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Lee_2003_Volltext_Oko-Netzwerken

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									Bewertung der Forschungsaufgaben
und die Naturschutzpolitik, insbesondere
die Öko-Netzwerke der Europäischen Union


Von
Professor Dr.-Ing. habil. Yeong Heui Lee

In: Symposiumsband: Internationales Symposium "Methoden der
Gestaltung von ökologischen Korridoren in städtischen Räumen",
College of Life and Environmental Science, Korea University
(Hrsg.), Seoul 2003.




Gliederung:
1. Einleitung
2. Notwendigkeit des Aufbaus eines Biotopverbundsystems
3. Lebensraumschutz-Politik der Europäischen Union
    3.1 Europäisches Öko-Netzwerk "Natura 2000"
    3.2 Strategische Umweltprüfung
    3.3 Umsetzung des Europäischen Öko-Netzwerks unter besonderer
         Berücksichtigung des Beispiels Deutschland
    3.4 Schutz der Biodiversität sowie der Biotope durch nachhaltige
         Raumnutzung
    3.5 Tendenz der Naturschutzpolitik der Europäischen Union
4. Empfehlungen für die Verbesserung der städtischen ökologischen
    Umwelt
5. Bewertung der Forschungsaufgaben
Literatur:
Yeong Heui Lee



Abstract

Seit mehreren Jahrzehnten wird eine verstärkte Ökologisierung der
Raumplanung gefordert und in der Theorie diskutiert. Zahlreiche Staaten,
einschließlich der EU-Mitgliedstaaten, lassen Bemühungen dieser Art er-
kennen, sowohl in der Forschung als auch in der praktischen Politik, ins-
besondere auch im Rahmen lokaler Agenden 21. Die ökologische Moder-
nisierung, insbesondere die Verwirklichung eines effektiven und effizien-
ten städtischen Naturschutzes zur Erhöhung der Umweltqualität, vor al-
lem in hoch verdichteten Räumen, bilden für die nachhaltige Stadtpolitik
eine besondere Herausforderung.

Beispielsweise hat die Metropole Seoul im Jahre 1997 in ihrer Seoul-
Agenda 21 das Leitbild eines "grünen Seoul" festgelegt. Hierzu sind kon-
krete Teilbereichsziele formuliert worden, wie die partizipative Entwick-
lung einer menschengerechten Stadt Seoul, die Rückführung der Wildtie-
re in die Stadt und die Errichtung von fußgängerfreundlichen menschen-
gerechten Straßen.

Das in dem Beitrag erörterte im Auftrag des Umweltministeriums durch-
geführte Forschungsvorhaben: "Methoden der Gestaltung von ökologi-
schen Korridoren in städtischen Räumen", Rahmen des Programms zur
"Wiederherstellung und Management-Technologien der ökologischen
Umwelt", qualifiziert sich als Grundlagenforschung für die Ökologisie-
rung von Städten und ihre ökologische Modernisierung. Das Forschungs-
team erarbeitet auf der Basis der Ökosystem-Theorie neue holistische
Ökologisierungsmethoden für Städte und bringt diese Methoden in
hochverdichteten städtischen Gebieten beispielhaft zur Anwendung.

In diesem Zusammenhang erörtert der Beitrag die Notwendigkeit der
ökologischen Modernisierung von Städten unter Betrachtung holistischen
Aspekte und der nachhaltigen Stadtentwicklung und behandelt als Bei-
spiel die Naturschutzpolitik unter besonderer Berücksichtigung von Öko-
Netzwerken in der EU. Weiterhin werden erörtert sowohl Methoden der
Gestaltung von ökologischen Korridoren in Agglomerationsräumen und
Renaturierungs- und Management-Technologien bezüglich der ökologi-


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schen Umwelt im allgemeinen, als auch eine Reihe von konkreten Emp-
fehlungen, Anregungen und Ideen für die Realisierung des Forschungs-
vorhabens. Die Verfasserin betont, das F+E-Vorhaben diene der Verwirk-
lichung unter anderem des Grundziels "lebenswerte Stadt", eines Grund-
ziel der langfristigen Stadtentwicklungsplanung der Metropole Seoul
(1997 - 2011) sowie des Grundziels "grünes Seoul" der Seoul Agenda 21,
ferner des Ziels "mit der Natur harmonisiertes grünes Land", das zugleich
auch eines der Grundziele des Vierten Gesamtlandes-Entwicklungs-Plans
(2000 - 2020) der Republik Korea ist.




1. Einleitung

Nach der Agenda 21 der in Rio de Janeiro stattgefundenen Konferenz der
UNO ist die Umsetzung des Prinzips der nachhaltigen Entwicklung zu
einem globalen Politikziel geworden. Der Schwerpunkt der nachhaltigen
Stadtentwicklung liegt dabei in der Reduktion der Umwidmung von na-
türlichen Flächen und der Vermeidung der weiteren Ausuferung der
städtischen Randzonen durch Intensivierung der Nutzung der vorhande-
nen städtischen Gebiete, die Förderung der Wiedernutzung früherer In-
dustrie-, Militär-, öffentlicher Infrastruktur- sowie sonstiger Brachflächen,
weiterhin durch die effektiverere Nutzung der vorhandenen Flächen, die
ökologische Modernisierung der Siedlungsflächen sowie durch generelle
Verbesserung der Umweltqualität durch Maßnahmen der Stadtsanierung,
der Stadterneuerung, der Strukturverbesserung städtischer Räume und
des flächensparenden Bauens und durch Stärkung der ökologischen
Funktionen der Böden und der Weiterentwicklung der Siedlungsflächen
unter Berücksichtigung der Umwelttragfähigkeit durch Förderung des
Recycelns kontaminierter Böden und Beschränkung der Flächenversiege-
lung etc.

Die Notwendigkeit der Ökologisierung der Raumplanung wird seit meh-
reren Jahrzehnten gefordert und in der Theorie diskutiert. Viele Staaten
einschließlich der EU-Mitgliedstaaten führen im Rahmen lokaler Agen-
den 21 nachhaltige Stadtentwicklungen sowie Stadtökologisierungspla-

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nungen. Die Neuentwicklung der Städte, insbesondere die Verwirkli-
chung eines effektiven und effizienten städtischen Naturschutzes und die
Erhöhung der Umweltqualität, insbesondere der verdichteten Räume,
bilden eine besondere Herausforderung der nachhaltigen Stadtpolitik.

Die Metropole Seoul hat im Jahre 1997 die Seoul-Agenda 21 verkündet
und darin das künftige Leitbild eines "grünen Seoul" festgelegt. Um dies
zu verwirklichen sind unter anderem als Teilbereichsziele formuliert
worden die partizipative Entwicklung einer menschengerechten Stadt
Seoul, die Rückführung der Wildtiere in die Stadt und die Errichtung von
Straßen, die zum Spazierengehen einladen.

Das Forschungsprojekt "Methoden der Gestaltung von ökologischen Kor-
ridoren in städtischen Räumen", das im Rahmen des Programms zur
"Wiederherstellung und Management-Technologien der ökologischen
Umwelt" durchgeführt wird, qualifiziert sich als Grundlagenforschung
für die Ökologisierung von Städten und deren ökologische Modernisie-
rung. Das Forschungsteam will einerseits auf der Basis der Ökosystem-
Theorie neue Ökologisierungsmethoden für Städte erarbeiten, anderer-
seits die erarbeiteten Methoden in hochverdichteten städtischen Gebieten
beispielhaft zur Anwendung bringen.

Diese Forschungsarbeit wird einen Beitrag leisten zur Verwirklichung des
Grundziels "lebenswerte Stadt", eines Grundziel der langfristigen Stadt-
entwicklungsplanung der Metropole Seoul (1997 - 2011) sowie des
Grundziels "grünes Seoul" der Seoul Agenda 21, ferner des Ziels "mit der
Natur harmonisiertes grünes Land", das zugleich auch eines der Grund-
ziele der Vierten Gesamtlandes-Entwicklungs-Planung der Republik Ko-
rea ist.




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2. Notwendigkeit des Aufbaus eines Biotopverbundsys-
   tems

Um die heimische Flora und Fauna wirkungsvoll zu schützen, genügt es
nicht, nur einige besonders bedeutsame Standorte oder einzelne Arten
unter Schutz zu stellen. Es muss vielmehr die gesamte Vielfalt der ökolo-
gischen Lebensräume (Biotope) und der ökologischen Lebensgemein-
schaften (Biozönosen) erhalten und gesichert werden. Um geschützte
Tier- und Pflanzenarten, die in Freiräumen leben, dauerhaft zu erhalten
und die Funktionsfähigkeit ihrer ökologischen Interdependenzen und die
Möglichkeiten des genetischen Austauschs zu erhalten, ist eine räumliche
Verbindung zwischen den einzelnen Biotopen erforderlich.

Eckpunkte eines solchen Netzwerks sind die ökologisch besonders be-
deutsamen Gebiete, vor allem die Schutzgebiete und die geschützten Bio-
tope in ihrer landschaftstypischen Vielfalt. Diese Kernflächen benötigen
zum Ausschluss schädlicher Randeinwirkungen entsprechende Pufffer-
zone. Zur Entwicklung des landesweiten Biotopverbundsystems werden
diese für die wirksame Naturschutzarbeit bedeutsamen Flächen durch
Gestaltung und Pflege standörtlich geeigneter Bereiche und Landschafts-
strukturen räumlich miteinander verbunden bzw. vernetzt. Für diesen
Biotopverbund bedarf es vor allem standörtlich, also vom Boden, Was-
serhaushalt und vom Kleinklima her geeigneter Flächen, um eine dauer-
hafte Wiederbesiedlung mit heimischen Arten zu ermöglichen. Als Ver-
bundstrukturen kommen beispielsweise Randflächen von Äckern, Wie-
sen, Wegen und Uferrandstreifen in Betracht, ferner Landschaftselemen-
te, wie Hecken, Böschungen oder Waldräume, ebenso Trittsteinbiotope
wie Kleinwässer und schließlich Verbindungszonen, insbesondere Talau-
en mit ihren Gewässern.

Zum Schutz der Arten sind die vorhandenen Biotope langfristig zu erhal-
ten und zu sichern, naturnahe Biotope durch Pflegemaßnahmen zu erhal-
ten, alle Lebensräume, soweit nötig, in ihrer ökologischen Funktionsfä-
higkeit zu verbessern, in ihrer Funktionsfähigkeit gestörte Bereiche zu
sanieren und zu regenerieren und nach Möglichkeit miteinander zu ver-



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binden. Darüber hinaus sollen insbesondere für die in ihrer Existenz ge-
fährdeten Tier- und Pflanzenarten neue Lebensräume entwickelt werden.

In der Gegenwart ist die Landschaft durch die Anforderungen konkurrie-
render gesellschaftlicher Nutzungen geschädigt und zum Teil zerstört.
Durch Zunahme der Verinselungsphänome der vorhandenen Ökosys-
temgebiete wird die wechselseitige Verbindung der verschiedenen Orga-
nismen verhindert. Für die Existenzfähigkeit der ökologischen Lebens-
gemeinschaften der Lebewesen sind bestimmte Mindestgrößen der Bio-
tope erforderlich. Heute werden auch in ausgewiesenen Schutzgebieten
diese Mindestgrößen zumeist unterschritten. Dies ist eine wichtige Ursa-
che für den Rückgang der Arten oder ihre Gefährdung und schließlich für
ihr Aussterben.

Der Zweck des Biotopverbunds ist der Schutz der gefährdeten Lebens-
raumtypen oder der für diese Arten erforderlichen Lebensräume. Auch
ist erforderlich, durch Vergrößerung der Lebensräume für gefährdete
Tier- und Pflanzenarten deren langfristige Existenz zu ermöglichen. Bei
Biotopverbundsystemen unterscheidet man vier Kategorien:

1. Kerngebiet des Biotopverbundsystems. Insoweit handelt es sich um
   einen großflächigen Lebensraum, in dem gefährdete Tier- und Pflan-
   zenarten langfristig leben können. Die Mindestgröße dieses Kernge-
   biets sollte 100 ha betragen.

2. Trittsteingebiet des Biotopverbundsystems. Bei einem Trittsteingebiet
   handelt es sich um den Verbindungsraum zwischen Kerngebieten.
   Diese Gebiete haben eine geringere Größe. Sie ermöglichen eine vor-
   läufige Besiedlung durch die Arten.

3. Wanderungswege sind schmale Flächen, welche die Kerngebiete und
   Trittsteingebiete miteinander verbinden.

4. Verschiedene Gebiete, bei denen die Flächennutzung extensiviert ist,
   um die Isolation der natürlichen Lebensräume zu reduzieren.

Die Landschaft ist Ausdruck der Natur und des menschlichen Handelns.
Die Menschen, insbesondere seit der Industrialisierung, haben zu jeder


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Zeit die Natur genutzt, soweit es die technischen Möglichkeiten zuließen.
Die Natur und die Landschaften wurden durch die Lebensweise der Ge-
sellschaft gestaltet und verändert. Unsere Lebensräume insgesamt wur-
den in "Kulturlandschaften" verändert. Dies sind dauerhaft überformte
Naturlandschaften. Die Geschwindigkeit und Intensivität der Verände-
rungen wurde durch willentliche menschliche Entscheidungen bestimmt.
Heutzutage sind die Räume, welche durch Menschen in ihren ökologi-
schen Funktionen nicht gestört und naturbelassen sind, äußerst selten
geworden. Auch die naturnahen Lebensräume sind minimiert und sogar
diese Räume sind in verschiedener Weise fragmentiert, isoliert und in un-
terschiedliche Kulturlandschaftstypen aufgeteilt.

In Mitteleuropa hat sich die Fragmentierung der Naturlandschaft als
Hauptursache für die Reduzierung der Arten sowie der Minderung der
Diversität der Lebensräume herausgebildet (Jaeger 2001). Diese Proble-
matik wird seit 30 Jahren in der wissenschaftlichen Welt und auch im po-
litischen Bereich als wichtiges Umweltthema erkannt, jedoch bis heute
wurden dagegen effektive und durchgreifende Maßnahmen nicht ergrif-
fen. Freiflächen und intakte Landschaftsstrukturen sind Indikatoren für
die nachhaltige Entwicklung der Städte. Die Diversität der Arten ist ein
Schlüsselindikator für die ökologische Qualität der Landschaft. Die Pla-
nung vernetzter Biotopsysteme ist ein Instrument zum Schutz von Kul-
turlandschaften, sowie für die Wiederherstellung der Biodiversität und
Lebensfähigkeit der Landschaft und des Schutzes und der Wiederherstel-
lung der Einzelbiotope und der Beziehungen zwischen Einzelbiotopen
und Biotopsystemen.

Der Naturschutz tritt mit der Phase der Entwicklung von Biotopverbund-
systemen in eine neue Phase der Entwicklung. Ein Biotopverbundsystem
auf Landesebene indiziert einen Überblick über den Arten- und Biotop-
schutz im Lande und unterstützt ökologische Entscheidungen in der Re-
gionalplanung und Bebauungsplanung. Eine Biotopverbundplanung ist
eine interdisziplinäre Arbeit, die theoretische Beiträge der Ökologie, Bio-
logie, Bodenkunde, Wasserwirtschaft, Landschaftsplanung etc. erforder-
lich macht und erfordert die Beteiligung und Kooperation von nicht nur
den zuständigen Verwaltungsbehörden, sondern auch den Naturschutz-


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verbänden, den Regionalverbänden, den Interessengruppen und den Pri-
vatpersonen.



3.   Lebensraumschutz-Politik der Europäischen Union

3.1 Europäisches Öko-Netzwerk "Natura 2000"

Die Europäische Gemeinschaft hat am 21. Mai 1992 die Richtlinie zur Er-
haltung der natürlichen Lebensräume sowie der Wildtiere und -pflanzen
(FFH-Richtlinie) verabschiedet. Der Hintergrund des Erlasses derselben
ist das Streben nach Erhaltung der Biodiversität und die Verhinderung
der Verschlechterung der natürlichen Lebensräume in den Gebieten der
Europäischen Gemeinschaft sowie Maßregeln gegenüber ernsthaften Ge-
fährdungen der unterschiedlichen Tier- und Pflanzen-Arten. Dafür waren
übergreifende Maßnahmen im Gebiet der EG erforderlich. Mit dem Erlass
der FFH-Richtlinie wurde auf der europäischen Ebene eine umfassende
politische und rechtliche Grundlage zum Schutz der natürlichen Lebens-
räume sowie den Schutz der wildlebenden Tiere und Pflanzen geschaf-
fen. Hauptziel dieser rechtlichen Regelung ist unter Berücksichtigung
wirtschaftlicher, gesellschaftlicher kultureller und regionaler Anforde-
rungen die Förderung der Erhaltung der Biodiversität und ihrer Wieder-
herstellung, die nachhaltige Sicherung der Lebensräume für Tiere und
Pflanzen und ihre Lebensgemeinschaften, die Umsetzung der Ziele der
Agenda 21 von Rio sowie der Aufbau des europäischen Öko-Netzwerks
"Natura 2000".

Der Kern dieser Regelung ist die Ausweisung von Sonderschutzgebieten
innerhalb der Lebensraum-Typen nach Anlage I der FFH-Richtlinie sowie
der geschützten Arten nach Anlage II. Diese Sonderschutzgebiete werden
mit den Vogelschutzgebieten, die durch die EG-Richtlinie für die Erhal-
tung der Wildvögel ausgewiesen sind, verbunden. Alle zusammen bilden
das europäische Öko-Verbund-Systems Natura 2000. Die Richtlinie statu-
iert außerdem in Anlagen IV und V eine Sonderschutzregelung für die in
den Anlagen aufgelisteten Arten. Maßnahmen sind Aufbau entsprechen-
der Schutzgebiete, Aufbau von Grundlagen für die Renaturierung be-


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stimmter heimischer Tier- und Pflanzenarten, Verbot von Fang bzw. Jagd
der Arten nach Anlagen IV und V und Verbot des Handels mit bestimm-
ten Arten und des Besitzes derselben.

Nach der FFH-Richtlinie hat jeder Mitgliedsstaat der EU Maßnahmen
zum entsprechenden Schutz der Lebensräume für die jeweiligen Arten zu
ergreifen, die Ergebnisse zu beobachten und ein entsprechendes Monito-
ring durchzuführen über die durchgeführten Maßnahmen. Über die Er-
gebnisse der Beobachtungen sowie über den Stand der Erhaltung der Ar-
ten und Lebensraumtypen ist alle 6 Jahre der EU-Kommission zu berich-
ten. Der erste Bericht musste bis Ende 2001 einen allgemeinen Situations-
bericht über den Aufbau von Natura 2000 enthalten. Über die Ergebnisse
der vorgesehenen Maßnahmen müssen bis zum Juni 2007 detaillierte Be-
richte vorgelegt werden.

Die Richtlinien der Europäischen Union müssen in den Mitgliedsstaaten
durch nationale Rechtsvorschriften in das jeweilige nationale Recht um-
gesetzt werden. Die Durchführung der Maßnahmen erfolgt auf der natio-
nalstaatlichen Ebene. Im Falle Deutschland (das ein Bundesstaat ist)
mussten wegen der förderalstaatlichen Kompetenzverteilung die jeweili-
gen Bundesländer die Ausweisung der Schutzgebiete sowie die Bewer-
tung der Erhaltung des Zustandes nach der Richtlinie in eigener Landes-
zuständigkeit durchführen. Der Bericht, welcher der EU vorzulegen ist,
muss sich indessen auf die staatlichen bzw. biogeografische regionale
Ebene beziehen. Hinsichtlich der Daten muss die Vergleichbarkeit herge-
stellt und eine dementsprechende Datenstruktur angewendet werden.

Die einzelnen Mitgliedstaaten haben FFH-Gebietslisten vorzulegen. Diese
werden auf der EU-Ebene nach den Auswahlkriterien der EU-Kommis-
sion bewertet. Danach erfolgt für den Fall der Akzeptanz durch die
Kommission die Aufnahme in die Natura 2000-Netzwerk-Liste.

Die ausgewiesenen Gebiete dürfen nach ihrer Designation in ihrem quali-
tativen Zustand nicht verändert (verschlechtert) werden. Die EU-
Kommission hat regelmäßig einen Bericht über den Stand der Umsetzung
der FFH-Richtlinie zu fertigen. Ferner macht es die Richtlinie für die Mit-
gliedstaaten zur Pflicht, Pläne und Projekte, die auf die designierten Na-

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tura-2000-Gebiete erheblichen Einfluss ausüben können, auf ihre Verträg-
lichkeit mit den Vorgaben der Richtlinie hin zu prüfen.

Gegenwärtig sind ca. 10 % der Flächen Europas als FFH-Gebiete desig-
niert. Im Falle Deutschlands wurden bis zum März 2003 3.535 FFH-
Gebiete mit einer Flächengröße von 2.414.278 ha (davon 799.529 ha Küs-
tenflächen) angemeldet. Diese Flächen betragen ca. 6,8 % der Gesamtflä-
che des Staates. Innerhalb der europäischen Union steht Dänemark ge-
genwärtig mit ca. 24 % der Gesamtfläche des Staates an der Spitze der
angemeldeten Flächen.

Für die Durchführung der FFH-Richtlinie erfolgt eine finanzielle Unter-
stützung durch die EU-Kommission. Die finanzielle Förderung durch die
der Durchführung des Umweltschutzes dienenden LIFE-Verordnung der
EU (1973/92/EWG) gilt hauptsächlich Umsetzungsprojekten für die FFH-
Richtlinie und die Vogelschutz-Richtlinie (Lee 2000: 89-100).


3.2 Strategische Umweltprüfung

Im Jahre 2001 wurde auf EU-Ebene eine Neuregelung für den präventi-
ven Umweltschutz, die Richtlinie über die strategische Umweltprüfung
erlassen. Alle Mitgliedsstaaten müssen diese bis zum 21. Juli 2004 in nati-
onales Recht umsetzen.

Das Ziel dieser strategischen Umweltprüfung ist die Verpflichtung zur
frühzeitigen Überprüfung von Plänen und Programmen der Mitgliedstaa-
ten, welche auf die Umwelt erheblichen Einfluss ausüben können. Die
Richtlinie wird auf verschiedene politische Entscheidungsprozesse erheb-
lichen Einfluss ausüben. Durch diese wurde innerhalb der EU die bishe-
rige sog. Projekt-UVP durch eine Planungs-UVP ergänzt. Diese vorsor-
genden Umweltprüfungen werden für Umwelt und Natur innerhalb der
Europäischen Union einen erheblichen Einfluss haben.

Im Falle Deutschlands wird in Bezug auf die Umsetzung der strategi-
schen Umweltprüfung die Landschaftsplanung eine wichtige Rolle spie-
len (Herbert, Wilke 2003: 68). Die Landschaftsplanung ist nun allerdings


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wegen der Besonderheiten der Zuständigkeitsverteilung in Deutschland
(zweistufiges staatliches System, Länder mit eigener Staatlichkeit) keine
Bundesplanung, sondern eine Planung auf der Landesebene. Nach § 15
des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) werden die überörtlichen
Erfordernisse und Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschafts-
pflege für den Bereich eines Landes im Landschaftsprogramm oder für
Teile des Landes in Landschaftsrahmenplänen, die für die gesamte Fläche
eines Landes erstellt werden, dargestellt. Nach § 16 BNatSchG sind die
örtlichen (gemeindlichen) Erfordernisse und Maßnahmen des Natur-
schutzes und der Landschaftspflege auf der Grundlage des Landschafts-
programms oder der Landschaftsrahmenpläne in Landschaftsplänen flä-
chendeckend darzustellen. Die Landschaftsplanung soll sich nach den
ausdrücklichen Vorgaben des Gesetzes ganz konkret auf die ökologische
Umwelt und ihre künftige Gestaltung beziehen, denn gemäß § 14
BNatSchG sollen die Pläne Angaben enthalten über

1. den vorhandenen und den zu erwartenden Zustand von Natur und
   Landschaft,

2. die (durch den Plan) konkretisierten Ziele und Grundsätze des Natur-
   schutzes und der Landschaftspflege,

3. die Beurteilung des vorhandenen und zu erwartenden Zustands von
   Natur und Landschaft unter Berücksichtigung dieser Ziele und
   Grundsätze, einschließlich der sich daraus ergebenden Konflikte,

4. die Erfordernisse und Maßnahmen: (a) Zur Vermeidung, Minderung
   oder Beseitigung von Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft;
   (b) zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung bestimmter Teile von
   Natur und Landschaft sowie der Biotope und Lebensgemeinschaften
   der Tiere und Pflanzen wild lebender Arten; (c) auf Flächen, die wegen
   ihres Zustands, ihrer Lage oder ihrer natürlichen Entwicklungsmög-
   lichkeiten für künftige Maßnahmen des Naturschutzes und der Land-
   schaftspflege oder zum Aufbau eines Biotopverbunds besonders ge-
   eignet sind; (d) zum Aufbau und Schutz des europäischen ökologi-
   schen Netzes "Natura 2000"; (e) zum Schutz, zur Verbesserung der
   Qualität und zur Regeneration von Böden, Gewässern, Luft und Kli-

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     ma; (f) zur Erhaltung und Entwicklung von Vielfalt, Eigenart und
     Schönheit von Natur und Landschaft, auch als Erlebnis- und Erho-
     lungsraum des Menschen. Auf die Verwertbarkeit der Darstellungen
     der Landschaftsplanung für die Raumordnungspläne und Bauleitplä-
     ne ist Rücksicht zu nehmen.


3.3     Umsetzung des Europäischen Öko-Netzwerks unter beson-
        derer Berücksichtigung des Beispiels Deutschland

3.3.1 Aufbau des nationalen Biotopverbunds

In Deutschland wurde zum Zwecke der Umsetzung der FFH-Richtlinie
der EU in das nationale Recht, der Umsetzung der Ziele der Agenda 21
von Rio de Janeiro sowie der Umsetzung der Biodiversitäts-Abkommen
im Jahre 2002 das Bundes-Naturschutzgesetz novelliert. Seitdem orien-
tiert sich die Zielbestimmung des Gesetzes an dem Nachhaltigkeitsgebot
der Agenda 21 von Rio de Janeiro und dem im Jahre 1994 in die deutsche
Verfassung eingefügten Artikel 20a des Grundgesetzes, der Verfassungs-
bestimmung über den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, nach
der die gegenwärtigen Nutzungsinteressen des Menschen nicht mehr al-
leine im Vordergrund stehen dürfen. Dementsprechend bezieht sich das
neue Bundesnaturschutzgesetzes mit seiner breit angelegten Zielsetzung
auf die dauerhafte Sicherung:

–     der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts,
–     der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der
      Naturgüter,
–     der Tier- und Pflanzenwelt einschließlich ihrer Lebensstätten und Le-
      bensräume sowie
–     der Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie des Erholungswerts von
      Natur und Landschaft.

Bemerkenswert ist, dass "Natur und Landschaft" nicht nur als Lebens-
grundlagen des Menschen (anthropozentrische Sichtweise), sondern auf
Grund ihres eigenen Wertes (ökozentrische Sichtweise) zu schützen, zu

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pflegen, zu entwickeln und, soweit erforderlich, wiederherzustellen sind.
Darin liegt eine rechtliche Anerkennung des Eigenwertes von Natur und
Landschaft.

Ein wichtiger Aspekt der Neuregelung ist die Einführung eines Biotop-
verbundes in § 3 BNatSchG. Danach haben die Länder ein Netz verbun-
dener Biotope (Biotopverbund) zu schaffen, das mindestens 10 % der
Landesfläche umfassen soll. Der Biotopverbund soll länderübergreifend
erfolgen und die Länder sollen sich hierzu untereinander abstimmen. Der
Biotopverbund dient der nachhaltigen Sicherung der heimischen Tier-
und Pflanzenarten und deren Populationen einschließlich ihrer Lebens-
räume und Lebensgemeinschaften, sowie der Bewahrung, Wiederherstel-
lung und Entwicklung funktionsfähiger ökologischer Wechselbeziehun-
gen. Der Biotopverbund unterstützt das Europäische ökologische Netz
"Natura 2000".

Ein Biotopverbund besteht aus Kernflächen, Verbindungsflächen und
Verbindungselementen. Bestandteile des Biotopverbunds sind designierte
Nationalparke, gesetzlich geschützte Biotope, Naturschutzgebiete, Bio-
sphärenreservate oder Teile dieser Gebiete und weitere Flächen und Ele-
mente, einschließlich Teile von Landschaftsschutzgebieten und Natur-
parken. Die Kernflächen, Verbindungsflächen und Verbindungselemente
sind durch Ausweisung geeigneter Gebiete im Sinne des § 22 Abs. 1,
durch planungsrechtliche Festlegungen (vor allem Regionalplanung),
durch langfristige Vereinbarungen (Vertragsnaturschutz) oder andere
geeignete Maßnahmen rechtlich zu sichern, um den Biotopverbund dau-
erhaft zu gewährleisten.

Der Umweltrat (SRU 2002, Tz 103) bemerkt zu den neuen Biotopverbund-
Bestimmungen, er halte es für erforderlich, anzustreben, dass die Min-
destzielvorgabe von 10 % der Landesfläche in den Bundesländern alleine
auf die Kernflächen der Biotope bezogen werde. Auch in qualitativer
Hinsicht seien die Ansprüche an den Biotopverbund noch nicht ausrei-
chend präzisiert.

Im Bundesnaturschutzgesetz sind in § 30 gesetzlich geschützte Biotope
aufgelistet. Jedes Bundesland hat nach § 40 BNatSchG für die Durchfüh-

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rung des Arten- und Biotopschutzes konkrete landesrechtliche Regelun-
gen zu erlassen. Dabei kann jedes Bundesland die Biotopliste erweitern.


3.3.2 Beispiel der Operationalisierung des Biotopflächenfaktors in in-
      nerstädtischen Gebieten

Das Grün spielt die Rolle des Herzens der Innenstädte. Infolgedessen
spielt das Grün in der baulichen Planung der Städte, insbesondere der
Landschaftsplanung, eine wichtige Rolle. Im Falle des deutschen Bundes-
landes Berlin ist eine wesentliche Zielsetzung der Stadtentwicklung nach
dem Landschaftsprogramm der Abbau von Umweltbelastungen im Stadt-
bereich. Zu diesem Zweck fördert das Land die Verbesserung der Funkti-
onsfähigkeit des Naturhaushaltes sowie der Biotopentwicklung unter
Beibehaltung der aktuellen Flächennutzung. In diesem Rahmen ist der
operationalisierte Biotopflächenfaktor ein wichtiges konkretes Instrument
der Landschaftsplanung.

Der Biotopflächenfaktor in Berlin wird im Wesentlichen in den dicht be-
bauten Bereichen der Innenstadt und des Innenstadtrandes angewendet.
Er umfasst die städtischen Nutzungsformen wie Wohnen, Gewerbe und
Infrastruktur. Er formuliert einen ökologischen Mindeststandards für Be-
stand und Neubau, er bezieht sämtliche Begrünungspotentiale, wie Dä-
cher, Mauern und Brandwände auf stark überbauten Grundstücken mit
ein und er reagiert flexibel auf unterschiedliche städtebauliche Dichten
und deren Veränderung.

Der Biotopflächenfaktor benennt den Flächenanteil eines Grundstückes,
der als Pflanzenstandort dient bzw. sonstige Funktionen für den Natur-
haushalt übernimmt. Er ist ein quantitativer Wert, der ökologisch wirk-
same Flächen addiert, die je nach Art der Maßnahme eine unterschiedli-
chen Anrechnungsfaktor erhalten. Grundsätzlich haben bei der baulichen
Planung die Maßnahmen Vorrang, die zur Vergrößerung der Vegetati-
onsflächen am Boden führen. Erst danach sollen weitere Möglichkeiten,
wie der Ersatz von Asphalt- und Betonflächen durch andere Beläge, aus-
geschöpft werden. Kompensatorische Maßnahmen wie Dach- und
Brandmauerbegrünung können bei sehr dichter Überbauung oder ge-

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werblicher Nutzung der Freiflächen ebenfalls zum Erreichen des Biotop-
flächenfaktors beitragen. Ausnahme von dieser Regelung ist im Falle der
gewerblich genutzten Grundstücke, deren Oberflächenversieglung aus
Gründen des Grundwasserschutzes erhalten bleiben muss. In diesem Fall
haben Dach- und Fassadenbegrünungsmaßnahmen Vorrang vor Maß-
nahmen auf der Grundfläche.

Der Biotopflächenfaktor wirkt als ein Element für die Verbesserung der
Lebens- und Landschaftsqualität in Innenstädten, ferner trägt er zur na-
türlichen Entwicklung von Flora und Fauna bei.


3.3.3 Instrumente der Naturschutzpolitik

In Europa sind als politische Instrumente des Naturschutzes Arten-
schutzkarten, Listen gefährdeter Arten (sog. rote Listen), Biotopkartie-
rung sowie die Beobachtung der ökologischen Umwelt in der Anwen-
dung. Die Biotopkartierung wurde in Deutschland seit 1974 in den alten
Bundesländer (= Länder des früheren West-Deutschlands) und seit 90/91
in den neuen Bundesländern (= Länder des früheren Ost-Deutschlands)
auf der Basis der jeweiligen Landesbestimmungen durchgeführt (die Met-
ropole Seoul hat im Jahre 2000 Biotoptypenkarte fertig gestellt). Ziel der
Biotopkartierung ist es, Bestand, Zustand und Lage naturschutzfachlich
besonderes wertvoller Lebensräume flächenscharf und differenziert zu
erfassen. Diese Daten sollen als Grundlage für die Erarbeitung und Um-
setzung von gezielten Strategien, Planungen und Maßnahmen zum
Schutz, zur Förderung und zur Wiederherstellung bedrohter Lebensräu-
me dienen.

Biotopkartierungen werden von kommunaler Seite mit dem Ziel durchge-
führt, das vom Gesetzgeber geforderte Abwägungsmaterial bzw. die im
Hinblick auf die Planung notwendigen bioökologischen Grunddaten
rechtzeitig und im erforderlichen Umfang zu erarbeiten. Ferner stehen
die Planung und Umsetzung von Naturschutzprogrammen bzw. Arten-
und Biotopschutzmaßnahmen und deren Integration in Grünordnungs-
und Landschaftspläne oder stadtökologische Fachbeiträge im Vorder-
grund.

                                                                                    15
Yeong Heui Lee



3.4   Schutz der Biodiversität sowie der Biotope durch nachhalti-
      ge Raumnutzung

3.4.1 Förderung der naturfreundlichen ökologischen Landwirtschaft

Früher wurde als Hauptursache des Rückgangs der Tier- und Pflanzenar-
ten die Industrialisierung betrachtet. Heute ist eher die Landwirtschaft als
Hauptverursacher identifiziert. Infolge des Aussterbens der Tiere und
Pflanzen, welche die Landschaft prägen, wird unsere Umwelt ärmer. Alle
Tiere und Pflanzen haben in den Ökosystemen jedoch bestimmte Aufga-
ben, infolgedessen hat der Verlust einzelner Arten letztlich die nachteilige
Veränderung des Gesamtökosystems zur Folge. Dies führt wiederum zur
Verarmung der Ökosysteme. Im Falle Deutschlands stehen heute 75 %
aller Feldvogelarten auf der Roten Liste (Weins, Ch., Schritte, 2001, S.
248). Allerdings sind die Ursachen hierfür sehr komplex. Um den Lebens-
raum der Tiere und Pflanzen zu verbessern sind die bisherigen Formen
der Flurbereinigungsmaßnahmen, welche die Landschaft und die Biotope
zerstören, zu vermeiden und die einheitliche konventionelle Landwirt-
schaft in vielfältige Formen der natürlichen Bewirtschaftung unter Ver-
meidung der Übernutzung von Agrochemikalien umzuwandeln. Ein wei-
terhin geeignetes Mittel zur Lösung der Probleme der Umweltbelastung
durch die Landwirtschaft wäre die Verknüpfung der Agrarförderung mit
der Einhaltung von ökologischen Mindeststandards.

Bei Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege geht es
darum, die Kultur- und Erholungslandschaft zu erhalten und die Lebens-
räume der Tiere und Pflanzen zu schützen, um die stoffliche Belastung
der Ökosysteme zu reduzieren und die Bedeutung einer natur- und land-
schaftsverträglichen Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft zu steigern. Die
europäische Gemeinschaft hat sich im Jahre 1992 zu grundlegenden ag-
rarpolitischen Reformen entschieden und damit erfuhr die Agrarpolitik
der europäischen Gemeinschaft eine grundsätzliche Wandlung. Insbe-
sondere spielt insoweit die EU-Verordnung für umweltgerechte und den
natürlichen Lebensraum schützende landwirtschaftliche Produktionsver-
fahren (EWG Nr. 2078/92) eine wichtige Rolle. Diese Verordnung macht
den Mitgliedstaaten der Europäischen Union ökologiegerechte und die

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          Bewertung der Forschungsaufgaben und die Naturschutzpolitik, insbesondere die
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natürlichen Lebensräume schützende landwirtschaftliche Produktions-
verfahren zur Pflicht. Beispielsweise enthält im Falle Deutschlands § 5 des
Bundes-Naturschutzgesetzes eine Regelung der guten fachlichen Praxis
in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. Diese stellt einen wichtigen
Eckpfeiler einer natur-, umwelt- und landschaftsverträglicheren Flächen-
nutzung dar und ist ein wichtiges Prinzip für die Natur-, Umwelt sowie
Landschaftsverträglichkeitsprüfung. Das Agrarumweltprogramm der EU
vom 1992, das im Rahmen der Agrarreform festgelegt wurde, wirkt als
ein wichtiges umwelt- und agrarpolitisches Instrument. Die Verordnung
für den Naturschutz durch Agrar- und Forstpolitik der EU wurde im Jah-
re 1999 ergänzt und neu geordnet (EG-Verordnung Nr. 1257/1999) und
auf dieser Grundlage wurden die Fördermaßnahmen für die Verbesse-
rung der Struktur der Agrar- und Forstwirtschaft verstärkt. Auf dieser
Grundlage haben im Falle Deutschlands die (auch insoweit zuständigen)
Bundesländer "Kulturlandschaftsprogramme" aufgestellt und durchge-
führt.

Finanzmittel für die Förderung von Agrar-Umweltmaßnahmen fließen
meistens von der EU. An Projekten der Extensivierung im Ackerbau und
bei Dauerkulturen sowie für die Anlage von Schonstreifen, die Grünland-
extensivierung, den Öko-Landbau und die Festmistwirtschaft etc. betei-
ligt sich die EU mit 50 % an der Finanzierung, während 20 % die Bundes-
regierung und 30 % die Landesregierungen übernehmen. Für die langjäh-
rige Flächenstilllegung, für Uferrandstreifenprogramme, die Förderung
der Zucht vom Aussterben bedrohter lokaler Haustierrassen, den Erosi-
onsschutz im Ackerbau und sonstige umwelt- und naturschutzdienenli-
che Modellprojekte beteiligt sich die EU mit 50 % an der Finanzierung
und die Bundesländer mit 50 %. Für den Vertragsnaturschutz über die
naturschutzgerechte Nutzung von Acker- und Grünland, die Pfle-
ge/Bewirtschaftung besonderer Biotopflächen etc. beteiligen sich die
Kreise mit 15 % an der Finanzierung.




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Yeong Heui Lee



3.4.2 Reduktion des Flächenverbrauchs durch Siedlungs- und Ver-
      kehrsflächenentwicklung

Heutzutage wohnt ca. 80 % der europäischen Bevölkerung im bevölke-
rungsdichten Gebieten und die fortdauernde Zunahme der Verstädte-
rungsphänome hat sich zu einem ernsten gesellschaftlichen Problem ent-
wickelt. Das Siedlungsflächen- Verkehrsflächenwachstum geht nicht nur
mit einem Rückgang der Landwirtschaftflächen einher, sondern es wer-
den auch natur- bzw. naturnahe Freiräume, insbesondere in der Nähe der
Agglomerationsräume, rigoros umgewidmet. Durch verschiedene Bau-
und Siedlungsmaßnahmen, die Übernutzung der Landschaft durch Frei-
zeit- sowie Erholungsaktivitäten, durch Veränderungen der gewachsenen
Bodenprofile durch bauliche Maßnahmen, durch die Zerstörung der
Landschaft durch Rohstoffgewinnung und durch die Beeinträchtigungen
des Natur- und Landschaftsbildes durch nichtökologische Flurbereini-
gung etc. hat sich die Qualität von Natur und Landschaft erheblich ver-
schlechtert.

Der Flächenverbrauch ist ein Schlüsselindikator für Umweltveränderun-
gen und für die Nachhaltige Entwicklung. Deshalb wurde und wird ge-
rade in der landschaftlich attraktiven und dicht besiedelten Schweiz die-
ses Problem besonders intensiv beforscht. Dort werden jede Sekunde et-
wa 3,5 m2 Landschaft verändert und 0,86 m2 Fläche verbraucht (ARE,
2001).

In Deutschland hingegen werden täglich rund 130 ha neu als Siedlungs-
und Verkehrsfläche ausgewiesen. Dies entspricht einer Zunahme um 15
m2 in jeder Sekunde, Außerdem entspricht dies einer Fläche von rund
hundert Fußballfeldern. Der Zuwachs beträgt 47.000 ha pro Jahr. Der
Zuwachs deckt in etwa das 1,5-fache der Stadtfläche von München oder
fast die gesamte versiegelte Fläche von Berlin ab. Ca. 80 % der neu aus-
gewiesenen Flächen entfallen auf Siedlungsflächen und 20 % auf Ver-
kehrsflächen. Von den ausgewiesenen Flächen wird etwa die Hälfte be-
baut oder anderweitig versiegelt. Das Wachstum der Siedlungsflächen
vollzieht sich fast ausschließlich auf Kosten der siedlungsraumnahen
Landwirtschaftsflächen. Dies sind meist Böden mit vergleichsweise ho-


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          Bewertung der Forschungsaufgaben und die Naturschutzpolitik, insbesondere die
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hem landwirtschaftlichem Ertragspotential. Die Natur wird dadurch
mehr und mehr zurückgedrängt.

Von den Biotoptypen in Deutschland sind gegenwärtig über zwei Drittel
in ihrem Bestand gefährdet und 15 % von Vernichtung bedroht. Rund 35
% der gefährdeten Biotope gelten als nicht oder kaum regenerierbar. Täg-
lich verschwinden etwa 6 ha Moor- und Heideflächen-Biotoptype, die
wegen ihrer langen Entwicklungszeit nicht oder kaum wieder hergestellt
werden können. Die Bundesregierung hat sich in der nationalen Nachhal-
tigkeitsstrategie in Bezug auf den Flächenverbrauch ein ehrgeiziges Ziel
festgesetzt, nämlich den Trend des Flächenverbrauchs umzukehren und
diesen von pro Tag 130 ha auf 30 ha im Jahr 2020 zu reduzieren. In lang-
fristiger Perspektive ist ein Ende der Neuversiegelung von unbebauter
Fläche anzustreben (Deutsche Bundesregierung 2002).

Der Flächenverbrauch auf Kosten von Freiflächen findet nicht nur in
Deutschland statt, sondern in ganz Europa (EEA 1999), in den westlichen
Industriestaaten und weltweit, mit gravierenden Folgen, wie insbesonde-
re Bodenerosion und Wasserknappheit.


3.4.3 Entsiegelung

Hohe Versiegelungen in Verbindung mit Entwässerungsanlagen im
Mischsystem (bei der Abwasserentsorgung) begünstigen die schnelle Ab-
leitung des Niederschlagswassers in die Vorfluter. Ein hoher Versiege-
lungsgrad, insbesondere bei kräftigen, lokalen Gewitterschauern kann zu
plötzlich auftretendem Hochwasser auch in solchen Gebieten führen, die
nicht im herkömmlichen Überschwemmungsbereich von Flüssen oder
Bächen liegen. Die Bedeutsamkeit ökologischer, ökonomischer Nutzung
des Regenwassers in Städten hat sich weiter erhöht. Die Versickerung der
Niederschläge trägt zur Anreicherung des Grundwassers bei, ebenso
auch die Reduzierung der Überschwemmung an Flussläufen, ebenso
auch die Wiederherstellung der wichtigen Bodenfunktionen wie Filter-
und Pufferfunktionen und Ausgleichsfunktionen im Wasserhaushalt, fer-
ner zur Reduzierung der Kosten für zusätzliche Niederschlagskontroll-
anlagen.

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Yeong Heui Lee



In Falle Deutschlands sind durchschnittlich etwa die Hälfte der Sied-
lungs- und Verkehrsflächen versiegelt. Nach Schätzungen der früheren
Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumplanung könnten
theoretisch 10 % der versiegelten Flächen entsiegelt werden. Damit könn-
ten Entsiegelungsmaßnahmen zwar nur einen kleinen, im Einzelnen je-
doch durchaus wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Flächen-
verbrauchs und zugleich zur Verbesserung des Wasserhaushalts leisten.
Die Entsiegelung spielt vor allem bei Maßnahmen der Stadterneuerung,
der Stadtsanierung und der Ökologiesierung der Städte insgesamt eine
wichtige Rolle. So werden beispielsweise im Bundesland Bayern nach
dem an der bayerischen Akademie für Lehrerfortbildung und Personal-
führung in Dillingen entwickelten "Lebensraum-Schulhof-Modell" in ei-
nem interaktiven Ideen-, Planungs- und Umsetzungsprozess konventio-
nelle Schulhöfe in unversiegelte naturnahe Erlebnisräume unter Mitarbeit
von Schülern, Eltern und Lehrern umgestaltet. In Falle Berlins führt, um
ein weiteres Beispiel zu nennen die Initiative "Grün macht Schule" bereits
seit 1983 in Schulen den Aufbau von ökologischen Grünflächen durch,
verbunden mit Entsiegelungsmaßnahmen, der Schaffung und Gestaltung
kindgerechter, naturnaher Freiflächen und ökologischer Lernorte auf
Schulflächen unter Begleitung und unter Kooperation bei den Planungs-
und Bauprozessen mit Landschaftsplaner/innen, den beteiligten Verwal-
tungen, Schülern, Lehrern und Organisationen. Solche Vorhaben werden
durch das zuständige Landesministerium unterstützt.

In Falle Deutschlands ist durch das Wasserhaushaltgesetz bei Neubau-
maßnahmen geregelt, wie bei der Versiegelung die Niederschläge versi-
ckert werden können. Zur Aktivierung privater Grundstückseigentümer
für derartige Maßnahmen haben sich die kommunalen Förderprogramme
der Städte zur ökologieverträglich Bauförderung als besonders wir-
kungsvoll erwiesen. Im Baugesetzbuch und im Bundes-Bodenschutz-
gesetz sind Grundlagenbestimmungen für die Entsiegelung enthalten.




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          Bewertung der Forschungsaufgaben und die Naturschutzpolitik, insbesondere die
                                              Öko-Netzwerke der Europäischen Union

3.4.4 Wilddurchlassbauwerke bei Straßen und Einsenbahntrassen

Die Schäden für die Ökosysteme und die Zoozönose durch den Bau von
Verkehrswegen, wie Straßen, Bahnlinien und Wasserstraßen sind seit
langer Zeit bekannt, jedoch wurden dagegen keine angemessenen Maß-
nahmen ergriffen. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Wissen über
den Zusammenhang zwischen Wildtieren und Ökosystemen erweitert
und seitdem ist die Ergreifung von Verbesserungsmaßnahmen im Gange.
Auch werden seitdem bei dem Bau von Verkehrswegen die ökologischen
Folgen berücksichtigenden Methoden angewandt.

Im allgemein üben die Verkehrswege auf die Ökosysteme negative Wir-
kungen aus. Diese verkleinern die regionalen Lebensräume der Lebewe-
sen und teilen sie in Teillebensräume auf oder isolieren Wildtiere und
verhindern die Wanderung der Arten und ihre Vermehrung. verhindert
Zudem werden schädliche Schadstoffe emittiert. Die Auswirkungen der
Zerschneidung der Lebensstätten der Wildtiere scheinen bei neuerbauten
Verkehrsstraßen sogar höher und werden mit der Verkehrsdichte und -
geschwindigkeit entsprechend verstärkt. Beispielsweise liegt für Rehwild
die Schwelle des Verkehrsaufkommens bereits bei 4.000 Fahrzeugen pro
Tag. Ab diesem Schwellenwert versuchen nur Tiere, die sich auf langen
Wanderungen befinden oder in ihrem Territorium gestört sind, Straßen
zu überqueren. Ab 10.000 Fahrzeugen pro Tag sind erfolgreiche Überque-
rungen von Straßen unbedeutend oder gleich null (Müller, Berthoud
1995).

Die ökosystemare Instabilisierung hat vor allem durch die sich bei sin-
kender Flächengröße potenzierenden randbürtig wirkenden Effekte gra-
vierende Auswirkungen. Der normale Straßenlärm ist für Brutvögel der
wichtigste limitierende Faktor in straßennahen Bereichen (Rejnen, Foppen
1995). Auch die Sichtverhinderung durch Verkehrslicht und die Auswir-
kungen der Vibrationen und Erschütterungen zeigen negative Folgen.
Zudem ist auch der direkte Verlust von Tieren auf Verkehrswegen deut-
lich bemerkbar.

Beim Neubau von Straßen sollten daher unbedingt die Anforderungen
der Lebensbedingungen der Tiergarten sowie ihrer Gruppen berücksich-

                                                                                    21
Yeong Heui Lee



tigt werden. Im Prinzip sollte keine Zerschneidung von ökologisch be-
deutsamen und vor allem großflächigen Lebensräumen erfolgen. Nur
wenn das unvermeidlich ist, müssen künstliche Verbindungswege gebaut
werden. Der Bau von Wilddurchlassbauwerken darf jedoch keine Alibi-
funktion für den nicht ökologiegerechten Bau neuer Straßen sein oder für
eine verkehrspolitische Argumentation. Der Bau von Wilddurchlassbau-
werken soll grundsätzlich an dem Schutz der Wildtiere orientiert werden.

Umso mehr die Straßenbreite zunimmt, je höher das Verkehrsaufkommen
wird und sich die Geschwindigkeiten erhöhen sich auch die negativen
Einflüsse größer auf die Wildtiere und die Verlustraten der Tiere wird
höher (vgl. Kuhn 1987; Reck, Kaule, 1993). Die Wilddurchlässe sind von
besonderer Bedeutung für die Arten, welche eine Straße nicht oder nur
schwer überqueren können, die Arten die bei der Überquerung stark ge-
fährdet sind (hohe Verluste), die Arten mit ausgeprägten Wanderbewe-
gungen, die Arten mit großem Raumanspruch und Arten, welche die
Verkehrssicherheit stark gefährden (Schweizerische Gesellschaft für
Wildtierbiologie 1995).

In Europa wurde seit mehreren Jahrzehnten Wilddurchlässe gebaut. Spe-
ziell Frankreich und die Niederlande haben beim Bau von wildtiergerech-
ten Passagen eine lange Tradition. So wurden in Frankreich 1978 erste
Ergebnisse zur Akzeptanz von Wildüber- und -unterführungen vorlegt
(CTGREF 1978). Bereits 1969 wurde in den Niederlanden der erste, spe-
ziell für Dachse eingerichtete Tunnel gebaut, im Jahre 1995 sind es dort
mehr als zweihundert (OORD 1995). In Deutschland wurde in den 1980er
Jahren mit dem Bau von Wilddurchlässen angefangen und im Jahre 2000
sind bei Straßen bereits an 336 Stellen Wilddurchlässe gebaut bzw. im
Bau befindlich (Bundesanstalt für Straßenwesen). Die Typologie der
Wild- und Verkehrsdurchlässe unterscheidet Wildüberführungen und
Wildunterführungen. Bei der Wildüberführungen werden Landschafts-
brücken und Grünbrücken gebaut und bei Wildunterführungen Wild-
tunnel, Wildviadukt und Kleintierdurchlässe. Landschaftsbrücken, Grün-
brücken und Wildviadukte verursachen relativ höhere Kosten, jedoch
sollte die Entscheidung der Typen der Wilddurchlässe unter Aspekten
des Ökosystemschutzes mit Rücksicht die Standortbedingungen erfolgen.


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          Bewertung der Forschungsaufgaben und die Naturschutzpolitik, insbesondere die
                                              Öko-Netzwerke der Europäischen Union

Die Auswirkungen der Landschaftsfragmentierung durch Verkehrswege
oder Mauern fangen bereits während des Bauprozesses an, sind noch
nach mehreren Jahren bzw. mehren Jahrzehnten sichtbar und führen da-
zu, dass allmählich bestimmten regionalen Arten verschwinden und Be-
einträchtigungen der Biotope erfolgen. Im Falle Europas können in den
Natura 2000-Gebieten künftig Verbesserungsmaßnahmen für den Zu-
stand und die Erhaltung der Tierarten erfolgen und der Bau der Wild-
durchlässen aktiv durchgeführt werden. Die Zerschneidungen und
Fragmentierungen vorhandener Räume können zwar nicht wie in den
ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden, jedoch haben Maßnah-
men dieser Art, insbesondere Biotopverbundsysteme im Gesamtstaatsge-
biete positive Auswirkungen für die Ökosysteme sowie den Artenschutz.


3.5 Tendenz der Naturschutzpolitik der Europäischen Union

Die Naturschutzpolitik der Europäischen Union legt in ihren grundle-
genden Zielbereichen des Naturschutzes die Ziele der Welt-Naturschutz-
organisation (IUCN), die im Jahre 1980 in ihrer "World Conservation Stra-
tegy" verabschiedet wurden, zugrunde (IUCN 1980, Tz 20). Die IUCN hat
im Jahre 1980 in ihrer "World Conservation Strategy" drei grundlegende
Zielbereiche des Naturschutzes definiert:

– Aufrechterhaltung der wesentlichen ökologischen Prozesse und der
  lebenserhaltenden Systeme,
– Schutz der genetischen Diversität und der wild lebenden Arten,
– Übergang zu einer nachhaltigen Nutzung der Ökosysteme mit dem
  Ziel, alle natürlichen Ressourcen im Hinblick auf die Bedürfnisse der
  zukünftigen Generationen vorsichtig zu nutzen.

Die Grundprinzipien der Naturschutzpolitik betonen den Vorrang der
präventiven Politik, um auf dieser Basis den künftigen Generationen eine
intakte Natur übergeben zu können. Erforderlich hierfür sind das nach-
haltige Management der ökologischen Umwelt, die Wiederherstellung
der zerstörten ökologischen Umwelt sowie eine Raumnutzung unter Be-
rücksichtigung der natürlichen Tragfähigkeit. Dies bezweckt die interge-

                                                                                    23
Yeong Heui Lee



nerative Gleichheit, die intergenerative Gerechtigkeit und die internatio-
nale Gerechtigkeit, die die Kerninhalte der Agenda 21 von Rio sind, auch
auf dem Felde des Naturschutzes zu verwirklichen. Die Tendenzen der
Naturschutzpolitik gehen über die Schutzpolitik in ausgewiesenen
Schutzgebieten oder für ausgewiesene Schutzarten hinaus, um durch den
Verbund der einzelnen Schutzgegenstandgebiete zu einem integrierten
Ökosystemschutz überzugehen. Der Aufbau des europäischen Öko-Netz-
werks "Natura 2000" liegt im Rahmen einer solchen Naturschutzpolitik.



4.   Empfehlungen für die Verbesserung der städtischen
     ökologischen Umwelt

Das gesellschaftliche Umweltbewusstsein ist allmählich höher geworden
und die Notwendigkeit des Naturschutzes ist heutzutage nicht nur ge-
sellschaftlich akzeptiert, sondern in einigen Staaten sind auch die eigenen
Werte der Natur rechtlich anerkannt. Doch zeigen sich zwischen der der-
artigen Entwicklung des Bewusstseins und dem realen Verhalten nach
wie vor erhebliche Unterschiede.

Grüngebiete, Flüsse und Teiche, die früher das städtische Leben reicher
machten, sind heutzutage durch Asphalt, Beton, Eisen, Glas und Alumi-
nium ersetzt worden und von Tag zu Tag wird die Natur aus der Stadt
und dem Siedlungsraum weiter vertrieben. Auch wo es nicht notwendig
ist, ist der Boden versiegelt und häufig fristen in Innenstädten die Pflan-
zen ein kümmerliches Dasein in Kübeln. Außerdem werden in öffentli-
chen Grünflächen oder Gärten häufig exotische Pflanzenarten gepflanzt.
Tag für Tag nimmt die Zahl der vom Aussterben bedrohten Arten zu.

Wir können und wollen unsere Städte nicht in Wälder und Wiesen zu-
rückverwandeln. Aber teilweise können wir die Natur wieder in die Stadt
zurückholen. Es gibt eine ganze Reihe potenzieller Faktoren, um in innen-
städtischen Gebieten die Natur zurückholen zu können. Die Grünflächen
und Wasser in Innenstädte sind Speicherstellen der Arten und auch au-
ßerhalb der ausgewiesene Parks und Straßenbäume können Mauern, Dä-
cher, Gärten, Balkone, Fassaden von Bauwerken, Schulhöfe, Brachflächen,

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          Bewertung der Forschungsaufgaben und die Naturschutzpolitik, insbesondere die
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Parkplätze, Straßenränder, Wasserränder, Schienentrassen etc. begrünt
werden, um die Qualität der Stadtlandschaft und des Lebens zu verbes-
sern und zum Schutz der Arten und Biotope beizutragen. Wichtig ist, bei
der Bepflanzung soweit wie möglich für dem Standort geeignete einhei-
mische Arten auszuwählen und dadurch eine naturnahe und lebendige
Vielfältigkeit zu schaffen.

Die Bedeutung der Wildräume in städtischen Gebieten, insbesondere in
innerstädtischen Gebieten, wird häufig in der Naturschutzpolitik der eu-
ropäischen Staaten hervorgehoben, wie in England und in Deutschland
(DETR 2000; DoE 1994; Herbst, Mohr 2003). In Falle Deutschlands sind
die Konzeptionen für Naturerlebnisräume in den Landes-Naturschutz-
gesetzen enthalten (z. B. Schleswig-Holstein). Einige Naturerlebnisräume
liegen im besiedelten Bereich: Im Lübecker Stadtgebiet sind bisher 5
Naturerlebnisräume ausgewiesen (MfSchH 2000). In Fall Berlins wurde
ein 18 ha großes Gebiete aus Teilen einer früheren Rangierbahnhofs als
Natur-Park (Natur-Park Schöneberger Südgelände) ausgebaut und dabei
einzigartige lineare Biotop entwickelt, die als Lebensräume für verschie-
dene seltene und vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen eine wich-
tige Rolle spielen. Um hier eine natürliches Biotop zu entwickeln, be-
schränkt sich die künstliche Pflege auf absolut notwendige Maßnahmen,
damit sich die Natur soweit wie möglich natürlich entwickeln kann. Au-
ßerdem finden sich Beispiele, in Schulhöfen einen ökologischen Raum zu
bauen und diesen als städtische ökologische Lernstelle sowie als Naturer-
lebnisraum zu verwenden. Der oft mangelhafte Umgang der städtischen
Bevölkerung mit der Natur kann eine "Entfremdung" bewirken. Es be-
steht oft Unsicherheit, wie mit der Natur generell umzugehen ist und
welche Gründe es geben kann, sie zu schützen (Heiland 1992). Wird der
Umgang mit Natur nach und nach verlernt, kann aus Unkenntnis man-
gelnde Akzeptanz für Naturschutzmaßnahmen und fehlende Wertschät-
zung gerade für spontanes Grün resultieren.

Grün in innerstädtischen Gebieten dient der Ruhe und Erholung der
Stadtbewohner und mildert den Stress des städtischen Lebens und ent-
hält schließlich Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Die Bodenkrume,
von der alle Lebewesen abhängig sind, reicht nur bis zu einer Tiefe von 20


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Yeong Heui Lee



bis 30 cm. Sie muss gesund und fruchtbar erhalten werden. Die einheimi-
schen Pflanzenarten sind in Bezug auf ihre Standortbedingungen an-
spruchsloser als die exotischen Arten und der Schaden durch Schädlinge
ist geringer und deswegen ist die Pflege leichter und auch bezüglich der
Kosten sparsamer. Die einheimischen Pflanzen bieten nützlichen Tieren
wie Singvögeln etc. Nahrung und Unterschlupf, und ermöglichen ferner
die Erhaltung der ökologischen Stabilisierung. Landschaftselemente, wie
Flüsse etc. sollten geschützt, gemanaged und wiederhergestellt werden.
Bei der Sanierung oder dem Neubau sollten die wertvollen Biotope ge-
schützt werden, insbesondere sollten mit der in der Umgebung liegenden
Biotope Verbindungen geschaffen werden.

Flüsse, Teiche und kleiner Weihe sind ökologische wertvoller Bestandteile
des Stadtökosystems. Die Vielfalt der Lebewesen, die am Wasser zu beo-
bachten ist, zeigt das Zusammenwirken eines natürlichen Ökosystems.
Diese Lebensgemeinschaft ist jedoch nicht überall gleich, sie ist abhängig
von der Qualität und dem Nährstoffgehalt des Wassers. Um einen stabi-
len Biotop einzurichten, der ohne wesentliche Eingriffe im biologischen
Gleichgewicht bleibt, sollt mindestens eine Fläche von 8 m2 zur Verfü-
gung stehen. Je größer die Wasserfläche ist, desto problemloser und ar-
tenreicher wird der Naturteich sein. Aber auch kleinere Wasserflächen
sind wertvoll, können als Tränke und Badestelle für Vögel dienen und
werden von manchen Amphibien angenommen. Besonders wichtig ist die
möglichst vielfältige Ufergestaltung mit großen und kleinen Steinen (Un-
terschlupf für viele Tiere), totem Holz oder sogar einem Baumstumpf,
Kies und Sandufern. Bei naturnaher Gestaltung und Bepflanzung stellen
sich Tiere, wie Libellen oder Wasserläufer, sehr schnell von selbst ein. Ei-
ne Verbindungsfläche zwischen Wasser und Naturboden sollte aufgebaut
werden und durch die Bepflanzung durch Bäume und/oder Röhricht
oder biotechnische Maßnahmen sollten die Wasserränder geschützt wer-
den. Die Änderung zu einer naturnahen Form des Flussrandprofils, die
Sicherung der natürliche Wassereinzugsgebiete, die möglichste Beschrän-
kung der für die Landschaft schädlichen Sporttypen, insgesamt die Wie-
derherstellung zu einer natürlichen Form der Anlagen sind erforderlich.




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          Bewertung der Forschungsaufgaben und die Naturschutzpolitik, insbesondere die
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Nisthilfen sind vor allem wichtig für viele höhlenbrütende Vögel, aber
auch für Insekten. Der Kasten sollte in 2 - 4 m Höhe hängen und nicht
allzu starken Wettereinflüssen, wie Sonne, Wind und Regen, ausgesetzt
sein. Die Pflanzen in Gärten oder auf Balkonen sind auch für die Verbes-
serung des Stadtklima, die Ausfilterung von Schadstoffen, den Schutz vor
Witterungseinflüssen, die Belebung der monotonen Fassaden und die
Gewährung von Unterschlupf für Tiere wesentlich.

Fassadenbegrünung spielt auch für die Verbesserung der Lebensqualität
und Landschaft sowie den Artenschutz eine Rolle. Insbesondere in innen-
städtischen Gebieten, in denen kalte unlebte Bauwerke verbreitet sind
ihre Effekt nicht eben gering. Mit Hilfe der ökologischen Gestaltungsme-
thode und Bautechnik ist Fassadenbegrünung in diversen Formen mög-
lich. Die Fassadenbegrünung ermöglicht die Erweiterung der Lebens-
räume für Tiere, wie Vögel und Schmetterlinge etc. und die Verbesserung
des Kleinklimas und die Reinigung der Luft und führt zur Lebendigkeit
in den Städten. Ohne große Mühe oder Kosten ist Fassadenbegrünung
möglich. Diese kann die natürlichen Bepflanzungsräume, wie Gärten
oder Parks nicht ersetzen, hat jedoch eine ökologisch effektive Ergän-
zungsfunktion.

Der Dachgarten hat eine lange Geschichte. Der Blick zurück in die Ge-
schichte zeigt, dass das Leben mit der Natur eine uralte Tradition hat. So
ließ schon der assyrische König Nebukadnezar II für seine Gattin Semi-
ramis die uns bekannten "hängenden Gärten" über Teilen des Palastes in
Babylon anlegen - eines der sieben Weltwunder der Antike (Bauer, 1996:
40 ff.). Die Griechen des klassischen Altertums schätzen die mit Weinre-
ben überzogenen Lauben. Die Dächer römischer Patrizierhäuser waren
üppig bepflanzt. Auch in Deutschland finden sich historische Beispiele
für grüne Dächer. So finden sich idyllische Dachgärten im Nürnberg des
17. Jahrhunderts, die Dachgärten der Fürstbischöflichen Residenz in Pas-
sau - um 1705 -, der Dachgarten des Mauermeisters Rabitz in Berlin, der
in Verbindung mit dem von ihm erfundenen vulkanischen Zement auf
der Weltausstellung 1868 für Aufsehen sorgte, oder der damals - 1929 -
größte Dachgarten Europas auf dem Warenhaus Karstadt in Berlin, der
4.000 m2 umfasste (BW 1993). Begrünte Dächer finden sich aber auch heu-


                                                                                    27
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te noch in allen Teilen der Welt. Naturfremde monoton gedeckte Dächer,
die begrünt würden, könnten die städtischen Lebensbedingungen und
die Landschaft etwas verbessern. Die begrünten Dächer können bis zu 20
% der Luftbelastung filtern, produzieren Sauerstoff und geben Luftfeuch-
tigkeit durch Wasserverdampfung und verbessern so das Klima. Ferner
sparen sie Energie durch Wärmespeicherung und Wärmedämmung und
schützen die Vegetationsschicht der Dachhaut vor UV-Strahlung, ferner
vor Beschädigung und Verrottung. Außerdem binden grüne Dächer den
Staub, filtern und reinigen die Luft. Von begrünten Dächern fließt 20 - 60
% weniger Regenwasser ab als von unbewachsenen Dächern. Schließlich
tragen die Bewohner dieser Häuser auch zur Entlastung der Kanalisation
und der Kläranlagen bei. Das sollte durch eine entsprechende Senkung
der Abwasserkosten auch wirtschaftlich belohnt werden. Ferner schafft
ein bewachsenes Dach Lebensraum für Vögel, Schmetterlinge etc. und
grüne Dächer sind ein wertvoller Beitrag zur ökologischen Vernetzung
von Biotopen im besiedelten Raum. Innerhalb der Innenstädte sind die
Potentiale der Dachbegrünung reichlich vorhanden: Öffentliche Gebäude,
Gewerbegebäude, Wohnungen, Apartments, Garagen, Schuppen, Schule
etc. Alle Dächer mit einer Dachneigung bis 30 Grad können bepflanzt
werden und dies ist mit Hilfe moderner Bautechnik ohne große Kosten
möglich.

Die durch Beton oder Asphalt versiegelten Flächen in städtischen Gebie-
ten sind leblose, monotone Flächen. Diese emittieren in der Stadt Hitze
und verschlechtern das Klima und filtern nicht die Stäube und Schadstof-
fe. Ferner wird die Grundwasseranreicherung verhindert und die Böden
erstickt. In den Fußgängerstraßen, Fußwegen in begrünten Räumen oder
Gärten, Schulhöfen und Parkplätzen sollten außer notwendigen Räumen
die nicht-versickerungsfähige Bodenversiegelung, wie Asphalt und Beton
beseitigt werden. Falls Versiegelung notwendig sind, sollten Teilversiege-
lung, Mischversiegelung mit Rasen oder bodenfreundliche Versiege-
lungsmaterialien verwendet werden. In kleinen oder großen Räumen, in
denen sich die Natur ansiedeln kann sollten soweit wie möglich die Be-
dingungen für die Entfaltung der natürlichen Funktionen aufgebaut wer-
den.



28
          Bewertung der Forschungsaufgaben und die Naturschutzpolitik, insbesondere die
                                              Öko-Netzwerke der Europäischen Union

Auch Straßenbäume spielen für das Leben der Arten eine Rolle und ma-
chen die Szenerie lebendiger und wohnlicher. Die Lebensbedingungen
der Straßenbäume sind sehr schlecht. Zahlreiche Straßenbäume leiden
unter unzureichend bewässerten und durchlüfteten Bedingungen und
mechanische Verletzungen sind häufig. Außerdem sind durch die Luftbe-
lastung die Lebenskräfte der Bäume beschränkt und werden anfälliger für
Parasitenbefall. Die Schäden durch Tausalz im Winter sind groß. Soweit
wie möglich sollten die Bodenflächen für Straßenbäume erweitert wer-
den, damit sie besser bewässert und durchlüftet werden können.

Eine die Ökologie berücksichtigende Flächennutzung, eine auf die Ver-
besserung der ökologischen Bedingungen gerichtete Gestaltung und
Vermittlung der lebendige Diversität etc. werden die Existenz und die
Rückkehr der einheimischen Arten ermöglichen. Anderseits sollten ver-
bundene Gründgebiete aufgebaut werden, um diese Arten zu schützen
und die fragmentierte Zerschneidung auszugleichen.



5. Bewertung der Forschungsaufgaben

Wie im Eingangs dargestellt, ist das Forschungsprojekt "Methoden der
Gestaltung von ökologischen Korridoren in städtischen Räumen", das im
Rahmen des Programms zur "Wiederherstellung und Management-
Technologien der ökologischen Umwelt" durchgeführt wird, eine Grund-
lagenforschung für die Ökologisierung von Städten und die ökologische
Modernisierung von Städten. Das Forschungsteam will einerseits auf der
Basis der Ökosystem-Theorie Ökologisierungsmethoden für Städte erar-
beiten, andererseits die erarbeiteten Methoden in hochverdichteten städ-
tischen Gebieten beispielhaft zur Anwendung bringen.

Das Forschungsteam liegt gegenwärtig zwei Entwürfe vor:

– Der erste Entwurf konzipiert die Planungsgegenstandsgebiete, Ge-
  samtflächenbreiten von 150 m (Verkehrsweg 50 m und an beiden Sei-
  ten Randflächen von jeweils 50 m) auf der Straßenstrecke von 4 km
  von Kangnam-U-Bahnstation bis zum Samseong-U-Bahnstation. Bei


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     dem zweiten Entwurf ist der Umfang des Planungsraums erweitert
     und konzipiert ca. 9 km zwischen der Olympicpark-U-Bahnstation in
     Kangnam und der Seocho-U-Bahnstation als Planungsgegenstandsge-
     biet.

– Im Falle des zweiten Entwurfs hat das Forschungsteam geplant, durch
  die Änderung der begrünten Mittelstreifen sowie die Ergänzung der
  Begrünung in den Straßenrandgebieten von jeweils 50 m Breite einen
  angenehmeren fußgängerfreundlicheren innenstädtischen Raum zu
  entwickeln. Dabei ist geplant, durch Verkleinerung der vorhandenen
  Verkehrswege die Grünflächen deutlich zu erweitern und die geplante
  Strecke zu einem ökologiegerechten fußgängerfreundlichen breiten li-
  nearen umfassenden Nutzungsraum zu entwickeln. Ferner soll auf der
  Planstrecke mit den umgebenden Grünflächen sowie den gegebenen
  Landschaftselemente eine Verbindung hergestellt werden und im In-
  nenstadtteil eine Art von Öko-Netzwerk aufgebaut werden. Das Ganze
  soll ein Modell für eine ökologische Modernisierung sein.

– In Falle des zweiten Entwurfs hat das Projektteam geplant, eine Reihe
  von ökologischen Landschaftselementen, wie Grünflächen, Teiche,
  Wasserwege etc. innerhalb des Planungsraums zu ergänzen. Falls die-
  ses Vorhaben umgesetzt würde, könnte man eine Reihe von begleiten-
  den ökologischen, ästhetischen und effektiven Effekten erwarten, wie
  die Verbesserung der Umweltqualität und der Landschaftsqualität, die
  Vergrößerung der Erholungs- und Freizeiträume für die Benutzer, die
  Schaffung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen, ferner die Ver-
  besserung der Bodenfunktionen, wie Filter, Puffer, Speicherfunktionen
  und des Kleinklima im innenstädtischen Bereich. Unter diesen Um-
  ständen kann man sagen, dass der zweite Entwurf ein zukunftsgerich-
  teter Entwurf ist. Dabei wird durch den Aufbau eines Verbundsystems
  mit dem das Projektgebiet umgebende vorhandenen Denkmalsgebie-
  ten, ausgewiesenen Ökologieerhaltungsgebieten und ausgewiesenen
  Park- und Grünanlagen zum Aufbau eines Biotopverbundsystems bei-
  tragen.

     Jedoch ist bezüglich des zweiten Entwurfs folgende Erklärung not-
     wendig: Falls, wie geplant, die Breite der Verkehrswege reduziert wird

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          Bewertung der Forschungsaufgaben und die Naturschutzpolitik, insbesondere die
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  (gegenwärtig Plan = 4 Verkehrslinien-breiten verkleinern), ist mit Ziel-
  konflikte mit anderen Interessengruppen zu rechnen, d. h. die Planung
  muss mit einer Analyse der mit der Reduzierung verbundenen sozio-
  ökonomischen Auswirkungen verbunden werden. Auch ist für den
  Fall einer Verkleinerung der Verkehrswege eine Alternative für den
  Zirkulation des vorhandenen Straßen-Nutzungsverkehrs vorgelegt
  werden.

  Die Vor- und Nachteile, welche eine Reduzierung der Verkehrsweg-
  breite zur Folge haben könnte, sollten hinreichend geprüft werden.
  Ferner sollten die Meinungen der allgemeinen Verkehrsweg-Benutzer
  sowie der Einwohner in Rücksicht genommen werden. Ohne Analyse
  der möglichen entstehenden Probleme und ohne Vorlagen rationaler
  Alternativen, sind für den Fall der eingeplanten Detailplanung höchst-
  wahrscheinlich Schwierigkeiten vorprogrammiert, so dass die For-
  schungsergebnisse letztlich zum Dokumentationsfriedhof würden.
  Wenn dies, wie häufig bei Planungsfällen, einträfe, so wären die auf-
  gewendeten Ressourcen in verschiedener Hinsicht eine Fehlinvestiti-
  on. Auch für den Fall, dass ohne rationale Abwägungen und Vorlage
  von Alternativen mit den Bürgern eine Diskussion geführt würde,
  dann würde dies nicht viel an dem möglichen Scheitern mangels Ak-
  zeptanz bei der Bürgerschaft ändern.

– In Falle der Reduzierung der Breite der Verkehrswege, sollten bei den
  verschiedenen Nutzungsentwürfen die Vor- und Nachteile vergleichs-
  weise sorgfältig geprüft werden. Also beispielsweise eine Möglichkeit,
  in beiden Straßenseiten die Grünflächen zu erweitern. Eine andere
  Möglichkeit wäre, den Mittelstreifen zu vergrößern und diesen als
  Fußgängerbenutzerraum zu entwickeln; eine weitere Möglichkeit, den
  Mittelstreifen zu vergrößern, aber diesen ohne starke Nutzung haupt-
  sächlich als ökologische Pufferzone zu belassen. Außerdem sollten die
  Effektivität des nachträglichen Managements der Landschaftsanlagen
  sowie die ökonomische Effektivität geprüft werden. Ohne die Prüfung
  solcher Alternativen könnte es schwierig sein, die Gesellschaft oder die
  Vollzugsbehörde von der Sinnhaftigkeit der Planung zu überzeugen.



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– Die beiden, also der erste und der zweite Entwurf beplant nicht nur
  das Projektgebiet, sondern darüber hinaus eine Verstärkung der Be-
  grünung für die in den umgebenden Gebieten liegenden Parks,
  Denkmale, öffentliche Anlagen etc. Wie im 4. Abschnitt dargelegt
  wurden, gibt es eine ganze Reihe von Potenzialen für die Begrünung,
  wie außer ausgewiesenen Parks und Grünflächen, Straßenbäume, und
  die Begrünung von Mauern Dächern, Gärten, Fassaden, Balkonen,
  Schulhöfen, Brachflächen, Parkplätzen, Straßenrändern, Wassergebie-
  ten etc. und diese Potenziale sollten aktiviert werden. Bei der Konzi-
  pierung der Begrünung sollten die Erlebniselemente der Benutzer be-
  rücksichtigt werden. Jedes Grün trägt für sich für die städtische ökolo-
  gische Umwelt bei, sowie für den Landschaftsaufbau, auch bieten sich
  Lebensstätten für Tiere und Pflanzen oder Schlupfwinkel. Hierzu er-
  hebt sich allerdings beispielsweise die Frage, wie für die vorhandenen
  Bauwerke oder Anlagen in der Praxis tatsächlich die Begrünung statt-
  finden kann. Dazu sind konkrete realistische Maßnahmevorschläge
  vorgelegt werden, so beispielsweise die finanzielle Unterstützung oder
  die Errichtung eines kostenlosen Gestaltungs- sowie Beratungsbüro
  etc.

– Um einen Teil der Verkehrsflächen zu einem umweltfreundlichen
  Raum umzuwandeln, sollte den Benutzern als ein Alternative attrakti-
  ve Verkehrsmittel großzügig angeboten werden. Auch die Raumges-
  taltung sollte in eine benutzerfreundliche Richtung umgewandelt
  werden. In Falle der Metropole Seoul ist die Fahrrad-Kultur noch nicht
  verbreitet und auch die Verkehrssituation ist dafür noch zu ungünstig.
  Trotz dieser Schwierigkeiten für beiden Planungsvarianten, also die
  ersten und die zweite sollten wünschenswerte und mögliche Fahrrad-
  Linien eingeplant werden. Nicht nur für die zentrale Straße, sondern
  auch je nach Straßenmöglichkeiten in den Nebenstraßen sollten geeig-
  nete weitere Verbindungen geprüft werden. In koreanischen Städten,
  insbesondere in Metropole Seoul, ist bekanntlich eine erhebliche Ver-
  besserung des Fußgängerverkehrs erforderlich. Die Erweiterung der
  Fußgängerwege, die Intensivierung der Begrünung im Wohnviertel,
  die Verringerung der übermäßigen Verkehrsflächenbreiten ist erfor-



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          Bewertung der Forschungsaufgaben und die Naturschutzpolitik, insbesondere die
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  derlich, ebenso aber auch die Verbesserung der Fußgängerwege, so-
  weit wie möglich.

– Die Wasserflächen in den Innenstädten sind attraktive Landschafts-
  elemente und auch unter ökologischen Aspekten für das Leben der
  Tiere und Pflanzen notwendige Elemente. Bei beiden Entwürfen (ers-
  ter und zweiter) ist in den Planungsbereichen auch die Einbeziehung
  des Wassers geplant. Bei der Entscheidung über die Wasseranlagen-
  standorte, -größe sowie -form etc. müssen vor allem ökologische As-
  pekte sorgfältig geprüft werden.

– Bei den bisherigen Erfahrungen mit Modellen der ökologischen Stadt-
  gestaltung ist zu erkennen, dass die ökologische Umstrukturierung der
  Städte eine enge Kooperation und Meinungsintegration mit der ver-
  schiedenen Interessengruppe notwendig macht. (Borrini-Fyerabend et.
  al. 1999; Ramirez 2001; Wells & Brandon 1992). Auch aus den deut-
  schen Erfahrungen wird deutlich, dass die Förderung der Partizipation
  für die Entwicklung von Naturschutzstrategien besonders wichtig ist
  (Erdmann et al 2000: 222). Insbesondere bei dem zweiten Entwurf, der
  verschiede Interessengruppen verbindet, ist dies ein wichtiger Ge-
  sichtspunkt. Die Diskussionen mit den Einwohnern und die Partizipa-
  tion mit den Interessengruppen sollten schon in der Planungsphase er-
  folgen.

– Im derzeitigen Stadium des Vorhabens können und sollten keine kon-
  kreteren Vorschläge formuliert werden. Es ist zu hoffen, dass die Pla-
  nung darauf hinausläuft entsprechend der Richtung der Empfehlun-
  gen im obigen Abschnitt (4. Empfehlungen für die Verbesserung der
  städtischen ökologischen Umwelt) gestaltet zu werden. Öko-effiziente,
  Öko-funktionale, benutzerfreundliche, flächensparende Elemente,
  ökonomisch effiziente und partizipatorische Aspekte sollten bei der
  Gestaltung eine Rolle spielen.

– Seit der Bekanntmachung der Seoul Agenda 21 sind bereits 6 Jahre
  vergangen. Eine Reihe von Projekten, wie das "10 Millionen Bäume
  Bepflanzungsprojekt", das "Wiederherstellungsprojekt des Flusses
  Cheonggyecheon" etc. werden im Rahmen der Verwirklichung der Se-

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     oul Agenda 21 durchgeführt bzw. sind bereits im Gange. Die Frage ist,
     ob so genannte "Renaturierungsprojekte" ökologisch sinnvoll durchge-
     führt werden können. Erstrebenswert wäre, die ursprünglichen Struk-
     turen, wenigstens soweit wie möglich, wiederherzustellen.

– Wie oben ausgeführt, ist im Falle Deutschlands auch das Flächen-
  verbrauchsproblem unter Aufopferung von natürlichen bzw. naturna-
  hen Flächen durch die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung ernst.
  Dennoch sieht man nicht nur im Stadtrandgebiet, sondern auch in den
  öffentlichen Grünanlagen, wie Parks, Plätzen, Kleinflüssen, Kanälen,
  Grünanlangen von Krankenhäusern etc., die in den Innenstädten lie-
  gen und alltäglich mehr genutzt werden, oder in den Wohngebieten, in
  den Grünflächen der Apartments nicht selten Eichhörnchen, Hasen,
  Schmetterlinge, Libellen, verschiedene Vögel etc. Man sollte sich dar-
  über Gedanken machen. Es ist die Frage, warum man in den innen-
  städtischen Bereichen von Seoul solche Tiere, welche Schlüsselindika-
  toren für die Umweltqualität sind, nicht findet. Es kann sein, dass in
  Deutschland solche Megaprojekte, wie die "10 Millionen Bäume Be-
  pflanzungsaktion", nicht durchgeführt werden, und die Flächengröße
  pro Person größer sind. Der Grund könnte darin liegen, dass bei gro-
  ßen oder kleinen Raumplanungen die ökologische Aspekte stärker
  und benutzerfreundlicher beachtet werden und die ökologische Be-
  dürfnisse der Tiere und Pflanzen mehr berücksichtigt wurden, ferner
  daran, dass auf die Landschaft mehr Wert gelegt wurde und die ver-
  schiedene Potenziale, Begrünungsmöglichkeiten zu aktivieren stärker
  ausgeschöpft wurden und dadurch auch die grundlegenden Lebens-
  bedingungen für Tiere und Pflanzen erhalten wurden. Falls es im Pla-
  nungsgebiete solche Landschaftselemente, welche wiederherstellt
  werden können, gibt, dann sollte durch Literaturstudien der Sinn des
  Wortes "Wiederherstellung" soweit wie möglich erkannt und eine dem
  Ursprung ähnliche Form gesucht werden.

– Der Weg zur zukünftigen nachhaltigen Stadt verlangt Umdenken,
  Verhalten einer neuen Form und neue Problemlösungsstrategien.

Hoffentlich wird die Konzeption des Projektteams von der zuständigen
Verwaltung aufgenommen und beitragen zum Aufbau des "Grünes Se-

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           Bewertung der Forschungsaufgaben und die Naturschutzpolitik, insbesondere die
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oul", das die Visionen einer Metropole Seoul im 21. Jahrhundert ist. Das
Vorhaben sollte weiterhin beitragen zur Verwirklichung eines "Seouls,
einer Stadt, die eine ökologische Situation hat, die es möglich macht, dass
Wildpflanzen und -tiere wieder in das Stadtgebiet zurückkommen", "Se-
oul, einer Stadt, die eine Planungskultur hat, in der die Bürger bei der Pla-
nung einer angenehmen und lebenswerten Stadt zusammenwirken" im
Interesse der Umwandlung zu einer "ökologiegerechten Stadt".




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