Physikalisch-chemisches Fortgeschrittenen-
Praktikum SS 2007
Universität Duisburg-Essen
Raman Spektroskopie
Protokollführer: Tobias Wegner
Mitarbeiter: Andre Geist, Benjamin Lyhs
Betreuer: Dr. Detlef Diesing
Versuchsdatum: 30.10.2007
Abgabedatum: 07.11.2007
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Theoretische Grundlagen 3
3. Versuchsdurchführung 7
4. Auswertung 8
4.1 Strukturbestimmung von CHCl3 und CDCl3 9
4.2 Strukturbestimmung von CCl4 11
4.3 Messergebnisse 13
4.4 Bestimmung der Strukturen 16
4.5 Kraftkonstante 16
4.6 Isotopenverschiebung 17
5. Ergebnisdiskussion 18
5.1 Vergleich mit den Literaturwerten 18
5.2 Diskussion 19
6. Literatur 20
-1-
1. Einleitung
Bei diesem Versuch sollen Raman-Spektren verschiedener Moleküle aufgenommen
werden. Wird eine Substanz mit energiereichem Licht bestimmet Frequenz bestrahlt,
welche die Moleküle nicht absorbieren können, wird ein Teil der Strahlung gestreut.
Ein Teil dieser Streustrahlung wird hierbeit in der Frequenz verschoben. Dieser Effekt
wird als Raman-Effekt bezeichnet und bildet die Grundlage der Raman-
Spektroskopie.[1]
Insgesamt werden die Raman-Spektren von drei verschiedenen Molekülen (CCl4,
CDCl3 und CHCl3) aufgenommen und die geometrische Struktur dieser Moleküle
bestimmt werden. Des Weiteren wird die Kraftkonstante der CH-Bindung von CHCl3
und die Isotopenverschiebung der CH-Schwingung bei Deuteriumsubstitution
berechnet.
-2-
2. Theoretische Grundlagen
Sieht man die Wechselwirkung zwischen Licht und Materie als Stoßvorgang an, so
gibt es zwei Möglichkeiten der Interaktion, den elastischen und den inelastischen Stoß.
Beim elastischen Stoß ändert sich weder der Energiezustand der Moleküle noch der
der Photonen, die Strahlung wird lediglich gestreut (Rayleigh-Streuung). Beim
inelastischen Stoß absorbiert ein Molekül und Photon und wird so in einen virtuellen
Zustand angeregt, da die Photonenenergie keinen Übergang zwischen zwei
langlebigen Zuständen erlaubt.
Verbleibt das Molekül nach dem Stoß in einem höheren Energiezustand, so besitzt dss
emittierte Photon eine geringere Energie als das ursprünglich adsorbierte. Die
emittierte Strahlung wird somit zu höheren Wellenlängen hin verschoben. Die
beobachteten Spektrallininen bezeichnet man als Stokes-Linien.
Befindet sich ein Molekül bereits in einem höheren Energiezustand und fällt dann in
den Grundzustand zurück, so wird die emittierte Strahlung zu niedrigeren
Wellenlängen hin verschoben (anti-Stokes-Linien).[2]
Abbildung 1: Raman-Effekt[3]
Damit der Raman-Effekt auftritt muss sich die Polarisierbarkeit des Molkeüls während
der Schwinung ändern. Aus dieser Auswahlregel folgt, dass Schwingungen, die
symmetrisch zum Symmetriezentrum erfolgen Raman aktiv sind. Solche die
unsymmetrisch zum Symmetriezentrum erfolgen jedoch nicht.[4]
Um Banden in einem Raman-Spektrum zuordnen zu können muss häufig der
Depolarisationsgrad der Raman-Bande bestimmt werden. Mit diesem kann man
Banden bestimmten Symmetrietypen und Schwingungen zuordnen.
Hierzu muss man die Probe zweimal vermessen werden, wobei die Polarisationsebene
des eingestrahlten Lichts um 90° gedreht wird.
-3-
I
p
I ||
Ist p größer als 0.75 wird die Bande als depolarisiert bezeichnet, ist p kleiner ist die
Bande polarisiert. Der Depolarisationsgrad ist wichtig zur Identifizierung
totalsymmetrischer Schwingungen, denn nur solche sind in Raman-Spektren
polarisiert.
Um die Banden in einem Raman-Spektren zuordnen zu können, müssen zunächst die
Symmetrieeigenschaften des zu untersuchenden Moleküls bestimmt werden. Hierzu
bedient man sich der Gruppentheorie.
Eine Operation, bei der das Molekül danach unverändert aussieht bzeichnet man als
Symmetrieoperation. Zu jeder Symmetrieoperation gehört ein Symmetrieelement auf
die sich die Operation bezieht. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Arten von
Symmeterieoperationen.
Die Identität E beschreibt eine Rotation um 360°. Bei dieser Symmetrieoperation wird
das Molekül auf sich selbst abgebildet. Das zugehörige Symmetrieelement ist das
komplette Molekül. Jedes Molekül besitzt zumindest dieses Symmetrieelement.
Bei einer Rotation eines Moleküls um 360°/n bezeichnet man die Symmetrieoperation
als n-zählige Rotation und das Symmetrieelement als n-zählige Drehachse Cn. Besitzt
ein Molekül mehrere Rotationsachsen wird die Achse mit dem größten n als
Hauptdrehachse bezeichnet.
Spiegelungen erfolgen an einer Symmetriebene . Liegt diese parallel zur
Hauptdrehachse bezeichnet man diese als vertikal v. Als horizontal h wird die
Symmetrieebene bezeichnet, wenn diese senkrecht zur Hauptdrehachse steht. Wenn
eine senkrechte Symmetrieebene in der Winkelhalbierenden zwischen zwei C2 liegt, so
bezeichnet man diese als Diederebene d.
Bei einer Punktspiegelung an einem Inversionszentrum i findet eine Inversion statt.
Das Inversionszentrum muss hier stets im Schwerpunkt des Moleküls liegen, da dieses
der einzige Punkt ist, der auf sich selbst abgebildet wird.
Rotiert man das Molkeül zunächst um 360°/n um eine Achse und spiegelt es
anschließend an einer senkrecht zur Spiegelebene stehenden Drehachse bezeichnet
man dieses als n-zählige Drehspiegelung um einer n-zählige Drehspiegelachse Sn.
-4-
Moleküle mit den gleichen Symmetrieelementen werden in verschiedene Gruppen,
den so gennanten Punktgruppen eingeteilt.
Besitzt ein Molekül als Symmetrieelement nur die Identität E, fällt es in die Gruppe
C1 .
Enthält es neben E noch ein Inversionszentrum gehört es in die Gruppe Ci und wenn es
neben E noch eine Spiegelebene besitzt in die Gruppe Cs.
In die Gruppen Cn, Cnv und Cnh fallen Moleküle die entweder nur eine n-zählige
Rotationsachse oder eine n-zählige Rotationsachse und eine Spiegelebene vertikal v
oder horizontal h zur Hauptdrehachse besitzen.
Analog zu den C-Gruppen fallen Moleküle die zusätzlich noch n zweizählige
Drehachsen senkrecht zu Cn besitzen in die Gruppen Dn, Dnv und Dnh.
In die Gruppen Sn fallen Moleküle die neben der Identität noch eine Drehspiegelachse
Sn besitzen.
Moleküle mit mehreren Hauptdrehachsen gehören zu den kubischen Gruppen.
Hierunter fallen die tetraedischen Gruppen T, Td und Th, die oktaedrischen Gruppen O
und Oh und die Ikosaedergruppe I.
Um ein Molekül einer Punktgruppe zuzuordnen betrachtet man das Schönflies
Diagramm.
Abbildung 2: Schönflies-Diagramm[5]
-5-
Kennt man die Punktgruppe eines Moleküls kann man anhand der
Symmetrieoperationen auch Orbitale einem bestimmten Symmetrietyp zuordnen.
Jede Punktgruppe besitzt eine entsprechende Charaktertafel.
C3v E 2C3 3v h=6
A1 1 1 1 z z², x²+y²
A2 1 1 -1
E 2 -1 0 (x, y) (xy, x²-y²), (xz,yz)
Die Spalten bezeichnen die entsprechenden Symmetrieoperationen und in den Zeilen
die Symmetrieeigenschaften der Orbitale. Die Zahlen vor den Symmetrioperationen
gitb die Anzahl gliechartiger Symmetrieoperationen an und h die Gesamtzahl aller
Operationen (Ordnung).
Am Anfang jeder Zeile steht die Symmetrierasse der einzelnen Orbitale. Diese
beschreibt die grundlegenden Symmetrieeigenschaften, die Orbitale in dieser Gruppe
zeigen können. Die Einträge in der Charaktertafel (Charaktere) χ beschreiben das
mögliche Symmetrieverhalten in der betreffenden Gruppe. Diese geben an ob sich die
Symmetrie umkehrt (-1) oder gleichbleibt (1).
Charaktere in der Spalte E und der Zeile E können auch andere Werte als 1 oder -1
annehmen, da diese das verhalten eines Satzes von entarteten Orbitalen beschreiben.
Der Charakter ist hier die Summe der Zahlen , die das Verhalten der einzelnen
Orbitale angeben.
Die Zuordnung von Orbitalen zu bestimmten Symmetrierassen ist wichtig, da nur aus
solchen Orbitalen Linearkombinationen gebildet werden können, die zur selben
Symmetrierasse gehören.
-6-
3. Versuchsdurchführung
Abbildung 3: Schematischer Aufbau eines FT-Raman Spektrometers[1]
Monochromatisches Laserlicht eines Nd:YAG-Lasers (1064 nm) wird auf eine Probe
fokussiert, die Streustrahlung der Probe wird über ine dispersives Element der
Registriereinrichtung zugeführt. Bei der Aufnahme des Raman-Spektrums wird als
Nullpunkt immer die Wellenzahl des Laserlichtes benutzt. Dieses Licht tritt als
Streustrahlung am intensivsten auf.
Registriert man in Richtung höherer Wellenzahlen, so werden die Anti-Stokes-
Banden, in Richtung kleinerer Wellenzahlen die Stokes-Banden aufgenommen. Als
dispersives Element dient ein FT-Spektrometer. Als Detektor wird ein Cd:Hg:Te-
Detektor eingesetzt.
Die Probe muss so justiert werden, dass der Laserstrahl mitten durch die Probe geht
und das Streulicht optimal gesammelt wird.
Zur Messung des Depolarisationsgrades wird das Spektrum der Probe zweimal
registriert. Zwischen dem Eingangsspalt und dem dispersiven Element des
Spektrometers wird ein Analysator in das Streulicht eingebracht, welcher selektiv nur
Streulicht einer Polarisation durchlässt. Es wird das Spektrum mit um 90° gedrehtem
Polarisator aufgenommen.
Im Rahmen des Versuchs sind folgende Aufgaben zu lösen:
- Zunächst werden an einem Computer die Normalschwingungen der zu
untersuchenden Moleküle visualisiert
- Es werden die Raman-Spektren von CCl4, CHCl3 und CDCl3 aufgenommen
- Die ermittelten Linienpositionen udn Depolarisationsgrade sind mit
Literaturdaten zu vergleichen
- Es sit die Kraftkonstante der CH-Bindung von CHCl3 und die
Isotopenverschiebung bei der Deuteriumsubstitution zu berechnen
-7-
4. Auswertung
Zunächst müssen die möglichen Strukturen der Moleküle, deren Punktgruppen
bestimmt und entsprechenden Charatertafeln aufgestellt werden.
Mit der Reduktionsformel kann man dann die Schwingungen einer Rasse berechnen.
k R i R t R u R
1
ni
g R
Mit
ni = Anzahl der Normalschwingungen in der Rasse i
g = Ordnung der Punktgruppe
R = Symmetrieklasse in der Rasse
k(R) = Anzahl der konjugierten Symmetrieoperationen in einer Klasse
i(R) = Charakter der Operation R in der Rasse i
t(R) = Charakter der transforamtion eines poalren Vektors durch die Operation R
u(R) = Anzahl der Atome, deren Lage durch die Symmetrieoperation unverändert
bleibt
Die Parameter g, k(R) und i(R) können direkt aus der Charaktertafel abgelesen
werden. Für u(R) muss die entsprechende Symmetrieoperation betrachtet werden und
t(R) ist tabelliert.
R E C2 C3 C4 C6 i S3 S4 S6
i(R) 3 -1 0 1 2 -3 1 -2 -1 0
Mit ni kann dann die Anzahl der Normalschwingungen berechnet werden.
pi ni Ti Ri
Mit
pi = Anzahl der Normalschwingungen
ni = Anzahl der Bewegungsfreiheitsgrade
Ti = Anzahl der Translationen
Ri = Anzahl der Rotationen
-8-
4.1 Strukturbestimmung von CHCl3 und CDCl3
CHCl3 und CDCl3 können drei verschiedene Strukturen besitzen:
- quadratisch planar (C2v)
- trigonal pyramidal (C3v)
- tetradedrisch (Td)
Für ein quadratisch-planares Molkeül der Form AX3Y kommt man zur Punktgruppe
C2v und somit zu folgender Charaktertafel.
C2v E C2 v(xz) ’v(yz)
A1 1 1 1 1 z x², y², z²
A2 1 1 -1 -1 Rz xy
B1 1 -1 1 -1 x, Ry xz
B2 1 -1 -1 1 y, Rz yz
Für ein trigonal pyramidales Molekül der Form AX3Y kommt man zur Punktgruppe
C3v und folgender Charaktertafel.
C3v E 2C3 3v
A1 1 1 1 z x²+y², z²
A2 1 1 -1 Rz
E 2 -1 0 (x, y) (Rx, Ry) (x²-y², xy) (xz,yz)
Für ein tetraedrisches Molekül kommt man zur Punktgruppe Td und folgender
Charaktertafel.
Td E 8C3 3C2 64 6d
A1 1 1 1 1 1 x²+y²+z²
A2 1 1 1 -1 -1
E 2 -1 2 0 0 (2z²-x²-y², x²-y²)
T1 3 0 -1 1 -1 (Rz,Ry, Rz)
T2 3 0 -1 -1 1 (x, y, z) (xy, xz, yz)
-9-
Für jede Rasse müssen nun die für die Reduktionsformel benötigten Werte
herausgesucht werden. Für A1 der Punktgruppe C2v ergibt sich so:
C2v E C2 xz yz
k(R) 1 1 1 1
i(R) 1 1 1 1
t(R) 3 -1 1 1
u(R) 5 3 3 5
Spaltenprodukt 15 -3 3 5
Für ni erhält man so mit der Reduktionsformel:
15 3 3 5 5
1
ni
4
Und für pi:
pi 5 1 4
Man erhält bei der Raman-Spektroskopie also vier polarisierte Signale für vier
totalsymmetrische Schwingungen.
Für die anderen Symmetrierassen der C2v Punktgruppe erhält man analog:
C2v ni Ti+Ri pi
A2 1 1 0
B1 4 2 2
B2 5 2 3
Die quadratisch-planare Struktur besitzt somit neun Normalschwinungen von denen
vier totalsymmetrisch sind.
Diesselben Berechnungen müssen jetzt noch für die trigonal-byramidale und die
tetraedrische Struktur durchgeführt werden.
C3v ni Ti+Ri pi
A1 4 1 3
A2 1 1 0
E 5 2 3
- 10 -
Ein trigonal-pyramidales Molekül besitzt somit sechs Normalschwinungen von denen
drei totalsymmetrisch sind.
Td ni Ti+Ri pi
A1 1 0 1
A2 0 0 0
E 1 0 1
T1 1 1 0
T2 3 1 2
Ein tetraedrisches Molekül besitzt somit vier Normalschwingungen von denen eine
totalsymmetrisch ist.
4.2 Strukturbestimmung von CCl4
Der Unterschied zwischen CCl4 und CHCl3/CDCl3 ist, dass CCl4 vier identische
Liganden besitzt.
CCl4 kann ebenfalls drei verschiedene Strukturen einnehmen:
- quadratisch-planar
- trigonal-pyramidal
- tetraedrisch
Für die trigonal-pyramidale und die tetraderische Struktur erhält man diesselben
Charaktertafeln wie unter 4.1 und somit diesselbe Anzahl an Normalschwingungen
und totalsymmetrischen Schwingungen.
Für die quadratisch-planare Struktur eines Molkeüls der Form AX4 kommt man zur
Punktgruppe D4h und folgender Charaktertafel.
- 11 -
D4h E 2C4 C2 2C’2 2C’’2 i 2S4 h 2v 2d
A1g 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 x²+y², z²
A2g 1 1 1 -1 -1 1 1 1 -1 -1 Rz
B1g 1 -1 1 1 -1 1 -1 1 1 -1 x²-y²
B2g 1 -1 1 -1 1 1 -1 1 -1 1 xy
Eg 2 0 -2 0 0 2 0 -2 0 0 (Rx, Ry) (xz, yz)
A1u 1 1 1 1 1 -1 -1 -1 -1 -1
A2u 1 1 1 -1 -1 -1 -1 -1 1 1 z
B1u 1 -1 1 1 -1 -1 1 -1 -1 1
B2u 1 -1 1 -1 1 -1 1 -1 1 -1
Eu 2 0 -2 0 0 -2 0 2 0 0 (x, y)
D4h ni Ti+Ri pi
A1g 1 0 1
A2g 1 1 0
B1g 1 1 1
B2g 1 1 1
Eg 1 0 0
A1u 0 0 0
A2u 2 1 1
B1u 0 0 0
B2u 1 0 1
Eu 3 1 2
Man erhält so, dass die quadratisch-planare Struktur sieben
Normalschwingungenbesitzt, von denen eine totalsymmetrisch ist.
- 12 -
4.3 Messergebnisse
Aufgenommenes Spektrum für CHCl3 (Polarisator 0°)
0.012
0.01
0.008
Intensität
0.006
0.004
0.002
0
3601 3215 2829 2444 2058 1672 1287 901 515 130
Wellenzahl
Aufgenommenes Spektrum für CHCl3 (Polarisator 90°)
0.0045
0.004
0.0035
0.003
Intensität
0.0025
0.002
0.0015
0.001
0.0005
0
3601 3215 2829 2444 2058 1672 1287 901 515 130
Wellenzahl [cm -1]
ν [cm-1] (0°) I ν [cm-1] (90°) I p Polarisation
263 0.0041 263 0.0021 0.52 depolarisiert
367 0.0086 367 0.0009 0.10 polarisiert
670 0.0107 670 0.0007 0.06 polarisiert
764 0.0009 760 0.0005 0.53 depolarisiert
1217 0.0007 1217 0.0004 0.51 depolarisiert
3018 0.0075 3018 0.0013 0.17 polarisiert
- 13 -
Aufgenommenes Spektrum für CDCl3 (Polarisator 0°)
0.012
0.01
0.008
Intensität
0.006
0.004
0.002
0
3601 3215 2829 2444 2058 1672 1287 901 515 130
-1
Wellenzahl [cm ]
Aufgenommenes Spektrum für CDCl3 (Polarisator 90°)
0.004
0.0035
0.003
0.0025
Intensität
0.002
0.0015
0.001
0.0005
0
3601 3215 2829 2444 2058 1672 1287 901 515 130
Wellenzahl [cm -1]
ν [cm-1] (0°) I ν [cm-1] (90°) I p Polarisation
265 0.0036 263 0.0023 0.63 depolarisiert
365 0.0088 365 0.0009 0.11 polarisiert
650 0.0113 650 0.0007 0.07 polarisiert
737 0.0010 737 0.0006 0.54 depolarisiert
909 0.0006 909 0.0003 0.53 depolarisiert
2255 0.0066 2255 0.0012 0.18 polarisiert
- 14 -
Aufgenommenes Spektrum für CCl4 (Polarisator 0°)
0.014
0.012
0.01
Intensität
0.008
0.006
0.004
0.002
0
3,601 2,349 1,964 1,578 1,192 807 421 35
-1
Wellenzahl [cm ]
Aufgenommenes Spektrum für CCl4 (Polarisator 90°)
0.0045
0.004
0.0035
0.003
Intensität
0.0025
0.002
0.0015
0.001
0.0005
0
3601 3215 2829 2444 2058 1672 1287 901 515 130
Wellenzahl [cm -1]
ν [cm-1] (0°) I ν [cm-1] (90°) I p Polarisation
220 0.0035 220 0.0020 0.57 depolarisiert
317 0.0041 317 0.0023 0.56 depolarisiert
461 0.0123 461 0.0008 0.06 polarisiert
764 0.0010 762 0.0005 0.56 depolarisiert
787 0.0010 789 0.0005 0.55 depolarisiert
- 15 -
4.4 Bestimmung der Strukturen
Für CHCl3 und CDCl3 zeigen die aufgenommen Spektren sechs Normalschwinungen,
von denen drei totalsymmetrisch sind. Dieses deckt sich mit den theoretischen
Überlegungen zu der trigonal-pyramidalen Struktur. Die quadratisch-planare und die
tetraedrische Struktur können aufgrund der Anzahl der gemessenen
Normalschwingungen und der Anzahl der totalsymmetrischen Schwingungen
ausgeschlossen werden.
Für CCl4 zeigen die aufgenommenen Spektren vier Normalschwinungen, von denen
eine totalsymmetrisch ist. Hieraus folgt, dass dieses Molekül eine tetraedrische
Struktur besitzt.
4.5 Kraftkonstante
Um die Kraftkonstante der C-H-Bindung im Cloroformmolekül zu berechnen nimmt
man dieses als pseudo-zweiatomiges Molkeül an. Hierbei gilt:
~ 1 k
2 c
Umgestellt nach k erhält man:
~
k 4 2 c 2 2
Mit
= Reduzierte Masse = 1,54414 · 10-27
c = Lichtgeschwindigkeit
ν = Wellenzahl der C-H-Bindung = 3018 cm-1
Man erhält so für die Kraftkonstante k = 499 Nm-1
- 16 -
4.6 Isotopenverschiebung
Die Isotopenverschiebung beschreibt die Differenz der Wellenzahlen bei Substitution
mit einem anderen Isotop. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei Deuterium, die
hier die Masse doppelt so groß ist, wie die des Wasserstoffs.
Die Isotopenverschiebung ist also die Differenz der Wellenzahlen der C-H -und der C-
D-Schwingung.
kC D kC H
~ C H ~
C D C H
C D
~
C D 2216 cm 1
Es ist also eine Isotopenverschiebung von 802 cm-1 zu erwarten. Gemessen worden ist
eine Verschiebung von 763 cm-1.
- 17 -
5. Ergebnisdiskussion
5.1 Vergleich mit den Literaturwerten
CCl4
~
exp. [cm ]
-1 ~
Lit. [cm ]
-1 [6]
pexp. Rasse Schwingung
220 217 0,57 E C-Cl-Deformation
317 315 0,56 T2 C-Cl-Deformation
461 459 0,06 A1 C-Cl-Valenz
764 762 0,55 T2 C-Cl-Valenz
787 791 0,55
CHCl3
~
exp. [cm ]
-1 ~
Lit. [cm ]
-1 [7]
pexp. pLit. Rasse Schwingung
263 262 0,52 0,9 E C-Cl-Deformation
367 368 0,10 0,1 A1 C-Cl-Deformation
670 667 0,06 <0,1 A1 C-Cl-Valenz
764 760 0,53 0,9 E C-Cl-Valenz
1217 1218 0,51 0,9 E C-H-Deformation
3018 3020 0,17 0,2 A1 C-H-Valenz
CDCl3
~
exp. [cm ]
-1 ~
Lit. [cm ]
-1 [7]
pexp. pLit. Rasse Schwingung
265 262 0,63 0,9 E C-Cl-Deformation
365 366 0,11 0,2 A1 C-Cl-Deformation
650 650 0,07 <0,1 A1 C-Cl-Valenz
737 736 0,54 0,8 E C-Cl-Valenz
909 908 0,53 0,8 E C-D-Deformation
2255 2255 0,18 0,2 A1 C-D-Valenz
- 18 -
Kraftkonstante der C-H-Bindung
kexp. [Nm-1] kLit. [Nm-1][7]
499 507
Isotopenverschiebung
exp. [cm-1]
~ berechnet. [cm-1]
~ Lit. [cm-1][7]
~
763 802 765
5.2 Diskussion
Die gemessenen Raman-Spektren stimmen sehr gut mit den Literaturdaten überein.
Lediglich bei den Werten der Polarisation gibt es teilweise hohe Abweichungen. Die
Unterscheidung zwischen polarisierten und depolarisierten Schwingungen war
dennoch gut möglich.
Der für die Kraftkonstante berechnete und für die Isotopenverschiebung gemessene
Wert stimmt ebenfalls gut mit den Literaturdaten überein. Allerdings zeigt sich für den
berechneten Wert der Isotopenverschiebung eine recht hohe Abweichung vom
Literatuwert. Die Abweichung liegt möglichweise daran, dass H-CCl3 als pseudo-
zweiatomiges Molekül betrachtet worden ist.
- 19 -
6. Literatur
1) Praktikumsskript PC-F, Universität Duisburg-Essen, WS 07/08
2) P. W. Atkins, „Physikalische Chemie“, Wiley-VCH, 3. Auflage, 2001
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Ramanscattering.png, 4/11/2007
4) M. Hesse, H. Meier, B. Zeeh, „Spektroskopische Methoden in der organischen
Chemie“, Thieme, 7. Auflage, 2005
5) http://www.pci.tu-bs.de/aggericke/PC4/Kap_IV/Flussdiagramm.html,
4/11/2007
6) J. Weidlein, U. Müller, K. Dehnicke, „Schwingungsspektroskopie“, Thieme
Verlag, 1988
7) „Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie“, Band 5, Verlag Chemie,
4. Auflage, 1980
- 20 -