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Die wahre Gerechtigkeit in Schulen

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posted:
11/12/2011
language:
German
pages:
2
Gerechtigkeit in unserer Schule

Der Lehrer leiert es immer wieder herunter – dem Schüler hängt es zum Halse heraus.

Ständig heißt es: „Lehrer und Schüler haben die gleichen Pflichten und die Schüler können

eh alles mitbestimmen und haben so viele Rechte“. Doch die Schüler (ja nicht auf der

Brennsuppe dahergeschwommen), wissen dass an dieser Aussage so viel dran ist, wie

Kreativität an DJ Ötzis „Burger Dance“.



Gilt es beispielsweise darüber abzustimmen welche Getränke-Sorten im heimischen (damit

ist der Automat in der Schule gemeint) Cola-Automaten enthalten sein sollen, wird schon

gestritten bis die Fetzen fliegen. Da schreien Eltern „Zeter & Mordio“ wenn es heißt, dass im

COLA-Automaten auch wirklich COLA enthalten sein wird. „Ach nein, das ist ja sooo

ungesund und das können wir auf keinen Fall gutheißen und überhaupt ist dass alles eine

riesen Sauerei!“. Antworten die Schüler darauf, dass Cola hin oder her keinen Einfluss auf

ihre Lern- und sonstigen Fähigkeiten hat, schließen sich die Lehrer dann doch lieber den

Eltern an, damit die ja zufrieden sind und im schlimmsten Fall ja nicht böse werden, uuuh,

das wäre ja das Ende! *kreisch* *hust* *kreislauf*



Im Punkto Lehrplan hat Otto Normal-SCHÜLER ja sowieso nur still dazusitzen und zu

hoffen, dass man in einigen Fächern nicht an einem Langeweile-Herzinfarkt krepiert. Da

werden Themen durchgedroschen, mit denen man nicht einmal im Stande wäre den

dümmsten, kastriertesten Hund hinter dem Ofen hervorzulocken: „Wie äähm, heißen die

äähm, berühmten – ja ähm, Schriftrollen aus dem 5.Jahrhundert vor Christus, ähm?“.

Uuuh, wie nervenaufreibend und fesselnd! „Ein bisschen trockener Stoff ist immer dabei!“,

heißt es. Wir wurden eines Besseren belehrt. PHYSIK (2002/03) es ist NUR trockener Stoff

dabei, cheat ohne!!! Und wenn man da einmal Einspruch erheben will um zu fragen, ob man

nicht einmal etwas anderes, interessanteres durchnehmen könnte, bekommt man

wahrscheinlich ein „dickes, fettes Minus für stören des Unterrichts“. (Frage Otto: „Warum

will man eigentlich wissen wie alt der Ötzi ist?“ Antwort Lehrer/in: „Es sind ja nicht alle nur

so blödsinnig wie du!“.



Thema Patschenpflicht im Reithmann-Gymnasium (bereits als Legende in der Sammlung

der sinnlosesten Verordnungen in Schulen bekannt) eine Idee, die sich jemand einfallen ließ

um den Schülern reinzupressen wie viel mehr Rechte die Lehrer besitzen und wie cool sie

sind. Sie stehen über uns – sie haben im Haus die Hosen (bzw. Schuhe) an. Wir Schüler

neigen unsere Häupter in Ehrfurcht und denken uns unseren Teil...



Unsere große Pause „dürfen“ wir auch des öfteren im Turnsaal verbringen, oh wie

gemütlich, muss ich sagen! Da sitzt man schon gut, auf den Holztribünen, während man

sich sein Jausenbrot vorstellt, welches natürlich im Klassenzimmer liegt. Danke auf jeden

Fall dafür! Wenns dann heißt: „Hörts auf zum Fressen unter der Stunde! Für des is die

Pause da!“, dann überlegen Sie bitte, wo wir die große Pause verbracht haben (auf jeden Fall

nicht essend in der Klasse)



„Herr Professor, darf ich bitte aufs Klo gehen!“ „Dafür gibt’s die Pause!“ – Oh, welch

intelligente Aussage. Aber haben Sie schon einmal daran gedacht, dass ich da noch nicht

auf die Toilette musste? Wahrscheinlich nicht! Übrigens danke, für die PP (PinkelPause)!

...

„Wartet’s, ich geh mir schnell einen Kaffee holen, bin gleich wieder da!“. Die Schüler sind

baff! Da läuft die Werklehrerin davon und checkt sich ein Kaffetscherl, während wir an

unserer Mausefalle feilen. Fragt man dann nach ob das schon erlaubt sei im Unterricht

Kaffee zu trinken, folgt: „Aaana, des baaast scho, wissts eh wie des so is!“.



„Kleider machen Leute!“, heißt es überall. Doch wenn Otto Normal-SCHÜLER mit

unpassendem Haarschnitt und Kleidung im Schulhaus erscheint oder Waldtraud Normal-

SCHÜLERIN mit anscheinend zu tiefem Dekoltee im Unterricht sitzt, wird man im Ideal-Fall

gleich wieder rausgekickt. Ja, das ist auch gut so, da pflichte ich Ihnen bei, Chief Leher/in!

Man sollte angemessen gekleidet und gepflegt zum Unterricht erscheinen. Doch wenn die

Lehrperson im extremsten Voll-Hin-Im-Schädl-Outfit einläuft, dass sogar die Moderatoren

bei „Darüber lacht die Welt“ sich nur noch weinend die Haare raufen würden, gilt das als in

Ordnung. „Des baaast scho! Kann ja schließlich einlaffen wie i will, oder?“



„Des gibts ja nit! Die Klasse is ein Saustall! Räumts gefälligst auf!“ So wird man begrüßt

vom Herrn Direktor. Oder darf es vielleicht dieser Satz sein: „Was solln des? Wie fahrt’sn

euch schiach ein?“, der war auch nicht schlecht oder? Aber er hat noch mehr auf Lager:

„Tut’s jetzt endlich einmal was man euch sagt, sonst sperr ich euch in den Keller!“- And the

winner is: MC Maxi Gnigler! Denn: SO wird man vom Direktor begrüßt – SO UND NICHT

ANDERS! Er könnte nicht einmal nur normal mit uns reden, uns erzählen was ihm auf dem

Herzen liegt und wir regeln das ganze wie zivilisierte Menschen, nein er muss streiten,

motzen, fluchen, etc. WER ist da unreifer? Wir oder er?



„TutTut-TutTut“ – Auuuweh, war das nicht gerade ein Handy, dass da im Unterrich gepiepst

hat??? „Aufstehn – Abgeben - Hausordnung doppelt und dreifach – Merk da des! - Gibs

ja nit! – Eltern eina!“

So könnte es ausgehen, wenn uns die Glücksgöttin Fortuna wieder einmal im Stich gelassen

hat. Muss jedoch der (respektive: DIE) Herr Lehrer (respektive: FRAU LEHRERIN) feststellen,

dass ihm sein (respektive: IHR) Handy einen Streich spielt und während des Unterrichts das

verhasste Tuten von sich gibt, besteht kein Grund zur Panik. „Des baaast scho! Hamma glei

– ausgschalten – Logga Schnitzl“. Super reagiert, denn genau so hätten Sie auch reagieren

können, als das Handy von einem von uns piepste.



Pünktlich zum Unterricht ist meistens weder Lehrer noch Schüler, denn da kommen

Hindernisse wie Gegenverkehr der Erstklässler, PPs und ähnliches. Otto Normal-SCHÜLER

2min zu spät  Eintragung! Entschuldigung mit Unterschrift! Betragensnote schlechter!

Doch kommt der Herr Lehrer zu spät: „Age bitte, des basst scho, weil ja, i hab no mitm

Administrator über dieses und jenes reden müssn. Koooa Stress!“



Wenn die Schüler eine alte, hölzerne, harte, total ungemütliche und extrem hässliche (und

vor allem eigenhändig mit anderen Schülern gebastelte) Eckbank aus dem Klassenraum

stellen, damit das hässliche, alte Miststück keinen wertvollen Raum im Klassenzimmer

stiehlt, werden sie natürlich gleich vom Direktor zusammengeschissen und es heißt:

„DIESE ECKBANK! HABE ICH – ZUSAMMEN MIT EINIGEN SCHÜLERN EINER FÜNFTEN

KLASSE GEBAUT! UND SIE SOLL NICHT DA DRAUßEN VERROTTEN! Also stellts das

„gemütliche“ Teil wieder rein, sonst nehme ich euch die Sofas und die Kaffeemaschine weg!“.

Wenn man dem Typ dann DIESE ECKBANK (diese GEMÜTLICHE Eckbank nicht zu

vergessen) ins Büro stellen will, damit er sein wohlverdientes Nickerchen darauf abhalten

und sich’s darauf irre gemütlich machen könne, will er sie selber nicht! Aber Hauptsache

man hat den Schülern wieder einmal gezeigt wie viel Autorität man besitzt.



Alles in Allem sind wir mit unserer Situation mehr als zufrieden. Danke für die Situation,

die man hierzulande als Demokratie und Gleichberechtigung bezeichnet, Mahlzeit!









|1108 Wörter| 24.Oktober 2003



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