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Nidwalden_1

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									Kanton Nidwalden
Nidwalden ist ein überschaubarer Kanton im Herzen der Schweiz. Im Norden durch den
Vierwaldstättersee und in allen anderen Richtungen durch markante Höhenzüge begrenzt, ist dieser
optimal erschlossene Kanton flächen- und bevölkerungsmässig überschaubar, mit eigenständigen
Gemeinden und einer vielfältigen Kultur.



Die Gemeinden vom Kanton Nidwalden




                                         Nidwalden hat 11 politische Gemeinden und elf
Schulgemeinden als autonome Körperschaften. Die Autonomie der Gemeinden ist besonders stark
ausgeprägt.

Im Rahmen der neuen Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden wurde eine funktionell
zweckmässige Lösung gesucht, ohne dabei die föderalen Strukturen bzw. das Subsidiaritätsprinzip
im Grundsatz in Frage zu stellen.

Die Aufgabenteilung folgte im Wesentlichen dem Grundsatz: "Wer zahlt, befiehlt."



Das alte Nidwalden

1291 schlossen die Talleute von Uri, Schwyz und Nidwalden ein Bündnis, das zur Bildung der
Eidgenossenschaft führen sollte. Freilich waren damals noch fast keine staatlichen Strukturen
vorhanden. Diese begannen sich erst zu entwickeln und erreichten gegen Ende des 14. Jahrhunderts
sowohl auf regionaler wie auf kommunaler Ebene einen Stand, der bis zum Ende der Alten
Eidgenossenschaft höchstens noch marginal verändert worden ist: Alle politischen Gewalten (wie
Landsgemeinde, Landrat, Wochenrat, obrigkeitliche Herren, Gerichte, dörfliche Ürten und
Kirchgemeinden) waren nun institutionalisiert. Schritt mit diesem Aufbau hielt die Ausbildung des
Territoriums mit dem Zurückdrängen der Feudalrechte Landsfremder und der Annexion der
Engelberger Alpen. Ob- und Nidwalden bildeten jedoch nie eine politische Einheit. Nidwalden trat
1291 allein mit Uri und Schwyz in den Bund ein (Obwalden kam erst später hinzu). Verschiedene
Wege ging man auch beim Aufbau der Staatsstrukturen. Einzig zur Beratung wichtiger
gemeinsamer Interessen rief man im 14. und im 15. Jahrhundert bisweilen die Landleute aus beiden
Talschaften zusammen. Später unterblieb auch das, soweit hatte man sich auseinandergelebt, dass
man lieber mit den Urnern, Schwyzern oder Luzernern gemeinsame Sache machte als miteinander.
So galt Nidwalden bei den politischen Auseinandersetzungen nach den Burgunderkriegen, die im
Stanser Verkommnis 1481 ihr Ende fanden, als neutral, während Obwalden als Parteigänger
angesehen wurde. Oder Nidwalden eroberte mit Uri und Schwyz allein die ennetbirgischen
Vogteien Bellinzona, Riviera und Blenio im Tessin.

Das Nidwaldner Selbstverständnis war in hohem Masse religiös bestimmt. Die Stellung der Kirche
war stark, das christliche Nidwalden eine Realität. Der berühmteste Nidwaldner Staatsmann
Landammann Melchior Lussi vertrat gar die gesamte Innerschweiz am Konzil von Trient und war
massgebend an der Erneuerungsbewegung beteiligt. Es erstaunt darum nicht, dass die Reformen
der katholischen Kirche hier auf fruchtbaren Boden fielen.

Wirtschaftlich blieb Nidwalden bis ins 20. Jahrhundert ein Agrarland. Vieh und Hartkäse wurden
vor allem nach Oberitalien ausgeführt. Obwohl das Land schon im Spätmittelalter die Bevölkerung
nicht ernähren konnte, entstand nur im Rotzloch eine kleine Industriezone. Solddienste und später
Auswanderungen ins Elsass, nach Württemberg, später auch nach Preussen, Russland und Übersee
trugen zur Linderung des Bevölkerungsdruckes bei.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren noch über 95 Prozent der ansässigen Bevölkerung
Landleute und mehr als 85 Prozent wohnten in jener Gemeinde, in der sie das Bürgerrecht
besassen. Die Ideen der französischen Revolution fanden deshalb hier nur wenig Anhänger. Der
überwiegende Teil besass an der Landsgemeinde und in den Ürteversammlungen Mitspracherechte,
von denen man andernorts nur träumen konnte. Nidwalden lehnte in der Folge die Helvetische
Verfassung ab, deren Bestimmungen ideell zwar zukunftsweisend waren, in der Realität aber für
die meisten Landesbewohner einen politischen Rückschritt bedeuteten. Die Ablehnung musste
Nidwalden am 9. September 1798 mit dem Niedermetzeln von über 400 Personen durch
französische Truppen und der willkürlichen Zerstörung von mehreren hundert Gebäuden schwer
bezahlen.




Das moderne Nidwalden

Nach dem Sturz Napoleons erfolgte in Nidwalden ab 1814 die weitgehende Wiederherstellung der
Zustände vor 1798. Erst mit der Verfassung von 1877 begann man hier, behutsam neue Wege zu
gehen. Schritt für Schritt gelang nun das Schaffen ausgewogener Strukturen. Mit der Verfassung
von 1965 erhielt Nidwalden die modernste Kantonsverfassung der Schweiz und leitete damit
Totalrevisionen auch in anderen Ständen ein. Die starke Stellung der Gemeinden blieb erhalten.
Gleichzeitig erhielt der Regierungsrat als oberstes Exekutivorgan des Kantons echte zentrale
Kompetenzen. Die Landsgemeinde als höchste kantonale Gewalt, 1965 noch fest verankert, wurde
1997 abgeschafft, 600 Jahre nach ihrer ersten Erwähnung zu Wil an der Aa.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts bekamen Industrie, Handel, Gewerbe und Tourismus einen
steigenden Stellenwert. Trotzdem behielten Land- und Alpwirtschaft bis nach dem zweiten
Weltkrieg ihre das öffentliche Leben prägende Stellung. Industrie und Grosskapital begünstigende
Steuergesetze (1921, 1935 und 1938), das Erstellen eines kantonseigenen Elektrizitätswerkes
(1934), der Ausbau des Strassen- und Schienennetzes (1954) führte zu einer markanten
Beschleunigung der technischen und sozialen Entwicklung. Ein starkes Wachstum der
Bevölkerung und der Wirtschaft sind die positiven Folgen, führen aber auch zu immer neuen
Problemen. Sie zu lösen wird eine ständige Aufgabe von Kanton und Gemeinden sein.


Politik

Nidwalden ist innerhalb des Bundesstaates ein Halbkanton, mit allen Rechten und Pflichten eines
Vollkantons, jedoch nur mit einem Vertreter im Ständerat. Seine Stimme zählt im Bundesstaat
zwar nur als halbe Stimme, doch schmälert dies die Eigenstaatlichkeit und Souveränität
keineswegs. Die überschaubaren Verhältnisse erleichtern die Regierungs- und Verwaltungstätigkeit
und ermöglichen noch immer den direkten Kontakt zwischen Bevölkerung und Behörden.

Im Parlament mit 60 Sitzen haben die bürgerlichen Parteien Christliche demokratische Volkspartei
(CVP) mit 30 Sitzen und die Liberale Partei (LP) mit 21 Sitzen die Mehrheit. Das Demokratische
Nidwalden (DN) mit acht Sitzen und die Sozialdemkratische Partei (SP) mit einem Sitz bilden
gemeinsam die Fraktion der Linksparteien. Der Regierung gehören vier Mitglieder der CVP, zwei
Mitglieder der LP sowie ein Vertreter des DN an.




Wirtschaft

Die Nidwaldner Volkswirtschaft ist geprägt durch eine Vielzahl von kleinen und mittelgrossen
Unternehmungen aus verschiedensten Branchen. Der grösste Arbeitgeber mit rund
850 Beschäftigten ist die PILATUS Flugzeugwerke AG, gefolgt vom Marktforschungsinstitut
IHA/GfM mit rund 400 Mitarbeitern. Beide Unternehmungen sind auf internationalen Märkten
erfolgreich tätig. Verschiedene weitere kleine und mittlere Unternehmungen sind in
unterschiedlichsten Branchen tätig. So etwa im Bereich des Spezialmaschinenbaus, der
Medizinaltechnik, im internationalen Handel, im Bereich der Optik und Elektronik sowie in der
Oberflächenbearbeitung, um nur einige Beispiele zu nennen. Die günstigen Rahmenbedingungen
für die Wirtschaft haben die wirtschaftliche Entwicklung auch in Zeiten schwacher Konjunktur
begünstigt. Neben den kurzen Wegen zu Behörden und Verwaltung spielt das interessante
Steuerklima eine wesentliche Rolle. Die zentrale Verkehrslage in Europa begünstigt die Aktivitäten
international orientierter Unternehmungen. Bedeutsam sind zudem auch das traditionelle
Bauhaupt- und -nebengewerbe und dort im Besonderen die holzverarbeitenden Betriebe. Auch die
Landwirtschaft, welche auf Milch- und Fleischproduktion spezialisiert ist und mit ihren
Familienbetrieben die Landschaft prägt, ist ein Bestandteil der Nidwaldner Wirtschaft.
Tourismus

Die günstige geografische Lage des Kantons Nidwalden macht den Tourismus zu einem wichtigen
Wirtschaftsträger. Der Vierwaldstättersee und die Berge ermöglichen im Sommer wie im Winter
ein breites Freizeit- und Ferienangebot. Die Seegemeinden verfügen über eine Vielzahl von
Wassersportmöglichkeiten und die Voralpen sind mit Bergbahnen gut erschlossen. Die Ausflugs-
und Ferienziele sind bequem, schnell und individuell erreichbar. Sei es der Erlebnisberg
Klewenalp, der Blumenberg Stanserhorn, der Titlisgletscher, die voralpine Region Bannalp, der
mondäne Bürgenstock mit dem welthöchsten Aussenlift zur Hammetschwand oder die
Sommerbobs auf Wirzweli. Der Kanton Nidwalden offeriert eine Fülle von Naturschönheiten,
Sportmöglichkeiten und Erlebnisangeboten. Mit dem Einbezug von lokalen Besonderheiten wie der
Bähnli-Safari, der Glasi Hergiswil oder "Schlafen im Stroh" werden Zeichen zur Umsetzung eines
sanften Tourismus gesetzt.




Bildung und Kultur

Der Kanton Nidwalden verfügt über ein zeitgemässes Bildungsangebot. In den Gemeinden werden
Kindergarten, Primarschule und Orientierungsstufe angeboten. Der Kanton führt in Stans eine
Mittelschule, ein Berufs- und Weiterbildungszentrum mit kaufmännischer, gewerblicher und
landwirtschaftlicher Berufsschule sowie eine Heilpädagogische Schule. Weiterführende Schulen
und Fachhochschulen können im nahen Luzern besucht werden. Zudem sichert eine vertraglich
geregelte Zusammenarbeit den Zugang zu den Schweizer Universitäten, Fachhochschulen und
einer Vielzahl weiterer Ausbildungsinstitutionen.

Es läuft viel in Nidwalden. Das kulturelle Leben Nidwaldens ist äusserst vielseitig und aktiv.
Zahlreiche Vereine, Jodelclubs und Ländlermusikgruppen pflegen die Volkskultur. Im Bereich der
modernen Kultur sticht das Nidwaldner Museum hervor mit seinen vier Ausstellungshäusern für
Geschichte (Höfli), für Kultur und Brauchtum (Winkelriedhaus), zur Wehrgeschichte (Festung
Fürigen) und für Wechselausstellungen mit aktueller oder alter Kunst (Salzmagazin). Der
bildenden Kunst stehen weitere Ausstellungsräume zur Verfügung, etwa die Galerie am Dorfplatz
in Stans, die Sust in Stansstad oder die Ermitage in Beckenried. Mit dem Chäslager in Stans besitzt
Nidwalden ein Kulturzentrum mit einem abwechslungsreichen Programm - Konzerte,
Ausstellungen, Lesungen, Theater und Filmvorführungen. Besonders lebendig ist die Theaterkultur
mit Laiengruppen fast in jedem Dorf. Neben der Musikgesellschaft sind zahlreiche Musikvereine
und Chöre tätig. Ein herausstechendes Ereignis sind die Stanser Musiktage. Jedes Jahr treten
international bekannte Musiker vorab aus dem Jazz vor tausenden von Zuhörern aus der ganzen
Schweiz auf.

Im Kanton stehen zahlreiche qualitätsvolle Ausstellungs-, Konzert- und Theaterräumlichkeiten zur
Verfügung, in welchen dank grossem Engagement zahlreicher kultureller und kulturinteressierter
Vereine und Organisationen ein vielseitiges Angebot bereitsteht, das sich in qualitativer Hinsicht
durchaus mit städtischen Massstäben messen lässt.

								
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