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					                    infomedia-sh.aktuell November 2005

                      Newsletter von infomedia-sh.de


Inhalt


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belichtet – Themenschwerpunkt:
47. Nordische Filmtage Lübeck
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Staatssekretär Maurus zum Start der Nordischen Filmtage:
Kulturereignis als wichtiger Imagefaktor für Schleswig-Holstein
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_maurus.html

Preisträger der 47. Nordischen Filmtage 2005
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_preise.html

Skandinavische Spielfilme auf der Höhe der Zeit –
Finanzierung des Festivals in Nöten
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_ueberblick.html


Filmforum Schleswig-Holstein

Warum der Blues nicht ankommt: „Red and Blues“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_red_and_blues.html

Alles Kulisse: „Wenn lang die Bilder schon verblassen ...
KZ Theresienstadt – Propagandafilm und Wirklichkeit“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_wenn_lang.html

Liebevolle Außenseiter: „Der Elefantenmann“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_elefantenmann.html

Auf den Spuren eines Sonderlings: „Was übrig bleibt“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_was_uebrig_bleibt.html

Pittoreskes und Privates: „Die Menschen im Meer“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_menschen_im_meer.html

Das Grundgesetz nicht angeschaut: „Die Nacht der großen Flut“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_grosse_flut.html

Ja, so könnte das Leben sein, ist es aber nur im Fernsehen:
„Die Diebin und der General“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_diebin_general.html

Ganz großes Kino en miniature:
Eindrücke der Kurzfilmnacht des Filmforums Schleswig-Holstein
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_kurzfilmnacht.html


Wettbewerb

Von Drogen und Menschen: „Nordkraft“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_nordkraft.html




                                     1
Zarter Ton der Erinnerung:
„Kim Novak badete nie im See von Genezareth“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_kim_novak.html

Schwierige Schwestern:
„Harrys Töchter“ und „Dalecarlians – Liebe ist nicht genug“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_schwestern.html

Tabuthema Lust und Schmerz: „Nachbarn“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_nachbarn.html


Previews

Elegie statt Exzess at the Edge: „Factotum“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nfl_factotum.html


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abgedreht – aktuelle Produktionen
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Bilderjäger: Daniel Krönkes Kurzfilm „Wolkenjäger“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/wolkenjaeger.html

„Kvalitetstrafik“ – Dokumentarfilm von Karsten Wiesel
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/kvalitetstrafik.html


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zugeschaut – Festivals
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16. Video-Film-Fest Schleswig-Holstein
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/videofilmfest.html

1. Kieler Kneipen Kurzfilmfestival
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/kieler_kneipen_kurzfilm.html

rec.n roll – 3. Lübecker VideoSlam
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/recnroll.html

CineFest mit Events und Workshops
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/cinefest.html

Dokumentarfilmwerkstatt „Drehort OstWest“ 2005
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/drehort_ostwest.html

22. Dokfest Kassel – Die Preisträger
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/dokfest_kassel_preise.html

Chaos in Bollywood: Filmgruppe Chaos reist nach Indien
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/chaos_in_bollywood.html

52. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, 4. - 9. Mai 2006 – Call for
Entries
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/oberhausen_entry.html

Internationale Kurzfilmtage Oberhausen:
loop pool – Die erste Loop-Sammlung auf DVD
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/oberhausen_loop.html


                                     2
AGON – 6th International Meeting of Archaeological Film of the
Mediterranean Area: Call for Entries
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/agon.html

Festivalkalender 2005
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/festivalkalender.html


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gefördert – Filmförderungs-News
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„Die Quereinsteigerinnen“ läuft beim Festival Filmz 2005
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/quereinsteigerinnen.html

Kinostart für „Die blaue Grenze“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/blaue_grenze_kinostart.html

Sergei Loznitza:
Film-, Bild- und Tonlandschaften auf Tournee in Frankreich
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/loznitsa.html


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preisverdächtig – Film- und Medienwettbewerbe
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Innovationspreis für die KurzFilmAgentur Hamburg
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/kurzfilmverleih_preis.html

Preisträger beim Videowettbewerb „Tiefenschärfe 2005“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/tiefenschaerfe.html


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neuer dreh – Neue Medien und Medienwirtschaft in S.-H.
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Mediatage Nord 2005
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/mediatage.html

Mediatage Nord: Zur Perspektive des Kinderfilms –
Kinderfilmproduktion in Norddeutschland
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/mediatage_kinderfilm.html

ULR-Medienrat konstituiert sich zur 2. Amtszeit
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/ulr_medienrat.html

Band 23 der ULR-Schriftenreihe veröffentlicht
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/ulr_band23.html


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auf die Plätze, Vorhang auf! – Kino-News
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Highlights im Kieler Traum-Kino
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/traumkino.html




                                     3
Highlights im Hansafilmpalast
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/hansa.html

Highlights im Kieler KoKi
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/koki.html


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lichtton – Filmmusik-News
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„Peter Lundt, blinder Detektiv“ ermittelt wieder
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/peter_lundt.html

Das Auge hört mit: „Orchesterzyklus“ von Jens Schliecker und Nils Rohwer
auf CD
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/schliecker_rohwer.html


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aufgemerkt – Veranstaltungs- und andere Tipps
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Klassiker jenseits des Kanons:
Ringvorlesung „Filmklassiker“ an der CAU
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/filmklassiker.html

Himmelsrichtungen von Kunst und Wissenschaft: Symposion „Fülle und Leere“
im Forum der Muthesius Kunsthochschule
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/fuelle_leere.html

DÉJÀ VU – 25 Jahre Galerie NEMO
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/nemo.html

Lehrer-Vorführung von „Merry Christmas“
http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0511/bildungscent.html

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Impressum

infomedia-sh.de wird herausgegeben von der Kulturellen Filmförderung
Schleswig-Holstein e.V.
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mailto:filmwerkstattsh@t-online.de

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                                     4
MitarbeiterInnen infomedia-sh.aktuell:
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Konzeption:

Dr. Christoph Corves, Dokufaktur
http://www.dokufaktur.de
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                      belichtet – Themenschwerpunkt:
                       47. Nordische Filmtage Lübeck
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Staatssekretär Maurus zum Start der Nordischen Filmtage:
Kulturereignis als wichtiger Imagefaktor für Schleswig-Holstein

Als   einen  wichtigen   Imagefaktor  für   Schleswig-Holstein  bezeichnete
Staatssekretär Heinz Maurus bei deren Eröffnung die Nordischen Filmtage
Lübeck. „Die Vielfalt der Themen, die Originalität, das Überraschende und
Neue der künstlerischen Ausdrucksformen wie auch das engagierte Publikum
haben die Nordischen Filmtage über Jahrzehnte attraktiv und jung gehalten“,
sagte Maurus. Das anspruchsvolle Programm sorge für ein bleibend hohes
Niveau.

Maurus versicherte, dass das Land trotz der knappen Haushaltslage das
Filmfestival in Lübeck weiterhin unterstützt. In diesem Jahr wurde es mit
42.700 Euro gefördert. „Die Filmtage sind die perfekte Symbiose der für
Schleswig-Holstein so wichtigen wirtschaftlichen Ostseekontakte mit der
lebendigen internationalen Kulturszene“, sagte der Staatssekretär. Ohne die
materielle Unterstützung der Stadt und weiterer zahlreicher Organisationen
und Förderer könnte dieser wichtige Treffpunkt der internationalen
Filmszene gar nicht mehr realisiert werden. „Herzlichen Dank dafür an all
die, die sich engagieren, vor und hinter den Kulissen“, so Maurus.

Der Staatssekretär würdigte ferner den Ehrengast der Filmtage, den
Schauspieler Armin Müller-Stahl. „Er ist einer der wenigen deutschen
Weltstars des Kinos und wohl der einzige, der ein so inniges Verhältnis zu
Lübeck pflegt“, sagte Maurus. Er kündigte an, dass das Land anlässlich des
75. Geburtstages von Armin Müller-Stahl im Dezember ihm zu Ehren einen
Empfang auf Schloss Gottorf ausrichten wird.

Bereits am Nachmittag des Eröffnungstages hatte die Minderheiten- und
Kulturbeauftragte Caroline Schwarz das Filmforum Schleswig-Holstein im
Filmpalast Cinestar in Lübeck eröffnet. „Das Filmforum Schleswig-Holstein
hat   seinen  festen  Platz  beim   Publikum  gefunden,  ebenso  bei  den
Filmemacherinnen und Filmemachern. Wir können mit Stolz sagen, dass sich
hier im Norden in den vergangenen Jahren eine produktive und vielfältige
Filmszene entwickelt hat“, so Schwarz. Sie verwies auch auf das
Kurzfilmprogramm, das bereits „Kultstatus“ bei den Gästen genieße. Sieben


                                     5
Beiträge des Filmforums wurden mit Mitteln der Kulturellen Filmförderung
Schleswig-Holstein realisiert.

(nach einer Pressemitteilung der Landesregierung S.-H.)

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Preisträger der 47. Nordischen Filmtage 2005

Bei den 47. Nordischen Filmtagen Lübeck wurden folgende Preise vergeben:

NDR-Filmpreis, dotiert mit 12.500 EUR für einen nordischen oder baltischen
Spielfilm geht an:
„Drabet / Der Totschlag“ von Per Fly
Begründung der Jury: „Ein großes Thema, Schuld und Gewissen, wird mit
Hartnäckigkeit und nah an den Figuren hinterfragt. Die Dichte des Drehbuchs
und überragende Schauspieler führen den Zuschauer in einen ausweglosen Sog,
auch der Selbstbefragung.“

Publikumspreis der Lübecker Nachrichten für einen         Spielfilm   aus   dem
Hauptprogramm der Nordischen Filmtage geht an
„Äideistä parhain / Beste Mutter“ von Klaus Härö

Baltischer Filmpreis für einen nordischen Spielfilm geht an:
„Äideistä parhain / Beste Mutter“ von Klaus Härö
Begründung der Jury: „Ein Film, der die Schicksalsentscheidungen eines
Kindes mitten im Krieg auf einfühlsame und gedankenvolle Weise beobachtet.
Der Film verbindet historische, ethische, individuelle und künstlerische
Dimensionen der nordischen Kultur.“

Kinderfilmpreis der Nordischen Filminstitute für einen Kinder- oder
Jugendfilm geht an:
„Röövlirahnu Martin / Der magische Kater“ von René Vilbre
Begründung der Jury: „Jeder hat sicher schon einmal das Gefühl kennen
gelernt, wie es ist, einsam zu sein. Und was man sich dann wohl am
allermeisten wünscht, ist ein großer starker Freund, der einem hilft. Der
zehnjährige Martin ist Außenseiter in einer estnischen Kleinstadt. Eines
Tages begegnet ihm in einem einsamen Feld ein Kater. Das Tier verwandelt
sich in einen punkigen Jungen mit Schweif, Nietenarmband und Katzenaugen.“

Kirchlicher Filmpreis Interfilm, dotiert mit 2.500 EUR geht an:
„Koti-ikävä / Homesick“ von Petri Kotwica
Begründung der Jury: „Dem Debütfilm von Petri Kotwica gelingt es, durch
seine eindrückliche Ästhetik und Dramaturgie mehr als ein individuelles
Schicksal und eine Momentaufnahme von Gesellschaft darzustellen. „Homesick“
ist ein Plädoyer voll von Hoffnung für eine menschliche Gesellschaft, die
nach denen sieht, die oft übersehen werden – die Jugend.

Dokumentarfilmpreis der Lübecker Gewerkschaften, dotiert mit 2.500 EUR geht
an:
„Wenn   lang  die   Bilder  schon   verblassen  ...   KZ  Theresienstadt  –
Propagandafilm und Wirklichkeit“ von Thilo Pohle & Filmgruppe
Begründung der Jury: „Mit diesem Preis soll nicht nur die ausgezeichnete
Gemeinschaftsarbeit der Filmemacher unter der Leitung von Thilo Pohle
prämiert werden, sondern auch die künstlerische Auseinandersetzung mit
einem Thema deutscher Geschichte, das immer noch nicht aufgearbeitet zu
sein scheint. Die Filmemacher entwickeln dabei eine Professionalität, die
weit über viele bekannte Beiträge im deutschen Fernsehen hinausgeht.“

Preis der Kinderjury, dotiert mit 2.500 EUR für einen Kinderfilm (bis 12
Jahren) geht an:
„Af banen / We are the Champions“ von Martin Hagbjer


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Begründung der Jury: „Wir, die Kinderjury, haben dieses Jahr 7 auserwählte
Kinderfilme gesehen. Die letzten 3 Tage waren äußerst anstrengend für uns,
aber trotz allem hatten wir sehr viel Spaß. Die Entscheidung ist uns sehr
schwer gefallen, da wir zwei Favoriten hatten, wobei wir den Film „Oskar
und Josefine“ von Carsten Myllerup lobend erwähnen möchten. Dieser Film
gefiel uns besonders gut, da er spannend und aufregend war. Der Film, der
gewonnen hat, war auch sehr spannend, amüsant und fesselnd, ein Film für
die ganze Familie. Er wird mit einem Preis von 2.500 Euro dotiert. Unser
Champion, im wahrsten Sinne des Wortes, ist von Martin Hagbjer: „We are the
Champions“.

ComLine-Preis für den besten Kurzfilm im Filmforum Schleswig-Holstein geht
an:
„Tauchen / Diving“ von Angelika Waniek
Begründung der Jury: „Der Film „Tauchen“ überrascht schon in den ersten
Sekunden. Eine junge Frau versucht die Luft anzuhalten, 40 Sekunden lang,
und scheitert. Und dann erzählt sie von den Erinnerungen an das Tauchen;
das wirkliche Tauchen in der Schule, und das Tauchen in der kindlichen
Fluchtfantasie à la James Bond. In diesem absichtslosen Erzählen lockt sie
die Zuschauer sekundenschnell in eigene Erinnerungsräume. Authentisch,
einfach und direkt führt die Autorin damit das Medium Film zurück auf seine
größte Stärke: Das Erzählen.“

                                    ***

Skandinavische Spielfilme auf der Höhe der Zeit –
Finanzierung des Festivals in Nöten

Alles schien wie immer, „der Laden brummte“ auf den 47. Nordischen
Filmtagen Anfang November in Lübeck. Über 18.000 Besucher an vier Tagen
wussten einen besonders starken Jahrgang der skandinavischen Filmproduktion
zu würdigen. Einfach unglaublich, was für einen qualitativ und quantitativ
hohen Output unsere nördlichen Nachbarn in den letzten Jahren zu Stande
bringen. Bewunderungswürdig, besonders wenn man das in Relation zur
Bevölkerung und Finanzkraft setzt. Davon kann die deutsche Filmbranche nur
träumen.

Doch Sorgenfalten gab es schon, und diese betrafen die Finanzierung dieses
doch so erfolgreichen Filmfestivals, das sowohl nach Aussagen aller
kulturell und politisch Verantwortlichen wie wohl auch des sehfreudigen
Publikums   ein   unverzichtbares  Highlight   mit   großer   überregionaler
Strahlkraft im jährlichen Kulturprogramm von Schleswig-Holstein darstellt.
Der NDR, Hauptsponsor der Nordischen Filmtage der letzten Jahre, hat dem
Festival seine direkte finanzielle Unterstützung, die mit 75.000 Euro 15
Prozent des Gesamtetats ausmachte, gestrichen. Die in den Augen der
Senderverantwortlichen zu geringe Erhöhung der Rundfunkgebühren liefert die
Begründung   dafür.   Dieses  Jahr  konnte   diese  Finanzierungslücke   der
„Nordischen“ noch durch die Possehl-Stiftung geschlossen werden. Doch für
nächstes Jahr bleibt vorerst nur die Hoffnung auf weitere Sponsoren, von
denen aber bisher niemand zu entdecken ist, und der Wille zum Sparen bei
der Stadt Lübeck und dem Festival-Team.

Wie gespart werden soll, wurde bisher von der Lübecker Kultursenatorin
Borns nur sehr vage und unbefriedigend beantwortet. Es solle weniger
Empfänge geben, meinte sie z.B. Eine nur vordergründig betrachtet wirklich
greifende Idee, wenn man bedenkt, dass die großen Empfänge größtenteils
bisher von anderen als dem NDR finanziert wurden: Nordische Filminstitute,
MSH und die Stadt Lübeck im Konzert mit Radisson Hotel machten bisher diese
möglich. Die zweite Idee, man müsse die Zahl der Gäste reduzieren, die
„überall rein“ kämen, wirkt eher wie ein Vorschlag von jemandem, der über
Filmfestivalpolitik und gängige Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich
wenig Kenntnisse zu haben scheint oder sich Illusionen hingibt. Will man
etwa mit hohen Akkreditierungsgebühren oder Kaufkarten das Fachpublikum,


                                     7
von dem die Nordischen Filmtage in nicht geringem Maße profitieren,
verschrecken? Da bleibt schon eher die noch unbestimmte Hoffnung von
Festival-Leiterin Linde Fröhlich auf weitere Förderer aus der Wirtschaft.
Sonst werden höchstwahrscheinlich die Nordischen Filmtage im Programm ganz
einfach schrumpfen müssen, was sehr bedauerlich wäre.

Dieses Jahr konnte jedenfalls noch einmal aus dem vollem geschöpft werden.
130 Filme aus Skandinavien, dem Baltikum und Schleswig-Holstein boten viel
Anlass zu angeregten Diskussionen und ausgezeichnete Kinounterhaltung. Ein
herausragendes Thema, welches in vielen Filmen dieses Jahr behandelt wurde,
war die Familie mit all ihren Irrungen und Wirrungen. Die schwedischen
Filme „Harrys Töchter“ von Richard Hobert und „Dalecarlians – Liebe ist
nicht genug“ von Maria Blom führen klassische Familienkonflikte vor, bei
denen die rettende Aussprache die persönlichen Katastrophen nur zum Teil
heilen kann, weil sie zu spät kommt. Die Neurosen einer introvertierten
Gesellschaft, in der Verschwiegenheit immer noch eher den Tugenden
zugerechnet wird, fordern ihre Opfer.

In „Homesick“ (auf den „Nordischen“ mit dem Kirchlichen Filmpreis Interfilm
geehrt) vom finnischen Regisseur Petri Kotwica wird der 17-jährige Sami
(Julius   Lavonen)   nach  einem   Selbstmordversuch   in   ein   Heim   der
Jugendpsychiatrie eingewiesen. Die Scheidung seiner Eltern und besonders
seine Mutter (Tarja Heinula), die damit überhaupt nicht zurechtkommt und
somit, wie sich im Laufe der Handlung herausstellt, eher ein Fall für die
Psychiatrie ist als ihr Sohn, haben bei Sami zu solch einer seelischen
Desorientierung geführt, dass er das Heim der Außenwelt vorzieht und lieber
dort bleiben möchte. Mit einer geschickt angelegten, die spannende
Dramaturgie unterstützenden Zeitstruktur mit Rück- und Vorblenden, einer
überzeugenden Kamera (Harri Räti) und einer spezifischen Farbgestaltung der
einzelnen Ebenen gelingt es dem Film, ein schwieriges Thema eindringlich zu
beleuchten. Kotwica zeigt eine Gesellschaft, die es erst wieder lernen
muss, den einzelnen nicht in Haltlosigkeit und Isolation allein zu lassen.
Ohnmacht mündet hier in Inzest und Gewalt, bevor sich eine Lösung andeutet.

Der finnische Film „Beste Mutter“ von Klaus Härö nimmt sich des Themas der
mehr als 70.000 finnischen Kriegskinder an, die im Zweiten Weltkrieg aus
Finnland nach Schweden evakuiert wurden und dort auf Zeit mit „neuen
Eltern“ zurecht kommen mussten und diese mit ihnen. Erzählt wird die
Geschichte des 9-jährigen Eero (Topi Majaniemi), dessen Vater an der
russischen Front fällt und dessen Mutter (Marjaana Maijala) ihren Sohn weg
vor den Kriegswirren ins sichere, weil neutrale Nachbarland schickt. Von
einem Bauernehepaar aufgenommen wird er hier in der Fremde nur schwer
heimisch. Der Landessprache nicht mächtig und von der Ersatzmutter nur
äußerst widerwillig akzeptiert, plagen ihn Heimweh und Sehnsucht nach
seiner Mutter. Erst als er erfährt, dass sich diese einem deutschen
Offizier zugewendet hat und mit diesem in dessen Heimat ziehen möchte,
beginnt er um die Zuneigung seiner „neuen“ Mutter Signe (Maria Lundqvist)
zu kämpfen. Signe ist über den Tod ihrer eigenen Tochter durch Ertrinken
nicht hinweggekommen und quält sich immer noch mit ihrer eigenen möglichen
Verantwortung und Schuld. Als sie die Nöte des alleingelassenen Eero
erkennt und begreift, siegt ihr Herz. Auf einem behutsamen Weg kommen Eero
und Signe einander näher und lernen einander lieben. Einfühlsam und
berührend schildert Härös Film die emotionalen Schwierigkeiten eines durch
den Krieg hin und her gerissenen Jungen, der mit der traumatischer
Erfahrung zu recht kommen muss, dass ihn seine Mutter nicht mehr zu lieben
scheint, und die seelischen Verwundungen einer Frau, die durch ein neues
Mutterglück vergangenes Unglück zu überwinden lernt. Auch hier gibt es ein
klärendes Gespräch zwischen Eero und seiner wirklichen Mutter erst sehr
spät, nämlich Jahrzehnte danach. Eero muss erkennen, dass seine Mutter sich
letztlich für ihn entschieden hat und nicht für den deutschen Soldaten.

Der Film gerät trotz seines Themas und seiner erzählerischen Nähe zu dem
kleinen Jungen und dessen Nöten nie in Rührseeligkeit, Sentimentalität oder


                                     8
Kitsch, sondern nimmt durch eher zurückgehaltenes Temperament für sich ein.
Da war es keine Überraschung, dass er neben dem Baltischen Filmpreis auch
den Publikumspreis der Lübecker Nachrichten gewann.

Auch die Ärztin und Mutter Victoria (Annika Hallin) muss in dem
norwegischen Film „Kuss des Winters“ mit Schuld und Verantwortung zu recht
kommen. Gefühlvoll lotet Regisseurin Sara Johnson in ihrem Debütfilm die
Befindlichkeit im Erkenntnisgang der Hauptperson aus. Victorias 12-jähriger
Sohn bricht völlig überraschend beim Eishockey zusammen und stirbt. Meist
saß er zuvor lust- und kraftlos in seiner Freizeit vor dem Fernseher. Seine
Mutter zwang ihn zu sportlichen Aktivitäten und erkannte nicht, dass die
Ursache für sein Verhalten nicht in mangelnder Kondition sondern in einer
Leukämie-Erkrankung lag. Von Schuldgefühlen geplagt trennt sie sich von
ihrem Mann und zieht sich in die norwegische Provinz zurück. Dort wird sie
mit einem Beinahe-Krimminalfall konfrontiert. Kurz vor Weihnachten wird ein
junger Mann tot am Straßenrand im Schnee gefunden. Die Polizei verdächtigt
den Schneepflugfahrer Kai (Kristoffer Joner), den Sohn muslimischer
Immigranten Darjosh (Jade Francis Haj) durch Unachtsamkeit getötet und
anschließend Fahrerflucht begangen zu haben. Für Victoria, die bald mit Kai
eine Liebesaffäre beginnt, ist diese Erklärung zu einfach. Im Laufe der
Ermittlungen und Victorias eigenen Nachforschungen wird ein Suizid aus
Liebeskummer als Erklärung von Darjoshs Tod immer wahrscheinlicher. Seine
geliebte Freundin sollte im Heimatland an einen anderen verheiratet werden.
Und die Eltern von Darjosh wollten diesen nicht nach Hause zurückkehren
lassen. Für Victoria bringt dieses tragische Schicksal in seinen
Erklärungen von Schuld und Schuldlosigkeit schließlich eine Klärung ihrer
eigenen Position zu ihrem gestorbenen Sohn und zu ihrem Ehemann. Wie die
Eltern Darjoshs trug sie Verantwortung, aber es trifft sie keine Schuld.

Wie in allen zuvor besprochenen Filmen offenbart sich auch hier im Ausloten
der privaten Geschichte die gesellschaftliche Situation, die viele
Entscheidungen des einzelnen bedingt. Die viel gepriesene skandinavische
Wohlfahrtsgesellschaft, die die Fürsorge für den einzelnen garantieren
soll, offenbart wie schon so oft ihre Schwächen und Opfer. Die Filme
zeichnen diesen Befund nach, analysieren ihn und sind somit auf der Höhe
ihrer Zeit. (Helmut Schulzeck)

                                    ***

                       Filmforum Schleswig-Holstein

Warum der Blues nicht ankommt

„Red and Blues“ (Susanna Salonen, D 2005)

Wittenberg an der Elbe. Ein Paar auf der Suche nach einem kleinen Club. Der
herunter gekommene Backstageraum. Die Sterilität des Hotels. Im Off ein
Blues: „Take me home again, my Alabama Train“. Koffer und Gitarren
schleppen. Und immer wieder der Weg, die Straße, Sinnbild fürs nicht
Ankommen.

Den 71-jährigen Bluessänger und -gitarristen Louisana Red aka Iverson
Minter und seine Frau und ständige Begleiterin auf den Konzertreisen Dora
setzt Susanna Salonen am Beginn ihres Dokumentarfilms „Red and Blues“ so in
Szene. Geboren in Alabama, früh verwaist, die Mutter starb wenige Tage nach
der Geburt, der Vater wurde 1933 vom Klu Klux Klan ermordet, ist Red ein
Heimatloser,   ein  Blueser   seit  dem   16.  Lebensjahr  und   in  seiner
Südstaatenheimat praktisch unbekannt. In Europa, besonders Deutschland, wo
er seit 22 Jahren in Hannover lebt, feiert er hingegen kleine Erfolge. „Ich
hab‟s noch nicht geschafft, aber eines Tages werde ich es schaffen“, sagt
Red. Da ist er unermüdlich. Denn er hat den Blues.




                                     9
Salonen begleitet ihn mit intimer Kamera von Konzert zu Konzert und bei
einer Reise zurück zu seinen Wurzeln, in die USA, nach Mississipi, nach
Chicago, wo er in den 50ern seine erste Platte aufnahm, und nach Louisiana,
wo er als 10-jähriger auf den Baumwollfeldern schuften musste. Dabei ist
nicht zuletzt ein Roadmovie eines Ruhelosen entstanden, eines Mannes, der
nicht ankommt, weil es im Blues immer um Reisen ohne Ankunft, um Sehnsucht,
um den Möglichkeitssinn geht. Und ein feinfühliges Porträt eines Künstlers,
der genau solche Heimatlosigkeit, als Prophet im eigenen Lande missachtet,
in der Fremde als Rufer in der Wüste anerkannt, für seine Kunst braucht.
„Du kannst dich nicht selbst betrügen, sonst kriegt dein Schicksal
Schlaglöcher“, sagt Red in die Kamera, die ihn in einen der vielen
schmuddeligen Backstageräume begleitet.

Das „Exil“ in Deutschland ist nicht wirklich frei gewählt. Hier kann Red
ein bisschen Geld verdienen, aber er fühlt sich als von seiner Heimat
Verstoßener („Solange ich nicht so berühmt wie Chuck Berry bin, wird meine
Musik in den USA nicht anerkannt“). Ihr hat er deshalb den Rücken gekehrt.
Seit seiner Übersiedlung nach Deutschland, wo er auch seine aus Ghana
stammende zweite Frau Dora, die gute Seele an seiner Seite („Musiker sind
wie Kinder. Bei dem Blues-Blabla höre ich weg, denn ich kenne seine guten
Seiten“), kennen lernte, war er nie wieder in den USA. Wenn er jetzt
zurückkehrt, ist er auch dort ein Fremder. Bezaubernd schlicht fängt
Salonen das Wiedersehen mit seinem Sohn Robert, sie haben sich 30 Jahre
nicht gesehen, mit der Kamera ein. Ratlosigkeit nach so vielen Jahren, zwei
Fremde begegnen sich, reden über Roberts Mutter Ealease, die früh verstarb,
einer der vielen Brüche in Reds Leben, die gleichzeitig seinen Blues
beflügelten.

Eine gewichtige Biografie, ein schweres Leben, dem man nur mit Blues
begegnen kann. Red im Gitarrenladen, da blüht er auf, denn „die Gitarre
spricht zu mir“, da wird der Oldie wieder zum Kind. Und seine Frau
schüttelt gütig den Kopf. Salonen protokolliert gerade diese kleinen
menschlichen Gesten geradezu seismografisch. Und wieder geht‟s auf die
Straße, zum Wheatland Festival. Da lauscht man Red zwar nur mit geteilter
Aufmerksamkeit, aber zurück in der Petruskirche in Berlin-Lichterfelde ist
der Beifall umso größer. Doch noch angekommen? Am Ende zeigt Salonen nichts
als die Straße, die Autobahn, auf der man reisen muss, solange wie bei
Blues an sich und Louisiana Red im Speziellen das Ankommen einfach nicht
zur Kunst passen kann, weil der Weg das Ziel ist. (jm)

„Red and Blues“. D 2005, 66 Min., Beta SP. Regie/Buch/Kamera: Susanna
Salonen. Schnitt: Natali Barrey. Musik: Iverson Minter (Louisiana Red).
Produzent: Gunter Hanfgarn. Gefördert von Nordmedia. Premiere am 4.11.,
13.45 Uhr im Filmforum S.-H. bei den 47. Nordischen Filmtagen Lübeck.

                                    ***

Alles Kulisse

„Wenn lang die Bilder schon verblassen ... KZ Theresienstadt –
Propagandafilm und Wirklichkeit“ (Thilo Pohle und Filmgruppe der Oskar-von-
Miller-Realschule in Rothenburg ob der Tauber, D 2005)

Frühommer 1944 im KZ Theresienstadt: Eine dänische Rotkreuz-Delegation hat
sich angesagt, um die Konzentrationslager der Nazis in Augenschein zu
nehmen. Die Propagandamaschine läuft an, um ein zynisches „potemkinsches
Dorf“ zu erstellen, die Greuel schönzufärben. Gipfel des Zynismus: Der
jüdische Schauspieler und Regisseur Kurt Gerron wird gezwungen, einen Film
über Theresienstadt zu drehen, in dem das Lager quasi als „Musterstadt“
dargestellt wird. „Der Führer baut den Juden eine Stadt“, so nennen die
jüdischen Häftlinge den Film ironisch. Erst im März 1945, der Zusammenbruch
des Nazi-Regimes zeichnet sich bereits deutlich ab, wird der Film
fertiggestellt und überhaupt nur zwei Mal im KZ Theresienstadt einem


                                    10
ausgewählten Publikum vorgeführt. Seine Propagandawirkung verfehlte der
Film dennoch nicht. Seit den 80er Jahren befindet sich eine nur rudimentär
erhaltene Kopie im Giftschrank des Bundesfilmarchivs, denn man fürchtete
Missbrauch des Materials durch revisionistische Kräfte.

Zum ersten Mal überhaupt durchleuchtet jetzt ein Dokumentarfilm die
Entstehung des Films. Gedreht haben dieses „Making Of“ nicht etwa
Filmwissenschaftler, sondern eine Schülergruppe der Oskar-von-Miller-
Realschule in Rothenburg ob der Tauber unter der Leitung von Thilo Pohle.
In rund 2.000 Stunden Arbeit haben die Schüler Clips aus dem Propagandafilm
ausgewählt und stellen sie den Erinnerungen eines Zeitzeugen gegenüber. Der
dänische Jude Salle Fischermann war Häftling im KZ Theresienstadt, verlor
in den Vernichtungslagern der Nazis fast seine gesamte Familie, war in Kurt
Gerrons Team als Beleuchter verpflichtet und erlebte so die Dreharbeiten
hautnah mit. „Alles Kulisse“, so sein Resümee über den beispiellosen
Versuch einer menschenverachtenden Schönfärberei, zu dem die Täter ihre
Opfer zwangen.

Die Doku des Schülerteams wechselt zwischen den Originalaufnahmen und
Fischermann, der die Aufnahmen und ihre Entstehung kommentiert. Was dabei
zutage tritt, ist wahrlich haarsträubend. So wurden etwa Krankenhausbetten,
die es in Wirklichkeit nirgends im Lager gab, für die Kamera nach draußen
gestellt, damit die Kranken Sonne bekommen. Fischermanns lakonischer
Kommentar zu solcher hahnebüchener Selbstentlarvung der Propaganda: „Bei
welchem Krankenhaus stellt man die Betten raus in die Sonne?“ Und auch für
alle angeblichen Errungenschaften für die Lagerinsassen gilt: „Das war für
den Film, nicht für die Menschen.“

Obwohl   die   dokumentarische  Kamera   in   Gerrons  Film   (wohlgemerkt
erzwungenermaßen, von Gerron, der nach Abschluss der Dreharbeiten ins
Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde, so nicht
intendiert) so schamlos zur Produktion von Lügen missbraucht wurde, zeigt
sie dennoch gelegentlich die grausame Wirklichkeit. Zum Beispiel schlingen
Häftlingskinder sichtbar ausgehungert Butterbrote herunter, die ihnen von
Lagerschwestern gereicht werden, um die Camouflage einer ausreichenden
Ernährung für die Kamera zu inszenieren. Und wenn die Kamera über die
Gesichter eines Theaterpublikums aus Häftlingen fährt, so kommentiert
Fischermann, „zeigt sich ein anderes Gesicht, wenn man richtig auf die
Augen guckt.“

Genau darum geht es der Doku von Pohle und seinen 14- bis 16-jährigen
Schülern, die Maskerade durch den genauen Blick zu entlarven, gewissermaßen
durch den Schleier der Propagandabilder auf die Wirklichkeit im KZ
Theresienstadt zu schauen, was ob der Perfektion der Propagandamaschinerie
zuweilen nur durch Fischermanns Erläuterungen und Kommentare gelingt. So
entstand ein ebenso erstaunlicher wie erschreckender Dokumentarfilm.
Erstaunlich nicht nur wegen der jungen Filmemacher, die sich hier mit
nahezu wissenschaftlicher Akribie eines schwierigen Themas angenommen
haben, erstaunlich auch immer wieder in dem Sinne, dass sich zeigt, wie
fotografische und filmische Bilder lügen können, dass man sie aber, in den
richtigen Kontext gestellt, mit den eigenen Mitteln auch wieder entlarven
kann. Ein Essay nicht zuletzt auch über die Wahrhaftigkeit des Filmbildes.

Und ein Film als Mittel der Versöhnung durch schonungslose Aufklärung. „Die
persönliche Begegnung ist fast der wichtigste Teil unserer Filmarbeit“,
sagt Pohle über die Zusammenarbeit mit Salle Fischermann. Der Film ist
bereits die dritte Arbeit der seit 23 Jahren bestehenden Schülerfilmgruppe.
„Wenn lang die Bilder schon verblassen ...“ gingen u.a. eine Dokumentation
über ein süddeutsches Dorf, das in den letzten Kriegsagen zwischen die
Fronten geriet, und ein Film über Willy Graf, eines der aktivsten
Mitglieder   der  Widerstandsgruppe   „Die  Weiße   Rose“,  voraus.   Diese
Dokumentarfilme wurden über die Goetheinstitute weltweit verbreitet und
erreichten 700.000 Zuschauer. Ein ähnliches Echo kann man dem Film über den


                                    11
Film über das KZ Theresienstadt nur wünschen, zumal er einen wichtigen
„blinden Fleck“ der Vergangenheitsbewältigung deutscher Nazi-Verbrechen
wieder sichtbar macht.

Der Jury war der Film daher auch den mit 2.500 EUR dotierten
Dokumentarfilmpreis der Lübecker Gewerkschaften wert. In der Jurybegründung
heißt   es:  „Mit   diesem  Preis   soll   nicht  nur   die   ausgezeichnete
Gemeinschaftsarbeit der Filmemacher unter der Leitung von Thilo Pohle
prämiert werden, sondern auch die künstlerische Auseinandersetzung mit
einem Thema deutscher Geschichte, das immer noch nicht aufgearbeitet zu
sein scheint. Die Filmemacher entwickeln dabei eine Professionalität, die
weit über viele bekannte Beiträge im deutschen Fernsehen hinausgeht.“ (jm)

                                    ***

Liebevolle Außenseiter

„Der Elefantenmann“ (Daniel Opitz, D 2003)

Mit „Der Elefantenmann“ (gefördert von der MSH) legte der Kieler
Dokumentarfilmer Daniel Opitz nach seiner gelobten Dokumentation „Ka Nalu
Nui“ eine weitere Arbeit vor, die sich im Spannungsfeld Mensch/Natur
bewegt.

Er portraitiert den Rocker Chris Galucci, der nach einer wilden Jugendzeit
in einer Motorradgang und diversen Konfrontationen mit den Hütern des
Gesetzes seinem Leben eine neue Wendung gegeben hat: Seit gut 30 Jahren
leitet   er  den   Privatzoo  der   Hollywood-Schauspielerin Tippi  Hedren
(„Marnie“, „Die Vögel“). Die Herausforderung besteht in der Arbeit mit dem
unberechenbaren Elefantenbullen Timbo. Chris ist der einzige, der mit dem
Elefanten umgehen kann, die beiden Außenseiter haben ein einzigartiges
Vertrauensverhältnis zueinander aufgebaut.

„Freundin, Freunde, Familie. Alles hab ich aufgegeben für mein Leben mit
Timbo. Es ist etwas Besonderes, mit dem größten Tier der Erde zu Leben“,
konstatiert Chris. Die bemerkenswerte Symbiose gibt dem entwurzelten Chris
Halt, er ist sich aber auch über die Vergänglichkeit der Beziehung bewusst.
„Was werde ich sagen, wenn Timbo, der größte und älteste Elefantenbulle in
den USA, eines Tages stirbt? Ich habe 28 Jahre mit diesem großen Gefühl
verbracht und dann habe ich nichts.“

Opitz fand mit Kameramann Florian Melzer an seiner Seite kraftvolle und
filmische Bilder für die außergewöhnliche Mensch-Tier-Beziehung. Die Kamera
gleitet in der Eingangssequenz über die Körper von Mensch und Tier, zeigt
die tiefen Falten, die das Leben bei beiden hinterließ. Die Kette, die
Timbo hält, hat sich auch Chris angelegt. Seine Sorge um das Tier ging
soweit, dass er die Beerdigung seines Vaters nicht besuchte, weil er den
vereiterten Zahn des Giganten pflegen musste.

„Der Elefantenmann“ ist die Dokumentation einer ungewöhnlichen und extremen
Mensch-Tier-Freundschaft. Opitz erzählt mit viel Gespür für Stimmung und
Tempo, die berührende Geschichte eines Außenseiters, der sich selbst
rettet, indem er sein Leben einem anderen Außenseiter widmet. (dakro)

                                    ***

Auf den Spuren eines Sonderlings

„Was übrig bleibt“ (Justus Pasternak, D 2005)

Der 31-jährige ehemalige Kieler und nun Wahl-Hamburger Justus Pasternak
begibt sich in „Was übrig bleibt“ auf eine Spurensuche der besonderen Art.
Mit handgeführter DV-Kamera begleitet er den 35-jährigen Phillip Hirschfeld


                                    12
auf den väterlichen Gutshof Knoop in der Nähe von Kiel. Der jüngste Sohn
des Gutsbesitzers kehrt nach längerer Zeit an der Ort seiner Jugend zurück
um gemeinsam mit Pasternak einem Phantom nachzuspüren. Um den Landarbeiter
Otto   Drechsler,   der   vor   Jahren   nach    einem   Wohnungsbrand  und
Selbstmordversuch plötzlich und spurlos vom Gut verschwand, ranken sich
mittlerweile Legenden, Gerüchte und Halbwahrheiten. Beim Zirkus soll er
gewesen sein, in Bautzen habe er wegen Spionageverdachtes gesessen. Aus den
Erinnerungen der Befragten ergibt sich das schemenhafte Bild eines schwer
zugänglichen,   vereinsamten   Außenseiters   und   Sonderlings.   Von  der
differenzierten Erinnerung an einen Gestrandeten über kräftige Anekdoten
bis hin zur quasi posthum und vor laufender Kamera wiederholten Drohung
reichen die Reaktionen der interviewten Landarbeiter und Bewohner des
Gutes. Pasternaks Recherchen in der Umgebung lassen vermuten, dass
Drechsler bereits verstorben ist. Um so überraschender kommt die Nachricht,
dass Drechsler in einem Seniornwohnheim lebt. Es kommt zur Begegnung mit
dem „Mythos“.

„Was übrig bleibt“ ist nicht nur der Versuch der Rekonstrunktion eines
Menschen aus der kollektiven Erinnerung. Der Film ist auch ein multiples
Portrait des „Originals“ Otto Drechslers, der Gemeinschaft Gut Knoop und
des „verlorenen Sohnes“ Phillip Hirschfeld. Die Schwerpunkte verschieben
sich im Film, was in der Arbeitsweise Pasternaks begründet liegen mag. Die
Dreharbeiten waren lose über mehrere Jahre verteilt, dem Unerwarteten, wie
dem Auftauchen Drechslers, wurde Raum gewährt. Das trägt zur Lebendigkeit
des Films bei, der von seinen Protagonisten getragen wird.

Hirschfeld, aber auch Pasternak, sind auf dem Gut aufgewachsen und haben
ein Vertrauensverhältnis zu den dort lebenden Menschen, das auf gemeinsamem
Erlebnissen beruht. Daher wird meist „Klartext“ geredet. Wenn sich die
Distanz zwischen Befrager und Befragten nach den ersten Schnäpsen vollends
auflöst,    schrammen  die   Interviews   gelengentlich   scharf   an   der
Selbstentblößung entlang. Das macht natürlich auch einen Teil des
Unterhaltungswertes von „Was übrig bleibt“ aus, es lenkt jedoch vom Sujet
ab. (dakro)

                                    ***

Pittoreskes und Privates

„Die Menschen im Meer“ (Wilfried Hauke, D 2005)

Grüne Wiesen, vom Salz des Meeres durchtränkt, kuschelige Warften,
Sonnenunter- und -aufgänge, Stürmisches und immer wieder das wilde, wilde
Meer – Wilfried Haukes 5-teilige Doku-Soap „Die Menschen im Meer“ über
Natur und Leben auf den Halligen im schleswig-holsteinischen Wattenmeer
spart nicht mit pittoresken Postkartenmotiven. Bei so mancher Einstellung
schaudert‟s einen angesichts so viel Klischees von „Unserem Norden“ à la
anderen NDR-Heimatiaden über das Land zwischen den Meeren, von den wohl
unvermeidlichen Quetschkommoden-Jingles als musikalischer Untermalung mal
lieber zu schweigen.

Und doch: „Die Menschen im Meer“ ist nicht die x-te Auflage hübsch
bebilderter Heimatkunde, denn das pittoreske Naturbild ist hier allenfalls
die nunmal nicht weg zu filmende Kulisse für allzu menschliche, private
Innenwelten. Wilfried Hauke bedient die Klischees lediglich als Vehikel.
Worauf er fokussiert, und das sagt ja schon der Titel, sind die Menschen,
die Bewohner solch bilderüberfluteter Heimatszenen. Auf den Halligen Oland,
Langeneß und Gröde ist das regelmäßige Landunter, wenn sich das Meer
zeitweise nimmt, was ihm eigentlich sowieso gehört, ein Rhythmus des
fruchtbaren Gebens und zerstörerischen Nehmens. Das Meer ist Feind und
Freund zugleich. Und so darf man auch das „Landunter“ pittoresker
Naturabfilmungen sehen, feindlich für einen klischeelosen Film, aber
freundlich für das Bühnenbild, auf dem sich mitten im Meer ganz alltägliche


                                    13
Schicksale abspielen. Menschen nah, weil täglich damit konfrontiert, an den
Gezeiten der Natur, aber eben auch einfach Menschen mit ihren Freuden und
Leiden, Menschen wie du und ich, für die ihr Lebensraum zwar in vielem,
jedoch nicht in allem bestimmend ist.

Beispiel: Die Distanzbeziehung von Hallig-Lehrerin Kristina Logowski und
ihrem Freund Michael, der auf dem niedersächsischen Festland einem IT-Job
nachgeht. Dass sie sich noch seltener sehen können als andere Distanzpaare,
weil die Hallig mal wieder von der Außenwelt abgeschnitten ist, macht die
Probleme, die Sehnsucht nur ein bisschen größer. Ansonsten ist das ein
„ganz normales“ Schicksal von Menschen in unterschiedlichen Sphären, die
dennoch zueinander gefunden haben. Soll Michael auf die Hallig ziehen, gibt
es für beide eine Zukunft auf dem Festland? In Berlin versus Kiel stellen
sich Distanz-Paare keine anderen Fragen. Oder Monika Mommsen, deren Kiosk
von den Hallig-Touristen lebt – wie manch‟ anderer auf festerem Land nicht
anders den Marktgesetzen unterworfen ist.

Hauke zeigt die Halligen nicht als exterritoriales Gebiet, nicht als
Ausnahmezustand im Kampf mit Wind und Wellen, sondern als einen Ort, wo
sich Leben ereignet wie anderswo auch. Und eben diese Sicht auf die
„Menschen im Meer“ macht sie sympathisch, macht ihr über ein bewegtes Jahr
porträtiertes Leben nachvollziehbar, fern aller Watt-Romantik. Selbst Fiede
Nissen,   Hallig-Postbote,   Bürgermeister  von   Langeneß,   Heimatverein-
Vorsitzender und Fischer in einer Person, ein friesisches Original wie es
sich kein Klischee besser ausdenken könnte, ist hier einfach mal
Privatmann, erzählt von seinem Leben, den Befürchtungen auch, dass die
drohende Klimakatastrophe die Halligen einst unbewohnbar machen wird. Ein
Seebär, klar, aber auch ein Mann mit ganz normalen Gefühlen, Meinungen und
Ein- und Aussichten in und auf die Welt.

Fast eine Demontage der Klischees gelingt Wilfried Hauke, indem er es als
Lebenswelt filmt, als zwar ungewöhnliche, aber nicht so weit „ab vom
Schuss“, dass die Halligbewohner Hinterwäldler wären, mit romantischem
Gefühl betrachtet und bestaunt von Festländern aus ihren Städten, wo es
Kinos gibt. Die Hallig erscheint als Ort, der zwar Ausnahme ist, weil man
wohl nirgendwo anders in deutschen und europäischen Landen so abhängig von
der Natur, ihren Rhythmen und ihren Jahresgezeiten ist, der aber dennoch
kein Ort der Exotik ist. Man geht in die reich beklatschte Kino-Premiere im
Filmforum Schleswig-Holstein und erwartet Fürchterliches. Und man kommt aus
ihr quasi als Konvertit. Denn Wilfried Hauke gelingt mit seiner Doku-Soap
eine Nähe zu seinen Protagonisten, die unabhängig ist vom pittoresken Ort
ihres Ereignisses, die es wagt, genau hinzuschauen, liebevoll und abseits
vom Klischee, das sie mit berauschenden Naturbildern (Kamera: Rolf Bieler)
gleichwohl evoziert. Hautnähe könnte man das nennen. Und zur Haut gehört
halt auch, dass sie die Grenze zwischen Innen und Außen ist. Beides muss
man zeigen, beides zeigt „Die Menschen im Meer“. (jm)

„Die Menschen im Meer“, 5-teilige Doku-Soap, 5 x 26 Min., D 2005. Buch,
Regie: Wilfried Hauke. Produktion: dm film im Auftrag der ARTE Redaktion
des NDR. Die Erstausstrahlung erfolgt vom 28. November bis 2. Dezember
2005, jeweils 20.15 Uhr, auf ARTE.
1. Halligleben: 28.11.2005
2. Frühlingserwachen: 29.11.2005
3. Sommerwind: 30.11.2005
4. Herbststurm: 1.12.2005
5. Winterstille: 2.12.2005

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Das Grundgesetz nicht angeschaut

„Die Nacht der großen Flut“ (Raymond Ley, D 2005)



                                    14
„Man hat im Kriege vielerlei große Scheiße erlebt, aber man hat auch
gelernt, in unübersichtlichen Situationen, seine eigene Haut und die Haut
des Kameraden zu retten. Und manche Dinge hat man machen müssen im Kriege,
die in den Vorschriften nicht vorhanden waren. Das hab‟ ich im Krieg
gelernt.“ Mit dieser bedeutungsschwangeren Aussage von Helmut Schmidt, mit
der er seinen kaum umstrittenen weil erfolgreichen Bruch vieler Regeln und
Gesetze im Februar 1962 begründet, beginnt das Doku-Drama „Die Nacht der
großen Flut“ von Raymond Ley (gefördert von der MSH). Der legendäre Ruf des
damaligen     Hamburger    Innensenators    Schmidt     als     tat-    und
durchsetzungskräftiger Organisator der Hilfe während der Sturmflut im
Februar 1962 wurde zum Fundament für seine spätere Karriere. Folgerichtig
stehen seine Erinnerungen neben denen der Opfer aus vier Hamburger Familien
im Mittelpunkt dieses eindrucksvollen Films. In einer gelungenen Mischung
aus Berichten von Zeitzeugen der Opfer- und Helferseite, mit Spielszenen
und Dokumentaraufnahmen gelingt es der NDR/Arte-Produktion die Katastrophe
(mehr als 10.000 Menschen wurden damals obdachlos, 315 Menschen starben in
einer einzigen Nacht, bevor eine beispielhafte Rettungsaktion anlief), die
die betroffenen Bewohner und Behörden eiskalt im Schlaf überraschte, vor
allem emotional zu veranschaulichen.

Bedrohlich zieht der Sturm auf. Doch alle unterschätzen die Gefahr einer
Sturmflut für Hamburg. Das Meer scheint doch beruhigend weit entfernt zu
sein. Und so sind auch die kleinbürgerlichen Familien im elbnahen Süden der
Hansestadt am Vorabend kaum beeindruckt und beunruhigt von den Vorzeichen
der heraufziehenden Katastrophe. In der properen Behelfsheimsiedlung in
Hamburg-Wilhelmsburg geht alles seinen gewohnten Gang. Bei Familie Langer
wird Kindergeburtstag gefeiert, mit Besuch von Schwester und Schwager
amüsiert man sich am Fernseher bei „Familie Hesselbach“. Es wird der letzte
gemeinsame Abend, denn später ertrinkt die Ehefrau und Mutter. Bei Familie
Brandt wird unbeschwert tapeziert und gemauert. Und auch Horst Sahm, der
zur Nachtschicht auf die Werft muss, ahnt nicht, dass er an diesem Abend
seine junge Frau und seine beiden Kinder zum letzten Mal lebend sieht.
Besonders   seine   erschütternden   Erinnerungen   und   die   einfühlsame
Verkörperung durch Florian Lukas in den Spielszenen bleiben neben den
Erinnerungen von Gerda Brandt, die von Christiane Paul dargestellt wird,
noch lange haften. Seine Fassung, um die Horst Sahm kämpft, wenn er an die
tragischen Ereignisse zurückdenkt, und seine nach über 40 Jahren noch immer
tiefe Trauer um sein verlorenes Lebensglück beeindrucken und erschüttern.
Parallel dazu der Bericht von Gerda Brandt, die mit Mann und drei Kindern
im Bett von den nach dem Deichbruch ins Haus schwappenden Fluten überrascht
wird, sich binnen kurzem mit der Familie auf dem Dach wieder findet und
hilflos miterleben muss, wie im Nachbarhaus Tante Erna um ihr Leben schreit
und schließlich ertrinkt. Familie Brandt wird zwar nach langer Wartezeit,
in der Gerda und ihr Mann schon mit dem Leben abzuschließen scheinen, doch
noch gerettet, zerbricht aber später, nicht zuletzt durch die Erinnerungen
an diese grauenhafte Nacht im kalten Februar.

Der zweite dramatische Strang dieses Films ist den Rettungsbemühungen der
Hamburger Behörden gewidmet. Zunächst wird das sich immer größer
auswachsende Unglück eher hilflos verwaltet. Der Einsatzleiter der Polizei
wirkt noch heute hilflos, wenn er von der einsamsten Nacht, die er je
erlebt habe, berichtet. Seine Aussage, „Ich trug für alles Verantwortung,
was hier geschah und was nicht geschah“, verdeutlicht die verdeckte
Ohnmacht, die das Handeln der hanseatischen Behörden fast lähmte, bis der
Macher Schmidt mitten in der Nacht endlich von einem Senatsmitarbeiter
benachrichtigt wird und die Leitung der Hilfs- und Rettungsaktionen
übernimmt. Ulrich Tukur spielt den schneidigen Innensenator, der alle
erdenklichen     Hilfskräfte    inklusive     ausländischer   Nato-Truppen
zusammentrommelt    und   für   Bedenkenträger    kein   Ohr  hat.   Sogar
Oberbürgermeister Nevermann lässt er abblitzen, als ihn dieser nach seinem
eigenmächtigen Einsatz der Bundeswehr an Bundeskompetenzen und Grundgesetz
erinnert: „Die Menschen brauchen sofort Hilfe, da kann ich doch nicht
warten, bis die uns aus Bonn ein Fresspaket schicken. Oder soll ich


                                    15
kurzerhand die Verfassung im Alleingang ändern?“ Lächelnd erzählt Schmidt,
er habe in jenen Tagen das Grundgesetz nicht angeschaut. Souverän und mit
rhetorischer Bravour schildert er die Geschehnisse aus seiner Erinnerung.
Sicherlich dankbar konnte ihn Regisseur Ley so zum die Ereignisse
einordnenden Erzähler machen. Und Schmidt erzählt so pointiert und gekonnt
als kämen seine Texte aus einem guten Drehbuch. Wirklich beachtlich.
(Helmut Schulzeck)

                                    ***

Ja, so könnte das Leben sein, ist es aber nur im Fernsehen

„Die Diebin und der General“ (Miguel Alexandre, D 2005)

Große Klappe mit Herz ist das Markenzeichen von Jessie Fischer (Katja
Riemann), der Titelheldin des neuen TV-Movies „Die Diebin und der General“
von Miguel Alexandre, die als allein erziehende Mutter eines 10-jährigen
Sohnes mal so gerade noch finanziell zu recht kommt. Ihr sturer
Gerechtigkeitssinn und ihr leicht überschäumendes Temperament gefährden ihr
Auskommen. So schafft sie es mir nix dir nix, sich einen Strafprozess
einzubrocken, als sie mehrmals Gläser mit Krabben für ihren Sohn Toby auf
ihrer Arbeitsstelle, einem Supermarkt, mitgehen lässt und vom Filialleiter
erwischt dessen Auto demoliert. Resultat: 100 Stunden gemeinnützige Arbeit,
die Jessie als Aushilfsbetreuerin im städtischen Altersheim abarbeiten
soll. Im Altersheim trifft sie auf den zweiten Sturkopf dieser Komödie, den
so genannten „General“ Walter Voss (Jürgen Hentsch), der als renitenter,
verbitterter Sauertopf der Schrecken aller Mitbewohner und Angestellten des
Heims ist. Aber gerade das scheint ihn für Jessie so interessant zu machen.
Sie entdeckt in ihm trotz seiner Grobheiten einen Seelenverwandten, hinter
dessen rauer, kantiger Fassade sich ein Sonderling mit einem gebrochenen
Herzen verbirgt. Nach dem Tod seiner geliebten Frau hat der General in
seiner zeitweiligen geistigen Verwirrung sein Vermögen plus Haus an seine
egoistischen Kinder überschrieben. Als er später, wieder bei klarem Kopf
und Seele, das rückgängig machen wollte, brachte ihm ein gewalttätiges
Manöver Entmündigung und „Überstellung“ ins Altersheim durch seinen Sohn
ein. Ja, das Leben kann so ungerecht und hart sein. Aber nur zeitweise,
jedenfalls in Filmen von Miguel Alexandre, in denen schließlich doch das
Gute im Menschen siegt, sogar bei habgierigen Kindern.

Schon nach wenigen Minuten des Films wird dem Zuschauer klar, dass er es
mal wieder mit einer dieser professionell arrangierten und inszenierten
Geschichten von Miguel Alexandre zu tun hat, der es zwar bisweilen an
Realitätssinn und Glaubwürdigkeit mangelt, die das aber mit ans Herz
gehender Menschelei auszugleichen versucht. Dass das Ganze wieder einmal
klappt, ist vor allem den beiden guten Hauptdarstellern zu verdanken, die
nach   einer   Weile    über   alle   irritierenden   Rührseligkeiten   und
Sentimentalitäten hinwegsehen lassen und den Zuschauer für sich einzunehmen
verstehen. Ja so könnte das Leben sein, ist es aber wohl nur im Fernsehen,
wo dann der Film auch bei der ARD zur Prime Time am 8. Dezember zu sehen
sein wird. (Helmut Schulzeck)

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Ganz großes Kino en miniature

Eindrücke der Kurzfilmnacht des Filmforums Schleswig-Holstein

Natürlich ist der Titel von Torben Iversens Kurzfilm-Essay (selbst-)
ironisch gemeint: „Ganz großes Kino“ (15 Min., DV, D 2005) ist es ja genau
nicht, wenn man in den kleinen Alltag einer Fritten-Verkäuferin eines
Imbiss‟ am Hamburger Hafen schaut. Und doch erwies sich in der
Kurzfilmnacht des Filmforums Schleswig-Holstein das Kino en miniature zwar
nicht immer aber doch manchmal als Königsdisziplin des Filmemachens. Wie in


                                    16
der literarischen Gattung Lyrik lebt nämlich auch der Kurzfilm von der
verdichteten Idee, von oft überraschenden Pointen und konzentrierten
Zuspitzungen – und erfreut sich wohl gerade deshalb beim Festivalpublikum
so großer Beliebtheit – das Kino 1 in der Lübecker Stadthalle war wie jedes
Jahr trotz später Stunde ausverkauft.

Zurück zum „Ganz großen Kino“, das sich bei Torben Iversen in ganz bewusst
„falschen“ Einstellungen manifestiert. Seine Kamera schaut gewissermaßen
intim weg. Wenn Jule Haas, die wirkliche Imbissverkäuferin, im Off vom
Fernweh spricht, das sich bei ihr ob der Hafenlandschaft einstellt, zeigt
die Kamera nur einen mikroskopischen Ausschnitt dieses „Nabels der Welt“:
eine metallene Ecke der Friteuse. Was wirklich „filmreif“ wäre, nämlich
wenn Jule mit den Brötchenresten vom Vortag die Möwen füttern würde,
erfahren wir nur auf der Tonebene, vor die Linse lässt Iversen solches
„Postkarten-Motiv“ auf keinen Fall kommen. „Dass man wüsste, es gäbe eine
Chance das zu drehen“, wie es zwei „Filmologen“ im letzten der sechs
Miniakte des Films quasi selbstreflexiv erörtern, muss nicht nur, sondern
soll auch reichen. Ein Film im Konjunktivischen, erfrischend „unfilmisch“
und damit eine einleuchtende Belichtung des Mediums Film selbst.

Ähnlich selbstreferentiell hinterfragt Angelika Waniek in „Tauchen“ (6
Min., Beta SP, D 2004) das Medium. Waniek filmt sich, wie sie für sich und
den Zuschauer Kindheitserinnerungen memoriert. Die kindliche Sicht auf die
Welt ist dabei ebenso abstrus, wie sie die Welt als fragwürdige entlarvt.
Welchen Sinn zum Beispiel soll es haben, 40 Sekunden lang die Luft
anzuhalten? Welchen Sinn hat überhaupt das Tauchen? In der freien
Assoziation der Erinnerungen entwirft sich eine surreale Gegenwelt, etwa in
den „Vorbereitungen, falls man mal auf der Flucht ist“: den „Notfallkoffer“
immer gepackt – aber nur „als Zeichen“. Solche Geschichten wirken ebenso
grotesk wie hintersinnig, geht es doch auch hier immer wieder um die
Sinnhaftigkeit und quasi automatische Sinnstiftung des Mediums. Minimale
Mittel, ganz große Wirkung – die Jury verlieh dafür den ComLine-Preis für
den besten Kurzfilm im Filmforum. In ihrer Begründung heißt es: „In diesem
absichtslosen Erzählen lockt sie die Zuschauer sekundenschnell in eigene
Erinnerungsräume. Authentisch, einfach und direkt führt die Autorin damit
das Medium Film zurück auf seine größte Stärke: Das Erzählen.“

Zwischen Traum und anderen Wirklichkeiten bewegt sich auch „Flight“ (10
Min., 16 mm, D 2005) von Thomas Wangsmo. Ein Mann auf den Spuren seiner
selbstmörderischen Frau. In einem Bed & Breakfast Hotel irgendwo in England
findet er Antworten auf so große Fragen wie nach dem Sinn des Lebens (oder
Nicht-Lebens). Obwohl durch Schwarz-Weiß-Sequenzen als „Traum“ oder
Erinnerung   signalisiert,   bleiben   die   unterschiedlichen  aber   umso
verschachtelteren Ebenen dabei allerdings recht undurchsichtig – dies nicht
als Absicht, sondern Folge mangelhafter Dramaturgie. Film nicht verstanden,
aber das liegt ja manchmal nur am Rezipienten.

Gegenüber so viel Experiment wirkt „Pille“ (9 Min., DV, D 2005) von Rolf
Schwarz, der im Filmforum 2004 und auch beim 9. Filmfest Schleswig-Holstein
Augenweide 2005 mit der Dokumentation „Filetstück“ über die Lübecker
„Alternative“ vertreten war, geradezu klassisch erzählt. Ein Mann wirft
eine Pille ein und im Rausch vermengen sich Wirkliches und Befürchtetes.
Ist in der Nachbarwohnung ein Mord geschehen? Nein, die Schreie stammten
von einem Schauspielschüler, der recht lautstark probt. Überraschende
Wendung: Der Mörder ist doch immer der Nachbar. Eine Miniatur, die in ihrer
Verwinkelung dennoch geradlinig erzählt ist – vielleicht ein wenig zu
geradlinig schwarz-weiß gezeichnet.

Weiß auf Schwarz tummeln und verwinden sich die Kreidestriche in Michael
Zamjatnins zweitem Abenteuer seiner animierten Heldin Krickel. „Krickels
Abenteuer: Tiere in Not“ (6 Min., 35 mm, D 2005) lässt eine Fliege fast im
Wasser ertrinken und eine Katze sich auf einen Baum versteigen. Krickel
hilft – und gerät dabei selbst in Not. Ein hübsches Filmchen, das den


                                    17
Zeichentrick, begleitet von einer Musik des bekannten Stummfilmpianisten
Werner Loll, aufs Wesentliche reduziert. Aber dabei in aller Bewegtheit der
Bilder auch stehen bleibt.

In gleicher Zeichentechnik präsentiert sich Kenan Darwichs animiertes
Musikvideo „Do the Bambi“ (2 Min., DV, D 2005) zum gleichnamigen Titel der
Band Stereo Total. Entstanden ist der Film als Semesterarbeit an der Kieler
Muthesius Kunsthochschule zum Thema „Zoom und Perspektive“, wirkt aber
dennoch ganz unakademisch und tränkt den ins Fantastische aufgelösten Raum
mit psychedelischen Avancen. Auch dies ganz großes Kino en miniature
eingedampft.

Eine vielfältig anregende Kurzfilmnacht also wiedermal im Filmforum
Schleswig-Holstein. Woran man in Lübeck allerdings noch durchaus arbeiten
kann, ist die Moderation. Die muss nicht derart unvorbereitet die
Katalogtexte nachbeten und bloße Verlegenheitsfragen an die Filmemacher
stellen. Gerade bei den experimentellen Filmen hätte man sich etwas mehr
diskursiven Hintergrund gewünscht. (jm)

                                    ***

                                Wettbewerb

Von Drogen und Menschen

„Nordkraft“ (Ole Christian Madsen, DK 2005)

Nach einem Jahrzehnt kommt mit „Nordkraft“ wieder ein Film auf die
Leinwand, der sich auf eine radikale, filmische und nicht moralisierende
Weise    mit   dem   Thema    der   Drogenabhängigkeit   junger   Menschen
auseinandersetzt. Der Vergleich mit dem britischen Überraschungserfolg
„Trainspotting“ (1995) macht Sinn, Regisseur Ole Christian Madsen scheut
ihn sicher nicht, er fordert ihn geradezu heraus. Die Vorlagen für beide
Filme lieferte jeweils ein „Kultbuch“, in diesem Fall der Roman von Jakob
Ejersbo. Die Protagonisten beider Filme sind junge Junkies und Dealer,
Eltern sind allenfalls Figuren am Rande. Den Soundtrack liefern Bands der
Stunde und Säulenheilige der drogendurchtränkten Popmusik wie Iggy Pop.
Auch bei der filmischen Umsetzung bedient Madsen sich eines ähnliches
Instrumetariums wie Danny Boyle in „Trainspotting“ oder Daren Aronofski in
„Requiem for a Dream“, um die Rauschzustände seiner Helden in Bildkadern
festzuhalten.

Madsen verbraucht keine Energie, um zu zeigen, dass er es auch anders kann
oder will. Er benutzt ein bekanntes Vokabubular und einen filmischen
Kontext und muss daher nicht alle Fälle des Genres durchdeklinieren. So
bleibt Raum für seine drei Hauptcharaktere und ihre Motive. Madsen schraubt
immer wieder das Tempo herunter und gibt den Blick auf die Figuren frei,
die so einer Austauschbarkeit entkommen und sich nahbar machen. Die
Darsteller sind zudem so herausragend, dass die Überlebenskämpfe des Ex-
Dealers Allan (Clauss Riis Ostergaard), des Extrem-Junkies Steso (Thure
Lindhart) und der Dealer-Braut Maria (Signe Engholm Olsen) den Zuschauer
auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitnehmen, die anhält bis das erste
Schwarzbild des Abspanns auftaucht. Empfehlenswert. (dakro)

                                    ***

Zarter Ton der Erinnerung

„Kim Novak badete nie im See von Genezareth / Kim Novak badade aldrig i
Genesarets sjö“ (Martin Asphaug, SWE 2005)

Jugend-Erinnerungen an einen Feriensommer am See, die Freundschaft zwischen
den 14-jährigen Erik und Edmund, Schwärmereien für die hübsche Lehrerin und


                                    18
ein Mord sind die Eckpfeiler in Martin Asphaugs Film nach einem Roman von
Hakan Nesser. Der Pressetext bemüht einen Vergleich mit Stephen Kings „Das
Geheimnis eines Sommers / Stand By Me“, doch der hinkt. Während bei der
King-Verfilmung die Gefahr und das Verhängnis stets präsent sind, dominiert
in Asphaugs Film der leichte, melancholisch-zarte Ton der Erinnerung. Mit
satten Farben und lichtdurchflutet präsentiert er die ländliche Idylle im
Jahre 1962 als Rückblick Eriks aus einer grau-blauen Gegenwart. Geschickt
gestaltet der Regisseur die Wechsel zwischen den beiden Erzählzeiten, nimmt
Gesten oder Geräusche als Auslöser für einen weiteren Erinnerungsschub oder
lässt auch mal verspielt eine 60er-Jahre-Limousine mit einem aktuellen
Modell durch die selbe Einstellung fahren.

Asphaug zelebriert die Unbeschwertheit der Jugend, die umso deutlicher zu
Tage tritt, sobald sie der Tragik der Erwachsenenwelt gegenübergestellt
wird.   Eriks  Mutter   kämpft   mit   dem  Krebs-Tod   und   auch   Edmunds
Familienverhältnisse sind durch die Alkoholkrankheit der Mutter zerrüttet.
Doch wie für alle Jungs in ihrem Alter verdrängen Erik und Edmund diese
Belastungen zu Gunsten ungebremster Neugier gegenüber dem Leben im
Allgemeinen und dem anderen Geschlecht im Besonderen. Die Ersatzlehrerin
Ewa hat große Ähnlichkeit mit Kim Novak, nur hübscher ist sie. Und
unerreichbar. Das ändert sich, als sie die Geliebte von Eriks Bruder Henri
wird und in der Hütte am See übernachtet. Als der vor Eifersucht schäumende
und für seine Brutalität bekannte Verlobte von Ewa auftaucht, kündigt sich
ein Drama an und Asphaugs Film schlägt die Richtung zum Krimi ein. Ewa
flüchtet sich schwer verprügelt in Henris Arme. Am nächsten Morgen liegt
der Verlobte erschlagen vor der Seehütte. Der Täter wird nie gefunden. Erst
Jahrzehnte später, Erik fährt nach Edmunds Tod zurück an den See, lüftet
sich das Geheimnis um einen Mord aus Freundschaft und Liebe. (dakro)

                                    ***

Schwierige Schwestern

„Harrys Töchter / Harrys döttrar“ (Richard Hobert, SCHWE 2005) und
„Dalecarlians – Liebe ist nicht genug / Masjävlar“ (Maria Blom, SCHWE 2004)

Komplexe Familienverhältnisse sind ein beliebtes Thema im skandinavischen
Film, so auch in Richard Hoberts „Harrys Töchter“ und Maria Bloms
„Dalecarlians“, in denen beiden es um das schwierige Verhältnis von
Schwestern geht. Und um Familie – als Fluch aber auch Chance zur
Selbstfindung.

„Familiären Beziehungen kann man anders als einer Liebesbeziehung nicht
entrinnen, denn in erstere wird man geworfen, während man letztere frei
wählen kann“, weiß Richard Hobert im Eingangsgespräch zu seinem Film, der
eine Konstellation zeichnet, die beinahe schon Züge einer griechischen
Tragödie trägt. Marie (Lena Endre) und Ninni (Amanda Ooms) sind spät aber
nahezu gleichzeitig schwanger geworden. Just während der Geburtstagsfeier
bei ihrem Vater Harry (Iwar Wiklander) setzen bei Marie die Wehen ein. Und
weil Ninni und ihr Mann mit ins Krankenhaus fahren, wird auch ihre
Leibesfrucht routinemäßig untersucht – mit einem erschütternden Ergebnis:
Ninnis Baby ist eine Totgeburt – während Marie einen gesunden Sohn zur Welt
bringt. Geburt und Tod – und das am Geburtstag des Vaters, zu dem die
Schwestern ein sehr enges, aber auch geheimnisvolles Verhältnis haben – so
nah beieinander, das ist symbolisch fast schon etwas zu dick aufgetragen.
Aber Hobert erzählt diesen mythisch aufgeladenen Plot ohne jedes Pathos und
meistens in Großaufnahmen (Kamera: Jens Fischer) der Gesichter seiner
Figuren mit geradezu sezierendem Blick für feinste Gefühlsregungen.

Die Doppelgeburt im Zeichen des Todes verstrickt die Schwestern in eine
komplizierte Situation. Ninni sieht im Kind ihrer Schwester auch ihr
eigenes, nährt sich ihm mit allzu heftigen Muttergefühlen, während Marie
sich davon bedroht fühlt. Die Situation eskaliert in Richtung Psychokrimi,


                                    19
Ninni entführt ihren Neffen und Marie gerät in depressive Angstzustände.
Zumal    das   Verhältnis    der    Schwestern   von    einer    verdrängten
Familiengeschichte überschattet ist. Kurz vor der Geburt der jüngeren
Schwester Ninni wollte sich Harry von seiner Frau trennen. Und die verfiel
nach Ninnis Geburt dem Wahn – für Harry war das wie ein Fluch, eine
Bestrafung für seine „Untreue“, und prägte das Verhältnis zu seinen
Töchtern. Nachts schlich er sich oft in ihr Zimmer, für Marie und Ninni
eine beängstigende Erfahrung. Doch wie sich in einem klärenden Gespräch
zwischen den Schwestern herausstellt, waren Harrys Zärtlichkeiten nur
übertriebene Sorge, nicht der geahnte Missbrauch. Die biografischen
Verwerfungen ihrer Eltern zwischen Liebe und Tod müssen die Schwestern
nunmehr jede auf ihre Weise quasi „nacherleben“, als Mutter eines toten
Kindes und als eine, die befürchtet wahnsinnig zu werden. Ein Thema für
eine Familienaufstellung – und genau so, in einem Kammerspiel auf auch vom
Bildkader her engstem Raum, erzählt Hobert die schicksalhafte Verwicklung.
Der man nicht entrinnen kann – auch als davon bewegter Zuschauer.

Nicht weniger belastet von Vergangenheit und Verdrängungen ist das
Verhältnis der Schwestern Mia, Gunilla und Eivor in „Dalecarlians“. Nur
widerwillig reist die beruflich erfolgreiche Mia (Sofia Helin) aus
Stockholm in ihr Heimatdorf in der mittelschwedischen Provinz Dalarna zum
70. Geburtstag des Vaters. Dort wird sie zwar herzlich aber auch mit
Unverständnis für ihren Lebensentwurf, eine Flucht vor der Familie,
aufgenommen. Besonders die um das Gelingen des Familienfestes mit
häuslichem Eifer bemühte Eivor (Kajsa Ernst) begegnet ihrer jüngsten
Schwester mit Misstrauen. Während die Geburtstagsfeier mit viel Alkohol
immer enthemmter und chaotischer wird, brechen die Ängste der Schwestern an
sich selbst und an einander auf: Mia, die sich von ihren dem dörflichen
Leben verhafteten Schwestern unverstanden und ungeliebt fühlt, Gunilla (Ann
Petrén), die nach einer gescheiterten Ehe Mia um ihre Unabhängigkeit
beneidet, und Eivor, die sich im familiären Engagement längst selbst
verloren hat. Ähnlich wie in Vinterbergs „Das Fest“ wird die Familienfeier
zum Wendepunkt – mit tragischem Ausgang: Eivor stirbt an einem Herzinfarkt,
kurz nachdem sie ihren Schwestern ihre verzweifelte Geschwisterliebe
gestanden hat.

Maria Blom zeichnet ihre Figuren ebenso liebevoll wie mit kritischer
Distanz, durchleuchtet das komplexe Verhältnis von Nähe und Distanz und
zeigt   Familie   und  die    zum  Teil   tragikomisch-grotesk    inszenierte
Dorfgemeinschaft als brüchige Fassaden, hinter die man gleichwohl schauen
muss um zu sich selbst zu finden. Dass das oft nur im Rahmen einer
klärenden Katastrophe geschehen kann, ist keine filmische Erfindung,
sondern präzise dem Leben abgeschaut. Ein in seinen zarten, manchmal auch
bewusst   derben  Andeutungen   beeindruckender  Film,   der   trotz   seiner
möglicherweise redundanten Ähnlichkeit zu „Das Fest“ das ewige Thema
Familie auf ganz eigenwillige Weise behandelt. (gls)

                                    ***

Tabuthema Lust und Schmerz

„Nachbarn / Naboer“ (Pål Sletaune, NOR 2005)

Der Norweger Pål Sletaune gilt seit seinem Erstling „Junk Mail“ (1997) als
außergewöhnliches Regietalent. Mit seinem dritten Spielfilm „Nachbarn“
sorgte er bei der Uraufführung in Venedig für erhitzte Gemüter. Auslöser
dürfte die Schlüsselszene des Films sein, in der eine junge Frau den
Protagonisten des Films erst durch Sex-Talk anheizt, verführt und dann in
einen Strudel aus Lust und Schmerz und reichlich Blut zieht. Sletaune
inszeniert in kühlen, klaren und deshalb um so schockierenderen Bildern und
thematisiert mit „Nachbarn“ das Tabu Lust und Schmerz.




                                     20
Kaum wurde der 30-jährige John (Kristoffer Joner) von seiner Freundin im
Streit verlassen, zieht ihn auch schon die attraktive Nachbarin Anne
(Cecilie Moslie) unter fadenscheinigem Vorwand in ihre Wohnung. Annes junge
Mitbewohnerin Kim (Julia Schacht) macht John ungeniert und provokant
eindeutige Avancen, denen John zunächst noch widerstehen kann. Doch bei
einer erneuten Begegnung am nächsten Tag kommt es zum erotischen
Schlagabtausch. Sletaune versteht es, eine psychologische und filmische
Versuchsanordnung aufzubauen, die den (männlichen) Zuschauer unweigerlich
zum Gegenstand der Untersuchung macht. Abgelenkt durch die erotische
Spannung trifft Kims Faustschlag nicht nur John mitten ins Gesicht, sondern
auch den Betrachter. Sletaune macht nicht nur die Lust spürbar, sondern
auch den Schmerz. Eine Mischung aus Überraschung, Schuld, Schmerz und Wut
übermannt John. Die Nase blutet. Er zögert. Einen zweiten Schlag
beantwortet er dann mit einen Fausthieb. Auch Kim blutet. Auf einen kurzen
aber heftigen Fight folgt ein ebensolcher Coitus. Die nächste Einstellung
zeigt John vorm Spiegel in seiner eigenen Wohnung, entsetzt über seine
blutige Visage, aber mehr noch über die Grenzüberschreitung, zu der er sich
hat hinreißen lassen.

Sletaune nutzt für sein Kammerspiel brillant die Inszenierung des Raumes
zur Visualisierung der Isolation, Schuldgefühle und zunehmenden Verwirrung
seines Helden. Die Zimmer werden enger, fensterlos. John verläuft sich bei
seinem nächsten Besuch in der nachbarlichen Wohnung in langen Fluren mit
verschlossenen Türen.

„Nachbarn“ ist filmisch interessant und äußerst fesselnd gestaltet, aber
leider verlässt Sletaune der Mut, das Thema weiter auszuloten oder einfach
nur die als These formulierte Idee einer erotischen Variation zur
Diskussion zu stellen. Denn im letzten Drittel des sich zum Horror-
Psychothriller hochschraubenden 78-minütigen Films werden wir gewahr, dass
John nicht erst nach der sado-masochistischen Begegnung mit Kim in den
Wahnsinn gleitete, sondern praktisch die ganze Geschichte eine Projektion
seines verwirrten Geistes ist. Er schönt seine sadistischen Neigungen,
indem er sich zum Opfer fantasiert. Dieses Ende relativiert die
Schlüsselszene, eine moralische Hintertür bleibt offen und erstickt alle
Diskussionsansätze. Doch zumindest bleibt der Schlag ins Gesicht der
Zuschauer, die sich für einen kurzen, aber intensiven Moment lang der Frage
stellen mussten, wie sie an Johns Stelle reagiert hätten. (dakro)

                                    ***




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                                    Previews

Elegie statt Exzess at the Edge

„Factotum“ (Bent Hamer, NOR 2005)

„Ich habe Bukowski immer gerne gelesen, aber ich bin kein Bukowski-
Schüler“, sagt Bent Hamer im Interview vor der Preview seiner Verfilmung
von Charles Bukowskis Roman „Factotum“ bei den Nordischen Filmtagen. „Es
ist immer einfach, den Mythos und die Klischees zu verlängern“, so Hamer
weiter. Worauf es ihm aber eigentlich angekommen sei: „Empathie für
Menschen, living at the edge.“

Gesagt und auch genauso in Szene gesetzt. Wer bei einer Bukowski-Verfilmung
Sex and Drugs und den Rock‟n‟Roll des Beat-Poeten erwartet, jenen
Romantizsimus, der den selbstzerstörerischen Exzess aus Alkohol, Nikotin,
Sex und Schreibmaschine verklärt, den enttäuschen Hamer und seine
hervorragend zurückhaltend agierenden Hauptdarsteller Matt Dillon als
Bukowski-Alter-Ego Hank Chinaski und Lili Taylor als seine Geliebte Jan.
Als Autor, der einfach nur sein Leben aufschreibt, unverhohlen und so
dreckig, wie es sich ereignet, wurde Bukowski berühmt. Doch solcher
Kurzschluss zwischen Autor und seinen Figuren, eine Falle, in die auch der
Film hätte tappen können, gilt schon bei Bukowski nicht wirklich. Wenn man
so genau hinschaut wie Hamer, wird die ironische Distanz deutlich, die der
Autor mit seinem Werk nicht zuletzt – und das als Lebensrettung – auch zu
sich aufbaut.

Klar, Chinaski säuft, wo ein Glas steht, raucht wie ein Schlot, fickt, was
einen Rock trägt, und ist so unstet, dass es ihn in keinem Tagelöhner-Job
länger hält, als die Miete und die nächste Flasche Fusel bezahlt werden
muss. Doch in allem Exzess zeigt Hamer vor allem das Elend: Aufwachen am
Morgen nach einer durchzechten Nacht. Vor der ersten Zigarette in aller
Ausführlichkeit der schwankende Gang zum Klo um sich zu übergeben. Sowas
ist   nicht   Beat-Poesie,   sondern   der   ganz   normale   Alltag   eines
Alkoholabhängigen. Hamer zeigt den mit stiller Drastik und dennoch so
poetisch, wie ihn der Autor, der der Alkoholiker eben auch ist, erlebt, als
Martyrium, als den nicht frei gewählten, sondern sich ereignenden Rand zum
Zweck des Schreibens, als Steilvorlage für Geschichten ganz hart am Leben.

Da aber Humor ist, wenn man trotzdem lacht, Bukowski gerade darin ein
Meister ist und Hamer, wie zuletzt „Kitchen Stories“ zeigte, nicht minder,
ist der Film dennoch kein Protokoll eines Verfalls, sondern voll von
komödiantischem Esprit. Köstlich und ebenso symbolisch etwa, wenn Chinaski
die wirkliche Uhrzeit aus dem Stand einer Uhr, die jede Stunde 35 Minuten
vorgeht, ausrechnet. Matt Dillon ist nicht nur in solchen Szenen ganz groß,
indem er sich klein macht. Wie der Autor, der nur im Text das wirkliche
Großmaul sein kann. Und es wird ganz viel geschwiegen in „Factotum“. „Words
are not precious but necessary“, sagt Bukowski/Chinaski. Für Hamers
naturalistisch belichtete Bilder gilt dasselbe, bewusst nicht schön, weil
so notwendig.

So verwandelt sich auch die vermeintliche Schwäche von Romanvorlage und
Film, dass sie nämlich keine Entwicklung der Charaktere, sondern nur
Episoden „aus dem Leben eines ...“ zeigen, in ihre Stärke: ein lakonischer
Bericht, beinahe schon Doku-Soap, ungeschminkt und dadurch ehrlich. Denn
Entwicklung wäre Pose, die Poesie aber liegt im Stillstand, im Elend der
Exzess. Wenn es bei Bukowski heißt: „Es gibt nur einen endgültigen Richter,
den Autor“, dann ist das eine zynische Wiedergeburt von Nietzsches „Gott
ist tot“, aber auch die Einsicht, dass man das Leben nur selbst meistern
kann. Und wenn einen dabei Hamers Kamera begleitet, darf man glauben, dass
das gelingt, gerade weil es nicht gelingt. Am Ende ist Chinaski wieder da,
wo er schon war. Aber nur, weil er da richtig war, wo er schon war, im
Elend „at the Edge“, das den Exzess, den alkoholischen wie den


                                       22
humoristischen erst möglich macht. Hamer hat das kapiert wie Bukowski.
Insofern eine ebenso authentische wie eine Elegie auf den randständigen
Exzess singende Literaturverfilmung. (jm)


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                     abgedreht – aktuelle Produktionen
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Bilderjäger

Daniel Krönkes Kurzfilm „Wolkenjäger“

Die Super-8-Kamera im Park, lebenslustigen Mädchen nachstellend, die halb
mitleidig, halb frech teasend dem Kameramann ein Tänzchen bieten. Doch das
ist nur für den Film. Flugs entschwinden die Tänzerinnen und die Kamera
schwenkt in die Leere der Wolken, bevor sie mit dem Mann dahinter im Gras
liegen bleibt.

Ein Film im Film über einen Filmer vom Kieler Filmemacher Daniel Krönke,
ein Film auf dem „filmischsten“ aller Filmmaterialien, dem grobkörnigen
Super 8, und so wie Film in seinen Anfangstagen war, schlicht schwarzweiß,
erkennbar   als  Bild  der   Wirklichkeit,  nicht   deren  illusionistische
Nacherfindung auf Cinemascope. Schon Krönkes frühere experimentelle
Filmarbeiten wie der Musik-Clip „Stufe 1“ (1999/2001) oder die Drei-Screen-
Projektion „Crosscut“ (2002) beschäftigten sich zumindest auf einer
Parallelebene mit dem Medium an sich, den Chancen, die in seinen
Beschränkungen liegen, dem engen Konnex von Form und Inhalt. Und so ist
auch Krönkes erster Kurz-Spielfilm „Wolkenjäger“ letztlich ein Film übers
Filmemachen.

Der verschlossene Marc (Nils Aulike), der sich mit einem Job als
Fahrradkurier über Wasser hält, hat seine Super-8-Kamera eigentlich immer
dabei. Nur im Blick durch ihr Objektiv scheint sich die Welt wirklich zu
öffnen, lassen sich „die Wolken jagen“. Gleichwohl ist die Wirklichkeit
nicht so zugänglich, wie sie sich aufs Filmbild bannen lässt. Namentlich
Julia (Katrin Kröncke), Mitarbeiterin in einer Werbeagentur, die zu Marcs
Kuriertour gehört, scheint ihm unerreichbar, außer auf heimlich von ihr
gemachten Filmbildern. Doch bei einem nicht ganz zufälligen Treff auf dem
Jahrmarkt scheint das Eis zu brechen, könnte sich etwas zwischen den beiden
entwickeln. Wenn da nur nicht diese „Sucht“ wäre, das auf Film zu
konservieren. Und die Furcht, die vor der realen Julia viel größer ist als
vor   der  zelluloidisierten.   Marc  macht   nach  dem   Rendezvous   einen
folgenschweren Fehler. Er filmt Julia heimlich, sie entdeckt es. Der Zugang
zur wirklichen Welt und zu wirklicher Liebe scheint wieder verschlossen ...

Krönke erzählt diese kleine Geschichte mit offenem Ende nicht nur straff
und so „szenisch“, wie Marcs Leben in Super-8-Kassettenlängen organisiert
scheint, er gibt ihr auch die für seine Hauptfigur treffende Form: Super-8-
Handkamera, rasante Schwenks, die die innere Unruhe wie die ganz auf Film
ausgerichteten   Blickrichtungen  des   Protagonisten  symbolisieren.   Ein
Kamerablick auf die Welt, der das Ausschnitthafte, Reduzierende, ja auch
das Einsame nicht verleugnet, verstellt, sondern ganz bewusst inszeniert
und so die Macht thematisiert, die der Realität abgejagte Bilder haben
können, als Gegen- und Fluchtwelt vor der Wirklichkeit, die sich nicht so
einfach „montieren“ lässt wie ein Film. Eine Studie über das Zuschauen, den
„Ingenieur Voyeur“, der lieber schaut als zu handeln. Und damit sind nicht
zuletzt wir als Kinozuschauer gemeint.

Marc und Julia kommen sich auf einem Jahrmarkt näher. Nicht von ungefähr,
denn auch dort ist die Wirklichkeit in karusselenden Momenten, im Schwindel
(bewusst nur in den „One Takes“ aus Marcs Kamera) bunter Scheinwelt für
einen Moment ausgesetzt und der Traum ist die Münze für die Ware Welt. Die


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Jahrmarktsequenz ist die temporeichste im Film, geschnitten im Staccato der
Bilderfluten   eines   Musikvideos   und   von  Daniel   Johnstons   quirlig-
melancholischem Song „Dream Scream“ treffend untermalt. Auch die Tonebene
verwendet    Krönke  als    probates    Mittel   der   Charakter-,    besser:
Lebensgefühlszeichnung.   Für   Marcs   unstete  Fahrradkuriertouren,   deren
filmische Rasanz der Jahrmarktsequenz nur wenig nachsteht, schwingt Pete
Townshend die Gitarre.

Bei so viel Bild und Klang in Kopf und Bauch können die Dialoge so sparsam
gehalten werden, wie sie ein Film, der mit Bildern, nicht mit Worten
erzählen will, verdient. Krönke lässt nicht reden, er zeigt. Und eröffnet
damit auch manches Augenzwinkern, etwa wenn Marc die begehrte Tour zu
Julias Agentur vom Kurierkollegen nur im Tausch für seine coole
Sonnenbrille ergattern kann. Dass das Ablegen der Brille dann durchaus auch
noch symbolischen Wert hat, spricht ebenso für Krönkes luzide Dramaturgie
wie die zwei, drei Super-8-Bildchen, mit denen er Julia am fast doch noch
Happy End über ihren filmenden Verehrer lächeln lässt. (jm)

„Wolkenjäger“, 20 Min., Super 8/DV, D 2005. Buch, Regie, Kamera, Schnitt:
Daniel Krönke. Produktion: EXPOSED Film. Darsteller: Nils Aulike, Katrin
Kröncke   u.a.   Musik:   Pete   Townshend,   Daniel   Johnston. Gefördert
(Vertriebsförderung) von der Kulturellen Filmförderung S.-H.

                                    ***

„Kvalitetstrafik“ – Dokumentarfilm von Karsten Wiesel

Die Metro von Kopenhagen ist eine von unzähligen Zukunftsvisionen die real
geworden sind. Ferngesteuert verbinden die Züge die futuristischen Bahnhöfe
der Innenstadt mit dem neuen Stadtteil der bislang nur aus einem
Einkaufszentrum besteht, welches von Wiesen und Baustellen umgeben ist.

Die erste Aufführung von Karsten Wiesels (künstlerischer Leiter der
Flensburger Kurzfilmtage) Dokumentarfilm „Kvalitetstrafik“ (13 Min., D
2005, gefördert von der Kulturellen Filmförderung S.-H.) fand am 6.
November im Hamburger Kino Metropolis im Rahmen von „Ambulart“, 1. Festival
der visuellen Kunst, statt.

Infos unter: www.spfraktion.com.

(nach einer Produktionsnotiz von Karsten Wiesel)


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                           zugeschaut – Festivals
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16. Video-Film-Fest Schleswig-Holstein

Vom 18. bis 20. November wird durch die Internationale Bildungsstätte
Jugendhof Scheersberg und das Flensburger Kinoplex wieder ein Hauch von
Hollywood wehen: Im Rahmen des 16. Video-Film-Festes Schleswig-Holstein
werden Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten und junge
Berufstätige aus dem ganzen Land ihre neusten Filmproduktionen zeigen.

Das Festival-Programm wird am 19. November 2005 im Flensburger Kinoplex
über die große Leinwand flimmern. Eine fachkundige Jury mit sh.z-
Redakteurin Sabine Bock, Dr. Hauke Lange-Fuchs (Nordische Filmtage Lübeck)
und dem Medienwissenschaftler Dr. Gerald Koll, wird die drei besten
Beiträge prämieren.

Im Rahmen des Werkstatt-Programms kann das Publikum nach jedem Film die
Macher mit sowohl inhaltlichen als auch technischen Fragen löchern,


                                     24
Kommentare abgeben und einen eigenen Publikumspreis ausloben. Insgesamt
werden Preise in Höhe von 2.000 EUR vergeben.

Dieses Film-Festival für die jugendlichen Medienmacher in Schleswig-
Holstein hat sich in den vergangenen 15 Jahren als Nachwuchsfilm-Börse
einen Namen gemacht. Weiterhin bietet das Video-Film-Fest den Teilnehmenden
und Gästen eine Plattform zum Diskutieren und zum Austausch von
Erfahrungen.

Einreichschluss war der 31. Oktober 2005. Teilnahmeberechtigt sind Gruppen
und Einzelpersonen mit Filmen bis 15 Minuten Länge. Die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer müssen ihren Wohnsitz in Schleswig-Holstein haben und dürfen
nicht älter als 27 Jahre sein.

Das   Video-Film-Fest   Schleswig-Holstein ist eine   Veranstaltung  der
Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Jugend und Film Schleswig-Holstein sowie
der IBJ Scheersberg und wird unterstützt von forward film&medien
(Flensburg).

Weitere Informationen zum Programm unter www.scheersberg.de.

(nach einer Pressemitteilung der LAG Jugend und Film)

                                     ***

1. Kieler Kneipen Kurzfilmfestival

Am 25.11.2005 ab 20 Uhr findet im „Hanging Garden“ (Kiel, Waitzstr. 91) das
1. Kieler Kneipen Kurzfilmfestival statt.

Film-Bewerbungen (DVD, max. 10 min.) an: Jan Sellmer/Till Dietsche, Alte
Dorfstraße 2, 24245 Großbarkau, E-Mail: jase@kiel.cinemaxx.com.

                                     ***

rec.n roll – 3. Lübecker VideoSlam

rec.n roll geht in die nächste Runde – zum 3. Lübecker VideoSlam am
16.12.2005, 21 Uhr im Lübecker Café Brazil gibt es wieder großen Applaus
für kleine Filme: Kurzgeschichten, Clips, Trash, Animationen, Dokus,
Experimentelles. Gefragt sind jedenfalls Eigenproduktionen – egal ob von
diabolischen Dilettanten, dollen Debütanten oder drolligen Dramatikern.
Hauptsache der Beitrag fühlt sich nicht länger an als fünf Minuten. Wer
dabei sein möchte, kommt einfach mit dem Film direkt zur Veranstaltung. Für
weitere Fragen reicht eine kurze Mail an info@videoslam.de.

                                     ***

CineFest mit Events und Workshops

Noch bis zum 20. November findet in Hamburg das CineFest statt. CineFest –
Internationales Festival des deutschen Film-Erbes wird organisiert von
CineGraph Hamburg und dem Bundesarchiv-Filmarchiv Berlin in Zusammenarbeit
mit zahlreichen nationalen und internationalen Institutionen, versteht sich
als Forum für Cineasten, Filmhistoriker, Archivare und Techniker im Rahmen
eines Festivals, das bekannte und vergessene Filmklassiker sowie verloren
geglaubte Schätze des deutschsprachigen Film-Erbes präsentiert. Teil der
Veranstaltung   in    Hamburg   ist   der    traditionelle   Internationale
Filmhistorische Kongress.

Ferner gibt es im Rahmen des CineFest diverse Sonderveranstaltungen und
Workshopangebote, sämtlich kostenfrei und ohne Anmeldung besuchbar. Details



                                     25
zu den Veranstaltungen finden sich in den angehängten PDF-Dateien sowie
unter www.cinefest.de.

(nach einer Pressemitteilung des FilmFörderung Hamburg GmbH)

                                      ***

Dokumentarfilmwerkstatt „Drehort OstWest“ 2005

Die öffentliche Dokumentarfilmwerkstatt des europäischen Filmdialogs
„Drehort OstWest“ 2005 präsentiert: „Preußens Glanz und Polens Gloria?
Europäische Einheit – ein deutsch-polnischer Filmdiskurs“:
25. bis 27. November 2005 im Forumkino Schwerin

„Das   Europa  in    uns“    steht   als   Leitmotiv    über  der   diesjährigen
Dokumentarfilmwerkstatt „Drehort OstWest“, die den 15. Jahrestag der
Deutschen Einheit und die EU-Osterweiterung zum Anlass nimmt, sich mit
Filmen,    in    Vorträgen     und     Diskussionen    mit    gesellschaftlichen
Umbruchssituationen       und      deren      unmittelbarer     Reflexion     im
Dokumentarfilmschaffen auseinanderzusetzen. Sicher ist, es herrschen nicht
nur Glanz und Gloria vor, neben großen Erwartungen stehen Enttäuschungen,
die   Aufbruchseuphorie     wechselt    in   Katerstimmung,   Sicherheiten   und
Mangelwirtschaft    werden    eingetauscht     gegen   Freiheiten,   Luxus   und
Ausgrenzungen. Eine ambivalente Zukunft, ein Blick zurück, ein Blick nach
vorn.

Zwei Schwerpunkte prägen die Werkstatt. Am Freitag und Samstag werden 19
DEFA-Dokumentarfilme aus den Jahren 1989/90 gezeigt und die seltene
Möglichkeit zum distanzierten Blick bieten. Einen prüfenden Blick auf den
unmittelbaren Einfluss der gesellschaftlichen und politischen Veränderungen
im letzten Jahr der DDR auf Formen und Inhalte der Filme, einen
„besserwissenden“      heutigen     Blick      auf     Wirkungsmechanismen,
Allgemeingültigkeiten oder kurzfristige Euphorien.

Dem werden am Sonntag „Grenz“-Situationen, wie sie sich im aktuellen
polnischen Dokumentarfilm in Zeiten der EU-Osterweiterung darstellen, im
Mittelpunkt stehen. Für Polen vollzieht sich der zweite Schritt der
„Aufnahme in die westliche Welt“ 15 Jahre später als auf DDR-Territorium.
Welche Analogien und Unterschieden sind dabei zu entdecken. In den
polnischen Beiträgen, gleichfalls etwa 10 Kurz- und Langfilme, stellen die
Einwohner an den östlichen und westlichen Landesgrenzen die Fragen nach
nationaler Identität, Europa, Heimat oder Freiheit. Zur Aufführung kommt
dabei auch der neue Film von Stanislaw Mucha, „Reality Shock“, ein Titel,
der sicherlich auch gut für die Werkstatt hätte stehen können.

Im Anschluss an die Filme sind alle herzlich zur Diskussion mit den
anwesenden   Filmemachern  eingeladen.   Sowohl zur  Situation im   DEFA-
Dokumentarfilm   1989/90  wie   zur   aktuellen Situation  im  polnischen
Dokumentarfilm wird es jeweils eine Diskussionsrunde mit den Filmemachern
geben.

Kostenlose Akkreditierung für Fachpublikum, Anmeldungen und Infos unter:
Landesfilmzentrum des Mecklenburg-Vorpommern Film e.V., Bürgermeister-
Haupt-Str. 51-53, 23966 Wismar. Ansprechpartner: Peter Fischer, Tel.:
03841-618-210, Fax: 03841-618-219, fischer@film-mv.de, www.film-mv.de.

Veranstalter:   Landesfilmzentrum  des   Mecklenburg-Vorpommern  Film e.V.
Förderer: Ministerium für Wissenschaft, Bildung und Kultur M-V, DEFA-
Stiftung, Die Dokumentarfilmwerkstatt des europäischen Filmdialogs.

Eintritt: 4 EUR, ermäßigt 3 EUR je Vorstellung, Diskussionsveranstaltungen
Eintritt frei, Tageskarten: Fr + So jeweils 8 EUR, Sa 10 EUR, alle 3 Tage
20 EUR.


                                      26
Aktuelle Infos und detailliertes Programm unter: www.film-mv.de.

(nach einer Pressemitteilung des Landesfilmzentrums Mecklenburg-Vorpommern)

                                       ***

22. Dokfest Kassel – Die Preisträger

Mit einem Besucherzuwachs und der feierlichen Preisverleihung endete am 13.
November das 22. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest. Dieses Jahr
besuchten insgesamt rund 7.900 Interessierte und damit 400 mehr als im
Vorjahr die Veranstaltungen, wobei insbesondere die Resonanz auf die
Screenings mit 300 Besuchern mehr gegenüber 2004 gestiegen ist. Besonders
freuen sich die Veranstalter auch, dass erheblich mehr internationale Gäste
und Fachbesucher an dem diesjährigen Dokfest teilgenommen haben. Mit dieser
positiven Bilanz schaut das Festival optimistisch auf das kommende Jahr. Im
Rahmen des traditionellen Finales wurden drei mit insgesamt 7.500 Euro
dotierte Preise sowie das Werkleitz-Stipendium vergeben.

Die Preisträger 2005

Der Goldene Herkules 2005, 2.500 Euro (gestiftet von der Hessisch-
Niedersächsischen Allgemeinen - HNA) für die beste nordhessische Produktion
geht an:
„Große Kinder“ von Matthias Stockloew.
Lobende Erwähnung: „X“ von Raphael Wahl.

Der Goldene Schlüssel 2005, 2.500 Euro (gefördert von der Stadt Kassel) für
die beste dokumentarische Nachwuchsarbeit geht an:
„Vater und Feind“ von Susanne Jäger.
Lobende Erwähnung: „Nach dem Fall“ von Marcel Wyss.

Der Golden Cube 2005, 2.500 Euro (gefördert von der Marli-Hoppe-Ritter-
Kunststiftung und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen) für die
beste Medieninstallation der Ausstellung MONITORING geht an:
„Knowing As Much As The Man In The Moon / So viel verstehen wie ein Blinder
von Farben“ von Eske Schlüters.
Lobende Erwähnung: „I’ll Be My Mirror“ von Andrea Schüll.

Das Werkleitz-Projektstipendium 2005 geht an:
„VIRGINia“ von Curtis Burz.

(nach einer Pressemitteilung des Dokfests Kassel)

                                       ***

Chaos in Bollywood: Filmgruppe Chaos reist nach Indien

Das größte Filmland der Welt hat die Filmgruppe Chaos auf das VIKALP
Festival in Bombay eingealden, um dort einen Eindruck von der deutschen
NoBudget/Underground Filmszene zu bekommen. Die Kieler Filmgruppe stellte
mit „Flickering Underground“ ein Programm mit Produktionen verschiedener
deutscher Filmemacher zusammen, für ein Festival, das nach Aussage des
Goethe-Instituts das größte und aufregendste Festival für den Kurz- und
Dokumentarfilm des Landes ist. Das Filmfest wurde als Reaktion auf die
staatlichen   Zensurgesetze   im   Land   von   Filmschaffenden   unabhängig
organisiert („VIKALP – Films for Freedom“) und wird derzeit von ca. 400
Filmemachern getragen. Die Veranstaltung mit „Flickering Underground“
findet am 3.12. in den Räumlichkeiten des Goethe-Instituts in Bombay statt.
Die Reisekosten wurden vom Kulturamt Kiel und German Films gesponsort.




                                       27
(nach einer Notiz von Karsten Weber, Filmgruppe Chaos)

                                      ***

52. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, 4. - 9. Mai 2006 – Call for
Entries

Die 52. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen finden vom 4. bis 9. Mai
2006 statt. Das Festival lädt ab sofort zur Einreichung für seine
Wettbewerbe ein. Gesucht werden eigensinnige Arbeiten auf Film oder Video,
Filmemacher, die sich abseits ausgetretener Pfade bewegen, und die ihre
Arbeiten in Oberhausen der internationalen Kurzfilmszene und dem Publikum
vorstellen wollen.

Für folgende Wettbewerbe können Arbeiten eingereicht werden:

Internationaler Wettbewerb: Film- und Videoformate von maximal 35 Minuten
Länge, Preise im Gesamtwert von 24.000 Euro.

Deutscher Wettbewerb: Film- und Videoformate von maximal 45 Minuten, Preise
im Gesamtwert von 7.500 Euro.

Kinder- und Jugendfilmwettbewerb: Formate und Länge siehe Internationaler
und Deutscher Wettbewerb, Preise im Gesamtwert von 2.000 Euro, verliehen
von zwei Jurys aus Kindern und Jugendlichen.

Der MuVi-Preis für das beste deutsche          Musikvideo findet mit eigenem
Reglement       und      Anmeldeformular            statt.      Informationen:
niewalda@kurzfilmtage.de

Einsendeschluss: 15. Januar 2006 (Poststempel), keine Einreichgebühr,
Sichtungsformate: VHS, S-VHS, DVD. Einreichungen sind auch per Internet
über die internationale Einreichplattform www.reelport.com möglich.

Anmeldeformulare stehen ab sofort auf www.kurzfilmtage.de als pdf-Downloads
zur Verfügung oder können bei info@kurzfilmtage.de angefordert werden.

Antwort   auf    alle   Fragen   zu        Festival,   Reglement,   Programmen:
www.kurzfilmtage.de.

(nach einer Pressemitteilung der Int. Kurzfilmtage Oberhausen)

                                      ***

Internationale Kurzfilmtage Oberhausen:
loop pool – Die erste Loop-Sammlung auf DVD

Im Auftrag der 51. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen realisierte das
Kölner Künstlerpaar Graw Böckler (Raum für Projektion) im Frühjahr 2005 das
Projekt   loop   pool:   Kurzfilm-   und  Musikvideoregisseure,   VJs   und
Videokünstler aus der ganzen Welt wurden eingeladen, jeweils einen
Videoloop zu produzieren. Rund 40 Loops kamen zusammen, zwischen sechs
Bildern und zehn Minuten lang, erzählerische, dokumentarische, gefundene,
gezeichnete, fotografierte, hypnotische, hippe, kritische, geheimnisvolle
...

Ihre Premiere hatten die Loops in der Lounge der 51. Kurzfilmtage, live
begleitet von Musikern wie Adam Butler, Christian Fennesz und Tujiko Noriko
sowie verschiedenen DJs. Künstler wie Christoph Girardet, François Chalet,
Michel Klöfkorn oder Britta Wandaogo kamen später dazu, einige von ihnen
angelockt vom Lounge-Erlebnis in Oberhausen.




                                      28
„Der Loop ist die kürzeste und gleichzeitig die längste Form des
Filmemachens: Ein Perpetuum mobile visueller Emotion, vergleichbar mit
einem niemals endenden Reim oder einem Sprung in der Platte”, so Graw
Böckler. „DVD ist das einzige Format, das es dem Produzenten erlaubt,
einzelne Tracks zu loopen. So kann man die Loops je nach Laune erleben: Man
taucht an einer beliebigen Stelle ein, kann sich von Loop zu Loop zappen
oder eine Sequenz einen ganzen Abend stehen lassen, die Loops können
Meditationshintergrund oder Unterhaltung sein – der Fernseher wird zum
bewegten Bild.”

Die DVD loop pool (PAL, alle Regionen) wird in ausgewählten Plattenläden
sowie über www.raumfuerprojektion.de verkauft. Preis: 15 EUR.

(nach einer Pressemitteilung der Int. Kurzfilmtage Oberhausen)

                                    ***

AGON – 6th International Meeting of Archaeological Film of the
Mediterranean Area: Call for Entries

The 6th international meeting of archaeological film of the mediterranean
area, organized by AGON and ARCHAEOLOGY AND ARTS magazine, will take place
in   Thessaloniki,  Greece,   autumn  2006,  in  collaboration   with  the
Thessaloniki International Film Festival.

The new deadline for submission is January 31st, 2006.

Find more information about the festival and download the regulation and
the entry-form in our site www.sitemaker.gr/agwn.

Contact: Mrs Maria Palatou, General Secretary, 10, Karitsi square, 10237
Athens, Greece, Tel.: 0030-2103312990, Tel./Fax: 0030-2103312991, E-Mail:
mpalatou@arxaiologia.gr, agwn@in.gr.

                                    ***

Festivalkalender 2005/2006

Wiesbaden: 11. bis 20. November 2005. Exground Filmfest. Wettbewerb
(dotierte Preise) für Kurzfilme bis 20 Minuten Länge. Tel.: 0611-1748227,
Fax: 0611-1748228, info@exground.com, www.exground.com.

Neubrandenburg: 15. bis 20. November 2005. DokumentART. Schwerpunkt:
Internationaler Dokumentarfilm. Filme und Videos in allen gängigen Film-
und Videoformaten. Wettbewerb. Tel.: 0395-5666109, Fax: 0395-5666612,
dokumentart@latuecht.de, www.latuecht.de/dokart.

Regensburg: 16. bis 23. November 2005. Regensburger Kurzfilmwoche.
Wettbewerb für internationale und deutsche Filme. Tel.: 0941-560901, Fax:
0941-560716, kurzfilmwoche@r-kom.net, www.regensburger-kurzfilmwoche.de.

Mannheim-Heidelberg: 17. bis 26. November 2005. Int. Filmfestival Mannheim-
Heidelberg. Wettbewerb der Independent-Newcomer (alle Längen, alle Genres;
35 und 16mm); dotierte Preise. Tel.: 0621-102943, Fax: 0621-291564,
ifmh@mannheim-filmfestival.com, www.mannheim-filmfestival.com.

Stockholm, Schweden: 17. bis 27. November 2005. Stockholm Int. Film
Festival. Tel.: 00468-6775000, Fax: 00468-200590,
program@filmfestivalen.se, www.filmfestivalen.se.

Amsterdam, Holland: 24. November bis 4. Dezember 2005. Int.
Dokumentarfilmfestival IDFA. Wettbewerb (dotierte Preise), alle Längen, 16



                                    29
und 35 mm. Tel.: 003120-6273329, Fax: 003120-6385388, info@idfa.nl,
www.idfa.nl.

Köln: 30. November bis 4. Dezember 2005. Int. Kölner Kurzfilmfestival –
Short Cuts Cologne. Int. Wettbewerb für Kurzfilme bis zu 30 Minuten Länge,
nicht älter als zwei Jahre. Tel.: 0221-22271027, Fax: 0221-22271099,
www.short-cuts-cologne.de.

Leuven, Belgien: 2. bis 9. Dezember 2005. International Short Film Festival
Leuven. Publikums- und Jurypreis (2.500 EUR). Kurzfilme fertiggestellt nach
dem 1.1.2004, max. 30 Min., 35mm, 16mm, Beta SP, miniDV/mini-DVCAM. Ohne
Wettbewerb: Kurz-Experimentalfilme. Online-Anmeldung unter
www.kortfilmfestival.be/entry/entryform.asp, Entry-Formular unter
www.kortfilmfestival.be/entry/EntryLK05_NL.pdf. Naamsestraat 96, 3000
Leuven, Belgium, Tel.: 003216-320300, Fax: 003216-320308,
info@shortfilmfestival.org, www.shortfilmfestival.org.

San Francisco, USA: 12. bis 18. Januar 2006. Berlin & Beyond - Festival des
deutschen Films. Goethe-Institut San Francisco, Tel.: 001415-2638760, Fax:
001415-3918715, info@sanfrancisco.goethe.org, www.goethe.de.

Angers, Frankreich: 20. bis 29. Januar 2006. Festival Europeen d’Angers.
Festival des europäischen Debütfilms. Wettbewerb (dotierte Preise). Tel.:
00331-42715370, Fax: 00331-42710111, courrier@premiersplans.org,
www.premiersplans.org.

Saarbrücken: 23. bis 29. Januar 2006. Festival Max-Ophüls-Preis. Festival
für deutschsprachige Nachwuchsfilme. Wettbewerb für programmfüllende Filme
(Spiel- und Dokumentarfilme) sowie Kurzfilmwettbewerb, alle Formate.
Dotierte Preise. Tel.: 0681-906890, Fax: 0681-9068920, info@max-ophuels-
preis.de, www.max-ophuels-preis.de.

Biarritz, Frankreich: 24. bis 29. Januar 2006. FIPA - Festival
International de Programmes Audiovisuels. Wettbewerb für ein- und
zweiteilige Fernsehfilme, Serien, Dokumentationen, Reportagen und Kurzfilme
(bis max. 30 Minuten). Tel.: 00331-44899999, Fax: 00331-44899960,
info@fipa.tm.fr, www.fipa.tm.fr.

Rotterdam, Holland: 25. Januar bis 5. Februar 2006. Rotterdam Film
Festival. Wettbewerb für erste und zweite Spielfilme von mind. 70 Min.
Länge (dotierte Preise). Spiel-, Dokumentar-, Experimental- und Kurzfilme
in 16 oder 35 mm. Tel.: 003110-8909090, Fax: 003110-8909091,
programme@filmfestivalrotterdam.com, www.filmfestivalrotterdam.com.

Würzburg: 26. bis 29. Januar 2006. 32. Int. Filmwochenende Würzburg.
Wettbewerb (dotierte Preise). Anm. bis 20. November 2005. Filminitiative
Würzburg, Tel.: 0931-414098, Fax: 0931-4162 9, fiwokrem@t-online.de,
www.filmwochenende-wuerzburg.de.

Clermont-Ferrand, Frankreich: 27. Januar bis 4. Februar 2006. Clermont-
Ferrand Short Film Festival. Wettbewerb (dotierte Preise). Zugelassen sind
Spiel-, Animations-, Dokumentar- sowie Experimentalfilme in 16 und 35 mm,
max. 40 Minuten Länge. Tel.: 0033-473916573, Fax: 0033-473921193,
info@cermont-filmfest.com, www.clermont-filmfest.com.

Göteborg, Schweden: 27. Januar bis 6. Februar 2006. Göteborg Film Festival.
Anm. bis 15. November 2005. Tel.: 004631-3393000, Fax: 004631-410063,
goteborg@filmfestival.org, www.goteborg.filmfestival.org. German Films
organisiert auch Auswahlsichtungen für Göteborg: Interessierte Produzenten
können ihre Filme bei German Films, Martin Scheuring, anmelden (Tel.: 089-
59978712, Scheuring@german-films.de). DVDs bzw. Videokassetten müssen bis
zum 24. Oktober 2005 bei German Films vorliegen.



                                    30
Berlin: 3. bis 7. Februar 2006. Transmediale - Int. Medienkunstfestival.
Wettbewerb (dotierte Preise). Tel.: 030-24721907, Fax: 030-24721909.

Annonay, Frankreich: 3. bis 13. Febr. 2006. Int. Filmfestival für
Erstlingslilme. Wettbewerb (dotierte Preise), 16 oder 35 mm, Mindestlänge
60 Minuten. Festival Int. du 1er Film, Annonay, Tel.: 0033-475324080, Fax:
0033-475324081, festivalcinema@annonay.org, www.annonaypremierfilm.org.

Berlin: 9. bis 19. Februar 2006. Int. Filmfestspiele Berlin. Wettbewerb für
lange Spielfilme und Kurzfilme in 35 mm (max. 15 Min.). Weitere Sektionen:
Panorama (Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme in 16 und 35 mm),
KinderFilmFest. Tel.: 030-259200, Fax: 030-25920499, program@berlinale.de,
www.berlinale.de.

Berlin: 10. bis 19. Februar 2006. Int. Forum des jungen Films. Spiel- und
Dokumentarfilme. Tel.: 030-26955200, Fax: 030-26955222, forum@fdk-
berlin.de, www.fdk-berlin.de.

Porto, Portugal 24. Febr. bis 4. März 2006. Int. Filmfestival -
Fantasporto. Wettbewerb. Anm. bis 15. Dezember 2005. Tel.: 0035122-2076050,
Fax: 0035122-2076059, info@fantasporto.online.pt,
www.fantasporto.online.pt.

Tampere, Finnland: 8. bis 12. März 2006. Tampere Film Festival. Wettbewerb
(dotierte Preise), max. 30 Min. Länge. Anm. bis 1. Dezember 2005., Tel.:
003583-2130034, Fax: 003583-2230121, office@tamperefilmfestival.fi,
www.tamperefilmfestival.fi.

Paris, Frankreich: 10. bis 19. März 2006. Cinema du reel - Festival des
ethnologischen Films. Tel.: 00331-44784421, Fax: 00331-44781224,
cinereel@bpi.fr, www.bpi.fr.

Thessaloniki, Griechenland: 10. bis 19. März 2006. Thessaloniki Documentary
Festival (mit Markt). Wettbewerb (dotierte Preise). Anm. bis 30. Januar
2006. Tel.: 0030210-6453669, Fax: 0030210-6448143,
newhorizons@filmfestival.gr, www.filmfestival.gr.

Brüssel, Belgien: 10. bis 25. März 2006. Brussels Int. Film Festival of
Fantastic Film. Lange Spielfilme, Kurzfilme. Anm. für Kurzfilme bis 15.
Dezember 2005, für lange Spielfilme bis 30. Dezember 2005. Tel.: 00322-
2011713, Fax: 00322-2011469, info@bifff.org, www.bifff.org.

Graz, Österreich: 20. bis 26. März 2006. Diagonale - Festival des
österreichischen Films und Dok-Markt Graz. Koproduktionstreffen für den
kreativen Dokumentarfilm in Österreich, Deutschland, der Schweiz und
Südtirol. Anm. bis 1. Dezember 2005. Tel.: 00431-585232420, Fax: 00431-
585232422, jrwieser@to.or.at, www.diagonale.at.

Landshut: 23. bis 26. März 2006. Kurzfilmfestival. Wettbewerb (alle Formate
und Genres mit einer Länge bis zu 30 Minuten). Anm. bis 1. Dezember 2005.
Dynamo Kurzfilm, Michael Orth, Tel.: 089-62303416, m.orth@dynamo-
kurzfilm.de, www.landshuter-kurzfilmfestival.de.

Cannes, Frankreich: 3. bis 7. April 2006. MILIA - Multimediamesse.
Unabhängige europäische Produzenten können den von MEDIA unterstützten
Gemeinschaftsstand als Service-Einrichtung nutzen. Anm. bis Mitte Februar
2006. Media Desk, Tel.: 040-3906585 oder direkt beim Marketplace, Tel.:
003135-6950196, Fax: 003135-6950449, marketplace@bit.nl, www.marketplace-
events.com.




                                    31
Lecce, Italien: 5. bis 10. April 2006. Lecce Film Festival. Wettbewerb für
Spielfilme, außerdem Preise für Drehbuch, Bildgestaltung, Schauspieler.
Anm. bis Ende Januar 2006. Tel.: 00390832-252344, Fax: 00390832-279963,
artpromo@inwind.it, www.europeancinefestival.org.

Cannes, Frankreich: April 2006. MIP-TV - Int. Fernsehprogramm-Markt. Anm.
bis Mitte Februar 2006. Organisation: MIDEM, Tel.: 00331-41904580, Fax:
00331-41904570. Media Desk, Tel.: 040-3906585, Fax: 040-3908632,
info@mediadesk.de, www.miptv.com.

Dresden: 18. bis 23. April 2006. Filmfest Dresden. Wettbewerb (dotierte
Preise). Anm. bis 30. Januar 2006. Filmfest Dresden, c/o Filminitiative
Dresden, Tel.: 0351-829470, Fax: 0351-8294719, info@filmfest-dresden.de,
www.filmfest-dresden.de.

San Francisco, USA: 20. April bis 4. Mai 2006. Int. Filmfestival.
Wettbewerb „Golden Gate Award“ für Dokumentar-, Fernseh-, Trick- und
Kurzfilme. San Francisco Film Society, Tel.: 001415-5615000, Fax: 001415-
5615099, sfiff@sfiff.org, www.sfiff.org.

Lissabon, Portugal: 20. bis 30. April 2006. IndieLisboa - Int. Filmfestival
des Independent Films. Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme (Animations- und
Experimentalfilme). Anm. bis 20. Februar 2006. Tel.: 00351-213158399, Fax:
00351-213160057, indielisboa@netcabo.pt, www.indielisboa.com.

Houston, USA: 21. bis 30. April 2006. Houston Film Festival - Int. Film-
und Videofestival für Independent-Produktionen. Wettbewerb. Anm. bis 15.
November 2005. Tel.: 001713-9659955, Fax: 001713-9659960,
mail@worldfest.org, www.worldfest.org.

Kiel: 26. bis 29. April 2006. CINARCHEA - Int. Archäologie-Film-Kunst-
Festival. AG Film der Christian-Albrechts-Universität und Filmclub Kiel,
Tel.: 0431-5794941, Fax: 0431-5794940, agfilm@email.uni-kiel.de, www.uni-
kiel.de/cinarchea/index.htm.

Stuttgart: 27. April bis 2. Mai 2006. Int. Trickfilm-Festival. Wettbewerb
(dotierte Preise), weitere Sektion „Young Animation“, Tricks for Kids sowie
Feature Animation (abendfüllende Trickfilme). Anm. bis 1. Dezember 2005.
Int. Trickfilm-Festival, Film- und Medienfestival GmbH, Tel.: 0711-925460,
0711-92546150, itfs@festival-gmbh.de, www.itfs.de.

Schwerin: 3. bis 7. Mai 2006. FilmKunstFest Schwerin. Spiel- und Kurzfilm-
Wettbewerb mit Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Anm. bis 31. Januar 2006. Tel.: 0385-5811363, Fax: 0385-5811365,
info@filmkunstfest-schwerin.de, www.filmkunstfest-schwerin.de.

Oberhausen: 4. bis 9. Mai 2006. Int. Kurzfilmtage Oberhausen. Int.
Wettbewerb, deutscher Wettbewerb und Kinderkurzfilm-Wettbewerb. Filme und
Videos von max. 35 Min. Länge (für deutsches Programm bis 45 Min.), neue
Formate: DV, DVCAM (PAL oder NTSC). Dotierte Preise, MuVi-Preis für das
beste deutsche Musikvideo. Anm. bis 15. Januar 2006. Tel.: 0208-8252652,
Fax: 0208-8255413, info@kurzfilmtage.de, www.kurzfilmtage.de.

München: 4. bis 10. Mai 2006. Int. Dokumentarfilmfestival München. Int.
Wettbewerb (dotierte Preise). Neue Filme aus Bayern, Reihe Horizonte mit
Filmen aus Entwicklungs- und Schwellenländem. Anm. bis 10. Januar 2006.
Tel.: 089-51399788, Fax: 089-51563936, info@dokfest-muenchen.de,
www.dokfest-muenchen.de.

Osnabrück: 10. bis 14. Mai 2006. European Media Art Festival. Wettbewerb
(experimentelle Film- und Videoproduktionen, Computerinstallationen,
künstlerische CD-ROM und Internetprojekte). Anm. bis Mitte Dezember 2005.
Tel.: 0541-21658, Fax: 0541-28327, info@emaf.de, www.emaf.de.


                                    32
Cannes, Frankreich: 17. bis 28. Mai 2006. Festival International du Film.
Wettbewerb (lange und kurze Spielfilme). Tel.: 00331-53596100, Fax: 00331-
53596110, www.festival-cannes.org.

Kiel: 19. bis 21. Mai 2006. 10. Filmfest Schleswig-Holstein Augenweide. Das
Festival teilt sich in zwei Kategorien: Augenweide zeigt Produktionen mit
Schleswig-Holstein-Bezug: Kurzspielfilme, Experimentelles und Animationen
bis 30 Minuten und Dokumentarisches ohne Längenbegrenzung. Filmdock ist das
Forum für den kürzeren internationalen Dokumentarfilm bis 30 Minuten.
Teilnehmen können Produktionen in den Formaten 35 mm, 16 mm, Beta SP oder
DV (andere Formate auf Anfrage). Kulturelle Filmförderung S.-H., Haßstr.
22, 24103 Kiel. Tel.: 0431-551439, Fax: 0431-51642, FilmwerkstattSH@t-
online.de. www.filmfest-sh.de.

(Weitere Festivals in der Rubrik „zugeschaut“)


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                      gefördert – Filmförderungs-News
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„Die Quereinsteigerinnen“ läuft beim Festival Filmz 2005

Nach seiner sehr erfolgreichen Vorführung auf den Nordischen Filmtagen
Lübeck 2005 läuft der Spielfilm „Die Quereinsteigerinnen“ von Rainer
Knepperges,   gefördert  von   der  Kulturellen   Filmförderung  S.-H., im
Wettbewerb des Festivals Filmz 2005 in Mainz (www.filmz-mainz.de).

Vorführtermine: Fr, 2.12., 17.30 Uhr im Capitol und Sa, 3.12., 22.30 Uhr im
City 1.

Das „Mainzer Rad“, der Publikumspreis im Langfilmwettbewerb wird          am
Sonntag, 4.12. nach dem Kurzfilmwettbewerb um ca. 22 Uhr verliehen.

Festivalprogramm unter www.filmz-mainz.de.

                                    ***

Kinostart für „Die blaue Grenze“

Der auch bei den Nordischen Filmtagen Lübeck 2005 wieder sehr erfolgreich
(wegen des großen Andrangs fand eine Sondervorführung statt) gelaufene
Spielfilm „Die Blaue Grenze“ von Till Franzen (gefördert u.a. von
Kultureller Filmförderung S.-H. und MSH) hat am 24. November seinen
offiziellen Kinostart.

Rund um den Kinostart gibt es noch einige örtliche Premieren:

- 22. November, Köln: Kino im Weißhaus (Beginn: 20 Uhr, Kartenreservierung:
0221-41 8488), anschl. Party im ABS-Club.
- 23. November, Hamburg: Abaton (Beginn: 20 Uhr, Kartenreservierung: 040-
41320320), anschl. Party im tba.
- 24. November, Berlin: Kino in der Kulturbrauerei (Beginn: 20.30 Uhr,
Kartenreservierung:   030-44354422);   Hackesche    Höfe   (Beginn: 20   Uhr,
Kartenreservierung:    030-    2834603),    anschl.     Party    im  Stadtbad
Oderbergerstraße
- 25. November, Flensburg, S.-H.-Premiere: Kinoplex (Beginn: 20 Uhr,
Kartenreservierung: 0461-7070333).

(nach einer Pressemitteilung der Produktionsfirma jetfilm)

                                    ***


                                     33
Sergei Loznitza:
Film-, Bild- und Tonlandschaften auf Tournee in Frankreich

Der in Lübeck lebende Dokumentarfilmer und Filmpoet Sergei Loznitsa,
Preisträger vieler internationaler Festivals, ist mit einer Retrospektive
seiner Filme („Going to Build a House“, „Life“, „Autumn“, „The Settlement“,
„Portraits“, „Landscape“ – gefördert von der Kulturellen Filmförderung S.-
H.) auf Einladung der L‟Association Images en bibliothèques und des
Kultusministeriums im Monat des Dokumentarfilms im November persönlich in
sieben französischen Städten auf Tournee. Es ist das erste Mal, dass eine
Werkschau von Loznitsa in dem Umfang gezeigt wird. „Le Monde” hat sich zu
den Arbeiten geäußert, hier ein Ausschnitt: „Sans dialogue, accompagnés par
le seul souffle du vent, quelques lo intains aboiements de chien et cris
d‟oiseaux, ‘Portraits‘ offre la quintessence du style de Loznitsa, une
série de „photographies„ animées, magnifiques personnages russes posant
dans und écor austére. On surgies d‟un temps immémorial, où des bruits
animaliers (grelots, galop) accompagnent des images paisibles. Le fumier
fume, un Ave Maria transcende des visages ridés.”

Weitere Informationen zu dem Projekt unter
www.imagenbib.com/pages/03_Mfd.htm.

Die Tournee-Daten vom 4. bis 21. November:

Strassbourg, Musee d‟Art moderne et contemporain
(Video les Beaux Jours)
4., 6. und 9. November

Nancy, Conservatoire regional de l‟image
(Les Yeux de L‟Ouie, La Safire)
8. November

Metz, Ecole des beaux Arts
(Les Yeux de L‟Ouie, La Safire)
10. November

Paris, Mediatheque
(Ecole natonale superieure des beaux Arts)
14. November

Marseille, Pologone etoile
(Peuple & Culture Marseille)
15. und 16. November

Arcueil, Espace Jean Vilar
(Festivals Les Ecrans documentaires)
17., 18. und 19. November

Tulle, Cinema Le Palace
(Peuple & Culture Correze)
21. November

(bgn)


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               preisverdächtig – Film- und Medienwettbewerbe
               ---------------------------------------------

Innovationspreis für die KurzFilmAgentur Hamburg




                                       34
Die KurzFilmAgentur Hamburg e.V. erhält für ihre Online-Verleihdatenbank
den mit 25.000 Euro dotierten Innovationspreis 2005 der Bundesbeauftragten
für Kultur und Medien. Dieser Preis wird jährlich für „herausragende
Innovationen auf dem Gebiet des Filmwesens“ vergeben.

Die    Datenbank    der   KurzFilmAgentur    bietet    seit   Juni    unter
www.kurzfilmverleih.com allen Kurzfilminteressierten einen direkten Zugang
zu Daten, Bildern und Filmausschnitten aus den über 300 Kurzfilmen des
Verleihs der KFA. Kinobetreibern in Deutschland, Österreich und der Schweiz
wird zusätzlich ein besonderer Bestellservice für ein optimal auf ihr Kino
abgestimmtes Kurzfilmprogramm geboten.

Die Preisverleihung durch Kulturstaatsministerin Christina Weiß fand am 3.
November in der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam statt. Dabei
wurden   insgesamt  zwei   Innovationspreise   2005  verliehen  sowie  die
Preisträger des diesjährigen Deutschen Drehbuchpreises geehrt.

Jurybegründung

„Der Kurzfilm hat es derzeit schwer, sein Publikum zu erreichen; Kurzfilme
sind kein Muss mehr im Kinobetrieb, wer sie zeigt, tut dies aus
Leidenschaft. Die KurzFilmAgentur Hamburg e.V. sorgt seit 13 Jahren dafür,
dass die Filme ihren Weg ins Kino finden, nun macht sie sich auf in ein
neues Zeitalter: Sie hat den Zugriff auf die Filme ihres Verleihprogramms
auf moderne Weise vereinfacht.

Erstmals können Kinobetreiber und Filminteressierte Kurzfilme über eine
Internet-Plattform   aussuchen   und   buchen.   Auf  die   Angabe   einer
tagesaktuellen Verfügbarkeit sowie alle wichtigen Details der Filme kann
online zugegriffen werden. Eine gezielte Suche über Stichwörter ermöglicht
so beispielsweise eine Zuordnung des Kurzfilms als Vorfilm zu einem
entsprechenden Langfilm. Filmausschnitte vermitteln einen ersten Eindruck
des Werkes und mittels passwortgeschützter Zugangsberechtigung können
hochauflösende, druckfähige Fotos heruntergeladen und schließlich der Film
bestellt werden.

Neben der Bereitstellung eines effizienten Dienstleistungsangebots wird
darüber hinaus auch der generelle Zugang zu Kurzfilmen, auch für die
Öffentlichkeit, erleichtert. Außerdem ist die KurzFilmAgentur auf dem Weg,
ihr Repertoire digitalisieren zu lassen – auch das ist ein Stück Zukunft.
Das Engagement und der Idealismus der KurzFilmAgentur Hamburg e.V.
verschafft den Kurzfilmen neue und bessere Chancen für einen Platz in den
Kinos.“

(nach einer Pressemitteilung der KurzFilmAgentur Hamburg e.V.)

                                    ***

Preisträger beim Videowettbewerb „Tiefenschärfe 2005“

Die Preise im diesjährigen Videowettbewerb „Tiefenschärfe“ wurden am
5.11.2005 vergeben. Der nun schon zum 14. Mal statffindende Wettbewerb wird
vom Offenen Kanal in Schleswig-Holstein, einer Einrichtung der Unabhängigen
Landesanstalt für Rundfunk und neue Medien (ULR), ausgeschrieben. Neun
Preisträger in vier Katagorien teilten sich die 2.000 Euro Preisgeld.

Der Hauptpreis in Höhe von 600 Euro ging in der Kategorie „fiktiv“ an den
Kieler Archäologiestudenten Thorsten Lemm für seinen 45-Minuter „Draugr“,
eine Wikingersaga, die nicht nur sehr authentisch ausgestaltet, sondern
auch vollständig in altisländischer Sprache gehalten ist. Mit dem 2. Preis
in Höhe von 400 Euro ausgezeichnet wurde Alexander Pechstein in der
Kategorie   „dokumentarisch“  für   das   Portrait  über   „David  Allers,
Schauspieler“. In den Kategorien „experimentell“ und „Take one“ konnte


                                    35
jeweils ein Film einen Preis gewinnen. Das Animationsexperiment „Do the
Bambi“ von Kenan Darwich aus Kiel und „Unser Film“, ein Take one von Torben
Sachert aus Molfsee, konnten jeweils 200 Euro mit nach Hause nehmen.
Weitere Preise gingen an Ulf Kalkschmidt für die PS-Studie „Full Pull“, Uli
Tondorf für die Projektdokumentation „Wenn ich eine hexische Politikerin
wäre ...“ und an den Kurzkrimi „muggers“ von Felix Helfrich sowie an Gerald
Grotes Literaturdramödie „Tödliche Roman(z)e“ und Tim Löhndorfs Trickfilm
„Mr. Mop in Aktion“.

„Technisch wie inhaltlich erreichte der Wettbewerb insgesamt in diesem Jahr
ein bisher nicht da gewesenes hohes Niveau“ erklärte Brunhild Hansen-
Schmidt, die Leiterin des OK Kiel, und „es bleibt für das nächste Jahr
spannend, weil die Beiträge in ihrer Qualität dichter zusammengerückt
sind.“

(nach einer Pressemitteilung des Offenen Kanals Kiel)


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          neuer dreh – Neue Medien und Medienwirtschaft in S.-H.
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Mediatage Nord 2005

Vom 21. bis 25. November finden die Mediatage Nord 2005 – das Forum für
aktuelle   Themen  und   Projekte   aus  den   Bereichen   IT,   Multimedia,
Telekommunikation und audiovisuelle Medien in Schleswig-Holstein – statt.

Das diesjährige Schwerpunktthema lautet „Rechte an digitalen Inhalten“,
denn oft entscheidet gerade für kleine und mittlere Unternehmen die zeitige
Sicherung des geistigen Eigentums über ihren wirtschaftlichen Erfolg oder
Misserfolg. Daher werden die technischen und rechtlichen Möglichkeiten zur
Sicherung digital gespeicherter Inhalte und von Programmen intensiv
diskutiert. Dabei stellt sich auch die Frage nach ihren Auswirkungen auf
die Nutzerfreundlichkeit und die von ihnen ausgehenden Anreize oder
Hemmnisse, Innovationen zu entwickeln. Wo liegt der richtige Weg zwischen
dem Schutz geistigen Eigentums, nutzerfreundlichen Produkten und einer
innovativen Wirtschaft und Gesellschaft? Die Mediatage Nord setzen sich in
einer Vielzahl von Veranstaltungen mit diesem und vielen anderen Themen
auseinander.

Die fünften Mediatage Nord sind wieder Schaufenster nach innen und außen,
Treffpunkt und Teil des Medianetzwerkes in Schleswig-Holstein. Die
Industrie- und Handelskammer zu Kiel, die Unabhängige Landesanstalt für
Rundfunk   und  neue   Medien   (ULR)  und   die  Wirtschaftsförderung und
Technologietransfer   Schleswig-Holstein   GmbH  (WTSH)   koordinieren und
organisieren die Mediatage Nord 2005.

2004 besuchten über 2.000 Fachbesucher die 33 Einzelveranstaltungen der
Mediatage Nord unter dem Jahresthema „IT und neue Medien“.

Auszug aus dem Programm: Veranstaltungen rund ums Thema Film

Medien brauchen Inhalte. Medienproduktionen aus dem Norden sind durch Land
und Leute geprägt. Doch der Medienstandort Nord hat sehr viel mehr zu
bieten als Werften, Wind und Watt. Gut ausgebildete, kreative Medienmacher,
schnelle Wege bei der Produktion, gute technische Infrastruktur und
funktionierende Netzwerke sind die Pfunde, mit denen Schleswig-Holstein
wuchern kann. Ob sich diese Standortfaktoren noch besser für den
Medienstandort Nord bei einer Zusammenarbeit mit Hamburg nutzen lassen und
wie   diese    aussehen    kann,    ist   Thema    der   Veranstaltung   des
Ministerpräsidenten    des    Landes    Schleswig-Holstein   „Medienstandort
Schleswig- Holstein/Hamburg - zusammen geht es besser?!“. Für Filmemacher,


                                    36
Medienkünstler und Designer sind nicht nur die Inhalte wichtig, sondern
auch Verpackung und Ästhetik multimedialer Angebote. Diese Akteure prägen
ebenso wie Programmierer und Journalisten gemeinsam das Bild vom lebendigen
Medienstandort   Nord.   Dem   tragen   Veranstaltungen    zur   Zukunft des
Kinderfilms, zu Medienkunst oder Dokumentarfilm und zu Entwicklungen im
Journalismus Rechnung. Die ULR-Medienwerft „Werbung ohne Grenzen oder
Grenzen   für  die   Werbung?“   öffnet   darüber   hinaus   den   Blick auf
grenzüberschreitende Medienaktivitäten.

23.11., 10-16 Uhr
Medienstandort Schleswig-Holstein/Hamburg – zusammen geht es besser?!
Medienworkshop 8 des Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein.
Impulsreferat zu Grundlagen, Aufgaben, Organisation und Synergien der
Landesmedienanstalten von Prof. Wolfgang Thaenert, Vorsitzender der
Direktorenkonferenz    der     Landesmedienanstalten.    Angleichung  der
Landesrundfunkgesetze Schleswig-Holstein und Hamburg, Impulse von Dr.
Wolfgang Schulz, Hans-Bredow-Institut. Diskussion unter Leitung von H. J.
Jacobs, Süddeutsche Zeitung, Ressortleiter Medien.

23.11., 14.30-16 Uhr
4.    Schul-Film-Woche     Schleswig-Holstein    –    Pressegespräch    und
Informationsveranstaltung für Lehrkräfte
Die Veranstaltung informiert aktuell über das Projekt Lernort-Kino 2005 vom
28.11 bis 02.12. Anschließend wird beispielhaft die Arbeit mit den Filmen
im Unterricht vorgestellt und weitere Möglichkeiten der Filmarbeit in
Schleswig-Holstein aufgezeigt.

23.11., 18-20 Uhr
Zwischen Medienkunst und Design – Das Zentrum für Medien an der Muthesius
Kunsthochschule
Mit der neuen Struktur der Muthesius Kunsthochschule wurde das Zentrum für
Medien gegründet, welches in Zukunft die Kompetenzen und Aktivitäten der
Hochschule im Bereich der digitalen Medien und des bewegten Bildes bündelt.
Die medialen Lehrgebiete der Hochschule wurden stark erweitert und bieten
ein breites Spektrum der Ausbildung an: Prof. Stephan Sachs ist neu
berufener Professor im Bereich Timebased-Media, Video und Film. Ebenfalls
neu berufen wurde das Lehrgebiet Interface-Design und mit Prof. Frank Jacob
besetzt. Den Bereich Medienkunst/Kunst mit Medien vertritt wie bisher Ralf
Weißleder. Die Leitung des Zentrums übernimmt Prof. Tom Duscher, der
weiterhin im Bereich Digitale und interaktive Medien tätig ist. Wir laden
Sie herzlich zur Gründungsfeier des Zentrums für Medien ein und möchten
Ihnen Filme, Projekte und Perspektiven des neuen Zentrums vorstellen.




                                    37
23.11., 18-20 Uhr
Medien zum Anfassen: Der HD-Schnitt
Hollywood   rückt   immer   näher!   Nach   der  Einführung   der    digitalen
Videoaufzeichung   im   Konsumerbereich   revolutionieren   nun   die   ersten
Amateurkameras im HDV-Format die Filmerwelt: Hochauflösendes Filmen oder
zellouloidähnliche Ästhetik sind möglich. In der Veranstaltung des Offenen
Kanals Kiel stehen die neuesten Kameramodelle zum Ausprobieren bereit.

23.11., 18-21 Uhr
ULR-Medienwerft:
Werbung ohne Grenzen oder Grenzen für die Werbung?
18.00 Uhr: Get together.
18.30 Uhr: Begrüßung: Jörg Howe, Vorsitzender des ULR-Medienrats.
18.35 Uhr: Fakten: Bericht des Medienrats über seine Tätigkeit.
19.00 Uhr: Visionen: Werbung ohne Grenzen oder Grenzen für die Werbung?
Impulsreferat von Dr. Volker Lilienthal, Ressortleiter epd medien,
Frankfurt. Podiumsdiskussion mit Dr. Volker Lilienthal, Prof. Wolfgang
Thaenert, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten
(DLM) und Direktor der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk
(LPR), Kassel, Jürgen Doetz, Präsident des Verbands privater rundfunk und
Telekommunikation e.V. (VPRT), Berlin und Andreas Waldner, Managing Partner
Waldner TV, Nürtingen, Moderation: Annette Hillebrand, Geschäftsführerin
der Akademie für Publizistik, Hamburg.

24.11., 15-17 Uhr
Dokumentarfilm im Digitalzeitalter
Informationsveranstaltung   der    MSH   über   digitale    Produktion   und
Postproduktion sowie Vorstellung des Projekts „OnlineFILM.org“, welches
sich mit der Verbreitung und Vermarktung von Dokumentarfilmen im Internet
befasst. 15 Uhr: Regisseur Peter Leckelt (eachfilm, Hamburg) berichtet über
Erfahrungen   im   Postproduktionsbereich   (weitere   Informationen   unter
www.eachfilm.de). 16 Uhr: Produzent Cay Wesnigk aus Bad Schwartau stellt
das Projekt „OnlineFILM.org“ vor, eine Distributionsplattform für die
Verbreitung und Vermarktung von Dokumentarfilmen im Internet (weitere
Informationen unter www.onlinefilm.org).

24.11., 18-20 Uhr
Podiumsdiskussion: Zur Perspektive des Kinderfilms
Die in Zusammenarbeit von Kultureller Filmförderung Schleswig-Holstein und
dem Institut für Medienpädagogik der Christian-Albrechts-Universität zu
Kiel veranstaltete Podiumsdiskussion „Zur Perspektive des Kinderfilms – Die
Kinderfilmproduktion   in   Norddeutschland”   verfolgt   das   Ziel,   den
verschiedenen Akteuren dieses Sektors einen Raum zur Darstellung der
jeweiligen Perspektive zu öffnen sowie die Chancen und Problemstellungen
der Kinderfilmproduktion in unserer Region zu diskutieren. Moderation:
Rebekka Musial.

24.11., 18-20 Uhr
Medien zum Anfassen: Video im Netz
Rund 7 Millionen Haushalte in Deutschland sind mit DSL-Anschlüssen
ausgerüstet.   Schnelle   Internet-Verbindungen   ermöglichen   Video   per
Datenleitung in guter Qualität. Parallel zu dieser Entwicklung tauchen die
ersten Mediaserver-Systeme in den Wohnzimmern auf. Und „Computer heiratet
Fernseher“ titelte unlängst das Magazin „ARD Ratgeber“. Die Technik
dahinter und Produkte zum Thema präsentiert diese Veranstaltung des Offenen
Kanals Kiel „zum Anfassen“ nah.

Alle Veranstaltungen finden im Haus der Wirtschaft, Bergstr. 2, 24103 Kiel
statt. Detailliertes Programm unter www.mediatage-nord.de/programmtop.html
(als PDF unter www.mediatage-nord.de/MTN05programmWeb.pdf).

                                     ***



                                     38
Mediatage Nord: Zur Perspektive des Kinderfilms –
Kinderfilmproduktion in Norddeutschland

„Filmproduzenten verhalten sich in einer Weise, dass – wenn sie stattdessen
Schuhmacher wären – die Kinder barfuß laufen müssten, bis ihre Füße die
Schuhgröße   38  erreicht   hätten.“  So   charakterisierte  der   dänische
Filmkritiker Sten Ake Hedström auf einem Symposium vor genau 20 Jahren die
Situation des Kinderfilms, zu einer Zeit als insbesondere in Deutschland
spezielle Mittel der Kinderfilmförderung drastisch reduziert oder sogar
eingestellt wurden.

Doch wie sieht die Situation des Kinderfilms heute aus? Gibt es den
Kinderfilm in Deutschland oder ersetzt das Modell der „Einheitsgröße“ – der
Familienfilm – den Kinderschuh? Und können Kinder darin laufen lernen? Die
Einschätzungen der Akteure des Kinderfilmsektors sind unterschiedlich:
Einerseits wird hervorgehoben, dass sich in den letzten Jahren eine Zunahme
von Kinderfilmproduktionen sowie eine deutliche Verbesserung im Bereich des
Filmabspiels verzeichnen lässt, andererseits wird die Lage hierzulande im
Vergleich zu anderen europäischen Staaten – etwa Dänemark, das ein Viertel
aller Förderungsmittel für die Produktion von Kinderfilmen zur Verfügung
stellt – als miserabel bezeichnet.

Die in Zusammenarbeit der Kulturellen Filmförderung Schleswig-Holstein und
des Instituts für Medienpädagogik an der Christian-Albrechts-Universität zu
Kiel veranstaltete Podiumsdiskussion bei den Mediatagen Nord thematisiert
insbesondere die Chancen und Problemlagen des Kinderfilms in der Region
Norddeutschland. Zu diesem Anlass wurden Gäste aus verschiedenen Bereichen
der Filmproduktion und Förderung eingeladen:

-   Cornelia Hammelmann – MEDIA Desk, Hamburg
-   Astrid Kühl – Kurzfilmagentur, Hamburg
-   Stefanie Glatz – KurzFilmSchule der KFA, Hamburg
-   Linde Fröhlich – Nordische Filmtage Lübeck
-   Lars Büchel – Regisseur, Autor und Produzent, Kiel
-   Christian Theede – Regisseur und Autor, Flensburg
-   Moderation – Rebekka Musial, CAU Kiel

Die Veranstaltung findet statt bei den Mediatagen Nord, 24.11.2005, 18 Uhr
im Kieler Haus der Wirtschaft. Anmeldung: Kulturelle Filmförderung
Schleswig-Holstein e.V., Haßstrasse 22, 24103 Kiel, Tel.: 0431-551439, E-
Mail: FilmwerkstattSH@t-online.de.

                                      ***

ULR-Medienrat konstituiert sich zur 2. Amtszeit

Unter dem Vorsitz seines Alterspräsidenten, Prof. Dr. Eberhard Dall‟Asta,
hat sich am 30.10.2005 der Medienrat der ULR in Kiel zu seiner 2. Amtszeit
konstituiert. Zu ihrem Vorsitzenden wählten die neun Mitglieder des
Medienrats   mit  acht   Ja-Stimmen   bei   einer  Enthaltung  den  Leiter
Konzernkommunikation der Karstadt/Quelle AG, Jörg Howe, aus Ahrensburg.
Einstimmig wählte der Medienrat die Rechtsanwältin Ingrid Brand-Hückstädt
und den Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V., Dr.
Joachim Wege, zu gleichberechtigten stellvertretenden Vorsitzenden. Der
Schleswig-Holsteinische Landtag hatte den Medienrat im September mit einer
Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder neu gewählt.

Der Vorsitzende des Medienrats, Jörg Howe, erklärte im Anschluss an die
Sitzung: „Die Mitglieder der 2. Amtszeit des Medienrats können auf der
hervorragenden Arbeit des 1. Medienrats aufbauen. Eine der vorrangigsten
Aufgaben des Medienrats in seiner 2. Amtszeit wird es sein, die von
Schleswig-Holstein   und  Hamburg  auf   den   Weg   gebrachte  stärkere


                                      39
Zusammenarbeit der beiden nördlichsten Bundesländer im Medienbereich auch
mit Blick auf die ins Auge gefasste Fusion der beiden Landesmedienanstalten
konstruktiv zu begleiten. Es kommt darauf an, die in der ULR in den zurück
liegenden   Jahren  gemachten   Erfahrungen  in   den  Entscheidungsprozess
einzubringen und darauf zu achten, dass die geplante ‟Medienanstalt Nord‟
den spezifisch schleswig-holsteinischen Interessen gerecht wird. Darüber
hinaus will der Medienrat seinen Sachverstand aktiv in die aktuelle
deutschlandweite Diskussion um eine Reform der Medienaufsicht einbringen
und – vorzugsweise gemeinsam mit Hamburg – dafür sorgen, dass der Norden im
nationalen Konzert der Medienaufsicht auch weiterhin Gehör findet.“ Der
Direktor der ULR, Gernot Schumann, erklärte: „Ich freue mich auf die
Zusammenarbeit mit dem neuen Medienrat. Ich bin sicher, dass seine
Mitglieder sich den vor ihnen liegenden Herausforderungen kompetent und
engagiert stellen und die Diskussion mit neuen eigenen Akzenten bereichern
werden.“

Mitglieder des Medienrats sind neben Jörg Howe, Ingrid Brand-Hückstädt und
Dr. Joachim Wege Prof. Dr. Eberhard Dall‟Asta, Jens Dücker, Alfons
Grundheber-Pilgram, Ursula Kähler, Jutta Kürtz und Roswitha Strauß. Ingrid
Brand-Hückstädt, Eberhard Dall‟Asta und Joachim Wege gehörten dem Medienrat
bereits während seiner 1. Amtszeit an. Ersatzmitglieder sind Dr. Ilse
Dygutsch-Lorenz und Peter F. Hanemann.

Der Medienrat ist das ehrenamtliche Beschlussorgan der ULR. Er überwacht
die Geschäftsführung des Direktors, trifft neben anderen programmrelevanten
Entscheidungen    u.a.   die    Lizenzentscheidungen,    entscheidet    über
Aufsichtmaßnahmen und Programmbeschwerden und legt den Kanalbelegungsplan
fest. Darüber hinaus nimmt er alle der ULR zustehenden Aufgaben wahr,
soweit sie nicht durch Gesetz oder Satzung dem Direktor zugewiesen sind.

(nach einer Pressemitteilung der ULR)

                                    ***

Band 23 der ULR-Schriftenreihe veröffentlicht

Unter dem Titel „Der Medienrat der ULR – Erste Amtszeit 2000 - 2005“ hat
die ULR zum Ende der 1. Amtszeit des ULR-Medienrats jetzt Band 23 ihrer
Schriftenreihe veröffentlicht. Neben einer Würdigung der Tätigkeit des
ehrenamtlichen Beschlussorgans der ULR in den letzten fünf Jahren bietet
die Publikation in einer 70-seitigen Chronik einen umfassenden Rückblick
auf 20 Jahre privater Rundfunkentwicklung in Schleswig-Holstein. In einem
Interview zieht der bisherige Vorsitzende des Medienrats, Dr. Ekkehard
Wienholtz, ein Resümee seiner Tätigkeit und wagt einen Ausblick auf die
Medienaufsicht der Zukunft. Abgerundet wird das Werk durch Grußworte des
Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Landtags, Martin Kayenburg, des
Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holsteins, Peter Harry Carstensen,
und des Vorsitzenden der Gremienvorsitzendenkonferenz, Wilfried Engel,
sowie eine Dokumentation des ULR-Kongresses anlässlich des 20-jährigen
Bestehens der schleswig-holsteinischen Landesmedienanstalt im Juni diesen
Jahres. Sie enthält u.a. ein Streitgespräch, in dem die Pioniere des
privaten Rundfunks in Deutschland, Jürgen Doetz, Gründungsgeschäftsführer
von SAT 1, und Prof. Dr. Helmut Thoma, Gründungsgeschäftsführer von RTL,
ihre Sicht der Dinge zu 20 Jahren privatem Rundfunk in Schleswig-Holstein
und Deutschland darlegen.

„Band 23 der ULR-Schriftenreihe würdigt die Arbeit der schleswig-
holsteinischen Landesmedienanstalt, ihrer Gremien und ihrer Verwaltung, und
gibt einen beeindruckenden Überblick darüber, was insbesondere die
ehrenamtlichen Gremien der ULR in zwei Dekaden privaten Rundfunks für die
Medienlandschaft in Schleswig-Holstein und darüber hinaus geleistet haben.
Im     aktuellen      Diskussionsprozess     um     eine     Reform     der
Medienaufsichtsstrukturen in Deutschland, vor allem aber auch in Hamburg


                                    40
und Schleswig-Holstein mit der geplanten Fusion der Landesmedienanstalten
der beiden nördlichsten Bundesländer, wird es Aufgabe der ULR sein, auf
ihren   langjährigen   Erfahrungen   und  medienpolitischen   Vorstellungen
aufzubauen, diese in den Prozess konstruktiv einzubringen und bei aller
Notwendigkeit, bei der Medienaufsicht der Zukunft in größeren Einheiten und
Strukturen zu denken und zu handeln, darauf zu achten, dass die
spezifischen schleswig-holsteinischen Belange im Medienbereich weiterhin
Berücksichtigung finden“, so der Direktor der ULR, Gernot Schumann,
anlässlich der Veröffentlichung.

„Der Medienrat der ULR – Erste Amtszeit 2000 - 2005“ kann kostenlos bei der
ULR, Schloßstr. 19, 24103 Kiel, Tel.: 0431-97456-24 oder 0431-97456-0, Fax:
0431-97456-60, E-Mail: ulr@ulr.de angefordert werden und ist unter
www.ulr.de (Rubrik „ULR/Publikationen“) auch als PDF-Download verfügbar.

(nach einer Pressemitteilung der ULR)


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                 auf die plätze, vorhang auf! – Kino-News
                 ----------------------------------------

Highlights im Kieler Traum-Kino

Das Kieler Traum-Kino zeigt im November und Dezember:

Das Kind / L’Enfant
Goldene Palme Cannes 2005: Bester Film. Sehr starkes Sozialdrama über eine
unverantwortliche Kindes-Adoption.
Infos: www.kinowelt.de/detail.php?id=1167&se=start_kfv.
17.11. - 7.12., tägl. 20.00 Uhr.

L’Esquive
Aktuell durch die Krawalle in Frankreich: Film über Jugendliche in einer
jener anonymen Trabantenstädte rund um Paris. Nahezu alle von ihnen kommen
aus   Familien  mit   nordafrikanischem  oder   orientalischem  kulturellen
Hintergrund. Auch gehen alle in die gleiche Klasse. Dort probt die Lehrerin
mit ihnen Szenen aus Marivaux‟ Theaterstück „Das Spiel von Liebe und
Zufall“. In einigen Wochen sollen sie gemeinsam vor dem ganzen Viertel
auftreten.
Infos: www.peripherfilm.de/lesquive/index.html.
(frz. OmU): 24. - 30.11., tägl. 17.45 Uhr.

A History of Violence
Thriller, wirkt wie eine Verbindung von David Lynch und David Cronenberg.
Für Freunde des Genres sehr zu empfehlen.
Infos: www.filmz.de/film_2005/a_history_of_violence/links.htm.
1. - 14.12., tägl. 22.15 Uhr.

Factotum
Der norwegische „Kitchen Stories“-Regisseur Bent Hamer inszenierte Matt
Dillon als Charles Bukowskis Alter Ego. Atmosphärisch entspannt.
Infos: www.factotum-film.de.
8. - 21.12., tägl. 20.00 Uhr. Am 8.12. mit Lesung von Matthias Wilms.

Mad Hot Ballroom
New Yorker Kinder lernen Gesellschaftstänze – mitreißend, vital, witzig.
Die amerikanische Variante von „Rhythm is it“ – nicht ganz so gut, aber
auch sehenswert.
Infos: www.filmz.de/film_2005/mad_hot_ballroom/links.htm.
(OmU): 8.12. - 21.12., tägl. 17.45 Uhr.




                                    41
                                    ***

Highlights im Hansafilmpalast

Der Hansafilmpalast (Kiel, Hansastr. 48) zeigt im November und Dezember
(jeweils um 20.30 Uhr):

22.11.: Dänische Delikatessen (DK 2003)
Die schwarzhumorige Komödie erzählt von zwei ungleichen Freunden mit
gemeinsamer Leidenschaft, der Metzgerei. Svend, getrieben von seinem
Minderwertigkeitskomplex, will hoch hinaus. Bjarne hingegen ist außer an
Haschisch und Freundin an nichts und niemandem interessiert. Beide sind
sich einig: der Chef muss weg ...

23.11.: Schleswig-Holstein-Kurzfilmrolle 2005
Die Filmtournee Unterwegs präsentiert aktuelle Kurzfilmproduktion aus
heimischen Landen: von Animation bis Kurzspielfilm sind alle Spielarten
vertreten. Erzählt wird von verliebten Vogelforschern, zum Leben erwachten
Tisch-Kick-Figuren,     verzweifelten     Ehefrauen    und     schmierigen
Privatdetektiven.

29.11.: Lost in Translation (USA 2003)
Auf der Flucht vor Eheproblemen und stagnierender Schauspiel-Karriere
landet Bob Harris (Bill Murray) mit einem lukrativen Werbevertrag in einem
fremden, unnahbaren Tokio. Er trifft auf die junge an Liebeskummer leidende
Charlotte (Scarlette Johannson) und findet in ihr eine Seelenverwandte. In
atmosphärisch   dichten   Bildern  und   entrückendem  Soundtrack   erzählt
Regisseurin Sofia Coppola die schönste, bitter-zarte Film-Romanze der
letzten Jahre.

6.12.: The Red Shoes (GB 1948, OmeU)
Wir zeigen den legendären Tanzfilm nach dem Märchen von Hans Christian
Andersen im Original. Die junge Victoria erhält ihre große Chance, als die
Solotänzerin des Balletts ausfällt. Bald ist sie nicht nur der Star des
Balletts, sondern wird auch vom Produzenten und dem jungen Komponisten
umworben. Sie ist gezwungen, sich zwischen beiden Männern und dem Tanzen
oder Liebesglück zu entscheiden. Ein Technicolor-Traum und passender
Abschluss für das Andersen-Jahr.

13.12.: Betty Blue (F 1986, DC)
Nach „Diva“ der zweite französische Kultfilm der 80er: Die attraktive und
wilde Betty überschüttet Nachwuchsschriftsteller Zorg mit aggressiver
Zuneigung. Ihre an Heftigkeit zunehmend ausufernden Hysterieanfälle enden
schließlich in einer Katastrophe, nachdem ihr Schwangerschaftstest negativ
ausfällt. Wir zeigen den Directors Cut.

14.12.: Der besondere Film: Was übrig bleibt (D 2005)
Der Kieler Regisseur Justus Pasternak und Co-Detektiv Phillipp Hirschfeld
begeben sich auf Gut Knoop auf die Suche nach einem Phantom ihrer Jugend:
Der Legenden-umwitterte Landarbeiter Otto Drechsler verschwand nach einem
mysteriösen Hausbrand spurlos vom Gut. Pasternak und Hirschfeld finden
immer neue unglaubliche Geschichten um den eigentlich Totgesagten. Er soll
in Bautzen gesessen haben, wegen Spionageverdachts. Er sei von Zirkusleuten
verschleppt worden. Und dann erreicht die Dokumentarfilmer die Nachricht,
dass Drechsler noch lebt ... Eine quicklebendige Schleswig-Holstein-Saga.
Der Regisseur ist anwesend.

20.12.: Zug des Lebens (F 1998)
Um der drohenden Deportation durch die Nazis zu entgehen, beschließt die
jüdische Bevölkerung eines rumänischen Dorfes, einen Eisenbahnzug zu
organisieren und den NS-Schergen die eigene Verschleppung vorzuspielen. So
kommen die „Deportierten“ in die Viehwagons und die „Bewacher“, die noch
schnell Deutsch lernen müssen, in die eleganten Salonwagen. Da der


                                    42
„Geisterzug“ jedoch auf keinem Fahrplan aufgeführt ist, droht der Schwindel
aufzufliegen ...

                                    ***

Highlights im Kieler KoKi

Das Kieler Kommunale Kino zeigt im November und Dezember u.a.:


Oper im Kino: Der Ring des Nibelungen

Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend von Richard Wagner. Die
Aufführung des „Bayreuther Jahrhundert-Rings“ (1976-1980), Chor und
Orchester der Bayreuther Festspiele unter der Leitung von Pierre Boulez,
Inszenierung: Patrice Chéreau, Bildregie: Brian Large

Götterdämmerung: 255 Min. Mit Manfred Jung, Franz Mazura, Donald McIntyre,
Hermann Brecht, Fritz Hübner, Norma Sharp, Ilse Gramatzki, Marga Schimi,
Gwyneth Jones.
So, 20.11., 15.00


Manderlay

Lars von Trier. DK 2005. dt. Fs. 139 Min. Mit Bryce Dallas Howard

Es ist das Jahr 1933, als Grace gemeinsam mit ihrem Vater und dessen
Handlangern die Gemeinde Dogville hinter sich lässt und sich auf den Weg
nach Denver macht. Der Weg führt die Gangstertruppe durch Alabama, wo sie
auf die Baumwollplantage Manderlay stoßen – eine rückwärtsgewandte Enklave,
auf der noch Sklaverei herrscht, obschon diese seit 70 Jahren in Amerika
abgeschafft ist. Mam, die alte und todkranke Plantagenbesitzerin, regiert
nach ihrem eigenen Gesetz, Mam‟s Law, ein auf den Methoden der
Sklavenhaltung basierendes Regelwerk. Als die alte Dame kurze Zeit später
stirbt, entschließt sich Grace, auf Manderlay zu bleiben und den
Plantagenbewohnern ein Leben in Freiheit und Demokratie beizubringen. Bald
muss Grace erkennen, dass die Bewohner von Manderlay ihre ganz eigene
Vorstellung   von   Gemeinschaft   und  nützlichem   Wertesystem haben  ...
„Manderlay“, nach „Dogville“ der zweite Teil von Triers Amerika-Trilogie,
provoziert erneut mit einer zynischen Anklage gegen das Land der
unbegrenzten Möglichkeiten – eine streitbare Auseinandersetzung mit
amerikanischen    Mythen   und   den   sich   daraus   ergebenen verzerrten
Selbstbildern. – Mit Lars von Triers neuestem Film starten wir zugleich
eine kleine Werkschau dieses Regisseurs, der zu den produktivsten und
kreativsten Filmemachern der Gegenwart zählt. Zu den Wiederaufführungen,
mit denen wir ab Dezember beginnen, gehören auch die selten oder bislang
nie gezeigten Filme „Element of Crime“ und „Epidemic“.

Mi, 16.11., 20.30; Do, 17.11. - Sa, 19.11., 18.00; Di, 22.11., 20.30


Dear Wendy

Thomas Vinterberg. DK/D 2005. 101 Min. Mit Jamie Bell, Bill Pullmann

Dick   lebt  im  heruntergekommenen   amerikanischen  Bergarbeiterstädtchen
Estherslope und und jobbt im örtlichen Drugstore. Der triste Alltag erfährt
seine Wendung, als Dick im Trödelladen eine alte Pistole kauft und die
Faszinationskraft von Waffen entdeckt. Er tauft den kleinen Revolver auf
den Namen Wendy und offenbart sich seinem waffenvernarrten Kollegen Stevie.
Die beiden Verlierer steigern sich in ihre Leidenschaft und entwickeln



                                    43
schon bald ein ganz neues, nie gekanntes Selbstbewusstsein. Gemeinsam
gründen sie in einem verlassenen Minenschacht einen geheimen Club, die
„Dandies“, und sammeln weitere Außenseiter ihrer Heimatstadt um sich. Der
Kodex der „Dandies“: „Ziehe niemals deine Waffe, um zu töten.“ Doch Regeln
sind dazu da, um gebrochen zu werden: Als Dick vom Sheriff als
Bewährungshelfer angeheuert wird, zieht das Unheil herauf ... Nach dem
Drehbuch von Lars von Trier erzählt Thomas Vinterberg ein packendes und
kraftvolles Drama um Einzelgänger- und Außenseitertum, Sinnsuche und die
Flucht in die eigenen Träume. Gänzlich in Freiluftateliers in Deutschland
und Dänemark gedreht, erschafft sich Vinterberg sein eigenes prototypisches
Amerika, um wie in einem entrückten Labor seine radikale, moralisierende
und – das ist das Entscheidende – mehrdeutige Parabel zu entwickeln. „Dear
Wendy“   ist   gerade  deshalb   so   eindrucksvoll,   weil  er   unzählige
Interpretationen zulässt und so die Komplexität der Welt abbildet. Die
Dandies, sie sind ein amerikanisches Selbstmordkommando, Soldaten und
Terroristen in einem. Sie erinnern an Butch Cassidy und Sundance Kid und an
die Attentäter der Columbia High.“ (epd)

Do, 24.11. - So, 4.12., 20.30


Kino auf Salzau –
eine Kooperation von Landeskulturzentrum Salzau und KoKi

In   weihnachtlichem   Umfeld   bieten       wir   Filmvergnügen     pur     in     der
Konzertscheune in Salzau:

Sa, 26.11.

15.00
„Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen“
Regie: Franziska Buch. D 2004. 114 Min. Keine Altersbeschränkung.
Darsteller: Sidonie von Krosigk, Katja Riemann, Corinna Harfouch u.v.a.

19.00
„Die Kinder des Monsieur Mathieu“
Regie: Christophe Barratier. F 2004. 97 Min. Cinemascope. Darsteller :
Gérard Jugnot, Francois Berléand, Kad Merad, Jean-Paul Bonnaire, Marie
Bunel, Paul Chariéras

So, 27.11.

15.00
„Die wilden Kerle 2“
Regie: Joachim Masanek. D 2005. 89 Min. Ohne Altersbeschränkung.
Ausgezeichnet   mit  dem   Deutschen   Filmpreis.  Darsteller:   Jimi   Blue
Ochsenknecht, Sarah Kim Gries, Raban Bieling, Tim Wilde, Uwe Ochsenknecht

19.00
„Darf ich bitten?“
Regie: Peter Chelsom. USA 2004. 106 Min. Frei ab 12. Darsteller: Richard
Gere, Jennifer Lopez, Susan Sharandon

Weitere Veranstaltungen am 10. + 11.12. Also: Schal um den Hals,
Ohrenschützer auf und ab aufs Land. Für Stärkung vor Ort wird gesorgt.


Das Dezemberprogramm des KoKi stand bei Redaktionsschluss von infomedia-
sh.aktuell nur als PDF-Datei im Überblick zur Verfügung: Download hier.

Download   des   gesamten   Programms    im    Originallayout      als     pdf    unter
www.diepumpe.de.



                                        44
                         -------------------------
                         lichtton – Filmmusik-News
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„Peter Lundt, blinder Detektiv“ ermittelt wieder

Am 28.10.05 erschien im hörformat Verlag der vierte Teil der Hörspielreihe
„Peter Lundt: Blinder Detektiv“ mit dem Titel „Peter Lundt und das Wunder
vom Weihnachtsmarkt“, ein Kriminalhörspiel des Lübecker Drehbuch- und
Hörspielautors Arne Sommer.

Inhalt

Peter Lundt hasst Weihnachten leidenschaftlich! Und nun wird der Detektiv
von einer Klientin ausgerechnet damit beauftragt, den Weihnachtsmann zu
suchen. Was wie ein übler Scherz beginnt, entwickelt sich bald zu Lundts
mysteriösestem Fall. Auf dem Lübecker Weihnachtsmarkt ereignen sich Dinge,
die über das natürliche Maß an Weihnachtsirrsinn weit hinausgehen. Dabei
spielt ein als Weihnachtsmann maskierter Unbekannter eine geheimnisvolle
Rolle. Was für ein Ziel verfolgt der Rote Rächer, der Verbrecher in die
Flucht schlägt, Skinheads verprügelt und Kinderwünsche auf ganz eigene Art
erfüllt? Lundts Ermittlungen führen mitten ins Herz der Weihnacht – und
enden an einem Heiligen Abend, den so schnell keiner vergessen wird.

Witzige Dialoge, eine Prise Erotik und jede Menge frecher Situationskomik
kennen die Hörer bereits aus der Feder von Arne Sommer, dem Autor der
Serie. Sie werden auch diesmal auf ihre Kosten kommen. Wieder sind es Mark
Bremer, Elena Wilms, Angela Quast und Tetje Mierendorf, die den
Hauptfiguren stimmlichen Glanz verleihen.

Aber etwas ist anders, als in den Teilen 1 bis 3. In der vorliegenden
Episode spricht Wolfgang Völz die Episodenhauptrolle des Rupert Becker
alias der Weihnachtsmann. Wolfgang Völz ist bekannt aus unzähligen
Fernsehrollen (u.a. „Raumpatrouille Orion“) und als die Stimme von Käpt‟n
Blaubär. Der hörformat Verlag hat bislang in seinen Produktionen bewusst
auf Prominenz verzichtet, doch diesmal machte es Sinn. Wer könnte den
Weihnachtsmann trefflicher geben als Wolfgang Völz?

Hörproben und mehr Infos unter www.hoerformat.de.

(nach einer Pressemitteilung des hörformat Verlags)

                                    ***

Das Auge hört mit

„Orchesterzyklus“ von Jens Schliecker und Nils Rohwer auf CD

Musik, die einfach nur Musik ist, oder solche, die Bilder, Sinneseindrücke
des Auges, zu schaffen oder zumindest nachzuahmen versucht, an diesen
beiden Möglichkeiten scheiden sich die Geister wohl, seit es Musik gibt.
Die Kieler Komponisten Jens Schliecker und Nils Rohwer, auch bekannt als
Duo „Piano meets Vibes“, liefern mit ihrem 1999 komponierten und jetzt auf
CD erschienenen „Orchesterzyklus für Klavier, Vibrafon, Marimba und
Orchester“ zu dieser Debatte einen Beitrag, der deutlich von ihren
filmmusikalischen Aktivitäten geprägt ist.

Was die beiden in diesem Bereich neben einem neuen Soundtrack zu Fritz
Langs „Metropolis“, der jüngst im KoKi wieder zu hören war, „nur“ als
Untermalung von TV-Serien wie „Die Rettungsflieger“ geleistet haben, wird
jetzt sozusagen auf Hollywood-Niveau gebracht. Die drei Sätze des
„Orchesterzyklus“ lassen sich nämlich durchweg so dramatisch hören, als


                                    45
seien sie für einen Film geschrieben, der nur noch nicht gedreht ist, außer
im Kopf des Hörers. Minimalistische Avancen bei der rhythmischen
Organisation des Zyklus, Melodik und Harmonik, die an Jazz angelehnt sind,
hin und her, letztlich werden „Soundscapes“ gemalt und das zum Teil mit
ziemlich dickem Farbauftrag. Solche „Showeffekte“ mag man Schliecker und
Rohwer ankreiden, zum Konzept der Klangmalerei passen sie allemal und sind
synästhetisch eindrücklich, wenn nicht fürs äußere Ohr, dann umso mehr fürs
innere Auge.

Vergleichsweise spröde oder auch musikalischer im Sinne absoluter Musik
wirken dagegen die Bonustracks der CD, Live-Mitschnitte der Kompositionen
„Music 4/4“, „Steps 1-4“ und „Mimikry 2“, gespielt vom Quartett „Music
4/4“. Diese haben Schliecker und Rohwer speziell für ihre Schüler Jon
Lindenberg, Merle Schöttke, Lars Winderling und Martin Nielsen komponiert,
die damit 1999 und 2002 den 1. Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend
musiziert“ gewannen. Hier sind die Strukturen vor allem polyrhythmisch
orientiert,    das    melodische    Element,   eingängige   Loops,   ist  ein
minimalistisch    dienendes,   auch    wenn  wie   in  „Steps“   wiederum ein
außermusikalisches Konzept von Lebensrhythmen zwischen Schrittfolge und
Herzschlag dem mithörenden Auge sichtbar wird. (jm)

Jens Schliecker, Nils Rohwer:     Orchesterzyklus.   Toptone   LC   10793.   Infos
unter www.piano-meets-vibes.de.


               ---------------------------------------------
               aufgemerkt – Veranstaltungs- und andere Tipps
               ---------------------------------------------

Klassiker jenseits des Kanons

Ringvorlesung „Filmklassiker“ an der CAU

Was man gelesen und gesehen haben muss, nicht nur die „Süddeutsche Zeitung“
meint es mit ihrer Buch- und DVD-Reihe zu wissen. Die Diskussion um einen
neuen Kanon ist voll entbrannt. Jan-Oliver Decker, Junior-Professor für
Literaturwissenschaft und Medien an der Kieler Uni, ist da skeptisch. Mit
der von ihm organisierten Ringvorlesung „Filmklassiker“ setzt er Akzente
auch jenseits des kanonisch Klassischen.

Kanon, das sei „die Fiktion der Rekonstruktion eines kulturellen
Gedächtnisses“, sagt Decker. Seine Auswahl, die neben „Klassikern“ wie
Fritz Langs „Metropolis“ auch den Blockbuster „Terminator II“, die Edgar
Wallace-Verfilmung „Der Hexer“ und als Beispiel für den wegweisenden
tschechischen Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ enthält, fragt
nicht nach Klassik, sondern danach, „wie Filme mit ihrem prototypischen
Charakter Genres geprägt haben“. Die Unterscheidung zwischen „E“ und „U“,
zwischen Hoch- und Populärkultur sei obsolet, meint Decker. Vielmehr ging
es ihm bei der Programmgestaltung um die „Austauschprozesse zwischen
beiden“. Beispiel: „Metropolis“ fiel seinerzeit beim Publikum durch, musste
neu geschnitten werden. Aber mit Giorgio Moroders Neufassung wurde der Film
plötzlich Pop, Poster davon hingen in Studenten-WGs und solche neue
Popularität    veranlasste    wiederum   Filmwissenschaftler    zu    einer
Rekonstruktion der Originalfassung.

Spielen mit dem Kanon – die Kulturen, gleich ob hoch oder trivial, tun das
längst. Und dass die Wissenschaft populärkulturelle Texte ernst nimmt,
untersucht, wie etwa der Heimatfilm „Grün ist die Heide“ kulturelles Erbe
enthält und fortschreibt, befreit die Wissenschaft aus dem Elfenbeinturm.
Mit der Ringvorlesung will Decker nicht zuletzt die Universität öffnen, das
öffentliche   Denken   vernetzen,   einem   Laienpublikum   Medienkompetenz
vermitteln und Filme, die jeder kennt, „neu sehen in ihren jeweiligen
kulturellen Kontexten“. „Ich verstehe mich da fast als Ethnologe“, sagt


                                      46
Decker:   Fremde   Kulturen,   fremd   durch   ihren   zeitlichen   Abstand,
rekonstruieren, aber nicht für einen Kanon, sondern als „bunten Strauß“.

Zu sehen sind die 15 „Filmklassiker“ jeweils montags im Kommunalen Kino
oder im Audimax. Die Vorlesungen finden dienstags 18.15 Uhr im Hörsaal 3 in
der Olshausenstr. 75 statt. Zum Vernetzungskonzept gehört auch, dass man
die Vorträge im Internet verfolgen kann unter www.literaturwissenschaft-
online.uni-kiel.de, wo sich auch das komplette Programm findet. (jm)

                                    ***

Himmelsrichtungen von Kunst und Wissenschaft

Das Forum der Muthesius Kunsthochschule erkundet mit dem Symposion „Fülle
und Leere“ den Einfluss östlicher Ästhetik auf den Westen.

Der Blick des Westens gen Osten ist ebenso en vogue wie er ganz alt ist.
Schon bei den Vorsokratikern gebe es Affinitäten zur ganzheitlichen
Betrachtungsweise fernöstlicher Philosophien im Gegensatz zum dualistischen
Denken des Westens, weiß Petra Maria Meyer, Intendantin des Forums der
Muthesius Kunsthochschule, die unter dem Titel „Fülle und Leere“ ein
„Interdisziplinäres   Symposion   im  experimentellen   Raum  des    Forums“
organisiert hat, das von Donnerstag bis Sonnabend, begleitet von Workshops
in   der  darauf   folgenden  Woche,  Kunst   und  Wissenschaft   auf   ihre
Himmelsrichtungen abklopfen wird.

Ein Blick auf den von den Muthesius-Studentinnen Sybille Dörfler und Sandra
Gerstenfeldt gestalteten Programm-Flyer deutet bereits an, worum es in
dieser   Vortragsreihe   geht,   die    dem   eher  nach   außen,   in   die
Wissenschaftsgemeinschaft   gerichteten   Impetus  der   „Interdisziplinären
Wochen“ die internen Erkenntnisinteressen der Hochschule gegenüberstellt.
Schriftzeichen werden auf dem Flyer zu ganz körperlichen Bewegungen. Geist
meets Leib – wie im Vortrag „Qigong mit dem Pinsel“ (19.11., 10 Uhr), wo
Gudula Linck, Sinologin an der CAU, die chinesische Kalligrafie als
Leibesübung begreift. Wer schreibt, malt, designt, filmt oder musiziert,
der vollzieht auch immer eine Bewegung des Körpers, nicht nur des Geistes.
Das Ich, jenes westliche Konstrukt vom Humanismus bis zur Aufklärung, ist
aus östlicher, buddhistischer Sicht nur ein Schimäre, die den Blick auf die
Ganzheit der Welt eher verstellt und dennoch im Dialog zwischen Individuum
und ihr beides erfahrbar macht. Wo der Westen wissenschaftlich zergliedert,
ist der Osten die von Philosophen wie Nietzsche begierig rezipierte Wiege
der Leibphilosophie, die Duales verbindet statt es zu trennen.

Welche Richtung hat der Himmel? Vielleicht jene, die westliche Künstler in
der Auseinandersetzung mit östlichen Wahrnehmungsweisen immer wieder
magisch anzog. Norbert Schmitz forscht dem am Beispiel der Filmemacher
Eisenstein und Tarkowskij nach (19.11., 16.30 Uhr), die Wiener Koryphäe
Sang Kyong Lee untersucht die „Einflüsse des Noh auf Theaterkonzeptionen
des Westens“ (17.11., 19.30 Uhr) und schlägt damit die Brücke zu John Cages
„Befreiung der Zeit“ in der Musik, die Petra Maria Meyer in ihrem Vortrag
„Zeit als Kunstmaterial“ beleuchtet (18.11., 18.30 Uhr).

Kunst und Wissenschaft als gleichwertige, sich gegenseitig befruchtende
Erkenntnismedien, darin sieht Meyer nicht nur die Botschaft des Ostens für
den Westen, sondern auch eine Chance zur Profilierung der Muthesius
Kunsthochschule. Der in „Fülle und Leere“ ausgebreitete west-östliche Diwan
wird dazu die „experimentelle“ Sitzgelegenheit bieten. Denn was Künstler
über die Jahrhunderte immer wieder vollzogen haben, eine einende
Auseinandersetzung  zwischen   westlicher  und   östlicher  Kultur,   haben
Wissenschaft und Lehre noch nicht unbedingt rezipiert. „Fülle und Leere“
soll ein Schritt in diese ganz und gar nicht diametralen Himmelsrichtungen
sein. (jm)



                                     47
Öffentliche Vorträge ab 17.11., 19.15 Uhr in der Aula der Muthesius
Kunsthochschule. Detailliertes Programm unter www.muthesius.de/forum.

                                    ***

DÉJÀ VU – 25 Jahre Galerie NEMO

Die Galerie NEMO wurde im Herbst 1980 von Norbert Weber mit dem Ziel
gegründet, sich speziell mit der Kunst aus den nordeuropäischen Ländern
auseinander zu setzen. Das Projekt NEMO wurde trotz des Handicaps der
Randlage abseits der Zentren des deutschen Kunstgeschehens ein Erfolg. Dazu
beigetragen haben eine professionelle, internationalen Maßstäben gerecht
werdende Galerieführung, eine kompromisslose Qualitätsauswahl und die
Unabhängigkeit   von  kommerziellen   Zwängen,   die  aus  Einkünften   der
angeschlossenen Radierwerkstatt garantiert wurde.

In den vergangenen 25 Jahren wurden in der Galerie ca. 100 Künstler
vorgestellt. Wichtige Werke der nordeuropäischen Kunst der 80er Jahre
wurden zum ersten Mal in Eckernförde gezeigt und danach erst im
Herkunftsland, wie z.B. die große Installation „Gitter“ (1983) der
schwedischen Künstlerin Stina Ekman (heute in der Sammlung des Moderna
Museet, Stockholm 1985). Bei NEMO haben junge Künstler debütiert und
etablierte ihre Werke gezeigt. Zu den Künstlern, die bei NEMO anfingen,
gehört z.B. Carsten Höller (1988 erste Einzelausstellung), der 1997 auf der
documenta 10 in Kassel mit seinem „Haus für Schweine und Menschen“
international bekannt wurde. Unvergessen ist das Projekt „Ambient City“ ein
Kunstradio, das 1997 sechs Wochen lang mit Kunst und Ambient Sounds für
Aufsehen und -hören sorgte. NEMO hat nicht aufgehört, auch jüngste
Kunstformen und Künstler vorzustellen. Die Ausstellung „Riga Line Up“
stellte   2004   Videokunst  aus   Lettland   vor.   Sämtliche  beteiligten
Künstlerinnen und Künstler waren jünger als 30 Jahre.

Zum silbernen Jubiläum der Galerie eröffnet      NEMO am Samstag, dem 10.
Dezember um 17 Uhr eine Ausstellung mit          25 Werken aus vergangen
Ausstellungen, eines aus jedem Jahr seit 1980.

Galerie NEMO, Bootshaus am Südstrand, 24340 Eckernförde, Tel.: 04351-
712500, Fax: 01212-6688008866, E-Mail: norweb@web.de, www.gonemo.com.

(nach einer Pressemitteilung der Galerie NEMO)

                                    ***

Lehrer-Vorführung von „Merry Christmas“

Für Sonntag, den 27. November 2005 laden der BildungsCent e.V. und die
CinemaxX AG im Rahmen des Programms Learning by Viewing Lehrerinnen und
Lehrer zu einer kostenlosen Filmvorführung von „Merry Christmas“ ein.

„Merry Christmas“ beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich 1914 am
ersten Weihnachten im Ersten Weltkrieg an der Westfront zugetragen hat.
Während sich deutsche, französische und britische Truppen eigentlich in
einem brutalen Stellungskrieg befinden, kommt es am Heiligabend zu einer
Verbrüderung zwischen den Soldaten. Dem französischen Regisseur Christian
Carion gelingt mit „Merry Christmas“ ein überzeugender Anti-Kriegsfilm. Der
von ihm beschriebene kleine Frieden im großen Krieg – laut Carion kein
Einzelfall an der Front – stellt den bewaffneten Konflikt eindrücklich in
Frage.

Die Lehrer-Vorführung findet im CinemaxX Kiel am 27.11., 11 Uhr statt.
Lehrerinnen und Lehrer haben die Möglichkeit bis Freitag, den 25. November
2005 um 15 Uhr über das Bestellformular unter



                                    48
www.bildungscent.de/kino_bestellung1.html   kostenlose   Karten   für   die
Vorführung von „Merry Christmas“ anzufordern.

Pädagogisches Begleitmaterial zum Film findet sich als PDF-Dokument unter
www.merrychristmas-derfilm.de/downloads/mc_begleitmaterial.pdf.

(nach einer Pressemitteilung des BildungsCent e.V.)




                                    49

				
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posted:11/11/2011
language:German
pages:49