der Zivilgesellschaft in Österreich und Wien verglichen mit dem
angelsächsischen, skandinavischen und nordamerikanischen Raum keine sehr große Tradition hat.
Soziale und gesundheitliche Infrastruktur. Eine stärkere Verschränkung der Bereiche Stadtplanung und
Gesundheitsplanung ist auf Grund der aktuellen Entwicklungen notwendig. So etabliert sich z.B. im Bereich
der Pflegedienstleistungen (mobil oder innerhalb von Institutionen), in dem bis vor einigen Jahren vor allem
die öffentliche Hand und soziale Träger tätig waren, inzwischen ein Markt kommerzieller Anbieter. Erste
Wohnprojekte, in denen Kooperationen von Wohnversorgern und Pflegedienstleistern eingegangen
wurden, sind bereits entstanden. Dies wird von der (gemeinnützigen) Wohnungswirtschaft als ein
Zukunftsbereich mit steigender Nachfrage gesehen.
Parallel zu dieser Entwicklung gibt es eine Diskussion um das Berufsbild innerhalb der Pflegedienste.
Einerseits entstehen immer spezialisiertere Berufsbilder, anderseits steigt der Anspruch an Vernetzung und
Koordination, was möglichst breit angelegte Kompetenzen erfordert. In den Rahmen dieser Diskussion
fallen auch die aktuellen Empfehlungen zur Verbesserung der Koordination und Kooperation, sowohl
innerhalb der Gesundheits- und Sozialeinrichtungen (mobile und stationäre Gesundheits- und
Pflegedienste, Ärzte, etc.), als auch zwischen Gesundheits- und Sozialeinrichtungen und lokalen
Beratungsstellen (z.B. auch Gebietsbetreuungen).
Weiters bezieht sich die Gesundheitsplanung in ihrer Bedarfsermittlung auf das gesamte Stadtgebiet, was
zu einer sehr unterschiedlichen Verteilung der Wohn- und Pflegeplätze im Stadtgebiet geführt hat, die nicht
mehr der aktuellen Bedarfssituation entsprechen. In der Folge müssen Angehörige, Freunde und ehemalige
Nachbarn oft lange Wege zurücklegen, was sich negativ auf die Frequenz der Besuche auswirkt. Dies kann
sich mittelfristig noch verstärken.
Ein Detailkonzept zur Verschränkung von Gesundheits- und Stadtplanung (Forschung) ist daher
dringend erforderlich. Abgestimmt auf die unterschiedlichen räumlichen Ebenen (z.B. NUTS, Stadtteil,
Quartier/Grätzel) sind, unter Berücksichtigung des Frei- und Grünraums und mit Bezug auf die
Bebauungsstruktur, die Leistungen der Einrichtungen der Sozialen und Gesundheitlichen Infrastruktur zu
spezifizieren und, so sinnvoll, durch andere organisatorische und räumliche Kombination von
Serviceleistungen zu ergänzen. Darüber hinaus sollte ein Konzept zur Koordination der mobilen Dienste mit
anderen im Quartier bzw. Wohnumfeld kleinräumig agierenden Services und Dienstleistungen entwickelt
werden.
Öffentlicher Raum: Erreichbarkeit. Da ältere Menschen viele Wege zu Fuß erledigen, sollten in einem
Pilotprojekt die notwendigen Kriterien zur Etablierung eines Fußwegenetz für Ältere zur Erledigung von
Alltagsgeschäften und dem Erreichen vom Dienstleistungen entwickelt und erprobt werden. In einem
Wohngebiet soll ein Netz für den fußläufigen Verkehr, gebildet aus Wohnstraßen, Fußgängerzonen und
Durchgängen unter Einbeziehung wichtiger Anlaufstellen (Geschäfte, Gesundheits- und
Sozialeinrichtungen, Bildungsstätten, Haltestellen) entwickelt werden. Dies ist ein gutes Beispiel für die
Synergieeffekte einer intergenerativen Planung, da von diesen Maßnahmen auch viele andere
Bevölkerungsgruppen, wie z.B. Frauen mit Kindern, profitieren können.
Öffentlicher Raum: Grün-/Freiraum. Der öffentliche Grünraum wird meist in Verbindung mit Freizeit und
Erholung gesehen, die definitionsgemäß das Gegenstück zur Arbeit darstellt. Dadurch erscheint es
verständlich, dass Erwachsene, die einer Erwerbsarbeit nachgehen, eher selten oder vor allem als
Begleitpersonen anzutreffen sind. Um zu verhindern, dass alte Menschen die u.U. auf Grund physischer
Einschränkungen und Unsicherheit weniger durchsetzungsfähig sind, sich im öffentlichem Freiraum neu
ihren Platz erobern müssen, ist die Nutzung bereits während des Erwachsenenalters zu fördern.
Erwachsene als neue Zielgruppe der Freiraumnutzung (Forschung). Es ist zu prüfen, ob die Nutzung
öffentlicher Freiräume als
lebensbegleitende Alltagsfunktion etabliert werden kann und welche Nutzungsmöglichkeiten angeboten
werden müssen (Aspekt sich beschleunigt verändernder Arbeits- und Lebenswelten, Zwischennutzung in
Arbeitspausen, Verschneidung von Arbeit und öffentlichem Raum, Arbeitsinseln in der Freizeit/im
Freiraum...). Dazu sind Bedürfnisse und Wünsche näher zu erheben.
Bei der Sanierung von Wohnhausanlagen soll auch der Freiraum als eine Verbesserungspotenzial
wahrgenommen werden.
Weiters werden Friedhöfe bisher als Erholungsräume selten genutzt. Bezüglich einer Erweiterung von
Nutzungsmöglichkeiten besteht daher Forschungsbedarf.
Untersuchung der Friedhofsnutzung und Ableitung von stadtplanerischen und gestalterischen
Anpassungen im Friedhofswesen (Forschung). Dabei wären zunächst Erreichbarkeit, Besuchsfrequenz,
Gestaltungs- und Bestattungsmöglichkeiten zu erheben und das Spektrum der Besuchsmotive zu erfragen.
Auf Basis dessen sind Erweiterungen von Nutzungsmöglichkeiten und Möglichkeiten der Vernetzungen mit
dem Umfeld sowie eine größere Durchlässigkeit zu prüfen.
Öffentlicher Raum: Quartier. Da sich in Wien räumliche Schwerpunkte der demographischen Alterung im
Stadtgebiet feststellen lassen (Alterssegregation) und vor allem in (monostrukturell besiedelten)
Wohnanlagen der Anteil der Älteren deutlich gestiegen ist, sind Maßnahmen einer barrierefreien und
altersgerechten Gestaltung nicht nur im Bereich der Wohnungen, sondern auch im Freiraum weiter zu
entwickeln und in bestehende Sanierungskonzepte zu integrieren.
Alternde Stadtquartiere als Zielgebiete einer kleinräumigen Stadtplanung. (Forschung, Austausch im
.Netz.). Für die Entwicklung eines Konzepts sind zunächst . auf Basis einer entsprechenden Datenanalyse .
die von der Alterssegration besonders betroffenen Stadtquartiere als Zielgebiete zu definieren. Für eines
dieser Gebiete soll unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen für die Planung von Gesundheits-
und Sozialeinrichtungen ein Konzept der kleinräumigen Planung entwickelt werden (in Abstimmung mit dem
Detailkonzept zur Verschränkung von Gesundheits- und Stadtplanung) und anschließend in einem
Pilotprojekt erprobt werden.
Ältere MigrantInnen (Sonderprogramm). Politik soll in der Weise gestaltet werden, dass möglichst alle
Generationen und Gruppen davon profitieren. Benachteiligte . unter ihnen auch die MigrantInnen - bedürfen
jedoch besonderer Beachtung, um ihre Bedürfnisse adäquat einzubinden. Die zunehmende Zahl älterer
MigrantInnen erfordert daher unseres Erachtens eine Schwerpunktsetzung. Als .Starter. dazu wird
vorgeschlagen:
Kampagne „Generation 50+ - gekommen/geblieben“. (Bera-tung, Information, Öffentlichkeitsarbeit). Diese
fach- und themenüber-greifende Diskussion (Einbindung in Diversitätspolitik, Adaptierung von Angeboten)
soll eine Bewusstmachung des Themas innerhalb und außerhalb des Magistrats umfassen. Für eine
fundierte Bearbeitung sind Erhebungen notwendig (differenziertere Datenaufbereitung, unter besonderer
Beachtung von Eingebürgerten, Befragungen), die das Hauptaugenmerk auf die Handlungsfelder
.Teilnahme am sozialen Leben, Soziale und Gesundheitliche Infrastruktur. richten mit verorteter,
kleinräumiger Bezugnahme auf das .Quartier..

BERICHT
„Die Frage nach der Beziehung zwischen dem Alter und dem sozialen und physischen
System Stadt hat in der Regel weniger einen theoretischen als einen praktischen
Hintergrund. Ist die Stadt oder sind Teile der Stadt geeignet für das Leben älterer
Menschen oder sind besondere städtebauliche oder sozialpolitische Maßnahmen
notwendig, um auftretende Probleme zu lösen? …..Die scheinbar praktisch gestellte Frage
nach der xy-gerechten Stadt erweist sich als ein lebensfremder, praxologischer Irrtum. Die
Stadt ist entweder lebensfähig für viele miteinander verwobene Lebensstile und Gruppen
oder – zumindest langfristig gesehen -, für keinen. Ist die Frage ‚Alte und Stadt’ so
gesehen keine richtig gestellte Frage?“ Wenn man das Thema als die Frage nach der
‚gruppengerechten’ Stadt versteht ist sie hinfällig. Doch gerade das Alter, genauer gesagt,
der Lebenszyklus, ist in den ökonomisch hoch entwickelten Teilen der Welt ein zentral
städtisches Thema und Problem.“
 Detlev Ipsen (1999)

0 EINLEITUNG
Ausgangslage. Zu den Aufgaben der Stadtpolitik und -planung gehört die Schaffung geeigneter
Rahmenbedingungen, insbesondere in den Bereichen Verkehr, Wohnen, Freizeit, Bildung, Konsum und
Betreuung für kurz- oder langfristig unterstützungsbedürftige Menschen wie Kinder, Behinderte, Kranke,
ältere Menschen. Der prognostizierte Strukturwandel der Bevölkerung durch einen steigenden Anteil älterer
Menschen an der Gesamtbevölkerung ist u.a. gekennzeichnet durch eine zunehmende Diversität der
älteren Bevölkerung (sozial, gesundheitlich, kulturell), die neue Anforderungen an die Stadtplanung und
-entwicklung stellt.
Alter ist ein Querschnittsthema . es umfasst sowohl in Wissenschaften viele Bereiche (z.B. Demographie,
Sozialwissenschaften, Architektur, Landschaftsplanung), als auch in den Anwendungsfeldern
(Gesundheitsförderung, soziale Dienstleistungen, Wohnbau, Verkehrsorganisation). Daher sollte es in
trans-diziplinärer Zusammenarbeit betrachtet werden.
Zielsetzung. Ein Ziel des Stadtentwicklungsplanes 2005 (STEP05) ist die Sicherung der Lebensqualität der
Bevölkerung in Wien. Auch in Wien führt der demographische und gesellschaftliche Wandel zu
Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur und voraussichtlich mittel- bis langfristig zu einer stetigen
Zunahme der über 60-jährigen Bevölkerung.
Im Stadtentwicklungsplan wurden neben den in der nächsten Zukunft zu berücksichtigenden Entwicklungen
auch Handlungsfelder für die Stadtentwicklung definiert.
Ziel dieser Studie ist es nun - aufbauend auf einer Übersicht über Situation, Prognosen und Konzepte, und
unter Berücksichtigung der im STEP05 formulierten Vorgaben - eine vertiefende und umsetzungsorientierte
Konkretisierung derjenigen zukünftigen Handlungsfelder, die für die Sicherung der Lebensqualität der
älteren Bevölkerung relevant sind, vorzunehmen. Basis der Übersicht sind zahlreiche bereits zu diesem
Thema vorliegende Wien-relevante Studien, Erhebungen, Konzepte und Pläne, aber auch Aktivitäten,
Programme, Konzepte, Projekte aus Österreich und aus dem Ausland1. Die fachübergreifende Betrachtung
steht, wo immer möglich und sinnvoll, im Zentrum der vorliegenden Arbeit.
Im Juni 2004 wurde vom Gemeinderat das .Strategiekonzept für die Betreuung älterer Menschen:
Lebenswertes Altern in Wien - aktiv und selbstbestimmt. beschlossen2. Seine formulierten Ziele zur
zukünftigen Betreuung älterer Menschen sind die maximale Unterstützung der Selbstverantwortung und
Selbstbestimmung, die Vermeidung sozialer Isolation und die Vorbereitung auf das Alter. An die Stelle der
1993 eingeführten Pflegekette soll ein Pflegenetzwerk treten, das die bestehenden Angebote der
stationären, ambulanten, akuten, teilstationären und rehabilitativen Unterstützung verbindet und eine auf
die individuelle Lebenslage abgestimmte Unterstützung ermöglicht.
.Alter. ist so heterogen, dass für eine handlungsbezogene Forschung das biologische Alter nur sehr
eingeschränkt als Kriterium herangezogen werden kann. Eine Orientierung an der .Lebenslage., die
umfassend die gesundheitlichen, finanziellen und sozialen Ressourcen des Einzelnen bzw. einer
Bevölkerungsgruppe mit einbezieht, erscheint daher sinnvoller. Weiters können im Sinne eines
intergenerativen Ansatzes gemeinsame Interessen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen besser erfasst
werden.
Wesentliche Indikatoren für die Lebensqualität und -zufriedenheit sind, nicht nur im Alter, vor allem die
sozio-ökonomische Lage und der Gesundheitszustand. Unter den Alten sind vor allem Hochbetagte
häufiger armutsgefährdet. Dies gilt aber auch für andere Bevölkerungsgruppen, wie z.B. Alleinerziehende
und MigrantInnen. Die speziellen Bedürfnisse älterer MigrantInnen sind ein bisher nur wenig
berücksichtigtes Thema, das in Zukunft jedoch zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Aufgabe der
öffentlichen Hand ist es, besonders für diese sozial gefährdeten Gruppen Maßnahmen zur Sicherung der
Lebensqualität zu setzen.
Eine mit dem Alter zunehmende physische und psychische Unsicherheit und Gebrechlichkeit führt häufig zu
einer Einschränkung der Mobilität und des sozialen Umfeldes (bis hin zur Vereinsamung). Dies reduziert
den Aktionsradius des Einzelnen auf die Wohnung und das wohnungsnahe Umfeld, dessen Bedeutung für
das individuelle Wohlbefinden daher zunimmt.
Näher zu betrachtende Handlungsfelder sind daher die soziale und gesundheitliche Infrastruktur, der
öffentliche Raum in Bezug auf die Erreichbarkeit, sowie auf den Grün- und Freiraum. Das Quartier wurde
als weiteres Handlungsfeld mit einbezogen, da sich hier viele der zuvor angesprochenen Themen
überschneiden.
Der Dokumentation zu den Handlungsfeldern (Kapitel 2) wurde eine knappe Darstellung der aktuellen
Faktoren und Basisbedingungen des Älter Werdens vorangestellt (Kapitel 1).
Die Autorinnen betonen, dass der Schwerpunkt dieser Studie auf der Erstellung einer Übersicht über die
unterschiedlichen Themenfelder, auf dem Erstellen von Querbezügen und auf der Darstellung von
Zusammenhängen liegt.

1 So trat die Stadt Wien bereits im Jahr 1989 dem internationalen .Gesunde Städte-Projekt. der Weltgesundheitsor-ganisation (WHO) bei, das sich
inzwischen in der vierten Phase befindet. Zu den Hauptthemen dieser Phase gehören u.a. .Healthy Ageing. und .Healthy Urban Planning..
2 vgl. dazu STEP05, 2005:83




1 DARSTELLUNG DER FÜR DIE SICHERUNG DER
LEBENSQUALITÄT IM ALTER RELEVANTEN
ASPEKTE

VORBEMERKUNG
Der Beginn des .Alt seins. war lange durch den Pensionsantritt definiert.
Veränderungen in Bedingungen des Pensionsantritts, höhere Lebenserwartungen, etc. haben zu einer
Verlängerung der Altersphase geführt.
Bezeichnungen für ältere Menschen, wie .Ältere, Alte, SeniorInnen, 60+. greifen zu kurz, da keine Gruppe
so inhomogen ist wie diese.
Altern geht nicht mit einer generellen kontinuierlichen Abnahme von körperlichen und geistigen Fähigkeiten
einher. Es lassen sich zwar gewisse Entwicklungen bedingt mit dem steigenden Alter korrelieren
(Gesundheit..), die reale Lage definiert sich jedoch, auch in der gesundheitlichen Entwicklung, sehr stark
durch die Phase im Lebenszyklus bzw. durch die Einflüsse der persönlichen Historie (Beruf, Bildung,
soziale Schicht, familiäre Bedingungen, Geschlecht sind von hoher Bedeutung). 1
Daher ist statt einer Orientierung am biologischen Alter eine Orientierung an der Lebenslage besser
geeignet, den notwendigen Handlungsbedarf festzustellen. Die Lebenslage definiert sich im wesentlichen
über folgende Faktoren:
. Gesundheit (definiert im Sinne der WHO2)
. Mobilitätsfähigkeit und .verhalten (in Alltag und .Freizeit.3)
. Sozialer Rahmen (Teilhabe, Kontakte und Netze, beeinflusst auch durch ökonomische Situation und
wichtig für die Alltagsbewältigung)
. Ökonomische Leistungsfähigkeit
. Freizeitfähigkeit und -verhalten (Teilhabe, Konsum, Kultur, Geselligkeit, Sport).
Bedürfnisse älterer Menschen verändern sich vor allem durch schwindende Fähigkeiten in diesen
Bereichen.
Eine besondere Lebenslage ergibt sich bei Altern in einer .fremden. Umgebung, in einer, die nicht dem
individuellen Erfahrungshintergrund entspricht. Dies kann sich sowohl auf eine deutliche Veränderung in
der individuellen Wohnsituation beziehen (Umzug in ein Heim), als auch auf ein Leben in einem Umfeld, das
nicht oder nur bedingt dem ethnischen Hintergrund entspricht, wie bei Zugewanderten.
Zukunft: Die Bedürfnisse älterer Menschen beschäftigen schon länger die Stadtverwaltungen in ihreren
Planungen. Die Herausforderung heute liegt in dem steigenden Anteil älterer Menschen an der
Gesamtbevölkerung, der neue Schwerpunktsetzungen verlangen wird.
Die progressive Entwicklung ist als gegeben anzusehen, durch bevölkerungspolitische Entscheidungen und
Veränderungen im Verhalten der Bevölkerung ist sie nur marginal beeinflussbar.4
Dies bedeutet, je länger der Zeitraum, umso ausgeprägter wird, auch in Wien, der Überhang Älterer in der
städtischen Bevölkerung werden. Aktuell erfolgt in Österreich eine deutliche Beschleunigung nach einer
Zeit relativ geringerer Veränderungen, in Wien wird die Veränderung mit einer gewissen Zeitverzögerung
eintreten und geringer ausfallen (60+: 2004 22,2%; 2030 25,1%; 2050 27,4%; Quelle Statistik Austria 2005;
Ältere Prognosen - Institut für Demographie 2002- hatten den Zuwachs etwas höher angesetzt).
Man spricht schon jetzt von einem .teilweise sichtbaren Wandel. und einem (zumeist einseitig gewichteten)
Altersdiskurs.5 In diesem Diskurs stehen sich Ältere und Jüngere ambivalent gegenüber, vor allem im
urbanen Bereich ist diese Begegnung nicht ganz konfliktfrei. Die Entwicklung wird von allen Gruppen als
ungewiss angesehen.6
Dabei sind wesentliche Faktoren, sowohl auf der Ebene der rechtlichen Stellung (Pensionsrecht,...), der
Wirtschaft und des Arbeitsmarkts, aber auch auf der individuellen Ebene, nur bedingt von der
Stadtverwaltung beeinflussbar; sie kann aber zur Erleichterung oder Kompensation der Faktoren beitragen.
Bei der Umsetzung derartiger Ansprüche sind von der Stadtverwaltung auch die Ansprüche anderer
Bevölkerungsgruppen zu berücksichtigen (Ausgewogenheit des Interessenausgleichs). Es ist daher von
Vorteil, nach Synergien zu suchen (z.B. .was der Oma hilft, hilft auch der Mutter mit Kleinkind..), Ausgleich
zu finden und Konsens herzustellen.
Wien hat als eine Stadt, die vielfältige Möglichkeiten bietet, und die anderen Städten Erfahrung mit einem
relativ hohen Anteil Älterer an der Bevölkerung voraus hat, einen Vorteil, den es zu nutzen gilt.7
Ausgehend von der jetzigen Situation, die durch die bereits erwähnte demographische Entwicklung einen
weiteren Veränderungsschub bekommt, muss der Magistrat frühzeitig Handlungsstrategien entwickeln, die
vor allem folgende Handlungsfelder betreffen:
. Gesundheitliche und soziale Infrastruktur
. Verkehrsinfrastruktur
. Öffentlicher Raum, Grün- und Freiraum
. sowie das Quartier als emblematisches Beispiel der Verortung
 von Infrastruktur.
Die Bedeutung dieser Bereiche für eine demokratische und solidarische Gesellschaft wird nicht in Frage
gestellt, ebenso wenig die Pflicht/Verantwortung der Öffentlichkeit (Politik, Verwaltung..) dafür Sorge zu
tragen, dass diese Bereiche zum allgemeinen Nutzen zur Verfügung gestellt werden.
Es kann daher im Folgenden nur darum gehen herauszufinden,:
. welche Art und Quantität,
. welche Qualität,
. welche räumliche Verteilung,
. und welche Zugänglichkeit (auch im Sinne von Leistbarkeit),
 respektive Erreichbarkeit
notwendig ist, um die Lebensqualität, insbesondere in besonderen Lebensstadien bzw. Lebensumständen,
zu gewährleisten. Daraus kann, nach Sichtung und Vergleich mit dem Status Quo, der Handlungsbedarf
abgeleitet werden.
Der Handlungsbedarf muss auch in Hinblick auf künftige Veränderungen (quantitativ, qualitativ, Änderung in
Paradigmen) betrachtet werden (die .zeitliche Komponente.).

1.1 FAKTOREN / BASISBEDINGUNGEN
Im Folgenden werden die Basisbedingungen, unter denen ältere Menschen am Leben einer Stadt
teilhaben, etwas näher dargestellt, um den Hintergrund von Ansprüchen und die Rahmenbedingungen in
den Handlungsfeldern besser zu verstehen. Als Grundlage dienen Auswertungen aktueller Materialien.
Die Basisbedingungen sollen hier zur besseren Übersicht folgenden ausgewählten Bereichen zugeordnet
werden:
. Gesundheitliche Situation (psychisch, physisch)
. Familiäre Situation/soziale Einbindung (Teilhabe, Kontakte und Netze)
. Wirtschaftliche Situation, Einfluss der rechtlichen Stellung
Ausgehend von den angeführten Basisbedingungen werden sodann in Kapitel 1.2 in .je-desto-Schleifen.
jene Faktoren weiter heraus gearbeitet, die für eine Bewertung der Relevanz der einzelnen Bereiche für die
Alltagsbewältigung und Lebensqualität des Einzelnen erforderlich sind.

1.1.1 Gesundheitliche Situation
Gesundheit / Krankheit ist per se keine Alterserscheinung, sie wird jedoch hier nur in Zusammenhang mit
den Älteren betrachtet.
Es gibt lange Phasen, in denen die gesundheitliche Einschränkung Älterer noch eher gering bleibt (dies ist
in den letzten Jahrzehnten auch stetig besser geworden). Personen verleben etwa drei Viertel ihrer
Lebenszeit in guter Gesundheit, das Alter der Einschränkungen beginnt etwa mit 58 bis 60 Jahren und
dauert durchschnittlich bis zum Alter von 76 (Männer) bzw. 81 (Frauen). Zwischen 63 (Männer) und 67
(Frauen) beginnen im statistischen Schnitt chronische Erkrankungen. 8
Es leben daher die 70- bis 75jährigen noch um die 40% gut und ohne Einschränkungen, auch unter den 80-
bis 85jährigen sind dies kaum weniger. Rund 40% dieser Altersgruppe sind jedoch schon sehr stark
beeinträchtigt. 9
Aufgrund der höheren Lebenserwartung10 sind chronische Erkrankungen (vor allem
Herz-Kreislauferkrankungen) und Mehrfachbelastungen inzwischen vorherrschender als
Akut-Erkrankungen (diese sind vor allem Krebsarten).
Aus der Sicht des Gesundheitswesens sind in Hinblick auf die Pflegeabhängigkeit, die für die Veränderung
des Grads der Autonomie in der Lebensgestaltung im Alter Ausschlag geben ist, besonders die vier großen
.I´s. relevant:
Isolation, Inkontinenz, Immobilität und (medizinische) Instabilität. 11
Ein Detail, das aber für die Stadtplanung relevant ist: bei Älteren führt unter den Unfällen, die zum Tod
führen, deutlich der Sturz, in oder außerhalb des Wohnbereichs.12
Dominante Beschwerden des hohen Alters sind v.a. Schmerzen an Gliedmaßen, Gelenken und
Wirbelsäule; Hör- und Sehstörungen; Schlafstörungen; Gedächtnisschwäche und Müdigkeit. 13 Dem ist u.a.
auch bei der Wegegestaltung Hochbetagter Rechnung zu tragen.
Benachteiligte soziale Gruppen weisen einen schlechteren Gesundheitszustand auf (auch z.B. als
Spätfolgen einer körperlich belastenden Arbeitsbiographie). Auch die Sterblichkeit zeigt einen positiven
Zusammenhang mit Ausbildungsniveau und Wohnungssituation. 14
Die geringere Zufriedenheit Älterer bezieht sich daher auch in erster Linie auf ihre Gesundheit. Generell
sprechen Prognosen auch von einem weiteren und deutlichen Anstieg der Lebenserwartung.
Wie der Anteil der über 60-jährigen insgesamt, wächst langfristig auch der Anteil der über 75-Jährigen
deutlich (+78% bis 2041). 15
Dies bedeutet einen Anstieg der Beanspruchung des Gesundheitssystems, wobei dieser Anstieg aufgrund
des guten Gesundheitszustands der jüngeren SeniorInnen erst etwas .zeitverzögert. eintreten wird. Ein
schon kurzfristig erhöhter Bedarf an Pflegeservice und Pflegeeinrichtungen ist jedoch abzusehen, da die
Zahl der Hochbetagten (85+) schon bis 2012 um ca. 30% zunehmen wird 16 . Der neue Mittelpunkt der
Anforderungen wird auf Prävention, Rehabilitation und Pflege, sowie auf Gesundheitsförderung liegen. Vor
allem bei sozioökonomisch schwächeren Schichten wird daher auch die Förderung des
Gesundheitsbewusstsein wichtig sein.17
Pflege erfolgt weiterhin sowohl im privaten als auch im institutionellen Bereich18:
Personen in Zweierbeziehungen werden derzeit vorrangig vom Partner gepflegt. Diese Gepflegten sind vor
allem Männer. Unter den Wiener Älteren gibt es aber auch weiterhin einen großen Anteil Alleinlebender,
vorwiegend Frauen (im Alter von 75 und mehr leben in Wien fast zwei Drittel der Frauen allein, auch unter
den 60-74jährigen sind weniger als die Hälfte der Frauen verheiratet). 19
Pflege wird auch häufig von nächsten Angehörigen durchgeführt . hier sind es fast ausschließlich die
Töchter. Frauen machen Pflege und Betreuung . zuerst bei den Kindern, dann bei den Eltern. Diese,
zunehmend unverzichtbare, Pflegeleistung wirkt jedoch berufsbehindernd und erzeugt Probleme für die
Zukunft, indem der Aufbau einer eigenen ausreichenden Alterssicherung behindert wird.20
Allerdings können auch darauf nur ein Teil der Alten zurück greifen. Einerseits leben z.T. Angehörige und
Pflegebedürftige nicht am selben Ort, andererseits gibt es eine doch erhebliche Zahl Kinderlose (Der Anteil
weiblicher Kinderloser liegt derzeit zwischen ca. 25% bei 60 bis 65jährigen und ca. 40% bei den 90jährigen).
Die Zahl der allein lebenden betagten Frauen ist sehr hoch, auch die Zahl der BewohnerInnen von Wohn-
und Pflegeheimen nimmt zu (derzeit rund 15% der Frauen ab 85)21
Es ist also wichtig, verstärkt weibliche Lebenszusammenhänge zu beachten und spezielle Bedürfnisse
älterer Frauen berücksichtigen. Eine weiterführende Untersuchung der Lebenszusammenhänge sollte
nicht nur das Geschlecht, sondern auch Schulbildung und Erwerbskarriere als wesentliche Faktoren für die
Lebenssituation Älterer berücksichtigen (Differenzierte Datenanalysen im Sinne des Gender
Mainstreaming).22 Gender-bezogene Datensammlung ist jedenfalls eine wesentliche notwendige
Grundlage. In der Befassung mit Älteren ist, Obigem zufolge, also eine Betrachtung
als einerseits AkteurInnen (Pflegende), andererseits Betroffene (Gepflegte) von Relevanz.
Ein Thema, das Ältere bewegt, aber von der Gesellschaft sehr in den Hintergrund geschoben wird, ist das
Sterben. Auch hier hängt die Frage des .wo. und .wie. von der körperlichen Verfassung ab, reicht jedoch
auch sehr stark in den Bereich .Familiäre Situation., .Wohnsituation. und Angebote bzw. Grundsätze von
Institutionen.
1.1.2 Familiäre Situation
Ältere zeigen generell ein vielgestaltiges gesellschaftliches Leben, mannigfaltige Interessen und . das ist für
eine Stadt interessant - Soziale Einbindung unausgeschöpfte Potentiale. Man sollte nicht die Chancen
vergeben, die auch in einer alternden Gesellschaft liegen.23
Das vorherrschende Bild von Älteren (weiblich, alleinlebend; z.B. jeder zehnte Haushalt in Wien besteht aus
über-75-Jährigen, die Hälfte davon ist allein lebend, dies sind vor allem Frauen) ist im Wandel. Es wird
längerfristig zu einer Angleichung der Geschlechterproportion kommenden (schwindende .Feminisierung.).
Auffällig ist jedoch vorerst noch, wie erwähnt, die Zunahme der Hochaltrigen (85+). Dies wird vor allem den
quantitativen Bedarf im aufwändigsten Bereich stark beeinflussen.24
Umso wichtiger wird es sein, in einer breiten Fächerung vor allem bei den Nicht-Hochbetagten alle
Potentiale zu fördern (Eigenfähigkeiten, Familie, Soziale Netze, Zivilgesellschaft, NGOs und öffentliche
Stellen auf den verschiedenen Ebenen). Die soziale Einbindung Älterer ist weiterhin ziemlich gut 25, ihre
eigene Leistung wird aber auch stärker .gefordert. werden.
Die Netze der engeren Familie funktionieren in Österreich (noch?) gut (im hohen Alter sogar besser als kurz
vorher) . im urbanen Bereich etwas schlechter . und auch freundschaftliche Kontakte sind häufig. 26
Der Trend geht jedoch zur Lockerung der familiären Bindungen und der sozialen Verantwortlichkeiten .
Lebensabschnittspartner-schaften statt lebenslanger Ehe, Zunahme der Singlehaushalte und der
AlleinerzieherInnen, institutionelle Betreuung/Pflege älterer
Familienangehöriger. Zusätzlich nimmt die Mobilitätsnotwendigkeit zu . mehr Distanz zu
Familien/FreundInnen auch in räumlicher Hinsicht.
Daraus kann ein Trend zu einer Zunahme von .auf sich gestellten. Personen abgeleitet werden (Einsamkeit,
geringe soziale Kompetenz, geringe Bindungsfähigkeit). Es kann jedoch auch davon ausgegangen werden,
dass zukünftig die Anteile von Personen zunehmen, die schon frühzeitig gelernt haben, mit einem
singulären Leben zurecht zu kommen.
Es gibt auch Tendenzen der stärkeren Beziehung zu Freundeskreis als zum Familienkreis; allerdings: dies
bewegt sich wohl stark innerhalb der eigenen Altersgruppe, hier sollten auch verstärkt inter-generationelle
Verbindungen herstellbar sein.
Ein wichtiges Element der Phase des Alterns ist der tatsächliche oder vermeintliche Verlust an
Wertschätzung. Dies beginnt oft mit dem Verlust der beruflichen Rolle. Bereitschaft zum aktiven Einbringen
in die Gesellschaft hängt in hohem Maße von diesem Selbstbild ab. Große Potentiale gehen damit
verloren.27 Sensibilität gegenüber sichtbaren und unsichtbaren Zeichen von Altersdiskriminierung im
sozialen Feld, aber auch in Interventionen von öffentlicher Seite ist weiter zu entwickeln. 28
1.1.3 Wirtschaftliche Situation
Etwas verallgemeinert könnte man als Ausgangsposition festhalten, .dass sich mit Geld Vieles ausgleichen
lässt. Leistungen der öffentlichen Hand müssen dort ausgleichen/unterstützen, wo Mangel ist (dies gilt für
Personen geringer ökonomischer Leistungsfähigkeit). Es gibt jedoch auch Leistungen, die nicht mit Geld
.privat. zu erwerben sind, wie Großgrünraum im Nahbereich der Stadt, Umweltqualität, etc., hier agiert die
Stadt für alle.
Statistiken weisen nach, dass zunehmendes Alter / zunehmende Krankheit mit abnehmend zur Verfügung
stehenden Mitteln einhergeht (wobei dies für sozio-ökonomisch schlechter Gestellte eher zutrifft). Schon
während des Erwerbslebens vorhandene Unterschiede in der wirtschaftlichen Situation verschärfen sich im
höherem Alter. Vor allem auch die Benachteiligung von Frauen ist krass. Eine Bipolarität von Gewinnern /
Verlierern prägt sich aus. Gegensteuerung ist dringlich.29 (Was kann eine Stadt hier bieten?) Im
Durchschnitt ist die Zufriedenheit in materieller Hinsicht hoch, diese Bipolarität zeigt sich in den Statistiken
erst bei genauerer Analyse.
Generell ist der Abstand im Konsum zu Jüngeren geringer geworden, am ehesten bestehen noch
Unterschiede in der Wohnungsausstattung30 (die Bereitschaft zu Wohnungswechsel ist bei Älteren jedoch
äußerst gering31). Auch hier sind wieder die Gewinner und Verlierer ersichtlich - in armutsgefährdeten
Pensionistenhaushalten werden zwei Drittel des Einkommens für Ernährung und Wohnen ausgegeben. 32
Defizite im Wohnbereich, aber auch die Veränderung von Bedürfnissen mit zunehmendem Alter führen zu
vermehrten Ansprüchen an das Wohnumfeld (in Wohnquartieren ärmerer Älterer). 33
1.1.4 Sonderthema Ältere MigrantInnen
Die Anteile von Personen mit einer anderen als der österreichischen Staatsbürgerschaft, bzw. mit
Migrationshintergrund (welche die eingebürgerten MigrantInnen umfassen) an der Wiener Bevölkerung sind
als bekannt voraus zu setzen (sie bewegen sich zwischen 16% und rund 30%).34
Derzeit ist der Anteil Älterer unter diesen Gruppen noch deutlich geringer als unter der übrigen Bevölkerung.
Er wird jedoch aufgrund der Geschichte der Wiener Migration weiter zunehmen, vor allem unter
MigrantInnen, die schon lange in Wien leben.
1991 waren 6,3% der Personen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft älter als 60, dieser Anteil ist
bis Ende der 90er Jahre leicht gestiegen und lag 2001 bei 6,9%. Zwei Drittel unter ihnen sind zwischen 60
und 70 Jahre alt; sie stellen damit 7,9% dieser Altersgruppe in Wien.35
Generell ist die Datenlage, sowie die Forschung zu Lebensqualität und Bedürfnissen älterer MigrantInnen
im letzten Dezennium nur wenig ausgebaut worden. Erst mit der in Hinsicht auf MigrantInnen
differenzierteren Volkszählung 2001 und den Erhebung .Leben in Wien. 1995 und 2003 wurde die
Datenbasis verbessert.
Auswertungen sind im Entstehen, differenzierte Analysen, vor allem nach den immer breiter aufgefächerten
Gruppen nach Herkunftsland, zur Situation von Migrantinnen nach Teilnahme am Arbeitsleben, und zu
Hochaltrigen,sind jedoch weiterhin rar. Erste Berechnungen zeigen Anteile von älteren Personen mit
Migrationshintergrund von über einem Fünftel.36
Demografisch auffällig ist, dass unter den 60jährigen und Älteren der Männeranteil hoch ist, höher als bei
ÖsterreicherInnen, sowie der Anteil Unverheirateter.37
Lange wurde von einem relativ hohen Anteil an .RückkehrerInnen. in das Ursprungsland im Alter
ausgegangen, tendenziell entscheiden sich jedoch immer mehr im Alter für den Verbleib im Aufnahmeland.
Daten der 90er Jahre ergaben in etwa eine Verteilung von 20%, die zurück wollten, 30%, die pendeln
wollten, und 29%, die bleiben wollten38. In der Realität ist jedoch oft von einem ..Verbleib trotz
Rückkehrorientierung. und einer .Illusion der Rückkehr. zu sprechen.39
Zur gesundheitlichen Situation:40 Generell weisen MigrantInnen in Österreich einen schlechteren
Gesundheitszustand auf als ÖsterreicherInnen, schon aufgrund ihrer Arbeitsbiografie und der Nachteile der
Migrationssituation. Es überwiegen Krankheiten des Bewegungsapparats u.ä., auch Unfallfolgen, es zeigen
sich jedoch auch psychosomatische Beschwerden. Verwiesen wird darauf, dass auch Defizite in Diagnosen
aufgrund schlechter Verständigung und geringen Verständnisses anzunehmen sind.
Zu Gesundheit, sowie Hilfs- u. Pflegebedürftigkeit älterer MigrantInnen gibt es so gut wie keine
detaillierteren Angaben. Auszugehen ist von einer Kumulation von Belastungen, mit schlechter
Ausgangslage mit 60 Jahren aufgrund vorzeitigen gesundheitlichen Verschleißes, daher sind vor allem
multi-morbide und chronische Krankheitsmuster zu erwarten. Dies addiert sich zu den generell
vorhandenen Problemen bei der Bewältigung von Alltagsschwierigkeiten.
Zur Abschätzung des künftigen Bedarfs an ambulanter wie auch stationärer Pflege gibt es nur Pilotstudien,
hier besteht dringender
Daten- und Forschungsbedarf, auch zum Selbsthilfepotential. Auf Basis internationaler Hinweise ist von
einem künftigen hohen Grad an Pflegebedürftigkeit bei älteren MigrantInnen aus zu gehen 41. Dies wird
Ansprüche an das familiäre Netz (siehe weiter unten), sowie an stationäre Einrichtungen der Altenhilfe
stellen.
Das allgemeine Verständnis von MigrantInnen geht von einem überdurchschnittlichen Rückhalt in der
Familie aus, dies erweist sich jedoch als wenig haltbares Stereotyp. Zwar sind unter MigrantInnen Familie
und intergenerative Solidarität wichtig, bergen jedoch auch zusätzliche Belastungsfaktoren. Schließlich sind
diese .Netze. auch oft, und zusehends öfter, .schwach gestrickt..42 Auch die sonstigen sozialen Kontakte
sind geringer als bei Nicht-MigrantInnen, sie frequentieren weniger oft Vereine, nehmen nur öfter an
religiösen Aktivitäten teil.
Deutsche Studien gehen davon aus, dass familiäre Unter-stützungsleistungen nicht ausreichen werden, um
alle älteren MigrantInnen zu versorgen43, besonders bei notwendiger intensiver sozialer und pflegerischer
Versorgung. Dies gilt sicherlich auch für Wien. Viele werden in Zukunft auf professionelle Hilfe angewiesen
sein. Selbst mit unterstützender Familie ist Pflege in den, wie bekannt, zumeist kleinen und schlecht
ausgestatteten Wohnungen schwierig. All dies verweist auf dringenden Handlungsbedarf in besonderer
Förderung des familiären Unterstützungspotentials, ambulanter und stationärer Versorgung, besserer
Vernetzung von Migrationsarbeit und Altenbetreuung und Prävention.
MigrantInnen sind sich des Werts der vorhandenen institutionellen Potentiale bewusst 44, sehen sich jedoch
mit zahlreichen Barrieren in der Zugänglichkeit (Sprache, Information, rechtliche und finanzielle
Absicherung) konfrontiert. Sie zeigen weniger Gesundheitsbewusstsein, sind aber überraschend stark
bereit, sich mit Vorsorge zu beschäftigen.
Großen Einfluss auf die Lebensqualität und die Möglichkeiten älterer MigrantInnen übt ohne Zweifel ihre
wirtschaftliche Situation und ihre rechtlichen Stellung aus. Die überwiegende Mehrzahl der älteren
MigrantInnen verfügt zwar über einen gesicherten Aufenthalt
Ältere sind jedoch in hohem Ausmaß von Arbeitslosigkeit betroffen. Sie verfügen durchwegs über ein
niedrigeres Einkommen als Österreicher, und dies wird sich in der Pension in besonderem Maße fort
setzen. Insbesonders das geringe Ausmaß an Berufstätigen unter älteren MigrantInnen (vor allem unter den
Türkinnen) wird eine starke Benachteiligung und Belastung im Alter bedeuten.
Wie schon erwähnt, wohnen MigrantInnen zumeist in kleinen, überbelegten und schlecht ausgestatteten
Wohnungen im privaten Althausbestand, in Städtischen Wohnungen nur, sofern sie als Eingebürgerte oder
über das .Notfallswohnungsprogramm. Zugang erhalten haben, und auch der Anteil im geförderten
Mietwohnungsbestand ist immer noch gering.45 Daher ist auch der Zufriedenheitsgrad mit der
Wohnsituation unter älteren MigrantInnen geringer.46
Die Wohnsituation und die Qualität der Wohnumgebung haben jedoch gerade für MigrantInnen große
Bedeutung. Sie zeigen eine relativ starke Ortsbindung, sind sehr .stationär. und äußern oft den Wunsch
nach räumlicher Nähe zu Verwandten und Bekannten. Ist dies der Fall, sind sie auch zufriedener mit dem
Wohngebiet als inländische BewohnerInnen47. Eingeschränkte Zugänge, sowie geringer
Leistungsspielraum und schwache soziale Integration führen jedoch, dies ist zu bedenken, oft zu einer
Neigung zum Rückzug in das eigene ethnische Milieu. 48
Abschließend lässt sich festhalten, dass MigrantInnen in so gut wie allen für Betreuung im höherem Alter
relevanten Bereichen: Wohnen, Einkommen, Familie, Sprache mit erschwerten Bedingungen zu rechnen
haben. Sie verdienen daher besondere Beachtung in der Vorsorge für Lebensqualität in Alter.

1 BMSG, 2000
2 Definition .Gesundheit. der WHO: .Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity..
(WHO 1946)
3 Freizeit ist natürlich bei Pensio-nistInnen ein besonderer Begriff, der in diesem Fall alle Zeiten erfasst, die nicht für die Bewältigung des unmittelbaren

Alltags (Haushalt, etc.) benötigt werden.
4 BMSG 2000, Bachinger 2003

5 BMSG, 2000

6 BMSG, 2000

7 BMSG, 2000; Bachinger 2003; Lutz, 2005

8 Klimont (Statistik Austria), 2003 Berechnungen für Österreich.

9 Klimont (Statistik Austria), 2003 Berechnungen für Österreich..

10 Bachinger, 2003. Die .fernere Lebenserwartung. liegt in Wien derzeit bei Personen von 60 Jahren bei Frauen bei plus 24 Jahren (-> 84 Jahre), bei

Männern plus 20 (-> 80 Jahre). Hochaltrige Personen, die die 80 erreichen, haben statistisch durchschnittlich eine weitere Lebenserwartung von plus 9
Jahren (Frauen) bzw. plus 7 Jahren (Männer).
11 Pils, o.J.

12 BMSG, 2000.

13 Bachinger, 2003.

14 Bachinger, 2003.

15 Bachinger, 2003.

16 2004-2012 (knapp plus 10.000 Personen), Basis VZ 2001. Gleichzeitig sinkt aber die Zahl der 75-85Jährigen um über 15.000. Bachinger, 2003

17 Bachinger, 2003

18 IFES, 2003: 5% aller Wiener Haushalte pflegen jemanden im eigenen Haushalt, 10% der Haushalte mit zumindest einem über 75jährigen, 20% der

Partnerhaushalte ab 75.
19 IFES, 2003; Willsberger (L&R) 2004.

20 BMSG, 2000; Willsberger (L&R), 2004.

21 Willsberger (L&R), 2004. Bis 2030 wird eine Zunahme der Anstaltsbewohner in Wien um 23% prognostiziert. Siehe auch Erste Bank, 2005

22 Willsberger (L&R), 2004

23 BMSG, 2000

24 BMSG, 2000; Bachinger, 2003

25 IFES, 2003; BMSG, 2000

26 BMSG, 2000
27 U.a. Gespräch S. Mattl, 2005.
28 Dies wird auch als eines der Ziele des Programms .Active Ageing. der WHO genannt; WHO 2002.
29 BMSG, 2000

30 BMSG, 2000; Feigelfeld (SRZ), 1999b

31 Czasny (SRZ), 2002; Czasny (SRZ), 1998. Siehe auch Kapitel 2.3.

32 BMSG, 2000

33 Siehe auch Zentrum für Alterswissenschaften und Sozialpolitikforschung, 2003

34 Statistik Austria 2003. Die aktuellsten Berechnungen dazu siehe Moser, et al (SRZ), 2005a

35 Unter den WienerInnen mit 75+ Jahren haben nur 2,1% keine österreichische Staatsbürgerschaft. Statistik Austria 2003. Siehe auch Reinprecht 2000.

Weitere Daten in MA 57 2005a (31.3.2004: 8,3% Anteil der über-60-jährigen männlichen Ausländer an allen gemeldeten Ausländern in Wien, 6,3% bei
weiblichen. Prognosen zeigen weiterhin einen Anstieg des SeniorInnenanteils.)
36 Zu .Migrationshintergrund und Alter. siehe Moser et al (SRZ) (Ende) 2005a: Altersgruppe 50+ Anteil bei JungseniorInnen 24%, Betagten 20%,

Hochbetagten 27%.
37 Daten für Personen aus Ex-Jugoslawien und aus der Türkei. Die erste .Gastarbeitergeneration. umfasste besonders viele ledige Männer. Der hohe

Ledigenanteil trifft für männliche Ex-Jugoslawen und Türken gleichermaßen zu, bei den Frauen nur für Ex-Jugoslawinnen. Siehe
Dogan/Reinprecht/Tietze, 1999 und Reinprecht, 2000.
38 Die übrigen unentschieden, oder unbekannt. Daten ähnlich wie in Deutschland. Derzeit Forschungen nur für diese zwei wichtigsten Gruppen, dies wird

sich aber in Zukunft stärker nach nationaler Herkunft differenzieren Siehe Reinprecht 2000.
39 Siehe Dogan/Reinprecht/Tietze, 1999 und Reinprecht, 2000

40 Literaturbasis durchwegs Reinprecht 2000. Darüber hinaus kaum Quellen.

41 Deutsche Prognosen gehen für 2020 von 5% bis 5,5% der MigrantInnen 65+ in stationärer Versorgung aus; bzw. von 21-24% der dann 80 Jahre und

älteren TürkInnen. Diese Daten sind jedoch nur schwer auf Wien umlegbar auf Wien, weil hier vor allem nicht ausreichend Daten über Eingebürgerte
vorliegen. Siehe Reinprecht, 2000.
42 Etwa 20% verfügen nur über ein .prekäres Netzwerk.. Besonders betroffen unverheiratete Männern, türkische Frauen, Pensionierte. Reinprecht, 2000.

43 Trotzdem die gute familiäre und soziale Verankerung, sowie die Vertrautheit mit den Verhältnissen wichtige Aufschiebungsgründe bei Rückkehrabsicht

sind (ersteres mit 54% der Nennungen von deutschen TürkInnen an zweiter Stelle, deutsche Studie siehe Reinprecht 2000.)
44 Häufigst genannter Aufschiebungsgrund bei Rückkehrabsicht: die bessere medizinischen Versorgung im Migrationsland (74%, siehe obige Fußnote,

Reinprecht 2000.)
45 Der erkennbare Anstieg in geförderten Mietwohnungen bezieht sich wohl im überwiegenden Maß auf Jungfamilien, bzw. die zweite und dritte Mi-

grantengeneration. Hier fehlen auch detaillierte Daten und Studien. Nicht zu vergessen: ohne österreichischen Pass derzeit auch noch kein Zugang zu
Pensionistenwohnhäusern. Zur allgemeinen Lage von MigrantInnen ohne österreichischen Pass und von Eingebürgerten siehe auch Feigelfeld 2001 (Auf
Basis von Daten aus Leben in Wien 1995). Eine Studie zu MigrantInnen auf Basis Leben in Wien 2003 im Auftrag der MA 17 ist in Ausarbeitung (EIF,
SORA, Institut für Soziologie der Universität Wien).
46 Reinprecht, 2000. Ebenfalls in Ausarbeitung: Moser et al (SRZ), 2000a: Wandel der Wohnsituation von SeniorInnen in Wien (i.A.d. MA 50, unter

Berücksichtigung von MigrantInnen).
47 In Befragungen unter MigrantInnen deutet manches generell auf angeblich höhere Zufriedenheitsangaben aufgrund eines geringeren

Anspruchsniveaus hin. Dies ist vergleichbar mit dem Verhalten von betagten Personen insgesamt.
48 Ein genannter ökonomischer Aufschiebungsgrund bei Rückkehrabsicht: zu geringe Ersparnisse. Allerdings tendieren auch Eingebürgerte, Erfolgreiche

und solche, die sich wenig diskriminiert fühlen, zum Bleiben. (w.o. Reinprecht 2000).



1.2 RELEVANTE ASPEKTE
Aufbauend auf den im Vorigen überblicksartig dargestellten Basisbedingungen und Faktoren gilt als
Grundlage für Konzepte der Stadtplanung in Bezug auf Ältere:
Ausgehend von der gesundheitlichen Situation
Je
. eingeschränkter die körperliche Beweglichkeit
. eingeschränkter die sinnliche Wahrnehmung
. labiler die psychische und mentale Situation
desto
. mehr Zeit wird auch für alltägliche Aufgaben benötigt
. geringer der Antrieb / die Motivation für inner- und außerhäusliche Aktivitäten
. größer die Angst übersehen / übervorteilt / überfallen zu werden
. beschwerlicher das Verlassen der Wohnung
. eingeschränkter die Mobilität / Erreichbarkeit von Orten und Anlaufstellen
und desto mehr steigt der Bedarf an:
 . Öffentlicher Versorgung, nicht nur im Nahbereich des Wohnortes (Medizin)
 . Wahlmöglichkeit bei der Art der Lebensführung (Wohnform, Betreuungs-/
  Unterstützungsform)
 . Sozialem und kommerziellen Angebot an Unterstützungsdiensten bei der
  Haushaltsführung / Lebenshaltung (Einkauf, Wäsche, Körperpflege)

Ausgehend von der familiären Situation und sozialen Einbindung
Je
. weniger soziale Kontakte (da Partner und Freunde verstorben sind; da größere Entfernungen - zu
Freunden - alleine schlechter bewältigt werden; da Hör- und Sehschwächen das Vergnügen an Theater-
und Konzertbesuche einschränken)
. älter, ärmer, sozial uneingebundener
desto
. mehr individuelle Zeit steht zur Verfügung, die sinnvoll strukturiert werden muss
. eher droht Vereinsamung und damit Vernachlässigung
. mehr steigt die Unsicherheit / das Misstrauen gegenüber dem Fremden
und desto mehr steigt der Bedarf an:
 . leicht zugänglicher / erreichbarer Nahversorgung (Einkauf, Kultur)
 . gut erreichbaren Angeboten des öffentlichen Personennahverkehrs
 . Vertrautheit der Umgebung / Bekanntheit des Grätzels / im Grätzel
 . Anregung und Unterstützung zum Verlassen der Wohnung
 . Möglichkeiten / Anregungen zur Kontaktaufnahme / Kommunikation im Außenraum
 . niedrig-schwelligen Angeboten und informellen Treffpunkten für Bekanntschaften
 . frei zugänglichem Freiraum / Ausgleichsraum / sozialem Raum
 . Maßnahmen, die .Sicherheit. im Außenraum (Beleuchtung, etc.) erhöhen
 . nicht kommerziellen Freizeitmöglichkeiten

Ausgehend von der wirtschaftlichen Situation und dem Einfluss der rechtlichen Stellung
Je
. älter und kränker und
. je niedriger die Pension (Folge von niedrigem Bildungsgrad, langer Erwerbslosigkeit, etc.)
desto
. geringer der finanzielle Spielraum (Haushaltseinkommen reduziert sich durch den Tod eines Partners;
höhere Ausgaben für Medikamente, Hilfsmittel und Serviceleistungen)
. schlechter ausgestattet / eingeschränkter die Wohnsituation
. geringer die Verfügungsmöglichkeit über einen privaten Freiraum / Eigengarten
. geringer die Verfügungsmöglichkeit über ein Fahrzeug
. geringer die Möglichkeiten zur Nutzung kommerzieller Freizeitangebote
. geringer die Möglichkeiten zur Aufrechterhaltung und Pflege sozialer Kontakte und Netzwerke
und desto mehr steigt der Bedarf an:
 . frei zugänglichem Freiraum / Ausgleichsraum / sozialem Raum
 . Angeboten des öffentlichen Personennahverkehr
 . nicht kommerziellen Freizeitmöglichkeiten.

Deutlich sichtbar werden also mehrfache Überlagerungen von Bedingungen und sich daraus ableitendem
Bedarf. Dies verstärkt sich noch unter folgenden Bedingungen:
Ausgehend von einem Migrationshintergrund
Je
. älter MigrantInnen sind
desto
. mehr gelten einerseits dieselben Belastungen und Einschränkungen,
. eher werden sie noch durch die speziellen Bedingungen des Lebens in der Migration verstärkt,
. wahrscheinlicher ist geringe sozio-ökonomische Leistungsfähigkeit,
. wahrscheinlicher ist eine ungünstige Wohnsituation,
. eher ist mit Barrieren in der Zugänglichkeit von Leistungen, Unterstützungen, Infrastruktur zu rechnen (wie
sprachliche Verständigung, eingeschränkter rechtlicher Zugang abhängig vom Status),
. eher ist mit Diskriminierung zu rechnen.
und desto mehr steigt der Bedarf an:
 . der Herstellung gleicher Chancen und Rechte wie für die Mehrheitsbevölkerung
 . Kontaktmöglichkeiten mit Hilfe von Personen aus demselben Kulturkreis (Diversität)
 . zusätzlichen Unterstützungsangeboten
 . Eingehen auf die unterschiedlichen kulturellen Zugänge
 . Einbindung in die demokratischen Prozesse und Repräsentation in den
  Entscheidungsbereichen (Systemintegration)
 . Schutz gegen Diskriminierung im privaten Bereich (Soziale Integration)


2 ÜBERBLICK ZU DEN HANDLUNGSFELDERN AUF BASIS
VON LITERATURRECHERCHE
2.0 VORBEMERKUNG
In Wien können Stadtplanung und Stadtentwicklung, sowie Gesundheitsplanung und
Gesundheitsförderung, vor allem in den fünf Handlungsfeldern .Soziale und gesundheitliche Infrastruktur:
Serviceleistungen / teilstationäre und stationäre Einrichtungen., .Öffentlicher Raum: Erreichbarkeit / Grün-
und Freiraum / Quartier. zur Sicherung der Lebensqualität älterer Menschen in Wien beitragen.
In diesem Kapitel wird bezogen auf jedes Handlungsfeld die aktuelle Situation in Wien skizziert und es
werden Prognosen, Konzepte und Projekte aus Wien, Österreich und dem europäischen Ausland (soweit
Materialien und Studien dazu recherchiert werden konnten) dargestellt.
Aufgrund der knappen Bearbeitungszeit konnte kein vollständiger Überblick erstellt werden, die Projekte
wurden entsprechend ihrer Relevanz für die Handlungsfelder und der in Kapitel 1 dargestellten
Zusammenhänge ausgewählt. Die Datenlage und die einschlägige Fachliteratur sind in den einzelnen
Themenbereichen höchst unterschiedlich, und zwar sowohl in ihrem Umfang, als auch in der Tiefe der
Bearbeitung, was sich auch in den Teilkapiteln widerspiegelt. Relevant erscheinende Forschungslücken
wurden in die Listung des Forschungsbedarfs in Kapitel 3 aufgenommen.
Die Inhalte der Unterkapitel wurden innerhalb des Autorinnenteams diskutiert und so weit als möglich
abgeglichen. Auf Grund der zahlreichen Überschneidungen der Handlungsfelder werden einzelne
Themenbereiche in mehreren Unterkapiteln angesprochen.
Die folgenden Unterkapitel bilden die Basis für die im Kapitel 3 dargestellten Diskussionsbeiträge zum
Handlungs- und Forschungs-
bedarf.
Der STEP05 nimmt auf dieses Angebot und seinen weiteren Ausbau in seinen Grundsätzen und Prinzipien zur Lebensqualität Bezug:.Die Frage der
Lebensqualität berührt alle Themen der Stadentwicklung. Ziel des Stadentwicklungsplans ist es, auch in Zukunft Rahmenbedingungen zu schaffen, um
die hohen Standards der Lebensqualität für alle BewohnerInnen der Stadt zu erhalten, zu stabilisieren bzw. entsprechend den neuen Anforderungen und
Voraussetzungen weiterzuentwickeln und anzupassen.. (STEP05:22)


Die alterslose Gesellschaft. Oder: warum wir den Begriff des Alters neu definierten
müssen.
These: Der Zerfall der Familie ist unwiderruflich.
  Norbert Bolz (2002)

2.1 SOZIALE UND GESUNDHEITLICHE INFRASTRUKTUR
SERVICELEISTUNGEN
Auf die große Bedeutung von Serviceleistungen für Ältere, vor allem für Hochbetagte, wurde bereits im
ersten Kapitel hingewiesen. Je grösser das Angebot an sozialen und gesundheitlichen Serviceleistungen
ist, desto weniger bzw. später werden teilstationäre und (kostenintensive) stationäre Einrichtungen in
Anspruch genommen.
Eine Trennung der Betrachtung von Sozial- und Gesundheitsdiensten erweist sich als nicht sinnvoll. Zu sehr
verschränken sich die Anforderungen, im Sinne eines umfassenden Begriffs von Lebensqualität. Mobile
und lokale Angebote unterschiedlichster Art, die von BürgerInnen besucht werden können, sind im Vorfeld
teilstationärer und stationärer Einrichtungen des Gesundheitswesens von großer Bedeutung. Es soll daher
hier versucht werden, ansatzweise einen Überblick über Serviceleistungen zu bieten.
Die derzeitigen Angebote in Wien sind unter dem Leitbild des möglichst langen Verbleibens älterer
BewohnerInnen in ihrer Wohnung bzw. ihrer vertrauten Wohnumgebung konzipiert. Dem entspricht auch
die Vernetzung zahlreicher Dienstleister, nicht-stationärer und stationärer, um den Kunden / die Kundin an
das Angebot heran zu führen, und es in alle Richtungen möglichst durchlässig zu gestalten (keine
.Einbahnstraßen.).
Der STEP05 widmet dem Thema .Soziale Infrastruktur und Gesundheit. ein ganzes Kapitel (vgl.
STEP05:79ff), in dem auch auf die Wechselbeziehungen zwischen Stadtplanung und Gesundheitsplanung
bzw. -vorsorge eingegangen wird (siehe auch Kapitel 2.2.2 dieser Studie).

2.1.2 Aktuelle Situation in Wien
Die Situation in Wien ist, vor allem durch Jahresberichte von Trägerinstitutionen (siehe z.B. Fonds Soziales
Wien, 2004), sowie Broschüren, gut dokumentiert. Auch im Wiener Seniorenbericht von 19971 werden die
.Einrichtungen für ältere Menschen in Wien. beschrieben. Die Internetseite der Stadt Wien bietet ebenfalls
Information zu allen relevanten Einrichtungen2. Hier ist jedoch darauf hin zu weisen, dass die derzeitige
Generation Älterer und vor allem Betagter nur sehr eingeschränkt als Internetuser zu sehen sind, die
Informationsleistung daher vor allem den Angehörigen zugute kommt. Dies wird sich jedoch zunehmend
ändern.3
Generell scheint die soziale Versorgung Wiens von den WienerInnen geschätzt zu werden, in einer
Befragung4 wurde die gute soziale Versorgung an dritter Stelle unter den besonderen Charakteristika der
Stadt gesetzt, wobei bei unteren sozialen Schichten, bzw. bei Zuwanderern die Wertschätzung generell
etwas geringer ist.
Die Datenlage zu KundInnen diverser Einrichtungen in Bezug auf Gender ist teilweise dokumentiert,
genauere Aussagen dazu bedürften weiterer Recherche, in Bezug auf ethnische Zugehörigkeit offenbar
noch kaum vorhanden5. Spezielle Einrichtungen mit Zielgruppe MigrantInnen bzw. Maßnahmen zur
besseren sozialen und räumlichen Zugänglichkeit sind im Bereich von Serviceleistungen in Wien nicht
dokumentiert, der STEP05 führt jedoch Beiträge an6 (siehe Kapitel 2.2.2).
Ergebnisse von Befragungen zu Bekanntheitsgrad, Inanspruchnahme von und Zufriedenheit mit
Serviceleistungen sind vorhanden7, allerdings teilweise auf bestimmte Altersgruppen unter den Älteren
beschränkt, oder nicht nach Gender differenziert. Berechnungen und Darstellungen zur aktuellen
Versorgungsqualität, differenziert nach Stadtgebiet und in Relation zu Bewohneranteilen Älterer, konnten
vom Projektteam nicht eruiert werden.
Das Wiener Angebot besteht aus8:
1. Mobilen Diensten, die den Kunden/die Kundin aufsuchen, um ihn/sie bei Aktivitäten in der Wohnung, im
Haus, teilweise auch außerhalb der Wohnung/des Hauses zu unterstützen,
2. Lokalen Stützpunkten zur Koordination des Angebots, Information, Geselligkeit und aktivierender
Unterhaltung (Gesundheits- und Sozialzentren, Nachbarschaftszentren, Servicestellen diverser
Dienstleister)
3. Verbindungsdiensten zu (teil-)stationären Einrichtungen, sowie (auch mediale) Informations- und
Notdienste.
4. Nicht mit einem altenspezifischen Auftrag, aber im Rahmen ihres ganzheitlichen Arbeitskonzepts agieren
auch lokale Servicestellen wie .klassische. Gebietsbetreuungen und .Gebietsbetreuungen im
Gemeindebau. (.Gebietsbetreuung neu.) als Anlaufstelle für Bedürfnisse und stellen Verbindungen zu
Servicestellen her, auf Basis ihrer Vernetzungen.
5. Daneben existieren eine Vielzahl von Vereinen, Clubs u.ä., die entweder für ein älteres Zielpublikum
Angebote machen, andererseits von Älteren selbst getragen werden.
6. Soziale Teilhabe in Form von Vertretung gruppenspezifischer Interessen wird zumeist über
Interessensvertretungen wahrgenommen.
Zum besseren Verständnis der Funktion der verschiedenen Serviceleistungen werden einige etwas näher
beschrieben (siehe folgende Seite).9
Insgesamt zeigt sich also ein breites Spektrum von Angeboten, das sich seit geraumer Zeit stärker in
Richtung ambulanter, frühzeitig und leichter zugänglicher Angebote entwickelt. Bei aller .Buntheit. vermisst
man aber doch eine sichtbarere gemeinsame Strategie, eine stärkere Vernetzung. Dies sowohl innerhalb
des Bereiches, als auch . horizontal - zu teilweise überlappenden verwandten, oder ferneren Bereichen, wie
der Stadtplanung und Stadtgestaltung und dem Wohnungswesen.
Auch eine gewisse Abschottung zwischen .öffentlich. und .privat., .gefördert oder gestützt. oder
.kommerziell. wird sichtbar. Freiwilligenarbeit, ehrenamtliche Tätigkeit von aktiven Älteren findet da und
dort seinen Platz, meist anlassbezogen, seltener kontinuierlich. Zu erwähnen wäre Besuche bei
Hochbetagten in Pflege oder bei Sterbenden. Oft beschränkt sich dies auf informelle Nachbarschaftshilfe.
Generell hat die Einbindung der Zivilgesellschaft in Österreich und Wien keine sehr große Tradition (vor
allem verglichen mit dem angelsächsischen, skandinavischen und nordamerikanischen Raum).
Auch der Umgang mit dem Sterben ist stark tabuisiert. Neueste Entwicklungen in Verbindung mit palliativer
beginnen in das soziale Leben und den institutionellen Bereich einzudringen.

Gesundheitsförderung
In Hinblick auf die demographische Entwicklung kommt der Prävention vor allem von chronischen
Erkrankungen und der Gesundheitsförderung in Zukunft eine noch größere Bedeutung zu. Dieser Bereich
geht weit über medizinische Maßnahmen hinaus. Auf eine Auflistung der unterschiedlichsten vorhandenen
Angebote soll hier verzichtet werden (Ernährung, Bewegung, Gesundenuntersuchung ...), die neuesten
Aktivitäten und Konzepte werden ebenfalls im folgenden Kapitel angeführt.

2.1.2 Konzepte / Projekte Programme
Im folgenden werden erkennbare Trends in der Infrastrukturentwicklung, Strategien, Konzepte und Projekte
diskutiert, allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
In Wien liegen von etlichen Einrichtungen aus dem Bereich Service innerhalb des Gesundheits- und
Sozialbereichs und auf generellerer Ebene Aussagen zu Zielvorstellungen, künftigen Erwartungen und
Konzepten vor.
Die Generallinie wurde im STEP05 vorgegeben (siehe Kapitel 2.2.2). .Möglichst langer Verbleib zuhause.
wird als politisches Ziel und Umsetzungsrichtschnur propagiert.10 Dies entspricht den international
geäußerten Zielvorstellungen, wie den Inhalten des Konzepts .healthy ageing. der WHO 11 oder den
Erkenntnissen aus den Nationalen Aktionsplänen für Soziale Eingliederung (NAPs/Eingliederung .
NAPs/Inclusion) im Rahmen des aktuellen .Social Inclusion. Prozesses der EU12. Es korrespondiert
einerseits mit breit geäußerten Bedürfnissen Älterer, dahinter steht aber auch eine Reaktion auf die
zunehmend schwierige Finanzierbarkeit sozialer und gesundheitlicher Infrastrukturen.
Damit korreliert das Wiener Ziel des Abbaus von Großeinrichtungen und die Förderung kleinerer Einheiten,
sowie des Ausbaus der ambulanten Dienste, so z.B. die Aufstockung der ambulanten Betreuung.13
Die jüngste Reorganisation im Rahmen der Strukturreform .Soziale Sicherheit in Wien., Umstrukturierung
der MA 15, sowie teilweise Ausgliederung in den Fonds Soziales Wien (FSW), hat einen neuen Akzent in
die Gestaltung des Sozial- und Gesundheitsbereichs gebracht und Kooperationen befördert.14
Auch Hilfsorganisationen (NGOs) formulieren aktuell Programme, so hat z.B. das Hilfswerk sieben Punkte
für eine menschengerechte Pflege unter dem Motto .Altern in Würde. formuliert.15
Zunehmend werden die Mängel weniger in den einzelnen Bereichen, als in der Abstimmung
unterschiedlicher Angebote und Organisationsfelder gesehen. .Integration., .Koordination., .Kooperation.
und .Nahtstellengestaltung. sind die häufig genannten Schlüsselwörter, wobei jedoch hauptsächlich nahe
zueinander agierende Bereiche wie Gesundheit und Soziales, bzw. stationär/ambulant 16, jedoch selten
.fernere. Bereiche wie Stadtplanung oder Wohnungswesen angesprochen sind.
Dabei ist z.B. bezüglich Letzterem Veränderung im Gang. Erste Wohnprojekte, in denen Koalitionen von
Wohnversorgern und Pflegedienstleistern eingegangen werden, sind im Entstehen16a. Die (gemeinnützige)
Wohnungswirtschaft sieht das Feld der wohnungsnahen Dienstleistungen, die in Service-Bereiche, die
derzeit von den städtisch finanzierten mobilen Diensten geleistet werden, hinein reichen, als einen
Zukunftsbereich steigender Nachfrage, dem zusehends Aufmerksamkeit geschenkt werden wird.
Erhebungen zum aktuellen Stand und zu Perspektiven sind im Gange.17 Auch weitere Wirtschaftsbereiche
sind als Anbieter für Pflegedienstleistungen in den Startlöchern, so die Versicherungswirtschaft.18
Hier ist offenbar ein Diversifizierung und eine stärkere Entwicklung in Richtung Public Private Partnership
abzusehen. Diese Entwicklungen werden natürlich Konsequenzen weit in den Bereich der Planung (und
Finanzierung) von halböffentlichen und öffentlichen Bereichen bei Neubau, aber auch Sanierung von
Wohnanlagen haben. Eine stärkere Verschränkung von Wohnnutzung und Dienstleistung wird die Ansprü-
che an den öffentlichen und halböffentlichen Raum, Frei- und Grünraum, Wegenetze, Zugänglichkeiten und
Gestaltung verändern. Hier sind Chancen für die bessere Durchdringung von privat und öffentlich, von
bevölkerungsnaher Infrastruktur besonders in Hinblick auf die Nutzergruppe .Ältere. erkennbar.
Aktuelle Überlegungen zu einer Schwerpunktverlagerung zur Hauskrankenpflege19, sowie zur
Umgestaltung der Gesundheits- und Sozialzentren (GSZ) als regionale Informationsdienste - .walk in
centers.20
 - werden ebenfalls Konsequenzen für die Anforderungen an das Umfeld solcher Einrichtungen und für die
Präsenz sowie die Ansprüche älterer, oft in ihrer Mobilität schon eingeschränkter BürgerInnen haben.
Zukunft Serviceleistungen. Zur Operationalisierung von Konzepten bedarf es räumlicher Zuordnung. Ein
dezidiert regional bezogenen Konzept für Wien zum Ausbau von Servicediensten, abgestimmt auf die
Bedarfslage nach Bezirken oder Bezirksteilen, auf das sich Stadtplanungsstellen in ihren kleinräumig
orientierten Planungen beziehen könnten, konnte von den Bearbeiterinnen dieser Studie nicht eruiert
werden. Ebenso konnten quantitativen Prognosen zur Zunahme des Bedarfs an unterschiedlichen mobilen
und lokalen Serviceeinrichtungen für Ältere, die auch differenzierte Aussagen zur Alterstruktur der
NachfragerInnen enthalten, nicht recherchiert werden.
Sollten diese noch nicht oder nur in Teilbereichen vorhanden sein, könnte auf Basis vorhandener
kleinräumiger Bevölkerungs- und sozialräumlicher Prognosen derartige Perspektiven in Bausteinen
entwickelt und mit den Situationsdaten und Konzepten der Stadtstruktur, des öffentlichen Freiraums und
des Infrastrukturausbaus abgeglichen werden.
Der noch immer bestehende Mangel einer gemeinsamen Strategie im Bereich der Gesundheitsförderung
für ältere Menschen, die zu geringe Abstimmung in Aktivitäten und das zu Unspezifische in Empfehlungen
wird bei kritischen Analysen jedoch weiterhin moniert. Empfohlen wird stärkere Orientierung auf
KundInnenwünsche mittels KundInnenbefragungen, und vermehrte Netzwerkbildung.21
Prävention. Ein weiterer großer aktueller Themenbereich ist offenbar die Prävention. Dies ist unter den
Prämissen der mittelfristigen Zunahme Älterer und der weiter steigenden Lebenserwartung sehr positiv zu
sehen. Dazu sind einige Programme zu erwähnen, wie z.B. das Wiener Frauengesundheitsprogramm, das
einzelne Schwerpunkte auch im Bereich älterer Frauen setzt22, sowie Informationskampagnen, u. a. durch
das .Hilfswerk.23, das Rote Kreuz.
Hier besteht eine starke Verbindung zu Informationsaktivitäten allgemein. Auch das aktuelle
Arbeitsprogramm des Wiener Seniorenbeauftragten nennt, im Rahmen der Wahrnehmung der Interessen
von SeniorInnen, die Nutzung von Synergien im Bereich des Informations-Management und der
Öffentlichkeitsarbeit als Schwerpunkt25. Auch hier also wieder die Schlüsselaufgabe Koordination und Ver-
netzung.
Der STEP05 weist darauf hin, dass die Stadtplanung vor allem durch ein bewegungsfreundliches Umfeld
(STEP05, 2005:88) zur Gesundheitsvorsorge beitragen kann (Vgl. hierzu Kap. 2.4 Öffentlicher Raum: Grün-
und Freiraum).
Von der Stadt Wien wurden etliche Projekte24 im Bereich Gesundheitsförderung für ältere Menschen / Stadt
betreut bzw. beauftragt.
All diese Projekte brachten wichtige Erfahrungen und Anregungen, die noch stärker weiter gegeben werden
sollten. Auch Aktivitäten wie der internationale Seniorentag, die Seniorenmesse, sowie
Bezirks-Informationsveranstaltungen sollen weitergeführt werden, sowie die Verbesserung des Zugangs
von SeniorInnen zu PC und Internet. Das Gesundheitstelefon wird aktuell ausgebaut. 26
All dies wären Ansatzpunkte, um vermehrt wohnumfeld- und quartiersbezogene Angebote, Anliegen und
Beteiligungsinitiativen an die ältere Bevölkerung heran zu bringen. Dies reicht bis zu Wohnberatung, die
den Verbleib in der Wohnung erleichtern soll.
Pflege / Soziale Teilhabe. Ein unter unterschiedlichsten Aspekten aktuell diskutiertes Thema ist auch, wer
hier und jetzt, und in Zukunft, die HauptakteurInnen im Kontakt mit Älteren sind, sein können oder sein
sollen. Stadt lebt mit und durch die Menschen, Leistung muss erbracht und finanziert werden. Angebote
sollen mitgestaltet und angenommen werden. Die Zivilgesellschaft, hier hauptsächlich in Form von
Angehörigen älterer Menschen, übernimmt in der Gegenwart viel Verantwortung und Hilfestellung, Vor
allem die Pflege liegt zu großen Teilen in den Händen der .Sandwich.-Generation27, sprich, der Töchter28,
oder der selbst betagten Gattinnen, und dies wird unter den demografischen Bedingungen noch stark
zunehmen (siehe erstes Kapitel Basisbedingungen). Überlastung und Überforderung wird hier aktuell von
verschiedenen Seiten diskutiert.
Gleichzeitig bildet sich im Bereich professioneller Unterstützung ein immer differenzierteres Bild von
spezialisierten Berufsbildern aus. Parallel steigt der Anspruch der Vernetzheit und Koordination, was wieder
in Richtung möglichst breit angelegter Kompetenzen geht. Sollen sich nebeneinander unterschiedlichste
BetreuerInnen um Ältere kümmern, je nach den Bedürfnissen, oder sollen umfassend kompetente
AnsprechpartnerInnen geschaffen werden? Diese Frage gilt auch für die Rolle der .Drehscheiben., der
Vernetzungsagenturen, die den älteren Kunden / die ältere Kundin durch das adäquate Angebot geleiteten.
In den Rahmen dieser Diskussion fallen wieder die aktuellen Empfehlungen zur Verbesserung der
Koordination innerhalb des Bereichs (mobile und stationäre Gesundheits- und Pflegedienste, Ärzte ...)29,
aber auch zu lokalen Beratungsstellen (z.B. auch Gebietsbetreuungen)30.
Steigender Bedarf, steigende Ansprüche, aber auch steigender Mangel an Personen und Finanzierbarkeit,
vor allem im Bereich Pflege, sind offenbar die Eckpunkte der Diskussion. Der Schwarzmarkt an
24-Stunden-Pflegekräften aus den benachbarten neuen EU-Mitgliedsstaaten harrt auch zusehends einer
Lösung. Dies trifft genau so auf Wien zu wie auf viele Bundesländer. 31
Nicht nur die Hochbetagten werden in Zukunft vermehrten Bedarf an Angeboten im Sozial- und
Gesundheitsbereich für Ältere haben, sondern auch ältere Personen mit Migrationshintergrund (Siehe dazu
auch Kapitel 1.5 Ältere MigrantInnen). Hier gibt es erste Ansätze der Diskussion, aber weder ausreichende
quantitative noch qualitative Grundlagen.32 Da viele Datendokumentationen auch weiterhin nur das
Kriterium Staatsbürgerschaft beinhalten (wenn überhaupt), ist vor allem der Zielgruppenbedarf der älteren
Eingebürgerten kaum erfasst. Noch ist im derzeit sehr aktiven Diskurs zu Integrations- und Diversitätspolitik
die Frage der Ausgestaltung von Angeboten für Ältere, die Frage des geeigneten Wegs zwischen breitem
Zugang und maßgeschneidertem Service nicht wirklich sichtbar.
Das Inkrafttreten der EU Richtlinie 2003 im Jahr 2006 sichert jedenfalls den Zugang zu Leistungen für
Drittstaatsangehörige mit verfestigtem Aufenthaltsstatus.33
Kleinere Möglichkeiten der Mithilfe in der Betreuung Ältere werden u.a. in der Aktivierung der
Zivilgesellschaft, des freiwilligen Engagements von Personen, die nicht selbst Verpflichtungen gegenüber
Kindern oder Alten in der Familie wahrzunehmen haben, die, zum Beispiel, selbst zu den .rüstigen
SeniorInnen. gehören, gesehen . im .Ehrenamt. 34. Allerdings betrifft dies wohl vor allem Vorfeld- und
Begleitaktivitäten von Betreuung.35
Hier zeigt sich ein Link zum Einsatz der Zivilgesellschaft, nicht nur für eigene Anliegen, sondern auch für
benachteiligte Andere.35a Ein Ansatz, der wohl generell allen hier besprochenen Aktivitäten und Konzepten
zu unterlegen wäre, wäre die Frage: .Was können Ältere für unsere Gesellschaft tun., und nicht nur .Wie
sehr soll sich die Gesellschaft / die Verwaltung. um die Älteren .kümmern.. Dies kann jedoch nur gelingen,
wenn diese Gesellschaft Älteren auch eine gute Wertschätzung und eine Anerkennung von deren Beiträgen
entgegen bringt.
Zukunft. Welcher Art die kurz-, mittel- oder langfristigen Änderungen hinsichtlich Ausmaß und Art der
Nachfrage nach Serviceleistungen im Bereich der sozialen und gesundheitlichen Infrastruktur sein können,
wurde vor allem in Kapitel 1 Basisbedingungen angerissen.
.Verbleib zuhause. sollte das große übergeordnete Ziel sein, hat aber, wie den PraktikerInnen gut bekannt
ist, seine Grenzen. Kurz bis mittelfristig wird Angeboten, die dies unterstützen, ein besonderer Stellenwert
zu kommen. Gleichzeitig sollten aber auch möglichst harmonische Übergänge in Pensionistenwohnheime
und Pflegeheime, Geriatriezentren gefördert werden (siehe Zunahme der Altersgruppe 85+).36
Parallel besteht jetzt die gute Gelegenheit, ohne Hast den Ausbaus einer breiten Vorsorge für die Zukunft
(zugeschnitten auf eine Generation , die auch mit modernen Medien und Geräten schon stärker vertraut ist)
voran zu treiben. Dies wird auch die Möglichkeiten, .Segregation nach Altersgruppen. zu vermeiden,
verbessern und kann Jung und Alt zusammen führen.

Europäische Forschung
Nicht nur in Wien und Österreich, sondern auch im europäischen
und globalen Kontext entstehen Forschungsprojekte und Initiativen Strategien und Maßnahmen
wie z.B. die .Global Ageing Initiative. 36a, die sich mit vielfältigen Aspekten des Alterns befassen. Der
Öffentlichkeit am ehesten bekannt ist die Frage der Sicherung der Pensionen (und damit der Aspekt des
möglichst langen Verbleibs im Arbeitsleben . ein nicht unwesentlicher Aspekt des .Active Ageing.37).
Forschung befasst sich jedoch wesentlich breiter mit dem Thema. Diese Aktivitäten sind inzwischen so
vielfältig, dass mit dem ERA-AGE (European Research area in ageing research) Network von Seiten der
Europäischen Kommission ein vierjähriges Projekt gefördert wird, das Forschungsprogramme und
Förderstellen aus 14 Ländern vereint, um altersbezogene Forschung zu koordinieren (österreichischer
Partner: Akademie der Wissenschaften).38 In einer ersten Phase werden unter anderen .gute Beispiele. aus
den Partnerländern dargestellt.
In weiteren großen Programmen wird der Themenkreis bearbeitet, so z.B. .Improving the Quality of Life.
mit .The Ageing Population and Disabilities.39. Im inzwischen abgeschlossenen 5. Rahmenprogramm
der EU wurde u.a. ESAW European Study of Adult Well-Being durchgeführt (siehe Projektübersicht am
Ende des Unterkapitels). Das Forschungsprojekt ELDER-
ATHOME40 . .the prerequisites of the elderly for living at home: criteria for dwellings, surroundings and
facilities. kommt zu vergleichbaren Erkenntnissen wie ESWA, und gibt der Befragung der Älteren nach ihren
Wünschen ein hohes Gewicht (siehe Projektübersicht übernächste Seite).
Zahlreiche weitere EU-Forschungsarbeiten wären noch zu nennen.41 Diese können hier nicht weiter referiert
werden. Eine vertiefende Auswertung auf ihre Relevanz für Aktivitäten der Stadt- und Gesundheitsplanung
wäre Aufgabe eines weiteren Projekts.
Auch im Rahmen von .Healthy Ageing . Healthy cities. (The Healthy Urban Planning Approach of the
WHO Healthy Cities Programme) wurden und werden Erhebungen aufbereitet und Vorschläge entwickelt,
so z.B. für Mailand (siehe 2.5 Quartier).42
Strategien und Maßnahmen. Die .Gemeinsamen Berichte über die Soziale Eingliederung.43 der EU gehen
in ihrer Zusammenfassung
und kritischen Analyse der NAPs/Eingliederung44 wiederholt auf die Notwendigkeit der Entwicklung von
Strategien und Maßnahmen für Ältere in den europäischen Nationalstaaten ein, vor allem mit dem Fokus
auf benachteiligte Personengruppen, zu denen auch oft Ältere gezählt werden.
Im Rahmen des Transnational Exchange Programms der EU45, das im Social Inclusion Process abläuft,
wurden Austauschprojekte gefördert, unter denen sich wenige auch mit guten Beispielen für Ältere
befassen. Im Rahmen des COOP-Projekts46 (Projektleiterin: Feigelfeld) wurde ein gutes Beispiel aus
Rotterdam, die LZN Lokale Zorgnetwerken / Lokale Betreuungsnetzwerke, ausgewählt und kritisch
beleuchtet. Lokale Betreuungsnetzwerke operieren auf Nachbarschafts- bzw. Quartiers-Ebene. Wo dies
notwendig ist, bieten sie eine Form von beratender Hilfestellung, sogenannter .sich einmischender Hilfe.
(siehe Projektübersicht folgende Seite).
Gezeigt hat sich auch in diesem Austauschprojekt wieder, dass es generell in angelsächsischen Ländern
eine stärkere Präsenz der Civil society und eine stärkere Kultur der Beteiligung gibt. Hier hat das
kontinentale Europa noch Einiges aufzuholen. Ebenso wurde in dem Projekt erkennbar, dass derzeit ein
starker Trend in Richtung stärkere Einbindung von Gesundheitsdienstleistungen und .administrationen in
Services für benachteiligte Gruppen, vor allem in Richtung Unterstützung bei psychischen Problemen,
besteht.
Ergebnisse eines weiteren Austauschprojekts dieses Programmes SEEM . Services for Elders from Ethnic
Minorities sind von besonderem Interesse für Wien, wo dieses Feld noch schwach ausgeprägt ist. In .A
guide to good practice in the EU. werden elf gute Beispiele, zugeordnet den Schwerpunkten .Besseres
Verstehen der Bedürfnisse von Älteren aus ethnischen Minoritäten, Information und Kommunikation,
Konsultation und Einbeziehung, Politik- und Strategieentwicklung, Serviceangebote und Nachhaltigkeit.,
sowie eine .good practice checklist. für Stadtverwaltungen, die für soziale Dienstleistungen zuständig sind,
geboten. Eine intensivere Auseinandersetzung damit . in Hinblick auf praktische Übertragbarkeit, wäre sehr
sinnvoll.47
1 Stadt Wien / MA 15, 1997
2 www.magwien.gv.at
3 EUROSTAT in: der Standard 2005a: 15% der Pensionisten in Österreich sind Internetznutzer (Durchschnitt EU 13%);

Siehe dazu auch Bolz (2002):
 .These 6: Generationen unterscheiden sich heute nicht mehr durch unterschiedliches Lebensalter, sondern durch Mediennutzung. Jochen Hörisch hab
deshalb von Mediengenerationen gesprochen..
4 IFES 2003

5 Eine Auswertung der aktuellen Daten aus .Leben in Wien 2003.in Bezug auf ältere MigrantInnen ist in Bearbeitung, i.A. der Bereichsleitung Sozial- und

Gesundheitsplanung und Finanzmanagement (Auskunft Prof. Christoph Reinprecht, November 2005).
6 STEP05:82

7 IFES 2003; Magistrat Wien / MA 15 1997

8 Auf eher dem kulturellen Bereich zuzuordnende Angebote soll hier nicht eingegangen werden.

9 Zum folgenden Text vgl. Feuerstein(2004).




Mobile Dienste werden vor allem in der Privatwohnung geleistet. Ziel der sozialen Dienste und der Hauskrankenpflege ist es, Menschen, die Hilfe
brauchen, möglichst lange in ihrem eigenen Haushalt zu unterstützen. Die rechtliche Grundlage der sozialen Dienste findet sich im Wiener
Sozialhilfegesetz (WSHG). Die Anmeldung erfolgt in einem der Gesundheits- und Sozialzentren. Ein privater Wohlfahrtsverein wird mit der Durchführung
der vereinbarten Leistungen beauftragt. Zu den in der Wohnung geleisteten Dienstleistungen gehören: Unterstützung in der Haushaltsführung, Essen,
Pflege, Therapie und Beratung, Hilfe im Haushalt, Tagesbetreuung. Nach außen gehende Begleitdienste unterstützen Ältere auch bei notwendigen
Verrichtungen außer Haus.

Es werden folgende Dienstleistungen vermittelt:
Besuchsdienst: Ziel ... ist, die Isolation einsamer alter Menschen zu durchbrechen und durch geschultes Personal Begleitung bei Spaziergängen,
Einkäufen, Besorgungen, Arztbesuchen etc. zu bieten.. Der Besuchsdienst ist wichtig für Personen, deren soziale Kontakte gering sind.
Essen auf Rädern: Das von der Stadt Wien angebotene Service kann nur beim Bezug von Pflegegeld in Anspruch genommen werden (Ausnahmen:
demente Personen oder vorübergehend nach einem Spitalsaufenthalt). Die Anmeldung erfolgt über den Fonds Soziales Wien / Mobile Pflege und
Betreuung. Die Zulieferung bietet als Nebeneffekt auch die Gelegenheit, die Situation des Kunden/der Kundin im Auge zu behalten und etwas Ansprache
zu bieten.a
Heimhilfe: .Aufgabe der Heimhilfe ist es, den/die Klienten/in bei der täglichen Lebensführung zu unterstützen, d.h. für die Aufrechterhaltung des
Haushalts zu sorgen und persönliche Hilfestellungen bei verschiedenen Aktivitäten zu bieten..b Die ausgebildeten Heimhelferinnen gewährleisten die
Betreuung im Krankheitsfall, die Weiterführung des Haushalts und unterstützende Hilfe bei der Körperpflege.
Reinigungsdienst: ....steht jenen älteren Menschen zur Verfügung, die grobe Reinigungsarbeiten selbst nicht mehr erledigen können. Die
Mitarbeiterinnen des Reinigungsdienstes übernehmen die schweren häuslichen Reinigungsarbeiten, wie z.B. den Frühjahrsputz, das Waschen der hohen
Türen, die Reinigung der Fenster, die Möbel- und Bodenpflege..c
Wäschepflegedienst: Die Wäsche wird zur Reinigung abgeholt, gewaschen, gebügelt und wieder zugestellt.
Mobile Ergotherapie: wird von der Wiener Sozialdienste Förderung & Begleitung GmbH angeboten und kann durch die Vermittlung der Gesundheits-
und Sozialzentren in Anspruch genommen werden. Behandelt werden Personen mit physischen, psychischen und sozialen Problemen, die infolge von
Krankheiten, Unfällen oder Entwicklungsstörungen auftreten.
Pflegehilfe: Pflegehelferinnen führen nach Anordnung und unter Aufsicht von diplomierten Krankenpflegepersonen pflegerische Maßnahmen durch,
helfen bei verschiedenen Therapien und im Haushalt.
Mobile Gesundheits- und Krankenpflege: Ziel der Hauskrankenpflege ist es, Kranken- und Pflegeheimaufenthalte zu verkürzen, hinauszuschieben
bzw. zu vermeiden. Die Betreuung erfolgt unter Mithilfe zahlreicher PflegeexpertInnen für spezielle Pflegebehandlungen.
Mobiles Hospiz Wien: Die Caritas der Erzdiözese Wien bietet die Betreuung und Begleitung schwer oder unheilbar erkrankter Menschen zu Hause. Die
Betreuung .richtet sich nach den Wünschen und Bedürfnissen der Patientinnen und hat das Ziel, die Lebensqualität in der letzten Lebensphase zu
erhalten und die best mögliche Symptomkontrolle sicherzustellen.. d Dies geschieht durch eine enge Zusammenarbeit mit den Hausärzten und anderen
den Patienten betreuenden Einrichtungen.

Mobile Dienste werden gut angenommen, die Nachfrage ist steigend.e Allerdings ist diese Situation auch mit zunehmendem Mangel an Personal und der
Entwicklung eines .schwarzen Marktes. konfrontiert. (Siehe auch Kapitel 2.1.2). Dazu existieren noch eine Reihe weiterer Angebote im Bereich
Gesundheitsförderung, von vielen Akteuren auf unterschiedlichen Ebenen. Das Fehlen einer gemeinsamen Strategie, und das Unspezifische von
Maßnahmen wird jedoch auch kritisiert.f Ältere äußern sich positiv über ihre Kontakte mit dem Sozialamt, im Jahr 2002 hatten jedoch nur 8% von ihnen
einen derartigen Kontakt.g
Zwischen den Polen .Zuhause leben mit Unterstützung von durch die öffentliche Hand bereit gestellten Diensten. und .Heimunterbringung. entwickeln sich
zusehends Übergangsformen, obschon quantitativ noch gering. Eine noch kleine, aber zunehmende Rolle dürften Dienstleistungen in der Wohnung bzw.
im Haus, oder in der Wohnumgebung bilden, die von Wohnungsunternehmen ihren KundInnen angeboten werden. Derzeit laufen im Bereich der
Forschung schon Erhebungen zum aktuellen Stand des Angebots und der Inanspruchnahmeh, Befragungen haben ein Potential an Nachfrage gezeigt e.
(Siehe dazu auch Kapitel 2.1.2 Europäische Strategien, Konzepte und Projekte.) Weiters seien Wohngemeinschaften Älterer auf privater Basis,
institutionell betreute Wohngemeinschaften und generationenübergreifend konzipierte Neubauten mit Verbindung zu Betreuungs- und
Pflegeeinrichtungen genannt. Derzeit beschränken sich derartige Projekte auf den Neubaubereich, also nur ein sehr kleines Segment des
Wohnungsbereichs, und versuchen sie vorwiegend in Angeboten, die leistbare, behindertengerechtes Wohnen, in altersmäßig gemischter Nachbarschaft,
mit der Nähe zu aufzusuchenden Serviceangeboten, mit ambulanten Diensten und vor allem auch teilstationären Einrichtungen verbinden. (siehe
Kap.2.2). Auch der STEP05 verweist darauf.j
Außerhalb der Wohnung / des Hauses erfüllen lokale Stützpunkte zur Information, Geselligkeit und aktivierenden Unterhaltung (Nachbarschaftszentren,
Servicestellen diverser Dienstleister) für Ältere eine wichtige Funktion. In Befragungen nennen SeniorInnen in Österreich soziale Kontakte unter den fünf
wichtigsten Punkten ihrer Bedürfnisse.k (vgl. auch Kapitel 2.2.1 Gesundheits- und Sozialzentren)

Nachbarschaftszentren: In Wien gibt es insgesamt zehn vom Wiener Hilfswerk betreute Nachbarschaftszentren gestreut über die Bezirke
(2,3,6,7,8,12,15,16,22). (Diese Verteilung entspricht nicht ausgesprochen der Verteilung aktuell und zukünftig Älterer. Siehe auch Kapitel 2.5 Quartier.)l In
Zusammenarbeit von Fachkräften und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen werden hier Aktivitäten wie Lernclub, Computerclub, Kaffeerunden,
Gedächtnistraining, Mittagstisch, Selbsthilfegruppen, Veranstaltungen und Kurse, Gesundheits- und Sozialberatung u.v.m. für alle Altersgruppen
angeboten. (Frequenzzahlen wurden nicht eruiert.) In Wien gibt es außer den vom Wiener Hilfswerk betreuten Nachbarschaftszentren vielfältige
Nachbarschaftsinitiativen von unterschiedlichen Trägern und Vereinen.

Verbindungsdienste zu den Einrichtungen sowie (auch mediale) Informations- und Notdienste sind angesichts des vielfältigen (und nicht immer
übersichtlichen) Angebots von großer Wichtigkeit. Ihre Bedeutung wird bei der abzusehenden weiteren Auffächerung an Serviceleistungen und dem
Bedarf an Vernetzung weiter steigen. Einige seien, kursorisch, genannt:
Sozialruf: Laut Befragung wird er von 2% aller WienerInnen genutzt (auch nur von 1 bis 6% der Alten-Haushalte, in Summe sind dies ca. 3500 ältere
Menschen), ist aber jedem zweiten bekannt (ähnlich bei den Alten-Haushalten, maximal 62%)m.
Hausnotruf: als Alarmsystem für Notfälle in der Wohnung, z.B. nach einem Sturz, wird von sieben verschiedenen Trägern (meist NGOs) angeboten.
Internet-Seiten werden angeboten (z.B. Fonds Soziales Wien .Sozialinfo.), allerdings ist, wie erwähnt, die Internetnutzung unter den derzeit Älteren noch
gering (was sich voraussichtlich stark ändern wird.) Mehr Links zu Informationen anderer Bereiche könnten angedacht werden. (Zur Koordinationsrolle der
GSZ siehe Kapitel 2.2.1)

Lokale Servicestellen wie .klassische. Gebietsbetreuungen, ursprünglich zur Sanierungsbetreuung in Problemquartieren des dichtbebauten
Stadtgebiets eingerichtet, haben sich in den 30 Jahren ihres Bestehens weit über das Stadtgebiet ausgedehnt und haben ihre Funktion als Vermittler,
.Drehscheibe. und Initiator breit ausgebaut. Soziale Fragen stellen inzwischen einen guten Teil der an sie herangetragenen Probleme dar. Auch in
Gestaltungsplanung für den öffentlichen Raum versuchen sie, die Bedürfnisse unterschiedlicher Altersgruppen zu integrieren. n
Die Arbeit der Gebietsbetreuungen wird zwar vorrangig im Kapitel 2.5 Öffentlicher Raum: Quartier diskutiert, sie wird jedoch absichtlich auch hier
angeführt, um die starke Verbindung zum Bereich Soziales zu zeigen. Teilweise wurden von Gebietsbetreuungen auch im Zuge von Schwerpunktbildung
Beratungen für Ältere in Hinblick auf Wohnberatung (Adaptierung von Altwohnungen) offeriert. o Derzeit wird Wohnberatung auch im Rahmen der mobilen
Ergotherapie angeboten (siehe .mobile Dienste.).

Eine Funktion, die noch deutlich mehr in Richtung Mediation zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Alters- und ethnischer Gruppen geht, nehmen
die .Gebietsbetreuungen im Gemeindebau. (auch .Gebietsbetreuungen neu.) ein. Gerade in Anlagen, wo sich schon jetzt die Pole der Alterszu-
sammensetzung deutlicher ausprägen, sind derartige Angebote im Zusammenspiel mit umfeld- und freiraumbezogenen, auch baulichen Interventionen
notwendig. (vgl. Kapitel 2.5.1 Quartier).

Außer-Haus-Aktivitäten in organisierter Form bieten Clubs und Vereine wie z.B. die Pensionistenklubs, Freizeitaktivitäten Wien sozial, Freizeit-Club 21
(für Behinderte und Nichtbehinderte), sowie zahlreiche private Vereine. Trotz des vielfach beklagten Schwindens sozialer Kontakte und der Vereinsamung
werden Vereine aber im Durchschnitt nur selten frequentiert, dies wird jedoch, laut Befragung, kaum als Defizit gesehen.p Das Interesse an einer
Vereinstätigkeit der (älteren) Wiener-Innen ist also offenbar geringer als gemeinhin angenommen.

Soziale Teilhabe findet offenbar weniger direkt, als über RepräsentanInnen und Interessensvertretungen statt. Der Seniorenbeauftragte der Stadt Wien
(ressortierend zum FSW Fonds Soziales Wien) vertritt aktiv die Interessen Ältere in breiten Bereichen (siehe dazu auch Kapitel 2.1.2). Parteinahe
SeniorenvertreterInnen sind ebenfalls tätig. Mit zunehmender zahlenmäßiger Stärke und längerer Dauer des aktiven Alters wird .Lobbying. für Älter immer
stärkere Bedeutung erhalten. Aktivierungsinitiativen laufen derzeit z.B. über Plan60, einer Projektunterstützung für Menschen in der Pension. Auch Lokale
Agenda21-Aktivitäten ermutigen die Basis der BürgerInnen und Bürger, jedoch nicht speziell in Hinblick auf Ältere. r (Siehe auch Kaptitel 2.5 Quartier).


a (vgl. auch Hiess 2003)
b (Findl / Urbas 1998: 164)
c (Findl / Urbas 1998: 167)

d(http://www.caritas-wien.at/237_1077.htm)

e In Österreich befragte SeniorInnen ab 70, die nicht in einem Heim leben, bevorzugen mehrheitlich . auch ausländische . Pflegehilfe gegenüber einem

Umzug in ein Heim (allerdings: nur jede 6. HeimbewohnerInnen ist dieser Ansicht). Und: für eine frei Wahlmöglichkeit der Mobilen Dienste besteht starke
Präferenz. (Hilfswerk, 2005a)
f Kunter, 2005:103

g IFES, 2003

d Czasny (SRZ): Neue Dienstleistungen, in Bearbeitung

h Czasny (SRZ), 2003. Sowie Feigelfeld (SRZ), 2001 (um die 60% der Bewohnerhaushalte halten Angebote zur Unterstützung von SeniorInnen für wichtig.

In Anspruch nehmen würden es derzeit nur 6%, später aber 50%)
j STEP05, 2005:83 k Hilfswerk, 2005a

l Feuerstein, 2004

m IFES, 2003:12

n Feigelfeld (SRZ), 2000. Sowie auch: 30 Jahre Stadterneuerung, Perspektiven-Sonderheft 7;8 - 2005; und: Jahresberichte der Gebietsbetreuungen.

o Tálos 1994

p IFES, 2003.

r Lokale Agenda 21

http://www.la21wien.at/Plone
10 Der Standard, 2005b (Stadträtin Brauner)

11 BMSG, 2002 (WHO)
12 Europäische Kommission, 2005 und Europäische Kommission, 2004
13 Der Standard, 2005b (Stadträtin Brauner)
14 siehe z.B. Fonds Soziales Wien, 2004 (Arbeitsschwerpunkt 05: Umsetzung eines gemeinsamen Jahresarbeits-programms mit dem Dachverband der

Wiener Pflegeeinrichtungen z.B. Qualitätssicherung und Kontrolle, Informationsarbeit zu KundInnen und Partnerorganisationen); sowie Dachverband
Wiener Pflege- und Sozialdienste, 2005
15 Zu den Punkten gehören:

. Verwirklichung eines vielfältigen und integrierten Unterstützungs-angebotes (größte Defizite bei der Kombination von mobiler Pflege und teilstationären
Angeboten, 80% werden von Angehörigen gepflegt, diese sollten entlastet werden)
. Bessere Integration von Pflege und Gesundheitswesen (Weiterführung der Gesundheitsreform)
. Gezielte Beratung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen (frühzeitig!)
.Klärung des Problems illegaler .Pflegekräfte. bzw. illegaler Betreuung in Österreich.
(Hilfswerk 2005b)
16 Dachverband Wiener Pflege- und Sozialdienste, 2005

16a Wien 10, Kolpinghaus

17 Czasny (SRZ), in Bearbeitung; Sowie: Czasny (SRZ), 2003 (Die Befragung von Wohnungssuchern ergab ein gewisses Interesse an ergänzenden

Dienstleistungen im Wohnbereich, bis zu 30% äußerten sich positiv.) Siehe auch: Feigelfeld (SRZ), 2001
18 Der Standard, 2005e

19 Fonds Soziales Wien 2004

Schwerpunktverlagerung zur Hauskrankenpflege: mit einer zunehmenden Konzentration auf Klientinnen mit höheren Pflegegeldstufen (plus 15% 2004,
Abschwächung 2005 auf ein plus von unter 10%)
20 Dachverband Wiener Pflege- und Sozialdienste 2005

.walk-in-centers. mit den Funktionen Beratung, Information und Vermittlung für BürgerInnen, sowie zeitlich ausgedehnte Erreichbarkeiten von Diensten
sind nur einige der weiterführenden Optionen und Maßnahmen, die aktuell vom Dachverband Wiener Pflege- und Sozialdienste im Rahmen der
Diskussion der Verbesserung der Kooperation von Gesundheits- und Sozialzentren (GSZ, siehe dazu auch Kap. 2.2) und ambulanten
Anbieter-organisationen, aber auch in Spitälern und Langzeitpflegebereichen angesprochen werden.
21 Kuntner, 2005:103 ff.

22 MA 57, 2005a:78,79

23 Hilfwerk, 2005c

24 Zu den Projekten gehören u.a. .Sicher gehen über 60., .Megápoles., .Plan 60. und .Aktiv ins Alter.

25 Fonds Soziales Wien, 2004

26Fonds Soziales Wien, 2004 (Ausbau zu einem Sozial- und Gesundheitstelefon, bietet Antworten zum gesamten Sozialbereich, und ausgewählten

Gesundheitsbereichen)
27 Richter, 2005:195f (Richter spricht in diesem Zusammenhang davon, dass ein europäisches Wohlfahrtsmodell hier vorrangig Absicherung schaffen

müsste)
28 MA 57, 2005a; MA 57, 2005b; siehe auch Feigelfeld (SRZ), 1996

29 Dachverband Wiener Pflegedienste, 2005; Fonds Soziales Wien, 2004

30 Feigelfeld (SRZ), 2000; MA 25: Arbeitskonzept 2005, Jahresberichte.

31 Hilfswerk, 2005b (.Klärung des Problems illegaler .Pflegekräfte. bzw. illegaler Betreuung in Österreich.; es gebe keine Zahlen, für ganz Österreich

werden rd. 10.000 Personen in 24h-Pflegebeschäftigung geschätzt.).
32 Verweise auf die Wichtigkeit sozialpräventiver Maßnahmen enthält auch der STEP05. .Im Sinne des Diversitätsanspruchs soll die soziale und räumliche

Zugänglichkeit gewährleistet werden.. Als vorgeschlagene Beiträge auf räumlicher Ebene werden u.a. muttersprachliche Betreuung der MigrantInnen im
Gesundheitsbereich, Aufbau einer zielgruppenorientierten Versorgung im niedergelassenen Bereich (Arztpraxen) und (weitere) Öffnung der geriatrischen
Tageszentren für Menschen mit Migrationshintergrund, sowie die Schaffung flexibler Räume für integrative Gesundheitseinrichtungen in neu zu
gestaltenden Stadtteilen vorgeschlagen. Hier kann ein Potential für den Anstieg älterer MigrantInnen aufgebaut werden.(STEP05:82)
33 Europäische Union, 2003

34 Siehe auch Häberlin, 2005

35 Einsatzmöglichkeiten für freiwillige Mitarbeit, besonders von SeniorInnen, werden aktuell auch von Seiten des Seniorenbeauftragten diskutiert (siehe

Fonds Soziales Wien: Arbeitsbericht, 2004)
35 a.Lokale Agenda 21. und Gebietsbetreuungsaktivitäten zu freiwilliger Sozialarbeit. (s.a. Kap. 2.5., Quartier). Bisher ist nicht wirklich sichtbar, dass eine

Verbindung von Stadt- und Quartiersaktivitäten über .Empowerment. (auch) der älteren Generation zu (freiwilligen) Serviceleistungen und Initiativen
hergestellt wird.
36 Siehe die unterschiedlichen Einstellungen von potentiellen NutzerInnen und HeimbewohnerInnen zu diesen Einrichtungen. Hilfswerk, 2005a

36a Global Ageing Initiative, initiiert durch das Indiana University Center on Aging and Aged (USA), integriert auch europäische Forschungsprojekte, siehe

ESAW.
37 siehe WHO 2002

38 EU Coordination Action, 6th Framework Programme, ERA-AGE, Leitung: UK. 2003; siehe: The age of longevity; ERA-NET 2003,

www.europa.eu.int/comm/research/headlines/pdf/era-age_en.pdf
39 http://europa.eu.int/comm/research/quality-of-life/leaflets/en/keyact06. html

40 Kasanen, 2004; Kivilehto, 2004 Sari; EU 5th framework programme, Key Action 6: The Ageing Population and

Disabilities.http://www.tts.fi/uk/projects/elderathome/publications.htm; sowie Gottschalk, 2004
41 European challenge for healthy ageing; Ageing, health and retirement in Europe, Extending quality of life in old age: the state of the art; European Forum

on Population Ageing Research: Report; Enabling autonomy, participation and well-being in old age: the home environment as a determinant for healthy
ageing
42 Costa / Lembi, 2005

43 Europäische Kommission, 2005; Europäische Kommission, 2004; http://www.europa.eu.int/comm/employment_social/social_inclusion/jrep_de.htm

44 Nationale Aktionspläne zur Sozialen Eingliederung, im Rahmen des EU-Prozesses zur Sozialen Eingliederung / Social Inclusion Process

(.Lissabon-Strategie.).
45EC DG Employment Social Affairs, Transnational Exchange Programme, siehe

http://www.europa.eu.int/comm/employment_social/social_inclusion/tep_en.htm
46 COOP Consortium / Feigelfeld, 2005

47 SEEM, 2005




Internationale Projekte und Studien im Bereich Gesundheitsvorsorge für Ältere Menschen

ESAW
Das Projekt enthält u.a. vergleichende Berichten zu .The European Model of Ageing Well. oder .Ageing Well and Material Security in Europe.a.
Projektinhalte dieser Basisforschung hier in Kürzestversion zu referieren, würde deutlich den Rahmen diese Projektes für den Magistrat Wien sprengen.
Vielleicht nur ein Hinweis: Wichtige Indikatoren für die individuelle Lebenssituation Älterer, ihre Lebenszufriedenheit und ihr Selbstwertgefühl sind
materielle Sicherheit, der Gesundheitszustand, Ressourcen an sozialer Unterstützung (wobei hier die Bedeutung des Zugangs, auch in Hinblick auf
(öffentliche) Transportmittel, betont wird) und, mit etwas geringerem Gewicht ihre Lebensaktivitäten. Die Wichtigkeit des psychologischen Aufbaus von
Personen, die sich mit der Adaption an das Altern schwer tun, wird betont.
Interessant erscheint uns, dass die Ergebnisse zeigen, dass das Gewicht der einzelnen Kriterien für die Lebenszufriedenheit je Land durchaus sehr
unterschiedlich gelagert ist. Des ist in Hinblick auf die Übertragbarkeit von Konzepten und Projekten anderer Länder unbedingt zu beachten.

ELDERATHOMEb
Aufgrund der Konzentration auf Befragungen werden auch hier keine .Rezepte., Vorgaben und Vorschläge aufgelistet, was zu tun sei, sondern
Kriterienkataloge (criteria cards) aufgestellt, nach denen Situation und Bedürfnisse zu durchleuchten seien. Entwickelt wurde dazu das .Ball model., mit
den vier Variablen Aktivitäten, Fähigkeiten, Ressourcen und Qualitäten, das der Kriterienentwicklung zugrunde ist, sowie das .Wheel Model., das bei
Mängeln neue Konzepte vorschlägt. Für dieses Stadt-Wien-Projekt hier sind vor allem die Kriterien zu .Umfeld. und zu .Einrichtungen. interessant, deren
Anwendung in und an Wiener Projekten getestet werden könnte. Es scheint für alle hier bearbeiteten Handlungsfelder relevant. Allgemeinere Vorschläge
werden auch gelistet.

OASIS study
Expectations, preferences and behavior of the family support network and well-being among the 75+ in a comparative cross-national perspective . the
OASIS studyc untersuchte die Interrelationen zwischen familiären Leistungen an Betreuung und Unterstützung und formalen Fürsorgesystemen. Trotz
aller Differenzen zwischen den europäischen Ländern (was wieder ein Hinweis auf die Hindernisse bei der Übertragbarkeit guter Beispiele ist), ließ sich
als Gemeinsamkeit erkennen, dass sowohl die Alten als auch die Familien gewöhnlich mehr instrumentelle Unterstützung vom Service-System erwarten,
die Familie hingegen eher emotionale Unterstützung bietet.

LZN Lokale Zorgnetwerken / Lokale Betreuungsnetzwerke (NL)
Jedes Netzwerk besteht aus einem Koordinator, einer Kerngruppe von BetreuerInnen aus dem Bezirk und den notwendigen Kontakten zu anderen
relevanten Organisationen. LZN sucht einen frühzeitigen Zugang zu gefährdeten Personen - auch zu solchen, die nicht bereit oder fähig sind, soziale
Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen (.care avoiders.) - indem es sie an ihrem Wohnort aufsucht (siehe auch Projektbericht COOP). Ähnliche
quartiersbezogene Netzwerke sind zwar in Wien vorhanden, es sollte jedoch mit den Verantwortlichen diskutiert werden, inwieweit die Konstruktion der
holländischen Kooperation . starke Einbeziehung von Gesundheitseinrichtungen, Integration der Bezirkspolizei . und die Organisationsform der
Kooperation . Netzwerkkoordinator je Gebiet, Austausch und Netzwerkarbeit unter den verschiedenen LZN . als Anregung für Innovation dienen kann.
Organisationen der aufsuchenden Altenbetreuung in Wien sollten in die Diskussion einbezogen werden.d
Weitere internationale Forschungsprojekte zum Themenkreis Altern und Gesundheit sind:
SHARE: Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe
  Error! Hyperlink reference not valid.
PROCARE Providing Integrated Health and Social Care for Older People
  www.euro.centre.org/procare
EUROFAMCARE Service for Supporting Family Carers of Elderly people in Europe
  www.uke.uni-hamburg.de/eurofamcare
a http://europa.eu.int/comm/research/biosociety/research.../fp5_ageing_population_en.html ESAW, österreichischer Teilnehmer: Germain Weber,

Universität Wien.
b Kasanen, 2004; Kivilehto, 2004 Sari; EU 5th framework programme, Key Action 6: The Ageing Population and

Disabilities.http://www.tts.fi/uk/projects/elderathome/publications.htm; sowie Gottschalk, 2004
c Katz / Lowenstein, 2004; siehe auch: www.dza.de/download/DP_32.pdf bzw. http://www.dza.de/forschung/forschoasis.html (Old Age and Autonomy:

The Role of servicesystems and Intergenerational Family Solidarity)
d COOP Consortium / Feigelfeld, 2005




„Will you still need me, will you still feed me, when I´m (84)?“
  (citing the Beatles)

2.2 SOZIALE UND GESUNDHEITLICHE INFRASTRUKTUR FÜR ÄLTERE
MENSCHEN TEILSTATIONÄRE UND STATIONÄRE EINRICHTUNGEN
Der STEP 05 weist darauf hin, dass sich aus der Veränderung der Lebensstile .neue Anforderungen an die
Qualität und Quantität des Angebots etwa im Bereich der privaten und öffentlichen Infrastruktur (z.B. ...
Versorgung älterer und hochbetagter Menschen,.). (Step 05:46) ergeben. Die Stadt Wien verfügt sowohl im
Bereich der Gesundheitsvorsorge, als auch im Pflege- und Betreuungsbereich über ein gutes
Gesundheitssystem, das sowohl in Art und Umfang der Leistungen, als auch in Hinblick auf die Aktualität
gut dokumentiert ist. Mit der Stelle des Pflegeombudsmanns wurde eine Anlaufstelle für Beschwerden
geschaffen.
Im Bereich der Gesundheitsvorsorge und der Stadtplanung haben bereits ressortübergreifende Projekte
stattgefunden (z.B. Gesunde Gärten). Im Bereich Pflege und Betreuung hat in den letzten Jahren eine
Reorganisation stattgefunden1, so dass in diesem Bereich Kooperationsmöglichkeiten erst aufgebaut
werden müssen. Für einige der in Zukunft wichtigen Handlungsfelder wurden bereits Strategien entwickelt
(vgl. dazu 2.1.2 in dieser Studie), die jedoch noch vertieft werden sollten.

2.1.1 Aktuelle Situation In Wien werden von unterschiedlichen Trägern verschiedenste
 in Wien Kombinationen von Wohnen und Pflege angeboten. Die folgende
Darstellung konzentriert sich auf die von der Stadt Wien finanziell zumindest mit unterstützten bestehenden
teilstationären und stationären Einrichtungen, die älteren Menschen ein in der Intensität der Unterstützung
und Betreuung abgestuftes Angebot bieten.
Es gibt in Wien Koordinationseinrichtungen (Gesundheits- und Sozialzentren), teilstationären Einrichtungen
(Geriatrische Tageszentren) und stationäre Einrichtungen. Zu den stationären Einrichtungen gehören
einerseits die von unterschiedlichen sozialen Trägern betreuten Wohngemeinschaften und die vom
Kuratorium verwalteten Wiener Pensionistenwohnhäuser, mit dem Schwerpunkt im Bereich des
unterstützten Wohnens, und andererseits die von unterschiedlichen Trägern verwalteten Wohn- und
Pflegeheime und die vom Kranken-
anstaltenverbund (KAV) verwalteten Geriatriezentren. Eine Sonderstellung nimmt die Wohnversorgung im
Bereich der (älteren) Wohnungslosen ein.
Umfang und Verteilung der Wohn- und Pflegeplätze im Stadt-
gebiet. Die Wohn- und Pflegeplätze sind in Wien sehr unterschiedlich verteilt. Im Durchschnitt kamen in
Wien im Jahr 2000 78 Wohn- und Pflegeplätze auf 500 Einwohner der Bevölkerungsgruppe 75+. Um eine
bessere Vergleichbarkeit zu erzielen, wurde für jeden Bezirk die Zahl der Pflegeplätze pro 500 Einwohner
der Altersgruppe 75+ im Jahr 2000 ermittelt (vgl. Abb.01). In einigen Bezirken liegt die Anzahl der Wohn-
und Pflegeplätze unter dem Wiener Durchschnitt, was jedoch nicht als Zeichen der Unterversorgung
interpretiert werden kann, da die Einrichtungen nicht die Versorgung eines Bezirks sicherstellen sollen,
sondern den Bedarf des gesamten Stadtgebiets. Als Folge müssen von Angehörigen, Freunden und
ehemaligen Nachbarn oft lange Wege zurückgelegt werden, um die älteren Menschen zu besuchen, was
sich häufig negativ auf die Frequenz der Besuche auswirkt.2
Es kann jedoch nur z.T. von einem regionalisierten Angebot gesprochen werden, da vor allem
Einrichtungen religiöse Anbieter (wie z.B. Maimonides, etc.) nur bestimmte Zielgruppen ansprechen.
Spezielle Angebote islamischer Einrichtungen für ältere Menschen konnten durch das Projektteam nicht
ermittelt werden (vgl. zu diesem Punkt auch Handlungsbedarf in dieser Studie).
Inwieweit die Bewohner stationärer Einrichtungen noch die umgebende Infrastruktur benutzen, ist natürlich
vom Gesundheitszustand abhängig (d.h. dass eher Bewohner von Pensionistenwohnhäusern die
Umgebung nutzen als Bewohner von geriatrischen Zentren), jedoch spielt auch eine entsprechend
gestaltete Umgebung eine Rolle (vgl. dazu 151).3
Information / Zugänglichkeit. Die Internetseiten der verschiedenen sozialen Dienstleister und die Seite
des Fonds Soziales Wien (www.fsw.at), sowie die Seite des Dachverbands (www.dachverband.at) bieten
einen guten Überblick über bestehende Einrichtungen und Unterstützungsmöglichkeiten. Diese Informa-
tionsmöglichkeiten sind jedoch nicht allen Bevölkerungsgruppen, in gleicher Weise zugänglich, wie im
STEP 05 ausgeführt wird .Verständigungsschwierigkeiten und Informationsdefizite führen vielfach zu einer
Verzögerung der Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen (Arztbesuchen) und therapeutischen
Maßnahmen, was chronische Leiden oder Fehldiagnosen zur Folge haben kann. Am Beispiel der Situation
von MigrantInnen wird besonders deutlich, wie wichtig es ist, sozialpräventive Maßnahmen zu setzen und
damit indirekt gesundheitspräventiv zu wirken.. (STEP 05:82)
KlientInnen. Einrichtungen wie die Gesundheits- und Sozialzentren und die geriatrischen Tageszentren
stehen sowohl ÖsterreicherInnen, als auch MigrantInnen zur Verfügung. Einige der stationären
Einrichtungen, wie z.B. die Wiener Pensionstenwohnhäuser, stehen jedoch derzeit nur ÖsterreicherInnen
(und speziell WienerInnen) offen. Berichte über Angebots- und Leistungsumfang der einzelnen
Einrichtungen erstellt der Fonds Soziales Wien.4
Versorgungsqualität. Die Darstellungen und Berechnungen zur Versorgungsqualität zeigen Differenzen
innerhalb des Stadtgebiets.
In einigen von der demographischen Alterung verstärkt betroffenen Siedlungsgebieten fehlen derzeit noch
entsprechende Einrichtungen (vgl. Feuerstein, 2004). .Diesem Trend entsprechend werden Spi-
talskapazitäten vom Westen in den Nordosten der Stadt verlagert werden.. (STEP 2005:82)
Das .Strategiekonzept für die Betreuung älterer Menschen. Lebenswertes Alter in Wien . aktiv und
selbstbestimmt. der Gemeinderätlichen Geriatriekomission, das im Jahr 2004 vom Wiener Gemeinderat
beschlossen wurde, wurde bisher nicht operationalisiert. Ebenso fehlt ein regionalisiertes Konzept 4a der
stationären Einrichtungen.
Auch fehlt ein Konzept für die Etablierung einer regional orientierten Infrastruktur, in das sowohl
niedrigschwellige Angebote, als auch spezialisierte Langzeiteinrichtungen (sofern für diese ein Bedarf
nachgewiesen werden kann) integriert sind.
Im Bereich des Gesundheitswesens findet derzeit eine Diskussion zwischen zwei gegensätzlichen
Positionen statt. Die eine Position plädiert für eine Spezialisierung im Bereich der Langzeiteinrichtungen,
die andere Position befürwortet eine Durchmischung der KlientInnen.
2.2.2 Konzepte / Projekte
Wien hat eine im Vergleich mit den anderen österreichischen Bundesländern zeitverzögerte Entwicklung in
der Bevölkerungsalterung, Programme
dennoch ist auch in Wien, vor allem ab dem Jahr 2015 mit einer starken Zunahme der hochaltrigen
Bevölkerung und damit auch mit einer Zunahme altersspezifischer Erkrankungen zu rechnen. Präzise Be-
darfsermittlung zum daraus zu erwartenden Pflegebedarf, vor allem im Bereich der Langzeitpflege, fehlen
jedoch (vgl. 3.2 Handlungsbedarf).
Der STEP05 weist daraufhin, dass nicht nur die Bevölkerungsentwicklung in den einzelnen Bezirken
verläuft, sondern sich auch die Altersstruktur der Bevölkerung in den einzelnen Bezirken sehr un-
terschiedlich entwickeln wird. Um den sich daraus ergebenden Anforderungen gerecht zu werden, wurden
im STEP die folgenden drei Ziele formuliert.
So soll erstens für alle Bevölkerungsgruppen in den NUTS5 .eine ausgewogene und flächendeckende
medizinische und pflegerische Grundversorgung. (STEP 05:82) angeboten werden. .Angestrebt wird ein
durchmischtes Angebot an Gesundheits- und Sozialleistungen in einer kleinräumig dezentralen, aber
miteinander vernetzten Verteilung. Spezialleistungen werden zukünftig nur an zentralen Standorten
abgedeckt.. (STEP 05:83)
Zweitens soll speziell im Bereich der Betreuung und Pflege älterer Menschen die bisherige Strategie der
Differenzierung des Angebots und der Einrichtung weiter fortgeführt werden.6 .Ziel ist es einerseits, den
alternden Menschen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und andererseits,
dem Anspruch einer kundenorientierten Angebotsplanung folgend, ortsnahe ganzheitliche Dienste
anzubieten.. (STEP 05:83). Um dieses Ziel umzusetzen, soll an die Stelle der Pflegekette (die letztlich
immer in einer stationären Einrichtung endet) das Pflegenetz treten, .innerhalb dessen die Auswahl aus
einem . je nach individueller Lebenslage . diversifiziertem Angebot erfolgt.
Drittens sollen auch im Bereich des Wohnbaus (barrierefreie Ausstattung) und des Wohnumfelds
(barrierefreier, öffentlicher Raum) die Voraussetzungen für den Verbleib nicht so mobiler Menschen in
ihrem Umfeld geschaffen werden. .Insbesondere in den neu zu errichtenden Stadtteilen bietet sich die
Chance, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen unmittelbar mit neuen Wohnformen und entsprechender
Infrastruktur kreativ zu kombinieren.. (STEP 05:83)
Die im STEP formulierten Ansätze gliedern sich gut in die aktuellen generellen Programme auf
internationaler Ebene ein, wie in das Konzept .Healthy ageing. der WHO und das Programm .Soziale
Eingliederung. (Lisabon Prozess) (vgl 2.1 Serviceleistungen). Für die Umsetzung könnten daher folgende
ausgewählte europäische Beispiele interessant sein7:
Im europäischen Ausland wurden bereits verschiedene Modelle erprobt, die sich als Alternative bzw.
Ergänzungen zu großen institutionellen Einrichtungen verstehen und sich aus der Erweiterung der
Hauskrankenpflege entwickelt haben.
So haben sich z.B. die Träger von kleinen Wohneinheiten für ältere Menschen mit dementiellen
Erkrankungen aus unterschiedlichen europäischen Ländern (Belgien, Niederlande, Spanien, Deutschland,
Frankreich und Großbritannien) in einem Netzwerk, der Groupe Saumon, zusammengeschlossen. Ziel des
Projektes war es, Demenzkranken eine flexible, persönliche Pflege in der Gemeinschaft anzubieten. Dabei
wurde insbesondere untersucht, .welche Bedingungen erforderlich sind, um die gegenwärtige Arbeit in
kleinen Wohneinheiten im Hinblick auf die Bedürfnisse der Demenzkranken zu verbessern, insbesondere in
den Bereichen (a) Architektur und Raumaufteilung, (b) Organisation des Alltags, (c) Vorkehrungen
betreffend Finanzen und Management und (d) Kombination von formeller und informeller Pflege,
einschließlich der Einbeziehung von Familien..8
In Dänemark wurde das Prinzip des .Cooperative Housing. oder .Cohousing. entwickelt, das zunehmend
auch für ältere Menschen attraktiv wird.9 Eine Cohousing-Kommune ist eine geplante Gemeinschaft, die
aus privaten Wohnungen und / oder Häusern besteht, die der Gemeinschaft gehören. Die Interaktion der
Nachbarn wird durch großzügig angelegte Gemeinschaftseinrichtungen, zu denen Küchen, Speisezimmer,
Kindertagesstätten, Büros, Internetcafes, Heimkinos, Bibliotheken, Werkstätten und Fitnessstudios
gehören können, gefördert.
Die .Krankenwohnung.10 wurde als ein Modell zur Verbesserung der wohngebietsbezogenen
Gesundheitsversorgung schon 1977 im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der Tech-
nischen Universität Berlin unter der Leitung von Christa Kliemke am Institut für Krankenhausbau entwickelt.
In Deutschland sind seither ca. 40 Einrichtungen nach diesem Modell entstanden. Die .Krankenwohnung.
oder Krankenstation ist eine aus mehreren Zimmern bestehende Wohnung, in der pflegebedürftige
Personen für einen begrenzten Zeitraum betreut werden, bevor sie (wieder) in die häusliche Pflege
entlassen werden. Sie soll als eine stadtteilnahe Krankenpflegeeinrichtung zur pflegerisch-medizinischen
und rehabilitativen Gesundheitsversorgung das Angebot der häuslichen Krankenpflege ergänzen. Im
Unterschied zu den Einrichtungen der Kurzzeitpflege werden in den Krankenwohnungen Menschen auf-
genommen, die zwar eine krankenpflegerische Betreuung (wie z.B. Schmerzmitteleinstellung,
Rehabilitationsmaßnahmen nach einem Schlaganfall, u.ä.) benötigen, deren Erkrankungen aber keinen
Einsatz medizinisch hochtechnischer Geräte verlangt.
In Deutschland (wo bisher Krankenpflegewohnungen realisiert wurden) werden die Betriebskosten durch
vertragliche Vereinbarungen mit den örtlichen Krankenkassen auf Basis des Tagessatzes der
Hauskrankenpflege abgedeckt.
Ebenfalls in Deutschland wurde bereits 1998 vom Institut für Gerontologie an der Universität Dortmund (im
Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen) ein Indikatorengestützes Planungsmodell zur
Pflegeinfrastruktur11 entwickelt. Das Planungsmodell ist in drei Phasen gegliedert. In der ersten Phase
.Bestandserhebung. wird die aktuelle Versorgungssituation in Form eines Pflegeberichts erstellt (Methoden:
quantitativ, tabellarische Auswertungen). In der zweiten Phase .Ermittlung von Richtmargen. werden mit
Hilfe von Kennziffern und Indikatoren Modellrechnungen durchgeführt. Die dritte Phase ist der .Qualitative
Planungsprozess., dazu gehören die Etablierung einer Pflegekonferenz, die Orientierung auf Stadtbezirke
und kreisangehörige Kommunen, sowie die Erzielung räumlicher und funktionaler Substitutionseffekte
(Berücksichtigung der Einzugsbereiche der Anbieter, etc.).
1vgl. Dachverband der Wiener Pflege- und Sozialdienste, 2005
2Im ersten und im achten Bezirk gibt es keine stationären Einrichtungen zur Versorgung älterer Menschen. In acht Bezirken liegt die durchschnittliche
Anzahl von Wohn- und Pflegeplätzen bei ungefähr der Hälfte des Wiener Durchschnitts. In vier weiteren Bezirken ist die Zahl der Wohn- und Pflegeplätze
zwar höher, liegt aber noch immer unter dem Durchschnitt. In den drei Bezirken Mariahilf (6. Bezirk), Favoriten (10. Bezirk) und Meidling (12. Bezirk)
entspricht die Zahl der Wohn- und Pflegeplätze mit 79 Wohn- und Pflegeplätzen in etwa dem Wiener Durchschnitt von 78 Plätzen. In fünf Bezirken liegt die
Anzahl der Wohn- und Pflegeplätze über dem Wiener Durchschnitt. Der 13. Bezirk nimmt mit 215 Wohn- und Pflegeplätzen eine Sonderstellung ein, die
auf die hohe Zahl der Pflegeplätze im Geriatriezentrum .Am Wienerwald. zurückzuführen sind.




Abb.1:
Tabelle mit Wohn- und Pflegeplätzen in den einzelnen Bezirken (aus: Feuerstein, 2004)
3 Derzeit läuft jedoch eine von der MA 46 beim Kuratorium für Verkehrssicherheit beauftragte Studie zum Thema .Ältere Menschen als

Verkehrsteilnehmer., der man eventuell Informationen darüber entnehmen kann. Unter dem Aspekt des .Gendermainstreaming. (aufgefasst als welche
Bedürfnislagen gibt es in .unserer Gesellschaft.) werden in Pensionistenwohnhäusern lebende Personen bei ihren Wegen in die Umgebung begleitet, um
deren spezielle Bedürfnisse zu erfassen.
Vgl. dazu: Baldaszti/Urbas, 2005


Gesundheits- und Sozialzentren (a)
Die vom Fonds Soziales Wien im Auftrag der Stadt Wien betreuten Gesundheits- und Sozialzentren sollen Betroffenen und deren Angehörigen den
Zugang zu den zahlreichen ambulanten und stationären Angeboten erleichtern (b). Gesundheits- und Sozialzentren, vormals als soziale Stützpunkte oder
Sozialstationen bezeichnet, nehmen eine zentrale Position im ambulanten Betreuungsnetz ein. Die Kernangebote der Gesundheits- und Sozialzentren
konzentrieren sich auf die Vermittlung von krankenpflegerischer und hauswirtschaftlicher Betreuung von kranken, älteren und behinderten Menschen in
ihrer häuslichen Umgebung. Je nach örtlicher Situation kann das Angebot der Leistungen differieren, zu denen u.a. die Organisation von
Transportdiensten, fahrbaren und stationären Mittagstischen, Familienpflege, psychosoziale Beratung, die Einrichtung von Arbeitskreisen (z.B. für
pflegende Angehörige) und die Ausleihung von Hilfsmitteln gehören.

Die Gesundheits- und Sozialzentren leisten entsprechend der individuellen Bedarfslage erforderliche Koordinationsarbeiten mit den privaten
Wohlfahrtseinrichtungen, wie z.B. bei der ambulanten Gesundheits- und Krankenpflege, bei der Pflegehilfe, bei der Heimhilfe und den ergänzenden
Diensten (Reinigungsdienst, Wäschepflege, Besuchsdienst), bei der Organisation von Essen auf Rädern (Mittagstisch) u.a.. Sie beraten bei Inkontinenz,
organisieren Informationsveranstaltungen und Gesprächsrunden für Senioren und Seniorinnen und pflegende Angehörige, informieren und vermitteln
Betreuung in Wohn- und Pflegeeinrichtungen, in betreuten Seniorenwohngemeinschaften und organisieren eine Urlaubsbetreuung oder Kurzzeitpflege in
den geriatrischen Zentren der Stadt Wien. Inzwischen gibt es in allen Gesundheits- und Sozialzentren eine spezielle Seniorenberatung für Migranten und
Migrantinnen. Weiters wird in fast allen die Vermittlung einer individuellen Betreuung dementer und psychisch kranker Menschen (Indibet) angeboten.

Geriatrische Tageszentren (c)
In Wien werden insgesamt 14 Geriatrische Tageszentren vom Fonds Soziales Wien und anderen privaten Trägern im Auftrag der Gemeinde Wien
betrieben. Die israelitische Kultusgemeinde betreibt eine Tagesstätte im Maimonideszentrum. Geriatrische Tageszentren bieten eine ganztätige
Betreuung mit individueller Beratung und Begleitung an für Menschen, die ihre selbstständige Lebensführung auch im hohen Alter, mit Behinderung und
Pflegebedarf, nicht aufgeben wollen. Angeboten werden verschiedene kreative, therapeutische und kommunikative Gruppenprogramme, persönlichen
Hilfen (z.B. Bad), drei Mahlzeiten pro Tag, Angehörigenberatung u.a. Die KlientInnen werden von der Wohnung abgeholt und am Spätnachmittag wieder
zurückgebracht. Die Betreuung erfolgt durch SozialarbeiterInnen, TherapeutInnen, HeimhelferInnen, AnimatorInnen (KünstlerInnen, Erwachse-
nenbildnerInnen, etc.). Die Kosten sind nach Einkommen gestaffelt.

Die Tagespflege ist eine teilstationäre Einrichtung. Hilfs- und pflegebedürftige Menschen erhalten tagsüber (in der Regel 5 Tage pro Woche) für eine
bestimmte zeitliche Dauer (meist von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr) eine sozial-pflegerische Grundversorgung und Betreuung außerhalb ihrer Wohnung. Nachts
und am Wochenende leben die Klienten, wenn erforderlich, unterstützt von mobilen Diensten und / oder ihren Angehörigen, in ihrer Wohnung. .Ziel ist in
erster Linie die Vermeidung oder Verzögerung eines vorzeitigen bzw. unnötigen stationären Daueraufenthalts im Senioren- oder Pflegeheim durch
aktivierende Maßnahmen (Alltagsrehabilitation), Kommunikation und Tagesstrukturierung.. (Kliemke, 1997:185). In gerontopsychiatrischen Tagesstätten
werden vor allem an Demenz und anderen psychischen Krankheiten leidende ältere Personen betreut. Ein Hol- und Bringdienst ist Bestandteil des
Leistungsangebots.

Betreute Seniorenwohngemeinschaften (d). Betreute Wohngemeinschaften unterscheiden sich von anderen Wohngemeinschaft dadurch, dass sie von
einem sozialen Träger betrieben werden, der den laufenden Betrieb garantiert. In Wien wurden 2004 insgesamt 17 Wohngemeinschaften von drei so-
zialen Trägern - Sozial Global, Wiener Sozialdienste, Wiener Hilfswerk mit einer Gesamtzahl von 83 Plätzen im 4., 5., 10., 12., 13., 14., 15., 21., 22. und
23.Bezirk betrieben (vgl Feuerstein, 2004).

.Betreute Wohngemeinschaften sind Großwohnungen, in denen mehrere Personen, die Pflege- und Betreuungsbedarf aufweisen, jedoch keiner
.Rund-um-die-Uhr-Betreuung. bedürfen, zusammen leben. Vorzugsweise sind derartige Einrichtungen in stark überalterten Regionen einzuplanen, um
jenen Personen, die im unmittelbaren Nahbereich, leben einen Verbleib in der gewohnten Wohnumgebung zu ermöglichen.. (Magistrat der Stadt Wien.
MA 47, 1996:3). Eine Wohngemeinschaft besteht aus einer behinderten- und altersgerechten Großwohnung mit vier bis acht individuellen Wohnräumen.
Sanitärräume, Küche und Wohnraum werden gemeinsam benutzt. Größe und Pflegekonzept sind vom jeweiligem Träger der Wohngemeinschaft
abhängig.

Wiener Pensionistenwohnhäuser (e)
In Wien gibt es über das gesamte Stadtgebiet verteilt 31 Pensionstenwohnheime (PW), die zumeist über einen großen Festsaal mit Bühne,
Mehrzweckräume, eine Bibliothek, einen Werk- und Hobbyraum, eine Sauna mit Solarium, einen Gymnastikraum, und ähnliche Freizeiteinrichtungen
verfügen. In drei Häusern gibt es ein Schwimmbad und in einigen Häusern eine Indoor-Minigolfanlage. Jedes der Häuser verfügt über eine Pflegestation,
die erkrankten oder pflegebedürftig gewordenen Bewohnern und Bewohnerinnen zur Verfügung steht. In vielen Pensionistenwohnheimen wird derzeit der
Pflegebereich erweitert, um dem erhöhten Bedarf an Pflegeplätzen Rechnung zu tragen.

Ein Einzelappartement ist ca. 34m² groß und besteht aus einem Vorraum mit Garderobe, einem eingebauten Schrank und einer Speisewärmplatte
(teilweise auch mit Kühlschrank, Mikrowellengerät und Abwäsche), einem Badezimmer mit Dusche, Waschbecken und WC und einem Wohn-Schlafraum
und verfügt in den meisten Fällen über eine Loggia oder einen Balkon. Jedes Appartement verfügt über einen Radio und TV-Kabel-Anschluss und die
Möglichkeit, ein eigenes Telefon und Internet anzuschließen. Das Doppelappartement entspricht in der Ausstattung dem Einzelappartement, verfügt
jedoch darüber hinaus noch über einen Schlafraum und ist daher ca. 45m² groß. Jedes Appartement wird mit eigenen Möbeln eingerichtet. In allen
Pensionistenwohnheimen wird täglich ein Mittagstisch in Form eines Menüs und eines Buffets angeboten, der auch Gästen offen steht. Darüber hinaus
verfügen acht Wohnhäuser des Kuratoriums über ein in der Zeit von 10.00 bis 18.00 Uhr auch öffentlich zugängliches Seniorencafé. (vgl. 2.5 Quartier)

Pflegeheime (f)
In Wien gibt es 41 Pflegeheime (PH), die von nicht öffentlichen Institutionen betrieben werden. Voraussetzung für die Aufnahme in ein Pflegeheim ist ein
Pflegebedarf, der zumindest der Pflegestufe 3 entspricht, und für den die Betreuung durch ambulante Dienste nicht mehr ausreichend ist. Für die meisten
dieser Einrichtungen gewährt die Stadt Wien unter bestimmten Einkommensvoraussetzungen einen Kostenzuschuss. Dieser Antrag ist beim Fonds
Soziales Wien zu stellen.

Geriatriezentren (g)
Der Wiener Krankenanstaltenverbund unterhält (Stand 2004) im Stadtgebiet von Wien acht Geriatrie-zentren (GZ) und drei in Niederösterreich.
.Pflegebedürftige Menschen, bei denen der Pflege- und Betreuungsbedarf in einem so hohen Ausmaß erforderlich ist, dass eine Betreuung zu Hause
nicht mehr möglich ist, werden in diesen Einrichtungen kompetent gepflegt, medizinisch behandelt und in ihrer Individualität geachtet und gefördert.
Gerontologische Betreuung alter Menschen umfasst neben fachärztlicher Betreuung und umfangreichem physio- sowie ergotherapeutischen Angebot
gezieltes Mobilitätstraining, ernährungsmedizinische Beratung und geriatrisches Assessment.. (http://www.wienkav.at/kav/texte) Die Voraussetzung für
die Aufnahme in einem Geriatriezentrum sind das Einverständnis der pflegebedürftigen Person, der Bezug von Pflegegeld in der Stufe 3, die
österreichische Staatsbürgerschaft oder Gleichstellung und die Meldung des Hauptwohnsitzes in Wien. Anträge zur Aufnahme in ein Geriatriezentrum
sind beim Fonds Soziales Wien zu stellen. In allen Geriatriezentren besteht auch die Möglichkeit eines vorübergehenden Aufenthaltes, entweder in Form
der auf fünf Wochen beschränkten Urlaubsbetreuung (z.B. während des Urlaubs pflegender Familienangehöriger), oder in Form der auf insgesamt drei
Monate beschränkten Kurzzeitpflege (z.B. nach einem Spitalsaufenthalt).

Seniorenunterbringung im Wohnungslosenbereich
In den Pflegeheimen und geriatrischen Zentren sind auch sehr viele KlientInnen mit sozialer Indikation (u.a. Wohnungslose) untergebracht. Derzeit findet
im Bereich der Wohnungslosehilfe eine Reform mit dem Ziel der Reintegration der Wohnungslosen statt, das durch ein entsprechendes therapeuthisches
Angebot erreicht werden soll. Eine Erreichung dieses Zieles ist jedoch nicht in allen Fällen möglich, weshalb auch in Zukunft stationäre Einrichtungen
erforderlich sein werden.

Derzeit ist vom Fonds soziales Wien eine Erweiterung des Modells der Seniorenwohnhäuser, die pro Haus über 40 bis 60 Plätze verfügen, um weitere 700
Plätze geplant.
a vgl. u.a. Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen 2000; Feuerstein 2004; Magistrat der Stadt Wien (MA15) 1997; Reinprecht, 2005a
b Dipl. Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, Dipl. SozialarbeiterInnen, Dipl. Ergotherapeutinnen und Seniorenberaterinnen bieten Beratung und
Service zu den Themen .Organisation ambulanter Gesundheits- und Krankenpflege und Sozialer Dienste., .Durchführung medizinischer Haus-
krankenpflege., .Unterstützung bei der Betreuung Pflegebedürftiger., .Reaktivierung nach langer Pflege., .Beratung und Service in städtischen
Krankenanstalten und Geriatriezentren. und .Qualitätssicherung der erbrachten Leistungen..
c vgl. u.a. Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen 2000; Feuerstein 2004; Magistrat der Stadt Wien (MA15) 1997

d vgl. u.a. Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen 2000; Feuerstein 2004; Magistrat der Stadt Wien (MA15) 1997)

e vgl. u.a. Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen 2000; Feuerstein 2004; Ludwig/Tutschek 2004; Magistrat der Stadt Wien (MA15)

1997; Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien 1992
f vgl. u.a. Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen 2000; Feuerstein 2004; Magistrat der Stadt Wien (MA15) 1997

g vgl. u.a. Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen 2000; Feuerstein 2004; Magistrat der Stadt Wien (MA15) 1997

4a Der Begriff .Region. wird in der Stadtplanung und in der Gesundheits- und Sozialplanung in verschiedenen Bedeutungen verwendet. Regionale

Konzepte in der Gesundheits- und Sozialplanung bedeuten eine Planung auf einer kleinräumigen Ebene. In der Stadtplanung hingegen bezeichnet der
Begriff Region die Stadt-Umland-Beziehung.
5 NUTS (Nomenclature des unités territoriales statistiques., auf Deutsch: Systematik der Gebietseinheiten für die Statistik). Wien wird in drei

NUTS-Regionen unterteilt: Region Mitte-Südost: 1.-11.Bezirk und 20.Bezirk; Region West: 12.-19.Bezirk und 23.Bezirk; Region Ost: 21. und 22. Bezirk.
(STEP 05: 83)
6 Vgl. dazu auch das .Strategiekonzept für die Betreuung älterer Menschen. Lebenswertes Alter in Wien. Aktiv und selbstbestimmt.. (Gemeinderätliche

Geriatriekomission)
7 Bei der folgenden Aufstellung handelt es sich keineswegs um einen erschöpfenden Überblick über bestehende Modelle, sondern um Beispiele die im

Hinblick auf die im Kapitel 3.2 angeschnittene Problematiken besonders interessant erscheinen.
8 Vgl. dazu die Dokumentation von Leichsenring / Strümpel, 1998:10

9 Vgl dazu: Gottschalk, 2000, Denmark

10 .Krankenwohnungen. können entweder als wirtschaftlich unabhängige Einheiten errichtet werden, die weder in einem wirtschaftlichen noch in einem

personellen Zusammenhang mit anderen Institutionen stehen, oder sie können räumlich und/oder organisatorisch mit einer übergeordneten Institution
verbunden sein. Die Größe und räumliche Organisation der Einrichtungen orientiert sich am Einzugsgebiet und daran, ob sie im Bestand oder in einem
Neubau errichtet wird. Die Größe einer .Krankenwohnung. kann zwischen 170m² und 400m² liegen. Das Raumprogramm variiert, umfasst aber in jedem
Fall Einzel- und Doppelzimmer - die u.U. durch flexible Trennwände auch in Einzelzimmer verwandelt werden können - mit den dazugehörigen
Nasszellen, ein barrierefrei gestaltetes Bad, eine Küche, einen Wohnraum und einen Personalaufenthaltsraum mit entsprechenden Nebenräumen.
In allen Einrichtungen umfasst das Angebot Grund- und Behandlungspflege, Maßnahmen zur Alltagsrehabilitation und Ergotherapie, die durch weitere
Angebote ergänzt werden können. Die KlientInnen werden von geschulten Krankenschwestern/-pflegern, .pflegerInnen und SozialarbeiterInnen betreut,
die dem Bedarf entsprechend von einer Köchin / einem Koch und von PraktikantInnen unterstützt werden und eine 24-stündige Betreuung gewährleisten.
Krankenwohnungen wenden sich an unterstützungsbedürftige Menschen jeden Alters, werden in der Praxis aber überwiegend von Menschen in der
Altersgruppe 70+ genutzt. (vgl. Kliemke 1989; Kliemke 1997; Kliemke, u.a. 1993)
11 Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, 1998




„Menschen stolpern nicht über Berge sondern über Maulwurfshügel.“ Konfuzius


2.3 ÖFFENTLICHER RAUM ERREICHBARKEIT
Die Stadtplanung ist u.a. für die Erreichbarkeit von Einrichtungen, von Freiräumen etc., zuständig. Weiters
sucht sie die Mobilität der Bewohner, insbesondere die der älteren Menschen zu unterstützen. Dies
bedeutet vor allem die Stützung öffentlicher Verkehrsmittel und die Einführung von Maßnahmen, die zu
einer Reduzierung des Individualverkehrs (IV) führen, der besonders im Alter mit einem erhöhten
Unfallrisiko verbunden ist. .Senioren sind zur Sicherstellung ihrer Mobilität stark auf öffentliche
Verkehrsmittel, das Rad und das Gehen angewiesen. Und nur die eigenen Beine und der Öffentliche
Verkehr garantieren alten Menschen selbstständige Mobilität auch im hohen Alter.. (www.vcoe.at)

2.3.1 Aktuelle Situation in Wien
Der STEP 05 definiert Mobilität als Erreichbarkeit von Standorten, um den Austausch von Gütern,
Dienstleistungen und sozialen Kontakten sicherzustellen und auszubauen. Um die Erreichbarkeit zu
erhöhen und unnötige Verkehrswege zu vermeiden, soll die Stadt der kurzen Wege entwickelt, der
Umweltverbund forciert und der motorisierte Individualverkehr reduziert werden. 1
Für die Studie wurde der Begriff der Mobilität erweitert und bezieht neben der verkehrstechnischen
Erreichbarkeit (ÖV und IV) auch die Beweglichkeit des Individiums, die Wohnmobilität, mit ein.
In Wien setzt sich das Verkehrsaufkommen aus jeweils etwa einem Drittel langsamer Verkehr (34% LV),
motorisierter Individualverkehr (34% MIV) und öffentlicher Verkehr (32% ÖV) zusammen. Im öster-
reichischen Durchschnitt liegt die Verteilung bei 33% LV, 51% MIV und 17% ÖV 2. Das liegt am kompakten
Stadtgebiet, in dem Alltagswege vielfach zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt, aber auch eine
flächendeckende Versorgung mit Verkehrsmitteln des öffentlichen Verkehrs sichergestellt werden können.
Der motorisierte Individualverkehr konnte in den letzten Jahren, auch auf Grund der
Parkraumbewirtschaftung, ebenfalls reduziert werden. .Busse und Bahnen gehören, ebenso wie das
Fahrrad, zu den Gewinnern der Parkraumbewirtschaftung. Sie werden speziell für den Weg zur Arbeit
verstärkt benützt. In Wien sind 25 % der Besucher und Beschäftigten, die vorher ihr Auto im öffentlichen
Straßenraum abgestellt hatten, auf Busse und Bahnen umgestiegen..3
Die Verkehrsmittelwahl ist auch vom Alter des/der VerkehrsteilnehmerIn abhängig. Da es für Wien keine
Daten über die Verkehrsmittelwahl nach Altersgruppen gibt, werden gesamtösterreichische Zahlen
angegeben. In Österreich fahren 1995 in der Altersgruppe der 56- bis 65-Jährigen noch etwa 38% selbst mit
dem Auto, 11% fahren mit, in der Altersgruppe der 66-Jährigen und Älteren sind nur noch 17,5%
AutolenkerInnen und knapp 10% MitfahrerInnen. Die Benützung des Fahrrades nimmt in den o.g.
Altersgruppen kaum, die des öffentlichen Verkehrs erst bei den Älteren leicht zu. Die meisten Wege werden
statt mit dem Auto zu Fuß zurückgelegt, von den 56- bis 65-Jährigen zu 34%, von den 65-Jährigen und
Älteren zu 52%.4
.Auch für ältere Menschen ist die eigene Mobilität ein entscheidendes Element für die individuelle
Lebensqualität. Der Grad der Mobilität ist im wesentlichen von folgenden Punkten abhängig:
. dem jeweiligen individuellen Gesundheitszustand
. dem Angebot und der Nutzerfreundlichkeit der Verkehrs-
 infrastruktur sowie
. dem Sicherheitsgefühl älterer Menschen..5
Öffentlicher Verkehr (ÖV)
Die Stadt Wien verfügt über ein sehr gutes, dicht gewebtes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln 6. Vor allem
im Kernbereich liegt ein dichtes Netz unterschiedlicher Linien mit kurzen Abfahrts-Intervallen vor.7 Das
bewirkt, dass der motorisierte Individualverkehr in Wien im Vergleich zu anderen österreichischen Städten
und Regionen geringer ist. .Die U-Bahn ist das mit Abstand beliebteste und - bei der Fahrgastentwicklung -
erfolgreichste innerstädtische Verkehrsmittel. Wenn die U-Bahnverlängerungen der dritten Ausbauphase
(U1-Nord, U2-Aspern) 2009 in Betrieb gehen, umfasst das Wiener U-Bahn-Netz rund 75 km und rund 100
Stationen. Bei den Linienverlängerungen und Netzerweiterungen haben jene Streckenabschnitte Priorität,
die (..) wesentlich zur Modal-Split-Verbesserung, vor allem der Nicht-WienerInnen beitragen..8
Der Masterplan Verkehr Wien 2003 sieht auch die Verbesserung der Straßenbahn- und Buslinien durch
Linienverlängerungen und .ergänzungen, sowie durch Beschleunigung aufgrund von Vorrang- regelungen
und Bereitstellung eigener Gleiskörper vor. Daneben soll der Fahrgastkomfort ausgebaut werden. 9 Um die
Leistbarkeit des öffentlichen Verkehrs zu gewährleisten, werden SeniorInnen von den Wiener Linien
besondere Bedingungen eingeräumt. 10
Die städtische Umwelt muss auf unterschiedliche Geschwindigkeiten abgestimmt sein.

Langsamer Individualverkehr
Der langsame Individualverkehr (LV) umfasst FußgängerInnen und RadfahrerInnen.
FußgängerInnen. Gehen betrifft alle. Die Füße bringen uns ans Ziel, zu Bus und Bahn, zum Fahrrad oder
Auto. 30 Prozent unserer Wege gehen wir ausschließlich zu Fuß. .Wege entstehen dadurch, dass man sie
geht., stellte schon Franz Kafka fest. Während aber im Jahr 1985 im Durchschnitt noch 0,8 Kilometer am
Tag zu Fuß zurückgelegt wurden, sind es heute nur noch 0,5 Kilometer pro Tag. Regelmäßiges Gehen
senkt jedoch das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und einige Krebserkrankungen wie Brust-
und Dickdarmkrebs. Immer mehr Ärzte verschreiben als Therapie schlicht und einfach Gehen.
Im kleinteiligen Wohnumfeld ist der langsame Verkehr zu fördern, um die Kommunikation zwischen den
TeilnehmerInnen am öffentlichen Leben zu ermöglichen. Um die Erledigung von Alltagswegen und
.geschäften im LV zu ermöglichen, ist zu prüfen, wie eine kleinteilige, differenzierte Zusammensetzung von
Waren- und Dienstleistungsangeboten gefördert und Leerstände verhindert werden können, damit die
innerstädtischen Einkaufsbereiche gegenüber den verkehrserregenden Einkaufszentren in der Peripherie
konkurrenzfähig bleiben.
.Die Dominanz bestimmter Fortbewegungsmittel bei Frauen ist sehr klar nach Stadtgebieten verteilt. Fast im
gesamten dichtbebauten Gebiet kaufen Frauen mehrheitlich (zu über 50 %) zu Fuß ein. 11,
 außerhalb sinkt der Anteil von 45 % bis auf 12 %, deutlich unter den Durchschnittswert. 60 % aller Fußwege
werden von Frauen zurückgelegt, nur 40 % von Männern.12
Der Anteil der Wege, die zu Fuß zurückgelegt werden, steigt mit zunehmendem Alter (vergleiche Abb. 3),
deshalb sind gehbare Wege und eine Verkehrsorganisation, die dem Gehen ausreichend Raum und
Vorrang gibt, vor allem für alte Menschen eine wichtige Umfeldqualität. .Mit zunehmendem Alter werden alle
Aktivitäten verstärkt möglichst in fußläufiger Entfernung durchgeführt, die Mobilität sinkt und die
Wohnumgebung gewinnt an Bedeutung. (...) Sowohl bei Fußgängerinnen als auch bei Benutzerinnen der
öffentlichen Verkehrsmittel sind bei fast allen Tätigkeiten die Anteile unter der Gruppe der .alleinlebenden
Frauen ab 60 Jahren. am größten..13
Gehbare Wege sind ein entscheidendes Kriterium für die Lebensqualität. Der VCÖ stellt die dafür
notwendigen Voraussetzungen wie folgt zusammen:
.Attraktives Gehen braucht vor allem kurze, sichere und komfortable Wege. Sicher sind Wege dann, wenn
die Geschwindigkeiten des Kfz-Verkehrs vermindert werden. Komfortabel wird Gehen in erster Linie, wenn
ausreichender Platz zum Gehen vorhanden ist, wenig Hindernisse auf dem Weg überwunden werden
müssen und bequeme und sichere Querungsmöglichkeiten vorhanden sind.
. Lückenloses Netz von Gehwegen und Gehsteigen
. Gehsteige mind. 2,5 m breit und frei von Hindernissen wie Verkehrszeichen, Poller, Fahrzeugen etc.
. Fußgängerzonen, Mischzonen (.Wohnstraßen., .Flanierzonen.), Tempo 30
. kurze Wege zu Geschäften, Bus- und Bahn, Ämtern und Arbeitsstätten.. (www.vcoe.at)13a
Dabei ist zu berücksichtigen, dass ältere Menschen und Menschen, die mobilitätsbehindert sind, mehr
Bewegungsraum brauchen. Das reicht von einem größeren Abstand von der Gehsteigkante, um sich sicher
zu fühlen, bis zum Raumbedarf für Gehhilfen und Rollstühle.

Radverkehr. .Der Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehrsaufkommen in Wien schwankt in den letzten
Jahren zwischen 3 und 4,5%. Verkehrszählungen zeigen aber, dass sich das Fahrrad vom reinen Freizeit-
und Sportgerät hin zum Verkehrsmittel für den Alltag entwickelt hat. Es ist geplant, den Radverkehrsanteil
möglichst rasch in den nächsten Jahren auf 8% zu erhöhen..14
Während ältere, radfahrende Personen in ländlichen Gebieten zum Alltagsbild gehören, sieht man diese in
Wien eher selten, gelegentlich in den Randbereichen der Stadt oder auf den Naherholungsstrecken von
Prater, Donauinsel und Lobau. Zahlen für Wien liegen leider nicht vor. Es wird vermutet, dass die
Benützung des Fahrrads auf Lebensgewohnheiten zurückzuführen ist, es also von älteren Menschen dann
benützt wird, wenn sie bereits in jüngeren Jahren Rad gefahren sind. Längerfristig kann daher ein Anstieg
der Fahrradnutzung auch bei Älteren in Wien erwartet werden.
Bundesweit lag 1995 der Anteil der RadfahrerInnen am gesamten Verkehrsaufkommen in Österreich bei
5%, wobei der Wert für Wien mit 1% sehr niedrig liegt.14 Nach Erwerbs- und Berufstätigkeit gegliedert
                                                                           a

stellen in Österreich die .im Haushalt Tätigen. und .teilweise Berufstätigen. mit 8% die größte -, die .voll
Berufstätigen. und .sonstigen nicht Berufstätigen. mit 4% die kleinste Gruppe. PensionistInnen sind mit
durchschnittlich 6% noch stark vertreten.15 (Vergleiche dazu auch Abb.2, Modal Split nach Altersgruppen)
Ob bei gewohnheitsmäßigen RadfahrerInnen im Alter eine erhöhte Verletzungsgefahr durch Sturz oder ein
erhöhtes Risiko im Straßenverkehr besteht, müsste untersucht werden.

Motorisierter Individual- Verkehr (MIV)
Der Masterplan Verkehr Wien 2003 sieht als Ziel die Verminderung des Motorisierten Individualverkehrs
(MIV) auf 25% aller Wege vor. In Wien ist der Motorisierungsgrad deutlich geringer als in anderen Städten
und Gemeinden Österreichs und auch die Nutzung des PKW für alltägliche Wege nimmt ab, je näher die
Wohnung zum Stadtzentrum liegt.16 Allerdings ist ein Zuwachs der PKW-Nutzung für Einkaufsfahrten zu
verzeichnen (vergleiche Abb.4). Der Motorisierungsgrad in Österreich liegt im Jahr 1999 bei 496 PKW +
Kombi pro 1000 EinwohnerInnen, in Wien bei 393 PKW + Kombi pro 1000 EinwohnenInnen17, d.h. das
weniger als die Hälfte aller Personen überhaupt ein Auto zur Verfügung haben.
Auch bei der PKW-Nutzung durch ältere Personen ist zukünftig mit einem Zuwachs zu rechnen. Viele der
heute Alten haben keinen Führerschein oder PKW zur Verfügung. Der Anteil der Personen mit Führerschein
und /oder PKW-Besitz ist bei den heute 30 oder 40 Jährigen deutlich höher. (.Während heute nur ein Drittel
der 60-Jährigen und Älteren einen Führerschein besitzt, sind es bei den heute 30-Jährigen 87%..18)
Abb. 3:
Geschlechtsspezifische Verkehrsmittelwahl beim Einkaufen, Vergleich 1995/2003 (Werte in Prozent der Befragten in Haushalten mit PKW)
aus: Moser, et al (SRZ), 2005b


Männer Frauen
Verkehrsmittel 1995 2003 1995 2003
Auto 48 51 30 42
Öffentliches Verkehrsmittel 12 17 20 25
Zu Fuß 38 27 48 28
Sonstiges 2 5 3 6
Gesamt 100 100 100 100
Eine Änderung der Gewohnheit der Verkehrsmittelwahl PKW im Alter ist nicht zu erwarten. Eine Abgabe
des Führerscheins, wie das im Zusammenhang mit der regelmäßigen Überprüfung der Verkehrstüchtigkeit
diskutiert wird, würde für gewohnheitsmäßige PKW-NutzerInnen eine deutliche Verschlechterung ihrer
Lebensqualität bedeuten. Es sind daher Maßnahmen zu treffen, die bereits bei jungen
VerkehrsteilnehmerInnen die Nutzung von öffentlichem und langsamen Verkehr im Stadtgebiet fördern und
selbstverständlich werden lassen.
Unbestritten ist, dass die körperliche Leistungsfähigkeit mit dem Alter abnimmt. Gleichzeitig werden mit
steigender Verkehrsdichte die Verkehrssituationen immer komplexer. Ältere Menschen fühlen sich dadurch
häufig überfordert und unsicher. .Um trotzdem weiterhin mit dem eigenen PKW am Straßenverkehr
teilnehmen zu können, passen sie sich dem Verkehr an, indem sie ihren Leistungsrückgang durch Meiden
der Hauptverkehrszeiten und defensives, langsameres Fahren sowie kürzere Strecken
kompensieren..(Stadt Essen, 1995b:54)
Trotz Kompensation ist das Unfallrisiko von älteren Menschen bei gleicher Kilometerleistung im Vergleich
zu Jüngeren höher, die Unfallfolgen sind schwerwiegender. Um diesem Problem zu begegnen, werden z.T.
von Autofahrervereinigungen spezielle Trainings für Ältere angeboten, es werden Überprüfungen der
Fahrtauglichkeit bis hin zur Führerscheinabgabe diskutiert.
.Als zentrales Problem ist anzusehen, dass die Entwicklungslogik des motorisierten Individualverkehrs viele
ältere Menschen in ihrer Mobilität nicht fördert sondern hindert, und dass außer ihnen keiner anderen
Gruppe generell angesonnen wird, ihre Mobilität einzuschränken (Führerscheinabgabe). Im Rahmen von
Verkehrsstrukturen, die allesamt auf Fortbewegung durch das KfZ zugeschnitten sind, bedeuten diese
Verhältnisse bestenfalls Minderung der Lebensqualität, schlechtesten Falls den Verlust der
Selbstständigkeit. (Amann, 2000:596).

Verkehrssicherheit
Ältere Menschen sind in besonderem Ausmaß auf fußläufige Strukturen angewiesen, aber die Ausrichtung
der Planung auf die Anforderungen des Verkehrs, das zunehmende Verkehrsaufkommen und die
Geschwindigkeit machen sie zu einer besonders gefährdeten Gruppe. Ältere Menschen brauchen eine
längere Orientierungszeit19, bevor sie z.B. eine Straße überqueren können, sie kommen langsamer
vorwärts, auch geringe Höhenunterschiede wirken als Barriere. Für Behinderte und Personen mit
eingeschränkter Beweglichkeit können auch Gehsteigkanten (Stolperstufe) bereits eine große Belastung
darstellen. Sie sind doppelt gefährdet:
. direkt durch den Autoverkehr,
. durch Stürze.
Erhöhtes Risiko, Angst vor Unfällen und das Stresserlebnis im Verkehr nehmen älteren Menschen den Mut,
führen zu Selbstbeschränkung und behindern damit ihre Mobilität.20 Im .Jahr 1985 war jeder zweite tote
Fußgänger über 65, eine Quote, die sich bis heute kaum geändert hat.. (Amann, 2000c:596) Das bedeutet,
daß alle Maßnahmen, die das Leben für Fußgänger und Radfahrer tatsächlich erleichtern, in besonderem
Maße auch den Älteren zugute kommen.
Der VCÖ fordert für eine altengerechte Verkehrsplanung21:
. ausreichend Raum für FußgängerInnen
. durchgezogene Gehsteige
. Aufpflasterungen
. vermeiden von unnötigen Höhenunterschieden, insbesondere
 Unter- oder Überführungen
. kurze Wege
. übersichtliche Orientierungspunkte (vorgezogene Gehsteige)
 und
. ausreichend lange Ampelzeiten.
Unsicherheit im Straßenverkehr rührt her von Einschränkungen der Beweglichkeit und der Sinne, vor allen
Hören und Sehen. Darum ist neben der Bereitstellung von ausreichend Bewegungsraum und Bar-
rierefreiheit auch auf klare Gestaltung (Übersicht), gute Sichtverhältnisse (Beleuchtung) und einfache
Orientierung zu achten. .Klare Strukturen dienen nicht nur der hindernisfreien und ökonomischen
(= kraftsparenden und bequemeren) Benutzbarkeit, sondern sind auch entscheidend für die Orientierung
(Lesbarkeit, Sicherheitsbedürfnis, Ruhebedürfnis)..(Drexel,et.al, 1991:111) Die Mobilität von Personen ist
auch vom Zutrauen, dass Wege zu bewältigen sind, von der angstfreien Benutzbarkeit und damit von der
Möglichkeit abhängig, sich in einem Raum wohl zu fühlen. Die Strukturierung der Wege, ihre Unterteilung in
kurze, zu bewältigende Abschnitte durch das Angebot von Ruheplätzen ist als unterstützende Maßnahme
vorzusehen. .Verweilplätze sind nicht nur bequem (kurze Rast, Tasche abstellen), es werden auch
Entfernungen anders erlebt und dadurch Nutzungen erleichtert. Die Nutzbarkeit und die Orientierung
ermöglichen erst eine Identifikation, die wesentlich zum Wohlbefinden in einem Freiraum
beiträgt..(Drexel,et.al, 1991:111)
Mobilität / Wohnungswechsel .
Mobilität beschreibt die Bewegung von Menschen und Dingen in Räumen. (...) So wird Mobilität allgemein
als physische, psychische oder soziale .Beweglichkeit. definiert. Im Verkehrlichen Kontext wird der Begriff
Mobilität auf die Beweglichkeit des Menschen außer Haus zum Zwecke der Überwindung räumlicher
Distanzen eingeschränkt. Mobilität dient auch dazu, den Lebensraum optimal zu nutzen und zu erweitern.
Vielfach wird Mobilität auch als Bereitschaft und Fähigkeit definiert, räumliche Standortveränderungen
vornehmen zu wollen oder zu können.. (BMVIT (Hrsg.), 2002:85) Die gravierendste Veränderung der
Umgebung, die mit einer Neustrukturierung der gewohnten räumlichen und sozialen Umweltbedingungen
einhergeht, ist der Wohnungswechsel.
.Wohnen ist eine Lebensform und hat mit Selbstständigkeit zu tun. (..) Dem privaten Heim stehen
Gemeinschaftsunterkünfte mit Anstaltscharakter gegenüber. Obwohl nun mit 75 Jahren der Anteil der
Älteren in solchen Heimen deutlich zunimmt (...) ist es doch der überwiegenden Zahl der Älteren möglich, in
Privatwohnungen zu bleiben.. (Amann, 2000a:592) (siehe auch Kapitel 2.1 Serviceleistungen).
Die Großstadt Wien hat im Vergleich zu ländlichen Gebieten Potentiale, die älteren Menschen
entgegenkommen. So ist z.B. in weiten Bereichen eine gute Versorgungsdichte mit Artikeln des täglichen
Bedarfs, Fachhandel, Ärzten, Spitälern gegeben, die zu Fuß und/oder mit öffentlichen Verkehrmitteln (siehe
Kapitel 2.3) erreicht werden. Der VCÖ hat ermittelt, dass 93% der Senioren in Wien (1999) innerhalb einer
Gehdistanz von 15 Minuten ein Lebensmittelgeschäft, 89% eine Apotheke, 94% einen praktischen Arzt und
81% ein Postamt erreichen. 86% der Alten ist mit der eigenen Wohnung zufrieden.22
Diese Wohnzufriedenheit ist möglicherweise ein Spezifikum von Wien, denn eine Heidelberger Studie 23
zeigt ein gänzlich anderes Bild. Laut einer Befragung der Uni Heidelberg sind relativ viele alte Menschen
bereit und willig umzuziehen. Als Gründe dafür wurden vor allem bauliche und räumliche Aspekte genannt,
wie: .Ich wollte einen Balkon und eine schöne Aussicht haben..
.Wenn Verbesserungen stattfanden, so bezogen sich diese auf alle Bereiche, nämlich .Ausstattung. (z.B.
Modernität, Barrierefreiheit), .Anregung. (z.B. Wohnlage, Helligkeit), teilweise auch .Erreichbarkeit von
Ressourcen. (z.B. Nähe zum ÖPNV) und .Soziale Einbindung. (z.B. Nähe zu Kindern). Verschlechterungen
wurden selten berichtet. Weitere Auswertungen erbrachten, dass der Wohnstatus (Mieter, Eigentümer) und
die Haushaltsform relativ stabil blieben. Entgegen weit verbreiteter Vermutungen hat sich die Wohnfläche
der befragten Personen durch den Umzug im Durchschnitt nicht verkleinert.. (Oswald, 2000)
Obwohl in Wien kein genereller Wunsch nach einem Wohnungswechsel vorliegt, dürften sich viele ältere
Menschen mit ihren Möglichkeiten in der Zukunft beschäftigen. Von den Personen über 75 Jahre haben
20% der allein lebenden und 16% der in Partnerschaft lebenden Personen Interesse an betreuten
Wohnformen, und 2% der allein lebenden und 4% der in Partnerschaft lebenden Personen Interesse an
Mehrgenerationen-Wohnen.24

2.3.2 Konzepte / Projekte Programme
In einer Großstadt wie Wien . kompakte Grundform, gute Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln,
großflächige, stadtnahe Naherholungsgebiete - kann der motorisierte Individualverkehr als die wesentliche
Mobilitätsbeeinträchtigung für alte Menschen, aber auch für fast alle anderen Bevölkerungsgruppen
angesehen werden. Es kann daher nicht überraschen, dass sich Konzepte und Projekte zur verbesserten
Erreichbarkeit und Mobilität im Alter vor allem mit der Verringerung des MIV im Wohnumfeld und mit der
Erhöhung der Verkehrssicherheit befassen. Im Folgenden werden exemplarisch einige ausgesuchte
Projekte aus Wien, Österreich und Deutschland angeführt.

Reduktion des MIV
Die ausgewählten Projekte befassen sich unter verschiedenen Titeln mit der Verbesserung des
Wohnumfelds durch Förderung des langsamen und öffentlichen Verkehrs und Reduktion des motorisierten
Individualverkehrs. Vielfach wird der individuelle Verzicht auf einen eigenen PKW propagiert, die
Möglichkeit der Benutzung des Autos aber in Form von car-sharing-Systemen angeboten.
Autofreie Stadt. Unter dem Titel .Autofrei leben. haben Oscar und Ulrike Reutter Erhebungen in
westdeutschen Großstädten durchgeführt. Dabei stellt sich heraus, dass bereits 30-40% der Haushalte in
westdeutschen Städten ohne Auto leben. Unter den Gründen dafür finden sich neben der Überflüssigkeit
des Autos für die Alltagsbewältigung, der erhöhten Lebensqualität in Stadtbereichen ohne Auto und
Umweltschutzüberlegungen auch Altersgründe.25 In Deutschland gibt es bereits einige Wohnprojekte für
autofreies Leben, die neben der Lebensqualität im Wohnumfeld auch generationenübergreifendes Wohnen
und Altenwohnprojekte umfassen.26
In Österreich wurde das Thema Autofreiheit noch fast ausschließlich im Zusammenhang mit sanftem
Tourismus behandelt. Es gibt zwei realisierte Wohn-Projekte unter diesem Titel, die beide in Wien
angesiedelt sind. Die Autofreiheit beschränkt sich aufgrund der Größenordnung beider Projekte auf den
Bereich des Bauplatzes. Auswirkungen auf das Wohnumfeld oder das Quartier können daher nicht
abgeleitet werden. In beiden Projekten konnten durch den Verzicht auf PKW-Stellplätze
Gemeinschaftseinrichtungen verwirklicht wer-
den, die das Miteinander, das gegenseitige Kennenlernen, fördern. Zwar wurde der Fokus dabei nicht
dezidiert auf ältere Menschen ausgerichtet, aber in beiden Projekten finden sich Ansätze zu integrierenden
Wohnformen.
Siedlungsbezogene Mobilitätsangebote.27 Vor allem bei neuen autofreien oder umweltorientierten
Projekten (in Österreich und im Ausland) werden alternative Mobilitätsformen angedacht, oft in Form von
Car-Sharing-Angeboten. Andere überlegenswerte Möglichkeiten wären Transporthilfen
(Handwagensysteme und Lieferdienste), komfortable Fahrradabstellanlagen und Wartungsservice,
Fahrrad- und Zubehörverleih, Warendepots, Quartiersbusse oder das Mieterticket in Kooperation mit dem
Verkehrsverbund.
Reduktion des ruhenden IV . durch Sammelgaragen.28 Das Angebot von Sammelgaragen, die nicht im
Verband mit Wohnhäusern oder Wohnhausanlagen errichtet werden, vereint verschiedene Vorteile. Die
Gehentfernung zum PKW-Stellplatz kann auf die Entfernung zur Haltestelle des öffentlichen Verkehrs
abgestimmt und damit ein Umsteigen auf den ÖV angeregt werden. Der Standort z.B. am Rand eines
Wohngebietes erlaubt eine weitgehende Reduzierung des Kfz-Verkehrs im Wohngebiet und die Kosten für
den Stellplatz können, da sie aus der Errichtung der Wohnanlage ausgegliedert sind, den tatsächlichen
NutzerInnen zugeordnet werden. Wir vermuten zudem, dass die Errichtung einer größeren Sammelgarage
kostengünstiger ist als die Errichtung mehrerer kleiner.

Verkehrssicherheit
Auch im Bereich der Verkehrssicherheit wurden in Österreich schon einige Pilotprojekte durchgeführt (siehe
Projektübersicht folgende Seite).

1 STEP05, 2005:25
2 BMVIT (Hrsg.), 2002:98 (Modal Split nach Bundesländern 1995)
MODALSPLIT 55+:
Modal Split nach Altersklassen für die Altersgruppen (1995):
56-65 J
40,0% LV - 49,0% MIV - 11,0% ÖV.
über66 J
56,0% LV - 27,5% MIV - 16,5% ÖV.
Modal Split nach Erwerbs- und
Berufstätigkeit (1995):
Pensionisten
50,0% LV - 36,0% MIV - 15,0% ÖV
Auszug aus: BMVIT (Hrsg.), 2002: 99
3 BMVIT (Hrsg.), 2002: 63

4 vgl.: BMVIT (Hrsg.), 2002: 99

5 Stadt Essen, 1995/b: 53

6 .Von 1993 bis 1999 gelang es den Wiener Linien ihren Marktanteil von 29% auf 33% zu steigern. Damit rangiert Wien deutlich vor den anderen öster-

reichischen Landeshauptstädten - Linz 20%, Graz 16%, Innsbruck 15%, Salzburg 13% - und auch im europäischen Vergleich im Spitzenfeld. Gleichzeitig
ging der Pkw-Anteil von 40% auf 36% zurück. Damit ist das Ziel des Wiener Verkehrskonzeptes von 1993 - 35% Marktanteil im Jahr 2010 - in greifbare
Nähe gerückt.. (www.vcoe.at)
7 Die verschiedenen Linien verkehren in der Regel zwischen 5:00 und 0:30 Uhr und werden in den übrigen Zeiten auf wichtigen Strecken durch

Nachtbusse ergänzt. Mit der flächendeckenden Versorgung mit privaten Taxi-Unternehmen ist die öffentliche Mobilität an 24 Stunden am Tag
gewährleistet.
8 Stadt Wien (Hrsg.): Masterplan Verkehr Wien 2003 . öffentlicher Verkehr: Die Streckenabschnitte mit Priorität sind die U1-Süd in den Raum Rothneu-

siedl, U2-Nord in Richtung Flugfeld Aspern, U2-Verlängerung vom Karlsplatz über die Aspanggründe zum Arsenal und zum Frachtenbahnhof Südost,
U6-Nord nach Stammersdorf/Rendezvousberg
9 Stadt Wien (Hrsg.): Masterplan Verkehr Wien 2003 / öffentlicher Verkehr .Vorrang muss für Straßenbahnen und Busse auf der gesamten Linienlänge

erfolgen, besonders aber in jenen Stadtgebieten, die nicht durch hochrangige öffentliche Verkehrsmittel (S-Bahn, U-Bahn) erschlossen werden. Eigene
Gleiskörper bzw. Busspuren, beeinflussbare Verkehrslichtsignalanlagen und die schrittweise Umsetzung des rechnergestützten Betriebsleitsystems
sollen zu einer Erhöhung der Reisegeschwindigkeit führen. Die attraktive Gestaltung der Haltestellen (Beleuchtung, Witterungsschutz, Sitzgelegenheit
und Information) sowie der Einsatz zeitgemäßer Betriebsmittel (ULF) sollen den Fahrgastkomfort unterstützen. (..) Netz- und Erschließungsmängel sollen
durch Linienverlängerungen beseitigt werden..
10 Sie bieten Seniorinnen ab 60 Jahren und Senioren ab 65 Jahren um 50 bis 66 % vergünstigte Fahrscheine an.

11 Feigelfeld (SRZ), 1997a:25 (Auswertungen zur Verkehrsmittelwahl Älterer aus Daten der Befragung .Leben in Wien. 2003 siehe Moser et al, 2005b)

12 STEP05, 2005:65 (Abb. 20)

13 Feigelfeld (SRZ), 1997a:25

13a Im Masterplan Verkehr MPV 03 besteht die Forderung einer Nettogehsteigbreite von 2,0m

Abb:2 Modalsplit nach Altersgruppen.aus: VCÖ, 1999:20
14 STEP05, 2005:72

14a .Der Radverkehrsanteil beträgt derzeit rund 3% (Anteil an allen Wegen). Die Schwankungen im Jahresvergleich sind u.a. aufgrund der hohen Anteil von

.Freizeitradfahrern. und der nach wie vor geringen Tradition des Radverkehrs (z.B. unzureichende Ausrüstung bei Schlechtwetter) einem starken Wechsel
unterlegen.. (Nadler, 1994)
15 vgl.: BMVIT (Hrsg.), 2002:98 f
16 vergleiche: Moser, et al (SRZ), 2005b
17 BMVIT (Hrsg.), 2002:78

18 Flimm, 1995b:53 (in: Stadt Essen, Hrsg, 1995b)

19 vgl.: Planungsgrundlage Mensch: Wir Fußgänger, Behinderungen, Trennwirkung und Querungsverhalten. In: VCÖ, 1993:30f

20 FußgängerInnen sind mit 17% die zweitgrößte Gruppe der Verkehrstoten und liegen damit noch vor den MotorradfahrerInnen (10%) und den

RadfahrerInnen (6%). Bei der Zahl der Verletzten stellen FußgängerInnen 8% und RadfahrerInnen 10%. (aus: BMVIT, 2002:176)
Der Anteil an verletzten FußgängerInnen bei Verkehrsunfällen in Wien beträgt etwa 20%, bei getöteten Personen sogar ca. 60%. Neben Kindern und
Jugendlichen sind besonders SeniorInnen gefährdet. (vgl.: Planungsgrundlage Mensch: Wir Fußgänger, Bedürfnisse von Kindern, Senioren und
behinderten Menschen. In: VCÖ, 1993:33f)
21 vgl.: VCÖ, 1993

22 .81% der Alten in Wien leben in größeren Wohngebäuden oder Wohnanlagen leben. Nur 13% bewohnen Neubauten aus den Jahren nach 1970. 77%

der alten Menschen haben ihre Wohnung vor mehr als 20 Jahren bezogen. Mehr als die Hälfte der Alten lebt in Wohnungen mit maximal zwei
Wohnräumen. Im Durchschnitt steht den Alten in Wien eine Wohnfläche von 69 m2 zur Verfügung. . (VCÖ, 1999:12)
Diese Zufriedenheit zeigt sich auch in der .äußerst geringen Mobilitätsbereitschaft der älteren Ein- und Zweipersonenhaushalte..(SRZ, 1998:A-51)
Nur 0,5% der Partner- und 1,7% der Singleshaushalte über 60 Jahre in Wien haben 1998 aktuelle Umzugswünsche.
23 Befragt wurden 217 alten Menschen im mittleren Alter von 70,7 Jahren (62,2% Frauen, 37,8% Männer).

Als Grund für den Umzugswunsch nannten 48,7% der Befragten die Erhaltung der eigenen Selbstständigkeit, 51,3% die Verbesserung der
Lebensumstände und Umsetzung eigener Wünsche, betreffend:
43,1% bauliche und räumlichen Aspekte
24,1% die eigene Person (z.B. Gesundheit)
21,2% das soziale Umfeld (z.B. Nähe der Kinder)
11,6% gesellschaftliche Gründe (z.B. Eigenbedarf)
Oswald. 2000
24 IFES, 2003:9

Der STEP05 (2005:65) bezieht sich auf den Masterplan Verkehr Wien 2003, der neben aktuellem Zahlenmaterial auch Ziele vorgibt, u.a Ziele für die
Verkehrsmittelaufteilung der WienerInnen:
. Verminderung des Motorisierten Individualverkehrs auf 25% aller Wege
.Erhöhung des Radverkehrs möglichst rasch auf 8%
.Steigerung des Öffentlichen Verkehrs von 34% auf 40% sowie
.im stadtgrenzenüberschreitenden Verkehr Änderung der Verkehrsmittelaufteilung zwischen Öffentlichem Verkehr und Motorisiertem Individualverkehr
von 35% zu 65% auf 45% zu 55%.
25 Reutter / Reutter, 1996 (beschreibt das autofreie Leben in westdeutschen Großstädten am Ende des 20. Jahrhunderts und mache Vorschläge für die

Stadt- und Verkehrsplanung zur Förderung des autofreien Lebens in der Stadt. Dabei gehen sie auch auf die Einrichtung autofreier Stadtquartiere in
bestehenden innerstädtischen Wohngebieten ein).
26 Autofreie Stadt (1210 Wien; Floridsdorf Nordmanngasse 25 und 27) Neubau; Grundstück ~1,8 Hektar; 244 Wohnungen; Gemeinschaftseinrichtungen

(Sauna, Jugend- und Kinderhaus, Fahrradwerkstatt, Fitnessraum, etc.), Autoabstellplätze im Verhältnis 1:10 für den hauseigenen Car-Sharing-Betrieb
Grundsteinlegung 1997
Fertigstellung 1999
Sargfabrik & Miss Sargfabrik (1140 Wien) Sanierung/Bestand, 112 Wohnungen, Café, Kindergarten, diverse Gemeinschaftseinrichtungen
(Gästewohnung, Veranstaltungssaal, Mediensaal, Jugendraum, Badehaus etc.), reduzierte Stellplatzanzahl (Stellplatzschlüssel von 0,1), davon 3 für Car
Sharing.
Sargfabrik realisiert, bezogen und prämiert (Adolf-Loos-Architekturpreis) 1996, Miss Sargfabrik 2000.
weitere Infos: http://www.autofrei-wohnen.de
27 Vergleiche: http://www.wohnen-plus-mobilitaet.nrw.de/mob_service/index.html

28 .Ein Nebeneinander von autofreien und autobesitzenden Haushalten bietet der fakultative Ansatz des Stellplatzfreien Modells. Durch die konsequente

Trennung von Kfz-Stellplatzkosten und Wohnungsbaukosten wird die Nachweispflicht für Kfz-Stellplätze flexibel geregelt. Autofreie Haushalte sind von
der Stellplatzkaufpflicht befreit, alle übrigen Haushalte müssen einen Kfz-Stellplatz am Rand der Siedlungen in Sammelgaragen erwerben. Innerhalb der
Siedlung gibt es weder auf den Wohnungsbauparzellen noch in unmittelbarer Nähe zu den Häusern Kfz-Stellplätze. Schafft sich ein Haushalt zu einem
späteren Zeitpunkt ein Auto an, muss er nachträglich einen Kfz-Stellplatz in einer Sammelgarage erwerben. Unterstützt durch ein Parkraummanagement
(räumlich intelligente Anordnung und Mehrfachnutzung der erforderlichen Stellplätze) ermöglicht die Stellplatzreduzierung auch beim wahlfreien
Modellansatz neue Gestaltungsqualitäten für den öffentlichen und privaten (Straßen-) raum.. (aus:
http://www.wohnen-plus-mobilitaet.nrw.de/mob_service/index.html)
Verkehrssicherheit für ältere Menschen (a). Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) führt 2005 im Auftrag der Stadt Wien (MA 46) das Pilotprojekt
.Verkehrssicherheit für Ältere Menschen. durch. Das Pilotprojekt .Verkehrssicherheit für ältere Menschen., ist derzeit in Arbeit und soll im nächsten Jahr
ausgeweitet und in adaptierter Form weitergeführt werden.
Wichtig für den Aktionsradius und die Eigenständigkeit einer Person ist die Möglichkeit zur Bewältigung des Straßenverkehrs,d.h. Überquerung der
Straße, Erreichbarkeit von Zielen, tatsächliche Verkehrssicherheit, aber auch das persönliche Gefühl der Sicherheit und Bewältigbarkeit. .Wege selbst
zurücklegen zu können ist für die Eigenständigkeit und das Selbstwertgefühl einer Person ausschlaggebend. Wenn sich jemand die Bewältigung eines
Weges nicht mehr zutraut, muss er /sie zähneknirschend einen anderen Weg/eine andere Möglichkeit finden (z.B. Arzt im Haus aufsuchen).. (Gabi
Steinbach)
Projektbeschreibung. Neben Kindern stellen ältere Menschen eine der gefährdetsten Personengruppen im Verkehrsgeschehen dar. Dabei handelt es sich
allerdings bezüglich des Verkehrs- und Mobilitätsverhaltens um eine sehr heterogene Gruppe. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) führt 2005 im
Auftrag der Stadt Wien (MA46) das Pilotprojekt .Verkehrssicherheit für Ältere Menschen. durch. Die Grundlage bildet dabei der im November 2003
beschlossene Masterplan Verkehr Wien 2003.
An zehn ausgewählten Treffpunkten (Seniorenwohnhäuser oder .clubs) sollen Kleingruppen (10-20 Personen) gebildet werden, die mit einem
BetreuerInnen-Team allgemeine und konkrete Probleme der Verkehrssicherheit bearbeiten.
Das Projekt umfasst:
die Erfassung von besonderen Bedürfnissen älterer Menschen, das Herausfinden konkreter Problem- oder Gefahrenstellen durch eine Begehung der
unmittelbaren Umgebung (unter Einbeziehung von MA46 und Bezirk) und daraus folgend gegebenenfalls Festlegung von Verbesserungsmaßnahmen,
Beratung der älteren Menschen betreffend Verkehrsverhalten und .sicherheit, Evaluierung, Abschlussbericht.
Die Realisierung des Projekts erfolgt in mehreren Phasen Konzeption, Auswahl der Treffpunkte und Zusammenstellen der Gruppen, Umsetzung,
Evaluierung, Abschlussbericht, Angestrebte Ergebnisdaten.
Die Ergebnisdaten stellen nicht nur die Grundlage für die Projektevaluierung durch das KfV dar, sie sollen auch konkrete Verbesserungen ermöglichen
und für die Erstellung zukünftiger Richtlinien (z.B.: RVS) als Basisdaten dienen. Die Erfassung der Ergebnisdaten soll im Rahmen der Begehung und
Beratung durch persönliche Gespräche und anschließende Protokollierung entstehen.
Folgende allgemeine qualitative bzw. quantitative Daten sind interessant:
. Mobilitätsverhalten älterer Menschen klassifiziert nach Gruppen . z.B. mit/ohne Stock, Rollator u.ä. (Anzahl und Weite der täglichen Wege, Wegzweck,
Verkehrsmittel, allein/in Begleitung,...
. Allgemeine Anforderungen und Probleme (Gehgeschwindigkeit, Breitenbedarf, Hindernisse, Sichtweiten, Oberflächen, Einbauten,...)
. Konkrete Verbesserungsvorschläge (Umlaufzeiten bei VLSA, Sichthindernisse, hinderliche Einbauten, Oberflächenverbesserung,...) Lit
Generelle 30 km- Zone im Stadtgebiet. Die Einführung einer generellen Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h im gesamten Stadtgebiet würde die
Verkehrssicherheit deutlich anheben und zudem den Schilderwald im öffentlichen Raum reduzieren helfen. Um die Verkehrsabwicklung dennoch zu
gewährleisten, können bestimmte Routen ausgenommen werden, die den Verkehr bündeln. Die Anwendbarkeit des Grazer Modells auf Wien sollte
überprüft werden.
.44,1% Akzeptanz vor Einführung von Tempo 30, 77,3% zwei Jahre danach . so lautet das eindrucksvolle Ergebnis des Grazer Modellversuchs. Das
Grazer Geheimrezept: die erfolgreiche Realisierung eines Geschwindigkeitskonzepts . auf bauliche Maßnahmen wurde weitgehend verzichtet. Dabei
wurde das Straßennetz in Vorrangstraßen mit 50 km/h (ca. 23% des Straßennetzes, auf denen aber 75% des Verkehrs abgewickelt wurden) und in das
untergeordnete Netz mit einem Limit von 30 km/h unterteilt. Die Einführung des neuen Geschwindigkeitsmodells erfolgte am 1.9.1992 . .mit einem Schlag.
für das gesamte Stadtgebiet. Die Diskussion war daher anfangs entsprechend kontroversiell, in den Folgejahren kam es aber auf Druck der Bevölkerung
zu einer Ausweitung des Tempo-30-Netzes.. (Tempo 30 in Graz: http://www.wien.gv.at/forum/archive/24/1.html)
.Mobil sein - Mobil bleiben. (b) Ein Angebot des Clubs ÖAMTC soll älteren Verkehrsteilnehmern helfen, ihre Mobilität möglichst lange zu erhalten. Der
Club bietet Kurse für Personen ab 50 Jahren in drei Bundesländern an, in Niederösterreich, Burgenland und in Wien. Da Reaktionsvermögen, Re-
generationsfähigkeit, Sehvermögen und Selbstkritik im Alter abnehmen, werden Fahrtechnik- und Sicherheitstraining für die Generation 50 Plus
angeboten. Ziel für die TeilnehmerInnen an der Aktion .Mobil sein - Mobil bleiben. ist es, eventuelle Mankos wie verlangsamte Reaktion und geschwächtes
Sehvermögen zu erkennen und gegebenenfalls auszugleichen. Geboten werden umfassende Testmöglichkeiten, Infos und Tipps.

a   Gespräch mit Gabriele Steinbach, Koordinatorin für FußgängerInnen- und Jugendangelegenheiten der Stadt Wien, MA 46, am 21.11.2005
b   www.oeamtc.at


Gespräch einer Hausschnecke mit sich selbst

Soll i aus meim Haus raus?
Soll i aus meim Haus nit raus?
Einen Schritt raus?
Lieber nit raus?
Hausenitraus –
Hauseraus
Hausenitraus
Hausenaus
Rauserauserauserause ………..
(Die Schnecke verfängt sich in ihren eigenen Gedanken oder vielmehr diese gehen mit ihr
dermaßen durch, dass sie die weitere Entscheidung der Frage verschieben muss).
Christian Morgenstern

2.4 ÖFFENTLICHER RAUM GRÜN- UND FREIRAUM
Bewegung im Freien ist gerade für ältere StadtbewohnerInnen von einiger Bedeutung. Daher wird hier kurz,
ohne Vollständigkeit, umrissen, was die Stadt den Älteren an öffentlichen und nicht-öffentli chen
Freiräumen bietet, und wie damit umgegangen wird.
Es gibt zwar umfangreiche (und bildreiche) Literatur zum Wiener
Grün, auf die Funktion für das Alter wird jedoch selten speziell oder vertieft eingegangen. Daher wird
teilweise auch auf ausländische Quellen zurück gegriffen.
Öffentlicher Grün- und Freiraum umfasst Grünflächen, wie Parks und öffentliche Gärten unterschiedlicher
Größenordnung, und Aufenthalts- und Bewegungsflächen, wie Plätze, Fußgängerzonen, Gehsteige und
benutzbare Nischen im Straßenraum. Die Differenzierung erfahren die Grünflächen in Wien durch ihre
Widmung, die in Grünland, landwirtschaftliche Nutzung, einzelne Erholungsgebiete, so wie Schutzgebiete
unterscheidet. Die übrigen genannten Flächen fallen unter öffentliches Gut (evtl. Verkehrsflächen). Die
Nutzungen des öffentlichen Guts (z.B. als Fahrbahn, verkehrsberuhigte oder nicht befahrbare Bereiche)
wird durch gesonderte Regeln/Verordnungen festgelegt. Öffentliche Grün- und Freiräume sind also
einerseits durch Grünland-Widmungen ausgewiesene Flächen und andererseits Teile des öffentlichen
Guts.

2.4.1 Aktuelle Situation in Wien
Der STEP05 geht ausführlich auf die Bedeutung, den Bestand und die Qualität des Grünraums ein. Er
definiert ein Leitbild für die Grünräume der Stadtregion, die die Landschaftsräume der Stadtregion und die
Grün- und Freiräume im bebauten Stadtgebiet umfassen. Die Landschaftsräume prägen mit ihrem
unterschiedlichen Charakter Stadt und Umland und sind den WienerInnen wichtige Naherholungsgebiete.
Entsprechend sieht der STEP05 die Sicherung dieser Landschaftsräume, z. B. durch eine Begrenzung der
baulichen Entwicklung Wiens, vor, in den Handlungsfeldern hebt er besonders die Berücksichtigung der
typischen landschaftlichen Ausprägung und der naturräumlichen und ökologischen Qualitäten und
Potentiale hervor, und weist auf die Notwendigkeit der weiteren Aufwertung der Gebiete als
Naherholungsgebiete der WienerInnen hin.1
Die Grünflächen des bebauten Stadtgebietes umfassen .wichtige stadtteilgliedernde Grünzüge, historische
Parkanlagen, inklusive Gebäude, Parks (Stadtteilparks und wohngebietsbezogene Beserlparks),
wohnungsbezogene (halböffentliche / private) Grün- und Freiflächen, Sport und Spielflächen, große
Grünanlagen von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen (.Gesunde Gärten.), Plätze, Fußgängerzonen,
Straßenräume (breite Alleen), Gewässer, Friedhöfe und kleinräumig agrarisch genutzte Flächen..2
Der Grünraum ist wichtig für die Lebensqualität der WienerInnen, er dient der Erholung und Freizeit,
gewährleistet aber auch eine Verbesserung des Kleinklimas und ausreichend Luftzufuhr.
Grün- und Freiräume im bebauten Stadtgebiet müssen verschiedenste Nutzungen wie
Naherholungsfunktion, soziale, kulturelle, ökologische, Klima- und Orientierungsfunktionen ermöglichen.
Auch hier fordert der STEP05 eine Verbesserung der Erreichbarkeit und der Ausstattung sowie Ergänzung
der öffentlichen Flächen auch im privaten und halböffentlichen Bereich, vor allem in den dicht bebauten
Stadtgebieten, die mehr als 500m von übergeordneten Freiflächen entfernt sind. Dabei müssen
verschiedene Nutzungsmuster (Geschlecht, Alter) ebenso Berücksichtigung finden wie die breitere
Nutzbarmachung von Spezialräumen wie Friedhöfen.3
Verteilung von Grün- und Freiräumen im Stadtgebiet
Wie im STEP05 angesprochen, ist die Verteilung der Grün . und Freiräume in den einzelnen Wiener
Stadtbezirken sehr unterschiedlich,dabei sind vor allem die Bezirke zwischen Ring und Gürtel besonders
schlecht versorgt. Die Anteile Grünfläche an Gesamtfläche bewegen sich hier nur zwischen rd. 2% bis 13%.
Außerhalb des Gürtels und jenseits der Donau betragen sie ein Mehrfaches 4 Dabei ist zu berücksichtigen,
dass die Zahlen ein falsches Bild vermitteln, da unter Grünflächen5 auch Flächen einbezogen sind, die nicht
öffentlich zugänglich und die daher .nur. psychologisch (grünes Erscheinungsbild, Aussicht ins Grüne...)
und ökologisch (Luftverbesserung, -bewegung, Klima..) wirksam sind. Zum anderen sind Stadtplätze,
Fußgängerzonen u.ä. nicht eingerechnet, weil diese Flächen dem öffentlichem Gut zugerechnet werden.
Aber auch die nicht grünen Freiflächen haben in der Stadt große Bedeutung und wichtige Funktionen zu
erfüllen. .Als Ergänzung zu den Grünräumen können die .urbanen Freiräume., die Plätze und
Fußgängerzonen, aber auch der öffentliche Straßenraum gesehen werden, auch wenn letzterer heute fast
ausschließlich Funktionen für den motorisierten Verkehr erfüllt..6
.Das Straßennetz dient aber nicht nur der Erfüllung der verkehrlichen Funktionen, sondern ist auch
öffentlicher Raum für Aufenthalt und Begegnung (...) Daher sollen durch dauernde und temporäre
autoverkehrsfreie Zonen sowie großzügig dimensionierte Gehsteige erlebbare Qualitäten im öffentlichen
Straßenraum geschaffen werden..7
Schon im STEP 1994 wurden Bedarfszahlen festgelegt und in den STEP05 übernommen, die in den neuen
Stadterweiterungsgebieten .nach Maßgabe der Möglichkeiten. berücksichtigt werden sollten. Die
Formulierung zeigte an, dass es sich bei diesem Freiflächenbedarf um eine für StadtbewohnerInnen
erforderliche/ wünschenswerte Quantität handelt, die zwar in alten Stadtgebieten nicht erreicht wird, aber in
den neuen angestrebt werden sollte.8
An öffentlichen Freiflächen im Wohnumfeld sind somit 6,5 bis 8,5 m2/EW erforderlich/ wünschenswert.
Betrachtet man die Zahlen für Wien heute unter diesem Aspekt, müssen 7 der 23 Wiener Stadtbezirke
immer noch als unterversorgt angesehen werden. Bezieht man in diese Rechnung nur die Park-, Sport- und
Freizeitflächen ein, sind es sogar 9 der 23 Wiener Bezirke, die einen zum Teil extremen Mangel an Grün-
und Freiflächen aufweisen. Dazu zählen auch einige Stadterweiterungsgebiete. 9
Die Über- oder Unterschreitung von Bedarfszahlen lässt jedoch keine Abschätzung der Qualität des
Stadtraumes zu. Auflockernde Durchgrünung der Wohngebiete geht immer zu Lasten der Dichte, Dichte an
Nahversorgung, an Infrastruktur, an öffentlicher Verkehrsanbindung. Parks können den lebendigen
Stadtplatz nicht ersetzen und umgekehrt. Insbesondere für ältere, mehr standortbezogene Menschen ist
aber die dichte Versorgung mit Infrastruktur ebenso wichtig wie die Erreichbarkeit einer Grünfläche. (vgl.
Kap. 2.3 Erreichbarkeit und 2.5 Quartier)
In Wien soll die kompakte Stadtentwicklung mit deutlich abgesetzten Siedlungsgebieten fortgesetzt werden:
.Wie diese Beispiele zeigen, soll Wien in den nächsten Jahren den Weg einer kompakten baulichen
Entwicklung weiterverfolgen, der gemeinsam mit dem massiven Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel die
Voraussetzungen dafür schafft, (..) wertvolle Flächen an den Stadträndern für Erholung und Natur
freizuhalten und flächen- und energiesparende Bauweisen in den neuen Stadtteilen zu realisieren..10
Freiraumnutzung
Zur Freiraumnutzung der unterschiedlichen Altersgruppen in Wien gibt es keine aussagekräftigen Daten.
So wurde weder der Besuch von öffentlichen Freiräumen (quantitativ) noch die Nutzung (qualitativ) in einem
Umfang bearbeitet, der eine Ableitung von Aufenthaltsqualitäten, Nutzungswünschen oder notwendigen
Größenordnungen zuließe. Zum Teil wurden Teilaspekte bearbeitet, über alte Menschen als NutzerInnen
von Grün- und Freiräumen gibt es jedoch noch keine Daten.11
Darüber, warum Personen diese Räume nicht nutzen, oder wie groß der Anteil der Erwachsenen ist, die den
Park zu Ihrem eigenen Vergnügen, also nicht aufgrund von Betreuungsaufgaben, aufsuchen, gibt es
ebenfalls keine Aussagen. Aus der Befragung der NutzerInnen lässt sich leider auch nicht ableiten, was die
Erwachsenen dort tun oder tun wollen. Dies wäre vor allem in Hinblick auf die Bedürfnisse Älterer
interessant.
Dennoch ist eine nicht unerhebliche Anzahl alter Menschen in den öffentlichen Parks anzutreffen. Man sieht
sie dort gehen, stehen und vor allem sitzen, manchmal sind sie allein, manchmal mit anderen, sie schauen,
plaudern, lesen oder sitzen einfach nur so rum. Warum sie dort sind und was sie im Park vorzufinden hoffen,
wurde bisher noch nicht untersucht.
Traditionell wird Erwachsenen (älteren Menschen) im Park als Aufenthaltsort die Bank oder Sitzecke und
als Nutzung das Bedürfnis nach Ruhe oder der beschauliche Ausblick auf ein pflanzliches Arrangement
zugeordnet. Konflikte scheinen vorprogrammiert, wenn
die Nutzung auf engem Raum mit der den Kindern zugeordneten Nutzungskomponente Bewegung,
Ausgleich und Toben kombiniert wird. Auch die Verteidigung des zugestandenen Territoriums .Sitzbank.
gegen eine .Fremdnutzung. oder gegen das Vertragen erscheint aus diesem Blickwinkel zwangsläufig.
Andere Nutzungen, wie etwa das in China und Japan von verschiedenen Altersgruppen, v.a. auch den
Alten, im öffentlichen Raum praktizierte Turnen, Schattenboxen oder Rückwärtsgehen, ist bei uns noch
nicht üblich und würde zunächst wohl einiges Misstrauen oder Gelächter hervorrufen.
Auch MigrantInnen sind häufig in Parks anzutreffen. Vielfach wird dafür die beengte Wohnsituation oder die
aufgrund der Kinderanzahl und Familienstruktur vorgegebene Notwendigkeit der Kinderbeaufsichtigung
verantwortlich gemacht. Auch aus dem Heimatland mitgebrachte Verhaltensweisen und Gewohnheiten .
andere Klima-region, wo ein Teil des Lebens üblicherweise im Freien stattfindet, Herkunft aus ländlichen
Gebieten, also eine stärkere Bindung an Natur und natürliche Vorgänge bis hin zum Anbau für die
Versorgung der Familie . und eine oft niedrige soziale Stellung, die Urlaube, Landausflüge und ähnliches
unmöglich macht, werden als Gründe für die Freiraumnutzung angenommen. 12
Dieses Aufeinandertreffen von Nutzergruppen, die sich nicht nur durch das Durchschnittsalter, sondern
auch durch den ethnischen Hintergrund unterscheiden, kann zu Konflikten führen. Häufig werden dabei in
der Wahrnehmung altersbedingte Konflikte durch die Ethnie-Frage überlagert und verschleiert.13
Der öffentliche Grünraum wird oft in Verbindung mit Freizeit und Erholung gesehen, die definitionsgemäß
das Gegenstück zur Arbeit darstellen. .Durch den verdichteten Gebrauch der Stadt wird es mehr denn je
notwendig, gestaltete Freiräume zu entwickeln, die nicht nur die Natur in der Stadt sichern, sondern darüber
hinaus Erholungsflächen der Städter sind, für diese Entspannung und Reflexion bieten..14 Dadurch
erscheint es verständlich, dass Erwachsene, die einer Erwerbsarbeit nachgehen, eher selten oder vor allem
als Begleitpersonen anzutreffen sind. Die Behauptung, dass Grünräume nicht im alltäglichen
Nutzungsschema von Erwachsenen liegen, sondern von Kindern und Jugendlichen benutzt werden, dass
Erwachsene einen Grünraum/Park dann aufsuchen, wenn sie Kinder oder Jugendliche begleiten oder wenn
sie alt geworden sind, führt zu der Erkenntnis, dass der Lebenslauf eines Menschen hinsichtlich der
Parknutzung ein .Loch. aufweist. .Wer sind die Nutzer heute? Jene Altersgruppen, die soziale Kontakte
suchen, wie Jugendliche, junge Mütter, alte Menschen, es sind Ruhesuchende ebenso wie jene, die
Bewegung, Sport und Spiel brauchen..15
Spinnt man diesen Gedanken weiter, heißt dies aber, dass alte Menschen die Benützung von Parks zu
ihrem Vergnügen aus ihrer Zeit als Kinder/Jugendliche kennen. Für den alten Menschen sind der Park und
seine Nutzung unbekanntes Terrain, das erst neu erfahren werden muss. Vor allem für Frauen der heutigen
Alten-Generation war die Benützung von Parks/öffentlichem Raum an einschränkende Verhaltensmuster /
Moralvorstellungen gebunden oder ganz verpönt. .Für einige war es das erste Mal, einen Jausenkorb zu
packen und sich damit (mitten in der Stadt) ins Grüne zu setzen. Manches tut man eben, manches nicht . die
Wiese zu betreten zählt zu letzterem und Barrieren stecken auch oft in den Köpfen..16
Auch die Gestaltung von öffentlichen Grünräumen orientiert sich vor allem an den Bedürfnissen von Kindern
und Jugendlichen. Für Begleitpersonen werden Bänke zur Verfügung gestellt, die, abgerückt von den
Spielplätzen, auch als .Alten-Sitzplatz. definiert werden können.
Freiraumarten
Die städtischen Grün- und Freiräume können nach ihrer Zuordnung und hinsichtlich der
Zugänglichkeit/Eigentumsverhältnisse wie folgt unterschieden werden:

Öffentlicher Grün- und Freiraum Öffentlicher Grün- und Freiraum liegt in der Verwaltung und Pflege durch
die öffentliche Hand. Er ist öffentlich, also abgesehen von Öffnungszeiten ohne Zugangsbeschränkungen
zugänglich.

Übergeordneter Grünraum. Übergeordnete Grünräume sind vor allem aufgrund ihrer Größe und
landschaftlichen Besonderheit hervorzuheben. Sie sind für die gesamte Stadt von Bedeutung. Zu ihnen
zählen die großen am Stadtrand liegenden Parks (z.B. Pötzleinsdorfer Schlosspark) und
Naherholungsgebiete (z.B. Lobau, Donauinsel), die großen historischen Anlagen (z.B. Schönbrunner
Schlosspark), die großen Stadtparks (z.B. Kongresspark, Türkenschanzpark) Grünzüge und zum Teil die
Friedhöfe. Sie sind für größere Ausflüge, sportliche Betätigung im Freien und Naturerlebnis (Wechsel der
Jahreszeiten, Beobachten von Tieren) attraktiv.
Für die Nutzung durch ältere Personen ist gute Erreichbarkeit und das persönliche Sicherheitsgefühl
(Selbstvertrauen und Selbstzutrauen, Möglichkeiten der Unterstützung und Kompensation) aus-
schlaggebend. Um dieses zu ermöglichen sind folgende Merkmale zu erfüllen:
. Zentrale Haltepunkte des öffentlichen Verkehrs
. Orientierungsmöglichkeiten
. Ausreichende Dichte/belebte Einrichtungen, um bei Bedarf
 Hilfestellung zu bekommen
. Wahlmöglichkeit zwischen Wegen mit unterschiedlichen An-
 forderungen (u.a.Länge, Steigung, Aussicht, Erlebnispunkte)
Da sowohl die Anfahrt als auch der Aufenthalt auf eine größere Zeitspanne ausgerichtet sind, müssen
Grundbedürfnisse abgedeckt sein:
. Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten und WC-Anlagen
. Telefon, Notrufstellen
. Witterungsschutz für plötzlichen Wetterumschwung.
Friedhof. .Der Friedhof als Gefäß, als eine Leerform, die für Gemeinschaft steht, in der aber auch die
Individualität ihren Platz hat, als Ort, an dem die Stille und das Schweigen verstärkt und damit
weitergegeben werden..17 Der Friedhof ist Aufenthaltsort der Toten und daher ein ruhiger, beschaulicher Ort
der Trauer, des Gedenkens, der inneren Einkehr oder der spirituellen Auseinandersetzung. .Hier wird eine
Vorstellung angesprochen, die für das Abendland generell, unabhängig von religiösem Bekenntnis oder
Region, zu gelten scheint, nämlich die Vorstellung vom Toten, der schläft oder ruht.. 18
Die Nutzung des Friedhofs als städtischer Grünraum ist wenig untersucht. Eine Untersuchung aus
Deutschland, die Kerninhalt des Buches .Friedhofsgespräche. von Gerhard Schmied ist, und Ergebnisse
der Befragung von den NutzerInnen vier verschiedener Friedhöfe enthält, bestätigt ein Vorurteil: Von 43
intensiv befragten Personen (25 Frauen und 18 Männern) waren nur 3 jünger als 30 Jahre, 30 und damit
drei Viertel der Befragten waren älter als 50 Jahre. .Wieder soll keine Rede von Repräsentativität sein, aber
die Anteile entsprechen dem Eindruck, den man beim wiederholten Friedhofsbesuch gewinnt.. 19 Schmied
benennt fünf Typen von FriedhofsbesucherInnen nach Ihrer Einstellung und Vorstellung vom Friedhof, den
.Kontaktfreudigen. (am häufigsten genannt), gefolgt von dem .Pflichtbewussten., dem .Hingezogenen. und .
in der deutlichen Minderheit . dem .Erholungssuchenden. und dem .Furchtsamen. 20.
Für den .Kontaktfreudigen. ist der Friedhofsbesuch eine fest im Zeitplan verankerte Art der
Freizeitgestaltung, auf die er sich freut und bei der er Kontakte knüpft und pflegt. Der .Pflichtbewusste. sieht
den Friedhof eher pragmatisch. Da er die Grabpflege als seine Verpflichtung ansieht, ist der
Friedhofsbesuch ein Mittel zum Zweck. Dem .Hingezogenen. ist es wichtig, dem Verstorbenen am Friedhof
nahe zu sein, was ihn aber auch belastet. Für ihn ist die Grabpflege eine Möglichkeit, den Tod einer
geliebten Person zu verarbeiten, andere Friedhofsbesucher wirken eher störend. Der .Erholungssuchende.
besucht den Friedhof wegen der spezifischen Atmosphäre, er sucht Ruhe und Entspannung an diesem
friedlichen Ort. Für den .Furchtsamen. ist der Friedhof ein beklemmender Ort, an dem er sich nur solange
aufhält, wie es die Grabpflege erfordert, Erholung oder Entspannung findet er nicht.
Es wird vermutet, dass die Häufigkeit und Verteilung der Einstellungen abhängig ist von der Größe
(Anonymität), der Art des Friedhofs (Gräberfeld-, Waldfriedhof) und der Möglichkeit persönlich aktiv zu
werden (Grabpflege). Auch regionale Unterschiede und Religionszugehörigkeit spielen eine Rolle. So
haben jüdische Friedhöfe, die außer der Grabplatte kaum Schmuck aufweisen, eine ganz andere At-
mosphäre. Es besteht keine sichtbare Verpflichtung zur Grabpflege. In eine ähnliche Richtung gehen auch
die Wald- und Parkfriedhöfe, in denen sehr oft nur noch die Asche der Verstorbenen beigesetzt wird und
wenig auffällige Grabplatten den Verstorbenen ausweisen.
In Wien ist der Zentralfriedhof mit mehr als zwei Quadratkilometern Größe nicht nur der erste
interkonfessionelle Friedhof, sondern auch ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt mit Grabstellen
vieler berühmter Personen. Daneben gibt es 45 aktuell belegbare lokale Friedhöfe unterschiedlicher Größe.
Bereits 1923 wurden einige Friedhöfe zu innerstädtischen Parkanlagen umgestaltet und sind jetzt
vorwiegend Erholungsraum und Kulturstätte.21
Einige Friedhöfe oder Friedhofsbereiche werden verschiedenen Religionsgemeinschaften vorbehalten. So
wurde 2005 aufgrund der zunehmenden Zahl der Muslime in Wien in Liesing ein rein islamischer Friedhof
mit 300 Grabstellen errichtet. In Wien werden Sarggrabstellen und Urnengrabstellen angeboten, das
Nutzungsrecht für die Grabstelle wird für eine bestimmte Zeit vergeben und das Recht der Nutzung kann
weitergegeben werden. Die Grabstelle kann nicht erworben werden, bleibt also im Besitz der Stadt und wird
auf zehn Jahre gepachtet.
Vom Bearbeiterinnenteam wurden keine Untersuchungen zu Nutzerstruktur, Frequenz, Einzugsbereich
oder zu Zufriedenheit mit dem Angebot gefunden. Auch die Qualität der Erreichbarkeit für die vorwiegend
älteren NutzerInnen ist nicht dokumentiert.
Friedhöfe werden als wichtige, oft besuchte Orte von älteren Menschen angesehen, dafür werden folgende
Gründe angenommen. Alte Menschen setzen oft langjährige, innige Beziehungen zu Menschen über deren
Tod hinaus fort. .Auch über den Tod einer nahestehenden Person hinaus führen viele ältere Menschen
wichtige Beziehungen gedanklich fort, beispielsweise indem sie sich bei wichtigen Lebensfragen vor Augen
halten, wie die verstorbene Person wohl reagiert oder gehandelt hätte..22 Der Friedhof wird als der
Aufenthaltsort der Toten angesehen, dort kann er/sie besucht und mit ihm/ihr gesprochen werden. Die
Grabpflege kommt so einer Beziehungspflege gleich. .Vordergründig bezieht sich die Pflege auf das Grab;
letztlich bezieht sie sich wieder auf die, die .hinter dem Grab. stehen. Man hält das Haus des Verstorbenen
und seinen Garten in Ordnung und sorgt für Schmuck..23
Der Friedhof ist meist ein ruhiger, beschaulicher Grünraum, dieser Eindruck wird auch durch die
.Geschwindigkeit des Ortes. erzeugt. Der Ort selbst und die hier stattfindenden Handlungen sind ritualisiert.
In wiederkehrender Abfolge finden immer wieder die selben Handlungen und Ereignisse statt. Auch das
Naturerlebnis (Erleben der Jahreszeiten, Tiere) reiht sich in diese Abfolge ein. Davon kann eine
beruhigende, Sicherheit erzeugende Wirkung ausgehen. Es gibt keine Nutzungskonkurrenz.

Wohngebietsbezogene Grün- und Freiräume
Zu den Freiflächen, die dem Wohngebiet oder dem Stadtteil zugeordnet werden, gehören Grünflächen wie
Stadtteilparks, Beserlparks aber auch Plätze, Fußgängerzonen, Alleen oder Uferstreifen. Sie bieten
aufgrund ihrer meist geringeren Größe wenig Natur- oder Bewegungsraum. Andererseits sind sie besser,
auch kurzfristiger erreichbar und erleichtern Sozialkontakte. Die Wahrscheinlichkeit, bekannte Gesichter
aus dem Umfeld (Einkauf, Haltestellen, Straße) auch im Grätzelpark oder -platz zu treffen, ist relativ hoch.
Die Nutzungskonkurrenz stellt im Zusammenhang mit den innerstädtischen Freiräumen ein großes Problem
dar, da meist auf zu kleinen Flächen unterschiedlichste, sich zum Teil ausschließende Bedürfnisse
zusammenlaufen. Je nach Lage, Art des Wohngebietes und Größe der Freifläche kann die
Nutzungskonkurrenz sehr hoch sein. In Hinblick auf die Gestaltung sind im Großen und Ganzen dieselben
Kriterien ausschlaggebend, die im STEP05 für Grünräume der Stadtregion genannt werden und die hier zu
.übergeordneten Freiräumen aufgelistet werden.24
Für die .erholungssuchenden. NutzerInnen und für die Qualität der Freiraumausstattung des Quartiers ist
die Durchgängigkeit des Areals (mehrere Zugänge), die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln
sowie die nutzerfreundliche Ausstattung (Sitzgelegenheiten und WC-Anlagen, Telefone, Notrufstellen,
Witterungsschutz) von großer Bedeutung.
Eigenschaften und Möglichkeiten wohngebietszugeordneter Freiflächen sind:
. Fenster zur Öffentlichkeit, Kommunikation, Beobachtung
. Treffpunkt im bekannten Umfeld
. Kontaktaufnahme, Kommunikation mit anderen BewohnerInnen
. Gesundheit . Bewegung (abzustimmen auf Tagesverfassung,
 Therapien)
. Erlebbarkeit der Jahreszeiten
. Sinnlicher Anreiz durch Farben (Blüte, Laub), Gerüche,
 Geschmack (Nutzpflanzen)
Eigenschaften und Möglichkeiten von eingeschränkt öffentlichen und halböffentliche Freiflächen sind:
. Geschützte Nische bei eingeschränkter Nutzungskonkurrenz
. Sicherheit durch soziale Kontrolle
. Beschäftigung und Verantwortung
. Erweiterung des privaten Raums, Rückzug, Besuch, Gäste
Halböffentlicher/Teilöffentlicher Freiraum. Neben den besprochenen öffentlichen Freiräumen haben die
verschiedenen .halböffentlichen Freiräume. für Ältere einen Nutzen, da sie nur bestimmten Nutzergruppen
zugänglich sind. Diese den verschiedenen Institutionen oder Wohnanlagen zugeordnete Freiräume sind
meist Gärten und/oder Erschließungsflächen, die mit Platzsituationen ergänzt sein können. Gärten sind
Lebensräume und als solche müssen sie sich mit den Wünschen und Anforderungen der NutzerInnen ver-
ändern können. Dazu muss den NutzerInnen ein Handlungsraum zur Verfügung gestellt werden, der
entweder die selbstständige Verantwortlichkeit ermöglicht . die Freiheit zu entscheiden, zu verändern und
zu pflegen . oder ihnen die Möglichkeit zur Mitsprache, Mitbestimmung und Mitarbeit gibt. Um
Veränderungen und selbstbestimmte Handlungen zu ermöglichen, sind strukturelle Maßnahmen
notwendig, die zum einen eine räumliche Struktur . Zonierung und strukturelle Gliederung des Gartens,
insbesondere hinsichtlich der langfristigen Elemente (z.B. Bäume) - und zum anderen eine organisatorische
Struktur vorgeben . Verteilen der Verantwortlichkeit, Festlegen der Rahmenbedingungen.
Freiräume bei stationären und teilstationären Einrichtungen. In Wien sind viele Geriatrische
Tageszentren, Altenheime und Pflegeeinrichtungen mit Grünanlagen versehen, bzw. in große Grünräume
eingebettet (z.B. Geriatriezentrum am Wienerwald). Die Nutzungsmöglichkeiten dieser Grünräume reichen
vom Blick aus dem Fenster bis zu leicht erreichbaren Spaziermöglichkeiten, sofern die BewohnerInnen
noch mobil genug sind. Wie in sonstigen Grünflächen und Parks ist die ausreichende Ausstattung (Bänke
etc.) und Gestaltung (Sonnen-, Schattenbereiche etc.) wichtig. Auch den Bedürfnissen Älterer nach
Rückzugsmöglichkeiten und nach Teilnahme am sozialen Leben durch Beobachtung soll Rechnung
getragen werden (Orientierung zu Eingängen, öffentlich frequentierten Flächen).
Die Qualitäten und Möglichkeiten dieser Freiflächen sind neben den örtlichen Gegebenheiten auch stark
von der Organisation/Verwaltung dieser Einrichtungen abhängig, da die Einbeziehung der Älteren, die
Möglichkeit der aktiven Teilnahme an der Gartengestaltung, z.B. auch zu therapeutischen Zwecken, mit den
Möglichkeiten der Betreuung und dem Personalmanagement zusammenhängt.25
Gemeinschaftsflächen . Freiflächen in Wohnhausanlagen. Die breit angelaufene Sanierung von (vor
allem städtischen) Wohnhausanlagen legte und legt zwar den Schwerpunkt auf thermischen Sanierung und
Haus-/Wohnungsverbesserung (THEWOSAN), Maßnahmen zur Verbesserung der Grün- und
Hofgestaltung werden jedoch teilweise mit unternommen. Für das Thema .Ältere. ist das vor allem deswe-
gen bedeutsam, weil gerade in den (monostrukturell besiedelten) Anlagen der Altenanteil deutlich gestiegen
ist.26 Im Zuge von .Nachbesserung. ist hier ein sehr großes Feld an notwendigen und möglichen
. selbstbestimmte Gestaltung und Nutzung
. Beschäftigung mit Pflanzen, Fenstergarten, Balkongarten
 (pflanzen, wachsen, blühen)
Gerade ältere BewohnerInnen, die ihre Wohnung seltener verlassen (können), sind auf
wohnungszugehörige Freiräume angewiesen, die eine Kontaktmöglichkeit/Schnittstelle zur Außenwelt
herstellen.

2.4.2 Konzepte/Projekte Programme
Die im STEP05 formulierten Ziele bezüglich der weiteren Entwicklung des Grün- und Freiraums in Wien
wurden bereits zu Beginn des vorigen Abschnittes formuliert. Exemplarisch sollen nun zunächst zwei
Beispiele aus dem Wiener Raum vorgestellt werden.
Ein wichtiges Feld ist, Konflikte und Konkurrenzsituationen zu bearbeiten. Es soll versuMaßnahmen zu
sehen.
Einerseits betrifft dies vor allem Maßnahmen zur Lösung von Nutzungskonflikten Alt-Jung (überlagert durch
Österreicher / Haushalte mit Migrationshintergund) . dies wird ausführlicher in Kapitel 2.5 Quartier erwähnt.
Andererseits wird z.B. durch bauliche Schließung von Hofzugängen die Lärm- und Luftsituation in
Innenhöfen deutlich verbessert.27
Im (sozialen) Wohnungsbau der letzten Jahre kann eine Verschiebung von gemeinschaftlich nutzbaren hin
zu privaten Freiflächen beobachtet werden. Gründe dafür sind u.a. Kostenersparnisse nicht nur für die
Bereitstellung der Flächen sondern auch für deren Erhaltung.28
Im Wohnungsneubau wird vermehrt die gemeinschaftliche Nutzung von Dachflächen, z.B. als
Sonnenterrasse angeboten (eine Entwicklung, die es auch schon in den 70erJahren gab), teilweise
verbunden mit Nutzungen wie Sauna, Eigengärtchen, Schwimmbecken (selten). Diese Art Freiflächen
bieten oft sogar mehr Attraktivität für Ältere und Kontakt zur Hausgemeinschaft, als Boden-Freiflächen, die
stark durch die kinderbezogene Ausstattung und durch die Nutzung durch Kinder und Jugendliche dominiert
werden. Dennoch sind gemeinschaftlich nutzbare Freiräume im Eingangsniveau vorzusehen.
Privater Freiraum. Mit zunehmender zur Verfügung stehender Zeit, mit dem Älter Werden (Pension), aber
dann auch der Einschränkung des Aktionsradius erhalten unterschiedliche Arten von privaten Freiräume
große Bedeutung. Dies reicht vom Eigengarten, Kleingarten, Zweitwohnsitz außerhalb der Stadt im Grünen,
über den Mietergarten zu Loggia und Balkon.
Der private Außenraum stellt eine sinnvolle Ergänzung zur Wohnung dar, er ist:
. Fenster zur Öffentlichkeit
. Beobachtung und Kommunikation aus geschützter, sicherer
 Position
. Geschützte Nische ohne Nutzungskonkurrenz
. Erweiterung des Wohnraumscht werden, den Wünschen unterschiedlicher Altersgruppen entgegen zu
kommen, Interesse zu wecken und Potenziale heraus zu arbeiten.

Betreute Freiraumnutzung
Golden girls and boys ist ein Projekt der Parkbetreuung Margareten, die, neben ihrer Arbeit mit den
Kindern, auch einen Tag pro Woche mit den SeniorInnen am Bacherplatz bzw. im Hochhauspark verbringt.
Neben Spielen und Bastelarbeiten wird auch dem Geschichten Erzählen Platz eingeräumt. Durch die
Parkbetreuung werden die SeniorInnen unterstützt, ihre Nutzungs- und Flächenansprüche gegenüber
anderen Nutzergruppen durchzusetzen. Besondere Beachtung verdient auch die durch die Parkbetreuung
eingeleitete Annäherung und gegenseitige Berücksichtigung verschiedener Nutzergruppen (SeniorInnen
und Kinder)29. Während der kalten Jahreszeit wird die Betreuung vom Park in Räume verlegt, um eine
Unterbrechung zu vermeiden, damit sind aber längere Wege und weniger Betreuungszeiten verbunden.
Freiraumaktivitäten können auch dazu dienen, Selbst- und Mitbestimmung, sowie Kreativität Älterer zu
fördern.

Freiraumangebote in Institutionen
Im Wiener Pensionistenwohnheim Haus Leopoldau wurde der Garten entsprechend den Wünschen und
unter Mitarbeit der BewohnerInnen neu gestaltet. Die Wünsche und Vorstellungen der BewohnerInnen
wurden im Rahmen von fachkundig betreuten Gartenstunden und Gartenspaziergängen aufgenommen und
maßgeschneiderte Lösungen für die Benutzungsmöglichkeiten und die Gestaltung des Gartens erarbeitet
(Siehe Projektbeschreibung am Ende des Unterkapitels).
Im europäischen Bereich wurden zum Beispiel interessante Aspekte eines sehr umfassenden Grünprojekts
gefunden, in welchem das Umfeld eines Krankenhauses, bzw. eines größeren Betriebsgebiets mit
Schwerpunkt Gesundeneinrichtungen gestalterisch und therapeutisch einbezogen wurde.
Integrierender Gesundheitspark. Das Projekt strebt die Ausbreitung und Konkretisierung des
Gesundheitsparks am Westrand von Hengelo an. Aus ökonomischer Perspektive wird ein erweiterter
Bedarf an betrieblichen Aktivitäten erwartet, die in aktive und latente Bedarfe differenziert werden müssen.
Sowohl das Bezirkskrankenhaus als auch ein weiteres Krankenhaus haben angegeben, einen direkten
Erweiterungsbedarf zu haben. In Hengelo wird, als ein Beitrag zu einem stadtübergreifenden
Grünraumprojekt, das Betriebsgebiet zusammen mit Gesundheitseinrichtungen realisiert. Der verbindende
Außenraum wird als Gesundheitspark mit Therapiegärten, Kunstwerken, Ateliers und Pavillons, sowie mit
Stellen zum Fischen ausgestattet, die durch einen grünen Weg verbunden werden sollen. In der
strategischen Vision der .Netzwerkstadt Twente.30 wird unter dem sozialen Beitrag der Stadt Hengelo die
.Bündelung von Pflegeeinrichtungen genannt, deren Umsetzung im Gesundheitspark erfolgt..
Der Gesundheitspark rund um das bestehende Krankenhaus bietet die Gelegenheit zu weiterer Ergänzung,
wobei mit wissenschaftlichen Einrichtungen, sowohl kommerziellen als auch nicht kommerziellen
Pflegeanbietern und spezialisierten Betrieben auf dem Gebiet der avancierten medizinischen Technik und
Hilfsmittel, zusammen gearbeitet wird. Das Projekt ist komplementär zur Entwicklung des Wissensparks
und des Clusters Pflege und Technologie. Es befindet sich in der Initiativphase.

Trends in der Friedhofs- und Bestattungskultur
Gesellschaftliche Veränderungen wie die zunehmende Vereinzelung (Singles) und die Globalisierung, die
eine Grabpflege durch Nachkommen, die an ganz anderen Orten der Welt leben, unmöglich macht, wirken
sich auch auf die Friedhöfe aus. .Die Anonymbestattung wird für Alleinlebende ohne Nachkommen als
angemessen betrachtet. Sie wir seitens der veröffentlichten Meinung eher toleriert als befürwortet. Der
Unterton ist oft bedauernd..31 Laut einer repräsentativen deutschen Umfrage32 wünscht sich die Bevölkerung
aber einen Ort der Erinnerung, einen Friedhof .mit großen Bäumen, Pflanzen und Blumen.. Über 70 Prozent
der deutschen Bevölkerung bevorzugen diese Friedhofsform und lediglich 22 Prozent .nur Rasenflächen..33
Außerdem ist in Europa ein Trend zu vermehrter Urnenbestattung erkennbar, der die Gestaltung von
Friedhöfen in Zukunft beeinflussen wird.
Möglicherweise wird sich der Trend zu Privatisierung von Angeboten im Bereich Bestattung auch auf die
Pflege und Instandhaltung von Friedhöfen ausdehnen. Dies wird in Bezug auf Gräber schon heute stark von
Gärtnereien durchgeführt. Es könnte dies in Zukunft ein zwar kleiner, aber für Hochbetagte wichtiger
Bestandteil wohnnaher Dienstleistungen werden, eventuell in Verbindung mit Begleitdiensten zum
Friedhofsbesuch (für einkommensschwache Gruppen auch ein Feld für ehrenamtliche Unterstützung,
vielleicht von jüngeren SeniorInnen).
Exemplarisch für viele andere Projekte soll das Projekt Nordwolle Delmenhorst - die Revitaliserung einer
industriellen Brache mit ergänzenden Neubauten - stehen, in dem eine Vielzahl von Maßnahmen und
Vorschlägen der bisherigen Kapitel integriert wurden (Siehe Projektbeschreibung nächste Seite).

1 Vergleiche Landschaftsräume der Stadtregion: Wienerwald, Terrassenlandschaft im Süden Wiens, Donauraum, Marchfeld und Region Bisamberg in
STEP05, 2005:157-165
2 STEP05, 2005:166

3 vgl. STEP05, 2005:166 ff

4 vgl. Stadtgebiet nach Nutzungsarten http://www.wien.gv.at/statistik/daten/bezirksdaten.html

5 Unter der Widmung Grünland sind landwirtschaftlich genutzte Flächen, Parkanlagen, Wiesen, Kleingärten, Wälder und Sport- und Freizeitflächen, etc.

zusammengefasst.
6 STEP05, 2005:166

7 STEP05, 2005:73

8 .Festlegung von Quantitäten Bedarfszahlen Richtwert m2/EW:

3,5 Wohnungsbezogene
        Grünflächen
3,0-5,0 Wohngebietsbezogene Grün-
 flächen, urbane Park-, Spiel-
 und Freiflächen
8,0 stadtteilbezogene
 Grünflächen
3,5 Sportflächen.
(STEP05, 2005:166, siehe auch Stadtplanung Wien, 1994:156)
9 vgl. Volkszählungsergebnisse 2001, Wohnbevölkerung nach Bezirken. http://www.wien.gv.at/statistik/blickgem/vz2/g90001.pdf

10 STEP05, 2005:196

11 Bestenfalls lässt sich aus der aktuellen Befragung zur Beurteilung von Parks und Parkbetreuung eine vorsichtige Abschätzung ableiten: Die von der

Stadt Wien, MA 13, MA 18 und
MA 42, im Dez. 2004 veröffentlichte .Beurteilung von Parks und Parkbetreuung. gründet auf einem Sample von 2611 Personen, das zu je einem Drittel
aus Kindern (7 bis 12 J), Jugendlichen (13 bis 17 J) und Erwachsenen (19 bis 50J) bestand und .die BesucherInnen- bzw. NutzerInnenstruktur möglichst
gut widerspiegelt.. Dieser Befragung zufolge sind die NutzerInnen von öffentlichen Freiflächen zu etwa einem Drittel Erwachsene, und 10 % der befragten
erwachsenen ParknutzerInnen sind über 50 Jahre alt. Das würde heißen, dass durchschnittlich nur 3% der ParknutzerInnen in Wien älter als 50 Jahre
sind. In die Befragung wurden nur Personen einbezogen, die in den Parks und Grünflächen angetroffen wurden, die diese also bereits nutzen. Einen
kleinen Hinweis auf die Nutzung von Parks und Freiräumen geben die aktuellen Auswertungen aus der Großbefragung .Leben in Wien.. Demnach gibt
etwa ein Fünftel der WienerInnen an, dass sie Freunde auch in Parks und Freiräumen treffen. Dasselbe gilt auch noch für Personen zwischen 60 und 69.
Erst bei Älteren trifft das nur mehr zu 15% zu.( IFES: 2003)
12 vgl.: Asadi, 1994:18ff

13 Die Diskussion hier reicht weit in die Thematik .Quartier. hinein, die in Kapitel 2.5 diskutiert wird.

14 Auböck, 1996:35

15 Auböck, 1996:35

16 Doringer, 2004:28

17 Vogt, 2002b:248 in Kienast

18 Schmied, 2002:7

19 Schmied, 2002:18

20 Schmied, 2002:26 (Einstellungen zum Friedhof (Häufigkeit der Nennungen): Der Kontaktfreudige (16 Nennungen), der Pflichtbewusste (11

Nennungen), der Hingezogene (9 Nennungen), der Erholungssuchende (3 Nennungen), der Furchtsame (2 Nennungen)).
21 .Insgesamt wurden zwischen 1923 und 1928 auf Friedhofsflächen acht Parkanlagen mit rund 200.000 m2 Fläche angelegt. So sind eine Reihe von

bedeutenden Wiener Parkanlagen, die heute für die Grünflächenversorgung der Bevölkerung so gut wie unersetzlich sind, aus aufgelassenen Friedhöfen
entstanden.. (Stadt Wien, MA 42 webmaster@m42.magwien.gv.at )
22 Lang, 2004:367-371

23 Schmied, 2002:8524 siehe voriger Abschnitt .Freiraumarten: öffentlicher Grün- und Freiraum, übergeordneter Grünraum.

25 vgl.: KoseLicka, 1998

oder: Bericht über die Veränderlichkeit des Altenheimgartens St. Bonifatius in Kassel, Kurowski, Matthias: Alt werden im Garten. In Zoll+, 2004:52 ff
sowie: Therapeutischer Garten des Alterszentrum Gibeleich, Beck, Trudi; Schneiter-Ulmann, Renata: Therapeutischer Garten. In Zoll+, 2004:58 ff
26 vgl. Feuerstein, 2004; Feigelfeld / Casny, 1991

27 Die bauliche Schließung der Höfe ist eine relativ einfache Maßnahme bei Zwischenkriegsanlagen, die bei den in Zeilenbauweise angelegten Nach-

kriegsanlagen so nicht lösbar ist. Dort werden teilweise Lärmschutzwände errichtet.
28 Wie in Kapitel 2.4 gezeigt, sind alte Menschen überdurchschnittlich sesshaft. Umzugswünsche haben mobile Gruppen wie Familien mit kleinen Kindern,

junge Singles und Paarhaushalte. Die BewohnerInnen neuer Wohnhausanlagen rekrutieren sich dementsprechend aus diesen Gruppen. Zahlreiche
aktuelle Nachfrageerhebungen haben ergeben, dass Wohnungen ohne wohnungseigenen Freiraum (zumindest Balkon oder Loggia, aber auch
Eigengarten im Hof oder am Dach) im freifinanzierten und auch am geförderten Wohnungsmarkt kaum mehr nachgefragt werden. Es sind also auch
Vermarktungsüberlegungen der Bauträger ausschlaggebend. .Rund 80% aller Wohnungsnachfrager wünschen sich Gärten und Ruhezonen in ihrem
unmittelbaren Wohnumfeld. Im Vergleich dazu liegt der Wunsch nach einem Spielplatz nur bei an die 50%, weil er nur eine bestimmte Zielgruppe
anspricht. Der Wunsch nach Ruhezonen ist unabhängig von der Art der Wohnung (Gemeinde-, geförderte Miet-, Eigentumswohnung etc.), er liegt immer
zwischen 73 und 79%.. (siehe, Czasny/Feigelfeld (SRZ), 2003; Feigelfeld, et al, 2001a)
29 .New Games., eine Spielbewegung, die sich in den 60er und 70er Jahren über die ganze Welt verbreitet und dabei immer weiter entwickelt hat. Die

Spiele sind zweckfrei und, wenn man ihnen ein Ziel unterstellen will, dann wohl am ehesten das, Menschen zusammen zu bringen, um ihnen die Ge-
legenheit zu geben, sich miteinander zu freuen. (vgl. Schachhuber/Tantner, 1998)30 .Strategische Visie Netwerkstad Twente, Europees stedelijk netwerk in
het groen. Juli 2005, deel II, Bijlagendeel, S 5, http://twentenetwerkstad.plushosting.nl
31 Schmied, 2002:211

32 CMA-Umfrage, 1999 in Schmied, 2002

33 Schmied, 2002:216




Projekte von Grünräumen mit einem Schwerpunkt in Bezug auf ältere Menschen

Freiräume Haus Leopoldau (a)
Im März 2002 setzte ein interaktiver Kommunikationsprozess zwischen PlanerInnen, BewohnerInnen und Team des Hauses Leopoldau ein und bildete
die Grundlage einer begleitenden freiraumplanerischen Entwicklung des gesamten Gartenareals während der Um- und Neubauphase im Zuge der
Generalsanierung des Pensionisten-Wohnhauses.
Im Rahmen dieses .Interaktiven Gartenprojektes. gelang durch die Moderation von .Gartenstunden., durch Garten-Spaziergänge und mit einzelnen
gärtnerischen Aktivitäten ein lebendiger Austausch mit den BewohnerInnen. Gleichzeitig wurde im Gartenareal eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Die
Analyse des Gartens . seiner räumlichen Funktionen und Nutzung, seines Pflanzenbestandes und der Pflegeproblematik verbunden mit den Erfahrungen
der hier lebenden und arbeitenden Menschen . führte zu einem Entwurf für den Garten Leopoldau. Im Zusammenspiel mit BewohnerInnen und Team kann
die Freiraumplanung maßgeschneiderte Lösungen für eine qualitative und v.a. aktivierende Gartennutzung entwickeln.
Heute stellen sich die bereits fertiggestellten neuen Gartenbereiche rund um das Seniorenhaus (u.a. der .Therapiegarten.) als identitätsstiftende Orte dar,
als Plätze der Rekreation und des Wandels, die zunehmend durch den Bezug der BewohnerInnen, ihre Pflanzenkenntnis, ihre Pflege und
Beobachtungsgabe an Stellenwert im Alltag gewinnen - die Gartenstunden beginnen Früchte zu tragen.

Nordwolle Delmenhorst (b)
Auf dem ehemaligen Firmengelände der Nordwolle Delmenhorst wurde im Zuge der EXPO 2000 unter dem Titel .wohnen und arbeiten im
Industriemuseum. ein neuer Stadtteil gegründet. Themen der Bebauung, mit der sich Delmenhorst als Außenstelle der Expo präsentierte, waren .Wohnen
und Arbeiten an der Datenbahn. und .Zukunft Alter - Service Wohnen.. In das Baukonzept wurden die großzügigen Freiflächen und Teile der historischen
Bausubstanz einbezogen. .Die Mehrzahl der Häuser lässt sich, aufgrund der angewandten Skelettbauweise, nachträglich problemlos umbauen. Damit
kann geänderten Bedürfnissen der Bewohner (Familiengröße, Alter- und/oder Pflegebedürftigkeit) jederzeit entgegengekommen werden. Mit dieser
Flexibilität, verbunden mit Alters- und Behindertengerechtigkeit, wurde ein Angebot geschaffen, das ein breites Publikum anspricht.. Das Konzept des
beispielhaften Wohnens für ältere Menschen berücksichtigt die Lebensbereiche Wohnen, Arbeit, Bildung, Mobilität, Versorgung, Alltagsgestaltung,
Gesundheit und Pflege.. ( http://www.delmenhorst.de/nordwolle) Um gegenüber der Stadt und deren Partner eine starke Vertretung zu haben, aber auch
als interner Kommunikator und Koordinator für Anliegen und Feste haben sich die BewohnerInnen zu einer Interessensgemeinschaft Nordwolle
zusammengeschlossen.

a Bauherr ist das Haus Leopoldau (Direktorin: Adelheid Scheidl) und das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser; das Planungsteam für die
Freiflächen ist das Büro Wiesbauer (Barbara Brandstätter, Gerlinde Hinterhölzl, Sabine Plenk); Projektzeitraum: 2002 - 2008
b Vergleiche auch http://www.delmenhorst.de/nordwolle




Wir sehen uns durch belebte Gassen gehen, beim Bäcker ein Nussgipfel kaufen, dem
Schreiner im Hinterhof zunicken, aus dem Schatten der Gassenenge auf den Platz
hinaustreten. Wir setzen uns auf die Bank, geniessen die ersten wärmenden
Sonnenstrahlen, dösen vor uns hin oder halten einen Schwatz mit der Banknachbarin,
knabbern am Nussgipfel und werfen den Tauben ein paar Brocken zu. Neben den Bäumen
spielen Kinder Gummitwist. Die Düfte des Flieders vermischen sich mit denjenigen der
Marktstände und dem leichten Gestank der Autoabgase. Gesprächsfetzen, Kinderlachen,
Fahrradgeklingel, Geschepper von Bierharrassen - die Stadt lebt. Ist dies städtischer
Alltag? Bei weitem nicht, wir wissen es.
Dieter Kienast (2002)

2.5 ÖFFENTLICHER RAUM: QUARTIER / GRÄTZEL
Es sind vor allem die Wohnung und das Quartier, in denen alle bisher angesprochen Themen . wie
gesundheitliche und soziale Infrastruktur, der kleinräumige öffentliche Freiraum und die Anbindung an den
öffentlichen Personennahverkehr - .verortet. werden.
Daher wurde .Quartier. als Querschnittsthematik bewusst ausgewählt. Die Arbeitshypothese ging von einer
vorrangigen Bedeutung lokal bezogener Maßnahmen für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Gesundheits-
und Sozialplanung aus. Dies hat sich auch in der Bearbeitung weitestgehend bestätigt. Es soll nun hier
gezeigt werden, inwieweit gebietsbezogene Aktivitäten in Hinblick auf die Verbesserung der Lebensqualität
Älterer in Wien stattfinden, inwieweit Konzepte und Projekte dazu vorhanden sind, und wie anderswo der
Stand der Konzepte ist.
Auf die Bedeutung einer barrierefrei gestalteten Umgebung zur Unterstützung der eigenständigen
Lebensführung älterer Menschen wurde bereits mehrfach hingewiesen (vgl. dazu auch Kap 2.3 In-
frastruktur: Erreichbarkeit und 2.4 Öffentlicher Raum: Grün- und Freiraum).
Die Bedeutung des Wohnens für die Lebensqualität im Alter wurde zwar prinzipiell aus der Studie
ausgeklammert, doch ist die Beziehung zwischen Wohnung und Wohnumfeld mit .kommunizierenden
Gefäßen. vergleichbar1. So können zahlreiche Dienstleistungen im Wohnumfeld angeboten werden, oder
aber im Wohnbereich selbst zur Verfügung stehen (z.B. Dienstleistungen in der Wohnung als Ersatz für
fehlende Angebote der Nahversorgung. Diese, das ist dabei zu bedenken, decken zwar ein primäres
Bedürfnis, wie z.B. Essen, aber nicht die ebenfalls damit verbundenen sozialen und kommunikativen
Bedürfnisse). Andererseits können Angebote in der Wohnumgebung Defizite der individuellen
Wohnsituation etwas ausgleichen helfen.
Quartier ist nicht gleich Quartier. Die Gestaltung dieser Wechselwirkung wird wesentlich von der
Gebietstypologie mitbestimmt, d.h. eine gründerzeitliche Blockrandbebauungsstruktur hat andere Vor- und
Nachteile als die Zeilenbauweise der Stadterweiterungsgebiete2.
Wie bereits in Kapitel 1 hingewiesen, verringert sich der Bewegungsradius im Alter und die Wohnung und
das unmittelbare Wohnumfeld werden immer wichtiger. Ältere Menschen verlassen deutlich seltener das
Haus bzw. die Wohnung und bleiben mehr im Wohnumfeld oder Stadtteil als andere Altersgruppen.
Es zeigt sich zusehends deutlicher, unter anderem auch in dieser Studie, dass im Bereich .Quartier.
.immaterielle Infrastruktur., sprich Vermittlung, Erzeugung von Akzeptanz, Einbindung der Bevölkerung,
Feedback in die aktuelle Arbeit, stark an Bedeutung gewinnt, vor allem, weil der prozesshafte Charakter von
Maßnahmen in den Vordergrund tritt. Bauliche Maßnahmen behalten aber Wichtigkeit, weil sie
Entwicklungen befördern oder behindern können.

2.5.1 Aktuelle Situation in Wien
Wien hat, wie erwähnt, eine lange Tradition quartiersbezogener Politik aufzuweisen. So wurden im Rahmen
der .sanften Stadterneuerung. seit den Siebziger Jahren in zahlreichen Gebieten Gebietsbetreuungen.
eingerichtet, die in enger Zusammenarbeit mit Bezirksverwaltung und BewohnerInnen Beratung bieten und
Initiativen setzen.

Die Akteuere
Die Aktionsfelder dieser Gebietsbetreuungen (12 ortsgebundene und eine .mobile.) haben sich, ausgehend
von einer ursprünglich stark auf baulich orientierte Sanierungsbetreuung ausgerichteten Tätigkeit, in den
Jahrzehnten stark ausgeweitet, und umfassen heute eine breite Drehscheibenrolle, die weit in soziale
Bereiche hinein greift, und auch für die ältere Wohnbevölkerung von großer Bedeutung ist.3 Außerdem
haben die einzelnen Gebietsbetreuung spezielle Profile auf Basis der Charakteristika der lokalen
Ansprüche entwickelt.4 In jüngster Zeit hat sich, ausgehend von EU-Ziel 2-Förderung mit .Quartiers- bzw.
Grätzelmanagement. ein neuartiges Tätigkeitsfeld entwickelt, das in einigen Gebieten erprobt wird.
In den letzten Jahren wurde gebietsbezogene Tätigkeit in Richtung Nachkriegsgebiete und große
Wohnhausanlagen ausgeweitet, mit der Schaffung der inzwischen 17 .Gebietsbetreuungen Neu.
(Zuständigkeit für Städtische Wohnhausanlagen). Ihre zentrale Aufgabe ist etwas anders gelagert als die
der .klassischen. Gebietsbetreuungen in den Gründerzeitvierteln, und besteht in der Rolle einer nieder-
schwelligen Anlaufstelle für die vielfältigen Anliegen der MieterInnen. Als Schwerpunkt erweist sich die
Konfliktbearbeitung .ÖsterreicherInnen versus MigrantInnen und Alt versus Jung.. 5
Im Bereich von .klassischer Gebietsbetreuung. in gemischten Gründerzeitvierteln wird, interessanterweise,
von deutlich geringeren Konflikten Alt-Jung berichtet.6 Die sehr kleinteilige Durchmischung Alt-Jung und,
auch hier, mit ethnischen Minderheiten führte inzwischen offenbar zu einem Lernprozess des .Miteinander
Auskommens.. Spezielle Aktionen für Ältere wurden aktuell nicht genannt (es gab in früheren Jahren
einzelne Schwerpunktaktionen, wie z.B. Wohnberatung im Altbestand für Ältere, zur altengerechten
Adaptierung).
Hingewiesen wurde jedoch darauf, dass im Fall großräumiger Sanierung mit stärkeren Neubauanteilen dort
sich ansiedelnde Ältere dazu tendieren, sehr deutlich ihre Ansprüche gegenüber den sich oft in einer
schwächeren Position befindlichen Kindern und Jugendlichen (vor allem der Umgebung) zu artikulieren.
Auch bei nachträglichen Interventionen im gewachsenen Bestand (z.B. Parkschaffung im Block) ist die
Akzeptanzschwelle der (meist älteren) AnwohnerInnen gering. Gebietsbetreuungen, die inzwischen für
große Gebiete, bis zu Bezirken zuständig sind, fehlen die Ressourcen, sich derartiger Konflikte umfassend
anzunehmen.7
Bessere Möglichkeiten bietet hier offenbar der Ansatz des .Grätzel-oder .Quartiersmanagement.. Das direkt
im Gebiet eingerichtete Gassenlokal mit kleinerem Zuständigkeitsbereich bietet als erstes einmal die
Möglichkeit .Luft abzulassen., zu .Motzen., und dann, sich über die partizipativen Angebote einzubringen.
Aktive Reaktion auf Bedürfnisse Älterer in Konflikt mit Jungen, wie z.B. in Bezug auf eine .Aneignung. eines
sanierten Platzes, sind aktuelle Herausforderungen im Grätzelmanagement. Hier werden gerade
Erfahrungen gesammelt. Erfolge werden sichtbar, wenn sich engagierte BewohnerInnen finden, die als
.Motoren. fungieren, denen müssen aber Strukturen und Organisationshilfe geboten werden. Erste Aufgabe
ist, Ältere, Alte überhaupt zu einer öffentlichen Artikulation und Präsenz zu animieren. Dazu werden auch
Kontakte zu lokalen Seniorenorganisationen hergestellt. 8
Vernetzung mit sozialen / gesundheitlichen Services findet bei .klassischen Gebietsbetreuungen. auf
Bezirksebene statt (.Sozialplattformen.), und funktioniert offenbar bezogen auf die diversen Gruppen (Alt,
Jung) und je nach Bezirk unterschiedlich gut. Am Niveau des Grätzels (Grätzelmanagement.) ist die
Vernetzung mit den unterschiedlichen lokalen Einrichtungen anscheinend besser.
Ein weiteres Medium quartiersbezogener Aktivitäten ist der Verein Lokale Agenda 21 in Wien. Zur
Förderung von Bürgerbeteiligungsprozessen in einer Wien weiten Agenda wird in inzwischen sieben
Bezirken (fünf im dichtbebauten Stadtgebiet, zwei in Stadtrandbezirken) seit 2002 die Bevölkerung
eingeladen, gemeinsam mit Teams der LA 21 an der Lösung von Problemen im Bezirk zu arbeiten. 9 Die
Rolle von Älteren in der bisherigen Arbeit der LA 21 sollte im Detail gesichtet werden. Die Aktivitäten der LA
21 stellen ebenfalls ein Potential für die Erforschung der Anliegen Älterer und deren Umsetzung dar.

Die älteren NutzerInnen
Man kann davon ausgehen, dass die im Alter eingeschränkte Mobilität zu einer stärkeren Inanspruchnahme
der Einrichtungen im Quartier führt. Art der Einrichtungen und Nachfrage sind von den in einem Quartier
lebenden sozialen Gruppen abhängig. Vor allem finanziell schlechter gestellte Personengruppen, zu denen
MigrantInnen, alleinlebende Frauen, etc zählen, sind . und zwar unabhängig vom Alter - auf Angebote im
Quartier angewiesen.10
Die Datenlage zu KundInnen diverser Einrichtungen in Bezug auf .Gender. ist teilweise dokumentiert,
genauere Aussagen dazu bedürften weiterer Recherche. Auf ganz Wien bezogene Resultate zum Wandel
der Wohnsituation von SeniorInnenhaushalten im letzten Jahrzehnt werden in Kürze vorliegen.11
In Bezug auf ethnische Zugehörigkeit sind Daten offenbar noch in zu geringem Ausmaß vorhanden. 12
Spezielle Einrichtungen mit Zielgruppe MigrantInnen bzw. Maßnahmen zur besseren sozialen und
räumlichen Zugänglichkeit sind im Bereich von Serviceleistungen in Wien nicht dokumentiert, der STEP05
führt jedoch laufende und künftige Beiträge an13 (siehe auch Kapitel 2.1.2). Eine Koordination mit Aktivitäten
der MA 17 im Rahmen ihrer Integrations- und Diversitätspolitik wäre jedenfalls unbedingt anzuraten.14
Quartier / Teilhabe Empowerment
In den übrigen Kapiteln wurde schon auf zahlreiche Maßnahmen in den Bereichen soziale und
gesundheitliche Dienstleistungen (Unterstützung in der Wohnung durch mobile Dienste, lokale Service-
stellen, Gesundheits- und Sozialzentren, wohnnahe Dienstleistungen durch Unternehmen), Grün- und
Freiraum (Parks, halböffentliche Grünräume um Wohnhäuser und Alteneinrichtungen, private Grün-räume)
sowie Mobilität (adäquate Gestaltung von Straßenräumen und Haltestellenbereichen, fließende und
ruhende Verkehrsorganisation, Aspekte des Wohnungswechsels) eingegangen, die sich alle im Quartier
verschränken, gegenseitig stützen oder auch behindern, und vielfach, um zu gelingen, die Beteiligung der
betroffenen Gruppen (immer nicht nur Älterer, sondern auch Jüngerer) brauchen.Wie die oben
geschilderten Einrichtungen zeigen, gibt es derzeit so gut wie ausschließlich professionelle, von der
öffentlichen Hand finanzierte Institutionen, die sich mit quartiersbezogenen Aktivitäten befassen.
Ausgehend von dem seit langem bestehenden partizipativen Ansatz (der zu unterschiedlichsten
Erfahrungen geführt hat), ist derzeit eine Weiterentwicklung zu mehr Aktivierung (.Empowerment.) im
Gange. Längerfristiges Engagement von Betroffenen (z.B. Älteren) und BürgerInnen generell bleibt jedoch
noch stark im Bereich der repräsentativen Vertretung. Ehrenamtliche Tätigkeit, vor allem auch im Bereich
der Hilfestellung für Betagte, ist nur schwach vorhanden.Insgesamt zeigt sich demnach die Situation im
Quartier in Wien heterogen, auch in Bezug auf Lebensqualität von und Maßnahmen für Ältere.
Innerstädtische Quartiere im Gründerzeitbestand weisen andere Strukturen, aber auch anders gelagerte
Problemfelder, auch bei Älteren, auf als die Quartiere der .in die Jahre gekommenen. Wohnhausanlagen.
Vielfältige Servicestellen aus den unterschiedlichsten Bereichen treffen aufeinander, es gibt einige mit
Querschnitts- und Koordinationsaufgaben betraute Institutionen (Gebietsbetreuungen etc.), transparente
Kommunikation und Kooperation ist jedoch anscheinend nur partiell vorhanden. Evaluative Maßnahmen
helfen, die Stärken und Schwächen besser zu sehen und sollten Ansatzpunkte für Innovationen zeigen
(siehe Kapitel 2.5.2). Durchgängig scheint jedoch zu sein, dass Aktivitäten mit und für Ältere nur bei
gleichzeitiger Einbindung der anderen Altersgruppen sinnvolle Ergebnisse zeitigen können.

2.5.2 Konzepte/Projekte Programme
 Die Prognosen zur absehbaren Entwicklung der Altersstruktur und der Veränderung der Lebensphasen in
Wien wurde im Bericht schon mehrfach angeführt. Regional gesehen, verändern sich die Quartiere Wiens
aus mehrfachen Gründen ständig in Hinsicht auf die Altersstruktur ihrer Bevölkerung. Ehemals überalterte
Gebiete sind einerseits aus demografischen Gründen, andererseits auch teils aufgrund von
Stadterneuerung mit Attraktivitätssteigerung für neue Gruppen (.Gentrification.) inzwischen deutlich
ausgewogener, teils aufgrund von Zuwanderung und Konzentration von Bevölkerung mit
Migrationshintergrund verjüngt. Hingegen treten viele (ursprünglich monostrukturell besiedelte)
Großanlagen der Nachkriegsperiode zusehends in die Phase hoher Anteile von älterer Bewohnerschaft.15
Dies wird im größerräumigen Statistiken vor allem in Bezirken mit andauernder Stadterweiterungstätigkeit
nicht so sichtbar, zeigt sich aber im kleinteiligeren Maßstab. Da auch diese Anlagen zunehmend
Bewohnerschaft mit Migrationshintergrund aufweisen (jedoch vorwiegend sogenannte .Eingebürgerte.),
entwickeln sich dort Polarisierungen zwischen Alt/Jung, überlagert durch ethnische Differenzen.
Service-Institutionen sind also, je nach Charakteristikum des Gebiets, mit höchst unterschiedlichen
Anforderungen konfrontiert.
Die Umsetzung der Ziele des STEP05 soll durch .Fachkonzepte, städtebauliche Leitbilder,
Zielgebietsprogramme, Masterpläne, sowie die rechtsverbindlichen Flächenwidmungs- und
Bebauungspläne.16 erfolgen. Ein Querschnittskonzept zu Alter und Lebensqualität ist noch nicht vorhanden,
weder auf gesamtstädtischer noch auf lokaler Ebene. Dies wäre jedoch hilfreich, da eine voneinander
abgekoppelte Entwicklung von Konzepten auf verschiedenen Ebenen der Thematik nicht angemessen
wäre. Bestrebungen sind im Gange, sich den Fragestellungen in ihrem räumlichen Bezug weiter zu nähern,
so durch Aktualisierung von Analysen der sozialräumlichen Gliederungselemente der Stadt und von
Auswertungen auf derartiger kleinteiliger räumlicher Ebene. Die Stadtplanung der Stadt Wien und die
Arbeiterkammer Wien legen seit geraumer Zeit einen Schwerpunkt auf Städtestrategien gegen Armut und
soziale Ausgrenzung, wobei auch Maßnahmen für Ältere angesprochen werden. Aktuell wurde eine
internationale Studie dazu, die Städtestrategien aus fünf europäischen Ländern vergleicht, vorgestellt.17
All diese lokalen Akteure im Auftrag der Stadt Wien sind sich auch bewusst, dass die Herausforderung,
älteren Personen mit Migrationshintergrund (mehr) adäquate Angebote zu machen und sie in die
Quartiersaktivitäten verstärkt einzubinden, mit der absehbar zunehmenden Zahl und mit der Breite der
ethnischen Zugehörigkeiten schnell als neuer Schwerpunkt angenommen werden sollte.
Noch ohne Schwerpunkt auf Ältere hatten die vom Wiener Integrationsfonds aufgebauten lokalen Stellen
mit ihren MitarbeiterInnen aus der migrantischen Bevölkerung Erfahrungen aufgebaut. Die aktuell von der
neu geschaffenen MA 17 in Richtung Diversität und Kooperation mit Migrantenvertretungen gestartete
Politik wird diesen Weg fortsetzen. Ebenso gibt es positive Erfahrungen von migrantenbezogenen Services
von NGOs. Angeführt sei hier die .Wohndrehscheibe. der Volkshilfe Österreich, die Wohnungsvermittlung
für MigrantInnen anbietet, mit einem starken Akzent auf .Empowerment..18 Es kann also in Wien auf gute
Erfahrungen aufgebaut werden, die auch für Einrichtungen für ältere MigrantInnen genutzt werden können.
Ein Mangel sind hier, wie schon erwähnt, noch unzureichende Grundlagen in Bezug auf Problemlagen und
Bedürfnisse. Dabei ist der Teil der .AusländerInnen. (Nicht-ÖsterreicherInnen bzw. Drittstaatsangehörigen)
noch besser erfasst, als jener der Eingebürgerten.19
Muttersprachliche Betreuung der MigrantInnen im Gesundheitsbereich, Aufbau einer
zielgruppenorientierten Versorgung im niedergelassenen Bereich (Arztpraxen) und (weitere) Öffnung der
geriatrischen Tageszentren für Menschen mit Migrationshintergrund sind Vorschläge des STEP05, die im
lokalen Bereich des Quartiers wirksam werden und Auswirkungen auf das Quartiersleben haben werden.20
Der STEP05 führt unter den vordringlichen Maßnahmen in den Stadterweiterungsgebieten der 50er-bis
frühen 80er-Jahre die Nachverdichtung von bestehenden Siedlungen, auch zur Verbesserung der
Infrastruktur (Nahversorgung, Dienstleistung).21 Dies bietet große Chancen, diese Bereiche durch
Ergänzung mit altenfreundlichen Wohnformen (mit unterschiedlichen Graden an Betreuung, sowie
durchmischt in Hinblick auf Mehrgenerationenwohnen), durch Situierung von lokalen Serviceeinrichtungen
und adäquate Neugestaltung des Freiraums für die ansässigen und neuzuziehenden BewohnerInnen
besser und länger nutzbar zu erhalten. (Umfangreiche Überlegungen zu derartigen Potentialen wurden
schon in Studien zu Beginn der 90erJahre entwickelt22). Dazu, sowie zu Neubau in Stadt-
erweiterungsgebieten passt auch der Vorschlag im STEP05, flexible Räume für integrative
Gesundheitseinrichtungen in neu zu gestaltenden Stadtteilen vorzusehen (z.B. Flugfeld Aspern).23
Auf internationaler Ebene geht sogar die WHO in ihrem Programm zu .Active Ageing. auf die Bedeutung der
lokalen Ebene, des Wohnens und des Quartiers, für Ältere ein (siehe folgende Seite).

Zahlreiche empirische Basisstudien in diversen europäischen Ländern befassen sich mit der Bedeutung der
Wohnumgebung für Ältere. Genannt seien hier zum Beispiel eine deutsche Studie zu subjektiven Aspekten
des Wohnerlebens und der Verbundenheit mit der Wohnumwelt, die fünf Kategorien von
Bedeutungsinhalten ergab . Erleben von räumlich-dinglichen, verhaltensbezogenen, kognitiven, emotio-
nalen und soziale Aspekten24, sowie eine weitere Arbeit zur Bedeutung des Wohnumfeldes für die
Alltagsmobilität älterer Menschen am Stadtrand, welche die Relevanz der Infrastruktur untersucht. 25
Ebenfalls wurden in anderen europäischen Ländern Rahmenprogramme für Stadtteile oder Quartiere mit
unterschiedlichen Themenschwerpunkten entwickelt, die teilweise direkt, teilweise implizit dazu beitragen,
die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern. Zu diesen Rahmenprogrammen, sowie Projekten und
Studien gehören u.a. die deutschen Modellprogramme .Ältere Menschen und ihr Wohnquartier., .Stadtteile
mit besonderem Entwicklungsbedarf . die soziale Stadt., oder der .Werkstatt-Wettbewerb Quartier.. (Siehe
nächste Seite)
Innerhalb dieser Rahmenprogramme und Projekte wurden zalreiche Elemente und Bausteine, die in einem
größeren städtischen Kontext wirksam waren, entwickelt (siehe folgende Seite)
Sichtenswerte Beispiele von quartiersbezogenen Konzepten für ältere Menschen aus verschiedenen
europäischen Ländern präsentiert auch die Dokumentation .Älter werden . wohnen bleiben.. 26 Weitere
Hinweise gibt es zu .betreuten Wohnzonen in den Niederlanden. und diverse Wohnprojekte mit
Orientierung auf Ältere, wie z.B. das Mehrgenerationen-Wohnprojekt Köln .Gemeinsames Wohnen
Karmel-Kloster. (D), das in Verbindung mit dem benachbarten Altenheim steht, sowie halböffentliche,
gemeinschaftliche und individuelle Nutzung des Gartenbereichs organisiert.
Auf gute Beispiele von Aktivitäten für ältere MigrantInnen aus etlichen europäischen Städten (SEEM .
Services for Elders from Ethnic Minorities) wurde schon in Kapitel 2.1 Serviceleistungen verwiesen. Diese,
zugeordnet den Schwerpunkten .Besseres Verstehen der Bedürfnisse von Älteren aus ethnischen
Minoritäten, Information und Kommunikation, Konsultation und Einbeziehung, Politik- und
Strategieentwicklung, Serviceangebote und Nachhaltigkeit. sollten ebenfalls genauer in Augenschein
genommen werden.27
Diese Auswahl internationaler Vorschläge und Aktivitäten sollte ein Schlaglicht auf innovative
Entwicklungen in bezug auf Ältere werfen, sie ist jedoch weder umfassend und in der Selektion genauer
systematisiert, noch kann sie in der gegebenen Kürze eine Aussage zur Qualität des Angeführten treffen.
Da diese europäischen Beispiele auf die jeweiligen nationalen und regionalen Regelungen, sowie ge-
sellschaftlich-kulturellen Bedingungen aufbauen, ist zur Bewertung der Relevanz für den Wiener Kontext
und der Übertragbarkeit eine genauere Sichtung notwendig.

Das Wort .Grätzel. (Wiener Sprachgebrauch) bzw. das Wort .Quartier. (deutschsprachige Literatur) werden im STEP nicht explizit verwendet. Am
ehestens entspricht ihnen der im STEP verwendete Begriff Wohngebiet (STEP05, 2005:108ff) bzw. Wohnumfeld (STEP05, 2005:103).

In den .Handlungsfeldern der Stadtentwicklung. zum Bereich .Wohnbau. und .Wohngebiete in der Stadt. (STEP05, 2005:107ff) wird sowohl auf die
bisherigen international anerkannten Leistungen der Wiener Stadt-
erneuerung sowie die Stärken und Schwächen der Gründerzeitbestands und der älteren Stadterweiterungsgebiete eingegangen, und es werden auch
zahlreiche Maßnahmenbereiche und Empfehlungen gelistet. Auf die Thematik der Bedürfnisse Älterer und Hochbetagter und das Zusammenleben von
Jung und Alt wird jedoch nicht explizit Bezug genommen. Jedenfalls soll .... das Engagement der Stadt ... im dicht bebauten Stadtgebiet generell verstärkt
werden.. (STEP05, 2005:111) .Die Strategie der .Sanften Stadterneuerung. soll grundsätzlich fortgesetzt werden. ... Es ist (jedoch) notwendig, ... eine
Zuwanderung aktiver und jüngerer Bevölkerungsgruppen auszulösen.. (STEP05, 2005:108)

Stadterneuerungsmaßnahmen tragen zur Erhöhung der Lebensqualität Älterer bei, da auch sie von der Umsetzung eines integrierten Konzept für alle Be-
völkerungsschichten profitieren.1 Vgl. STEP05, 2005:103
2 Vgl. STEP05, 2005:108ff

3 Finanzierung, Betreuung, Konzepte: MA 25, MD Geschäftsstelle Infrastruktur und Stadterneuerung. Ausführliche Analysen zu 25 Jahren Gebietsbe-

treuung in Wien . Bilanz, Perspektive, Strategie siehe Feigelfeld (SRZ) 2000a, sowie Feigelfeld (SRZ) 2000b.
4 NutzerInnen von Angeboten der Gebietsbetreuungen berichten zu drei Viertel über gute Erfahrungen, wobei diejenigen der Altersgruppe 60 bis 69

kritischer sind (56% positiv), die noch Älteren wieder sehr zufrieden. Hinweis gibt es auch auf die, trotz der lokalen Bedeutung, doch kleine Reichweite von
Gebietsbetreuungen, nur 3% der Befragten hatten eine derartige Einrichtung schon einmal genutzt, dieser Wert ist bei der Altersgruppe 60+ in etwa
gleich. Gleichzeitig nehmen doch viele WienerInnen Verbesserungen wahr, zu Gestaltung des öffentlichen Raums, Freizeitangeboten und Qualität der
Grünflächen und Parks sehen dies jeweils mehr als ein Drittel bis zur Hälfte der Befragten. Dabei ist die positive Wahrnehmung der über 60jährigen immer
noch ein wenig höher. (IFES 2003)
Gebietsbetreuungen neu:
Erfahrungen aus der Arbeit von Gebietsbetreuungen neu verweisen auf ein relativ starkes Konfliktpotential zwischen Alt und Jung in älteren Städtischen
Wohnhausanlagen hin. Hauptthema derartiger Auseinandersetzungen ist die Nutzung der anlageneigenen Freiräume. Der Alterskonflikt wird außerdem
meistens durch die Pole Mehrheit / ethnische Minderheit überlagert, da die Jüngeren meist aus in der Anlage wohnenden eingebürgerten Haushalten
stammen (a). Aufgrund der Alterstruktur dieser Anlagen (herrührend aus der monostrukturierten Anfangsbesiedelung) sind die Gruppen der (derzeit vor
allem rüstigeren) Älteren groß, gemeinsam artikulationsfähig und durchsetzungsstark (b).
Die Wichtigkeit von sensibler Freiraumplanung, Moderation von Nutzung des Freiraums, auch hinsichtlich der ständigen Veränderung der Nutzergruppen
und der Situation angepasster Freiraumsanierung wird betont. Unabdingbar, und Erfolg bringend, ist die Kontaktaufnahme mit den Betroffenen, ihnen ein
.Ohr. und ein .Ventil. zu bieten. Bauliche Maßnahmen erweisen sich als sekundär (manchmal als unterstützend, wie z.B. Räume für Junge in der kalten
Jahreszeit, manchmal auch als kontraproduktiv), Betreuung und Aktionen (z.B. Parkbetreuung, Jugendanimation via Back on Stage ...) helfen zur
Entspannung im lokalen Konflikt. Schwierigkeiten liegen hier jedoch in der mangelnden Kontinuität (Finanzierung) derartiger Angebote.
a Gespräch mit Gebietsbetreuung Neu 16. Bezirk, Tove Reibi, November 2005.

b Erste aktuelle, noch nicht veröffentlichte Ergebnisse einer Befragung zu neuen Dienstleistungen im Wohnungssektor geben Hinweise auf das

Unzufriedenheitspotential Älterer in diesen Anlagen (Czasny (SRZ) in Bearbeitung).
5 Institut für Konfliktforschung, 2004:Diese Studie zur Evaluierung der Gebietsbetreuung Neu stellt fest, dass es kein einheitliches Tätigkeits-profil der

Gebietsbetreuungen gibt, da zum einem die Anzahl der betreuten Gemeindewohnungen stark variiert (von rund 2.000 bis fast 29.000) und die
Einrichtungen selbst Schwerpunkte setzen, die von den Erfordernissen und Möglichkeiten im Bezirk abhängen.
6 Gespräche mit Gebietsbetreuung .klassisch. Ottakring, Birgit Brodner, sowie Gebietsbetreuung .klassisch. Leopoldstadt, Peter Mlczoch, November
2005. Weitere Hinweise auf Aktivitäten der Gebietsbetreuungen enthalten die jährlichen Tätigkeitsberichte.
7 Gespräche mit Gebietsbetreuung .klassisch. Ottakring, Birgit Brodner, sowie Gebietsbetreuung .klassisch. Leopoldstadt, Peter Mlczoch, November

2005.
8 Gespräch mit Grätzelmanagement Volkert- und Alliiertenviertel Wien 2, Peter Mlczoch, November 2005; sowie Erfahrungen zum 2. Bezirk aus dem

Projekt .Austausch Paris . Wien zu Stadterneuerungsaktivitäten mit BürgerInnenbeteiligung auf Quartiersebene 2004. (Projektleitung H. Feigelfeld), siehe
Feigelfeld (SRZ), 2004a.
9 Lokale Agenda 21 (http://www.la21wien.at/Plone). LA 21 kooperiert mit mehreren Geschäftsgruppen des Magistrats und der

Magistratsdirektion.
10 Die Überrepräsentanz von Frauen im Quartier ist zum Teil noch demographisch bedingt (bei den Hochaltrigen überwiegt der Frauenanteil), steht aber

auch mit der gender-spezifischen Situation (Kinderbetreuung, Haushalt, .) in Zusammenhang: Mehr dazu siehe Feigelfeld 2001, sowie Feigelfeld (SRZ)
2000b, und Feigelfeld (SRZ) 1996.
11 Lokal bezogen werden Auswertungen zu Verbesserungswünschen für das eigene Wohngebiet, differenziert nach Typen von SeniorInnenhaushalten,

sowie nach Gebietstypen durchgeführt. (auf Basis von Daten aus .Leben In Wien 2003.), Moser et al (SRZ), 2005a
12 Da viele Datendokumentationen auch weiterhin (wenn überhaupt) nur das Kriterium Staatsbürgerschaft beinhalten, ist vor allem der Zielgruppenbedarf

der älteren Eingebürgerten kaum erfasst. Eine Auswertung der aktuellen Daten aus .Leben in Wien 2003.in Bezug auf ältere MigrantInnen ist in
Bearbeitung, i.A. der Bereichsleitung Sozial- und Gesundheitsplanung und Finanzmanagement (Auskunft Prof. Christoph Reinprecht, November 2005).
13 STEP05, 2005:82.

14 Zu dem, als Beispiel, Mangel an Diversitätsbeauftragten in Einrichtungen der Erwachsenenbildung siehe Reinprecht, 2005b.

Ehrenamtliche Tätigkeit:
Grundsätzlich genießen jedoch ehrenamtliche Tätigkeiten eine große Wertschätzung: zwei Drittel der Befragten einer Untersuchung (Reinprecht, 1999)
hielten solche freiwillige Mitarbeit in der Gesellschaft für wichtig. Die Bereitschaft ist jedoch weniger stark ausgeprägt (nur knapp die Hälfte ist dafür
ansprechbar, alltägliche und lebendige Praxis ist es nur bei Wenigen. .Am stärksten verbreitet ist die (informelle, nicht-organisierte) unbezahlte Hilfe in der
Nachbarschaft. ... Betreuungstätigkeiten wie etwa die Pflege von alten, gebrechlichen, kranken und einsamen Menschen ... werden hingegen seltener
genannt; nur eine geringe Bedeutung kommt auch der Teilhabe an gemeinwesenbezogenen Aktivitäten wie etwa Maßnahmen zur Verschönerung des
Stadtteils zu..
15 Vgl. Feuerstein, 2004

16 STEP05, 2005:19

17 Breitfuss/et al, 2004; sowie Veranstaltung .Was tun gegen Armut und soziale Ausgrenzung? Lehren aus den Strategien europäischer Großstädte.;

Dezember 2005, Wien.
Konzepte und Programme der lokal tätigen Institutionen in Wien
Die aktuelle Situation von lokal tätigen Institutionen (Gebietsbetreuung .klassisch., .neu., Lokale Agenda 21) wurde oben beschrieben, auf ihre
Erfahrungen kann aufgebaut werden. Es gibt zu ihrer Arbeit Evaluationen und Analysen, die zu Vorschlägen und Konzepten für die weitere Tätigkeit
führen.

So wurde 2000 im Rahmen eines derartigen Prozesses für die .klassischen. Gebietsbetreuungen ein 10-Punkte-Programm für eine Weiterentwicklung
definiert (a). Dies enthält den Vorsatz, ein zukunftsfähiges Leitbild zu entwickeln, eine Klärung der Übernahme von Managementaufgaben bei künftigen
Projekten herbei zu führen, breite Vernetzung (was die Verbindung zu Serviceangeboten des Sozial- und Gesundheitssektors verbessern kann), sowie
die Aufwertung nicht-technischer Kompetenzen in der Vor-Ort-Arbeit. Letzteres stützt vor allem die inzwischen starke Zunahme der breiten Beratung in
sozialen Belangen. Zur Erleichterung des Kontakts zu den KundInnen sollen Rahmenbedingungen verbessert werden, bis zur Möglichkeit der Einrichtung
temporärer Kontaktorte. Weiters erfolgen im Rahmen der periodischen Neu-Ausschreibung der Gebietsbetreuungs-Leistungen Überarbeitungen und
Neu-Definitionen der Anforderungen.

Auch die Evaluierung der .Gebietsbetreuungen Neu. führt verbesserungswürdige Bereiche an, wie mehr Klarheit und Abgleich im jeweiligen
Tätigkeitsprofil (vor allem bei Tätigkeiten, die über die zentrale Aufgabe einer niederschwelligen Anlaufstelle für die vielfältigen Anliegen der MieterInnen
hinaus gehen), sowie Verbesserungen in der Zusammenarbeit auf Bezirksebene und mit Wiener Wohnen (b). Dies kann auch einen Ansatzpunkt für
integriertere Kooperation mit Stadtplanungsstellen und dem Gesundheits- und Sozialbereich darstellen. Ebenso könnten die inzwischen angesammelten
Erfahrungen und daraus entwickelten Ideen der Gebietsbetreuungen Neu in einem informellen Austausch in die Stadtplanung einfließen (z.B. zur
Gestaltung und Organisation von Freiräumen in größeren Wohnanlagen).

Die baldigen Ergebnisse zur Evaluation der Lokalen Agenda 21 (c) sollten ebenfalls in Hinblick auf Erfahrungsaustausch und Kooperation gesichtet
werden. Hier ergeben sich vielleicht auch konkretere Hinweise auf das Beteiligungspotential von BürgerInnen, dass vor allem bei den aktiven jüngeren Se-
niorInnen gegeben sein könnte. Interesse an Bürgerbeteiligung ist in den Ergebnissen der Befragung .Leben in Wien. durchaus erkennbar. d Auch
Reinprechte merkt an, dass in bezug auf gemeinwesenbezogene Maßnahmen das Aktivitätspotential nicht ausgeschöpft sind.
Im Grätzelmanagement stehen verstärkte Aktivitäten in Richtung Ältere auf der Liste aktueller Vorhaben, vor allem zur Anregung der besseren
.Aneignung. (sanierter) Plätze, und der stärkeren Einbindung aktiver SeniorInnen in die lokale Beteiligung (aufgrund positiver Erfahrungen)f..

a Feigelfeld (SRZ), 2000b.
b Institut für Konfliktforschung, 2004:30.
c Das ZSI führt aktuell ein Evaluierung der LA 21 durch (ZSI Zentrum für Soziale Innovation, Wien, zum Projekt siehe: http://www.zsi.at/de/news/554.html

).
d IFES 2003. Das geäußerte Interesse an Mitwirkung bei der Gestaltung der Wohnumgebung und bei Fragen der Bezirksentwicklung, Planung und

Lokalen Agenda 21 liegt im Durchschnitt bei 30% bis an die 50%, und ist auch bei den 60- bis 69-Jährigen kaum geringer. Erst bei den Betagteren sinkt sie
deutlich ab. Die Bereitschaft bei Großprojekten z.B. der Stadtgestaltung oder Verkehrsplanung liegt bei einem Fünftel bis zu einem Drittel, auch hier bei
den .Sechzigern. nur wenig darunter. Schon teilgenommen an Bürger- und Bürgerinnen-Versammlungen haben fast ein Viertel letzterer (der Durchschnitt
liegt darunter, bei 17%).
e Reinprecht, 1999.

f Gespräch mit Grätzelmanagement Volkert- und Alliiertenviertel Wien 2, Peter Mlczoch, November 2005.

18 Letzteres wurde als .gutes Beispiel. in mehreren internationalen Dokumentationen aufgenommen, so im EU-Projekt COOP (Leitung SRZ), siehe

Consortium COOP, 2005, und als UN Habitat Best Practice, siehe http://www.bestpractices.at oder http://database.bestpractice.org
19 Reinprecht, 2005a, 2005b.

20 STEP05, 2005:82.

21 STEP05, 2005:113 ff.

22 Feigelfeld, Czasny (IS) 1991.

23 STEP05, 2005:82.

24 Oswald/Wahl, 1996

25 Föbker, 2002



Active Ageing (WHO)
Die Vorschläge zum Handlungsbedarf im Bereich .Quartier. und .Stadterneuerung. können sich auf die folgenden drei Hauptgruppen an
Handlungsvorschlägen der WHO beziehen (BMSG, 2002):
Teilnahme am sozialen Leben.
.Eine Gesellschaft für alle Altersgruppen. In den Lebensstadien, die der Erziehung, der Arbeit und der Pflege vorbehalten sind, muss für größere
Flexibilität gesorgt werden. Eine Palette von alternativen Wohnmöglichkeiten für alte Menschen muss entwickelt werden, um Barrieren gegen die
Unabhängigkeit und das Zusammenleben mit Familienmitgliedern einzureißen, und die volle Teilnahme am Familien- und Gemeinschaftsleben zu
stärken.. (BMSG, 2002:52) Angesprochen wird hier im Einzelnen das Altwerden zuhause und in der Gemeinschaft.
Gesundheit:
.Maßnahmen zur Prävention und Verminderung von Behinderungen, chronischen Krankheiten und vorzeitigen Todesfällen. (BMSG, 2002:46), u.a. durch
eine altenfreundliche, sichere Umgebung, durch schwellenfreie Wohnungen und öffentliche Gebäude. Die Lebensqualität solle .durch Änderungen der
Lebensumgebung. verbessert werden.
und
Sicherheit:
.Unterkunft. Ältere Menschen haben ein Recht auf eine sichere, geeignete Wohnung, besonders in Zeiten des Konflikts und der Krise. Wohnhilfen für
Senior/innen und ihre Familien müssen bei Bedarf geleistet werden, (wobei besondere Rücksicht auf die alleine Lebenden zu nehmen ist) und zwar in
Form von Mietzuschüssen, Genossenschaftswohnungen, Subventionen für Haussanierungen etc.. (BMSG, 2002:53)

Ausgewählte internationale Rahmenprogramme
Modellprogramm .Ältere Menschen und ihr Wohnquartier.. Vom deutschen Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau wurde
bereits vor mehr als zehn Jahren das Modellprogramm .Ältere Menschen und ihr Wohnquartier. (a) eingerichtet, um die räumlichen und sozialen
Zusammenhänge zwischen Wohnsituation und städtebaulicher Struktur zu untersuchen. Mit dem Programm sollten einerseits die besonderen
Anforderungen älterer Menschen an den Wohnungs- und Städtebau erforscht und anderseits Konzepte und Maßnahmen in den Wohnquartieren an 21
städtebaulichen Modellvorhaben erprobt werden. Diese wurden den drei städtebaulich definierten Gebietskategorien .Innerstädtische Altbauquartiere.,
.Wohnsiedlungen. und .Land und Umland von Städten. zugeordnet.
Zusammenfassend kam die Studie für Deutschland zu dem Ergebnis, dass beim Quartierstyp der innerstädtischen Altbauquartiere primärer
Handlungsbedarf in den Bereichen der Wohnungsanpassung und der Wohnumfeldverbesserung besteht. In den Wohnsiedlungen, meist nach dem
zweitem Weltkrieg errichtet, haben .kleinräumige Ergänzungen der kommerziellen und sozialen Versorgungseinrichtungen Priorität.. (b) (Eine
detailliertere Befassung würden den Rahmen dieses Berichtes sprengen.)

Modellprogramm .Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf . die soziale Stadt. (c) Das Programm .Soziale Stadt. wurde 1999 vom deutschen
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, mit dem Ziel der zunehmenden sozialen und räumlichen Segregation in den deutschen
Städten entgegen zu wirken, gestartet. Bisher wurden in den 330 Programmgebieten (in 230 Städten und Gemeinden) organisatorische Strukturen der
Stadtteilentwicklung aufgebaut (u.a. Ressourcenbündelung, Quartiersmanagement, Aktivierung und Beteiligung, Integrierte Handlungskonzepte,
Evaluierung und Monitoring), Handlungsfelder erarbeitet (u.a. lokale Ökonomie, Zusammenleben im Stadtteil, Wohnungsmodernisierung und
Wohnumfeldverbesserung, Schule und Bildung im Stadtteil, Stadtteilkultur, Gesundheitsförderung, Imageverbesserung und Öffentlichkeitsarbeit) sowie
impulsgebende Maßnahmen und Projekte realisiert. Dabei wurden auch unterschiedliche Lebensrealitäten, wie Gender Mainstreaming oder
unterschiedliche Altersgruppen in der Bevölkerung berücksichtigt. So gehörten z.B. bei der Quartiersentwicklung in Lerup (Hamburg)
Generationenkonflikte zu den besonders bearbeiteten Problemfeldern. Die konkreten Maßnahmen sollten in Hinblick auf ihre Übertragbarkeit in
Augenschein genommen werden.

Werkstatt-Wettbewerb Quartier. (d) Der .Werkstatt-Wettbewerb Quartier. wurde von der Bertelsmannstiftung und dem Kuratorium der deutschen
Altershilfe (KDA) im Rahmen des von 2002 bis 2005 laufenden Projekts .Leben und Wohnen im Alter. gemeinsam durchgeführt. .Als ein wichtiges Modell
der Zukunft erscheinen .quartiersbezogene Wohnkonzepte., die auf eine kleinräumige Vernetzung und Integration unterschiedlicher Wohn- und
Betreuungsangebote und die Mitwirkung der Quartiersbewohner ausgerichtet sind. Derartige .Quartierskonzepte. befinden sich immer noch am Anfang
der Entwicklung, .. (Kremer-Preiß/Stolarz, 2003:11)Ziel des Wettbewerbs war daher die Bestärkung beispielhafter Ansätze.


Die Prinzipien von Quartierskonzepten wurden vom Kuratorium der deutschen Altershilfe (KDA) in der Studie .Neue Wohnkonzepte für das Alter und
praktische Erfahrungen bei der Umsetzung. Eine Bestandsanalyse.. (e) beschrieben.

In den letzten Jahrzehnten sind im Bereich des Wohnens neue Modelle entstanden, die in unterschiedlichen Abstufungen Betreuungs- und
Gemeinschaftsmöglichkeiten anbieten, wie Selbstorganisierte Wohn- und Hausgemeinschaften, Betreutes Wohnen, Mehrgenerationen Wohnen,
Integriertes Wohnen und Seniorenwohngemeinschaften (f). Fast alle diese Modelle stellen ältere Menschen jedoch vor eine Entscheidungssituation, da
sie einen u.U. in der Folge auch noch weitere Umzüge erforderlich machen. Die Notwendigkeit dieser Entscheidungssituation entfällt, wenn ein mehr auf
das Wohnquartier bezogener Ansatz der Unterstützung gewählt wird.

In Anbetracht des demographischen Wandels der Bevölkerung haben solche Konzepte eine Reihe wesentlicher Vorteile: .Die .normalen. Wohnungen
älterer Menschen sind in ein Versorgungsnetz eingebunden und können wichtigste Wohnform auch im Alter bleiben. Soziale Kontakte und gegenseitige
Unterstützung zwischen den Generationen lassen sich in einem Quartier, in dem die Generationen ohnehin zusammenleben, leichter organisieren. Auch
bei einem notwendigen Umzug in eine andere Wohnform kann dem Bedürfnis nach Verbleib im angestammten Wohnumfeld leichter Rechnung getragen
werden, in dem solche zusätzlichen Wohnformen in ein Gesamtkonzept der Betreuung für ein Wohnquartier integriert werden.. (Kremer-Preiß/Stolarz,
2003:161)

Elemente und Bausteine aus diesen Rahmenprogrammen und Projekten sind am Ende dieses Kapitels kursorisch aufgelistet.

a Projektzeitraum 1988 bis 1993
b Weitere Informationen unter http://www.bbr.bund.de/exwost/forschungsfelder/ff_index.html
c Deutsches Institut für Urbanistik (difu), 2003

d Kremer-Preiß/Stolarz, 2003

e Kremer-Preiß/Stolarz, 2003

f Vgl. dazu BMSG, 2000

26 Brech/Potter (Hrsg.), 1991

27 SEEM (Projektbericht), 2005

siehe auch www.leeds.gov.uk/seem
Elemente und Bausteine aus den zuvor vorgestellten Rahmenprogrammen (a):
Instrumente zur gezielteren Bedarfsermittlung:
. Analyse der kleinräumigen Sozialstruktur und demographischen Entwicklung
Ermittlung der Bedürfnisse und Anforderungen der BewohnerInnen, u.a. durch Interviews und Bewohnerversammlungen, ergänzt um Experteninterviews
von SozialarbeiterInnen vor Ort
Integrierte Konzepte, die u.a. folgende Themenbereiche abdecken: Sicherheit im Wohnumfeld und im öffentlichem Raum, soziale Aktivitäten und soziale
Infrastruktur, Image und Öffentlichkeitsarbeit, Zusammenleben unterschiedlicher sozialer und ethnischer Gruppen, Stadtteilkultur, Seniorenhilfe,
Gesundheit (difu, 2003:84)

Maßnahmen zur Integration von Jung und Alt im Quartier, Stärkung der Hilfspotentiale, Verhinderung von Ausgrenzung und Isolation:
quartiersoffene Einrichtungen für alle Generationen / Siedlungstreffpunkte (z.B. Tagespflegestation mit offenem Treffpunkt in Kempten; Treffpunkt für
Jung und Alt mit Freizeit und Begegnungsprogrammen sowie Beratung in Saarbrücken, Entwicklung eines Kooperationsmodells nachbarschaftlicher Hilfe
in Trier)
Differenziertes Angebot an Wohnungen und Gemeinschaftseinrichtungen
Verbesserungsmaßnahmen zur Gestaltung der privaten und halböffentlichen Freibereiche (z.B. Aufenthalts- und Begegnungsbereiche im Innenhof in
Saarbrücken, Begrünungsmaßnahmen für öffentliche und halböffentliche Freiflächen und Schaffung neuer Fußwege in Neu Isenburg)
. Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und Straßenrückbau, Neugestaltung der Gehwege
. Verbesserung der sozialen und gesundheitlichen Infrastruktur und Verstärkung der
Kooperation zwischen den sozialen Trägern und Nutzern durch ein quartiersbezogenes Netz
. Schaffung von Infrastruktur-Einrichtungen in nicht genutzten Räumen
. Schlichtung von Konflikten in der Nachbarschaft (difu, 2003:117)
. Grüne Zwischennutzung von Brachflächen (difu, 2003:121)
. Kunstprojekte im Quartier
. Baumpflanzaktion (difu, 2003:207)
. kleinteiliges Flächenrecycling
. Anbot eines Mittagstisches an Stelle von .Essen auf Rädern.(b)

Instrumente zur verbesserten Umsetzung von Konzepten:
. Konzeption eines Sozialplans als Basis für Sanierung
. Einrichtung einer ressortübergreifenden Lenkungsgruppe
. .Soziale Bauleitung., die für ältere Menschen erforderliche Beratung, Betreuung und
Nachbarschaftshilfe organisiert
. Starter- und Themenkonferenzen, um alle Akteure zu informieren und Erwartungen an die
Projektumsetzung zu diskutieren
. Imagewerkstatt
. Beteiligungsmodelle der Quartiersbevölkerung
. Ressourcenbündelung auf kommunaler Ebene
. Quartiersmanagement als Schlüsselinstrument integrierter Stadtteilentwicklung
 (difu, 2003:170ff)
. Integration teilräumlicher in gesamtstädtische Prozesse (difu, 2003:237)

aViele der folgenden Vorschläge sind der Dokumentation des Deutsches Institut für Urbanistik (difu) entnommen.
bSo kann das Mittagessen in der Privatsphäre der Wohnung (.Essen auf Rädern.) eingenommen werden, oder es wird in der Umgebung ein stationärer
Mittagstisch angeboten, der über die Nahrungsaufnahme hinaus weitere Funktionen, wie Kontakte, Informationsaustausch u.ä. ermöglicht. .Zu Essen auf
Rädern gibt es gute Alternativen, so zum Beispiel kommunikationsfördernde gemeinsame Mittagstische, im günstigsten Fall von Älteren selbst zubereitet,
sofern der Einkaufsdienst nicht greift oder dem Bedarf nicht entspricht.. (Tews, 1999). Auch andere niederschwellige Angebote der Alltagsunterstützung
könnten im Quartier angeboten werden (vgl. dazu u.a. Wüstenrot Stiftung (Hrsg.), 1997 und Tews, 1999).


Ausgehend von der gesundheitlichen, der familiären und wirtschaftlichen Situation und
der sozialen Einbindung gilt:

je älter und ... eingeschränkter, sozial weniger eingebunden, ärmer ...
desto mehr steigt der Bedarf an:
¤ öffentlicher Versorgung, nicht nur im Nahbereich des Wohnortes (Medizin)
¤ leicht zugänglicher / erreichbarer Nahversorgung (Einkauf, Kultur)
¤ Wahlmöglichkeit bei der Art der Lebensführung (Wohnform, Betreuungs-/
 Unterstützungsform)
¤ Vertrautheit der Umgebung / Bekanntheit des / im Grätzel
¤ Sozialem und kommerziellen Angebot an Unterstützungsdiensten bei der Haushalts-
 führung / Lebenshaltung (Einkauf, Wäsche, Körperpflege)
¤ Anregung und Unterstützung zum Verlassen der Wohnung
¤ Möglichkeiten / Anregungen zur Kontaktaufnahme / Kommunikation im Außenraum
¤ niedrig-schwelligen Angeboten und informellen Treffpunkten für Bekanntschaften
¤ frei zugänglichem Freiraum / Ausgleichsraum / sozialem Raum
¤ nicht kommerziellen Freizeitmöglichkeiten.
¤ Maßnahmen die „Sicherheit“ im Außenraum vermitteln (Beleuchtung, etc.)
¤ gut erreichbaren Angeboten des öffentlichen Personennahverkehr ....

je älter und ... eingeschränkter, sozial weniger eingebunden, ärmer ... MigrantInnen sind,
desto mehr steigt der Bedarf an:
¤ der Herstellung gleicher Chancen und Rechte wie für die Mehrheitsbevölkerung
¤ Kontaktmöglichkeiten mit Hilfe von Personen aus demselben Kulturkreis (Diversität)
¤ zusätzlichen Unterstützungsangeboten
¤ Eingehen auf die unterschiedlichen kulturellen Zugänge
¤ Einbindung in die demokratischen Prozesse und Repräsentation in den Entscheidungs-
 bereichen (Systemintegration)
¤ Schutz gegen Diskriminierung im privaten Bereich (Soziale Integration).


3 HANDLUNGSBEDARF UND EMPFEHLUNGEN FÜR DIE
STADT WIEN
3.0 HAUPTERGEBNISSE
In diesem Kapitel sollen, auf Basis des zusammen gestellten Wissens über den im zweiten Kapitel
beschriebenen Ist-Zustand in Wien, sowie unter Berücksichtigung von bereits existierenden Prognosen,
Konzepten, Projekten und Programmen (siehe auch Kapitel 2) und den in Kapitel 1.2 in Form von je/desto
Sätzen formulierten Anforderungen, ein Überblick über Inhalte und Themen gegeben werden, zu denen aus
Sicht der AutorInnen in der nächsten Zeit Handlungsbedarf der Stadt Wien besteht.
Der Handlungsbedarf zeigt sich, in der Gesamtbetrachtung der zahlreichen Vorschläge, sowohl .in der
Hardware. (bauliche, gestalterische Maßnahmen), als auch .in der Software. (Organisation, Koordination).
Ebenfalls besteht ein genereller Koordinations-, Vernetzungs- und Informationsbedarf zwischen den
verschiedenen Fachbereichen und angegliederten Institutionen, so wie in Richtung Öffentlichkeit.

Rahmenprogramm
Ältere Menschen im urbanen Raum
Die im folgenden zu den einzelnen Handlungsfeldern vorgeschlagenen Massnahmen sollten in ein
Rahmenprogramm zur Verbesserung der Lebensqualität Älterer in der Stadt mit dem Titel .Ältere
Menschen im urbanen Raum. integriert werden , innerhalb dessen fach- oder raumbezogene
Verbesserungsmaßnahmen in Angriff genommen werden.

Das Rahmenprogramm könnte in zwei Programmschienen unterteilt werden:
Rahmenprogramm Ältere Menschen im urbanen Raum.
(1) DAS Netz zur Schaffung struktureller und organisatorischer Voraussetzungen zur Vernetzung von
Stadtplanung und Gesundheitsvorsorge durch den Aufbau einer Koordinationsebene. Zu den Arbeitsfeldern
gehören u.a.:
Sammlung aller mit dem Thema .Alter. befasster Dienststellen, Institutionen, Organisationen
Aufbau eines Netzwerkes mit AnsprechpartnerInnen für die verschiedenen Themenbereiche und
Fragestellungen
Erarbeiten eines Koordinationskataloges (einer.Checkliste., die definiert, welche Stellen zu bestimmten
Bearbeitungsgebieten/Fragestellungen beigezogen werden müssen und wo eine Einbeziehung hilfreich /
ergänzend / förderlich ist)
Vorbereitung der organisatorischen und inhaltlichen Vor-aussetzungen für die kurzfristige Erstellung von
Arbeitskreisen zu bestimmten Themen
Strukturierung der Arbeitskreise unter Vorgabe von Arbeits-, Zeit- und Umsetzungshorizont (Monitoring)

(2) Die Initiative .WIEN FÜR GENERATION +.
mit den Bausteinen:
Forschung (Verdichtung der Wissensbasis, Grundlagenerhebungen, Prognosen, Analysen, Konzepte)
Austausch im .Netz. (Vertiefung zu querschnitts orientierten Fragestellungen)
Beratung und Information /Öffentlichkeitsarbeit (Erleichterung von Zugang und Bewusstseinsbildung)
Pilotprojekte (Konzeptentwicklung und beispielhafte Umsetzungen, mit Komponenten Partizipation und
Empowerment)
Operationalisierung und Umsetzung (Durchführungen auf Basis von vorhandenen Konzepten,
Mainstreaming guter Erfahrungen)
Das Sonderprogramm .ÄLTERE MIGRANTINNEN
In den folgenden Unterkapiteln werden . soweit möglich . zu jedem dieser Bausteine Vorschläge zu den
folgenden Handlungsfeldern gemacht:
1. Querschnittsmaterie
2. Soziale und gesundheitliche Infrastruktur
3. Öffentlicher Raum: Erreichbarkeit und Grün-/Freiraum
4. Öffentlicher Raum: Quartier
5. Sonderprogramm .Ältere MigrantInnen.
Die vorgeschlagenen Massnahmen betreffen unterschiedliche Maßstabsebenen und unterliegen keiner
Reihung, weder in Dringlichkeit, noch in Bedeutung. Sie sind unterschiedlichen Kompetenz- und
Entscheidungsebenen zuzuordnen, wobei sich Überschneidungen ergeben.

Starter. Um die Voraussetzung für eine Kooperation und eine gemeinsame Ausgangsbasis für die beiden
Programmschienen des Rahmenprogramms .Ältere Menschen im urbanen Raum. zu schaffen, schlagen
die AutorInnen dieses Berichts ein Initial-Meeting mit Teilnehmern auf der Führungsebene der
institutionellen Einrich-tungen vor.
Zu den Zielen dieses Meetings gehören die Fixierung der am Rahmenprogramm teilnehmenden
Institutionen, erste Vorschläge für ein Finanzierungskonzept, Vereinbarungen über einen generellen
Zeitplan und die Gründung einer Steuerungsgruppe für beide Programmschienen des Rahmenprogramms.

Rahmenprogramm
Querschnittsmaterie
Forschung
. Bild der Älteren in der österreichischen Gesellschaft
. Wohn-/ Wohnumfeld- Modell. Transfermöglichkeiten internationaler Beispiele

Austausch im „Netz“
. Bild der Älteren im Magistrat
. Wohnumfeld: Voraussetzungen und Ansprüche

Beratung, Information, Öffentlichkeitsarbeit
. Aktion .Prävention 50+.
. Alternative Wohnformen, .neue Heime. und ihr Umfeld
. Initiative .Teilnahme am sozialen Leben.

Pilotprojekte
. Integration breiter Angebote für Ältere
. Wohn-/ Wohnumfeld-Modellprojekt

Soziale und gesundheitliche Infrastruktur: Gesundheit und soziale Teilhabe
Forschung
. Detailkonzepte zu Verschränkung von Gesundheit und Stadtplanung
. Datenermittlung altersspezifische Erkrankungen (Gesundheit)
. Datenermittlung zu Sozialhilfeempfängern (Gesundheit)
. Quantitative Prognosen zu Serviceeinrichtungen / Langzeitpflege (Gesundheit)
. Evaluation von Servicestellen (Gesundheit)
. Transfermöglichkeiten von Modellwohnprojekten (Gesundheit)
. Regionalkonzept zum Ausbau von Servicediensten (Gesundheit)
. Internationaler Forschung und Austausch zur sozialen Teilhabe
Austausch im „Netz“
. Klassifizierung neuer Mischformen von Wohnen und Pflege (Gesundheit)
. Dezentralisierung. altersspezifischen Institutionen (Gesundheit)
. Strukturierter Austausch zur Beteiligung älterer Betroffener (Soziale Teilhabe)
Beratung, Information, Öffentlichkeitsarbeit
. .Schnupperangebote. (Gesundheit)
. Einbindung Pflegender (Gesundheit)
. Anti-Diskriminierungs-Kampagne .Wertschätzung der Älteren. (Soziale Teilhabe)
. Kampagne .Frauen Generation+. (Soziale Teilhabe)

Pilotprojekte
. Integration alternativer Wohnformen (Gesundheit)
. .Vernetzungsagenturen. (Soziale Teilhabe)

Operationalisierung, Umsetzung
. Adaptierung der Servicesysteme an den kleinräumigen Bedarf (Gesundheit)
. Ausbau der Mobilen Dienste (Gesundheit)
. .walk-in-centers. (Gesundheit)
Öffentlicher Raum: Erreichbarkeit
Forschung
. Untersuchungen zur Besucherfrequenz von Bewohnern von Institutionen
. Attraktivität des öffentlichen Raums
. Ältere und Fahrrad (Nutzung, Folgen)
. Verkehrsberuhigung (Konzepte, Evaluation)
. Wohnmobilität (Anreize durch neue Angebote)

Beratung, Information, Öffentlichkeitsarbeit
. Aktion .Vertrautheit mit dem ÖV.
. Aktion .Umzug leicht gemacht.

Pilotprojekte
. Siedlungs- bzw. quartiersbezogener Mobilitätsdienstleistungen
. Unterstützende Ausgestaltung des öffentlichen Raums
. Fußwegenetz für Ältere
. .Fußgängerfreundliches Quartier.

Operationalisierung Umsetzung
. Weiterführung der Adaptierung der Verkehrsflächen
. Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Verkehrs

Öffentlicher Raum: Grün-/Freiraum
Forschung
 . Analyse des Nutzungsverhalten und der Nutzungswünsche
. Erwachsene als neue Zielgruppe der Freiraumnutzung
 . Verfügbarkeit von Freiräumen
 . Nutzungssynergien, Nutzungsausschließung
 . Trendanalyse und Bedarfsabschätzung der Bestattungsarten
 . Untersuchung der Friedhofsnutzung
 . Konzept .Stadtgarten. (Pflege, Beteiligung)

Beratung, Information, Öffentlichkeitsarbeit
. Aktion .Unser Grün.

Pilotprojekte
. .Erwachsene in den Freiraum.
. Angebote der Freiraumnutzung für ältere Menschen

Operationalisierung Umsetzung
. Gesetzliche Verankerung des Freiflächenangebotes für alle Altersgruppen
. Abbau der Flächenkonkurrenz
. Angleichen der Nutzungsmöglichkeiten

Öffentlicher Raum: Quartier
Forschung
 . .Quartier integriert. . Evaluierung Transfermöglichkeiten
. Alternde Stadtquartiere als Zielgebiete einer kleinräumigen
  Stadtplanung. Konzeptentwicklung
 . Recherche Steuerungsinstrumente

Austausch im „Netz“
. Möglichkeiten zur Förderung von kleinräumigen Versorgungsstrukturen
. Bildung regionaler Synergien

Beratung, Information, Öffentlichkeitsarbeit
. Initiative .Bewohnerpotentiale im Quartier.

Pilotprojekte
. .Lebensqualität der Generationen in größeren Wohnhausanlagen.
. .Altbauquartier . vernetzte Services im Haus/außer Haus.

Operationalisierung Umsetzung
. Rahmenprogramm Leerstandsnutzung
. Ausweitung .Grätzelmanagement.
. Förderung von Mobilität und Kontakt in Siedlung und Quartier
. Schaffung von Platz für Engagement
. Grätzelschwerpunkt Gender / Hochaltrige Frauen

Ältere MigrantInnen (Sonderprogramm)

Forschung
 . Spezifische Anforderungen an Gesundheit / Soziales
. Transfermöglichkeiten internationaler Beispiele .Services im Quartier.

Austausch im „Netz“
. Diversitätspolitik und Geriatrie
. .Zielgruppenspezifisch oder neutral.

Beratung, Information, Öffentlichkeitsarbeit
. Kampagne .Generation + - gekommen/geblieben.

Pilotprojekte
. Grätzelschwerpunkt Begegnungsorte

Operationalisierung Umsetzung
. Ausbau der aufsuchenden Hilfe

3.1 QUERSCHNITTS- MATERIE
Aufgabe der Politik und der Stadtplanung ist die Schaffung von Rahmenbedingungen der materiellen und
sozialen Existenz von Menschen. In Anbetracht der derzeit stattfindenden Veränderungen in der
Altersstruktur kann es keine gruppenspezifische Politik mehr geben, sondern nur noch eine Politik für alle
Generationen. Besondere Aufmerksamkeit benötigen jene Menschen, die arm und marginalisiert sind, und
dies unabhängig von ihrem Alter. Auch die World Health Organisation WHO will die Solidarität zwischen den
Generationen fördern.
Sowohl im Bereich der Gesundheitsvorsorge als auch im Bereich der Stadtplanung werden derzeit die
Chancen und Grenzen von .Empowerment. diskutiert. Es ist zu klären, in wie weit in diesem Bereich in
Zukunft Synergien erzeugt werden können.
Da die Stadt Wien, im Gegensatz zu anderen Städten, über eine .demographische Verschnaufpause. in der
Bevölkerungsalterung verfügt, ist der Moment zum Aufbau einer leistungsfähigen und flexiblen
Koordinationsebene und eines Programms, das Bausteine der Gesundheits-, Sozial-, Stadt- und
Wohnbau-/Stadterneuerungsplanung verbindet, äußerst günstig.

Forschung
Bild der Älteren in der Stadtgesellschaft. Reflexion und Diskussion des Bildes der Älteren in der
österreichischen Gesellschaft bzw. auf der großstädtischen Ebene in einer viel-dimensionalen Zu-
gangsweise (Beitrag zu Austausch im .Netz.)
Wohn-/Wohnumfeld-Modell. Transfermöglichkeiten internationaler Beispiele. Transfermöglichkeiten
von im Ausland bereits erprobten und bewährten Modellprojekten (siehe Kapitel2) integrierter Angebote auf
das in Wien bestehende System, (unter Berücksichtigung der unterschiedlichen strukturellen und orga-
nisatorischen Systeme in den einzelnen Städten bzw. Ländern)

Austausch im „Netz“
Bild der Älteren im Magistrat. Reflexion und Diskussion des Bildes der Älteren in Programmen,
Konzepten, Leistungen, Regelungen des Magistrats der Stadt Wien (.Charta Lebensqualität für Ältere.)
Wohnumfeld: Voraussetzungen und Ansprüche. Diskussion der Voraussetzungen und Ansprüche an
die Umgebung (öffentlicher und halböffentlicher Raum, Frei- und Grünraum, Wegenetze, Zugänglichkeiten
und Gestaltung) für die Ausweisung von wohnnaher Dienstleistungen für Ältere im Wohnungsneubau und
.bestand

Beratung, Information
Aktion Prävention 50+. .Prävention.-Medienkonzept in Richtung Öffentlichkeitsarbeit .JungseniorInnen.
bzw. die Generation 50+ mit über Gesunderhaltung hinausgehendem Ansatz
Alternative Wohnformen, .neue Heime. und ihr Umfeld. Medial breite Diskussion und Vermittlung
alternativer Wohnformen (Wohngemeinschaften, Haus-Gemeinschaften, betreutes Wohnen etc.) sowie
einer .neuen Generation. institutioneller Unterbringung unter Einbeziehung der damit verbundenen
Umfeldqualitäten
Initiative .Teilnahme am sozialen Leben.. Förderung von Ideen / Angeboten zur Aktivierung und
Unterstützung von Betagten, Entlastung von pflegenden Angehörigen, Förderung des Ehrenamts, Einzel-
und Langzeitinitiativen, Pilotprojekt (s.a. Quartier)

Pilotprojekte
 Integration breiter Angebote für Ältere. Integration von über den Gesundheits- und Sozialbereich hinaus
gehenden Angeboten, wie zum Beispiel Wohnberatung (in der aktuellen Wohnsituation, bei Sanierung des
Hauses, bei Wohnungswechsel), Quartiersbetreuung, Aktivierung im Freiraum (abgestimmt mit Forschung,
und .Netz., s.d.)
Wohn-/Wohnumfeld .Modellprojekt. Entwicklung von Wohnbaumodellen mit stärkerer Durchdringung von
privat und öffentlich, mit einer kleinteiligeren Durchmischung von Wohnen und bevölkerungsnaher
Infrastruktur (Planungs- und Finanzierungsmodelle), sowie adaptieren Freiraumbereichen und Wegenetzen
(abgestimmt mit Forschung, und .Netz., s.d.)

3.2 SOZIALE UND GESUNDHEITLICHE INFRASTRUKTUR:
(TEIL-)STATIONÄRE SERVICE UND EINRICHTUNGEN
Da entsprechend den im STEP05 formulierten Zielen die beiden
Bereiche .Serviceleistungen. und .teilstationäre bzw. stationäre Einrichtungen. in Form des Pflegenetzes
noch stärker als bisher zusammengeführt werden sollen und sie sich weiters wechsel- seitig bedingen, ist
es sinnvoll, sie in einem Kapitel zu behandeln. Die WHO definiert zu ihrem Leitthema .Aktiv Altern. (.active
ageing.): .Unter aktivem Altern versteht man den Prozess der Optimierung der Möglichkeiten von
Menschen, im zunehmenden Alter ihre Gesundheit zu wahren, am Leben ihrer sozialen Umgebung teilzu-
nehmen und ihre persönliche Sicherheit zu gewährleisten, um derart ihre Lebensqualität zu verbessern..1
Die in dem hier vorliegenden Bericht angeführten Erkenntnisse zu Handlungsbedarf stützen dieses
Leitthema.
Aus Sicht der AutorInnen bedeutet dies für Wien vor allem die Gewährleistung von Information, Pflege und
Unterstützung, sowie eine adäquate Gestaltung der Umgebung. Die Gliederung des Handlungsbedarfs
bezieht sich auf zwei der drei Hauptgruppen der WHO, und zwar auf .Gesundheit. und .Teilnahme am
sozialen Leben.:

Active Ageing (WHO)
Eine Vielzahl der Hinweise in den einzelnen Teilbereichen lassen sich sehr gut in die Basis der Vorschläge für politisches Handeln der WHO zu Aktiv
Altern 2002 einbinden. Dies zeigt die Übereinstimmung der Grundtendenz mit den aktuellen im Weltrahmen entwickelten Zielen.

Die Handlungsvorschläge der WHO sind sehr weitgespannt und reichen tief in die Bereiche der Städteplanung hinein (obwohl man von Seiten der WHO
eine Schwerpunktsetzung auf die Gesundheitsthematik erwarten würde). Dies zeigt wieder die umfassende Verschränkung der notwendigen Maßnahmen
zugunsten Älterer, auf der Grundlage der möglichst langen Erhaltung der physischen und psychischen Gesundheit, die auch in dem hier präsentierten
Kleinprojekt unübersehbar wurde.

Die WHO bezieht sich in ihrem politischen Rahmen für ein aktives Altern auf die Grundsätze der Vereinten Nationen für ältere Menschen (United Nations
Principles for Older Persons), welche sind: Unabhängigkeit, Teilnahme und Einbindung, Pflege, Selbstverwirklichung und Würde. Sie definiert die
Notwendigkeit des Tätigwerdens in drei grundlegenden Bereichen
. .Gesundheit. (v.a. Zugang zur gesamten Palette der Dienstleistungen). Zugang ist hier in dem umfassenden Sinn von physischem, psychischem
Zugang, Informationszugang, legistisch definiertem Zugang und Zugang durch Leistbarkeit zu verstehen.
. .Teilnahme am sozialen Leben.. Umfasst die ganze Palette der Themen von Erhebung der Bedürfnisse bis zu Repräsentanz, Beteiligung und
Partizipation älterer Menschen; und
. persönliche Sicherheit. Hierzu gehört auch die soziale, finanzielle und körperliche Sicherheit.

Als wesentlich für all diese Handlungsbereiche werden, auch von der WHO sektorenübergreifende Maßnahmen gesehen. Diese nennt dabei als Sektoren
explizit auch den Gesundheits- und Sozialsektor sowie die Entwicklung des städtischen Raums.


3.2.1 .Gesundheit.
Die WHO fordert die .Entwicklung eines kontinuierlichen Programms
für die Bereitstellung von Gesundheits- und sozialen Dienstleistungen, die erschwinglich, leicht zugänglich,
von hoher Qualität, und spezifisch auf die Bedürfnisse und Rechte von Frauen und Männern im Alter
zugeschnitten sind..2 Zu den im Rahmen dieses Programms u.a. anzusprechenden Themenbereichen
gehören: das Altwerden zuhause und in der Gemeinschaft, die informelle und formelle Pflege und die Pflege
der psychischen Gesundheit, z.B. durch Heimpflegedienste. In Wien besteht, zur Verfolgung dieser Ziele,
aus Sicht der Autorinnen vor allem in den folgenden Bereichen Handlungsbedarf:

Forschung
Detailkonzepte zur Verschränkung Gesundheit/Stadtplanung. Kompatibilität, organisatorische und
räumliche Kombination von Serviceleistungen und teilstationären bzw. stationären Einrichtungen der
Sozialen und Gesundheitlichen Infrastruktur mit weiteren Angeboten kleinräumiger Services zu
Quartier/Wohnumfeld/Wohnen und Freiraum/Grünraum; Bezug zur Gebietscharakteristik (z.B. NUTS,
Stadtteil, Quartier), Anforderungskatalog (Beitrag zu Austausch im .Netz. und .Pilotprojekte.)
Datenermittlung in Bezug auf altersspezifische Erkrankungen3
Datenermittlung zu Sozialhilfeempfängern auf kleinräumiger Ebene, um dem Auftrag zielgerichteter
Planung für die benachteiligtesten Bevölkerungsgruppen, auch unter den Älteren, gerecht zu werden
Quantitative Prognosen zur Zunahme des Bedarfs an unterschiedlichen mobilen und lokalen
Serviceeinrichtungen für Ältere und im Bereich der Langzeitpflege, die auch differenzierte Aussagen zur
Alterstruktur der NachfragerInnen enthalten
Evaluation von Servicestellen vor Ort in Hinblick auf die Qualität ihrer Erreichbarkeit und (gestalterischen,
baulichen ...) Zugänglichkeit, wenn notwendig Entwicklung eines flexiblen, nachhaltigen
Adaptierungskonzepts
Transfermöglichkeiten von im In- und Ausland bereits erprobten und bewährten Modellprojekten bzw.
geeigneten Komponenten, wie z.B. kleinen Wohneinheiten für ältere Menschen mit dementiellen
Erkrankungen, .Cohousing., oder .Krankenwohnung.
Regionalkonzept zum Ausbau von Servicediensten. Entwicklung eines kleinräumig bezogenen Konzept für
Wien zum Ausbau von Servicediensten, abgestimmt auf die Bedarfslage nach Bezirken oder Bezirksteilen,
auf das sich Stadtplanungsstellen in ihren kleinräumig orientierten Planungen beziehen können (baustein-
artiger Aufbau, abzugleichen mit den Situationsdaten und Konzepten der Stadtstruktur, des öffentlichen
Freiraums und des Infrastrukturausbaus)

Austausch im „Netz“
Diskussion der Notwendigkeit einer Evaluierung und Klassifizierung von Gesundheits- und
Sozialeinrichtungen, vor allem der neu entstehenden Mischformen von Wohnen und Pflege,
hinsichtlich der Vergleichbarkeit von Leistungen und der Festlegung von Qualitätsstandards
Dezentralisierung. Klärung, welche altersspezifischen Institutionen und Einrichtungen, z.B. für
Demenzkranke auch dezentral angeboten werden können (vgl. hierzu auch ausländische z.B. Memo-
rykliniken4), Verbindung mit Wohnangebot (s.a. Forschung)
.Schnupperangebote.. Überprüfung der Möglichkeiten von

Beratung, Information Öffentlichkeitsarbeit
.Schnupper-. und .Kurzzeitangeboten. im Bereich des institutionnellen Altenwohnens und der
Geriatriezentren (Verminderung von Schwellenängsten)
Einbindung Pflegender. Stärkere Einbindung und Unterstützung von pflegenden Personen, Anregung
von Betroffenengruppe

Pilotprojekte
Integration von Elementen aus alternativen Wohnformen (Wohngemeinschaften, Haus-Gemeinschaften,
betreutes Wohnen etc.) in Angebote der dezentralen Pflege und Hilfsdienste

Operationalisierung
Adaptierung der bestehenden Servicesysteme in Bereich Gesundheit und Soziales an den
kleinräumigen Bedarf in verschiedenen Umsetzung Stadtgebieten und Quartieren (auf Basis von Daten zu
Alter, sozio-ökonomischer Lage und Wohnsituation)
Ausbau der Mobilen Dienste sowohl quantitativ (Zunahme Hochbetagte) als auch qualitativ (Personal,
Ausweitung der Leistungspalette, des Betreuungsumfangs; Finanzierungsmöglichkeiten)
.walk-in-centers.. Umgestaltung der Gesundheits- und Sozialzentren (GSZ) als regionale
Informationsdienste mit den FunktionenBeratung, Information und Vermittlung für BürgerInnen (z.B. zeitlich
ausgedehntere Erreichbarkeiten von Diensten als eine weiterführende Option)

3.2.2 Soziale Teilhabe Die WHO betont die Wichtigkeit einer Gesellschaft für alle Alters-
gruppen und schlägt dazu eine Reihe unterschiedlichster Maßnahmen vor (s. folg. Seite). In Wien besteht
aus Sicht der Autorinnen, zur Verfolgung dieser Ziele, vor allem in den folgenden Bereich Handlungsbedarf:

Forschung Beteiligung am internationalen Austausch und internationaler Forschung zu Themen der
sozialen Teilhabe Älterer Erhebung der Bedürfnisse, Defizite und Werthaltungen im Bereich sozialer
Teilhabe von Alten, unter besonderer Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Austausch im „Netz“ Strukturierter Austausch zu den Erfahrungen diverser Dienstleister mit der
Beteiligung älterer Betroffener an der Erhebung von Bedürfnissen und bei der Gestaltung von Angeboten
(Partizipation, .Empowerment.), sowie mit der Beteiligung Älterer an Beratung, Hilfeleistung und Pflege
(.Ehrenamt.) (s.a. Forschung)

Beratung, Information Anti-Diskriminierungs-Kampagne . .Wertschätzung der Älteren.
Öffentlichkeitsarbeit Öffentlichkeitskampagne zur Vermittlung des wertvollen Beitrags Älterer zum Leben in
der Stadt, Betonung der Wertschätzung, Aufzeigen und Eliminieren diskriminierender Aspekte im
Verwaltungshandeln und im öffentlichen Leben Kampagne .Frauen Generation+. Sensibilisierung und
Kampagne gegen Mehrfachdiskriminierung (Schwerpunkt .Gender.)

Pilotprojekte
Vernetzungsagenturen., die als Drehscheibe Ältere durch das adäquate Angebot leiten, sowohl durch
persönliche Dienste (.one desk.), als auch durch breite Nutzung von Informationsmedien (wobei angesichts
der derzeit steigenden Anzahl Hochbetagter (über 85 Jahre) traditionellen Medien noch längere Zeit eine
größere Rolle zukommt, Ausbau und Promotion neuer, auch interaktiver Medien für die Gruppe der
jüngeren SeniorInnen)

3.3 ÖFFENTLICHER RAUM: ERREICHBARKEIT UND FREI- UND
GRÜNRAUM
In diesem Kapitel wird der sich über das gesamte Stadtgebiet erstreckende Handlungsbedarf in den
Bereichen Erreichbarkeit, Verkehr und größere Freiräume behandelt, mit den Untergruppen Verkehr und
Freiraumnutzung.
Die Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse älterer Menschen zur Aufrechterhaltung ihrer Mobilität
und der Erreichbarkeit der notwendigen Lebensbereiche, zu denen auch die großräumigen Grün- und
Freiflächen, sowie die Friedhöfe gehören, kann als Chance für die Wiederbelebung und Lebensfähigkeit der
Stadt betrachtet werden.

3.3.1 Verkehr
Wie gezeigt wurde, sind alte Menschen zur Aufrechterhaltung ihrer Mobilität in besonderem Maße auf den
öffentlichen Verkehr und den langsamen Individualverkehr (=Umweltverbund)4a angewiesen.
Gleichzeitig wird ihre Mobilität insbesondere durch den MIV (Geschwindigkeit, Gefahr, Flächenkonkurrenz)
eingeschränkt. Diese Wechselbeziehung zwischen dem öffentlichen bzw. langsamen Verkehr und dem MIV
als den zwei Antagonisten im Stadtverkehr betrifft alle StadtbewohnerInnen. Denn je mehr Menschen den
öffentlichen Verkehr nutzen, desto besser wird er (Netzdichte, Intervalle, Kosten), desto mehr reduziert sich
der MIV, und desto mehr Verkehrsfläche steht für andere Nutzungen zur Verfügung.
Menschen, die bereits in jungen Jahren den ÖV als selbstverständliches, alltägliches Verkehrsmittel nutzen,
sind im Alter nicht zu einer Änderung ihres Mobilitätsverhaltens gezwungen. Die Notwendigkeit, neben
Einschränkungen der persönlichen Fähigkeiten (Einschränkung/Verlust von Beweglichkeit, Sehkraft,
Gehör) auch noch auf ein ungewohntes Verkehrsmittel umzusteigen, wirkt verunsichernd und damit
(selbst)beschränkend.
Daneben ist der Bereitstellung, Umgestaltung und Ergänzung des öffentlichen Raumes als Aufenthaltsraum
und Ort der Begegnung Priorität einzuräumen. In Wien besteht aus Sicht der Autorinnen, zur Verfolgung
dieser Ziele vor allem in den folgenden Bereich Handlungsbedarf:
Forschung
Untersuchungen zur Besucherfrequenz von Bewohnern von Institutionen (vor allem im Zusammenhang
mit der Erreichbarkeit dieser Einrichtungen und in Hinsicht auf Auswirkungen der Dezentralisierung auf die
Besucherfrequenz)
Attraktivität des öffentlichen Raums. Überprüfung der Auswirkungen von Sanierungs- und
Gestaltungsmaßnahmen auf die Belebung/Lebendigkeit eines Gebietes (z.B. Auswirkungen der
Gürtelsanierung auf Geschäftslokale5)
Ältere und Fahrrad (Nutzung, Folgen). Überprüfung der Fahrradnutzung nach Altersgruppen, sowie
Erforschung besonderer Anforderungen und Sicherheitsstandards (Alltags- und Freizeitwege,
Vorrichtungen für Transporte, .Dreirad.)
. Erforschung der Auswirkung von regelmäßiger/gewohnheitsmäßiger Fahrradnutzung hinsichtlich der
Gesundheit und der Unfallgefahr (Häufigkeit, Schwere) Verkehrsberuhigung (Konzepte, Evaluation)
. Überprüfung und Entwicklung von Konzepten zur Reduktion des ruhenden Verkehrs im öffentlichen Raum
Überprüfung der Wirksamkeit einer Weiterentwicklung des Konzeptes der Autofreien Stadt und deren
Ausweitung im Stadtgebiet
. Überprüfung der Richtlinien der Wohnbauförderung in Hinblick auf die Förderung von
Gemeinschaftsflächen im Wohnbereich und Freiraum statt Förderung von Garagenplätzen
Wohnmobilität (Anreize durch neue Angebote). Untersuchung der Auswirkungen erhöhter Wohnmobilität
Älterer auf die Verfügbarkeit und Beweglichkeit des Wohnungsmarktes, Unterstützung der Wohnmobilität
durch Weiterentwicklung von Konzepten für altersgerechte und Mehrgenerationen-Wohnprojekte in
Neubau und Sanierung

Beratung, Information Öffentlichkeitsarbeit
Aktionen .Vertrautheit mit dem ÖV.. regelmäßige Aktionen zur Förderung der Vertrautheit Älterer,
Betagter mit dem Angebot des öffentlichen Verkehrs (Aktionstage, Gruppenführungen, Förderung der
Beteiligung Älterer im Fahrgastbeirat) Aktion .Umzug leicht gemacht. (Wohnmobilität). Unterstützung der
Wohnmobilität durch Information über Tauschangebote, Wohn-beratung, Umzugshilfe als Dienstleistung
und Beihilfe

Pilotprojekte
Angebot siedlungs- bzw. quartiersbezogener Mobilitätsdienstleistungen, wie z.B. Mieterticket für
ÖPNV, Car-sharing und Errichtung eines ergänzendes Systems alternativer Transporte (Zustelldienste,
Begleitung, Handwagen) (Kooperation mit der Wirtschaft und Vertretungsinstitutionen von
VerkehrsteilnehmerInnen, Werbekampagne) (s.a. Umsetzung Quartier)
Unterstützende Ausgestaltung des öffentlichen Raums. Ausstattung des öffentlichen Raums mit
unterstützenden Haltepunkten (Sitz- und Rastmöglichkeiten, WC, Telefon), Überprüfung und Situierung in
einem ausgewählten Bereich mit Einbeziehung Betroffener (s.a. Quartier)
Fußwegenetz für Ältere. Entwicklung eines Netzes für den fußläufigen Verkehr in Wohngebieten .
Wohnstraßen, Fußgängerzonen, Durchgänge mit Einbeziehung wichtiger Anlaufstellen (Geschäfte,
Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, Bildungsstätten, Haltestellen)
.Fußgängerfreundliches Quartier.. Konzeption eines fußgängerfreundlichen Pilot-Quartiers in einem
Stadtentwicklungsgebiet . Kombination von Autofrei (=kein Autobesitz), Angebot übergeordneter Stellplätze
(Sammel-/Bürgergaragen) und alternativer kleinräumiger Beförderungs- und Transportmöglichkeiten (Grö-
ßenordnung mind. 2,5ha)6

Operationalisierung Umsetzung
Weiterführung der Adaptierung der Verkehrsflächen an die Bedürfnisse Alter:
barrierefreie Straßenräume (Gehsteigverbreiterung,
Querungshilfen, Absenkungen, Aufdopplungen)
Gestaltung des Straßenraums nach den Kriterien
Orientierung, Überschaubarkeit, Lesbarkeit
. Verlängerung der Grünphasen für Fußgänger an den Ampeln
Weiterführung der Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Verkehrs:
Verbesserung der Orientierungshilfen durch eine einheitliche, übersichtliche Bezeichnung der Stationen,
Linienplan (Vorbild U-Bahn), Umgebungsplan (Ausschnitt auf Abstände der Haltestellen abstimmen,
Lesbarkeit .Großschrift), deutliche Kennzeichnung der Umsteigerelationen
. Bequeme Erreichbarkeit und flächendeckende Versorgung
 durch Netzerweiterung, Niederflurwagen, Lift
Weiterführung der Maßnahmen zur Verlangsamung des MIV und Reduktion des ruhenden Verkehrs
zugunsten von nutzbaren Freiflächen
. Eindämmung und Verlangsamung des motorisierten Verkehrs
durch die Einführung eines generellen Tempos von 30km/h und Ausweisen eines beschleunigten (50km/h)
Straßennetzes für übergeordnete- und Durchzugsstraßen
. Weiterführung des Konzepts der Parkraumbewirtschaftung
. Angleichen der Wegelängen zu Haltestellen und PKW-Stellplätzen,
 um das Umsteigen auf den ÖV zu unterstützen

3.2.2 Freiraumnutzung
Nachdem die Menschen heute zunehmend rüstiger als früher in die
Phase des Alters eintreten und diese auch immer länger dauert, ist der .Ruhestand. durchaus als ein aktiver
Lebensabschnitt anzusehen. .An die Stelle vom Ausruhen von der Lebensarbeit (..) und Rückzug treten
zunehmend Gesichtspunkte von Potenzialen des Alters, Kompetenz und Generativität (Fähigkeit und
Interesse, völlig neue Themen und Aufgaben aufzugreifen und im Interesse der Nachfolgegeneration sich
einzusetzen). (Amann, 2000c:615) Die Veränderungen, die in der Altersstruktur der Gesellschaft ebenso zu
erwarten sind wie in der Verteilung der Arbeitszeit, werden sich auch auf die Nutzung und Relevanz der
Freiräume auswirken.
In der Freiraumnutzung fehlen noch grundlegende Daten, die Aussagen über Nutzungsgewohnheiten und
Nutzungswünsche zulassen.

Forschung
Analyse des Nutzungsverhalten und der Nutzungswünsche von StadtbewohnerInnen im Allgemeinen,
aber besonders auch hinsichtlich der erwachsenen und älteren NutzerInnen (Erhebung, Beobachtung,
Befragung)
Erwachsene als neue Zielgruppe der Freiraumnutzung. Es ist zu prüfen, ob die Nutzung öffentlicher
Freiräume als lebensbegleitende Alltagsfunktion etabliert werden kann und welche Nutzungsmöglichkeiten
angeboten werden müssen (Aspekt sich beschleunigt verändernder Arbeits- und Lebenswelten, Zwi-
schennutzung in Arbeitspausen, Verschneidung von Arbeit und öffentlichem Raum, Arbeitsinseln in der
Freizeit/im Freiraum...).
Verfügbarkeit von Freiräumen. Die Nachfrage nach Eigengärten widerspricht dem Prinzip einer
kompakten, dicht mit Infrastruktur versorgten Stadt. Es ist zu prüfen, in wie weit der Nachfrage tatsächlich
der Wunsch zugrunde liegt, die Verantwortung für ein Stück Natur zu übernehmen, oder ob sie eine private
Vorsorge-Reaktion auf den erlebten Freiraummangel und die damit verbundenen Probleme (Konkurrenz,
Übernutzung, Unsicherheit, Vandalismus) darstellt. In die Bearbeitung sollten Alternativen wie Balkon,
Terrasse, Loggia, .Grabeland. und dezentraler Kleingarten einbezogen werden.
Nutzungssynergien, Nutzungsausschließung. Überprüfung der Wirkung verschiedener
Freiraum-Nutzungen auf einander als Grundlage für die öffentliche Freiraum- und Friedhofsplanung
Trendanalyse und Bedarfsabschätzung der Bestattungsarten
(Bestattungsangebote und -möglichkeiten, Akzeptanz verschiedener Bestattungsarten). Überprüfung der
Trends im internationalen Friedhofs- und Bestattungswesen auf ihre Übertragbarkeit/Wirksamkeit in Wien
Untersuchung der Friedhofsnutzung und Ableitung von stadtplanerischen und gestalterischen
Anpassungen im Friedhofswesen.
Erhebung und Befragung, differenziert nach . Zugehörigkeit (übergeordneter und räumlich zugeordneter
Friedhof): in Hinblick auf Erreichbarkeit, Besuchsfrequenz, Grabpflege / Nutzung
. Art der Bindung: touristisches Interesse, Erholung,
 Grabpflege/Besuch
. Gliederung, gestalterische Differenzierung,
 (vergleiche HH-Ohlsdorf)
. Gestaltungsmöglichkeiten z.B. Grabmale, Inschriften,
 Grab- und Umfeldgestaltung
. Nutzungsmöglichkeiten z.B. Treffpunkt,
 historisches, botanisches Interesse
. Bestattungsalternativen: Anonym, Ausstreuen,
 rituelle Bestattungen
. Vernetzungen im Umfeld, räumliche Nähe
 und Durchlässigkeit
Konzept .Stadtgarten. (Pflege, Beteiligung). Abnehmende Pflege-
ressourcen einerseits und Zerstörungstaten andererseits kennzeichnen zunehmend die Situation von
öffentlichen Grünräumen. Ungenügende Pflege oder Devastierung hat starke Auswirkungen auf das
Sicherheitsempfinden und damit auf die Nutzung vor allem durch ältere Menschen. Es ist zu prüfen, ob
durch geänderte Formen der Nutzungsmöglichkeiten (Mitbestimmung, Mitgestaltung, Mitarbeit bei der
Pflege und Erhaltung) eine Bindung der BewohnerInnen (Verantwortlichkeit) hergestellt und die private
.Gartenlust. ausgelebt werden kann (nach dem Vorbild Baumpatenschaften oder private Gestaltung und
Pflege von Baumscheiben im Straßenraum (siehe Stuwerviertel)

Beratung, Information Öffentlichkeitsarbeit
Aktion .Unser Grün.. Werbung für öffentliche Freiflächen, Informa-
tion über die Tätigkeit der Stadtplanung, Information über
Nutzungsmöglichkeiten, Hintergrundinformation über Vorgänge, Planungen, Umsetzungen

Pilotprojekte
 .Erwachsene in den Freiraum.. Es kann nicht davon ausgegangen
werden, dass im Alter deutliche Verhaltensänderungen stattfinden. Um einem Rückzug8 (Vereinsamung)
von alten Menschen in ihren Wohnungen vorzubeugen, ist es daher ratsam, Erwachsenen die Nutzung des
öffentlichen Raums als Aufenthalts- und Kommunikationsort nahe zu bringen. Erwachsene sind in Arbeits-
und Versorgungsprozesse eingebunden und befinden sich dadurch in einem (engen) Zeitsystem. Es
braucht besondere Maßnahmen, um sie zum Innehalten, Verlangsamen zu bewegen. Diese Maßnahmen
sind als .Einschub. in Wegeketten und Alltagsrouten direkt wirksam. Daneben muss aber auch das Angebot
und die Anregung für Erwachsene in Parks und Naherholungsgebieten erhöht werden.
. Entwicklung von Freiraummöbeln . Anreiz zum Aufenthalt9, Sport10, Bewegung (Wettbewerb mit
Geräteherstellern)
. Aktion zur Verlangsamung auf Alltagswegen, temporäres Angebot von Anreizen zum Verweilen11,
Informieren, Zuschauen, Bewegen (eventuell in Kombination mit dem .Jahr der öffentlichen Meinung. etc.)
 .Spielgerätemesse. für Erwachsene

Angebote der Freiraumnutzung für Ältere Menschen, eventuell
begleitet von Unterstützungsmaßnahmen, Animation, Wettbewerben etc.
. Anreiz zu körperlicher Bewegung12 (Tanz- und Bewegungsangebote für unterschiedliche Dauer und
Schwierigkeitsgrade, Einzel- und Gruppenangebote),
. Anreiz durch abwechslungsreiche Gestaltung des Umfelds (Licht, Farbe, Rauigkeit),
. Anreize zur kognitiven Auseinandersetzung
. Bearbeitung von Nutzungseinschränkungen (physische Behinderung und psychische Hinderungsgründe
wie Angst)

Operationalisierung Umsetzung
Gesetzliche Verankerung des Freiflächenangebotes im Wohnungs-
umfeld für alle Altersgruppen (derzeit gibt es nur eine gesetzliche
Verpflichtung für Kinderspielplätze)
Abbau der Flächenkonkurrenz u.a. durch:
. Umsetzung von Strategien zum Abbau der Konkurrenz v.a.
der Flächenkonkurrenz z.B. durch niederschwellige Mitbestimmungsprojekte13 (bei Neu und Umplanung)
. Ausweitung der Parkbetreuung und Einbeziehung anderer
 Nutzergruppen (Alte, Erwachsene)
. Differenzieren des Angebotes. Angebot von vielfältigen
Grün- und Freiflächen mit unterschiedlichsten Nutzungsmöglichkeiten und .angeboten (Ruhe, Aktion,
Beschaulichkeit, Rückzug, Treffpunkt) ohne Konsumationszwang, z.B. durch zwingende Einbeziehung von
im Umfeld vorhandenen Freiräumen in die Gestaltungs- und Funktionsüberlegungen bei Neuplanung
(abstimmen, ergänzen, kompensieren)
Angleichen der Nutzungsmöglichkeiten an geänderte Bewohner-
struktur, z.B. durch besondere Förderungen im Rahmen von
Erneuerungsmaßnahmen
3.4 ÖFFENTLICHER RAUM: QUARTIER

Im Bereich des Quartiers überschneiden sich auf kleinräumiger Ebene die Bereiche Soziale und
Gesundheitliche Infrastruktur und Stadtplanung. Die Umsetzung des im STEP05 formulierten Konzepts der
kleinräumigen Orientierung sozialer und gesundheitlicher Infrastruktur erfordert auf der Ebene des
Quartiers oder Grätzels nicht nur ein anderes Flächenmanagement, sondern auch neue Formen der
partizipativen Planung.
Auch wenn die Berücksichtigung der Interessen älterer Menschen wesentlich ist, empfehlen Planer: .Bei der
Planung ist von zu engen Bedürfniszuschnitten und Maßnahmen ausschließlich für eine Generation, zum
Beispiel für die Älteren, oder eine Sozialschicht abzusehen. So ist die bei vielen Einrichtungen mögliche,
jedoch häufig nicht gewährleistete Multifunktionalität als Kommunikationspunkt zwischen den Generationen
einzufordern. Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes ist es wichtig, Partialplanungen für eine einzige Nutz-
ergruppe möglichst zu vermeiden.. 14

Forschung .Quartier integriert. - Evaluierung Transfermöglichkeiten.
Evaluierung ausländischer Projekte unter den Aspekten
.Integrierte Handlungskonzepte zu Quartiersmanagement und Aktivierung.15,Vergleich und Überprüfung der
Rahmenbedingungen, Prüfung der Übertragbarkeit einzelner Projektelemente auf die Situation in Wien16
Alternde Stadtquartiere als Zielgebiete einer kleinräumigen
Stadtplanung. Konzeptentwicklung Eingrenzung der von Alterssegregation besonders betroffenen
Stadtquartiere als Zielgebiete einer kleinräumigen Stadtplanung, Vorarbeiten für Pilotprojekte/Ausweisung
von Standorten unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen für die Planung von Gesundheits-
und Sozialeinrichtungen17
Recherche Steuerungsinstrumente. Definition geeigneter Rahmen-
bedingungen für die Durchdringung von öffentlichen, halböffentlichen und privaten Nutzungen und
Diensten, wie von Wohnen, Arbeit, Freizeit, Infrastruktur: u.a. Überprüfung der Möglichkeiten des
Steuerungsinstrumentes der Wohnbauförderung hinsichtlich Bereitstellung von halböffentlichen
Freiflächen. Eine ausreichende
Versorgung mit allgemein zugänglichen Freiflächen für BewohnerInnen aller Altersgruppen muss auch in
Wohnhausanlagen von Anfang an vorgesehen werden, da sich die Bewohnerstruktur mit zunehmender
Besiedelungsdauer ausdifferenziert und zusätzliche Flächen nachträglich nicht mehr vorgesehen werden
können.

Austausch im „Netz“
Überprüfung der Möglichkeiten zur Förderung von kleinräumigen Versorgungsstrukturen
(Greißlerförderung, Erdgeschosszonen, Geschäftsstrassen) 18
Bildung regionaler Synergien. Austausch zu Stand und Konzepten regionalisierter Angebote
unterschiedlicher Fachbereiche, zur Ermittlung von Synergiepotentialen. Besonders in Wohngebieten mit
einem hohen Anteil älterer Menschen soll einer kleinräumigen Stadtentwicklung hohe Priorität eingeräumt
werden.

Beratung, Information Öffentlichkeitsarbeit
Initiative .Bewohnerpotentiale im Quartier.. Weckung der Potentiale - Herstellung einer stärkeren
Verbindung von Stadt- und Quartiersaktivitäten zu (freiwilligen) Serviceleistungen und Initiativen,
.Empowerment., Anregung von Bürger-Engagement (auch Ehrenamt), spezielle Förderung des
generationenübergreifenden Aspekts (s.a. Pilotprojekt .zivilgesellschaftliches Engagement., bei .Teilnahme
am sozialen Leben; soziale und gesundheitliche Infrastruktur.)

Pilotprojekte
Lebensqualität der Generationen in größeren Wohnhausanlagen. Soziales Monitoring für kommunale /
geförderte Wohnhausanlagen, Integration von Wissen und Meinungen der BewohnerInnen und befassten
Institutionen, Bewohnerbeteiligung, Fokus auf Begegnung im Freiraum.
Förderung von Kommunikation und Unterstützung von Konfliktaustragung zwischen den Generationen und
zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen 19, weitere Professionalisierung der Arbeit von
Gebietsbetreuungen Neu (Profilschärfung, Monitoring, Evaluation, Runder Tisch mit Stadtverwaltung,
dienststellenübergreifend, Bezirk und Wiener Wohnen), weitere Vernetzung mit mobilen Serviceleistungen.
.Altbauquartier . vernetzte Services im Haus / außer Haus.. Pilotquartier mit feinteiliger Vernetzung der
Palette an Dienstleistungen für Ältere, Einbindung möglichst breiter Altersgruppen, Integration von
Erfahrungen aus .alltagsgerechter Bezirk.,
Bereitstellung von Organisation und Flächen (s.a. Pilotprojekt .Vernetzungsagenturen. bei .Teilnahme am
sozialen Leben; soziale und gesundheitliche Infrastruktur., und .unterstützende Ausgestaltung öffentlicher
Raum. bei .Verkehr.)
Überprüfung, welche Nutzungen aus dem privaten Bereich in den öffentlichen, und umgekehrt, verlagert
wurden und werden (Kochen in Gemeinschaft, Büroarbeit am Heimarbeitsplatz) und welche Anforderungen
an Wohnbau/Sanierung, Allgemeinflächen und Freiraum sich daraus ergeben.

Operationalisierung
Rahmenprogramm Leerstandsnutzung zu Zwischennutzungs-Umsetzung möglichkeiten bei
Leerständen von Geschäftslokalen (Vorbild Mehrfachnutzung)
Ausweitung .Grätzelmanagement., Auswahl von Gebieten auch
unter dem Kriterium .Altenprofil.; Bezirksinitiativen
Förderung von Mobilität und Kontakt in Siedlung und Quartier
durch
. Angebot siedlungs- bzw. quartiersbezogener Mobilitäts-
dienstleistungen (s.a. Pilotprojekt .Siedlungs- bzw. quartiersbezogene Mobilitätsdienstleistung . bei
.Verkehr.)
. Reduktion räumlicher Barrieren im Quartier
. Schaffung kleinmaschiger Wegenetze
. Schaffung eines vielfältigen Umfeldes, das nicht nur Ruhe
und Erholung anbietet, sondern auch die Möglichkeit zu Kontakt und Aktivität (Treffpunkte ohne
Konsumationszwang)
Schaffung von Platz für Engagement, durch die Bereitstellung von
Flächen für eine die eigenständige Lebensführung im Alter fördernde Infrastruktur (vor allem in
Wohngebieten mit einem hohen Anteil älterer Menschen20), für Anregung und Förderung von
BewohnerInnen-Engagement (Kommunikation zwischen den Generationen und Bevölkerungsgruppen,
Erfahrungsbörse, räumlicher und wirtschaftlicher Ausgleichsraum), z. B. durch Aufnahme in die
Förderrichtlinien, als Nutzung für Erdgeschoßzonen (Belebung)
Grätzelschwerpunkt Gender / Hochaltrige Frauen. Schwerpunkt
Bedürfnisse der Hochbetagten (ab 85) und vor allem der, eine deutliche Mehrheit bildenden, Frauen im
öffentlichen Raum des Quartiers

3.5 SONDERPROGRAMM ÄLTERE MIGRANTINNEN
Die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit eines Sonderprogramms .Ältere MigrantInnen. lässt sich aus der
absehbaren Zunahme dieser Gruppe, ihrer Lebenssituation (siehe Kapitel 1, Beschreibung und je-desto)
und den Informationen in den Handlungsfeldern. (vor allem .soziale und gesundheitliche Infrastruktur. und
.Quartier.) deutlich ableiten.
Auch der Handlungsbedarf zum Sonderthema .Ältere MigrantInnen. zeigt sich als ausgesprochenes
Querschnittspaket und beinhaltet Forschungs-, Konzept- und Projektserfordernisse (welche alle kurz-bis
mittelfristig in Umsetzung resultieren sollten), sowie Umsetzungsempfehlungen, die sich vor allem auf eine
Ausweitung bestehender Angebote (Service, Orte) beziehen.

Forschung
Spezifische Anforderungen an Gesundheit/Soziales. Studien zum Thema eingebürgerte MigrantInnen
und ihren speziellen Anforderungen an die stationäre und nicht stationäre Betreuung (Weiterführung der
Forschungen von z.B. Reinprecht21, Einbindung internationaler Erfahrungen) (Handlungsfeld .Gesundheit,
Soziale und Gesundheitliche Infrastruktur.)
Transfermöglichkeiten .Services im Quartier.. Evaluierung und Screening guter Beispiele von Initiativen
mit und für ältere MigrantInnen aus dem europäischen Ausland auf ihre Übertragbarkeit (z.B. Projekt
SEEM)22 (Handlungsfeld .Quartier.)

Austausch im „Netz“
Diversitätspolitik und Geriatrie. Auswirkungen der Schwerpunktverlagerung .Integrationspolitik. zur
.Diversitätspolitik . für den gesamten geriatrischen Bereich (Handlungsfeld .Querschnittsmaterie.)
.Zielgruppen-spezifisch oder neutral.. Diskussion und Klärung,
inwieweit ein spezifisches Angebot für MigrantInnen (z.B. Alteneinrichtungen für Angehörige des
islamischen Kulturkreises) geschaffen werden sollte, oder ob ein .neutrales Angebot. mit
Zugangserleichterungen adäquater wäre. (Handlungsfeld .Gesundheit, Soziale und Gesundheitliche
Infrastruktur.)

Beratung, Information Kampagne .Generation + gekommen/geblieben.. Sensibilisierung
Öffentlichkeitsarbeit und Kampagne gegen Mehrfachdiskriminierung (Schwerpunkt
.MigrantInnen.) (Handlungsfeld .Teilnahme am sozialen Leben, Soziale und Gesundheitliche Infrastruktur.)

Pilotprojekte Grätzelschwerpunkt Begegnungsorte. Angebot von Begegnungs-
orten und .gelegenheiten, inter-generationell und inter-kulturell, Nutzung der vorhandenen Infrastrukturen
(Tageszentren, Altenwohnheime) (Handlungsfeld .Teilnahme am sozialen Leben, Soziale und
Gesundheitliche Infrastruktur.)

Operationalisierung Ausbau der aufsuchenden Hilfe für Migrantinnen, da hier offenbar
Umsetzung bereits gute Erfahrungen gemacht wurden23 (adäquate Berück-
sichtigung der Problemlage mangelnde Alphabetisierung, Isolation, ..). Dabei sind auch Österreicher mit
Migrationshintergrund zu berücksichtigen24. (Handlungsfeld .Teilnahme am sozialen Leben, Soziale und
Gesundheitliche Infrastruktur.)


Teilnahme am sozialem Leben (WHO): Die WHO führt zu .Teilnahme am sozialen Leben. aus: .In den Lebensstadien, die der Erziehung, der Arbeit und der Pflege
vorbehalten sind, muss für größere Flexibilität gesorgt werden. Eine Palette von alternativen Wohnmöglichkeiten für alte Menschen muss entwickelt werden, um
Barrieren gegen die Unabhängigkeit und das Zusammenleben mit Familienmitgliedern einzureißen, und die volle Teilnahme am Familien- und Gemeinschaftsleben
zu stärken..
Weiters muss der Begriff des Altern .positiv besetzt werden. In Gruppenarbeit mit älteren Menschen und den Medien soll ein realistisches und positives Bild des
aktiven Alterungsprozesses erarbeitet werden und zu diesem Thema erzieherisch gewirkt werden. Negative Klischees und Diskriminierung aufgrund von Alter
müssen bekämpft werden.. Auch müssen die Möglichkeiten von Frauen zur aktiven Teilnahme am politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Leben
verbessert werden. .Der wichtige Beitrag älterer Frauen zur Funktion von Familien und Gemeinschaften in Form von Pflegeleistung und Teilnahme an der informellen
                                                          (
Wirtschaft muss stärker anerkannt und unterstützt werden.. Alle Zitate siehe Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz,
österreichischer Herausgeber der WHO Studie, 2002: 52)
1 Alle Zitate und Bezüge zur WHO Active Aging. siehe Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (Hrsg.) 2002
2 Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (Hrsg.) 2002:49
3 Bisher gibt es nur eine Statistik über die Spitalseinweisungen und .entlassungen in den Spitälern

4 Ludwig Boltzmann Institut für Medizin- und Gesundheitssoziologie, 2003

4a entsprechend MPV 03

5 .Es zeigt sich hier allerdings auch, das auch kleinere Unternehmen im Stande sind, eine Eigendynamik zu entwickeln, vorausgesetzt, die

Grundanforderungen an ein attraktives Umfeld werden erfüllt.. Henkel, 2005:3
6 Maßstabserweiterung gegenüber bisher ausgeführten Einzel-Wohnbauprojekten. Kombination mit altenfreundlichen Wohnungsformen.

8 Diese .Vorbeugung. ist nur einer von mehreren Gründen, warum Erwachsene zur Freiraumnutzung angehalten werden sollen. Andere Gründe sind:

Belebung des öffentlichen Raums, Erhaltung der städtischen Vielfalt, soziale Kontrolle, zivilgesellschaftliches Engagement....
9 Vergleiche Sitz- und Liegeknochen im Museumsquartier, Pritschen im Bruno Kreisky Park

10 Unter dem Titel .In Bewegung mit 50+. wurden Freiraumspielgeräte entwickelt. Siehe www.spielundschule.at

11 Vergleiche move out > landschaft, 2002, http://www.oegla.at/d/aktuelles.htm#moveout

12 .Das Rückwärtsgehen-Qi Gong ist eine der neuen, modernen Übungsmethoden in der langen Geschichte der Bewegungskultur der Chinesen. Ge-

wachsen aus der Erkenntnis heraus, dass der Mensch die meiste Zeit seines Lebens vorwärts läuft, findet man durch das Rückwärtsgehen-Qi Gong zu
ausgleichenden Bewegungs-, Haltungs- und Wahrnehmungsmustern zurück.. http://www.tao-academy.de/index.html?lang=de&target=d115.html 13 siehe
.Platzfinden. Linz. Wettbewerb unter Beteiligung von Teams aus BewohnerInnen und FachplanerInnen ausgeschrieben und begleitet vom afo Linz und
Stadtplanung Linz 2004/2005
14 Schmaus, 1999:166 (Leiter d. Amtes f.Stadtentwicklung u. Statistik Heidelberg)

15 difu Deutsches Institut für Urbanistik, 2003:51

16 Siehe Beispiele in Kapitel 2.5.2

17 Vergleiche Feuerstein, 2004

18 Nur bei Durchmischung/ausgewogener Bevölkerungsstruktur ist die Aufrechterhaltung guter Versorgung mit Infrastruktur möglich (Nachfrage,

Kaufkraft). Es ist daher nach Instrumenten und Möglich-
keiten zur Steuerung und langfristiger Beibehaltung von Durchmischung zu forschen.
19 Besonders in überalternden Großwohnanlagen ist Einsamkeit und drohende Verwahrlosung ein Problem

20 Vergleiche Feuerstein, 2004 21 Reinprecht, 2000-2005

22 SEEM, EU-Projekt im Rahmen des Prozesses der sozialen Eingliederung, 2005

23 wie z.B. Local Care Networks, Rotterdam, Projekt COOP (Feigelfeld)

24 Reinprecht, 2005a




LITERATURVERZEICHNIS
AG Migration und Freiraum (Hrsg.) (1996): .Vor Ort im Vorort. Dokumentation Workshop 7/96, Symposion .Öffentlicher Raum in
Bewegung. 9/96, i.A. MA18.Wien
Amann, Anton (1984): Die vielen Gesichter des Alters. Tatsachen . Fragen . Kritiken, Edition S Wien
Amann, Anton (Hrsg.) (2000): Kurswechsel für das Alter. Böhlau Verlag. Wien
Amann, Anton (2003): Wohnen im Kontext von Altern und Pflege im Land Salzburg. Forschungsbericht und Expertise. Schriftenreihe
der Niederösterreichischen Landesakademie. Serie des Zentrums für Alterswissenschaften und Sozialpolitikforschung. Band 26
Amann, Anton (2004): Die großen Alterslügen. Generationenkrieg . Pflegechaos . Fortschrittsbremse? Böhlau Verlag. Wien
Amann, Anton (2004): Lebensformen und Lebensführung . Konzepte für die Altersforschung? In: Backes, Gertrud M.(Hrsg.):
Soziologie und Alter(n). Neue Konzepte für Forschung und Theorieentwicklung. Band 2. Opladen
Amann, Wolfgang (2002):Neue Wohnformen für Senioren.Forschungsarbeit im Auftrag der Niederösterreichischen
Wohnbauforschung
Apollis. Institut für Sozialforschung und Demoskopie (2004): Sicheres Wohnen im Alter, im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative
INTERREG III; Literaturrecherche: Moser, Peter (SRZ). Bozen
Arias, Ingrid; Horn, Sonia; Hubenstorf, Michael (Hrsg.) (2005): .In der Versorgung.. Vom Versorgungsheim Lainz zum
Geriatriezentrum .Am Wienerwald., Verlagshaus der Ärzte GmbH. Wien
Asadi, Shams (1994): Wien-Izmir-Wien, Freiraumplanung im Reisegepäck, In: Zolltexte 3/1994. Wien
Auböck, Maria (1996): Grüne Gewölbe in: Stadt Wien / MA 18: Grünes Netzwerk. Stand der Dinge. Wien
Bachinger, Eleonore (Statistik Austria) (2003): Lebenserwartung und Mortalität in Wien, Stadt Wien. Bereichsleitung für
Gesundheitsplanung und Finanzmanagement: Lebenserwartung und Mortalität in Wien
Backes, Gertrud M. (Hrsg.) (2000): Soziologie und Alter(n). Neue Konzepte für Forschung und Theorieentwicklung. Band 2. Opladen
Backes, Gertrud M.; Clemens, Wolfgang; Künemund, Harald (Hrsg.) (2004): Lebensformen und Lebensführung im Alter.
Wiesbaden
Baldaszti, Erika; Urbas, Elfriede (2005): Vienna Healthy Ageing Profile, i.A. Bereichsleitung für Sozial- und Gesundheitsplanung
sowie Finanzmanagement. Wien
Bayerisches Staatsministerium des Innern (Hrsg.) (1990): Wohnumfeld. Gestaltung und Nutzung wohnungsnaher Freiräume.
Arbeitsblätter für die Bauleitplanung Nr. 10, Grünordnung und Landschaftspflege
Bayerisches Staatsministerium des Innern. Oberste Baubehörde (1995): Wohnen ohne Barrieren. Arbeitsblätter .Bauen und
Wohnen für Behinderte. Nr.5. München
Bellaviti, Paola (2005): The condition of elderly people in Milan . interaction between social, housing and community problems,
Research Healthy Urban Planning and Healthy Ageing, Vortrag bei der Konferenz in Bursa. Bursa
Bergmann, Christine (Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) (2001): Wie wohnen, wenn man älter wird? Berlin
Bertelsmannstiftung und KDA (Hrsg.) (2005): Leben und Wohnen im Alter: Werkstatt-Wettbewerb Quartier. Bedarfsgerechte
Wohnmodelle für die Zukunft. Dokumentation der ausgezeichneten Beiträge. Köln
BMSG / Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen (Hrsg.) (2000): Ältere Menschen . Neue Perspektiven. Zur
Lebenssituation älterer Menschen in Österreich (Koordination: Österreichisches Institut für Familienforschung). Wien
BMSG / Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen (Hrsg.) (2001): Internationales Jahr der älteren Menschen.
Auf dem Weg zu einer neuen Seniorenpolitik. Wien
BMSG / Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (Hrsg.) (2002): Aktiv Altern:
Rahmenbedingungen und Vorschläge für politisches Handeln (Ein Beitrag der WHO Weltgesundheitsorganisation für die Zweite
UN-Weltversammlung zu Altersfragen, Madrid, Spanien, April 2002). Wien
BMVIT / Bundesministerium für Verkehr; Innovation und Technologie (Hrsg.); Bearbeiter Herry, Max (2002): Verkehr in Zahlen,
Österreich 2002. Wien
Bolz, Norbert (o.J.): Die alterslose Gesellschaft. Oder: Warum wir den Begriff des Alters neu definieren müssen
Brasse, Barbara; Klingeisen, Michael; Schirmer, Ulla (Hrsg.) (o.J.): Alt sein . aber nicht allein. Neue Wohnkultur für Jung und Alt.
Münster
Brech, Joachim (2000): Wohnbegleitende Dienstleistungen . neue Chancen für die Genossenschaft und neue Risiken, in: .Wohnen
plus.. Wien
Brech, Joachim; Klingeisen, Martin; Schmidt, Peter; Späth, Martin (1994): Integriertes Wohnen . Ein Modell für den sozialen
Wohnungsbau; Wohnbund, Verlag für wissenschaftliche Publikationen. Darmstadt
Brech, Joachim; Potter, Philip (Hrsg.) (1991): Älter werden . wohnen bleiben. Europäische Beispiele im Wohnungs- und Städtebau.
Darmstadt
Breitfuss, Andrea; Dangschat, Jens S.; Gruber, Sabine; Witthöft, Gesa (2005): Integration im öffentlichen Raum, i.A. MA 18. Wien
Breitfuss, Andrea; Dangschat, S. Jens; Frey, Oliver; Hamedinger, Alexander (2004): Städtestrategien gegen Armut und soziale
Ausgrenzung. Herausforderungen für eine sozialverträgliche Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungspolitik. Wien
Brock, Bazon (1984): Wer die Alten hat, dem gehört die Gegenwart; siehe http://www.brock.uni-wuppertal.de/Schrifte/AGEU/Alte.html
Bullinger, H. (Hrsg.) (1999): Dienstleistungen . Innovation für Wachstum und Beschäftigung. Wiesbaden
Bundesamt für Wohnungswesen (Hrsg.) (1998): Stadt- und Quartierserneuerung als zukünftige Aufgabe der Wohnungspolitik?
Beiträge zu den Grenchner Wohntagen 1997; Arbeitsberichte Wohnungswesen Heft 33. Grenchen (CH)
Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung (1991): Ältere Menschen und räumliche Forschung,
Informationen zur Raumentwicklung Heft 3 / 4 1991. Bonn
Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung (1992): Quartiersbezogene Freizeitbedürfnisse älterer Menschen.
Endbericht zum Sondergutachten zu einem Forschungsfeld des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus .Ältere Menschen und
ihr Wohnquartier., Materialien zur Raumentwicklung. Heft 46. Bonn
Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (Hrsg.) (1991): Ältere Menschen und ihr Wohnquartier .
Modellvorhaben des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus, REHA-Verlag GmbH. Bonn
Bundesministerium für Bildung und Forschung (2004): Auf dem Weg zur Stadt 2030 - Leitbilder, Szenarien und Konzepte,
Ergebnisse des Forschungsverbandes .Stadt 2030.. Berlin
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.) (1998): Zweiter Altenbericht . Wohnen im Alter, Bonner
Universitätsdruckerei. Bonn
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.) (2000): Wohnungen für betreute Wohngruppen.
Nutzungsanalysen und Planungshinweise. Berlin
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.) (2000): Wohnungsanpassung und Wohnberatung.
Workshop in Kassel. Berlin
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.) (2001): Lebensstile . Wohnbedürfnisse . Wohnformen.
Workshop in Hamburg. Berlin
Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (1995): Wohnen im Alter . zuhause im Wohnquartier.
Forschungsvorhaben des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus. (Bearbeitet von: Bernd Breuer und Manfred Fuhrich). Bonn
Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie (1998): Internationale Fachkonferenz. Altern in Europa:
Generationensolidarität . eine Basis des sozialen Zusammenhalts. Konferenzbericht. Wien
Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie (1998) Jung & Alt. Gemeinsam leben und wohnen.
Mehr-Generationen-Wohnen (Bearbeitung: Wohnbund Wien, Brigitta Geißler-Gruber & Margarete Havel). Wien
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (2000): Innovative Beispiele aus dem experimentellen Wohnungs-
und Städtebau, WWW.WERKSTATT-STADT.DE. Berlin
Buresch, Gabriele (2000): Die Initiative .Sicher gehen über 60. 1996-1998. Bericht über das gemeinsame Unfallverhütungsprojekt für
Senioren des Institutes .Sicher Leben. und der Stadt Wien (WHO-Projekt .Wien . Gesunde Stadt.) (Institut Sicher Leben). Wien
City of Leeds (SEEM co-ordination) (2005): SEEM II, Services for Elders from Ethnic Minorities, A Guide to Good Practice in the EU;
project funded by the European Commission, DG Employment and Social Affairs,siehe www.leeds.gov.uk/seem.
Consortium COOP / Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (2005): Co-operate! How to help people excluded from decent housing. Experiences
from nine European cities; Vienna 2005; see http://www.srz-gmbh.com/COOP; Endbericht des EU-Projekts .COOP - Integrated Forms
of cooperation in Housing Stock Policy for Housing Provision for Risk Groups; (EC DG Empl, Transnational Exchange Programme
within the Open Method of Coordination, 2003 bis 2005), Wien
Costa, Giuliana; Lembi, Pietro (DIAP-Politecnico) (2005): The condition of elderly people in Milan (consultancy). Mailand
Czasny, Karl (SRZ) (1998): Wohnungswechsel und Wohnungsnachfrage in Wien, i.A. Stadt Wien MA 18. Wien
Czasny, Karl (SRZ) (in Bearbeitung): Neue Dienstleistungen im Wohnungssektor. Wien
Czasny, Karl; Feigelfeld, Heidrun et al (SRZ) (2002): Neueste Trends bei der Wohnungsnachfrage. Wien
Dachverband der Wiener Pflege- und Sozialdienste (2005): Die Kooperation zwischen Gesundheits- und Sozialzentren,
ambulanten Anbieterorganisationen und stationären Einrichtungen in Wien. Eine Erhebung über Verbesserungspotentiale und
Perspektiven der KooperationspartnerInnen, i.A. Bereichsleitung Sozial- und Gesundheitsplanung sowie Finanzmanagement der
Stadt Wien. Wien
Dachverband Wiener Pflege- und Sozialdienste (2004): Dienstleistungsangebote der ambulanten Mitgliedsorganisationen,
(Broschüre). Wien
Dangschat, Jens S.(Hrsg.) (1999): Modernisierte Stadt - gespaltene Gesellschaft. Ursachen von Armut und sozialer Ausgrenzung.
Opladen
Dangschat, Jens S. (2004): Konzentration oder Integration? - Oder: Integration durch Konzentration? In: R. Kecskes, M. Wagner & C.
Wolf (Hrsg.): Angewandte Soziologie. Wiesbaden: VS - Verlag für Sozialwissenschaften.
Der Standard (2005a): Vom Pflegebedarf im Wiener System; 20.10.05 (Interview Roman David-Freihsl mit Frau Vizebürgermeisterin
Renate Brauner). Wien
Der Standard (2005b): Das Geld für die Betreuung der Alten wird knapper, (Seidl, Ruff) 23.11.05. Wien
Der Standard (2005c): Österreicher surfen häufiger im Internet; 12./13. November 2005. Wien
Der Standard (2005d): Pflege für betagte Migranten, Studie: Zuwanderer wünschen sich muttersprachliche Angebote; 3./4.12.2005.
Wien
Der Standard (2005e):.Immobilieninvestoren .. Interesse wird sich auf betreutes Wohnen ausweiten, November 2005
Detzlhofer, A.; Di Centa, B. (1994): Außenraum der Wohnsiedlung ist gleich Innenraum der Stadt, i.A. Stadt Wien Magistratsabteilung
18. Wien
Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.) (2003): Strategien für die Soziale Stadt. Erfahrungen und Perspektiven . Umsetzung des
Bund-Länder-Programms .Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf . die soziale Stadt.. Bericht der Programmbegleitung. Berlin
Deutsches Zentrum für Altersfragen (Hrsg.) (1998): Betreutes Wohnen und Wohnen im Heim. Rechtliche Aspekte, Expertisenband
5 zum Zweiten Altenbericht der Bundesregierung. Frankfurt
Dezernat für Gesundheitsplanung (2000): Älter werden in Großstädten. Subprojekt des EU Projektes Mégapoles. Das Netzwerk der
europäischen Union zur Gesundheitsförderung und Prävention.
Dinnocenzo, Assunta (o.J.): Seniorengerechte Wohnungen, Dörfer und Städte.
Dogan, Ramis; Reinprecht, Christoph; Tietze, Filiz (1999): Altern und Migration. Kurzstudie zum Symposium .Altern und Migration..
Zusammenarbeit mit URBAN-Projekt Senior Plus. Wien
Doringer, Eva; Gruber, Sabine, Kinzl, Renate (2004): ALT.MACHT.NEU. Ideen für eine altersfreundliche Stadt. Expertise zum
Wohnumfeld von SeniorInnen anhand einer partizipativen Gruppenarbeit, i.A. Bereichsleitung für Gesundheitsplanung und
Finanzmanagement der Stadt Wien. Wien
Doubek, C.; Holzinger, E. (1995): Grünraum für Wien, Anforderungen an eine soziale Grünraumplanung und -versorgung; AK-Wien.
Wien
Drexel, Anita; Feuerstein, Bernadette; Licka, Lilli; Proksch, Thomas (1991): Behindertengerechte Städtische Freiräume, Beiträge
zur Stadtforschung, Stadtentwicklung und Stadtgestaltung; Band 36, i.A. Magistrat der Stadt Wien / MA 18. Wien
Egghardt, Hanne (2003): Vermittler zwischen den Generationen (der Seniorenbeauftragte der Stadt Wien); in: D+R
Verlagsges.m.b.H. (Hrsg.): Gesunde Stadt: Wien
Ehmer, Josef (1990): Sozialgeschichte des Alters, Suhrkamp Verlag. Frankfurt a.M.
Empirica (Hrsg.) (2003): Wohnen im Alter . Teil 1-3 in: empirica paper Nr. 76/Feb. 2003. Berlin
Engels, Dietrich (ISG Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH) (2001): Wunsch und Wirklichkeit des betreuten Wohnens,
Die Ergebnisse einer Bewohnerbefragung im Licht der sozial-gerontologischen Fachdiskussion. Köln
Europäische Kommission, GD Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit (2004): Bericht über die soziale Eingliederung
(JIR 2004), pdf in http://www.europa.eu.int/comm/employment_social/social_inclusion/jrep_de.htm. Brüssel
Europäische Kommission, GD Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit (2005): Gemeinsamer Bericht über Sozialschutz
und soziale Eingliederung 2005, http://www.europa.eu.int/comm/employment_social/social_inclusion/jrep_de.htm. Brüssel
Europäische Kommission, GD Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit (2005): Sondergipfel zur Bewältigung der
Globalisierung und des demografischen Alterns, Pressemitteilung IP/05/1322, siehe
http://europa.eu.int/comm/employment_social/emplweb/news. Brüssel
European Communities (2005): Confronting demographic change: a new solidarity between the generations; Green Paper-
Kurzfassung. Luxembourg
ExWoSt-Informationen zum Forschungsfeld (1993): .Ältere Menschen und ihr Wohnquartier., Nr. 11 (April). Bonn
Feigelfeld, Heidrun; Czasny, Karl (IS) (1991): Großwohnanlagen in Österreich . Zustand, Nachbesserung, Perspektiven; IS Institut
für Stadtforschung - IS-Publikationen Nr.91. Wien
Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (1996): Wohnsituation sowie Wohn- und Wohngebietszufriedenheit in verschiedenen Wiener
Stadtgebietstypen; gemeinsam mit A. Kaufmann, G. Bständig, R. Hartig; SRZ. Wien
Feigelfeld, Heidrun et al (SRZ) (1997a): Lebenssituation und Zufriedenheit von Frauen in Wien.(Bericht und Tabellenbände)
gemeinsam mit R. Hartig, G. Bständig, P.Bachler; SRZ. Wien
Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (1997b): Lebenssituation und Zufriedenheit von Ausländerinnen in Wien; gemeinsam mit R. Hartig; SRZ;
auch in: StadtRaumZeit 2/1997. Wien
Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (1999a): Grundlagen der Freiraumsicherung in Wien; Teil 1 Materialien, Teil 2 Recherche
Baulückenkataster; gemeinsam mit R. Hartig; SRZ; auch in: StadtRaumZeit 1/1999. Wien
Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (1999b): Lebenssituation und Zufriedenheit von Seniorinnen in Wien (Schwerpunkte Wohnsituation,
Wohnumfeld); Referate vor dem Arbeitskreis .Alter und Wohnen. des BMJUF zum Internationalen Jahr der älteren Menschen. Wien
Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (2000a): 25 Jahre Gebietsbetreuung in Wien. Bilanz, Perspektive; gemeinsam mit B. Schöffmann, R.
Hartig et al; SRZ. Wien
Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (2000b): Urbanität leben. Gebietsbetreuung aktuell (Stadterneuerung Wien); SRZ. Wien
Feigelfeld, Heidrun (2001): Sag mir, wo du wohnst ...; Großstädtische Lebensbedingungen marginalisierter Bevölkerungsgruppen in
Wien; auch in: StadtRaumZeit 1/2001. Wien
Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (2001a): GESIBA Bewohner-Report 2001. Wien
Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (2001b): Wohnzufriedenheit; in: GESIBA (Hrsg.): Living, Die GESIBA . Beiträge zur Stadt- und Wohnkultur.
Wien
Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (2001c): Ausländer in Österreich / integriert oder isoliert; Referat am 11. Standard-Wohnsymposion .Die
Zukunft des Wohnens. Wien
Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (2002a): Innovative Area Renewal in Europe; Workshop-Band. Wien
Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (2002b): Stadterneuerung unter geschlechtspezifischen Aspekten; in: Stadt Wien (Hrsg.): Gender
Mainstreaming in der Stadtplanung, Werkstattberichte Nr. 50. Wien
Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (2003): Neue Kooperationsformen in der Wohnungsbestandspolitik zur Wohnversorgung von
Risikogruppen . Bericht österreichische Städte. Wien
Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (2004a): Austausch Paris . Wien, Stadterneuerungsaktivitäten und Partizipation auf Quartiersebene; in: MA
50 (Hrsg.): Wiener Wohnbauforschung 2004, Strategie und Ergebnisse; Wien 2005; siehe auch: Perspektiven 7_8/2005 (30 Jahre
Stadterneuerung; Beitrag .Kooperation Paris . Wien). Wien
Feigelfeld, Heidrun (SRZ) (2004b): Städtische Lebensqualität . Auswirkungen des Wohnens, Expertise für den STEP05. Wien
Ferring, Dieter; Wenger, Clare (o.J.): European Study of Adult Well-Being (ESAW). Comparative Report on The European Model of
Ageing Well.
Feuerstein, Christiane (1999): Neue Wohnformen im Alter. Architektur. Österreichisches Fachmagazin. Heft Nr.4 / Mai 1999. Wien
Feuerstein, Christiane (2000): Idee und Realität in den Projekten des Altenwohnens. In: Amann, Anton (Hrsg.): Kurswechsel für das
Alter, Böhlau Verlag (S.162-173). Wien, Köln, Weimar
Feuerstein, Christiane (2002): Jenseits des Altersheims. (mit Margarete Havel) in: .zeit_schritt. 13, September 2002.
Feuerstein, Christiane (2002): Vernetztes Wohnen . Wohnmodelle für ältere Menschen In: Döllmann, Peter / Temel, Robert (Hrsg.):
Lebenslandschaften . Zukünftiges Wohnen im Schnittpunkt zwischen privat und öffentlich, Campus Verlag. Frankfurt
Feuerstein, Christiane; Havel, Margarete (2002): .Wohnformen im Alter. in: Bundesministe-rium für soziale Sicherheit und
Generationen (Hrsg.) .Ältere Menschen . Neue Perspektiven. Seniorenbericht 2000. 5.Kap.: Die Wohnsituation der älteren Menschen
(S. 198-255).
Feuerstein, Christiane (2004): Demographische Alterung und bauliche Strukturen in Wien, i.A. Stadt Wien MA 50. Wien
Föbker, Stefanie (2002): Älter werden am Stadtrand . Zur Bedeutung des Wohnumfeldes für die Alltagsmobilität älterer Menschen.
Bonn
Fonds gesundes Österreich (2005-): Healthy Ageing. EU-Projekt 2004 bis 2007, s. www.fgoe.org
Fonds soziales Wien (2004): Jahresarbeitsprogramm 2005 des Fonds soziales Wien, (Dok). Wien
Forschungsgesellschaft für Wohnen, Bauen und Planen (2002): Neue Wohnformen für Senioren in Niederösterreich, Endbericht,
i.A. Amt der Niederösterreichischen Landesregierung Abt F2-A, B Wohnbauforschung. Wien
Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung, Abteilung Arbeit und Sozialpolitik (Hrsg.) (1999): Modernisieren ohne
auszuschließen: Quartiersentwicklung zur Verhinderung einer städtischen Unterschicht. Bonn
Friedrich, Klaus (1997): Wohnortswechsel im Alter. Aktuelle Ergebnisse geographischer Mobilitätsforschung im vereinten
Deutschland. Darmstadt. In: Zeitschrift für Gerontologie. 1994; 27(6): 410-418. Darmstadt
Fuchs, Dörte; Orth, Jutta (2005): Umzug in ein neues Leben, Moderne Verlagsges.Mvg. Gesundheits- und Umweltdepartment der
Stadt Zürich (2004): Selbstbewusste alte Menschen im Mittelpunkt, im Rahmen des stadträtlichen Legislaturschwerpunkts .Jung & Alt
Stadt.. Zürich
Gfk-Marktforschung GmbH (2002): Haushaltsnahe Dienstleistungen. In: 50plus 2002, eine Studie der GfK Marktforschung, Der
Bericht . Band I Seite 249 . 256 (www.gfk.at).
Giarchi, Georg Giacinto (2002): A Conspectus of Types, Options and Conditions of Elder-accommodation in the European Continent.
In: The European Journal of Social Science Research Vol. 15, Number 2/June 01.
Göckenjan, Gerd (2000): Das Alter würdigen. Altersbilder und Bedeutungswandel des Alters, Suhrkamp. Frankfurt a.M.
Gottschalk, Georg et al (Institute of Local Government Studies) (2000): Elderly people in cooperative housing. Denmark.
Gottschalk, Georg (DBUR) (2004): The Prerequisites of the Elderly People for Living at Home . Criteria for Services. Results from the
EU-project: ELDERATHOME. Paper to be presented at the ENHR Conference Cambridge 2004.
Großhans, Hartmut (2001): Wohnumfeld und Quartiersgestaltung für das Wohnen im Alter im Generationenverband, Fraunhofer IRB
Verlag. Stuttgart
Häberlin, Udo (2005): Reisebericht der Konferenz .Der demographische Wandel und seine Auswirkungen auf die Stadtentwicklung:
neue Bürger für Europa. Berlin, Wien
Haffner, Horst (o.J.): Orte - Plätze - Räume, Vom Umgang mit der Stadt.
Haisch, J.; Hofmann, E. (1994): Altmodisches für Alte? Oder: Berücksichtigen Altenheime
gesundheitspsychologisches Wissen? Ulm
Halbeisen, Thomas; Postai, Bernd; Stadler, Michael (1996): Die Lebenswelt von PensionistInnen in den Parks der Brigittenau, i.A.
Wiener Integrationsfond. Wien
Halvax, Christian; Hofmann, Sylvia (2004): Betreutes Wohnen - Gesundheit und Lebensqualität im Alter, Eine interne Untersuchung
in Seniorenwohnhaus Tivoligasse 41. In: 5. Armutskonferenz .Pflicht zum Risiko..
Hanika, Alexander; Trimmel, Harald (2005): Sterbetafel 2000/02 für Österreich, in: Statistische Nachrichten 2/2005 S.121-131.
Häußermann, Hartmut; Siebel Walter (1996): Soziologie des Wohnens. Eine Einführung in Wandel und Ausdifferenzierung des
Wohnens,Juventa Verlag. Weinheim/München
Heidecker, Gabriele; Müller, Veronika (2003): access in progress - für eine gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Raum.
Diplomarbeit an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung. Linz
Heineken, E.; Späth, G. (1998): Situative und differentiell-psychologische Determinanten der Lebenszufriedenheit im höheren
Lebensalter. In: Zeitschrift für Gerontologie. 21(5): 289-294. Duisburg
Heinze, Rolf G.; Eichener, Volker; Naegele, Gerhard; Bucksteeg, Mathias; Schauerte, Martin (1997): Neue Wohnung auch im
Alter. Folgerungen aus dem demographischen Wandel für Wohnungspolitik und Wohnungswirtschaft. Darmstadt
Heitzmann, Karin (2004): Zugang und Qualität sozialer Leistungen für Einkommensschwache, Ein europäischer Vergleich. In: 5:
Armutskonferenz .Pflicht zum Risiko..
Henzler, Günther (1998): Ohlsdorf: Baum und Raum. Der Friedhof als Landschaftspark, Kabel. Hamburg
Herkert, Brigitte (1995): Lebensbedingungen älterer Menschen in europäischen Großstädten. Konzepte der altenbezogenen
Planungen, Katholische Universität Eichstätt. Eichstätt
Hiess, Peter (2003): Speisen auf Reisen; D+R Verlagsges.m.b.H. (Hrsg.): Gesunde Stadt
Hilfswerk (2005a): Lebensqualität älterer Menschen in Österreich über 70. Exklusiv-Erhebung. Erhebungszeitraum April 2005.
Stichprobengröße 1000. Wien
Hilfswerk (2005b): Altern in Würde, die 7 Punkte des Hilfswerks für eine menschengerechte Pflege. Wien
Hilfswerk (2005c): Älter werden. Mensch bleiben. Wien
Hilfswerk (2005d): Die Hilfswerk-Infotour. Wien
Hilti, Nicola, Maerki, Daniel (das fernlicht) (2004): Heimservices als Herausforderung und Chance; in: Stadt Wien, MA 50 (Hrsg.)
(2005): Wiener Wohnbauforschung 2004, Strategie und Ergebnisse; Wien
Höbel, Regina; Schneiders, Katrin; Quast von, Alexander (1997): Auswirkungen der Pflegeversicherung auf die Nachfrage von
Sozialimmobilien. Ein Gutachten im Auftrag der Westfälischen Hypothekenbank AG. Institut für Wohnungswesen, Imobilienwirtschaft,
Stadt- und Regionalentwicklung an der Ruhr-Universität Bochum. Bochum
Hoff, Andreas; Tesch-Römer, Clemens; Wurm, Susanne; Engstler, Heribert (2003): .Die zweite Lebenshälfte.: Längsschnittliche
Konzeption des Alterssurveys. In: Karl, Fred (Hrsg.): Sozial- und verhaltenswissenschaftliche Gerontologie, Juventa. S. 185-204.
Weinheim
Holm, Ulla; Jones, Chris; King; Pedar; et al (o.J.): Miteinander voneinander lernen. Ein Trainingshandbuch zum Aufbau
generationenübergreifender Projekte.
IFES (Institut für Empirische Sozialforschung GmbH) (2003): Leben und Lebensqualität in Wien. Teilbericht ältere Menschen, i.A.
Stadt Wien MA 47. Wien
Informationsdienst des Österreichischen Instituts für Familienforschung (o.J.): Einbahn Frühpensionierung. Eine
demographische Alterung der Gesellschaft erfordert neue Strategien am Arbeitsmarkt.
Institut .Sicher Leben. (Hrsg.) (1998): Sicher gehen über 60. Protokolle der Enquete vom 9. Juni 1998. Wien
Institut für Erlebnispädagogik und Outdooraktivitäten (2005): .Golden Girls and Boys.. SeniorIn-
nenbetreuung der Parkbetreuung Margareten. Infoblatt (Masterthese Donauuni Krems, (läuft).
Institut für Konfliktforschung (2004): Evaluation der .Gebietsbetreuung neu. in: Wiener Wohnbauforschung 2004. Strategie und
Ergebnisse.
Institut für Sozialanalyse Wien (1995): Seniorenwohnhäuser und Sozialzentren in Niederösterreich, i.A. Niederösterreichische
Wohnbauforschung. Wien
Ipsen, Detlev (1999): Ältere Menschen und die moderne Stadt. In: Jansen, Birgit; Karl, Fred; Radebold, Hartmut; Schmitz-Scherzer,
Reinhard: Soziale Gerontologie. Ein Handbuch für Lehre und Praxis, Beltz Verlag (S. 504-520). Weinheim/ Basel
Ivankovic, Borko (1999): Wiener Migranten-Seniorenmesse. Veranstaltung des Wiener Integrationsfonds. Wien
Jansen, Birgit; Karl, Fred; Radebold, Hartmut; Schmitz-Scherzer, Reinhard (1999): Soziale Gerontologie. Ein Handbuch für
Lehre und Praxis, Beltz Verlag. Weinheim/ Basel
Karthaus, Frank; Fuhrich, Manfred (1991): Wohn- und Lebenshilfen für älterer Menschen, Montania GmbH. Dortmund
Kasanen, Pirkko (TTS Institute Helsinki) (Hrsg.) (2004): ELDERATHOME - .the prerequisites of the elderly for living at home: criteria
for dwellings, surroundings and facilities, Final report.
Katz, Ruth, Lowenstein, Ariela (The Center for Study and Research on Aging, Faculty of Welfare and Health Studies, The
University of Haifa, Israel) (2004): Expectations, preferences and behaviour of the family support network and well-being among the
75+ in a comparative cross-national perspective .the OASIS study; 5th Framework Programme, five countries study.
Kern, J. (1997): Inseln und Grätzel. In: Kijus in Mariahilf und Neubau, Stadt und Umwelt VI; Magistratsabteilung 25. Wien
Kienast, Dieter (2002a): Die Poetik des Gartens, Birkhäuser. Basel
Kienast, Dieter; Vogt, Christian (2002b): Parks und Friedhöfe, Birkhäuser. Basel
Kivilehto, Sari; Väisänen, Kirsi: Criteria for dwellings (ELDERATHOME) (2004): EU 5th framework programme, Key Action 6: The
Ageing Population and Disabilities. http://www.tts.fi/uk/projects/elderathome/publications.htm.
Kliemke, Christa (Hrsg.) (1989): Die Krankenwohnung. Häusliche Krankenpflege rund-um-die-Uhr, Schriftenreihe des Instituts für
Krankenhausbau der TU Berlin, Band 17. Berlin
Kliemke, Christa; Bartelmes, Doris; Butler, Jeffrey; Rohr-Zänker, Ruth (1993): Ältere Menschen und ihr Wohnquartier: Berlin
Heerstrasse-Nord, Schriftenreihe des Instituts für Krankenhausbau der TU Berlin, Band 21. Berlin
Kliemke, Christa; Achtsnichts, Britta; Scheiber, Anke; Vinzens, Christina (1997): Stadtplanung und Gesundheitsförderung. Eine
Untersuchung in Berlin-Reinickendorf und Berlin-Pankow, Berlin Schriftenreihe des Instituts für Krankenhausbau der TU Berlin, Band
26. Berlin
Klimont, Jeannette (Statistik Austria) (2005): Gesundheitslebenserwartung: Konzepte und Ergebnisse. In: Statistische Nachrichten
2/2005.
Knapp, Anny; Kremla, Marion; Dogan, Ramis (Asylkoordination Österreich) (2005): Interkulturelle Altenpflege in Wien . Bedarf
und Angebot sowie dessen notwendige Modifikationen. Wien
Knees, C. (1995): Lebensräume, die Bewegung für behinderte Menschen zulassen; In: Sport in der Stadt, Beiträge zur
Stadtforschung, Stadtentwicklung u. Stadtgestaltung, Bd. 57; Magistratsabteilung 18. Wien
Köhler, Dietmar (2004): Altersarbeitslosigkeit - Verdrängen und Vergessen einer alltäglichen Realität.
Kohli, Martin; Künemund, Harald (Hrsg.) (2000): Die zweite Lebenshälfte. Gesellschaftliche Lage und Partizipation im Spiegel des
Alters-Survey. Band 1, Leske + Budrich. Opladen
Költringer, Richard (WISDOM) (1996): Senioren in Wien, Sonderauswertung aus Leben in Wien. Wien
Kose, Ursula; Licka, Lilli (1998): Gesunde Gärten (Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung und Stadtgestaltung; Band 64), i.A.
Magistrat der Stadt Wien, MA 18. Wien
KoseLicka; Tillner, Silja (1995): Richtlinien für eine sichere Stadt! Beispiele für die Planung und Gestaltung sicherer öffentlicher
Räume, i.A. Stadt Wien MA 57, Schriftenreihe Frauenbüro der Stadt Wien, Band 1. Wien
Kremer-Preiß, Ursula; Stolarz, Holger (2003): Neue Wohnkonzepte für das Alter und praktische Erfahrungen bei der Umsetzung .
Eine Bestandsanalyse. (Zwischenbericht im Rahmen des Projektes .Leben und Wohnen im Alter. der Bertelsmann Stiftung und des
Kuratoriums Deutsche Altershilfe), Kuratorium Deutsche Altershilfe. Köln
Krings-Heckemeier, M.; Pfeiffer, U. (1998): Überforderte Nachbarschaften; Soziale und ökonomische Erosion in Großsiedlungen,
GdW Schriften 48, GdW Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen e.V.. Köln
Krings-Heckemeier, Marie-Therese (Verband deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V.) (2003): Wohnen mit Service . Neue
Angebote für veränderte Bedürfnisse. Berlin
Kruse, Andreas (1989): Wohnen im Alter - Beiträge aus der Gerontologie. Heidelberg Kapitel. In: Rott, Christoph; Oswald, Frank:
Kompetenz im Alter. Beiträge zur III. Gerontologischen Woche. Heidelberg, 2.5.-6.5.1988, Liechtenstein Verlag, Seiten 286-315.
Vaduz
Kruse, Andreas; Wahl, Hans Werner (1994): Altern und Wohnen im Heim. Endstation oder Lebensort? Greifswald
Kruse, Andreas (2001): Lebensstile und Umwelten älterer Menschen. In: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend (Hrsg.): Lebensstile . Wohnbedürfnisse . Wohnformen. Berlin
Kuntner, Christina (2005): Aktiv Altern in Wien, eine Analyse der gesundheitsförderliche Angebotsstruktur für SeniorInnen. Wien
Lang, Frieder R. (2004): Soziale Einbindung und Generativität im Alter, in: Kruse, Andreas; Martin, Mike (Hrsg.): Enzyklopädie der
Gerontologie, Hans Huber-Verlag, Bern
Lebhart, Gustav; Kityr, Josef; Kaufmann, Albert; Hanika, Alexander; Ulrich, Ralf (Institut für Demographie der
Österreichischen Akademie der Wissenschaften) (1998): Bevölkerungsvorausschätzung 1996 bis 2012 nach Teilgebieten der
Wiener Stadtregion; Stadtplanung Wien (Hrsg.), Werkstattberichte Nr.23. Wien
Lebhart, Gustav; Ritter, Hellmut; Kaufmann, Albert; Fellner, Georg (Institut für Demographie der Österreichischen Akademie
der Wissenschaften / Stadt Wien MA 18) (2002): Bevölkerungsvorausschätzung 2000 bis 2030 nach Teilgebieten der Wiener
Stadtregion Stadtplanung Wien (Hrsg.), Werkstattberichte Nr.49. Wien
Lehr, Ursula (1972): Psychologie des Alterns, Quelle & Meyer Verlag (10.Afl 2003). Wiebelsheim
Leichsenring, Kai; Strümpel, Charlotte (1998): Der Nutzen kleiner Wohneinheiten für ältere Menschen mit dementiellen
Erkrankungen, European Centre. Wien
Lepenies, Anette (Hrsg.) (1998): Alt & Jung. Das Abenteuer der Generationen. Basel
Lind, Sven (1993): Wohnformen und Betreuungsmodelle in der häuslichen, teilstationären und stationären Versorgung dementiell
erkrankter alter Menschen. In: Zeitschrift für Gerontopsychologie und -psychiatrie. 6(3): 193-202.
Lind, Sven (2001): Architektur- und Raumkonzepte für eine Demenzstation in einem Altenpflegeheim. In: Theorie und Praxis der
sozialen Arbeit. 2001; 52(2): 65-67. Haan
Loeschke, Gerhard (Hrsg.) (1995): Sozialer Wandel . Wohnen im Alter, Verlag Das Beispiel GmbH. Alsbach
Loeschke, Gerhard; Pourat Daniela (1995): Wohnungsbau für alte und behinderte Menschen, Kohlhammer Verlag. Stuttgart/ Berlin/
Köln
Ludwig Boltzmann Institut für Medizin- und Gesundheitssoziologie (2003): Growing old in Metropolitan Areas.
Gesundheitsfördernde Programme für ältere Menschen in Wien, i.A. Bereichsleitung für Gesundheitsplanung und Finanzmanagement
im Rahmen des europäischen Projektes Mégapoles. Wien
Ludwig, Erich; Tutschek, Margot (2004): Brennpunkt: Pensionistenheim. Wien
Lutz, Wolfgang (2005): Gesellschaft der Alten in: Profil 41, 10.Oktober 2005. Wien
Magistrat der Stadt Gießen (Hrsg.) (1998): Soziale Stadterneuerung . Bericht zur aktivierenden Befragung; Materialien zur Sozialen
Stadterneuerung Gießener Nordstadt, Band II. Gießen
Mannheimer Forschungsinstitut Ökonomie und demographischer Wandel (2004): The Survey of Healthy Ageing and Retirement
(SHARE). Umfrage über Gesundheit, Alterung und Pensionierung in Europa. Mannheim
Matuschek, Hage et al (1998): Die Pflegesituation von Familienangehörigen dementer MigrantInnen in Österreich.
Meister, Peter (1992): Dezentrale Pflegestationen. Die Evaluation eines Pilotversuchs mit Pflegewohnungen für Betagte, Dissertation
(Universität Freiburg / Schweiz, Philosophische Fakultät). Freiburg (CH)
Mette, Inge; Narten, Renate (2005): Selbstbestimmt Wohnen im Alter. Modellprogramm des BMFSFJ. Abschlussbericht, Kuratorium
Deutsche Altershilfe. Köln
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (1997): Persönliche Assistenzdienste für
Senioren und Behinderte. Bedarf und erforderliche Rahmenbedingungen. Düsseldorf
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (1998): Indikatorengestütztes
Planungsmodell zur Pflegeinfrastruktur. Düsseldorf
Ministerium für Bauen und Wohnen des Landes Nordrhein-Westfalen (1997): Neue Wohnformen für ältere Menschen. Düsseldorf
Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen (o.J.): Alter gestaltet Zukunft, Politik
für Ältere in Nordrhein-Westfalen, Rahmenbedingungen, Leitlinien 2010, Datenreport.
Mirbach, Thomas (Lawaetz-Stiftung) (Hrsg.) (1999): Entwürfe für eine soziale Stadt, Schriftenreihe Europäische Urbanität - Politik
der Städte, Fakultas. Amsterdam
Moser, Michaela (2003): Frauenarmut in Österreich, Märchen und Wahrheit, Armutskonferenz.
Moser, Peter (SRZ) (2000): Treffsicherheit von Sozialleistungen der Stadt Wien. Band 1: Bericht, i.A. Magistratsdirektion der Stadt
Wien . Koordinationsbüro. Wien
Moser, Peter; Bständig, Gerhart; Czasny, Karl; Hajek, Jürgen (SRZ) (2005a): Wandel der Wohnsituation von Seniorinnen und
Senioren in Wien; i.A. d. Magistrat Wien MA 50. Wien
Moser, Peter; Bständig, Gerhart; Hajek, Jürgen (SRZ) (2005b): Detailanalysen der Großbefragung .Leben und Lebensqualität in
Wien., i.A. Stadt Wien MA 18. Wien
Moser, Winfried (o.J.): Familienstrukturen in Österreich. Ergebnisse der Volkszählung 1961-2001
Mühlegger, R. (1999): Wohnen und Integration in europäischen Großstädten, i.A. Stadt Wien/MA18
Münsterjohann, Ursula (2004): Was bewegt alte Menschen in der Stadt? Reihe .ARCHITEKTUR + GERONTOLOGIE. Kuratorium
der Deutschen Altershilfe in Köln. Köln
Nagler, Friedrich (1994): Sachprogramm Radfahren, Hauptwegenetz für den Radverkehr Wien; i.A. Stadt Wien MA 18
NetzWerk gemeinnützige Gesellschaft für Betreutes Wohnen, Pflege und Rehabilitation mbH (o.J.): Wirkungsorientierte
Steuerung sozialer Dienstleistungen in der Altenhilfe.
Neuhold, Heidemarie (1999): Die Wohnbedürfnisse älterer Menschen. Bericht des Arbeitskreises III. In: Seniorenreport Steiermark
1999. Graz
Niepel,A.; Emmrich, S. (2005): Garten und Therapie, Wege zur Barrierefreiheit. Stuttgart
Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern (1999): Intakte Stadtquartiere . Maßnahmenkatalog zur
Beseitigung und Vermeidung sozialer Fehlentwicklungen. München
ÖIF (1998): Bedeutung sozialer Netzwerke und sozialer Unterstützung für die Gesundheit. Statistische Mitteilungen zur Gesundheit in
Wien 1998/2. Wien
Osterland, Astrid (2000): Nicht allein und nicht ins Heim, Jungfermann.
Oswald, Frank (2000): Projekt .Umzug im Alter. Eine ökogerontologische Studie zum Wohnungswechsel privatwohnender Älterer in
Heidelberg. Forschungsprojekt gefördert von DZFA. Heidelberg
Oswald, Frank; Wahl, Hans-Werner (Deutsches Zentrum für Altersforschung) (1996): Projekt .Hier bin ich zu Hause. - Zur
Bedeutung des Wohnens. Eine empirische Studie mit gesunden und Gehbeeinträchtigten Älteren. Forschungsarbeit. Heidelberg
Perspektiven (2005): 30 Jahre Stadterneuerung (Sonderheft 7_8/2005) Wien
Petersen, Ulrike (1997): Gemeinschaftliches Wohnen von Jung und Alt, Eigenpublikation des Vereins Graue Panther Hamburg e.V.
Altenselbsthilfe. Hamburg
Pieper, Richard; Pokorny, Adriane; Smolka, Adelheid (2000): Häusliche Pflege, Rehabilitation und Gerontechnologie. Teilprojekt:
Häusliche geriatrische Rehabilitation im Münchner Norden. University-Reports: Universität Bamberg, Staatsinstitut für
Familienforschung; ifb-Materialien, Nr. 2000/10. Bamberg
Pilarz, Georg (2005): Betreubares Wohnen in Oberösterreich (GIWOG). Linz
Pils, Katharina (o.J.): Rehabilitation für ältere Menschen. Wiener Internationale Akademie für Ganzheitsmedizin. Wien
Prahl, Hans-Werner; Schroeter Klaus R. (1996): Soziologie des Alterns. Eine Einführung, UTB für Wissenschaft. Paderborn/
München/ Wien/ Zürich/ Schöningh
Prenosil, Eva Maria (2001): Die Bedeutung der Wohnsituation für die Lebensqualität von Heimbewohnern. Wien
Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien (1992): Die Wiener Pensionistenheime - Die Häuser des Kuratoriums (Redaktion:
Kuratorium Wiener Pensionistenheime). Broschüre. Wien
Rehberg, Walter (1996): Unfälle älterer Menschen in Wien: Psychosoziale, physische und technische Risikofaktoren. Eine Studie des
Institutes Sicher Leben. Wien
Reichert, Monika (2002): Reform der kommunalen Seniorenarbeit. Abschlussbericht. Dortmund
Reinprecht, Christoph (1999): Senior plus. Soziale Integration und Aktivitätspotentiale älterer Bewohnerinnen und Bewohner der
Wiener Gürtelregion. Eine empirische Studie zu Ehrenamtlichkeit und sozialer Partizipation, i.A. Stadt Wien MA 47 und Europäische
Union. Wien
Reinprecht, Christoph (2000a): Lebenssituation, Soziale Integration und Altersplanung älterer MigrantInnen in Wien. Wien
Reinprecht, Christoph; Latcheva, Rossalina (2000b): Ergebnisse und Datensammlung zum Thema .Lebens- und
Gesundheitssituation älterer Migrantinnen und Migranten in Wien. (Bearbeitung: Institut für Soziologie der Universität Wien). Wien
Reinprecht, Christoph (2005a): Aktiv ins Alter: Publikumsbericht. Ergebnisse und Perspektiven. Anregungen für die
Gesundheitsförderungen älterer Menschen in der Grosstadt, Dokumentation des WHO Projekts aktiv ins Alter. Wien
Reinprecht, Christoph; Pohn-Weidinger, Axel (2005b): Migrantinnen und Migranten in Wiener Einrichtungen der
Erwachsenenbildung; i.A. der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft .Qualifikation stärkt.. Wien
Reiterer, Albert F. (1998): Moderne Gesellschaften. Sozialstruktur und Sozialer Wandel in Österreich.
Reutter, Oskar; Reutter, Ulrike (1996): Autofreies Leben in der Stadt. Dortmund
Richter, Rudolf (2005): Die neue Mehrgenerationenfamilie. Zur Notwendigkeit einer lebenslauforientierten Mehrgenerationenpolitik.
In: ÖIF Familienforschung in Österreich.
Rohde, G. (2001): .Wohnungsunternehmen als Dienstleister.. In: wohn:wandel. Szenarien, Prognosen, Optionen zur Zukunft des
Wohnens. Solingen
Rosenmayr, Leopold; Kolland, Franz (2001): Älter werden in Wien. Ergebnisse einer Befragung von 60-75jährigen (Bearbeitung
Institut für Sozialgerontologie zusammen mit Fessel-GfK). Wien
Ruhne, Renate (1996): Mobilität und Sicherheit von Frauen im Öffentlichen Raum. Hamburg
Saake, Irmhild (2000): Sinn und Unsinn der Altersforschung, Oder: Wie viel Sinn brauchen alte Menschen? Vortrag gehalten am
Institut für Gerontologie in Vechta am 29.04.2000. Vechta
Saake, Irmhild (2002): Wenig Neues vom Alter. Ein systemtheoretischer Ausweg aus gerontologischen Denkschleifen. In: Dallinger,
Ursula; Schroeter, Klaus R. (Hrsg.): Theoretische Beiträge zur Alterssoziologie, S.275-297. Opladen
Saake, Irmhild (o.J.): Todesbilder in der modernen Gesellschaft.
Saup, Winfried (1986): Wohnen im Alter. Eine psychologische Skizze, University-Reports: Augsburger Berichte zur
Entwicklungspsychologie und Pädagogischen Psychologie, Nr. 3; Universität Augsburg; Lehrstuhl für Psychologie; Forschungsstelle
für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie. Augsburg
Saup, Wilfried (1990): Übersiedlung und Aufenthalt im Alten- und Pflegeheim .University-Reports (25). Universität Augsburg;
Forschungsstelle für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie, Germany. Augsburg
Schachhuber, Ilona; Tantner Anton (1998): Parkgeschichten. Wien
Schader-Stiftung (Hrsg.) (1997): Forschungsprojekt. Umzugswünsche und Umzugsmöglichkeiten älterer Menschen.
Handlungsperspektiven für Wohnungspolitik, Wohnungswirtschaft und Dienstleistungsanbieter. Tagungsdokumentation mit
Stellungnahmen aus der Praxis. Darmstadt
Schader-Stiftung (Hrsg.) (1999): Wohnwünsche und Wohnbedürfnisse älterer Menschen in der Nordweststadt. Ergebnisbericht der
qualitativen Untersuchung. Werkstattbericht Januar 1999 (Teil des Demonstrativprojekt Demographischer Wandel). Frankfurt a.M.
Schader-Stiftung (Hrsg.) (2000): Modelle für das Wohnen im Alter. Analysen und Empfehlungen für die Nordweststadt,
Werkstattbericht Juni 2000. Frankfurt a.M.
Schattovits, Helmuth (Hrsg.) (1993): Forschungsprojekt Integratives Wohnen als soziales Dienstleistungsangebot, Publikation des
Instituts für Ehe und Familie. Wien
Schattovits, Helmuth (1988): Integriertes Wohnen als Dienstleistungsangebot. Endbericht Teil 1. Institut für Ehe und Familie. Wien
Schilling, Oliver (2003): Längsschnittliche Analysen zur Entwicklung der Zufriedenheit im höheren Lebensalter. Heidelberg
Schmaus, Bruno (1999): Alte Menschen in ihren Wohnquartiersbezügen. In: Wahl, Hans Werner; Mollenkopf, Heidrun; Oswald, Frank
(Hrsg.): Alte Menschen in ihrer Umwelt. Beiträge zur ökologischen Gerontologie, Westdeutscher Verlag. Opladen
Schmidt, Roland (2000): Pflege & Wohnen - Strategien zur Neuausrichtung. Hannover
Schmied, Gerhard (2002): Friedhofsgespräche, Leske + Budrich Verlag. Opladen
Schneekloth, Ulrich; Müller, Udo (1997): Hilfe- und Pflegebedürftige in Heimen. Endbericht zur Repräsentativerhebung im
Forschungsprojekt .Möglichkeiten und Grenzen selbständiger Lebensführung in Einrichtungen., Forschungsbericht: Schriftenreihe des
Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Band 147.2. Stuttgart
Schöffel, Joachim; Fachgruppe Stadt (Hrsg.) (o.J.): Altersgerecht Wohnen in einem alternden Stadtteil. Nordweststadt in Frankfurt.
Darmstadt
Schöffski, O. (1990): ADL-I Activities-of-Daily-Living-Index (Diagnostisches Instrument: Activities of Daily Living Index (Katz, S., Ford,
A.B., Moskowitz, R.W., Jackson, B.A. & Jaffe, M.A., 1963)/author). Hannover
Schöpfer, Gerald; Guggenbichler-Brunner, Heidemarie; Multerer, Anna (1999): Altwerden in der Steiermark: Lust oder Last?
Seniorenreport Steiermark. Graz
Schütz, Martin W. (1985): Die Trennung von Alt und Jung in der Stadt. Eine vergleichende Analyse der Segregation von
Altersgruppen in Hamburg und Wien, H. C. Verlag. Hamburg
Schwung, Henriette (1991): Lebenswertes Altern? Fragen an die Altenpsychologie. In: Report Psychologie. 1991; 16(9): 26-35.
Stadt Bayreuth (1996): Seniorenplan. Baustein 1: Bestandserhebung. Bayreuth
Stadt Essen (1995a): Ältere Menschen. Eine Gruppe mit wachsender gesellschaftlicher Bedeutung. Beiträge zur Stadtforschung 14,
Stadt Essen. Der Oberstadtdirektor. Amt für Entwicklungsplanung, Statistik, Stadtforschung und Wahlen. Essen
Stadt Essen (1995b): Alternde Gesellschaft. Neue Anforderungen an kommunales Handeln. Informationen und Berichte zur
Stadtentwicklung Nr. 85, Stadt Essen. Der Oberstadtdirektor. Amt für Entwicklungsplanung, Statistik, Stadtforschung und Wahlen.
Essen
Stadt Lünen (1998): Wohnen im Alter. Ein Wegweiser. Lünen
STEP05 Stadt Wien (2005): Stadtentwicklungsplan 2005. Wien
Stadt Wien (Hrsg.) (2003): Masterplan Verkehr (MPV-2003). Wien
Stadt Wien / MA 18 (1999): Urbane Strukturen und neue Freizeittrends. Werkstattbericht 29 der Stadtplanung Wien. Wien
Stadt Wien / MA13, MA18, MA42 (Hrsg.) (2004): Beurteilung von Parks und Parkbetreuung. Wien
Stadt Wien / MA 15 (1997): Wiener Seniorengesundheitsbericht 1997 (erstellt vom Wiener Institut für sozialwissenschaftliche
Dokumentation und Methodik). Wien
Stadt Wien / MA 18 (Hrsg.) (1996): Grünes Netzwerk. Stand der Dinge. Wien
Stadt Wien / MA 18 (1995): Sport in der Stadt, Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung und Stadtgestaltung, Bd.57. Wien
Stadt Wien / MA 18 (2004): Barriere frei! Stadt ohne Hindernisse? Werkstattbericht Nr.64. Wien
Stadt Wien / MA 43 (2000): Der Wiener Zentralfriedhof. Wien
Stadt Wien / MA 57 (2005a): Situationsbericht Frauen in Wien; siehe auch www.wien.gv.at/m57/forms/pdf/frauenbericht_05.pdf. Wien
Stadt Wien / MA 57 (2005b): Frauenbarometer. Wien
Stadt Wien / MA 66 (2003): Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien. Redaktion: Statistisches Amt der Stadt Wien Dr. Peter Pokay.
Wien
Stadt Wien. Stadtplanung (1994): STEP 1994, Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung, Stadtgestaltung Band 53. Wien
Statistik Austria (2005): Bevölkerungswachstum wird von Alterung begleitet; Papier zur Pressekonferenz 17.10.2005, siehe auch
www.statistik.at
Statistik Austria (2000): Lebenssituation älterer Menschen. Ergebnisse des Mikrozensus Juni 1998. Wien
Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2005): Datenreport 2004, Zahlen und Fakten über die Bundesrepublik Deutschland
Stemshorn, Axel (Hrsg.) (1979): Bauen für Behinderte und Betagte. Wohnungsbau, Gebäudeplanung, Außenanlagen, DIN-Normen,
Medizinische Aspekte, Sozialpsychologie, Statistik, Finanzierung. 2.erweitere Auflage, Alexander Koch GmbH. Stuttgart
Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW) (o.J.): Projekt SEBA - Selbständig bleiben im Alter. (Beginn Jan. 2003)
Stolarz, Holger (1986): Wohnungsanpassung . Maßnahmen zur Erhaltung der Selbstständigkeit älterer Menschen. Grundlagen und
praktische Hinweise zur Verbesserung der Wohnsituation, Kuratorium Deutsche Altershilfe. Köln
Strohmeier, Klaus Peter (1983): Quartier und soziale Netzwerke, Grundlagen einer sozialen Ökologie der Familie. Frankfurt a.M.
Stürmer, Michael (2002): Lasst die Alten ran. In: Welt vom 21.10.2002.
Tálos, Lore (1994): .Einen alten Baum verpflanzt man nicht ..... Im Alter zu Hause leben, Teil 1. In: Pro Senectute. Zeitschrift für
Geriatrie und Altenpflege, 1/94, S. 16-18; Teil 2 2/94, S. 8-10.
Tálos, Lore (1995): Was eine Wohnung für ältere Menschen haben soll. In: Die s-Bausparkasse (Hg.), Wohnen für Fortgeschrittene,
S. 26-31. Wien
Tálos, Lore (1997): Technologie und Altern II. Soziale Integration älterer Menschen. Teil B:
Organisierte Nachbarschaftshilfe in Österreich. Studie des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung der österreichischen Akademie der
Wissenschaften (Projektleitung: Claudia Wild). Wien
Tálos, Lore (1997): Wohnberatung für Senior(inn)en. In: Perspektiven, 9/1997. Wien
Tálos, Lore (2001): ....dem Verbleib in der eigenen Wohnung wird der Vorzug gegeben.. Zum Stellenwert von Wohnen und
altersgerechter Wohnungsgestaltung. In: Wohnbauforschung in Österreich 2001, S. 14-19.
Tálos, Lore (o.J.): Wohnberatung für Seniorinnen und Senioren. Hinweise zur altersgerechten Wohnungsgestaltung; Medieninhaber
und Herausgeber: ARWAG Wohnhaussanierung Ges.m.b.H. Wien
Tesch-Römer, Clemens; Wurm, Susanne; Hoff Andreas; Engstler, Heribert (2002): Alters-sozialberichterstattung im
Längsschnitt: Die zweite Welle des Alterssurveys. In: Motel-Klingebiel, Andreas; Kelle, Udo (Hrsg.): Perspektiven der empirischen
Alter(n)ssoziologie, Leske + Budrich. S. 155 . 190. Opladen
Tews, Hans Peter (1971): Soziologie des Alterns. 2.Auflage, Quelle & Meyer (UTB). Heidelberg
Tews, Hans Peter (1999): Ältere Menschen außerhalb ihrer Wohnungen: Sozialgerontologische Aspekte. In: Wahl, Hans Werner;
Mollenkopf, Heidrun; Oswald, Frank (Hrsg.): Alte Menschen in ihrer Umwelt. Beiträge zur ökologischen Gerontologie, Westdeutscher
Verlag (S.177-181). Opladen
Tinnefeldt, Gerhard (2002): Lebensqualität im Altenheim. In: Basler, Heinz-Dieter; Keil, Siegfried: Lebenszufriedenheit und
Lebensqualität im Alter, Vektor-Verlag, S. 145-170. Grafschaft
Tyll, Susanne (1998): Was Wohnberatung leisten kann. In: Forum-Sozialstation (1998) 22(4): 41-43. Köln
Vaskovics, Laszlo A. (1990): Soziale Folgen der Segregation alter Menschen in der Stadt. In: Bertels, Lothar; Herlyn, Ulfert (Hrsg.):
Lebenslauf und Raumerfahrung, Leske+Budrich. Opladen
VCÖ Verkehrsclub Österreich (Hrsg.) (1993): Vorrang für Fußgänger. Wien
VCÖ Verkehrsclub Österreich (Hrsg.) (1999): Senioren & Mobilität. Wien
Verband der Friedhofsverwalter Deutschlands (2004): Friedhofskultur Zeitschrift für das gesamte Friedhofswesen H2187, 94.
Jahrgang August 2004. Berlin
Verein ro*sa (2005-): Frauenwohnprojekt. Infoblätter. Wien
WBG Nürnberg Gruppe (2004): Olga = Oldies leben gemeinsam aktiv (Wohnprojekt). Nürnberg
Weber, Germain et al (2005): Europäische Studie zum Wohlbefinden im Alter 2002-2004. Hauptergebnisse unter besonderer
Berücksichtigung der Situation in Österreich, Facultas Verlag. Wien
Wiener Linien (2003): Mobilität für alle. Barrierefreier Zugang für Fahrgäste im Rollstuhl. Infoblatt. Wien
Willsberger , Barbara (L & R Sozialforschung) (2001): Beschäftigungssituation und soziale Absicherung im Alter.
Willsberger, Barbara, Sorger, Claudia (L & R Sozialforschung) (2002): Ältere Frauen in Wien: Mögliche Wege zur
Chancengleichheit; i.A. MA 57. Wien
Wimmer, Alice; Strümpel, Charlotte (2005): Health promotion for the elderly in Austria. European Centre for Social Welfare Policy
and Research. Wien
Windisch, Paul (Erste Bank) (2005): Wohnbauprognose 2031, Prognose für Österreich Teil II: Haushalte und Wohnbautätigkeit,
Regionale Trends bis 2031.
WissenschaftsZentrum Wien (2001): Alter als Chance. Spielräume . Aufgaben . Herausforderungen. Denkanstöße für Wien. Wien
Wüstenrotstiftung (Hrsg.) (1997): Wohnquartiersnahe Alltagshilfen. Ergebnisse eines bundesdeutschen Wettbewerbs. Stuttgart:
Fraunhofer IRB Verlag. Stuttgart
Wüstenrotstiftung (Hrsg.) (2000): Technik und Wohnen im Alter. Dokumentation eines internationalen Wettbewerbs der
Wüstenrotstiftung, Eigenverlag. Ludwigsburg
Zahn, Gerald (1999): Die Wiener Seniorenwohngemeinschaften als sozialpädagogisches Konzept für das Leben alter Menschen,
Diplomarbeit. Wien
Zeman, Peter (DZA) (1998): Ältere Migrantinnen und Migranten in Berlin. Berlin
Zentrum für Alterswissenschaften und Sozialpolitikforschung (2003): Lebensereignisse und gegenwärtige Lebenssituation
älterer Wienerinnen und Wiener. Ergebnisse der Ausgangsanalyse zum Projekt .Plan60.. Gesamtbericht, i.A. Forschungsinstitut des
Wiener Roten Kreuzes. St. Pölten
zoll+. Textedition österreichischer Landschaftsplanung und Landschaftsökologie (2004): Altern, Heft nr. 05 (Dezember 2004).
Wien
ZSI Zentrum für Soziale Innovation (o.J.): Mütter und Töchter. Türkische Immigrantinnen zwischen Ambivalenz und Autonomie
(läuft).

Magistrat der Stadt Wien: www.magwien.gv.at
www.wien.gv.at/statistic/daten/bezirksdaten.html
www.wien.gv.at/statistic/blickgem/vz2/g90001.pdf
Lokale Agenda 21: www.la21wien.at
Wohnservice (2005-): http://www.wohnservice_wien.at/aktuelles/behindertengerechteObjekte
www.caritaswien.at
www.vcoe.at
www.oeamtc.at
http://www.oegla.at/d/aktuelles.htm#moveout
eurofamcare: www.uke.uni-hamburg.de/eurofamcare
www.autofrei-wohnen.de
www.wohnen-plus-mobilitaet.nrw.de
www.delmenhorst.de/nordwolle/wohnen
http://twentenetwerkstad.plushosting.nl
http://www.bbr.bund.de/exwost/forschungsfelder/ff_index.html
www.who.int/
share: www.share-project.org
procare: www.euro.centre.org/procare
http://www.bestpractice.org
www.europa.eu.int
www.europa.eu.int/comm/employment_social/social_inclusion/jrep_de.htm
www.europa.eu.int/comm/research/biosociety/research
era age: www.europa.eu.int/comm/resaerch/headlines/pdf/era-age_en.pdf
key action: www.europa.eu.int/comm/resaerch/quality-of-life/leaflets/en/keyact06.html
Herausgeber    IMPRESSUM
Stadt Wien


Autorinnen:
ARGE Feuerstein - Kose / Licka - SRZ

Arch. Dipl. Ing. Dr. techn. Christiane Feuerstein
Windmühlgasse 11/14
1060 Wien
Austria
Tel / Fax: 0043 1 585 40 78
architect@christianefeuerstein.at
www.christianefeuerstein.at

KoseLicka OEG
Landschaftsarchitektur
Dipl. Ing. Ursula Kose
Schottenfeldgasse 41-43/30a
1070 Wien
Austria
Tel / Fax: 0043 1 524 01 63
office@koselicka.at
www.koselicka.at

SRZ Stadt+Regionalforschung GmbH
Dipl. Ing. Heidrun Feigelfeld
Lindengasse 26/2/3
1070 Wien
Austria
Tel 0043 1 523 89 53 12
Fax 0043 1 523 89 53 5
hf@srz-gmbh.com
www.srz-gmbh.com

								
To top