Todesstrafe USA Irland

Document Sample
Todesstrafe USA Irland Powered By Docstoc
					          Fall McVeigh: Vom trauernden Vater zum Gegner der
                             Todesstrafe
        Bud Welsh wünschte Timothy McVeigh die Hölle, als seine 23-jährige Tochter Julie Marie beim
Bombenanschlag von Oklahoma ums Leben kam. Heute gilt der gläubige Katholik als einer der aktivsten
Todesstrafengegner in den USA.
        In den Tagen nach dem Attentat, bei dem 168 Menschen getötet und mehr als 600 verletzt wurden, erfüllte
Bud Welsh – Besitzer einer Autowerkstatt – ein unbändiger Hass auf McVeigh. Am liebsten, so berichtet er, hätte
er McVeigh auf dem Marktplatz hängen sehen. Seinen Kummer, den der Tod seiner Tochter ausgelöst hatte,
betäubte er mit Alkohol. Bis er sich auf seinen Glauben besann – und darauf, dass er als gläubiger Katholik nicht
Befürworter der Todesstrafe sein wollte.
        Welsh: "Ich habe McVeigh verziehen"
        Heute ist Welsh mehr denn je überzeugt, dass die Hinrichtung des Attentäters niemandem nützt. Die Spirale
der Gewalt werde nur weiter in die Höhe getrieben. "Es geht um nichts anderes als Rache", sagt der 61-jährige. Er
habe McVeigh verziehen, auch wenn er ein "Schweinehund" sei, so Welsh.
        Enger Kontakt zum Vater des Mörders
        Beim seinem Einsatz gegen die Todesstrafe hat Welsh viele neue Freunde gewonnen. Zu ihnen zählt die
Ordensschwester Helen Prejean, Autorin des verfilmten Buches "Dead Man Walking". Engen Kontakt pflegt Bud
Welsh auch zu Bill McVeigh, dem Vater des Mörders. Die beiden Männer sind im gleichen Alter. Beide gehören
der katholischen Kirche an.
        Massiver Einsatz gegen Todesstrafe
        Welsh trete bei durchschnittlich 400 Veranstaltungen im Jahr auf, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.
Massiv wirbt er dabei für die Abschaffung der Todesstrafe. Auch wenn er dabei im Fall der Hinrichtung des
Mörders seiner Tochter noch nicht erfolgreich gewesen ist, so bleibt Welsh doch optimistisch: "In fünf oder sechs
Jahren ist die Todesstrafe abgeschafft."
        Aus. Religion ORF 11.06.2001 um 11:56

            Irlands Kirche fordert Abschaffung der Todesstrafe
         In einer Volksabstimmung entscheidet Irland am Donnerstag – als eines der letzten Länder Europas – über
die endgültige Abschaffung der Todesstrafe. Gleichzeitig entscheiden die Iren auch über die neuen EU-Verträge
von Nizza. Diese werden sonst in keinem anderen Land einem Volksentscheid unterworfen.
         Die römisch-katholische Kirche in Irland hat alle Gläubigen aufgerufen, beim Referendum am Donnerstag
gegen die Todesstrafe zu stimmen. Dies sei nicht nur wünschenswert, sondern es sei "eine moralische Pflicht", heißt
es in einer in Dublin veröffentlichten Erklärung der bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden
("Iustitia et Pax"). Für die katholische Kirche sei jedes Leben heilig. Dies gelte "von der Empfängnis bis zum
natürlichen Tod".

         Todesstrafe: Seit 1964 nur noch eine theoretische Möglichkeit
         Zwar hatte Irland die Todesstrafe bereits 1964 weitgehend abgeschafft. Derzeit ist sie jedoch theoretisch
noch für Verbrechen wie die Ermordung von Polizisten, Gefängniswärtern, Diplomaten oder ausländischen
Staatschefs möglich. Derartige Vergehen wurden allerdings in der Vergangenheit immer mit lebenslanger Haft
bestraft.
         Wiedereinführung soll "unter allen Bedingungen" verboten werden
         Die Bevölkerung soll in dem Referendum am 7. Juni auch über die Streichung des in der Verfassung
vorgesehenen Gebrauchs der Todesstrafe in Kriegszeiten abstimmen. In der entsprechenden Gesetzesvorlage soll
auch die Wiedereinführung der Todesstrafe "unter allen Bedingungen" verboten werden. Die Vorlage ist nach
Regierungsangaben die Konsequenz aus der Unterzeichnung der Europäischen Menschenrechtskonvention.
         Aus. Religion ORF 06.06.2001 um 11:51
                   Irland stimmt für totales Verbot der Todesstrafe
        Die Iren haben in einer Volksabstimmung ein grundsätzliches Verbot der Todesstrafe beschlossen. 62,1
Prozent der Bürger stimmten in dem Referendum dafür, einen entsprechenden Zusatz in die Verfassung der
Republik aufzunehmen. 37,9 Prozent sprachen sich dagegen aus. Von den 2,86 Millionen Stimmberechtigten
nahmen nur etwa 34 Prozent an dem Referendum teil.
        Aus: Religion ORF 11.06.2001 um 16:55

				
DOCUMENT INFO
Shared By:
Categories:
Tags:
Stats:
views:14
posted:10/24/2011
language:German
pages:1